Alle Artikel in: Kultur

Museen, Kirchen, Theater, Stadtführungen und alles, was noch unter Kultur fällt

Die Kartause Buxheim: barocke Kostbarkeiten

Das Kartäuserkloster in Buxheim blickt auf 600 Jahre Geschichte zurück. Berühmt ist die Kartause wegen ihres barocken Chorgestühls, und das zu Recht. Aber es gibt noch mehr Sehenswertes dort. Ein Rundgang durch die Kartause Buxheim Von außen wirkt die Anlage unscheinbar, aber das täuscht. Hell und friedlich: der Kreuzgang Der Kreuzgang, von dem früher die Zellen der Priestermönche abgingen (leider wurden einige davon im letzten Jahrhundert abgerissen), lässt schon etwas von der Größe der Anlage erahnen: Gegründet wurde das Kartäuserkloster in Buxheim im Jahr 1402. Sogleich setzte eine rege Bautätigkeit ein, und zwar im topmodernen Stil der damaligen Zeit: der Gotik. Nach einer ersten Blütezeit und einer Phase des Niedergangs während der Reformationszeit im 16. Jahrhundert erlebte das Kloster seine fruchtbarste Phase im 17. Jahrhundert. Auf diesem Stich von 1755 sieht man die gesamte Anlage; der Kreuzgang zieht sich tatsächlich mitten durch die Kirche, und teilt sie in einen Priesterchor für die Priestermönche und in einen Brüderchor für die Laienbrüder. Der Garten, der unten zu sehen ist, war vor allem für die Gäste des Reichsklosters …

Lila leuchtende UNterwelt in der Erasmuskapelle Kempten

Die Erasmuskapelle Kempten: geheimnisvolle Unterwelt

Über die Jahrhunderte war die Erasmuskapelle Kempten in Vergessenheit geraten. Als aber 2008 der Platz neben der Kirche St. Mang in Kempten neu gestaltet werden sollte, stieß man auf einen alten Friedhof und die Reste einer unterirdischen Kapelle. Es dauerte eine Weile, bis man ihrem Geheimnis auf die Spur gekommen war; seit 2010 ist sie der Öffentlichkeit zugänglich. St. Mang-Kirche Kempten Aber fangen wir doch vorne an: Die Kirche der Kemptener Reichsstadt, die dem Heiligen Magnus geweiht ist, stammt aus dem 9. Jahrhundert. Nach und nach wurde sie vergrößert und Anfang des 15. Jahrhunderts dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend im gotischen Stil umgebaut. Ursprünglich war die Kirche im Innenraum reich verziert und bemalt. Aber dann wurden die Kemptener Bürger 1527 „lutherisch“ und folgten eine Zeit lang dem besonders strengen Reformator und Bilderstürmer Ulrich Zwingli. Daraufhin entfernte man die zahlreichen Altäre und Apostelfiguren aus der Kirche und trug über den Malereien eine dicke weiße Putzschicht auf. Die Kirchenbesucher sollten nämlich nicht von all den bunten Bildern vom Gottesdienst abgelenkt werden. Bei der jüngsten Renovierung hat man an …

Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau - Außenansicht

Sehenswert: das Museum der Bayerischen Könige in Hohenschwangau

An Attraktionen ist Hohenschwangau nicht gerade arm: Neben den Schlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein lädt seit 2011 auch das Museum der Bayerischen Könige zu einem Besuch. Beide weltberühmten Schlösser verdanken wir Königen aus dem Hause Wittelsbach: Hohenschwangau war nur eine Ruine, bevor der spätere König Maximilian II. das Grundstück über einen Mittelsmann kaufte und dort seinen Traum einer mittelalterlichen Burg verwirklichte. Seine Frau Marie, die als preußische Prinzessin nach Bayern eingeheiratet hatte, liebte das Schloss, die Berge und das Bergsteigen. Sie verbrachte mit ihren Kindern Ludwig und Otto viel Zeit in Hohenschwangau, wo sie übrigens (nach Ludwigs Tod) auch starb. Ludwig II., der berühmteste König aus dem Hause Wittelsbach, baute später genau gegenüber ein höher gelegenes, größeres und noch märchenhafteres Schloss. Küchenpsychologisch kann man hier sicher auf den Wunsch schließen, seinen gestrengen Vater zu übertrumpfen. Zumindest was die heutigen Besucherzahlen angeht, ist ihm das auch gelungen. Ein Besuch im Museum der Bayerischen Könige lohnt sich Ich war kürzlich im Rahmen einer besonderen Abendführung dort, und zwar mit einer etwas skeptischen Grundhaltung, wie ich zugebe. Ob die …

Die Basilika Ottobeuren vom Kurpark aus gesehen

Ottobeuren: Kirche, Kneipp & Kaffee

Wer „Ottobeuren“ sagt, denkt zuerst an die berühmte Basilika. Die ist heute nicht nur prägend für das Ortsbild, sondern auch für das kulturelle Leben und den Tourismus. Immer wieder erstaunlich ist die schiere Größe von Basilika und Kloster, die 2014 das 1.250-jährige Jubiläum ihrer Gründung feiern. Aber auch der Kurpark Ottobeuren lohnt einen Besuch. Basilika und Kloster liegen im Herzen von Ottobeuren Hier der Blick, der sich auf Ort und Kloster bietet, wenn man von Markt Rettenbach nach Ottobeuren fährt: Als Kneipp-Kurort ist Ottobeuren etwas weniger bekannt, dafür aber quasi per Geburtsrecht dazu legitimiert. Der berühmte spätere Pfarrer und „Wasserdoktor“ wurde nämlich in Stephansried geboren, einem kleinen Weiler im nördlichen Gemeindegebiet von Ottobeuren. In der Klosterkirche zu Ottobeuren wurde er getauft und feierte dort auch seine Primiz, seine erste Heilige Messe als Priester. Pfarrer Kneipp ist deshalb auch auf dem Maibaum zu sehen, der vor der Basilika steht: Ein Spaziergang durch den Kurpark Ottobeuren Ein Kurort braucht auch einen Kurpark, und der ist natürlich ebenfalls von den beiden Größen des Ortes geprägt: Der heutige Kurpark …

Rathaus Kempten, Ansicht vom Rathausplatz

Heinrich der Kempter: nackte Tatsachen am Rathaus Kempten

Kempten, die „Metropole des Allgäus“ hat ein schönes Rathaus, das von einem großzügigen Platz und vielen Cafés umgeben ist. Erst auf den zweiten Blick fällt an der Wand an der Südseite des Rathauses ein ungewöhnliches Bild ins Auge: Es zeigt einen nackten Mann, der gerade aus einem Badezuber steigt und sein Schwert vor seine edelsten Teile hält. Das ist: Heinrich der Kempter. Wer war Heinrich der Kempter? Ob es ihn wirklich gab, ist keineswegs sicher. Er ist aber der Held einer Erzählung aus dem Mittelalter, die über die Jahrhunderte überliefert und dabei wahrscheinlich ziemlich ausgeschmückt wurde. Laut Überlieferung war er ein Ritter namens Heinrich Ritzner von Campimont, der zur Zeit Ottos des Großen im 10. Jahrhundert lebte. Heinrich war an Ostern 953 mit vielen anderen Adeligen in Bamberg, als dort ein Streit eskalierte, in dessen Verlauf er den Truchsess des Kaisers erschlug. Otto verurteilte den hitzköpfigen Allgäuer daraufhin zum Tode, der aber setzte dem Kaiser seinen Dolch an den Hals und erzwang so seine Freilassung. Danach hielt er es für klüger, sich ins Allgäu zurückzuziehen. …