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Sagenhaft: Wanderung von Hinterstein zur Willersalpe

Willersalpe

Die Willersalpe ist eine der bekanntesten und schönsten Berghütten im Allgäu, und das, obwohl (oder weil?) sie wenig Komfort bietet. Es gibt kein warmes Wasser und nur wenig Strom, dafür aber einfache Brotzeiten, hausgemachten Käse und eine herrliche Aussicht auf die sagenhaft schöne Bergwelt.

Blick aus dem Fenster das Gaststube in der Willersalpe bei Hinterstein

Mehrere Wanderwege führen zur Willersalpe. Wer sie als Ausgangspunkt für Bergtouren (etwa auf den Iseler, das Gaishorn/Geißhorn oder zum Schrecksee) nutzen will, startet direkt vom Wanderparkplatz „Auf der Höh“. Von dort sind es nur eineinhalb Stunden Aufstieg.

Unsere Rundtour hat aber nur die Willersalpe als Ziel und ist etwas länger. Wir haben bis zur Alpe knapp zweieinhalb Stunden gebraucht. Dafür gibt es auf dem Weg noch zwei faszinierende Geotope zu bewundern.

Von Hinterstein über den Zipfelsfall zum Wildfräuleinstein

Ausgangspunkt dieser Rundwanderung ist der Parkplatz „Festhalle“ in Hinterstein, gleich neben der Kirche.

Die Kirche St. Antonius in Hinterstein im Allgäu

Dort führt ein Weg entlang des Zipfelsbachs ordentlich aufwärts. Nach rund 100 Höhenmetern ist dann der Zipfelsbach-Wasserfall erreicht, über dessen Gumpe ein Steg führt. Aber erst einmal müssen wir den Zipfelsfall ausgiebig bewundern, er ist einfach zu schön.

der Zifelsbbach-Wasserfall bei Hinterstein
an der Zipfelsfall-Gumpe bei Hinterstein

Ab hier führt der Weg auf halber Höhe in Richtung Osten durch den Bergwald. Ist der nicht herrlich?

Wanderweg durch den Bergwald bei Hinterstein

Schließlich steigt der Weg wieder etwas an,

Aufstieg zum Aussichtspunkt Köpfle bei Hinterstein

bis der Aussichtspunkt Köpfle auf knapp 1.100 m Höhe erreicht ist. Die Aussicht ist tatsächlich sehenswert und eine kleine Pause kann ja nicht schaden.

am Aussichtspunkt Köpfle im Hintersteiner Tal

Ohne weitere Steigungen geht es nun weiter,

auf dem Weg zum Wildfräuleinstein im Hintersteiner Tal

bis etwa eine Viertelstunde nach dem Aussichtspunkt der Wildfräuleinstein in Sicht ist:

der Wildfräuleinstein bei Hinterstein

Beim Näherkommen erkennt man, dass in dieser Felswand kleine Höhlen liegen, die wohl durch die Auswitterung von weicherem Gipsgestein entstanden sind.

die Höhlen am Wildfräuleinstein bei Hinterstein

Es ist sehr verlockend, diese Höhlen näher zu erkunden; die Leiter ist dabei recht hilfreich.

auf Erkundungstour am Wildfräuleinstein

Die Sage vom Wikdfräuleinstein

Der Wildfräuleinstein heißt so, weil dort in früheren Jahrhunderten angeblich wilde Fräulein gehaust haben (ähnliche Erzählungen gibt es übrigens zur Sturmannshöhle bei Obermaiselstein). Sie galten als freundlich und fleißig.

Einmal soll eine von ihnen sogar einen Hintersteiner Burschen geheiratet haben, aber nur unter der Bedingung, dass ihr Name nie genannt werden dürfe. Als nach Jahren versehentlich eine Nachbarin sie ansprach und „Gertrüdle“ nannte, musste sie ihren Mann und das Tal verlassen, denn so lautete ihr richtiger Name.

Übrigens gibt es auch heute noch wilde Fräulein am Wildfräuleinstein:

wildes Fräulein am Wildfräuleinstein im Hintersteiner Tal

Vom Wildfräuleinstein zur Willersalpe und zurück nach Hinterstein

Nach der Erkundung der kleinen Höhlen folgen wir dem Pfad weiter nach Osten.

Wanderweg zwischen dem Wildfräuleinstein und Willersalpe

Er führt zum Willersbach, den man auf einem Steg überquert. Hier hat der letzte Winter offenbar viele Schäden hinterlassen, denn entlang des Bachlaufs lagen viele entwurzelte Bäume.

am Willersbach im Hintersteiner Tal

Anschließend geht es knackig bergauf: Auf etwa 1,5 km müssen über 250 Höhenmeter bis zur Willersalpe bewältigt werden.

Aufstieg vom Willersbach zur Willersalpe

Schweiß und Mühe werden aber belohnt, sobald das kleine Hochtal erreicht ist, in dem die Alpe liegt.

auf dem Weg zur Willersalpe

Von dieser kleinen Anhöhe sind es nur noch ein paar Minuten zur inzwischen durchaus ersehnten Einkehr.

Willersalpe im Hintersteiner Tal

Die Gaststube mit der Essensausgabe liegt im ersten Stock. Man hat die Wahl zwischen einer Nudelsuppe und diversen Brotzeiten, es gibt zudem kalte Getränke und eine „Schissl“ Kaffee.

Eingang zur Willersalpe

Nachdem es sich um eine Sennalpe handelt, nehmen wir natürlich das Käsbrot  – und das ist wirklich köstlich!

Käsbrotzeit auf Willersalpe

Nach einer ausgiebigen, sonnendurchwärmten Pause ist es Zeit für den Rückweg. Es geht vorbei am krummen Kreuz,

Kreuz bei Willersalpe

dann am kleinen Tümpel entlang,

Tümpel bei Willersalpe

und wieder hinab durch den Bergwald.

Abstieg durch den Bergwald bei Willersalpe

Nach dem erneuten Überqueren des Willersbachs zweigt der Weg nach links ab, denn zurück geht es über den Parkplatz „Auf der Höh“ und dann über die Talstraße durch Hinterstein.

Abstieg von der Willersalpe zum Parkplatz auf der Höh
Blick ins Hintersteiner Tal

Da man auf dem Rückweg bergab geht, dauert es nur eineinhalb Stunden, bis der Parkplatz an der Kirche wieder erreicht ist.

Früher war übrigens die Willersalpe auch in den Weihnachts- und den Osterferien geöffnet, weswegen wir dort 2017 Ende Dezember hinaufgewandert sind. Das war eine herrliche Wintertour, die ich euch gerne empfehlen würde!

Inzwischen ist die Alpe aber nur noch von Mai bis Ende Oktober geöffnet und im Winter durchgehend geschlossen. Die jeweils aktuellen Öffnungszeiten und Kontaktdaten findet ihr auf der der Website von Hinterstein.

Sucht ihr noch mehr Ideen für schöne Hüttentouren im Allgäu?

Dann empfehle ich euch auch folgende Wanderungen:

Wanderung von Hinterstein zur Willersalpe über den Zipfelsfall und den Wildfräuleeinstein

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