Für Naturfreunde
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O schön ist´s, übers Moor zu gehen (und hinterher einzukehren): der Elbsee

Seit gestern ist der Winter im Allgäu eingekehrt: Wir haben fast 20 Zentimeter schweren, nassen Neuschnee. Letztes Wochenende war es dagegen noch föhnwarm und wir haben bei 15°C und Sonnenschein einen schönen Spaziergang rund um den Elbsee gemacht.

Wasser und Berge sind für mich eine unschlagbare Kombination. Neben den bekannten Seen mit Bergpanorama wie dem Hopfensee oder dem Forggensee gibt es tief im Allgäu auch kleinere, weniger bekannte Gewässer, die ihre eigene Schönheit haben. Ein gutes Beispiel dafür ist der Elbsee bei Aitrang, dessen bräunliches, weiches Wasser seine moorige Herkunft verrät. Er liegt inmitten von Wiesen, Schilf und Wald.

An der Nordseite des Sees, zur kleinen Stichstraße hin, gibt es ein Freibad, einen Campingplatz, ein kleines Hotel und ein Restaurant, die sich alle im Privatbesitz der Familie Martin befinden. Das Restaurant ist ein beliebtes Ausflugsziel (neuerdings auch für Bustouristen) und glänzt vor allem mit seinem wunderbaren Blick auf den See und die Berge und mit den schönen Terrassen. Ich trinke dort ganz gerne Kaffee, der Kuchen ist gut.

Das Elbsee-Restaurant

Blick von der Terrasse

Lohnenswert ist aber auch der Spaziergang auf die andere Seite des Sees, wo es noch bzw. wieder moorig wird. Früher gab es viele Moore im Allgäu, von denen die meisten im Laufe der Zeit trockengelegt wurden, um das vermeintlich wertlose Sumpfland in Grasland umzuwandeln. Nachdem sich in den letzten Jahren bei Wissenschaftlern und Natürschützern die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Moore eine wichtige Funktion für den Artenschtz und das Klima (Moore sind nämlich erstklassige CO2-Speicher!) haben, hat sich eigens eine Allgäuer Moorallianz gebildet. Ihr Bestreben ist es, Moore zu schützen und gegebenenfalls zu renaturieren, über sie zu informieren, die betroffenen Landwirte zu überzeugen und in die Pflege der Streuwiesen einzubinden, aber auch für die Allgemeinheit den Naturraum Moor zum Erlebnis zu machen.

Am Elbsee hat die Moorallianz Grundstücke angekauft und renaturiert, und über einen besonders sumpfigen Teil wurde ein Steg gebaut, um den Weg übers Moor und Einblicke in das Moor für Spaziergänger zu ermöglichen.

Prompt hat sich eine Biberfamilie angesiedelt, deren Burg inzwischen schon ganz eingewachsen ist:

Aber auch das „ganz normale Moor“ ist einfach schön …

… und der Moorwald hat seinen eigenen Zauber.

Durch den neuen Steg wurde es möglich, den Elbsee komplett zu umrunden, wobei man einen kleinen Umweg um das Gelände des Freibades herum machen muss. Die reine Gehzeit beträgt etwa eineinhalb Stunden, wobei es auf der süwestlichen Seeseite eine weitere, schlichte, aber nette Einkehrmöglichkeit gibt: die Seealpe.

Sonntags, bei schönem Wetter sind rund um den See viele Spaziergänger unterwegs, aber man pilgert dort nicht in solchen Menschenkarawanen herum wie etwa an der Promenade des Hopfensees; es ist genügend Raum für Stille und Naturgenuss.

Und hier findet ihr den See tief im Allgäu:


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