Für Naturfreunde
Kommentare 2

Frühlingsblumen: Im Allgäu blüht uns was Schönes!

Frühlingsenzian

Tief im Allgäu – und besonders natürlich hoch im Allgäu – zieht der Frühling später ein als anderswo. Umso mehr freue ich mich über all die schönen Frühlingsblumen in den Allgäuer Alpen und dem Alpenvorland, die sich zäh durchkämpfen und so zauberhaft blühen. Damit ich die diversen Gewächse auch richtig vorstelle, habe ich meine Freundin und Autorenkollegin Judith Engst zu Rate gezogen. Sie ist nämlich nicht nur eine tüchtige Finanz-, sondern auch eine versierte Botanikexpertin. Ihre Infos habe ich als Zitate gekennzeichnet.

Was uns derzeit im Günztal blüht

Im Wald und am Waldrand gefunden habe ich zum Beispiel lilablaue Leberblümchen …

Leberblümchen

und Waldveilchen.

Waldveilchen

In zartem Weiß blühen die Schneeglöckchen,

Schneeglöckchen

die Märzenbecher

Märzenbecher

viele Märzenbecher am Waldrand

und der niedliche kleine Sauerklee.

Saeuerklee

Judith nutzt den Klee zur Erfrischung:

Der Sauerklee (Oxalis acetosella) wächst meist unter Fichten und schmeckt durch Oxalsäure schön sauer. Ich kaue gerne auf den Blättern herum, wenn ich durstig bin und kein Getränk mitgenommen habe.

Natürlich wachsen bei uns auch jede Menge Schlüsselblumen.

Schlüsselblumen

Im Garten meiner Schwiegermama blühen sie so üppig wie bald anderswo der Löwenzahn:

Schlüsselblümchen in Omas Garten

Auf den Weiden und Wiesen finden sich neben den gelben typischerweise auch lilablassrosa Blüten: Es ist das Wiesenschaumkraut.

Wiesenschaumkraut

Auch dazu weiß Judith mehr:

Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) kann man übrigens essen, auch die Blüten. Es schmeckt leicht rettichartig – was nicht verwundern muss, weil auch der Rettich und der Kopfsalat zu den Kreuzblütlern gehören wie eben das Wiesenschaumkraut.

Ab Ende April beginnt dann die Löwenzahnblüte. Gerade die landwirtschaftlich intensiv genutzten (und gedüngten) Wiesen färben sich dann gelb. Fotos von der Löwenzahnblüte 2016 findet ihr hier. 2017 hat sich allerdings eine sehr skurrile Situation ergeben, die ich so in 22 Jahren Allgäu noch nicht erlebt habe: Die Löwenzahnblüte hatte außergewöhnlich früh begonnen, dann kam in der Osterwoche ein Kälteeinbruch mit Schnee – und plötzlich trug der Löwenzahn kleine Schneemützchen:

Löwenzahn mit Schneemützchen

Auf den Allgäuer Bergwiesen gibt es noch exotischere Schönheiten

Anfang April waren wir in Balderschwang auf ca. 1100 Metern ü. NN. Die meisten Hänge dort in den Allgäuer Alpen waren schon schneefrei und wirkten aus der Ferne eher unscheinbar braungrün. Bis ich all die Alpenblumen entdeckt habe. Zwischen den Nagelfluhfelsen blühten dort nämlich schon die Krokusse.

Krokusse zwischen Nagelfluhfelsen

Sie sind weiß und lila und wunderschön!

weiße und lila Krokusse zwischen dürrem Gras

Mehr in Richtung Purpur blüht der Hohle Lerchensporn.

Hohler Lerchensporn bei Balderschwang

Geradezu verschämt mutet dagegen das kleine Veilchen an, das sich hier durch das Gras schiebt.

Veilchen

In den Alpen blüht bekanntlich der Enzian, und hier ist es der Frühlingsenzian Gentiana verna. Ich bin immer wieder fasziniert, wenn eine Blüte so blau ist. Sie gehört sicher zu den spektakulärsten Frühlingsblumen im Allgäu und zu den schönsten Alpenblumen überhaupt.

Frühlingsenzian Gentiana verna

Weiter drüben am Hang leuchteten die Sumpfdotterblumen gelb.

Sumpfdotterblumen

Der Hang wirkte zwar ziemlich trocken, weswegen ich mich über die nässeliebende Blume dort wunderte, aber Judith meint dazu:

Der trockene Berghang kann auch wechseltrocken bzw. wechselfeucht sein, nämlich wenn eine Tonlage unter der Humusschicht liegt. Da dieses Frühjahr bis jetzt sehr trocken ist, trocknen Tonböden irgendwann aus und die Oberfläche wirkt wie ein Trockenstandort. In Wirklichkeit sind es aber oft Quellhorizonte, bei denen nach einem Regen Nässe an die Oberfläche tritt.

Tatsächlich fand ich an dieser Stelle bei genauerem Hinsehen ein kleines Rinnsal.

Nur zum Vergleich: Diese üppigen Sumpfdotterbumen wachsen im Garten meiner Schwiegermama direkt an der Günz.

Sumpfdotterblumen an der Günz

Zu Recht berühmt: die Krokusblüte am Hündle

Das Hündle bei Oberstaufen ist nicht besonders hoch und nach meinem Geschmack auch nicht besonders schön, aber es ist ein richtiger Spaßberg mit Bergbahn, Skipiste im Winter, Sommerrodelbahn, Berggasthof, Minigolf, Spielplatz & Co. Im Frühling blühen an den Hängen die Buschwindröschen. Die gehören natürlich auch zu den typischen Frühlingsblumen im Allgäu.

Buschwindröschen am Hündle

Buschwindröschen in der Abendsonne

Die Buschwindröschen sind es aber nicht, die im Frühling die Wanderer anlocken, sondern die Krokusse, die am Hündle in Weiß und Lila und vor allem in Massen blühen. Damit die Besucher die Blumen auch sicher finden, ist der Weg dorthin sogar extra ausgeschildert:

Hinweisschild am Hündle zur lila-blauen Krokusblüte

Und tatsächlich, hier sind sie – und sie sind den Aufstieg wert:

Krokusblüte am Hündle

Frühlingsblumen im Allgäu - weiß-lila-Krokusse

Ich mag Krokusse in allen Farben. In zartem Lila sind sie aber besonders schön:

lila Krokusse am Hündle

Aber auch die weißen Krokusse haben sich mutig nach oben gekämpft und locken die Hummeln an. Hummeln sind übrigens echt schwer zu fotografieren, denn sie sind ziemlich hektisch unterwegs …

weiße Krokusse mit Hummel

Welche Frühlingsblumen im Allgäu gefallen euch am besten?

Frühlingsblumen im Allgäu

2 Kommentare

  1. Es gibt doch nichts schöneres als Frühling in den Bergen. Für uns Flachlandtiroler leider ein seltener Anblick. ☹️
    Deine Fotos erinnern mich ein wenig an unsere Reise in die Dolomiten im letzten Jahr. Wir hatten großes Glück und waren genau zur Krokusblüte dort.
    Liebe Grüße
    Frauke

    • Barbara sagt

      Naja, an die Dolomiten kommen das Hündle und die Hänge bei Balderschwang natürlich nicht heran, aber immerhin die Krokusse können mithalten 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.