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Marktoberdorf: Unterwegs mit dem Klobunzele

Unseren traditionellen Neujahrsspaziergang haben wir diesmal am Kuhstallweiher bei Marktoberdorf gestartet – naja, jedenfalls von dem Ort aus, an dem im Sommer der Kuhstallweiher ist.

Kuhstallweiher
Wasserloser Weiher im Winter

Dort beginnen nämlich zwei Lehrpfade mit dem Namen Terra Nostra I und Terra Nostra II, die vom Förderverein Römerbad Marktoberdorf angelegt wurden, um interessierten Spaziergängern Landschaft und Geschichte rund um den Weiler Kohlhunden näherzubringen. Der etwa 4 km lange Rundweg Terra Nostra I ist deckungsgleich mit dem Klobunzele-Weg, der extra für Kinder ausgeschildert ist.

Schautafel-Startpunkt

Gleich neben dem Startpunkt findet sich eine Skulptur des Klobunzele nebst einer Schautafel, die erklärt, worum es sich bei dem Wesen mit dem merkwürdigen Namen handelt:

Kobunzele-Denkmal

Es ist nämlich eine Art Kobold. Wenn man seinen Namen am Kuhstallweiher dreimal ruft, erscheint er und tanzt für den Rufer. Die Kinder haben das auch gleich ausprobiert, aber das Klobunzele war an Neujahr vielleicht noch nicht wieder ganz fit, es ist jedenfalls nicht aufgetaucht. Dafür hat es uns über die einzelnen Stationen des Weges auf den Schautafeln begleitet.

Wegbeschilderung

Los ging es in Richtung Kohlhunden: durch den Ort hinaus Richtung Ettwiesen.

Weg Richtung Ettwiesen

Die typische Moränenlandschaft des Voralpenlandes (in der letzten Eiszeit reichte der Wertach-Gletscher bis Kaufbeuren) hat auch an blassen Wintertagen ohne Schnee ihren Reiz.

Eine der Schautafeln am Weg galt der Teufelseiche, von deren zwei Stämmen immmer einer Laub trägt, wie wir anhand dieses Fotos bestätigen können:

Teufelseiche

Der Legende nach hatte ein Bauer einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, dass dieser seine Seele holen dürfe, sobald die Eiche kein Laub mehr trage. Da einer der Stämme immer Laub trägt, ging der offenbar ortsunkundige Teufel leer aus.

Der Ettwieser Weiher, im Sommer ein beliebter Badesee, der von den Marktoberdorfern liebevoll „Ette“ genannt wird, führt im Winter auch (etwas) Wasser und bietet daher einen ansprechenderen Anblick als der Kuhstallweiher.

Ettwieser Weiher

Der Weg führt nun in den Wald und dort hinauf zum „Kindle“, einer Kapelle, die vorwiegend von Eltern aufgesucht wird, die um Heilung für ihre kranken Kinder bitten.

Kindle-Gesamtansicht

Früher brachten die Eltern Danksagungen und Kleidungsstücke ihrer Kinder an einer bestimmten Fichte an – diese Tradition soll schon mehrere hundert Jahre alt sein. Später wurde dann eine Kapelle an der Stelle errichtet, und ein geschälter Fichtenstamm dort aufgestellt, an dem Kleidungsstücke der Kinder flattern, deren Eltern die Muttergottes um Hilfe gebeten haben.

Kindle-innen

Auch heute noch wird die Kapelle von vielen Menschen aufgesucht und liebevoll gepflegt.

Der Rundweg führt anschließend durch einen lichten Fichtenwald …

Waldweg-Richtung-Kohlhunden

zurück Richtung Kohlhunden und Römerbad.

Blick-auf-Römerbad

Kohlhunden selbst ist ein netter Weiler …,

Blick-auf-Kohlhunden

der mit dem vor einigen Jahren beim Bau der Umgehungsstraße gefundenen Römerbad eine echte Sehenswürdigkeit zu bieten hat (darüber schreibe ich ein anderes Mal).

Fazit: Wir haben für den Klobunzele-Weg bei gemütlichem Tempo und ausgiebigem Lesen der Schautafeln etwa eineinhalb Stunden gebraucht. Der Weg ist nicht spektakulär, aber durchaus nett zu gehen und durch die lokalgeschichtlichen Informationen für Touristen wie für uns „Nachbar-Einheimische“ interessant. Für jüngere Kinder ist das Klobunzele-Quiz eine hübsche Idee: An jeder Schautafel gilt es eine Frage zu beantworten; aus den Antworten ergibt sich ein Lösungswort, und dafür kann man am Römerbad eine kleine Belohnung abholen.


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