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Seit 35 Jahren auf Wachstumskurs: An der Hochschule Kempten geht so manchem ein Licht auf

Als sie ihren Lehrbetrieb aufnahm, war ich gerade von der Grundschule aufs Gymnasium gewechselt. Nun bin ich schon seit 14 Jahren als Lehrbeauftragte für die Hochschule Kempten tätig und damit ein (winzig kleiner) Teil dieser Erfolgsgeschichte.

Mit 82 Studenten startete die Fachhochschule 1978 in einem gemieteten Gebäude. Als ich 1998 von Professor Dr. Dietram Schneider meinen ersten Lehrauftrag für „Grundlagen der BWL“ bekam, war der Campus bereits auf vier Gebäudeteile angewachsen: Die Mensa/Bibliothek und die U-förmig angeordneten Gebäude „W“ für Wirtschaftswissenschaften und Tourismusmanagement, E für Elektrotechnik und M für Maschinenbau.

Die Verwaltung befand sich damals noch in angemieteten Räumen in der Immenstädter Straße. Die Parkplatzsituation war chaotisch, oft genug kurvte ich wild herum, um ein Plätzchen für mein Auto zu finden, und im Winter musste ich mehrmals Studenten um Hilfe bitten, mich aus der schneeverwehten und eisverkrusteten Parkwiese zu schieben.

Heute gibt es – zumindest für die Dozenten – komfortable Parkplätze und -häuser, die mit Hilfe von Parkschranken freigehalten werden.

Überhaupt hat sich in diesen 14 Jahren viel getan: Ein eigenes Verwaltungsgebäude wurde errichtet, Bibliothek und Mensa ausgebaut, das „Kunz-Hochhaus“, in dem zuletzt Asylbewerber untergebracht waren, abgerissen und ein neues Hörsaal- und Verwaltungsgebäude gebaut. Ein Studiengang nach dem anderen wurde neu eingeführt: Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Informatik, Wirtschaftsinformatik, Energie- und Umwelttechnik, Mechatronik, Lebensmittel- und Verpackungstechnologie …

Das neue Informatik-Gebäude


Ich finde die Lampen so nett …

Inzwischen ist das Campusgelände in der Bahnhofstraße vollständig bebaut, sind knapp 5.000 Studenten in 19 verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben, die von etwa 100 Professoren und 200 Lehrbeauftragten unterrichtet werden. Aus der Fachhochschule ist die „Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten“ geworden, die sich kurz „Hochschule Kempten“ nennt. Es gibt regelmäßig Hochschulmessen und -foren, eine Kinderuni, ein Forschungszentrum, ein (weltweit einmaliges) Europäisches Kompetenzzentrum für Glocken, ein Stanz-Biege-Kompetenzzentrum und und und.

Manches aber ist gleich geblieben in all diesen Jahren: Ich unterrichte immer noch Grundlagen der BWL (zusätzlich noch Moderne Korrespondenz), es sind immer noch zu wenig Räume für die vielen Studenten, die trotzdem lieber in der letzten Reihe sitzen, als sich auf die freien Plätze ganz vorne in meiner Reichweite zu wagen. Wenn ich nach der Wirtschaftspolitik zu Zeiten des Absolutismus frage, erinnert sich nie jemand an den Begriff des Merkantilismus, und wenn ich beim Faktortheoretischen Ansatz nach der Bedeutung von Tangente und Steigungsdreieck frage, kann ich heute wie vor 14 Jahren froh sein, wenn ein oder zwei Studenten dazu eine Antwort formulieren können, die inhaltlich richtig und für andere verständlich ist. So viel Kontinuität ist bei all diesem Wandel dann doch beruhigend …

Außerdem machen mir die Vorlesungen und die Diskussionen mit den Studenten großen Spaß. Deswegen trefft ihr mich jedes Wintersemester wieder im W-Gebäude bei den Erstsemestern an.

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