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Forggensee im Herbst: Märchenschloss und blaue Fluten

Forggensee im Herbst

Gestern war es endlich mal wieder sonnig, wenn auch nicht allzu warm bei uns tief im Allgäu. Da wir gerade einen italienischen Austauschschüler zu Besuch haben, haben wir den Tag der Deutschen Einheit für einen Ausflug genutzt und waren zuerst am Waldseilgarten Grüntensee (über den habe ich letztes Jahr bereits einen Beitrag gepostet) und anschließend am Forggensee – schließlich sollte niemand, der zum ersten Mal im Allgäu ist, von dort wieder heimfahren, ohne unsere berühmteste Sehenswürdigkeit wenigstens aus der Ferne gesehen zu haben.

Der Forggensee im Herbst ist besonders romantisch

Von hier aus, am Südwestufer des Forggensees, sieht Schloss Neuschwanstein tatsächlich besonders märchenhaft aus:

Blick über den Forggensee auf Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein

Und wenn man an der richtigen Stelle steht, hat man sogar Blick auf beide Schlösser, die König Ludwig II. so geliebt hat: Rechts unten erkennt man das Schloss Hohenschwangau:

Zwei-Schlösser-Blick am Forggensee

Geht man am Westufer etwas weiter nach Norden, kommt man am Festspielhaus Füssen vorbei.

Perfekt für eine Kaffeepause: das Feststpielhaus Füssen

Festspielhaus Füssen

Das Festspielhaus wurde im Jahr 2000 eröffnet, und zwar mit einem sehr engen Bezug zu König Ludwig II: Es wurde eigens dafür geplant und gebaut, um das von Stephan Barbarino geschriebene und von Franz Hummel komponierte Musical „Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies“ aufzuführen – und zwar ausschließlich dieses Musical. Ich habe es mir einmal angesehen und war vom Gebäude und dem Bühnenbild sehr beeindruckt.

Musik und Stück haben bei mir allerdings keinen tieferen Eindruck hinterlassen. Offenbar ging es nicht nur mir so, denn ab 2005 wurde ein ganz neues Ludwig-Musical (Ludwig2 – der Mythos lebt) aufgeführt, dessen Musik Konstantin Wecker komponiert hat. Das habe ich mir nicht mehr angesehen, und sonst waren wohl auch nicht viele Leute dort, denn 2007 entschieden die Geldgeber, den Spielbetrieb wegen chronischer Unterauslastung einzustellen.

Nachtrag 2017: Nach einem Besitzerwechsel finden im Festspielhaus Füssen wieder wechselnde Aufführungen statt, die Gastronomie ist wieder in Betrieb. Die gelungene Architektur und die einzigartige Lage samt Neuschwansteinpanorama allein machen den Besuch des Cafés im Festspielhaus lohnenswert (das Café selbst ist auch durchaus nett).

Nicht, dass der Blick in Richtung Norden nicht auch schön wäre, aber da wird es halt flacher …

Forggensee-Blick nach Norden

Forggensee im Herbst

Der Forggensee im Herbst ist aber eigentlich eine Ausnahmeerscheinung

Wenn am Ufer steht, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass hier nicht immer schon ein See war. Dabei hat König Ludwig von seinem Schloss aus nie aufs Wasser sehen können – da war nämlich nur ein grünes Tal mit ein paar kleinen Weilern (unter anderem Forggen). Erst 1954 wurde hier der Lech aufgestaut und damit das Tal geflutet. Dabei dachte man nicht an den Tourismus oder die Schönheit der Landschaft, sondern ganz praktisch an Stromerzeugung und Hochwasserschutz. Da sieht man, dass auch aus nüchternem Pragmatismus etwas Wunderschönes entstehen kann:

Blick über den Forggensee auf die Ammergauer Alpen

Im Winter wird das im Forggensee angestaute Lechwasser nach und nach wieder abgelassen, damit die weiter stromabwärts liegenden Kraftwerke weiterarbeiten können. Zwischen Oktober und April läuft der See aus wie eine Badewanne und es entsteht eine bizarre Mondlandschaft. Das sieht ziemlich eigenartig aus, dafür tauchen dann die Reste der gefluteten Weiler, Spuren der antiken Via Claudia Augusta und einer römischen Villa wieder auf.

Hier findet ihr die Posts, die ich dazu inzwischen geschrieben habe:

Mondlandschaft mit Tiefgang (2014)

Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees

2015 habe ich Anfang November den Forggensee mit dem Fahhrad umrundet. Hier geht es zu meinem Bericht über die wunderschöne Forggensee-Radrunde.

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