Für Kulturfans
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Da guckst du, Kuh!

Wer ans Allgäu denkt, hat sofort Bilder im Kopf, von grünen Hügeln und Kühen darauf. Wer dann ins Allgäu kommt, stellt fest: Grüne Hügel gibt es tatsächlich reichlich – aber wo sind die Kühe?

Grüne Hügel, blaue Berge, unsichtbare Kühe …

Ein paar findet man im Sommer auf den Alpwiesen, aber die meisten (vierbeinigen) Rindviecher auf den Wiesen sind keine Milchkühe, sondern Schumpen. So heißen im Allgäu Jungrinder, wenn sie kein Kalb mehr sind, aber auch noch nicht selbst gekalbt haben. Allgäuer Kühe sehen die grünen Hügel normalerweise gar nicht, weil sie ihr Leben im Stall verbringen.

Warum?

Wie mir eine Bäuerin einmal erklärte, würden sie die Kühe ja prinzipiell gerne auf die Wiese gleich hinter dem Stall lassen, „aber dann dappen die´s ganze Grünfutter zemat!“ Deswegen bleiben sie drinnen und bekommen das ordentlich geschnittene Grünfutter – Laien würden es Gras nennen – mit dem Traktor gebracht. Es sind halt ziemlich viele Kühe für vergleichsweise wenig Wiese. Und die sind nicht zum Vergnügen da, sondern um eine maximale Milchmenge zu erzeugen. Das geht mit Kraftfutter und Silo offensichtlich besser als mit selbst zu rupfendem und wiederzukäuendem Gras …

Nur im Herbst, wenn die Wiesen nicht mehr gemäht werden, sieht man für ein paar Wochen wieder mehr glückliche Kühe, die das Leben auf den Wiesen genießen dürfen – bis der Winter kommt und es für die nächsten 48 Wochen wieder in den Stall geht. Mir tun die Tiere leid. Ich kaufe deswegen nur Bio-Milch aus der Region, denn bei den meisten Bio-Bauern dürfen die Kühe öfter auf die Weide. Und ich finde, da gehören diese Tiere auch hin.

So sieht eine glückliche Allgäuer Kuh aus!

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