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Sehenswert: das Museum der Bayerischen Könige in Hohenschwangau

An Attraktionen ist Hohenschwangau nicht gerade arm: Neben dem gleichnamigen Schloss lockt vor allem das gegenüber gelegene Schloss Neuschwanstein Besucherscharen an. Beide Schlösser verdanken wir Königen aus dem Hause Wittelsbach: Hohenschwangau war nur eine Ruine, bevor der spätere König Maximilian II. das Grundstück über einen Mittelsmann kaufte und dort seinen Traum einer mittelalterlichen Burg verwirklichte. Seine Frau Marie, die als preußische Prinzessin nach Bayern eingeheiratet hatte, liebte das Schloss, die Berge und das Bergsteigen und verbrachte mit ihren Kindern Ludwig und Otto viel Zeit in Hohenschwangau, wo sie übrigens (nach Ludwigs Tod) auch starb.

Ludwig, der später später der berühmteste König aus dem Hause Wittelsbach wurde, baute später genau gegenüber ein höher gelegenes, größeres und noch märchenhafteres Schloss – küchenpsychologisch kann man hier sicher auf den Wunsch schließen, seinen gestrengen Vater zu übertrumpfen. Zumindest was die heutigen Besucherzahlen angeht, ist ihm das auch gelungen.

Der Grund rund um den Alpsee gehört heute noch den Wittelsbachern bzw. ihrem Ausgleichsfonds, deren Oberhaupt heute Franz von Bayern ist. Auch das jahrelang etwas heruntergekommene Hotel Alpenrose direkt am Alpsee gehört zum fürstlichen Besitz. Das Hotel ist inzwischen tiptop renoviert und gleich daneben wurde 2011 das Museum der Bayerischen Könige eröffnet.

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Ich war kürzlich im Rahmen einer besonderen Abendführung dort, und zwar mit einer etwas skeptischen Grundhaltung, wie ich zugebe. Ob die Selbstbeweihräucherung eines ehemaligen Herrschergeschlechtes wirklich sehenswert sein kann?

Um es gleich vorwegzunehmen: Von Selbstbeweihräucherung war wenig zu spüren und das Museum ist höchst sehenswert. Leider darf man in der Ausstellung selbst nicht fotografieren, weswegen ich hier nur das Foyer und den Zugang zum edlen Museumsshop zeigen kann. Aber …

Museum-Foyer

Museumsshop

… ich habe bei diesem Rundgang viel über ein Herrschergeschlecht erfahren, das die Geschichte Bayerns über 800 Jahre lang entscheidend geprägt hat. 1180 hat der Graf Otto von Scheyern, der seinen Stammsitz auf die Burg Wittelsbach verlegte, das Herzogtum Bayern als Lehen von Kaiser Friedrich Barbarossa erhalten. Der letzte König aus dem Hause Wittelsbach, Ludwig III., regierte bis 1918. Er hat übrigens nie abgedankt, einen formalen Thronverzicht gibt es bis heute nicht. Der Schwerpunkt des Museums liegt freilich auf den Personen, die mit Hohenschwangau am engsten verbunden sind, nämlich Maximilian II. und Ludwig II. Einen virtuellen Rundgang gibt es auf der Website des Museums. Wer nach Hohenschwangau kommt, sollte sich etwa 1,5 Stunden reservieren, um das Museum real anzusehen. Es lohnt sich!

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