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Osterbrunnen im Allgäu: ein schöner (importierter) Brauch

Dieses Jahr stimmt das Sprichwort „grüne Weihnacht – weiße Ostern“ tatsächlich: Am 24. Dezember haben wir bei 16°C und Sonnenschein auf der Terrasse zu Mittag gegessen, heute (Gründonnerstag) bin ich bei Schneetreiben und Minustemperaturen in einer weißen Winterlandschaft aufgewacht. Inzwischen regnet es, aber Schneereste werden über die Osterfeiertage wohl noch liegen. Auch die Osterbrunnen, die ich gestern fotografiert habe, wirken wie sehr zaghafte Frühlingsboten unter ihren Schneemützen, so wie hier in Untrasried: Einen Osterbrunnen mit Buchsbaum, anderen immergrünen Zweigen, bunten Bändern und bunten (Plastik-)Eiern zu schmücken, ist jedenfalls ein Brauch, der zur Verschönerung der nachwinterlich kargen Orte beiträgt. Er stammt, wie ich recherchiert habe, ursprünglich aus der fränkischen Schweiz, wo er um die vorletzte Jahrhundertwende entstanden ist. Schöne Bräuche wirken ansteckend: Auch tief im Allgäu werden seit etlichen Jahren Osterbrunnen geschmückt, meist von Vereinen oder kirchlich engagierten Personen. In Obergünzburg sind traditionell die Mütter der Kommunionkinder des vergangenen Jahres mit dieser Aufgabe betraut. Auch 2013 waren Mütter und Kinder wieder fleißig: Die Figur auf dem Brunnen, das „Mohrenbüble“, ist das Wahrzeichen des Marktfleckens Obergünzburg. Es …