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Neue Arbeiten von Bruno Wank: From a Mountain

Heute habe ich die neue Ausstellung von Bruno Wank in der Verpackerei in Görisried besucht. Ich bin so begeistert, dass ich sie euch gleich ans Herz legen möchte: Unbedingt besichtigen! Und zwar ziemlich bald, denn sie wurde gestern eröffnet und läuft noch bis einschließlich 4. Dezember 2016, täglich von 11 bis 17 Uhr.

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Dabei ist allein die Location schon sehenswert: Der Künstler nutzt die ehemalige Verpackerei der Käserei Stegmann in Görisried als Werkstatt, Büro und Ausstellungshalle.

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Das gibt es in From a Mountain zu sehen

Wie der Name schon sagt: Bruno Wank hat sich diesmal mit dem Thema Berge beschäftigt. So ist der Eingang zur Ausstellung wie eine enge Schlucht gestaltet, nach deren Durchqueren sich plötzlich der Blick weitet.

eingang-verpackerei

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Spektakulär fand ich diesen Bronzeguss der Höfats, eines der bekannesten Berge bei Oberstdorf.

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Dabei stimmt die Form der Skulptur genau mit der des Berges zusammen, nur die Höhe wurde um den Faktor 14 gesteigert. Würde man den Berg nach dem Modell nachbilden, wären Grundfläche und Umfang gleich, die Höhe läger aber bei 28 Kilometer!

Bei diesem schillernden Werk wird der Berg zur Kathedrale:

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Auch hier ist das Material Bronze, auf die nicht etwa irgendwelche Farben aufgetragen wurden. Sondern die Farbeffekte entstehen durch das Backen der Bronze im Ofen. Je nach dem Grundfarbton, der Dicke des Materials und den Backtemperaturen entstehen die einzigartigen Farbtöne. Sie bleiben dauerhaft bestehen, solange sie nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen.

Die Meisterschaft, mit der Bruno Wank diese Methode beherrscht, zeigen auch die Northern Lights, die an einer Wand der Verpackerei leuchten:

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Heiliger und Formel

Zwei weitere Werke haben mich sehr angesprochen. Zum einen diese aus schwarzem Sand im 3 D-Druck hergestellte Figur, die den Heiligen Bonifatius darstellt.

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Für mich strahlt sie sehr viel Energie und Dynamik aus – ohne Zweifel ist dieser Heilige ein Mann, der anzupacken weiß. Der historische Bonifatius war wohl auch ein begnadeter Manager und Organisator. Eine ähnliche Bonifatius-Figur wird Bruno Wank übrigens 2017 für die Gemeinde Freising anfertigen. Dann aber 3 Meter groß.

Zum anderen fand ich diesen auf den ersten Blick unscheinbaren Metallzylinder spannend, als mir der Künstler seine Bedeutung erklärte:

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Es handelt sich nämlich um eine Verkörperung der chalkedonischen Formel. Die hat nichts mit Mathematik zu tun, aber viel mit Theologie. Das Konzil von Chalkedon im Jahr 451 hat nämlich die Lehraussage getroffen, dass in der Person Jesu Christi die göttliche und die menschliche Natur „unvermischt und ungetrennt“ vereinigt sind. Schaut euch diesen Zylinder genau an:

chalkedonische-formel

Die Materialien oben sind die Bestandteile von Bronze (im Wesentlichen Kupfer und Zinn), im unteren Drittel sind sie zu Bronze verschmolzen. Damit sind sie in der Skulptur gleichzeitig getrennt und vereinigt. Im Kern des Zylinders ist übrigens ein Kupferstab verborgen. In ihm fließt immer ein wenig Strom – im Kern des Christus und des erlösten Menschen steckt also (göttliche) Energie. Lädt das nicht zum Meditieren ein?

Mehr über Bruno Wank

Das Künstlerische und die Bronze liegen in der Familie: Schon Vater Martin Wank war Bronzegießer. Bruno Wank ist im Allgäu aufgewachsen und lebt heute als freischaffender Künstler sowie als Leiter der Studienwerkstätte für Bronzeguss an der Akademie der Bildenden Künste in München und Görisried.  Mehr über ihn und seine Werke erfahrt auf seiner Website, mehr über die Location in Görisried hier.

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