Alle Artikel in: Für Entdecker

Hier findet ihr meine Posts über archäologische Stätten und andere Schätze, die es im Allgäu zu entdecken gibt

Auf dem Grund des Forggensees - Titelfoto

Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees

Wer heute im Sommer ins südliche Ostallgäu reist, kann sich kaum vorstellen, dass König Ludwig von seinem Märchenschloss aus nicht auf einen blauschimmernden See, sondern auf einen grünen Talgrund blickte. Darin lagen einige kleine Weiler, dazwischen Wiesen, Heuschober und eine Mühle am Lauf eines mäandernden kleinen Baches. Der Forggensee ist Menschenwerk 1954 wurden bei Schwangau und Roßhaupten zwei Lech-Staustufen fertiggestellt und der Talgrund geflutet. Gedacht war der Stausee als Hochwasserrückhaltebecken für die stromabwärts gelegenen Gemeinden und als Garant für eine gleichmäßige Stromerzeugung durch Wasserkraft. Für diesen„Fortschritt“ geopfert wurden die Häuser und Höfe im Tal, und das, obwohl einige Anwohner sich heftig wehrten. Heute wissen viele Menschen nicht einmal mehr, dass der See seinen Namen dem versunkenen Weiler Forggen verdankt. So idyllisch sieht der Forggensee heute im Sommer aus: Richtig voll mit Wasser ist er aber nur zwischen dem 1. Juni und dem 15. Oktober. Über den Winter wird er nach und nach abgelassen und gibt einen großen Teil des Talgrundes wieder frei. Und dann kann man sich auf die Suche nach den Überresten der versunkenen …

Schönheit und Stille: der Klostergarten Wangen

Mitten in Wangen liegt das 1930 gegründete Franziskanerkloster, in dem heute noch sieben Mönche leben. Ihr Garten ist öffentlich zugänglich. Wir waren an einem verregneten Sonntagnachmittag dort – selbst unter grauem Himmel ist das ein paradiesisches Fleckchen Erde. Ein regnerischer Nachmittag im Klostergarten Wangen Von außen wirken Kloster und Garten eher unscheinbar: Aber wenn man durch das schmiedeeiserne Törchen geschritten ist, bleibt man erst einmal staunend stehen. Im Teich leben goldene und rote Fische, die Rosen blühen leuchtend, ein Bächlein plätschert durch Farne und Blüten, und der ein oder andere Vers lädt zum Nachdenken und Verweilen ein. Endlich mal ein Ort der Madonnenverehrung, der nicht kitschig ist: Und ganz am Ende des Gartens erwartet uns „Schwester Tod“ in Form einer Wurzel. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es da einen Durchgang gibt, durch das Dunkle zum Licht … Der Klostergarten Wangen ist ein schönes Geschenk der Franziskanermönche an alle, die einen Ort zum Innehalten und nachdenklichen Verweilen suchen. Und natürlich an alle, die Gärten lieben. Danke dafür!

Römervilla Tegelberg - der Heizraum des Badehauses

Unscheinbar, aber hochinteressant: römische Ruinen am Tegelberg

Wenn man „Tegelberg“ hört, denkt man sofort an Neuschwanstein (gleich nebenan), Gleitschirmfliegen und die Tegelbergbahn. Wir aber sind neulich abends zur Basisstation der Tegelbergbahn gefahren, um dort unter der Führung von Magnus Peresson römische Ruinen zu besichtigen. Das Schutzgebäude ist unansehnlich und ziemlich lieblos gestaltet, aber die Ruinen darunter sind sehenswert. Die Reste der Römervilla Tegelberg sind gut versteckt Die Bezeichnung „Römervilla“ für den grünen Schutzbau ist ohnehin irreführend: Tatsächlich stand gleich nebenan eine römische Villa, die wohl ziemlich gut erhalten war. Aber genau auf diese Reste baute man die Talstation der Tegelbergbahn (rechts im Bild). Unter dem Schutzdach befinden sich die Reste der Therme, die zu dieser Villa gehörte, also das private Bad der römischen Familie. Hier erkennt man ganz vorne das Warmwasserbecken, dahinter die Reste der „Badewanne“, in der man sich im heißen Wasser aalte, und dahinter den Heizraum. Die heißen Rauchgase wurden nicht nur unter dem Fußboden durchgeleitet, um die Räume zu heizen, sondern auch nach oben abgeleitet. Hier erkennt man gut die Hohlziegel, die für diese kombinierte Wandheizung/Abgasentsorgung genutzt wurden: Die …

Forggensee ohne Wasser an der alten Tiefentalbrücke

Mondlandschaft mit Tiefgang: Auf dem Grund des Forggensees gibt es viel zu entdecken

Am Montagabend habe ich eineinhalb äußerst spannende Stunden unter der Führung von Magnus Peresson verbracht. Peresson ist der Vorsitzende des Historischen Vereins Alt Füssen e. V. und ein ebenso kundiger wie unterhaltsamer Begleiter. Wir haben eine – wegen der einbrechenden Dunkelheit aus meiner Sicht leider viel zu kurze – Tour durch den Forggensee gemacht. Ja genau, durch den See. Der Forggensee ist ja nicht natürlich entstanden, sondern ein Stausee, der jeden Winter nach und nach abgelassen wird, um die Versorgung der lechabwärts gelegenen Wasserkraftwerke zu sichern und erst ab dem Frühjahr wieder vollläuft. Dieses Jahr hat man den Wasserpegel wegen irgendwelcher Wartungsarbeiten noch 5 Meter tiefer abgesenkt als sonst, so dass der Forggensee ohne Wasser war bzw. man den größten Teil des Seegrundes begehen konnte. Und da gab es jede Menge interessanter Dinge zu sehen. Begonnen haben wir unseren Spaziergang am nördlichen Seeufer beim„Toteisloch“ Dietringen Toteislöcher gibt es im Allgäu viele, denn sie sind Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Sie sind entstanden, wo ein großer Eisklumpen noch längere Zeit liegenblieb, bevor er endgültig wegschmolz. Früher …

Die Liebenthannmühle im Günztal

Die Liebenthannmühle: Von der Ruine zum Ruheplatz am Wasser

So ist das manchmal bei uns im Allgäu: Da mussten erst Auswärtige, noch dazu richtige Württemberger Schwaben, kommen, um mit viel Liebe, Geduld und Geld aus einer unansehnlichen Ruine ein Schmuckstück zu machen, das zu einem meiner Lieblingsausflugsziele geworden ist. Bezauberndes Günztal zwischen Obergünzburg und Ronsberg Das Günztal zwischen Obergünzburg und Ronsberg ist schon seit Jahren ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radler, weil es ein sehr hübsches Naturschutzgebiet ist, in dem die Günz noch ganz unordentlich und eigenwillig vor sich hin mäandert und die angrenzenden Feuchtwiesen nur sehr schonend landwirtschaftlich genutzt werden. Im Wald auf der Westseite kann man noch ein paar Mauern des früheren fürstäbtlichen Schlosses Liebenthann aus dem 13. Jahrhundert finden. Der Günztal-Wanderweg führt am Wald entlang. Ganze zwei Gebäudeensembles finden sich entlang dieses Wegs. Eines ist ein noch aktiver Bauernhof, das andere kannte ich lange Jahre nur als unansehnliche Häufung verlassener und verfallender Häuser und Schuppen, von der es hieß, es sei einmal eine Mühle gewesen. 2004 lasen wir in der Zeitung, ein Ehepaar hätte diese Ruinen gekauft und plane, dort …