Feste & Märkte im Allgäu
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Viehscheid Apfeltrang – mit ihm endet der Alpsommer im Allgäu

Hirten und Herde ziehen beim Viehscheid Apfeltrang von der Alpe ins Dorf

Der Viehscheid Apfeltrang ist noch recht jung, hat aber alte Wurzeln: Schon seit über hundert Jahren geben die Apfeltranger Bauern ihre Schumpen den Sommer über auf die Alpe Schrofenstein, die etwas außerhalb des Ostallgäuer Dorfes liegt. 2009 feierten sie das Ende des Alpsommers zum ersten Mal mit einem Viehscheid. Der letzte Viehscheid im Allgäu – er findet meist am ersten Sonntag im Oktober statt – hat sich seitdem zu einem kleinen Volksfest entwickelt, das vor allem Besucher aus dem Dorf und der näheren Umgebung anzieht.

So lief der Viehscheid Apfeltrang 2017 ab

Als die ersten Besucher sich erwartungsvoll rund um das Festzelt und den Scheidplatz versammeln, haben der Alphirte Markus Stich und seine Helfer auf der Alpe Schrofenstein längst alles vorbereitet: Die rund 50 Schumpen (= Jungrinder) tragen ihre Schellen, das Kranzrind ist geschmückt, die Helfer tragen ihre Tracht. Jetzt einen Moment durchatmen, bevor es losgeht.

Der Hirte und seine Helfer auf der Alpe Schrofenstein

Das Kranzrind trägt einen prächtigen Kopfputz. Damit zeigt es an, dass der Alpsommer unfallfrei verlaufen ist und alle Tiere heil und gesund zu ihren Eigentümern zurückkehren werden.

Kranzrind und Hirten auf der Alpe Schrofenstein

Die Schumpen grasen friedlich vor sich hin, ihre Schellen läuten bis hinunter ins Dorf.

Schumpen mit Schelle auf der Alpe Schrofenstein

Sie müssen erst einmal zusammengetrieben werden.

Zusammentreiben der Schumpen auf der Alpe

Dann setzt sich die Herde in Bewegung und zieht den Feldweg ins Dorf hinunter.

Abtrieb von der Alpe Schrofenstein - Kranzrind und Kinder

Apfeltranger Almabtrieb 2017 - Hirten und Schumpen

Herde beim Almabtrieb von hinten

Am Ortseingang schließt sich noch eine lustige Ziegentruppe an.

Ziegen beim Viehscheid Apfeltrang

Gemeinsam machen Hirten und Tiere noch eines Runde durch das Dorf, bis sie am Scheidplatz ankommen.

Kranzrind und Herde auf dem Weg durchs Dorf

Schumpen auf dem Weg durch Apfeltrang

Am Scheidplatz werden die Tiere getrennt

Nach der ganzen Aufregung brauchen die Schumpen erst einmal ein bisschen Zeit, um sich zu beruhigen.

Verschnaufpause am Scheidplatz

Nach und nach werden sie entspannter …

Schumpen am Viehscheidplatz

und neugieriger:

neugierige Schumpennase

Der eigentliche Grund, warum der Viehscheid Apfeltrang veranstaltet wird, ist das Trennen der Tiere, damit der jeweilige Bauer sie für den Winter in den heimischen Stall holen kann. Dazu werden sie in dieses enge Gatter getrieben, wo man ihnen die Schelle abnimmt.

Anstehen zum eigentlichen Viehscheid

Vereinzelung am Viehscheidplatz

Danach geht es ab in den Viehanhänger.

chumpen im Viehanhänger

Währenddessen werden die Spuren beseitigt, die sie auf der Straße hinterlassen haben.

Aufräumarbeiten nach dem Durchmarsch der Herde

Der Viehscheid Apfeltrang ist ein richtiges Dorffest mit Musik und Festzelt. Zum Auftakt spielten die Alphornbläser vor dem Landgasthof Hubertus.

Alphornbläser beim Viehscheid Apfeltrang 2017

Im Festzelt spielte dann die Musikkapelle Ruderatshofen auf.

Musikkapelle Ruderatshofen beim Viehscheid Apfeltrang 2017

Mit hat der Viehscheid Apfeltrang 2017 sehr gut gefallen. Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber die Stimmung war fröhlich und entspannt. Es ist ein echtes Dorffest, wo die Einheimischen die Mehrheit stellen und man in jeder Beziehung weit entfernt ist vom Riesen-Remmidemmi so mancher Oberallgäuer Festivitäten.

Wenn ihr euch für weitere kleinere Viehscheide im Allgäu interessiert, empfehle ich euch meine Posts über den Viehscheid in Kranzegg und den Viehscheid Buching.

Viehscheid Apfeltrang 2017

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