Alle Artikel in: Für Kulturfans

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Die Basilika Ottobeuren vom Kurpark aus gesehen

Ottobeuren: Kirche, Kneipp & Kaffee

Wer „Ottobeuren“ sagt, denkt zuerst an die berühmte Basilika. Die ist heute nicht nur prägend für das Ortsbild, sondern auch für das kulturelle Leben und den Tourismus. Immer wieder erstaunlich ist die schiere Größe von Basilika und Kloster, die 2014 das 1.250-jährige Jubiläum ihrer Gründung feiern. Aber auch der Kurpark Ottobeuren lohnt einen Besuch. Basilika und Kloster liegen im Herzen von Ottobeuren Hier der Blick, der sich auf Ort und Kloster bietet, wenn man von Markt Rettenbach nach Ottobeuren fährt: Als Kneipp-Kurort ist Ottobeuren etwas weniger bekannt, dafür aber quasi per Geburtsrecht dazu legitimiert. Der berühmte spätere Pfarrer und „Wasserdoktor“ wurde nämlich in Stephansried geboren, einem kleinen Weiler im nördlichen Gemeindegebiet von Ottobeuren. In der Klosterkirche zu Ottobeuren wurde er getauft und feierte dort auch seine Primiz, seine erste Heilige Messe als Priester. Pfarrer Kneipp ist deshalb auch auf dem Maibaum zu sehen, der vor der Basilika steht: Der Kurpark Ottobeuren Ein Kurort braucht auch einen Kurpark, und der ist natürlich ebenfalls von den beiden Größen des Ortes geprägt: Der heutige Kurpark ist eine schöne …

Rathaus Kempten, Ansicht vom Rathausplatz

Heinrich der Kempter: nackte Tatsachen am Rathaus Kempten

Kempten, die „Metropole des Allgäus“ hat ein schönes Rathaus, das von einem großzügigen Platz und vielen Cafés umgeben ist. Erst auf den zweiten Blick fällt an der Wand an der Südseite des Rathauses ein ungewöhnliches Bild ins Auge: Es zeigt einen nackten Mann, der gerade aus einem Badezuber steigt und sein Schwert vor seine edelsten Teile hält. Das ist: Heinrich der Kempter. Wer war Heinrich der Kempter? Ob es ihn wirklich gab, ist keineswegs sicher. Er ist aber der Held einer Erzählung aus dem Mittelalter, die über die Jahrhunderte überliefert und dabei wahrscheinlich ziemlich ausgeschmückt wurde. Laut Überlieferung war er ein Ritter namens Heinrich Ritzner von Campimont, der zur Zeit Ottos des Großen im 10. Jahrhundert lebte. Heinrich war an Ostern 953 mit vielen anderen Adeligen in Bamberg, als dort ein Streit eskalierte, in dessen Verlauf er den Truchsess des Kaisers erschlug. Otto verurteilte den hitzköpfigen Allgäuer daraufhin zum Tode, der aber setzte dem Kaiser seinen Dolch an den Hals und erzwang so seine Freilassung. Danach hielt er es für klüger, sich ins Allgäu zurückzuziehen. …

Blutzeugen aus der Vergangenheit: Sühnekreuze im Allgäu

Das Allgäu ist eine Region, in der das Christentum tief verwurzelt ist, in der sich aber bis heute auch Einsprengsel aus heidnischer Zeit erhalten haben. Viele Bräuche zeugen davon, auch die Steinkreuze, über die ich heute schreibe. Denn einige von ihnen wurden als so genannte Sühnekreuze an Stellen errichtet, an denen jemand gewaltsam zu Tode kam, und zwar bei einer Auseinandersetzung, also nicht durch einen geplanten Mord. Bis weit ins Mittelalter hinein war die Konsequenz eines solchen Todesfalls eine Blutrache, die oft genug zu weiteren Racheakten und blutigen Familienfehden führte. Als sich das Christentum mit seinen Geboten der Nächstenliebe und Vergebung durchsetzte, führte man eine Art Täter-Opfer-Ausgleich ein, der die Blutrache ersetzte. Der Täter musste der Familie des Toten eine Entschädigung zahlen, für den Toten etliche „Seelenmessen“ stiften (die sollten den Aufenthalt des Verblichenen im Fegefeuer verkürzen) und eben ein Sühnekreuz an der Stelle errichten, an der er seine Todsünde begangen hatte. Oft wurden noch weitere Bußen gefordert, etwa Wallfahrten oder das Ableisten einiger Jahre Kriegsdienst. Die Sühnekreuze, die heute noch zu sehen sind, stammen …

Faschingsumzug Obergünzburg 2013 - Miss Piggy

Faschingsumzug Obergünzburg 2013: bunte Truppen unter blauem Himmel

Am Faschingssonntag um 13.30 Uhr war es wie jedes Jahr so weit: Der Faschingsumzug Obergünzburg 2013 startete auf der Rößlewiese, angeführt von der Blaskapelle in närrischer Gewandung, aber mit gewohnt gutem Sound. Es folgten eine Stunde lang fantasievoll verkleidete fröhliche Gruppen, so etwa die Untrasrieder Buzemänner mit modisch interessanten roten Hüten: Oder das aus Ronsberg bereits bekannte Untrasrieder Lagerleben (der Bürgermeister sitzt diesmal auf dem linken Pferd) … … sowie die Untrasrieder Plattfuß-Indianer in ihrem fußbetriebenen Kanu: Daneben waren auch einige Gruppen da, die nicht aus Untrasried stammten, etwa die zahlenmäßig gewachsene Gruppe Kiss … … die Obergünzburger Legomännle … … die Sterne aus Immenthal … … samt Mond … und ein paar sehr fesche, zierliche Allgäuer Jungfrauen, mal im Dirndl, … … mal im Tütü: Daneben gab es elegante Hexen, … … gruselige Geister … … und tanzende Cowboys im Schlafanzug: Meine persönlichen Favoriten waren aber Kermit der Frosch … … samt einer ganzen Schar reizender Miss Piggys aus Günzach: Zum Umzug gab es Schnee und Sonne, danach eine fröhliche Gesellschaft bei leckerem Gebäck …

Faschingsumzug Ronsberg 2013

Faschingsumzug Ronsberg 2013: mit dem Tausendfüßler unterwegs

Der Faschingsumzug Ronsberg 2013 lockte wieder einmal Besucher von nah und fern. Nein, mit dem Kölner Karneval wollen wir uns tief im Allgäu natürlich nicht vergleichen, aber der Fasching spielt in vielen Gemeinden doch eine wichtige Rolle. Letzten Sonntag war ich in Ronsberg, wo es sogar einen eigenen Faschingsverein gibt, der dieses Jahr sein 44-jähriges Jubiläum feiert. Der Ort mit seinen gut 1.600 Einwohnern stellt immerhin drei Gardegruppen und drei Prinzenpaare (Minigarde, Teeniegarde, Große Garde) und alle zwei Jahre einen großen Umzug auf die Beine. Stilgerecht um 13.33 startete der „Tausendfüßler“ (also gut, eigentlich hatte er zehn Minuten Verspätung, und es waren sicher mehr als 1.000 Füße unterwegs, denn es waren 51 Gruppen gemeldet, und die waren nicht klein). Als erste zogen die Ronsberger Brunnamännle los… … gefolgt von der Minigarde und dem Mini-Prinzenpaar … … und dann ging es zwei Stunden lang bunt und fröhlich weiter. Besonders gut gefallen haben mir zum Beispiel die durchgedrehten Gallier … … mit ihrem gefährlich aussehenden Wildschwein … … gefolgt von einem Kraftprotz in einer seltsamen längsgestreiften Hose: …

Der Kinosaal in der Filmburg

Ein Cineasten-Highlight: die Filmburg Marktoberdorf

Ich bin ein großer Fan von kleinen Programmkinos, und die Filmburg in Marktoberdorf ist eines, das ich besonders gerne mag. Mich erinnert zwar das Gebäude zumindest von außen mehr an ein Schiff als an eine Burg, aber der Name hat Tradition, denn das Marktoberdorfer Kino wurde bereits 1956 als Filmburg eröffnet. Damals galt das Gebäude mit dem Charme der Wirtschaftswunderjahre als vielbestaunte architektonische Glanzleistung, die jahrzehntelang die Gäste anlockte. Als aber in den Neunzigerjahren in Kaufbeuren und dann auch in Kempten die modernen Multiplex-Kinos errichtet wurden, konnte das kleine alte Kino mit nur einem Saal und der konventionellen Vorführtechnik nicht mehr mithalten. Es musste kurz vor der Jahrtausendwende geschlossen werden. Zum Glück wurde die Filmburg Marktoberdorf gerettet Zum Glück nahmen sich einige Kulturenthusiasten – unter ihnen Monika Schubert, die Herz und Motor vieler kultureller Aktivitäten im ansonsten leicht verschlafenen Marktoberdorf ist – des Traditionshauses an, renovierten es und eröffneten es 2001 wieder als „Filmburg – das Theaterkino„. Seitdem hat das kleine Programmkino einen festen Platz im kulturellen Leben der Region und praktisch jedes Jahr einen …