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Wandern im Gunzesrieder Tal: Panorama-Rundtour über den Hochgrat

Auf der Panorama-Rundtour übers Hochgrat

Das Gunzesrieder Tal ist der Ausgangspunkt für eine wunderschöne Panorama-Rundtour über den Hochgrat. Sie erfordert zwar eine gewisse Kondition und Trittsicherheit, ist aber bergtechnisch nicht besonders anspruchsvoll. Startpunkt der Wanderung ist die Scheidwangalpe auf 1.307 m ü. N. N. Die Anfahrt zur Alpe ist nur über eine Mautstraße möglich, die am Ortsende von Gunzesrieder Säge beginnt. Dort steht ein Automat, in den ihr 4 Euro einwerft und dafür ein Ticket und die Schrankenöffnung bekommt. Dann fahrt ihr weiter durch das Tal,

im Gunzesrieder Tal

bis nach einem kurvigen Anstieg der Parkplatz an der Alpe erreicht ist. Sie liegt übrigens bereits auf 1.317 m Höhe.

die Scheidwangalpe im Gunzesrieder Tal

Im Oktober öffnet die Alpe erst um 10:30 Uhr, aber wir wollten ohnehin erst zum Kaffeetrinken dort einkehren. Wir sind also gleich losgezogen:

Beginn des Aufstiegs zum Hochgrat

Teil 1 der Panorama-Rundtour über den Hochgrat: der Aufstieg bis zum Staufner Haus

Der Wegweiser führt zwar in die richtige Richtung, gibt aber nicht den richtigen Zeitbedarf an: Der Aufstieg bis zum Staufner Haus dauert keineswegs 2 1/4 Stunden, sondern rund 1,5 Stunden. Und das, obwohl ich, wie mein Mann zu sagen pflegt, „dauernd“ stehenbleibe, um zu fotografieren.

Wegweiser Hochgrat und Staufner Haus

Gleich hinter der Kehre gabelt sich der Weg. Wir haben hier die Abzweigung nach links gewählt.

Weggabelung beim Aufstieg zum Hochgrat

Es ist zwar eine asphaltierte Straße, die über den Leiterberg führt, aber sie bietet immer wieder herrliche Ausblicke.

Weg auf den Leiterberg im Gunzesrieder Tal

Es lohnt sich auch, einmal mehr stehenzubleiben und zurück über das Gunzesrieder Tal in Richtung Grünten zu blicken:

Grüntenblick aus dem Gunzesrieder Tal
Entlang des Weges sieht man gut, warum dieser Gebirgszug „Nagelfluhkette“ heißt: Als Nagelfluh bezeichnet man eine spezielle Gesteinsart, die aus zusammengebackenen Flusskieseln besteht. Auf diesem Bild sieht man einen Nagelfluhbrocken (und dann war er noch so hübsch von Silberdisteln umwachsen, da musste ich natürlich schon wieder stehenbleiben, um zu fotografieren).

Nagelfluhbrocken mit Silberdisteln

Der Weg führt um den Rücken des Leiterbergs herum, dann kommt auch schon die Obere Gelchenwangalpe in Sicht, die auf 1.630 m liegt. Zu ihr führt der Weg ein Stück hinunter, …

Blick vom Leiterberg auf die Obere Gelchenwangalpe

dann geht es den Rücken des Hochgrats hinauf.

Weg von der Gelchenwangalpe aufs Hochgrat

Ich fand es sehr angenehm, dass der größte Teil des Anstiegs nicht besonders steil ist, sondern über viele Kehren sanft bergan führt.

Weg vom Gunzesrieder Tal aufs Hochgrat

Weg aufs Hochgrat im Allgäu

Und schon kommt die Bergstation der Hochgratbahn in Sicht.

Blick auf die Bergstation der Hochgratbahn

Bisher waren wir fast allein unterwegs, das ändert sich in der Nähe der Bergstation allmählich. Wir gingen an ihr vorbei, dann ein kleines Stück an der Nordseite des Hochgrats hinunter bis zum  Staufner Haus. Es war nämlich Zeit fürs Mittagessen.

Blick von der Bergstation der Hochgratbahn aufs Staufner Haus

Ist das nicht eine tolle Lage? Dazu gibt es auch noch eine vergleichsweise üppige Speisekarte (die Preise sind dafür moderat). Mein Mann hat sich für die Kässpatzen entschieden und war sehr zufrieden.

Kässpatzen mit Röstzwiebeln und Speck

Ich konnte beim Kaiserschmarren mit Rotweinzwetschgen nicht widerstehen: so köstlich!

Kaiserschmarren mit Rotweinzwetschgen

Teil 2 der Panorama-Rundtour: vom Staufner Haus über den Hochgratgipfel zurück ins Gunzesrieder Tal

Nach dieser sehr angenehmen Pause ging es wieder hinauf zur Bergstation der Hochgratbahn, …

Aufstieg zur Bergstation der Hochgratbahn

dann gleich links hinauf zum Gratweg in Richtung Gipfel. An einem schönen Oktobersonntag darf man hier natürlich nicht erwarten, dass man allein unterwegs ist.

Panoramaweg zum Hochgratgipfel

Hier seht ihr im Hintergrund schon das Gipfelkreuz:

Auf dem Panoramaweg zum Hochgratgipfel

Und das ist der Gipfel!

Gipfelkreuz auf dem Hochgrat im Allgäu

Die haben hier übrigens nicht nur einen Vogel, …

Bergdohle auf dem Gipfel des Hochgrats

sondern im Gipfelbereich tummeln sich gleich mehrere sehr unternehmungslustige Berg- oder Alpendohlen. Spätestens jetzt ist auch klar, warum es sich wirklich um eine Panoramatour über den Hochgrat handelt: Der Panoramablick (hier Richtung Oberstaufen) ist sagenhaft!

Panoramablick vom Hochgrat Richtung Oberstaufen

Man kann diese Gratwanderung übrigens bis zum Mittagberg bei Immenstadt fortsetzen, das dauert wohl etwa sechs Stunden. Ganz so weit wollten wir (noch) nicht gehen, aber die Aussicht hat mich schon gereizt:

Gratwanderweg übers Hochgrat im Allgäu

Blick ins Gunzesrieder Tal vom Hochgrat-Panoramaweg aus

Auf unserer Runde folgten wir dem Gratweg aber nur bis zur Brunnenauscharte (etwa in der Bildmitte); dort bogen wir nach rechts in Richtung Gunzesrieder Tal ab.

die Brunnenauscharte auf dem Hochgrat in der Nagelfluhkette

Auch auf diesem Wegstück fasziniert die Nagelfluhlandschaft.

Nagelfluhlandschaft

An der nicht bewirtschafteten Dietle-Alpe (ein Teil davon ist rechts im Bild zu sehen) sind wir dem Wegweiser nach links hinunter Richtung Scheidwangalpe gefolgt.

Je tiefer man kommt, desto weniger Panorama gibt es naturgemäß zu sehen. Schön ist der Weg trotzdem:

Weg von der Dietle-Alpe zur Scheidwangalpe im Gunzesrieder Tal

Wanderweg im Gunzesrieder Tal

Etwa zweieinhalb Stunden, nachdem wir das Gipfelkreuz passiert hatten, kamen wir wieder an der Alpe Scheidwang an. Inzwischen hatte sie geöffnet. Drinnen ist es ausgesprochen urig.

in der Alpe Scheidwang im Gunzesrieder Tal

Angesichts des warmen Wetters haben wir Kaffee und Apfelkuchen (sehr gut) aber doch lieber draußen genossen.

Apfelkuchen und Kaffee

Das war ein sehr gelungener Abschluss dieser wunderbaren Bergtour!

Praktische Infos zu dieser Panorama-Rundtour über den Hochgrat

Mautstraße ab Gunzesrieder Säge (4 €), Ticket sichtbar ins Auto legen. An der Alpe Scheidwang ist ein Parkplatz für rund 20 Autos, eine Wegkehre davor ist ein deutlich größerer Parkplatz. Ganz Sportliche können auch vom Parkplatz in Gunzesrieder Säge mit dem Fahrrad bis zur Alpe fahren (am Schluss geht es aber ordentlich bergan!). Die Scheidwangalpe ist von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet.

Die gesamte Gehzeit für die Wanderung beträgt rund 4,5 Stunden:

  • Von der Scheidwangalpe über den Leiterberg bis zur Bergstation der Hochgratbahn: 1,5 Std.
  • Von dort zum Staufner Haus: gut 10 Minuten
  • Vom Staufner Haus über die Bergstation zum Hochgrat-Gipfel: 0,5 Std.
  • Vom Gipfel bis zur Brunnenauscharte und von dort über die Dietle-Alpe zurück zur Scheidwangalpe: 2,5 Std.

Für die Gratwanderung von der Bergstation der Hochgratbahn bis zur Brunnenauscharte solltet ihr trittsicher und schwindelfrei sein. Ordentliche Bergschuhe braucht ihr natürlich sowieso.

Das Staufner Haus gehört dem DAV, man kann dort auch übernachten. Vom 1. Mai bis zum vorletzten Oktoberwochenende ist es durchgehend geöffnet, dann erst wieder ab dem 26. Dezember und in manchen Zeiten nur von Donnerstag bis Sonntag. Ihr solltet also vor eurer Tour vorsichtshalber auf der Website nachsehen, ob und wann geöffnet ist, wenn ihr auf dem Hochgrat auch so gut essen wollt wie wir.

Bergtouren im Allgäu - Wandern im Gunzesrieder Tal - Panorama-Rundtour über den Hochgrat

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