Alle Artikel mit dem Schlagwort: Unterthingau

Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 - Ritterlager rund ums Thingauer Schloss

Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 – ein tolles Fest!

Das Unterhingauer Dorffest findet als Mittelaltermarkt alle drei Jahre statt und ist jedes Mal ein prächtiges Spektakel. Deswegen gehe ich immer gerne hin (hier geht es zu meinem Bericht vom Mittelaltermarkt Unterthingau 2014). Kleiner Rundgang über den Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 Die Unterthingauer lassen nicht nur „Mittelalter-Profis“ von Sonstwo anreisen, sondern machen viel selbst, unter Beteiligung der Handwerker und Bauern aus der Region. Hier raucht zum Beispiel die Esse des Schmieds und nebelt die Steinmetzarbeiten fast ein. Die Thingauer Apotheke bot neben allerlei Tinkturen und Kräutermischungen auch weitere Leistungen für Mutige an. Die Günzacher Papierschöpfer zeigten ebenso Proben ihrer Arbeit … wie die junge Holzbildhauerin, die trotz Hitze und Trubel konzentriert am Werk war. Weiteres mittelalterliches Volk führte ein gemütliches Lagerleben, … und natürlich gab es jede Menge leckerer Speisen, mit denen sich die Besucher stärken konnten. Wir haben uns diesmal für deftige „Fleischlappen im Semmel“ entschieden: Für die Kinder war wieder das altertümliche Karussell aufgebaut und sie konnten sich in diversen Ritterspielen erproben. Musik und Tanz erfreuten die Besucher ebenso wie ein Hexen-Kinder-Mitmachspektakel oder das …

Heinrich der Kempter: nackte Tatsachen am Rathaus Kempten

Kempten hat ein schönes Rathaus, das von einem großzügigen Platz und vielen Cafés umgeben ist. Erst auf den zweiten Blick fällt an der Wand an der Südseite des Rathauses ein ungewöhnliches Bild ins Auge … … das einen nackten Mann zeigt, der gerade aus einem Badezuber steigt und sein Schwert vor seine edelsten Teile hält. Das ist Heinrich der Kempter. Wer war Heinrich der Kempter? Es handelt sich um eine historische Figur aus dem Mittelalter, deren Geschichte über die Jahrhunderte überliefert und dabei wahrscheinlich ziemlich ausgeschmückt wurde. Eigentlich war er ein Ritter namens Heinrich Ritzner von Campimont, der zur Zeit Ottos des Großen im 10. Jahrhundert lebte. Heinrich war an Ostern 953 mit vielen anderen Adeligen in Bamberg, als dort ein Streit eskalierte, in dessen Verlauf er den Truchsess des Kaisers erschlug. Otto verurteilte den hitzköpfigen Allgäuer daraufhin zum Tode, der aber setzte dem Kaiser seinen Dolch an den Hals und erzwang so seine Freilassung. Danach hielt er es für klüger, sich ins Allgäu zurückzuziehen. 961 dann zog Otto der Große in den Krieg nach …

Unterthingau: Burgstall-Führung mit dem Markgrafen Gottfried von Ronsberg

Heute denkt man beim Stichwort „Allgäu“ gleich an die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Die sind ja auch wirklich toll. Aber schon im Mittelalter hat es im Allgäu vor Burgen nur so gewimmelt, auch wenn die damals viel kleiner und bescheidener waren als die königlich-massentouristischen Behausungen. Wenn von einer Burg oberirdisch nicht mehr zu sehen ist als nur der (aufgeschüttete) Platz, an dem sie gestanden hat, nennt man das einen „Burgstall“. Allein vier davon finden sich rund um das Dorf Unterthingau im Ostallgäu. Zu denen hat uns am 1. Mai der Markgraf Gottfried von Ronsberg persönlich geführt. Naja eigentlich war es Götz Finger, offizieller Führer der Burgenregion Allgäu, aber er sah dem Markgrafen, der im 12. Jahrhundert gelebt hat, doch recht ähnlich. Wir starteten am der Kirche in Unterhingau und gingen nach Südosten den Höllweg entlang. Von dort aus sieht man Richtung Norden einen auffällig geformten Hügel, den Burgstall Geisburg. Folgt man dem Höllweg weiter, kommt man an dieses idyllische Plätzchen, das früher einem wenig idyllischen Zweck diente: Geht man weiter nach Norden, in Richtung Funkenbauerhof, …