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Blutzeugen aus der Vergangenheit: Sühnekreuze im Allgäu

Das Allgäu ist eine Region, in der das Christentum tief verwurzelt ist, in der sich aber bis heute auch Einsprengsel aus heidnischer Zeit erhalten haben. Viele Bräuche zeugen davon, auch die Steinkreuze, über die ich heute schreibe. Denn einige von ihnen wurden als so genannte Sühnekreuze an Stellen errichtet, an denen jemand gewaltsam zu Tode kam, und zwar bei einer Auseinandersetzung, also nicht durch einen geplanten Mord. Bis weit ins Mittelalter hinein war die Konsequenz eines solchen Todesfalls eine Blutrache, die oft genug zu weiteren Racheakten und blutigen Familienfehden führte. Als sich das Christentum mit seinen Geboten der Nächstenliebe und Vergebung durchsetzte, führte man eine Art Täter-Opfer-Ausgleich ein, der die Blutrache ersetzte. Der Täter musste der Familie des Toten eine Entschädigung zahlen, für den Toten etliche „Seelenmessen“ stiften (die sollten den Aufenthalt des Verblichenen im Fegefeuer verkürzen) und eben ein Sühnekreuz an der Stelle errichten, an der er seine Todsünde begangen hatte. Oft wurden noch weitere Bußen gefordert, etwa Wallfahrten oder das Ableisten einiger Jahre Kriegsdienst. Die Sühnekreuze, die heute noch zu sehen sind, stammen …