Alle Artikel in: Für Entdecker

Hier findet ihr meine Posts über archäologische Stätten und andere Schätze, die es im Allgäu zu entdecken gibt

Der Höhlensee in der Sturmannshöhle Obermaiselstein

Entdeckertour über den Sagenweg in die Sturmannshöhle Obermaiselstein

Die Sturmannshöhle in Obermaiselstein ist die einzige auch für Nicht-Speläologen begehbare Höhle des Allgäus und schon seit über hundert Jahren touristisch erschlossen. Besucher erleben einen faszinierenden Ausflug tief ins Innere des Schwarzenbergs, samt unterirdischem Bachlauf und See. Die Einheimischen wussten natürlich schon lange vor der Erforschung und Erschließung, dass dort eine Höhle ist. Im Lauf der Jahrhunderte entstanden mehrere Sagen um den geheimnisvollen Spalt im Berg. Diese veranschaulicht heute der Sagenweg, der den Aufstieg zum Höhleneingang nicht nur für Kinder unterhaltsam macht. Vom Hirschsprung über den Sagenweg zur Sturmannshöhle Ausgangspunkt dieses Entdeckerspaziergangs ist der Parkplatz am „Hirschsprung“ bei Obermaiselstein. Dort ist auch eine Bushaltestelle, man kann mit dem Bus 44 von Oberstdorf oder einem der Hörnerdörfer dorthin fahren. Der Hirschsprung, ein schmaler Durchlass zwischen zwei Felswänden, verdankt seinen Namen übrigens auch einer Sage: Es soll einmal ein Hirsch auf der Flucht vor einem Luchs über diesen Spalt gesprungen sein. Das war wohl ein ganz besonders sportlicher Hirsch! Der Sagenweg Obermaiselstein Vom Hirschsprung aus ist der Sagenweg mit seinen verschiedenen Stationen ausgeschildert. An jeder Station stehen …

Die Burgruine Alttrauchburg im Allgäu

Auch bei Regen schön: ein Spaziergang zur Ruine Alttrauchburg

Die Ruine Alttrauchburg wollte ich schon lange einmal besuchen, nun haben wir es endlich geschafft. Zwar an einem Regentag, aber es kann ja nicht jeden Tag die Sonne scheinen. Außerdem führt der Weg überwiegend durch den Wald, da macht der Regen nichts. Und eine sehr nette Einkehrmöglichkeit gibt es auch. Spazierrunde über die Ruine Alttrauchburg Ausgangspunkt unseres Regenspaziergangs war der Wanderparkplatz in Kleinweiler am Bauhof bzw. Friedhof (Parkplatz-Koordinaten: 47°39’40.9″N 10°06’09.7″E). Vo dort schlängelt sich die Straße hinauf bis zum Waldrand. Der weitere (Rund-)Weg ist gut beschildert, wir haben uns zum Aufstieg für den Burgwanderweg nach rechts entschieden. Nach einer Gehzeit von insgesamt etwa 25 Minuten kommt die Burgruine in Sicht. Sie ist deutlich größer, als ich gedacht hatte, und gilt als eine der am besten erhaltenen Burgruinen im Allgäu. Außerdem ist sie ganz schön alt: Erbaut wurde sie ab dem 11. Jahrhundert. Nach einer wechselvollen Geschichte – mal wurde sie von aufständischen Bauern belagert, mal von den Schweden besetzt – endete sie schließlich als Steinbruch: Das Baumaterial, das von der Alt-Trauchburg abgetragen wurde, fand Verwendung …

Impressionen vom (fast) leeren Forggensee 2018

Impressionen vom leeren Forggensee 2018

Die Meldungen vom trockenen Forggensee 2018 haben es ins Fernsehen und bis in die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschafft. Dabei ist der Forggensee eigentlich jedes Jahr ziemlich leer. Nur halt im Spätwinter und nicht gerade dann, wenn die touristische Hauptsaison ist. Denn der See, der so malerisch zwischen Roßhaupten und Füssen liegt, ist eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts, entstanden durch das Anstauen des Lechs zum Zweck der Stromgewinnung und des Hochwasserschutzes der flussabwärts gelegenen Gemeinden. Jedes Jahr wird er über den Winter nach und nach abgelassen und bis zum Saisonbeginn am 1. Juni wieder angestaut. Dieses Jahr ist aber alles anders, wie dieses Foto vom 10. Juni 2018 zeigt: Der Grund ist technischer Natur: Die Betreibergesellschaft Uniper hat im Frühjahr gravierende Schäden am Damm bei Roßhaupten festgestellt. Nun muss der Damm repariert werden. Deswegen wurde der Wasserspiegel noch tiefer gesenkt als sonst im Frühling und bis jetzt, Mitte Juni, noch nicht wieder mit dem Anstauen begonnen. Was für die Bootsvermieter und etliche Hoteliers einen drastischen Geschäftseinbruch bedeutet. Segeln ist halt schwierig, wenn dafür praktisch nur eine …

Die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried im Oberallgäu

Spaziergang zur Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

Das Allgäu war einmal eine echte Burgenregion, heute ist es eher eine Burgruinenregion. Die Bauernaufstände, der Dreißigjährige Krieg und die Enteignungen im Zuge der Säkularisation haben den ehemals stolzen Bauten sehr zugesetzt. Dafür finden sich heute noch an vielen Stellen malerische Ruinen. Eine haben wir kürzlich im Rahmen eines Frühlingsspaziergangs besucht, nämlich die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried im Oberallgäu. Rundweg durch den Wald zur Burgruine Wolkenberg Startpunkt der etwa 4 Kilometer langen Runde ist ein kleiner Wanderparkplatz zwischen Möstenberg und Leiterberg am Waldrand (47°44’33.9″N 10°25’00.9″E). Die Ruine ist leicht zu finden, da die Wege gut beschildert sind. Vom Parkplatz aus geht es nach Norden, in den Wald hinein. Nach etwa 20 Minuten Gehzeit weist ein Schild an einer Wegkreuzung nach links, kurz darauf geht es nochmals nach links. Und dann kommt auch schon die Infotafel am Fuß des Burghügels in Sicht. Die Geschichte der Burg Wolkenberg Einst stand auf diesem Hügel ein stattliches Gebäude mit einer umlaufenden Wehrmauer und einem mächtigen Bergfried. Errichtet wurde die Burg im 13. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert hauste dort ein …

Herbstwald am Burgstall Liebenthann

Liebenthann – das verwunschene Schloss im Wald

Im Günztal stand zwischen Obergünzburg und Ronsberg jahrhundertelang die Burg Liebenthann. Kaiser Maximilian I. besuchte sie auf einem seiner Jagdausflüge, später bauten die Fürstäbte von Kempten sie zu einem richtigen Schloss aus. Heute führt der „Schlosspfad Liebenthann“ hinauf zu dem, was vom fürstäbtlichen Sommersitz übrig geblieben ist. Spaziergang zum Burgstall Liebenthann Ausgangspunkt dieses Entdeckerspaziergangs ist der Parkplatz an der Teufelsküche, der an der Staatsstraße 2012 im Norden Obergünzburgs liegt. Man erkennt ihn leicht am großen Mühlrad. Von dort spaziert ihr gemütlich zur Schlossmühle Liebenthann – nein, eingekehrt wird dort noch nicht! Erst einmal folgt ihr dem Weg hinauf zum Wald und lasst die Mühle hinter euch (sie diente früher übrigens tatsächlich als Sägemühle zur Versorgung des Schlosses). Dieser Hof war früher eine Ziegelei, die ebenfalls zum Schloss Liebenthann gehörte. Folgt dem Weg nach oben zum Wald Wald. Die Wege sind beschildert; ihr folgt dem Schlosspfad. An der Hangkante angekommen, wendet ihr euch nach rechts. Hier seht ihr die erste Infotafel mit einer Zeichnung der kompletten früheren Schlossanlage. War das nicht ein prächtiges Schloss? Die Burg …

Obergünzburg - Verkündhaus und Brunnen mit Kirchturm von St. Martin

Liebenswertes Obergünzburg – ein fotografischer Streifzug

Seit 1995 wohne ich nun schon bei Obergünzburg, seit 2012 Jahren blogge ich, aber noch nie habe ich einen eigenen Blogpost über meinen Heimat-Marktflecken geschrieben. Komisch eigentlich. Jedenfalls bin ich nun endlich einmal mit der Kamera losgezogen, um „mein“ Obergünzburg zu portraitieren und seine liebenswerten Details festzuhalten. Detailansichten aus Obergünzburg Wie sich das für einen Allgäuer Marktflecken gehört, ist die Kirche das prägende Element im Zentrum. Es ist ein besonders schönes Exemplar einer ehemals gotischen Wehrkirche, die im Innenraum sehr gelungen barockisiert wurde. Aber wir sehen sie uns nur von außen an. Ein Detail, das man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, findet sich nämlich an der Außenwand des Chorraumes. Hier steht nämlich die Replik eines römischen Altarsteins, der dem Gott Merkur geweiht war und an dieser Stelle gefunden wurde. Das ist nicht so überraschend: Merkur war der Gott der Reisenden (sowie der Kaufleute und der Diebe), der auch entlang der römischen Straßen verehrt wurde. Die heutige Kirche St. Martin wurde quer über die frühere Römerstraße gebaut und zwar offensichtlich an einer Stelle, die schon …

Die Heini-Klopfer-Schanze in Oberstdorf im Sommer 2017

Schwindelerregend: die Heini-Klopfer-Schanze in Oberstdorf

Oberstdorf hat nicht nur eine Skisprungschanze, sondern auch eine Skiflugschanze zu bieten, die den Namen Heini-Klopfer-Schanze trägt. Heini hieß eigentlich Heinrich Klopfer (1918 bis 1968) und war sowohl Skiflieger als auch Architekt. Nach dem Ende seiner sportlichen Karriere widmete er sich ganz dem Schanzenbau. Die Schanze, die heute seinen Namen trägt, wurde ebenfalls nach seinem Entwurf gebaut. Er war bei der Eröffnung im Jahr 1950 auch derjenige, der den ersten Sprung dort machte. Seitdem haben auf der Skiflugschanze Oberstdorf viele Wettkämpfe stattgefunden, darunter die Skiflug-Weltmeisterschaften. Ein Besuch der Skiflugschanze Oberstdorf im Sommer Ihr habt ja im Titelbild schon gesehen, wie groß die Anlage ist und wie perfekt sie sich an den Hang schmiegt. Wir sind mit dem Schrägaufzug bis in die „1. Etage“ gefahren (so nennen die das wirklich!). Von hier sieht der Schanzenturm wie ein großer roter Drache aus – ein Eindruck, der sich noch verstärkt, wenn man das Gebäude verlässt. Am Fuße des Schanzenturms befindet sich ein kleines Café, in dem ihr euch stärken könnt. Übrigens ist es von hier aus nur ein …

Archäologischer Park Cambodunum in Kempten - Eingang zum Tempelbezirk

Archäologischer Park Cambodunum – Reste der Römer in Kempten

Es mag umfangreichere Reste römischer Städte in Deutschland geben, nachweisbar ältere gibt es nicht. Denn Kemptens Existenz ist aufgrund einer vor Ort gefundenen Inschrift bereits für das Jahr 2 nach Christus schriftlich dokumentiert, der römische Geograph Strabon erwähnt die Stadt im Jahr 18. Auf diese lange und gut erforschte Geschichte ist die Allgäu-Metropole sehr stolz. Allerdings lag das römische Cambodunum nicht an den Ufern der Iller, wo sich das heutige Stadtzentrum ausbreitet, sondern auf einer Anhöhe über dem Fluss. Die Überreste der römischen Anlagen wurden in der Nachkriegszeit teilweise überbaut, ein großer Teil ist aber als Freilichtmuseum sicht- und erlebbar: als Archäologischer Park Cambodunum, kurz APC genannt. Archäologischer Park Cambodunum – ein Rundgang durch die Antike Wir haben das antike Kempten nach längerer Zeit mal wieder besucht, und zwar an einem verregneten Sonntagvormittag. Jeden Sonntag findet um 11 Uhr eine Führung statt, die im Eintrittspreis inbegriffen ist. Das Kassenhäuschen beherbergt eine kleine Taberna (Museumsshop und Café mit alt-römischen Spezialitäten). Vom Römerspielplatz in den römischen Tempelbezirk im APC Kempten Vor dem Kassenhäuschen befindet sich ein schöner …

Auf dem Grund des Forggensees - Titelfoto

Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees

Auf dem Grund des Forggensees kann man jedes Frühjahr spazieren gehen. Das liegt daran, dass es sich um einen Stausee handelt, dessen Wasser über den Winter nach und nach abgelassen wird. Richtig voll mit Wasser ist er nur zwischen dem 1. Juni und dem 15. Oktober. Wer heute im Sommer ins südliche Ostallgäu reist, kann sich kaum vorstellen, dass König Ludwig II. von seinem Märchenschloss aus nicht auf einen blauschimmernden See, sondern auf eine grüne Auenlandschaft blickte. Darin lagen einige kleine Weiler, dazwischen Wiesen, Heuschober und eine Mühle am Lauf eines mäandernden kleinen Baches. 1954 wurden bei Schwangau und Roßhaupten zwei Lech-Staustufen fertiggestellt und der Talgrund geflutet. Gedacht war der Stausee als Hochwasserrückhaltebecken für die stromabwärts gelegenen Gemeinden und als Garant für eine gleichmäßige Stromerzeugung durch Wasserkraft. Für diesen „Fortschritt“ geopfert wurden die Häuser und Höfe im Tal, und das, obwohl einige Anwohner sich heftig wehrten. Heute wissen viele Menschen nicht einmal mehr, dass der See seinen Namen dem versunkenen Weiler Forggen verdankt. So idyllisch sieht der Forggensee heute im Spätommer aus: Mit Magnus Peresson …

Blick auf den Grüntengipfel

Die Erzgruben am Grünten: auf den Spuren der Knappen im Allgäu

Zwar ist das Allgäu keine klassische Bergbauregion, doch wurde auch hier über Jahrhunderte Tage- und Untertagebau betrieben, nämlich in den Erzgruben am Grünten bei Burgberg. Die Erzgruben am Grünten sind mehr als nur alte Gruben Die Eisenerz-Abbaustellen gerieten in Vergessenheit, nachdem der Bergbau im 19. Jahrhundert eingestellt wurde. Die 2012 eröffnete Erzgruben Erlebniswelt am Grünten macht sie für heutige Besucher teilweise wieder zugänglich und zeigt anschaulich, wie das Leben für die Bergleute damals war. Es war jedenfalls nicht so lustig, wie der kleine Maulwurf, das Maskottchen der Erlebniswelt, suggeriert. Neben dem Eingang und der Gaststätte „Knappenhock“ befindet sich heute ein Museumsdorf. Da das am Grünten abgebaute Erz von nicht sehr guter Qualität war, wurde es vor allem für Hufeisen, Nägel, Werkzeuge und Töpfe verwendet. Entsprechend ist hier eine Huf- und Nagelschmiede zu sehen: Sehr empfehlenswert: ein Besuch der Erzgruben Burgberg mit Führung Man kann das Museumsdorf allein besichtigen, aber wir haben es im Rahmen einer Dorf- und Grubenführung besucht, was ich nur empfehlen kann. Die Führung dauert rund 2 Stunden und wird in der Nebensaion …

Lila leuchtende UNterwelt in der Erasmuskapelle Kempten

Die Erasmuskapelle Kempten: geheimnisvolle Unterwelt

Über die Jahrhunderte war die Erasmuskapelle Kempten in Vergessenheit geraten. Als aber 2008 der Platz neben der Kirche St. Mang in Kempten neu gestaltet werden sollte, stieß man auf einen alten Friedhof und die Reste einer unterirdischen Kapelle. Es dauerte eine Weile, bis man ihrem Geheimnis auf die Spur gekommen war; seit 2010 ist sie der Öffentlichkeit zugänglich. St. Mang-Kirche Kempten Aber fangen wir doch vorne an: Die Kirche der Kemptener Reichsstadt, die dem Heiligen Magnus geweiht ist, stammt aus dem 9. Jahrhundert. Nach und nach wurde sie vergrößert und Anfang des 15. Jahrhunderts dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend im gotischen Stil umgebaut. Ursprünglich war die Kirche im Innenraum reich verziert und bemalt. Aber dann wurden die Kemptener Bürger 1527 „lutherisch“ und folgten eine Zeit lang dem besonders strengen Reformator und Bilderstürmer Ulrich Zwingli. Daraufhin entfernte man die zahlreichen Altäre und Apostelfiguren aus der Kirche und trug über den Malereien eine dicke weiße Putzschicht auf. Die Kirchenbesucher sollten nämlich nicht von all den bunten Bildern vom Gottesdienst abgelenkt werden. Bei der jüngsten Renovierung hat man an …

Burgruine Falkenstein bei Pfonten

Der Falkenstein: das letzte Projekt von König Ludwig II

Die Burganlage auf dem rund 1260 Meter hohen Falkenstein bei Pfronten wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Am Ende des 30-jährigen Krieges wurde sie zerstört. Beinahe wäre die Burgruine Falkenstein zu einem neuen Leben erwacht, denn König Ludwig II. hatte sich wegen der traumhaft schönen Lage in die malerische Ruine verliebt und wollte dort eine neue „mittelalterliche“ Burg nach seinen Vorstellungen bauen lassen. Da ihm wegen seiner exzessiven Bautätigkeit (Neuschwanstein!) das Geld ausging, kam es nie dazu. Schade eigentlich. Trotzdem ist der Falkenstein noch heute einen Besuch wert, und zwar nicht nur wegen der Ruine und des beeindruckenden Panoramablicks von dort aus, sondern auch wegen des Burghotels Falkenstein mit seiner Terrasse und der köstlichen regionalen Küche. Zu Fuß zur Burgruine Falkenstein Von Pfronten aus folgt man der Beschilderung in Richtung Falkenstein. Bereits kurz nach dem Ortsrand bekommt man die Ruine (rechts oben) und einen Teil des Burghotels (Mitte) zu sehen: Schließlich erreicht man den unteren Parkplatz. Man kann auch mit dem Auto bis zum Hotel fahren, sofern man ein Ticket am Automaten löst und sich an …