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Wunderschön: Wanderung durch die Pöllatschlucht zur Marienbrücke

Aufstieg durch die Pöllatschlucht

Zwei weltberühmte Königsschlösser, zwei anmutige Seen und die romantische Pöllatschlucht – keine Frage, Hohenschwangau ist einfach beneidenswert schön. Nachdem das sehr, sehr viele Menschen ähnlich sehen und deswegen jährlich Hunderttausende in das 300-Seelen-Dorf strömen, ist diese Wanderung nicht gerade ein Geheimtipp. Dass die Marienbrücke zudem der perfekte Fotospot für tolle Neuschwanstein-Bilder ist, hat sich auch schon länger herumgesprochen.

Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke aus gesehen

Trotzdem ist diese kleine Rundwanderung absolut lohnend. Vor allem dann, wenn ihr außerhalb der Hauptandrangszeiten kommt: Im Sommer entweder früh am Morgen oder spät am Nachmittag. Wir sind um kurz vor 18 Uhr am Parkplatz in Hohenschwangau aufgebrochen und hatten Schlucht und Brücke fast für uns allein.

Vom Parkplatz aus folgt ihr den Wegweisern zur Schlucht, am Fuß des Berges entlang nach links. Nach etwa einer Viertelstunde kommt die Ruine der ehemaligen Gipsmühle in Sicht.

Ruine der Gipsmühle in Hohenschwangau

Früher wurde hier tatsächlich Gestein zu Gips zermahlen, den man beispielsweise für die im Barock und Rokoko so beliebten Stuckverzierungen in Kirchen und anderen Prachtbauten dringend brauchte. Das Mühlrad wurde vom Wasser der Pöllat angetrieben, das über einen Hochkanal geleitet wurde. 1988 ist das denkmalgeschützte Gebäude abgebrannt, nur die Rückwand und der Hochkanal sind noch übrig. Schade.

Wanderung durch die Pöllatschlucht

Zur Rechten der Ruine liegt, nach einem kurzen Waldwegstück, der Eingang zur Pöllatschlucht.

Eingang zur Pöllatschlucht in Hohenschwangau

Die Schlucht war schon zu Zeiten des Königs Maximilian II. (er war der Vater von Ludwig II.) ein beliebtes Ziel für die damals noch wenigen Touristen. Sie wurde früh durch Stege erschlossen. Diese wurden bei Hochwasser aber immer mal wieder weggespült.

Nach einem größeren Felssturz 2014 war die Schlucht fünf Jahre lang wegen Sicherungs- und Neuerschließungsarbeiten für Besucher geschlossen. Erst im Mai 2019 wurde sie wieder eröffnet. Ich finde die neuen Stege und das Sicherungskonzept – bei zu schlechten Witterungsbedingungen schließen die Tore automatisch – sehr gelungen.

im unteren Teil der Pöllatschlucht

Der stählerne Steg schmiegt sich dezent an die Felswand und ermöglicht den sicheren Aufstieg bei bestem Blick auf Felsen und Wasser.

Wasser und Felsen
Steg durch die Engstelle der Pöllatschlucht

Über etliche kleinere und größere Wasserfälle ergießt sich der Bergbach abwärts; das ist ein Schauspiel, an dem ich mich nie sattsehen kann.

Wasserfall in der Pöllatschlucht

Damit ihr einen möglichst lebendigen Eindruck von den „Wasserspielen“ in der Pöllatschlucht bekommt, habe ich euch ein kleines Video mitgebracht:


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Nachdem man die eigentliche Klamm passiert hat, führen steinerne Stufen und ein bequemer Weg an ihrem Ufer entlang.

Steinstufenweg an der Pöllat

Schließlich weitet sich die Schlucht zu einem Talkessel. Hier wirkt die Pöllat eher unscheinbar, wie ein ganz normaler Gebirgsbach.

die Pöllat

Spektakulär ist hier nicht mehr das Wasser, sondern die Brücke, die sich 90 Meter über der Pöllatschlucht aufspannt:

Blick von der Pöllatschlucht auf die Marienbrücke

Über neu angelegte Steintreppen führt der Weg aufwärts.

Aufstieg aus der Pöllatschlucht zur Marienbrücke

Vom nächsten Aussichtspunkt aus kann man den Pöllatfall in seiner ganzen Pracht bewundern.

der Pöllatfall unter der Marienbrücke in Hohenschwangau

Und natürlich die Konstruktion der Brücke, die nach Ludwigs Mutter, der Königin Marie, benannt ist. Ludwig ließ sie 1866 nach einem damals völlig neuen Verfahren bauen. Seitdem musste die Brücke zwar zwei Mal restauriert werden (vor allem die Träger und Verankerungen), aber das Geländer ist noch original erhalten.

die Marienbrücke bei Schloss Neuschwanstein

Königliche Aussichten

Weitere Steintreppen führen endgültig aus der Pöllatschlucht hinaus, …

Steintreppen auf dem Weg aus der Pöllatschlucht zur Marienbrücke

dann gelangt man auf den normalen Gehweg vom Schloss zur Brücke. Die Aussicht auf Hohenschwangau ist fantastisch!

traumhafte Aussicht auf Hohenschwangau

Wenn ihr ganz genau hinseht, entdeckt ihr auf diesem Bild den schlafenden Drachen: Auf seinem Hals thront Hohenschwangau, dahinter erstreckt sich sein bewaldeter Rücken. Wie Flügel liegen links der Alpsee und rechts der Schwansee ausgebreitet …

Auf dem Weg zur Marienbrücke und auf der Brücke selbst werden euch auch morgens und abends ein paar Menschen begegnen, aber bestimmt nicht so viele, dass ihr den königlichen Ausblick auf Schloss Neuschwanstein, den Forggensee und das Ostallgäu nicht genießen könntet. Auch die Pöllatschlucht und den Pöllatfall könnt ihr von oben bewundern.

Blick auf die Pöllatschlucht und den Pöllatfall von der Marienbrücke

Wer noch weiterwandern möchte, kann die Marienbrücke überqueren und zum Tegelberg aufsteigen – eine durchaus anspruchsvolle Tour. Unsere kleine Runde führt nun aber hinunter nach Hohenschwangau, und zwar über die so genannte Rodelbahn. Im Sommer spaziert es sich hier ganz gemütlich, man erreicht den Ort hinter dem neuen Ameron Hotel. Von der Anhöhe lohnt sich nochmals der Blick auf das Königsschloss, das im Abendlicht geradezu leuchtet.

Schloss Neuschwanstein im Abendlicht

Vorbei am Jägerhaus geht es nach links zum Alpsee.

Gams und Eber am Jägerhaus

Wie leer gefegt sind die Wege kurz vor Sonnenuntergang. Im Alpsee spiegeln sich Berge und Wolken, ein paar Enten ziehen ihre Kreise. Was für ein wunderbarer Ort, was für eine friedliche Stimmung …

Abendstimmung am Alpsee in Hohenschwangau

Von hier sind es nur wenige Minuten zurück zum Parkplatz. Diese abwechlungsreiche Runde ist auch sehr gut für Kinder ab etwa vier Jahren geeignet, weswegen ich sie auf die Liste unserer Lieblingswanderungen mit Kindern aufgenommen habe.

Sucht ihr weitere Ausflugsideen rund um Füssen und die Königsschlösser?

Dann empfehle ich euch meine Posts über die wunderbare Radtour von Kaufbeuren nach Füssen, die Radrunde um den Forggensee sowie die Rundwanderung um den Hopfensee, die zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter schön ist. Falls ihr Im Frühjahr kommt und feststellt, dass der Forggensee nur sehr wneig Wasser hat, ist das kein Grund, enttäuscht zu sein. Im Gegenteil, denn dann lohnt sich eine Entdeckungstour auf dem Seegrund.

Wanderung durch die Pöllatschlicht bei Hohenschwangau

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