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Naturgenuss pur: der Rundweg Werdensteiner Moos

im Werdensteiner Moos

Moorlandschaften gibt es im Allgäu viele, das Werdensteiner Moos zwischen Kempten und Immenstadt ist eine der kleineren. Aber eine, die mit einem Rundweg besonders schön erschlossen und dank verschiedener Erlebnisstationen perfekt als Ausflugsziel für Familien geeignet ist.

Der Rundweg Werdensteiner Moos

Man kann die etwa 3,5 km lange Runde entweder von Eckarts oder von Thanners aus starten. Unser Startpunkt war der Wanderparkplatz bei Thanners, kurz vor dem Haxnwirt, den ihr unter diesen Koordinaten findet: 47°36’31.3″N 10°16’05.3″E

Die Parkgebühr beträgt 2 € für 4 Std. und 4 € für den ganzen Tag. Vom Parkplatz führt der Weg direkt in den Wald bzw. das Moos hinein.

Rundweg Werdensteiner Moos - Eingang am Wanderparkplatz Thanners

Nach einem kurzen Stück beginnt die eigentliche Runde, man kann also links abbiegen oder schräg rechts weitergehen. Da wir die kleine Moosrunde mit einem Abstecher nach Werdenstein kombinieren wollten, sind wir sie gegen den Uhrzeigersinn gegangen. Kurz nach der Abzweigung sind wir auf diesen hübschen kleinen Tümpel gestoßen, aus dem uns ein munteres Gequake entgegenschallte.

Tümpel im Werdensteiner Moos

Und tatsächlich: Der ganze Tümpel war voller niedlicher kleiner Grünfrösche. Nach einem ersten Oh-Schreck-Weghüpfen zeigten sie sich recht entspannt.

Grünfrosch im Werdensteiner Moos

Grünfrösche im Werdensteiner Moos

Diverse Libellen flogen auch herum, aber die sind zu schnell für mich bzw. meine Kamera. Das macht nichts, entlang des Wegs gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Erlebnisweg durchs Werdensteiner Moos

Spielstationen für Kinder zum Beispiel, wie hier das Schmetterlings-Bandolino.

Schmetterlings-Bandolino im Werdensteiner Moos

Oder eine bizarre Tümpel-Landschaft mit abgestorbenen Bäumen und jungen Birken.

Birken im Werdensteiner Moos

Noch besser sind die Einblicke ins Moor von dieser Aussichtsplattform aus.

Aussichtsplattform im Werdensteiner Moos

Sumpflandschaft im Werdensteiner Moos

Kurz nach der Aussichtsplattform führt ein Holzsteg tiefer ins Moos hinein, der an einer weiteren Plattform endet und neue Ausblicke erschließt.

Holzsteg im Werdensteiner Moos

Wollgras-Supmpflandschaft im Werdensteiner Moos

Danach lädt ein abwechslungsreicher Barfußpfad zum Schuheausziehen und Ausprobieren ein.

Barfußpfad im Werdensteiner Moos

Und hier, nach etwa zwei Drittel des Rundwegs Werdensteiner Moos, weist ein Schild nach Werdenstein.

Hinweisschild nach Werdenstein

Diesem Weg sind wir gefolgt.

Abstecher zum Burgcafé Werdenstein

Wir verlassen also das Moor und gehen ca. 1 km nach Westen.

Weg vom Werdensteiner Moos nach Werdenstein

In Werdenstein selbst folgen wir den Wegweisern zur Burgruine bzw. zum Burgcafé.

Wegweiser zur Burgruine Werdenstein

Da wir inzwischen recht hungrig waren, gingen wir zuerst ins Burgcafé Werdenstein, das sehr einladend auf einem Felssporn und unterhalb der Burgruine liegt.

Burgcafe Werdenstein

Und tatsächlich, das einladende Äußere trügt nicht: Die Terrasse ist sehr hübsch, der Service flink und freundlich, das Essen gut und preiswert. 7,90 Euro für eine Portion (guter) Kässpatzen mit Salat, das ist selbst im Allgäu selten.

Kässpatzen im Burgcafe Werdenstein

Offenbar wohnt in der Burgruine ein freundliches kleines Gespenst. Jedenfalls geisterte eines auf meinem Milchschaum herum.

Cappuccino mit Kakao-Gespenst

Unterhalb der Terrasse liegt ein Mini-Spielplatz mit Rutsche und Wippetieren. Aber für die anwesenden Kinder waren die beiden Esel die Hauptattraktion. Sie ließen sich geduldig streicheln und füttern. Und fotografieren.

Esel am Burgcafe Werdenstein

neugieriger Esel vor Bergpanorama

An den Eseln vorbei führt ein Trampelpfad zur Burgruine Werdenstein. So richtig viel gibt es da nicht mehr zu sehen, nur ein paar Mauerreste und einen (rekonstruierten) Teil des Torturms.

Burgruine Werdenstein

Und natürlich das größte Hufeisen der Welt. Damit man das nicht übersieht, hängt extra ein Hinweisschild am Turm.

Hinweisschild zum größten Hufeisen der Welt

Nach der Ankündigung hatte ich es mir irgendwie noch größer vorgestellt …

Hufeisen an der Burgruine Werdenstein

Nach der ausgiebigen Pause gingen wir denselben Weg zurück ins Moor.

Zurück auf dem Rundweg Werdensteiner Moos

Ab der Abzweigung nach Werdenstein bleibt nur noch etwa 1 km zu gehen. Und schon fängt einen die reizvolle Mooslandschaft wieder ein.

Tümpel mit Birken im Werdensteiner Moos

Hier liegt noch ein größerer Aussichtsturm, der wirklich eine schöne Aussicht bietet.

Aussichtsturm im Werdensteiner Moos

Blick auf den Rundweg Werdensteiner Moos

Wer mag, kann hier eine kleine Pause einlegen. Weiter geht es an weitere Froschtümpeln und einem Riesenfrosch.

Frosch-Skulptur im Werdensteiner Moos

Nach einer Viertelstunde ist dann der Wanderparkplatz wieder erreicht.

Seltene Blumen im Werdensteiner Moos

Wer genau hinsieht, entdeckt seltene Pflanzen und exquisite Blüten im Sumpf. Lustig fand ich diesen Pilz, der den mit Hackschnitzeln bestreuten Weg wohl mit einem abgestorbenen Baum verwechselt hatte und dann auch noch mitten in ein Grasbüschel wuchs – ein Pilz auf dem Holzweg gewissermaßen.

Pilz auf Holzweg

Im Allgäu öfter zu finden und immer schön anzusehen sind die leuchtend gelben Trollblumen.

Trollblumen am Rundweg Werdensteiner Moos

Trollblume

Ebenfalls gelb blüht die heimische Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus).

Heimische Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus)

Sogar eine verschiedenfarbige Sumpf-Schwertlilie (Iris versicolor) habe ich entdeckt.

Verschiedenfarbige Sumpf-Schwertlilie (Iris versicolor)

Wo wir gerade bei Blau- und Lilatönen sind: Auch geflecktes Knabenkraut habe ich an mehreren Stellen gesichtet.

Geflecktes Knabenkraut

Und Akelei.

Akelei

Und Glockenblumen, wobei ich keine Ahnung habe, welche der zig Glockenblumenarten das gerade ist.

Glockenblumen

Sind die nicht schön?

Natürlich darf ich das Wollgras nicht vergessen, das blüht immer so schön fluffig.

blühendes Wollgras an einem sumpfigen Tümpel

Mein Fazit:

Der Rundweg Werdensteiner Moos ist abwechslungsreich und bietet faszinierende Einblicke in das Ökosystem Moor. Da der Weg steigungsfrei und gut gepflegt ist, ist er auch für ältere Menschen und/oder Familien mit einem einigermaßen geländegängigen Kinderwagen geeignet. Die reine Gehzeit für den Rundweg beträgt etwa eine Dreiviertelstunde, aber mit Schauen und Spielen und Fotografieren kann man leicht auch die doppelte Zeit hier verbringen. Der Abstecher zum Burgcafé Werdenstein verlängert den Weg um ca. 2 km und damit um rund 20 Minuten Gehzeit.

Rundweg Werdensteiner Moos - Pin

Falls ihr noch mehr klein(st)kindgerechte Ausflugsziele sucht: Hier findet ihr weitere Vorschläge für Kinderwagenwanderungen im Allgäu.

Nachtrag:

Meine Freundin und Bloggerkollegin Sabine findet, dass Blogger auch ab und zu selbst in ihren Posts zu sehen sein müssen. Da sie mich bei der kleinen Wanderung durchs Werdensteiner Moos begleitet hat, hat sie ein Foto von mir gemacht, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Passenderweise war ich gerade dabei, sie zu fotografieren …

Reisebloggerin Barbara auf Recherche

4 Kommentare

  1. Edelka Christiansen sagt

    Da bin ich neugierig geworden .Wunderschöne Bilder.Herzlichen Dank.

    • Barbara sagt

      Danke für den lieben Kommentar, das freut mich. Und das Werdensteiner Moos laohnt auf jeden Fall einen Besuch. Ich möchte gerne nochmal im Herbst hin, mit buntem Laub gibt es wahrscheinlich noch schönere Fotos …

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