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Rundwanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg

Die Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg sind sehr malerisch und höchst sehenswert. Noch dazu lassen sie sich gemütlich erwandern und sind damit ein perfektes Ausflugsziel für Familien und Geschichtsinteressierte. Wir haben am Wochenende eine kleine Rundwanderung mit genüsslicher Einkehr dorthin unternommen.

Von Zell nach Hohenfreyberg

Wir haben im Ortsteil Zell vor dem Hotel Bären geparkt (auf der Karte das unterste P).

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Von dort sind wir an der Kirche die Hauptstraße entlang gegangen. Am Ortsende zweigt der Weg nach rechts ab.

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Er führt den Hügel hinauf in den Wald.

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Dort sind wir dem Wegweiser zur Burgruine Hohenfreyberg gefolgt. Diese kommt auch bald schon in Sicht:

Burgruine Hohenfreyberg bei Pfronten

Zunächst geht es aber noch ein Stück bergauf. Es lohnt sich, zwischendrin einmal zurück zu blicken …

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Nach etwa 35 Minuten Gehzeit erreicht man den runden Turm und daneben den Eingang zur Burg.

Burg Hohenfreyberg

Sie wurde zwischen 1418 und 1432 von Friedrich von Freyberg-Eisenberg zu Hohenfreyberg erbaut, der offenbar ein Nostalgiker war. Jedenfalls wählte er die damals schon veraltete Form einer stauferzeitlichen Burg für seinen Neubau, weil er an die edlen Ritter der Stauferzeit erinnern wollte. Es ist also kein Phänomen der Neuzeit, dass Menschen finden, dass früher alles besser war …

Immerhin ist Friedrichs Burg selbst nach 600 Jahren als Ruine noch sehenswert, und das dürfte in 600 Jahren wohl nur auf wenige Gebäude zutreffen, die wir heute errichten.

Burgruine Hohenfreyberg Turm

Gleich neben dem Turm ist der Eingang zur Vorburg. Innerhalb der Anlage sind noch viele Gebäudeteile erhalten, hier etwa der Durchgang zur Kernburg.

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Ein Stück dahinter erheben sich die Reste des Burgfrieds.

Reste des Burgfrieds der Ruine Hohenfreyberg bei Pfronten im Allgäu

Es lohnt sich übrigens, auf das Fenstersims ganz hinten zu klettern, denn von dort aus bietet sich ein sehenswertes Panorama:

Blick auf die Burgruine Eisenberg

Von oben sehen Vorburg und Eingang übrigens so aus:

Die Vorburg der Burgruine Hohenfreyberg bei Pfronten im Allgäu

Nachdem wir Hohenfreyberg ausgiebig erkundet hatten, gingen wir ein Stück des Weges wieder zurück und dann weiter zur Ruine Eisenberg auf der gegenüberliegenden Hügelkuppe. Das sind nur etwa zehn Minuten Gehzeit.

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Die Burgruine Eisenberg

Sie ist kleiner, aber dafür nochmals 100 Jahre älter und wurde um 1315 vom Westallgäuer Geschlecht der Hohenegger erbaut. Diese errichteten etwas später auch die Burg Falkenstein oberhalb von Pfronten, über die ich hier schon einmal geschrieben habe und neben deren Ruine heute das auch als Restaurant sehr empfehlenswerte Burghotel Falkenstein liegt.

Um 1390 gelangte die Burg in den Besitz von Friedrich von Freyberg, den Vater des Bauherren von Hohenfreyberg. Es scheint also auch ein zeitloses Phänomen zu sein, dass Söhne größer bauen wollen als ihre Väter. Die oval angelegte Eisenburg ist jedenfalls deutlich kleiner als die „Stauferburg“ gegenüber. Sie ist außerdem als Mantelburg angelegt, was bedeutet, dass rund um die Kernburg nochmals ein zweiter Mauerring gebaut wurde. In der Kernburg sind die einzelnen Räume noch gut zu erkennen und auch beschildert.

Die Burgruine Eisenberg bei Pfronten im Allgäu

In der Burgruine Eisenberg bei pfronten im Allgäu

Zur Vorburg gehört noch ein Auslugturm, von dem es sich tatsächlich sehr schön auslugen lässt:

burgruine-eisenberg-blick-vom-auslugturm

Nach so viel Burgenerkundung hatten wir Hunger und haben uns deswegen auf den Weg zur Schlossbergalm gemacht.

burgruine-eisenberg-weg-zur-schlossbergalm

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch kurz erwähnen, warum die Burgen nur noch Ruinen sind. Das liegt nicht etwa am Zahn der Zeit. Sondern an der Tiroler Landesregierung, der die drei Burgen bei Pfronten damals gehörten. Sie ließ sie 1646 niederbrennen, damit sie nicht den vorrückenden Schweden in die Hände fielen. Die Angreifer änderten dann aber ihre Marschroute, sodass das Burgenopfer auch noch völlig umsonst war.

Einkehr in der Schlossbergalm

Die Schlossbergalm ist bewirtschaftet und liegt nur ein paar Gehminuten entfernt auf genau 1.000 Metern Höhe. Sie hat von Januar bis November täglich außer Montag ab 10 Uhr geöffnet. Für Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz.

Schlossbergalm bei Eisenberg im Allgäu

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Dank des föhnwarmen Wetters konnten wir in der Novembersonne draußen sitzen und unsere deftigen Speckpfannkuchen blinzelnd genießen.

schlossbergalm-speckpfannkuchen

Danach haben wir uns auf den etwa 20-minütigen Rückweg nach Zell gemacht.

Die kleine Rundwanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg ist kinderwagengeeignet (obwohl es zwischendrin schon mal steil wird) und benötigt etwa 70 Minuten reine Gehzeit. Für die Erkundung der Burgen solltet ihr jeweils eine Viertelstunde einplanen. Die Wege sind gut beschildert, ihr könnt euch also nicht verlaufen.

Wenn ihr noch mehr über die Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg, ihre Geschichte und überhaupt über Burgen im Allgäu wissen möchtet, solltet ihr euch die Website der Burgenregion Allgäu näher ansehen. In Zell gibt es auch ein kleines Burgenmuseum, in dem Fundstücke aus den beiden Ruinen gezeigt werden. Wir konnten es aber leider nicht besichtigen, da es derzeit umgebaut wird. Ab Ostern 2017 soll es wieder geöffnet werden.

Falls ihr noch mehr Ideen für Wanderungen mit Kindern im Allgäu sucht, findet ihr sie hier  auf der Liste unserer Lieblingstouren.

Und hier noch zum Pinnen:

Familienwanderung zu de Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg

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