Alle Artikel in: Reisewissen Allgäu

Wissenswertes für Reisende im Allgäu: Gästekarten, Bücher, Brauchtum, praktische Hinweise

Die Feuershow beim historischen Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 in Kaufbeuren

Historisches Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 in Kaufbeuren – wow!

Das Tänzelfest in Kaufbeuren gilt als das älteste historische Kinderfest Bayerns, da es sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Jedes Jahr im Juli verwandelt sich das sonst eher etwas behäbige Kaufbeuren für zwölf Tage in eine quicklebendige, feierfreudige, bunte Stadt, die sich für die Reise in ihre glorreiche Vergangenheit festlich herausputzt. Zu den Höhepunkten des Tänzelfests gehören der Einzug des Kaisers Maximilian samt großem Festzug. Beide finden gleich zweimal statt, nämlich am ersten Festsonntag und Montag. Zum großen Festzug auf dem Tänzelfest 2013 habe ich schon einmal einen Post veröffentlicht. Diesmal aber nehme ich euch mit auf das wilde Lagerleben, das am ersten Festwochenende in den mittelalterlichen Gassen der Stadt Buron stattfindet. Eröffnung mit Einmarsch der Musikgruppen Da derzeit die Fußgängerzone Kaufbeurens erneuert wird, wirkten die teilweise nur gekiesten Gassen tatsächlich recht mittelalterlich. Jedenfalls gestaltete sich die Eröffnung zum Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 recht eindrucksvoll. Daran nahmen teil: Der Fanfarenzug Daugendorf, der Fanfarenzug Bretten, die wilden Tänzelfest-Landsknechtstrommler, allerlei Gaukler … und die Ritterschaft zu Wasserstein. Damit ihr einen noch lebendigeren Eindruck bekommt, habe …

Herz-Jesu-Feuer am Aggenstein 2017

Mystisch: die Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal

Genau genommen handelt es sich beim Herz-Jesu-Feuer gar nicht um einen Allgäuer Brauch (hier zündet man stattdessen zur Sommersonnwende die Johannifeuer an), sondern um einen aus Tirol. Aber das Tannheimer Tal gehört zur unmittelbaren Nachbarschaft und damit doch fast zum Allgäu. Dieses Jahr habe ich mir zum ersten Mal die Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal angesehen, die am 25. Juni entzündet wurden. Was sind Herz-Jesu-Feuer? An den Hängen und auf den Gipfeln der Berge werden nach Einbruch der Dunkelheit Feuer entzündet. Sie folgen entweder dem Gipfelverlauf oder stellen ein christliches Motiv dar. Oben im Titelfoto sehr ihr ein brennendes Herz mit einem Kreuz darauf, das in der Gipfelregion des Aggenstein entzündet wurde. Auf dem Berggrat erkennt ihr ebenfalls eine Flammenspur. Die Bergfeuer zur Sommersonnwende sind ein uralter Brauch in der Alpenregion, der wahrscheinlich noch heidnische Wurzeln hat, später aber christlich umgewidmet wurde. In Tirol haben sich daraus aus einem kriegerischen Anlass heraus die Herz-Jesu-Feuer entwickelt. Die Feuer erinnern an den Krieg gegen Napoleon 1796 eroberte nämlich Napoleon das lombardische Königreich und Teile Tirols. Er wollte dadurch …

Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 - Ritterlager rund ums Thingauer Schloss

Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 – ein tolles Fest!

Das Unterhingauer Dorffest findet als Mittelaltermarkt alle drei Jahre statt und ist jedes Mal ein prächtiges Spektakel. Deswegen gehe ich immer gerne hin (hier geht es zu meinem Bericht vom Mittelaltermarkt Unterthingau 2014). Kleiner Rundgang über den Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 Die Unterthingauer lassen nicht nur „Mittelalter-Profis“ von Sonstwo anreisen, sondern machen viel selbst, unter Beteiligung der Handwerker und Bauern aus der Region. Hier raucht zum Beispiel die Esse des Schmieds und nebelt die Steinmetzarbeiten fast ein. Die Thingauer Apotheke bot neben allerlei Tinkturen und Kräutermischungen auch weitere Leistungen für Mutige an. Die Günzacher Papierschöpfer zeigten ebenso Proben ihrer Arbeit … wie die junge Holzbildhauerin, die trotz Hitze und Trubel konzentriert am Werk war. Weiteres mittelalterliches Volk führte ein gemütliches Lagerleben, … und natürlich gab es jede Menge leckerer Speisen, mit denen sich die Besucher stärken konnten. Wir haben uns diesmal für deftige „Fleischlappen im Semmel“ entschieden: Für die Kinder war wieder das altertümliche Karussell aufgebaut und sie konnten sich in diversen Ritterspielen erproben. Musik und Tanz erfreuten die Besucher ebenso wie ein Hexen-Kinder-Mitmachspektakel oder das …

Heimatgefühle - mein Günztal im Frühling

Heimatgefühle – im Allgäu bin ich daheim

Warum braucht es eigentlich erst eine Blogparade, damit ich mir Gedanken über meine Heimatgefühle mache? Aber es ist wahr: Obwohl ich im Allgäu weder geboren noch aufgewachsen bin, ist hier meine Heimat. Hier habe ich mich eingewurzelt, hier gehöre ich hin, hier möchte ich leben und hier möchte ich irgendwann einmal begraben werden. Wieso ausgerechnet das Allgäu? Das Allgäu ist auch deswegen meine Heimat, weil ich vorher nirgends lange genug gelebt habe, um dort echte Heimatgefühle zu entwickeln. Geboren wurde ich in Frankfurt am Main. Als ich knapp zwei Jahre alt war, zogen meine Eltern in den Münchner Westen. Als ich eingeschult wurde, stand schon der nächste Umzug in ein Dorf bei Landsberg an. Ende der zweiten Klasse ging es nach München ins Olympiadorf.  In der sechsten Klasse nach Puchheim, in der zehnten nach Eichenau. Dann habe ich in Augsburg studiert und dort drei Jahre gelebt. Sehr gerne übrigens, Augsburg ist eine schöne uns lebenswerte Stadt. Danach habe ich zwei Jahre in München gearbeitet und wieder in Eichenau gewohnt. Von dort zog ich 1995 der …

Cover und Umschlag 2017

Frisch erschienen: „mein“ Marco Polo Allgäu

Seit Anfang April ist der Reiseführer Marco Polo Allgäu in im Handel, nun sind auch meine Belegexemplare eingetroffen. Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, ein Werk, in das man so viel Arbeit gesteckt hat, endlich gedruckt in der Hand zu haben. Und es war wirklich eine Menge Arbeit! „Mein“ Marco Polo Allgäu: Das ist neu Ich habe den Band nicht als Ganzes neu geschrieben, sondern ihn von der ursprünglichen Autorin Andrea Reidt übernommen. Reiseführer müssen ja sowieso regelmäßig aktualisiert werden, und Marco Polo lässt sich zusätzlich immer wieder etwas Neues einfallen, wie die Bücher noch attraktiver werden. Für die Aktualisierung des Allgäu-Bandes bin seit 2016 ich als (Ko-)Autorin verantwortlich. Einige Kapitel habe ich komplett neu geschrieben, zum Beispiel: „Fakten, Menschen & News“ „Mit Kindern unterwegs“ „Events, Feste & mehr“ sowie „Links, Blogs, Apps & Co.“ Neu bei Marco Polo ist die App für die Erlebnistouren, die das Nachwandern bzw. Nachradeln der Touren ganz einfach macht (einen QR-Code, unter dem man diese App herunterladen kann, findet ihr auf Seite 3). Dieses Kapitel habe ich …

Die Allgäu Gästekarten und ihre Leistungen: ein aktueller Überblick

Warum gibt es überhaupt im Allgäu Gästekarten? Welche Karten gibt es in welcher Region und bei welchen Vermietern? Und welche Leistungen sind darin enthalten? Diese Fragen solltet ihr euch vor einem Urlaub im Allgäu stellen. Einige Karten gibt es nämlich nur bei bestimmten Anbietern, auf andere kann man gegen Aufpreis bestimmte Leistungspakete buchen. Wer seine Urlaubskasse schonen will, sollte also vorher nachfragen und auch nachrechnen. Schließlich geht es ums Geld. Dazu müsst ihr aber erst einmal wissen, was Sache ist. Ich habe das für euch recherchiert, und zwar mit aller Sorgfalt (trotzdem ohne Gewähr). Alle Angaben zu den Allgäu Gästekarten sind auf dem Stand vom Oktober 2016. Sie werden zukünftig regelmäßig aktualisiert werden. Warum gibt es im Allgäu Gästekarten und Kurbeiträge? Urlaubsorte investieren teilweise eine Menge Geld in die touristische Infrastruktur von der Tourist Information über Dienstleistungsangebote bis hin zu Einrichtungen wie Kurparks und Bädern. In den staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten dürfen die Gemeinden von Urlaubern, die sich im Kurgebiet der Gemeinde übernachten, dafür einen Kurbeitrag bzw. eine Kurtaxe erheben. Hier berechnen also die …

Großer Festzug auf dem Tänzelfest 2013 - Wagen mit Stadtmauer und Kindern

Tänzelfest: Großer Festumzug mit Kaiser Maximilian bei strahlendem Sonnenschein

Seine kaiserliche Hoheit Maximilian I. konnte am Montag bei echtem Kaiserwetter mit seinem großen Gefolge wieder einmal in seine vielliebe Stadt Kaufbeuren einziehen. Das erste Mal war er angeblich 1497 da. Ob das überhaupt stimmt, weiß heute niemand mehr so genau, aber es ist auf jeden Fall eine gute Begründung für ein farbenprächtiges Spektakel, das in Kaufbeuren jedes Jahr Ende Juli stattfindet. Der Tänzelfest Festumzug 2013 war jedenfalls höchst sehenswert. Prächtig: der Kaiser und sein Gefolge reiten in die Stadt Buron ein Der Kaiser winkte huldvoll in die Menge, bevor er vom Bürgermeister der Stadt empfangen wurde und dort salbungsvolle Reden hielt. Natürlich hatte er ein großes Gefolge dabei, Edelleute … … Ritter … … Fahnenträger … und Bürger: Dazu gesellten sich wilde Landsknechte, und zahlreiche Musikkapellen: Die Hauptpersonen beim Tänzelfest-Festumzug sind die Kinder Das Tänzelfest gilt als ältestes historisches Kinderfest Bayerns, bei dem schon im 17. Jahrhundert Kinder im Mittelpunkt standen. Zuvor hatte es sich wohl um ein Fest der Handwerkszünfte gehandelt. Heute haben sich all diese Traditionen vermischt und die Kinder der Stadt …

Windkraft im Allgäu - ein Windrad bei Günzach im Abendrot

Wer Wind erntet, wird Strom bekommen … und Streit

So mancher hat sich über die Windkraft im Allgäu schon geärgert. Eine idyllische Landschaftsaufnahme ist tief im Allgäu kaum noch ohne hohe Masten denkbar, denn viele Höhenrücken werden inzwischen von Windkraftanlagen geziert bzw., je nach Standpunkt des Betrachters, verunstaltet. Nur die touristisch besonders interessanten Regionen sind davon ausgenommen, um den Gästen nicht den Ausblick bzw. die Fotos zu verderben. Windkraft im Allgäu ist nicht unumstritten Wie der Rest der Republik auch, sind die Allgäuer grundsätzlich sehr für erneuerbare und umweltfreundliche Energien. Im Einzelfall möchten aber viele lieber keine „Spargel“ in der Landschaft haben, besonders nicht da, wo man den Touristen ländliche Idylle bieten will und und erst recht nicht in der Nähe des eigenen Heimes bzw. Hofes. Da nehme ich mich übrigens selbst nicht aus: Im wimmernden Rotorschatten eines riesigen Windrades möchte ich auch nicht leben. Als die ersten weißen Rotorriesen aufgestellt wurden, fand ich sie störend in der sonst so grünen Gegend. Weithin zu sehen sind beispielsweise die Anlagen in Upratsberg. Aber wie das so ist: Ich habe mich an ihren Ablick gewöhnt. Aus …

Schachtelfest: Viele Schachteln und ein Grund zum Feiern

Kennt ihr das Schachtelfest? Am Dienstag war ich mit dem Fahrrad unterwegs und kam an einem Hof mit dieser wunderbaren Dekoration vorbei – zum Glück hatte ich die Kamera dabei, sonst wäre euch die Dokumentation dieses liebenswerten Allgäuer Brauchtums entgangen: Nein, das sind weder die Reste eines Umzugs, noch handelt es sich um einen Garagenflohmarkt oder eine wilde Müllkippe. Es ist nur das sichtbare Zeichen dafür, dass hier eine noch unverheiratete junge Frau ihren 25. Geburtstag gefeiert hat. Und damit nicht irgendeinen beliebigen Geburtstag, sondern das Schachtelfest, das mit einer rauschenden Party begangen wird. Was ist das Schachtelfest? In der Nacht zu ihrem 25. Geburtstag ist besagte junge Dame nämlich leider zur „alten Schachtel“ geworden. Als äußeres Zeichen dieser „Würde“ wird ihr Haus oder ihre Wohnung von ihren mitfühlenden Freunden mit leeren Schachteln dekoriert. Wenn sie Pech und sehr fleißige Freunde hat, findet sie an ihrem Geburtstag ihre ganze Wohnung voller Schachteln vor. Meist werden auch Geschenke in Schachteln überreicht. Manchmal gibt es 25 Schachteln, in denen mehr oder weniger sinnige Geschenke (etwa Gebissreiniger, Inkontinenzeinlagen …

Wallenstein Festspiele Memmingen 2012 - beim großen Umzug

Walleinstein lebt! Letzte Sichtung: Memmingen

Fantasielose Menschen, Geschichtslehrer zum Beispiel, würden behaupten, dass Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Graf von Schwerin, Herr von Rostock, Herr von Stargard und Generalissimus (Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee im Dreißigjährigen Krieg) sowie Admiral bereits 1634 ermordet wurde. Ich aber habe ihn letzten Sonntag mit eigenen Augen gesehen. Erst im Interview mit einer Pressedame und dann huldvoll winkend in seiner Kutsche beim prachtvollen Einzug in die Stadt. Gut sah er aus! Alle vier Jahre zieht Wallenstein nach Memmingen ein Mehr habe ich von Wallenstein leider nicht erwischt – aber sein Federbusch ist schön buschig: Naja, es war vielleicht doch nicht der vor 280 Jahren Verblichene höchstpersönlich, sondern sein höchst ansehnliches neuzeitliches Double Dr. Klaus Hörmann. Der echte Wallenstein war aber wirklich für einige Monate in Memmingen, nämlich im Jahr 1630. Dort machte er sich bei den Einheimischen sehr beliebt, weil während seiner Anwesenheit nicht nur Frieden und Ruhe herrschten (er ließ Hunde und Hähne einsperren, damit sie keinen Lärm machten und verbot das Läuten der Kirchenglocken), sondern er und sein …