Reisewissen Allgäu
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Wer Wind erntet, wird Strom bekommen … und Streit

Windkraft im Allgäu - ein Windrad bei Günzach im Abendrot

So mancher hat sich über die Windkraft im Allgäu schon geärgert. Eine idyllische Landschaftsaufnahme ist tief im Allgäu kaum noch ohne hohe Masten denkbar, denn viele Höhenrücken werden inzwischen von Windkraftanlagen geziert bzw., je nach Standpunkt des Betrachters, verunstaltet. Nur die touristisch besonders interessanten Regionen sind davon ausgenommen, um den Gästen nicht den Ausblick bzw. die Fotos zu verderben.

Windkraft im Allgäu ist nicht unumstritten

Wie der Rest der Republik auch, sind die Allgäuer grundsätzlich sehr für erneuerbare und umweltfreundliche Energien. Im Einzelfall möchten aber viele lieber keine „Spargel“ in der Landschaft haben, besonders nicht da, wo man den Touristen ländliche Idylle bieten will und und erst recht nicht in der Nähe des eigenen Heimes bzw. Hofes. Da nehme ich mich übrigens selbst nicht aus: Im wimmernden Rotorschatten eines riesigen Windrades möchte ich auch nicht leben.

Als die ersten weißen Rotorriesen aufgestellt wurden, fand ich sie störend in der sonst so grünen Gegend. Weithin zu sehen sind beispielsweise die Anlagen in Upratsberg.

Aber wie das so ist: Ich habe mich an ihren Ablick gewöhnt. Aus der Kombination von Landschaft und Technologie ergibt sich manchmal sogar eine eigene Schönheit.

Windräder im Abendrot …

Und irgendwo muss der Strom ja herkommen. Dann gefällt es mir gut, wenn er dezentral erzeugt wird, in Anlagen, die von Bürgern aus der Region finanziert und betrieben werden. Den Investoren kommt schließlich auch der Ertrag aus den Anlagen zugute, was schon manchen zuvor kritischen Anwohner überzeugt hat. Das ruhige Novemberwetter (immerhin scheint seit gestern wieder die Sonne) ist allerdings für einen Windkraft-Investor nicht unbedingt ernte- und damit renditestark, aber es kommen sicher wieder stürmischere Zeiten …

Energiedorf Wildpoldsried

Das Allgäuer Vorzeigedorf in Sachen Energiewende ist übrigens Wildpoldsried bei Kempten. Die rund 2.500 Einwohner erzeugen mit Hilfe von Photovoltaik, Windrädern und Biogasanlagen fast 6-mal so viel Strom wie sie selbst verbrauchen. Dafür wurden sie schon mehrmals mit dem European Energy Award geehrte. Außerdem beteiligt sich die Gemeinde an diversen Energie-Projekten. (Die Zahlen habe ich 2017 aktualisiert)

Grüne Wiesen und grüne Energie passen hier sehr gut zusammen. Mehr über Wildpoldsried, das „Energiedorf“, wie seine Bürger es stolz nennen, und sein Energiekonzept könnt ihr hier auf der Wildpoldsrieder Website nachlesen.

Als Bürgerin der Nachbargemeinde Günzach muss ich aber noch eine klitzekleine Kritik nachtragen: Die Wildpoldsrieder Windräder stehen so, dass die Wildpoldsrieder Bürger sie kaum sehen, die Günzacher aber kaum an ihnen vorbeisehen können …

 

 

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