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Heimatgefühle – im Allgäu bin ich daheim

Heimatgefühle - mein Günztal im Frühling

Warum braucht es eigentlich erst eine Blogparade, damit ich mir Gedanken über meine Heimatgefühle mache? Aber es ist wahr: Obwohl ich im Allgäu weder geboren noch aufgewachsen bin, ist hier meine Heimat. Hier habe ich mich eingewurzelt, hier gehöre ich hin, hier möchte ich leben und hier möchte ich irgendwann einmal begraben werden.

Wieso ausgerechnet das Allgäu?

Das Allgäu ist auch deswegen meine Heimat, weil ich vorher nirgends lange genug gelebt habe, um dort echte Heimatgefühle zu entwickeln. Geboren wurde ich in Frankfurt am Main. Als ich knapp zwei Jahre alt war, zogen meine Eltern in den Münchner Westen. Als ich eingeschult wurde, stand schon der nächste Umzug in ein Dorf bei Landsberg an. Ende der zweiten Klasse ging es nach München ins Olympiadorf.  In der sechsten Klasse nach Puchheim, in der zehnten nach Eichenau. Dann habe ich in Augsburg studiert und dort drei Jahre gelebt. Sehr gerne übrigens, Augsburg ist eine schöne uns lebenswerte Stadt. Danach habe ich zwei Jahre in München gearbeitet und wieder in Eichenau gewohnt.

Von dort zog ich 1995 der Liebe wegen tief ins (Ost-)Allgäu, nämlich ins Günztal zwischen Günzach und Obergünzburg. Damals empfand ich das als Opfer, denn nach dem Großraum München war hier doch alles sehr klein und ländlich.

In Günzach entspringt übrigens die Günz. Sie ist hier oben im Günztal auch noch ganz klein.

die westliche Günz bei Obergünzburg

Heute habe ich echte Heimatgefühle im Allgäu

Heute finde ich: Zum Glück ist hier alles klein und ländlich. Ich kenne die Menschen, die in der Nachbarschaft wohnen, und sie kennen mich. Ich muss nicht ins Auto steigen, wenn ich ins Grüne will, denn ich wohne im Grünen. Das Grün, das Licht, die Farben, sie sind hier ganz besonders.

Winterlandschaft bei Günzach am Kagenwald

Ich musste meinen Kindern nicht im Bilderbuch zeigen, wie Kühe, Hühner, Gänse und Hasen, Schafe, Ziegen, Esel, Ponys oder Lamas aussehen, denn denen begegnen wir täglich im Umkreis von 300 Metern um unser Haus in voller Lebensgröße.

Schumpen im Günztal

Ich mag die Mentalität hier – die Allgäuer sind eher zurückhaltend, aber wenn sie jemanden akzeptiert haben, dann gilt das auch. Sie sind heimatverbunden und traditionsbewusst, bodenständig, hilfsbereit und feierfreudig. Dabei werden prinzipiell auch Neubürger jeglicher Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit akzeptiert. Sie sollten halt fleißig und tüchtig sein und sich in einem Verein oder einem Gemeinschaftsprojekt beteiligen. Gerne bei der Feuerwehr, im Schützen- oder Musikverein oder im Kirchenchor.

Die Kirche St. Martin in Obergünzburg mag ich übrigens auch besonders gerne. Hier sind meine Kinder getauft worden.

Blick auf Obergünzburg im Winter

Rund um das Günztal habe ich eine so reiche Auswahl an herrlichen Ausflugszielen, dass ich angefangen habe, darüber zu bloggen und sogar Reiseführer schreibe. Wie mein Mann immer sagt: „Wir leben da wo andere extra hinfahren, um Urlaub zu machen.“ Das sind doch eine Menge Gründe für Heimatgefühle im Allgäu, oder?

So, das war jetzt mal ein ziemlich persönlicher Post, das wird aber eine Ausnahme bleiben.

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