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Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu – meine Top-Empfehlungen

Titelbild zu Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu - Baum hinter der Erdinger Arena mit tief hängenden Regenwolken

Keine Frage, das Allgäu ist vor allem eine Outdoor-Region; wer ausgesprochene Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu sucht, muss erst ein wenig nachdenken und recherchieren. Zum Glück gibt es einige Wanderungen, die auch bei Regen richtig Spaß machen. Dann sind da noch die Erlebnisbäder, interessante Museen und natürlich die weltberühmten Schlösser. Es wäre doch gelacht, wenn da nichts für euch dabei wäre!

Die schönsten Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu zum Pinnen

Übrigens werde ich diese Übersicht regelmäßig aktualisieren und nach und nach erweitern, wenn ich weitere Ideen bzw. Posts über Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu recherchiert und geschrieben habe.

Top-Ziele bei jedem Wetter: die Königsschlösser

Wer ans Allgäu denkt, denkt natürlich sofort an König Ludwig II. und seine Schlösser. Die gehören mit Recht zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Region.

Schloss Neuschwanstein ist tatsächlich märchenhaft und bei jedem Wetter einen Besuch wert. Hier habe ich noch einige zauberhafte Regen-Fotos von Neuschwanstein für euch.

Schloss Nueschwanstein im Abendrot

Das weniger bekannte Schloss Hohenschwangau ist aber eigentlich das interessantere, denn hier hat die königliche Familie über Jahre hinweg immer wieder gewohnt. Es gibt also mehr davon zu sehen, wie es bei den Wittelsbachern zu Hause wirklich war.

Schloss Hohenschwangau bei Nacht

Nachts kann man es leider nicht besichtigen, aber ich fand das Foto so schön …

Klassische Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu – die interessantesten Museen

Museen sind normalerweise die ersten Schlechtwetterziele, die einem einfallen. Die Auswahl ist im Allgäu riesig, nicht zuletzt, weil hier fast jedes Dorf ein Heimatmuseum hat. Ich habe für euch Museen ausgewählt, die ich selbst besichtigt habe und für besonders sehenswert halte.

Das Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau

Wenn ihr euch für bayerische Geschichte und die Familiengeschichte der Wittelsbacher interessiert, empfehle ich euch den Besuch dieses Museums, das ich bereits in einem eigenen Post vorgestellt habe. Drinnen durfte ich leider nicht fotogafieren. Es ist eine lohnende Ergänzung zum Besuch der könglichen Schlösser, die beide in Sichtweite liegen.

Museum der bayerischen Könige

Das Alpin-Museum in Kempten

Vor dem Besuch war ich wenig neugierig, denn trotz der Selbstbeschreibung als „größtes alpingeschichtliches Museum Europas“ klang das Ganze doch so, als sei es nur für absolute Bergfexe interessant. Das war aber eine Fehleinschätzung. Die Geschichte des Alpinismus wird nämlich sehr anschaulich gezeigt, sie wurde dank einer guten Führung auch für mäßig Bergbegeisterte wie mich kurzweilig vermittelt (kostenlose Führungen finden jeden Samstag um 14 Uhr statt).

Alpin-Museum Kempten

Besonders gut gefallen hat mir das handgefertigte Modell der Allgäuer Alpen, in dem man die einzelnen Berghütten auf Knopfdruck zum Leuchten bringen kann.

Die Sonderausstellung „Geheimnis im Gletscher“ ist nicht mehr Teil der Führung, aber anhand der Dokumentation und Filmaufnahmen gut zu erschließen. Die Geschichte des Lehrers Bonaventura Schaidnagel, der 1939 auf einer Bergtour spurlos verschwand, beginnt wie ein spannender Krimi. Erst 2004 gab der Gletscher einen Teil dieses Geheimnisses preis – und plötzlich wird die Geschichte sehr persönlich und sehr berührend, als die Tochter des Verschollenen im Film erzählt, was das für sie bedeutet.

Alle weiteren Informationen zum Alpin-Museum findet ihr hier. Achtung: Jeweils von Mitte November bis einschließlich Februar ist das Alpin-Museum geschlossen.

APC – Archäologischer Park Cambodunum in Kempten

Kempten erhebt nicht ohne Grund den Anspruch darauf, die älteste Stadt Deutschlands zu sein. Der Tempelbezirk, das Forum und die kleinen Thermen der römischen Provinzhauptstadt Cambodunum wurden ausgegraben und können im Freilichtmusuem APC besichtigt werden. Da der Tempelbezirk teilweise und die Thermen komplett überdacht sind, ist der Besuch auch bei schlechtem Wetter gut möglich.

Kassenhäuschen und Taberna am Archäologischen Park Cambodunum in Kempten

Ich war selbst an einem ziemlich verregneten Sonntag dort, habe dort einen sehr interessanten Vormittag verbracht und natürlich gleich einen Post über den Archäologischen Park Cambodunum geschrieben.

Das Schwäbische Turmuhrenmuseum in Mindelheim

Dieses Museum war eine echte Überraschung für mich. Auf den ersten Blick wirkt das Schwäbische Turmuhrenmuseum in der ehemaligen Silvesterkirche ganz unscheinbar. Aber unter der fachkundigen und kurzweiligen Führung von Wolfgang Vogt wird auch technisch wenig versierten Besuchern klar, welche Schätze sich hier präsentieren: Handgeschmiedete eiserne Uhrwerke, die einstmals in Kirchtürmen und Klöstern hingen – die ältesten stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts –, eine „Flötenuhr“, bei der ein Amselmännchen zur vollen Stunde eine von sechs Melodien zwitschert, daneben Wand- und Taschenuhren.

Zu jeder weiß Wolfgang Vogt eine Geschichte zu erzählen: Wer sie gemacht hat, wo sie hing, was sie technisch von anderen abhebt, wie sie den Weg in diese in Deutschland einzigartige Sammlung gefunden hat. Natürlich führt Vogt auch die zum Teil höchst raffinierten Schlagwerke der Uhren vor und lässt die verschiedenen Glocken „viertel“, „halb“ und „ganz“ schlagen. Absolut faszinierend!

Uhrwerk im Schwäbischen Turmuhrenmuseum Mindelheim

Das Hutmuseum in Lindenberg

Eines der schönsten Museen im Westallgäu ist das Deutsche Hutmuseum in Lindenberg. Passenderweise ist es in einer ehemaligen Hutfabrik untergebracht.

Deutsches Hutmuseum in Lindenberg - Außenansicht

Drinnen findet ihr auf drei Etagen eine umfassende Ausstellung zur Geschichte der Hutmacher im Städtchen (es gibt dort noch heute welche!). Die vielen Fotos machen diese Geschichte sehr anschaulich.

Ausstellungsraum im Deutschen Hutmuseum in Lindenberg

Witzig fand ich die „sprechenden Hüte“, die ihre Geschichte erzählen. So erzählt Harrison Ford seine Erlebnisse mit dem Hut, den er als Indiana Jones trug und ein britischer Adelsexperte weiß allerlei Exklusives über den ausgestellten Hit zu berichten, mit dem Elisabeth II. einst das königliche Haupt bedeckte.

Schlechtwetter-Wanderungen im Allgäu

Na gut, wenn es richtig schüttet oder gar stürmt, ist Wandern nicht die richtige Aktivität. Aber bei gemütlichem Nieselregen wandert es sich mitunter sehr schön. Dazu habe ich ein paar Vorschläge für euch.

Die Erzgruben am Grünten bei Burgberg

Wir haben sie an einem sehr heißen Tag besichtigt, an dem wir froh über den Schatten im Wald und die Kühle in den Erzgruben waren. Unsere Führerin hat uns dann erzählt, dass an Regentagen viel größerer Andrang herrsche als bei Badewetter. Kein Wunder: Die Wege sind gut befestigt, und  im Wald und unter der Erde wird man nicht so nass. Mein Bericht über unseren Besuch der Erzgruben am Grünten vermittelt ein genaueres Bild.

Erzgruben Burgberg Theresien-Grube-1

Die Breitachklamm bei Oberstdorf

Sie gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten im Allgäu und ist bei jedem Wetter einen Besuch wert. Da die Wege in der Breitachklamm gut befestigt sind, kann man sie auch bei Regen besuchen. Dann ist sie sogar besonders schön. Das versichert jedenfalls meine Oberstdorfer Freundin Andrea, weil erstens weniger Leute da sind und zweitens die Breitach noch stärker gurgelt und sprudelt als sonst. Nur zur Zeit der Schneeschmelze kann das viele Wasser gefährlich werden, dann wird die Klamm aber sowieso für Besucher gesperrt.

Ich selbst habe die spektakuläre Klamm  noch nicht bei Regen durchwandert, dafür aber an einem eisig kalten Wintertag. Hier findet ihr meinen Post zur Breitachklamm im Winter.

In der Breitachklamm bei Eis und Schnee

Die schönsten Erlebnisbäder im Allgäu

Ob es daran liegt, dass schon die alten Römer im Allgäu tolle Thermen errichteten? Jedenfalls gibt es heute mehrere Erlebnisbäder, in denen ihr Regentage wunderbar verpritscheln und euch in der Sauna aalen könnt. Hier sind unsere Top 3:

Kinderliebling: das Wonnemar in Sonthofen

Das Wonnemar ist seit jeher der absolute Favorit meiner Kinder. Schon die Kleinsten haben Spaß im warmen und liebevoll gestalteten Kleinkinderbereich, die Größeren stürzen sich mit Begeisterung in die diversen Rutschen. Die Eltern können derweil ihre Bahnen im Schwimmerbecken ziehen oder sich im Whirlpool genüsslich durchblubbern lassen. Mindestens einen halben Tag solltet ihr dafür einplanen – die Zeit vergeht hier wie im Flug! Mehr Infos zum Wonnemar in Sonthofen bekommt ihr in diesem Blogpost.

Wonnemar Sonthofen Mittelbecken

Das Alpspitzbad in Nesselwang

Es gehört schon seit Jahren zu unseren Lieblingsbädern. Wer gerne Bahnen schwimmt, hat im 25-Meter-Becken meist gute Bedingungen dazu, während sich die „Genussbader“ auf den Sprudelliegen inmitten des Strömungskanals oder im wunderbar warmen Außenbecken (im Winter mit Blick auf die Skipiste!) entspannen. Für Kinder gibt es ein Kleinkinderbecken und eine Reifenrutsche. Einen genaueren Bericht zum ABC-Bad, wie es bei uns kurz genannt wird, findet ihr hier.

Das Erlebnisbad Aquaria in Oberstaufen

Das Aquaria atmet noch den Charme der 70er-Jahre, bietet aber wunderbare Schwimm-, Spring- und Spielmöglichkeiten. Auch der Saunabereich wird sehr gelobt. Hier lässt sich ein Regentag gemütlich verbummeln – und danach könnt ihr zu Fuß ins Ortszentrum Oberstaufen gehen und euch eine stärkende Einkehr gönnen. Hier habe ich das Aquaria genauer vorgestellt.

Aquaria Oberstaufen Schwimmbecken

Noch mehr Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu

Natürlich könnt ihr an einem verregneten Tag auch einfach nach Kempten oder Memmingen zu einem Stadtbummel fahren und ein wenig shoppen. Einkehrmöglichkeiten findet ihr zum Beispiel in meinem Blogpost Gut essen in Kempten. Falls ihr euch gerne sportlich betätigt, findet ihr in Kempten gleich neben dem Erlebnisbad Cambomare auch ein Indoor-Kletterparadies, nämlich das swoboda alpin. Falls euch der Sinn mehr nach Kultur steht, empfehle ich euch einen Ausflug nach Ottobeuren. Aber auch in Oberstdorf muss man bei schlechtem Wetter nicht in seiner Unterkunft bleiben …

swoboda alpin: die größte Kletterhalle des Allgäus

Klettern und Bouldern sind sehr beliebte Sportarten, die ihr bei schlechtem Wetter auch unter einem schützenden Dach ausüben könnt. Im April 2017 eröffnete die DAV-Sektion Allgäu-Kempten eine neue Kletterhalle, in und an der ihr auf einer Fläche von 1.200 qm bouldern und auf insgesamt 2.100 qm Seilklettern könnt. Die Halle ist täglich geöffnet und kann auch von Nicht-DAV-Mitgliedern genutzt werden. Sie trägt nach einem Sponsor den Namen swoboda alpin.

Kletterhalle swoboda alpin Kempten - Außenansicht

Natürlich werden auch Kletterkurse angeboten. Hier habe ich das swoboda alpin in einem eigenen Beitrag vorgestellt. Sogar mit einem Video, das ich von einem Kletterkurs gemacht habe.

Ottobeuren: Basilika, Bilder und Windbeutel

Das Benediktiner-Kloster mit seiner Kirche ist seit über 1200 Jahren das geografische und spirituelle Zentrum von Ottobeuren. Wer sich für Barock und Rokoko begeistern kann, wird die prächtige Basilika lieben.

Basilika Ottobeuren - Frontansicht

Ich habe das Innere und das Bildprogramm der Basilika Ottobeuren hier schon einmal beschrieben. Mit einer Führung (von Ostern bis Anfang November jeden Samstag 14 Uhr) ist der Besuch noch interessanter. Das Abteimuseum mit dem großzügigen Theatersaal und dem repräsentativen Kaisersaal ist ebenfalls eine Besichtigung wert. Eine Stärkung gibt es im Klostercafé.

Sehr lecker sind auch die Windbeutel im Allgäuer Windbeutelparadies am Marktplatz, nur drei Minuten zu Fuß von der Basilika entfernt.

Falls ihr euch für moderne Kunst interessiert, ist das Museum für zeitgenössische Kunst Dieter Kunerth eine Adresse, bei der ihr in Ottobeuren vorbeischauen solltet. Es liegt ebenfalls ganz zentral, gleich hinter dem Marktplatz.

Die Skisprungschanzen in Oberstdorf

Die Skisprungschanzen waren bisher unter dem Namen Erdinger Arena bekannt. Da zum 01.12.2017 der Sponsor gewechselt hat, heißen sie jetzt Audi Arena. Sie sind zwar kein Museum im eigentlichen Sinn, aber sie passen trotzdem hierher, weil man sie außerhalb der Turnierzeiten und bei jedem Wetter besichtigen kann.

Info-Plakate zur Erdinger Arena

Ich habe die Anlage im Zuge einer Recherchetour an einem verregneten Augusttag besucht und wurde sehr angenehm überrascht: Obwohl ich nicht die geringste Ahnung vom Skispringen hatte und es anhaltend nieselte, flogen die 90 Minuten nur so dahin. Wir konnten sogar zwei Buben beim Übungsspringen beobachten; ich fand sie ziemlich mutig, obwohl sie von der kleinsten Schanze sprangen. Bei Regen springt es sich übrigens besonders gut, weil dann die Schanze schön rutschig ist.

Übungsspringen in der Erdinger Arena

Die Führung endet oben auf dem Schanzenturm. Dort war für mich endgültig klar, dass dieser Sport nichts für Normalsterbliche ist. Wer sich dort hinuntertraut, hat jedenfalls meine volle Bewunderung!

Blick vom Schanzenturm auf die Erdinger Arena

Alle weiteren Informationen wie Öffnungszeiten, Preise und Termine für Führungen findet ihr auf der Website der Audi Arena Oberstdorf.

Hat meine Auswahl der Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu euch gefallen?

Vermisst ihr etwas oder habt ihr einen Vorschlag, was ich noch aufnehmen soll? Ich freue mich auf eure Kommentare und Anregungen!

Übrigens findet ihr diese Tipps auch (in verkürzter Form) im Reiseführer Marco Polo Allgäu, für den ich seit 2016 als Bearbeiterin verantwortlich bin. Wenn ihr mögt, könnt ihr den MARCO POLO Reiseführer Allgäu: Reisen mit Insider-Tipps. Inklusive kostenloser Touren-App & Update-Service direkt bei Amazon bestellen (Partnerlink).

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