Für Kulturfans
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Ein Cineasten-Schiff tief im Allgäu: die Filmburg Marktoberdorf

Ich bin ein großer Fan von kleinen Programmkinos, und die Filmburg in Marktoberdorf ist eines, das ich besonders gerne mag. Mich erinnert zwar das Gebäude zumindest von außen mehr an ein Schiff als an eine Burg, aber der Name hat Tradition, denn das Marktoberdorfer Kino wurde bereits 1956 als Filmburg eröffnet.

Filmburg-außen

Damals galt das Gebäude mit dem Charme der Wirtschaftswunderjahre als vielbestaunte architektonische Glanzleistung, die jahrzehntelang die Gäste anlockte. Als aber in den Neunzigerjahren in Kaufbeuren und dann auch in Kempten die modernen Multiplex-Kinos errichtet wurden, konnte das kleine alte Kino mit nur einem Saal und der konventionellen Vorführtechnik nicht mehr mithalten. Es musste kurz vor der Jahrtausendwende geschlossen werden.

Zum Glück wurde die Filmburg Marktoberdorf gerettet

Zum Glück nahmen sich einige Kulturenthusiasten – unter ihnen Monika Schubert, die Herz und Motor vieler kultureller Aktivitäten im ansonsten leicht verschlafenen Marktoberdorf ist – des Traditionshauses an, renovierten es und eröffneten es 2001 wieder als „Filmburg – das Theaterkino„. Seitdem hat das kleine Programmkino einen festen Platz im kulturellen Leben der Region und praktisch jedes Jahr einen Preis für sein qualitativ hochwertiges Programm bekommen.

Wir waren letzten Sonntag dort, um den Film des Schweizers Markus Imhoof „More than Honey“ zu sehen – übrigens ein höchst beeindruckender Film über die Ursachen des weltweiten Bienensterbens, mit spektakulären Aufnahmen aus den Bienenstöcken und aus der „Bienenperspektive“ im Flug (dafür wurden eigens entwickelte Kameradrohnen eingesetzt).

Filmburg-Monika Schubert

Monika Schubert mit dem Füssener Imker Jürgen Kirchner beim Honigverkauf vor dem Film.

Der Kinosaal war mit etwa 200 Personen – darunter waren 16 Imker aus der Region, wie Frau Schubert ermittelt hatte – erfreulicherweise sehr gut besetzt. Fotografiert habe ich ihn allerdings vor der Vorstellung, als er noch leer war:

Filmburg-Kinosaal-2

Im Foyer gibt es eine kleine Bar und ein paar Tischchen, an denen man es sich vor oder nach der Vorstellung mit einem Glas Aperol Spritz oder einem Cappuccino gemütlich machen kann.

Filmburg-Foyer

Wenn ihr also mal in der Gegend seid und moderne Filmkunst in liebevoll gepflegtem, nostalgischem Ambiente genießen wollt, seid ihr hier genau richtig.


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