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Lehrpfade, Gärten, Geotope, Moore und mehr. Für Naturfreunde und Naturerkunder.

im Werdensteiner Moos

Naturgenuss pur: der Rundweg Werdensteiner Moos

Moorlandschaften gibt es im Allgäu viele, das Werdensteiner Moos zwischen Kempten und Immenstadt ist eine der kleineren. Aber eine, die mit einem Rundweg besonders schön erschlossen und dank verschiedener Erlebnisstationen perfekt als Ausflugsziel für Familien geeignet ist. Der Rundweg Werdensteiner Moos Man kann die etwa 3,5 km lange Runde entweder von Eckarts oder von Thanners aus starten. Unser Startpunkt war der Wanderparkplatz bei Thanners, kurz vor dem Haxnwirt, den ihr unter diesen Koordinaten findet: 47°36’31.3″N 10°16’05.3″E Die Parkgebühr beträgt 2 € für 4 Std. und 4 € für den ganzen Tag. Vom Parkplatz führt der Weg direkt in den Wald bzw. das Moos hinein. Nach einem kurzen Stück beginnt die eigentliche Runde, man kann also links abbiegen oder schräg rechts weitergehen. Da wir die kleine Moosrunde mit einem Abstecher nach Werdenstein kombinieren wollten, sind wir sie gegen den Uhrzeigersinn gegangen. Kurz nach der Abzweigung sind wir auf diesen hübschen kleinen Tümpel gestoßen, aus dem uns ein munteres Gequake entgegenschallte. Und tatsächlich: Der ganze Tümpel war voller niedlicher kleiner Grünfrösche. Nach einem ersten Oh-Schreck-Weghüpfen zeigten sie …

Wintertraum Elbsee - herziger Blick in eine Pastelllandschaft

Winter am Elbsee – ein Traum aus Moor und Schnee

Ein kleiner Moorsee in idyllischer Moränenlandschaft, bei klaren Himmel Blick auf die Alpen – am Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu ist es immer schön. Im Sommer gehen wir gerne in das kleine Strandbad, um im weichen, moorig-braunen Wasser zu schwimmen. Bei nicht so warmem Wetter lädt der etwa 7 Kilometer lange Elbsee-Rundweg zu einer Wanderung ein. Mindestens genauso reizvoll ist der See im Winter, wenn die Moorlandschaft unter einer Schneedecke ruht. Heute haben wir nach dem erneuten Wintereinbruch dort einen Besuch gemacht, von dem ich euch Fotos mitgebracht habe. Ein kleiner Besuch im Winter am Elbsee Gleich neben dem Elbseerestaurant liegt diese kleine Bucht. Ist sie nicht idyllisch? Von See, Schnee und Binsen kann ich ohnehin nicht genug bekommen … Im Sommer zahlt man für das Strandbad eine kleine Gebühr, das Tor ist außerhalb der Öffnungszeiten geschlossen. Heute war es geöffnet und wir konnten das Elbseebad mal ganz anders erleben. Das Elbseebad im Winterschlaf Hier baden heute nur die Enten … Dieser Anblick brachte mich zum Lachen: Wie schön, dass es unverwüstliche Optimisten gibt, die …

Elbsee-Rundweg - Holzsteg durchs Moor

Wasser und Moor – eine kleine Wanderung rund um den Elbsee

Der Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu ist ein typischer Allgäuer Moorsee, in dem man im Sommer wunderbar baden kann. Wenn kein Badewetter ist, bietet er sich zum Spazierengehen an; eine etwa 7 km lange Rundwanderung führt um den See und durch das teilweise renaturierte Moor. Der Weg ist steigungsfrei, gut befestigt und kinderwagengeeignet. Startpunkt ist der Wanderer-Parkplatz rechts am Waldrand, den ihr über die Elbsee-Stichstraße erreicht (47.808126 N 10.541198 E ). So verläuft die Wanderung rund um den Elbsee Vom Parkplatz aus beginnt der Elbse-Rundweg eher unspektakulär. Er führt durch ein Waldstückchen … und an diesen Wiesen vorbei, die im Sommer als Schumpen-Weide genutzt werden. Bald nach dieser Wurzel kommt eine Wegkreuzung, ihr folgt dort dem Wegweiser nach links in Richtung Seealpe. Die Seealpe ist eine kleine, aber recht beliebte Ausflugswirtschaft, in der ihr gemütlich einkehren könnt. Allerdings beträgt die Gehzeit vom Wanderparkplatz bis zur Seealpe nur eine halbe Stunde, es ist also eigentlich etwas früh für eine Pause … Es gibt hier einen kleinen Spielplatz und ein Gärtchen, in dem sich an diesem trüben …

eine der schönsten Alpenblumen - Alpenrose in voller Blüte

Bergsommer im Allgäu – die schönsten Alpenblumen

Im Bergsommer blühen die Alpenblumen im Allgäu in allen Farben. Besonders Pflanzen, die kalkhaltige Böden lieben, fühlen sich hier wohl. Hier stelle ich euch die schönsten Blüten vor, die ich auf meinen Touren gefunden habe und die typisch für die Alpen sind. Mit liebem Dank an meine Freundin und Kollegin Judith Engst, die mir für diesen Blogpost ihr Wissen als Botanikexpertin großzügig zur Verfügung gestellt hat. Wo blühen die schönsten Alpenblumen im Allgäu? Die meisten Exemplare habe ich auf einer Fototour Ende Juni zwischen dem Fellhorn und der Kanzelwand bei Oberstdorf geknipst. Das Fellhorn trägt seinen Beinamen „der Blumenberg“ mit Recht! Auch eine kleine Wanderung auf das Wertacher Hörnle war blütentechnisch ergiebig. Sobald ich im Sommer wieder in die Berge komme, werde ich diesen Beitrag nach und nach ergänzen. Im Titelfoto dieses Beitrags habe ich euch gleich eine der bekanntesten und prächtigsten Vertreterinnen der Alpenblumen gezeigt, nämlich die Alpenrose. Um genau zu sein, handelt es sich um die rostblättrige Alpenrose (die Blattunterseite sieht tatsächlich etwas rostig aus), die saure Böden bevorzugt. Zur Zeit der Alpenrosenblüte …

Frühlingsenzian

Frühlingsblumen: Im Allgäu blüht uns was Schönes!

Tief im Allgäu – und besonders natürlich hoch im Allgäu – zieht der Frühling später ein als anderswo. Umso mehr freue ich mich über all die schönen Frühlingsblumen in den Allgäuer Alpen und dem Alpenvorland. Damit ich die diversen Gewächse auch richtig vorstelle, habe ich meine Freundin und Autorenkollegin Judith Engst zu Rate gezogen. Sie ist nämlich nicht nur eine tüchtige Finanz-, sondern auch eine versierte Botanikexpertin. Ihre Infos habe ich als Zitate gekennzeichnet. Typische Frühlingsblumen im Allgäu Wenn die Bäume noch kahl und die Wiesen mehr braun als grün sind, schieben sich diese Blumen der Sonne entgegen und sorgen für wunderhübsche Farbtupfer. Ich kann da nicht einfach vorbeigehen, sondern muss sie bewundern und fotografieren … Was früh im Günztal blüht Im Wald und am Waldrand gefunden habe ich zum Beispiel lilablaue Leberblümchen … und Waldveilchen. In zartem Weiß blühen die Schneeglöckchen, die Märzenbecher und der zarte Sauerklee. Judith nutzt den Klee zur Erfrischung: Der Sauerklee (Oxalis acetosella) wächst meist unter Fichten und schmeckt durch Oxalsäure schön sauer. Ich kaue gerne auf den Blättern herum, …

Mein Lieblingswald im Allgäu – eine Auswahl schönster Orte

Im Allgäu gibt es viele Fichtenmonokulturen, die nur zufällig als Wald gelten, eigentlich aber vorwiegend zur Holzernte dienen. Umso schöner sind der durchmischte Bergwald und die übrigen „richtigen“ Wälder. Ich liebe sie besonders im Herbst, wenn sie bunt leuchten und nach Pilzen duften. Sabine vom Blog ferngeweht.de hat mich mit ihrer Blogparade „Mein Lieblingswald“ auf die Idee gebracht, darüber zu schreiben. Ein Lieblingswald im Allgäu ist für mich der Bergwald am Grünten Im Oktober sind wir zum Beispiel den Lustigen Wanderweg bei Kranzegg gegangen, der ein längeres Stück entlang des Kranzegger Bachs durch den Wald führt. Für mich ist das eine perfekte Kombination aus Wald, Wasser und Berg. Mir fehlt hier das passende Adjektiv. Traumhaft schön? Herrlich? Klingt so abgedroschen. Naja, seht es euch selbst an: Bergbach und Bergwald sind für mich ein Traumpaar. Ob der Wald von oben auch so schön ist? Die Leute im Heißluftballon wissen es. Ein weiterer Lieblingswald ist der „wilde Wald“ in der Adelegg Die Adelegg ist ein Höhenzug vor den Alpen, der zwischen Kempten und Isny liegt. In diesem …

Besuch im Honigdorf: Führung durch die Erlebnisimkerei Seeg

Viele Allgäuer Gemeinden versuchen, sich touristisch über eine Besonderheit zu positionieren, die sie auszeichnet. In Pfronten ist es das Bergwiesenheu, in Stiefenhofen sind es die Kräuter, in Scheidegg die Sonnenstunden – in Seeg ist es der Honig. Das war auch naheliegend: Immerhin gibt es in Seeg 35 aktive Imker! So wurde die 2.800-Einwohner-Gemeinde, die mittig zwischen Oy-Mittelberg und Roßhaupten liegt, zum „Honigdorf“. Das bietet die Erlebnisimkerei Seeg Die Seeger Imker sind nicht nur im Hinblick auf ihre eigenen Bienenvölker aktiv, sondern auch in der Erlebnisimkerei, die inzwischen zu einem Anziehungspunkt für Kindergärten, Schulklassen, Familien und Naturfreunde geworden ist. Sie ist im selben Haus wie das Heimatmuseum untergebracht und öffnet von Mitte April bis Mitte Oktober jeden Donnerstag und Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr ihre Pforten für Besucher. Donnerstags um 15 Uhr findet eine Führung statt (Anmeldung bei der Tourist Info Seeg ist erbeten). An einer solchen Führung habe ich gestern teilgenommen und dafür 5,40 Euro investiert (Kinder bis 5 sind frei, 6- bis 12-Jährige zahlen 3,40 Euro). Die Führung beginnt mit einem Vortrag über …

Nicht nur für Kinder schön: der Naturlehrgarten Mindelheim

Der Naturlehrgarten Mindelheim ist eine Einrichtung, die im Allgäu einmalig ist. Er erfüllt gleich drei Ziele, indem er sowohl über die heimische Flora informiert als auch die Biodiversität fördert und noch dazu ein prima Spielplatz für Kinder ist. Das ist wirklich ein kleines Gartenparadies, das der Bund Naturschutz (konkret die Ortsgruppe Mindelheim) hier geschaffen hat. Ich habe mir den Garten in Ruhe angesehen und von Walter Feil, der den Naturlehrgarten betreut und auf Anfrage auch Führungen anbietet, erklären lassen. Was ihr im Naturlehrgarten Mindelheim findet Zunächst einmal eine Menge Beete. Hier ist zum Beispiel ein Vorschlag für einen Hausgarten, in dem heimische und vor allem ungefüllte Blumen blühen. Die gefüllten Sorten bieten nämlich den Bienen keine Nahrung. Der Alpengarten zeigt sich im Sommer in den verschiedensten Grüntönen, denn die zarten Alpenblumen blühen vorwiegend im Frühling. Dafür blüht es nebenan auf der Blumenwiese umso bunter … Die Eidechsen verstecken sich, wenn Besucher kommen, aber hier haben sie ein Terrain genau nach ihrem Geschmack: Gleich dahinter befindet sich ein Heilkräutergarten nach Pfarrer Kneipp. Hier dürfen Kinder Spaß …

Sommerschön: der Große Alpsee bei Immenstadt

Heute war ein Tag wie aus dem Allgäu-Bilderbuch: Sonnig und heiß unter klarem blauem Himmel. Der Große Alpsee glitzerte so verheißungsvoll im Licht der Nachmittagssonne, dass wir einfach einen Badestopp im Strandbad Hauser einlegen mussten. Das Wasser war 20 Grad kühl, die Luft 25 Grad warm – nach einer schweißtreibenden Erkundungstour war das Schwimmen herrlich erfrischend. So schön kann der Sommer sein …

Ausflug ins Benninger Ried zur einzigartigen Riednelke

Im Allgäu gibt es als Überbleibsel der letzten Eiszeiten viele Moore. Sie wurden früher oft entwässert, um Torf abzubauen und die Flächen landwirtschaftlich nutzbar zu machen. So ist auch das Benninger Ried im Süden Memmingens im Laufe der Jahrhunderte auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. Heute, da man um die Bedeutung der Moore für das Klima und die Biodiversität weiß, ist das Gebiet streng geschützt (FFH = Gebiet der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) und immerhin mit 22 ha noch das größte Kalkquellmoor Bayerns. Das Benninger Ried: (einzige) Heimat der Riednelke Nur im Benninger Ried wächst die Riednelke oder Purpur-Grasnelke (Armeria purpurea), es ist tatsächlich ihr weltweit einziges Verbreitungsgebiet. Für Botanik-Fans ist das Benninger Ried also ein höchst lohnenswertes Auflugsziel. Für alle anderen Naturfreunde aber auch. Deshalb haben wir es an einem wettermäßig etwas durchwachsenen Samstagnachmittag besucht. Riedmuseum und Riedkapelle Vom Parkplatz führt der Weg zunächst zum Riedmuseum und der Riedkapelle Zum hochwürdigen Gut. Im ehemaligen Mesnerhaus ist links das Museum und rechts das Café untergebracht. Beide sind von April bis Oktober an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von …

Ein Genuss: der Garten der Primavera in Oy-Mittelberg

Primavera hieß im alten Rom die Göttin des Frühlings, die verschwenderisch Blüten aus einem Füllhorn ausstreut. Den Namen der Göttin trägt heute ein Unternehmen, das 1986 im Allgäu gegründet wurde und sich ebenfalls mit Blüten beschäftigt. Allerdings werden sie hier nicht verstreut, sondern in Form von ätherischen Ölen zu Kosmetika und Düften verarbeitet. Das 30-jährige Firmenjubiläum feierte Primavera mit einer „Rosenwoche“ und vielen Aktivitäten wie Vorträgen, Workshops und Führungen durch das Gebäude und den Garten. Die beiden Führungen habe ich mitgemacht. Feng Shui im Allgäu Das 2010 bezogene neue Firmengebäude ist tatsächlich höchst sehenswert, vor allem, weil es strikt nach Feng Shui gebaut wurde. Diese chinesische Lehre ist darauf ausgerichtet, den Fluss der kosmischen Energie (Chi) zu ermöglichen bzw. zu verstärken. Daher zeichnen sich die danach geplanten Gebäude durch abgerundete und fließende Formen aus – rechte Winkel und „Spitziges“ wird man hier nicht finden. Innen ist das Gebäude hell und freundlich, das Treppenhaus ist schneckenförmig gewunden. Das Beleuchtungs- und Energiekonzpt ist sehr umweltfreundlich und technisch auf dem allerneuesten Stand. Wer sich für dieses außergewöhnliche Gebäude …

Im Wurzacher Ried: auf den Spuren der Torfstecher

Das Wurzacher Ried gilt als größte intakte Hochmoorfläche in Mitteleuropa und ist ökologisch sehr wertvoll. Vor allem aber ist es wunderschön und ein lohnendes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Entdecker. Lehrpfad durch das Wurzacher Ried Der Lehrpfad „Auf den Spuren der Torfstecher“ beginnt gleich hinter dem Oberschwäbischen Torfmuseum. Insgesamt ist der Lehrpfad 1,5 km lang und enthält zwölf Stationen mit Informationen und Anschauungsstücken zur Arbeit der Torfstecher. Hier sind noch originale Loren zu sehen, mit denen die ausgestochenen Torfvasen (sie waren wie Ziegel geformt) transportiert wurden. Und so formte der Torfabbau die Landschaft: Der Riedsee ist überhaupt erst durch den Torfabbau entstanden (daher auch seine ziemlich rechteckige Form), der Anfang des 20. Jahhrunderts auch maschinell betrieben wurde. Diese Maschine erlaubte das Schneiden der Torfvasen unter der Wasseroberfläche: Heute präsentiert sich der Riedsee so idyllisch, als sei er schon immer Teil des Rieds gewesen. Der gut gepflegte Holzbohlenweg führt weiter in die typische Moorlandschaft hinein. Als wir letzte Woche dort waren, blühte gerade das Wollgras. Es ist unschwer zu erkennen, warum es diesen Namen trägt: Nach einer …