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Romantischer Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Blick in den weihnachtlich geschmückten Schlosshof

Romantisch: der Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017

Auf den Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg war ich schon lange neugierig. Er findet seit 16 Jahren jeweils an zwei Wochenenden im Hof und in einigen Räumen eines sehr malerischen Renaissanceschlosses im Illerwinkel statt (fürs Navi: 47°54’15.5″N 10°09’37.1″E) und wird als besonders romantisch beschrieben. Ob er das auch an einem neblig-trüben Novemberwochenende ist? Das wollte ich mir ansehen. Tatsächlich war bei unserer Ankunft das Schloss vor dem grauen Himmel kaum auszumachen …

Schloss Kronburg vom Parkplatz aus

Auf dem Weg zu Schloss und Markt

Jedenfalls ist der Markt sehr gut organisiert, denn im kleinen Kronburg wird man direkt zum Parkplatz auf einer Wiese geleitet und folgt dann zu Fuß (etwa 10 Minuten) den Hinweisschildern zum Schloss und zum Markt.

Banner zum Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017

Fußweg zum Schloss Kronburg

Auf dem hübsch geschmückten Weg erwartet uns schon der fröhliche Leierkastenmann mit einer hübschen Melodie:

Leierkastenmann am Weg zum Schloss Kronburg

Nach der nächsten Biegung kommt das Renaissanceschloss wieder in Sicht.

Schloss Kronburg im Illerwinkel

Die ersten Stände erwarten uns schon vor dem Eingang.

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand vor dem Schlosseingang

Das Schlossportal ist recht malerisch; im Durchgang ist ein Eintritt von 3,50 Euro pro Person zu entrichten, Kinder bis 14 Jahre können gratis eintreten.

Eingang zum Schloss Kronburg im Unterallgäu

Auch der Blick nach oben lohnt sich – ist das nicht ein schöner Gruß an jeden Gast?

Deckengemälde am Eingang zum Renaissanceschloss Kronburg im Illerwinkel

Ein gemütlicher Bummel über den Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017

Der Schlosshof ist mit einigen Buden bestückt. Es riecht schon höchst appetitanregend nach Bratwurst und gebrannten Mandeln …

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Blick in den Schlosshof

Die Weihnachtsdekoration ist sehr liebevoll gestaltet und schafft (nebst der dezenten Musik) eine angenehm entspannte Atmosphäre.

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Blick über den Schlosshof Richtung Eingang

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Dekoration im Schlosshof

Das Angebot an den Buden und in den Räumlichkeiten des Schlosses ist ausgesucht schön und sehr kunsthandwerklich geprägt. Hier ist ein Glasbläser bei der Arbeit zu bewundern:

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Glasbläser bei der Arbeit

In der Schlosskapelle stellt ein Krippenbauer seine Werke aus.

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Krippenausstellung in der Schlosskapelle

Im nächsten Gewölbe findet sich ein Stand mit handgefertigtem Glaschschmuck …

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand mit Glasschmuck

gleich gegenüber sind diese mindestens genauso kunstvoll gestalteten Lebkuchen zu erwerben. Essen kann man sie übrigens auch, obwohl sie dazu fast zu schade sind.

romantischer Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand mit kunstvoll verzierten Lebkuchen

Schwach geworden bin ich bei den handgemachten Seifen (Lindenblütenseife riecht ganz besonders fein!):

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand mit handgemachten Seifen

Und bei den ebenfalls von Hand hergestellten Modeln. Der freundliche Händler hat mir sogar ein Rezept für die „Springerle“ geschickt, die man mit den Modeln herstellen kann. Die probiere ich gleich am nächsten Weihnachtsbacksamstag aus!

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand mit Modeln für Springerle

Der Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg ist nicht nur romantisch, sondern auch sehr entspannt und freundlich (jedenfalls am Samstagvormittag, denn wir bewusst als Zeitpunkt für unseren Besuch ausgewählt haben). Da verweilt selbst der Nikolaus etwas länger und verplauscht sich ein wenig …

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Nikolaus beim Plauschen

Mein Fazit: Im Kronburger Schloss findet einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu statt, den ich allen Freunden gepflegter Weihnachtsmarktkultur und hochwertigen Kunsthandwerks wärmstens empfehlen kann. Von der Örtlichkeit und dem Angebot annähernd vergleichbar ist der Weihnachtsmarkt Schloss Hopferau, über den ich letztes Jahr berichtet habe.

Romantischer Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg im Illerwinkel 2017

Nebelhornbahn und Gipfelstation

Von der Gipfelstation am Nebelhorn übers Pfannenhölzle zur Bergstation

Das Nebelhorn ist sicher einer der bekanntesten Berge in den Allgäuer Alpen, nicht zuletzt deswegen, weil er schon lange durch eine Bergbahn erschlossen ist. Eine Fahrt mit der Nebelhornbahn über die Mittelstation Seealpe und die Bergstation Höfatsblick bis hinauf zur 2016 neu erbauten Gipfelstation samt Panoramarestaurant und Panoramasteig ist schon für sich ein Erlebnis. Wer gut zu Fuß ist und über entsprechendes Schuhwerk verfügt, sollte sich die Gelegenheit zu einer Wanderung im hochalpinen Bereich nicht entgehen lassen. Der Abstieg von der Gipfel- zur Bergstation dauert etwa eine Dreiviertelstunde und ist übers Pfannenhölzle besonders schön.

Startpunkt Oberstorf: Mit der Nebelhornbahn auf den Gipfel

Die gelben Gondeln der Nebelhornbahn bringen euch in einer knappen halben Stunde von der Talstation bis auf rund 2.200 Meter Höhe. Jedenfalls dann, wenn nicht viel los ist und ihr reibungslos umsteigen könnt. Zu Saisonzeiten und an schönen Wochenenden müsst ihr allerdings mit Wartezeiten bis zu eineinhalb Stunden an der Talstation rechnen. Da wir an einem Oktobermontag gegen 10 Uhr morgens losgefahren sind, hielt sich der Andrang in Grenzen und es ging für uns deutlich schneller.

An der Talstation der Nebelhornbahn

Bis zur Station Seealpe auf 1.285 Metern Höhe fährt die Gondel nur ein paar Minuten. Hier könnt ihr aussteigen, wenn ihr den Familien-Erlebnisweg Uff d’r Alp gehen wollt, über den ich hier bereits geschrieben habe. Wenn ihr erst einmal hoch auf den Gipfel wollt, steigt ihr an der Station Seealpe einfach in eine neue Gondel und fahrt bis zur Bergstation Höfatsblick. Alternativ könnt ihr von der Station Seealpe auch über die Teerstraße zu Fuß bis zur Bergstation aufsteigen. Wir aber nehmen die Bahn:

Gondel der Nebelhornbahn zwischen Seealpe und Höfatsblick

Nebelhorn - Anfahrt auf Station Höfatsblick

Direkt neben der Bergstation liegt auf 1.932 Metern Höhe das Edmund-Probst-Haus, eine Hütte des Deutschen Alpenvereins, in der ihr übernachten könnt, wenn ihr weiter wandern oder skifahren wollt. Eine Reservierung ist unbedingt anzuraten.

Blick auf das Edmund-Probst-Haus an der Nebelhorn-Bergstation

Nun gilt es, ein weiteres Mal umzusteigen, wenn ihr mit der Nebelhornbahn bis zur Gipfelstation fahren wollt. Ihr könnt auch zu Fuß aufsteigen; dafür solltet ihr gut eine Stunde rechnen.

Gondel der Nebelhorn Gipfelbahn

Bei passendem Wetter sind hier immer eine Menge Gleitschirmflieger unterwegs.

Nebelhorn-Gipfelstation mit Drachenflieger

Auf dem Nebelhorn – das ist wirklich der Gipfel!

Die Bergstation auf dem Nebelhorn wurde 2016 komplett neu erbaut. Seitdem sieht man zum einen das Gipfelkreuz wieder, zum anderen fügt sich die runde Holzkonstruktion angenehm unaufdringlich in die Berglandschaft ein. Nicht zuletzt hat man vom neuen Panoramarestaurant aus einen sagenhaften Blick in die Allgäuer Hochalpen.

Das Panoramarestaurant auf dem Gipfel des Nebelhorns bei Oberstdorf

Blick von der Gipfelstation am Nebelhorn auf die Bergstation Höfatsblick

Apropos Panorama: Mit der neuen Gipfelstation wurde an der Nordseite des Nebelhorngipfels ein „frei schwebender“ Panoramasteig errichtet, der etwa 100 Meter lang ist und zur Hälfte um den Gipfel führt.

Tunnel zum Panoramasteig am Nebelhorn

auf dem Panoramasteig am Nebelhorngipfel

Der so genannte Nordwandsteig ist nichts für Leute mit Höhenangst, ermöglicht aber einen spektakulären Rundblick. Zum Beispiel auf den Grünten, der von hier oben ungewohnt klein aussieht,

Blick vom Nebelhorngipfel auf den Grünten

auf den eigentlichen Berggipfel mit dem Gipfelkreuz,

Gipfelkreuz auf dem Nebelhorn

oder auf das eigenwillige Profil des Hohen Ifen mit dem Gottesackerplateau.

Blick vom Panoramasteig auf dem Nebelhorn auf den Hohen Ifen

Angeblich kann man vom Nebelhorn aus über 400 Berggipfel in der Umgebung sehen. Ich muss zugeben, dass ich sie nicht gezählt habe, aber es waren wirklich ziemlich viele.

Da meine nicht mehr sehr bergfesten Eltern uns an diesem Tag begleitet haben, haben wir vereinbart, dass sie erst einen Kaffee auf der Panoramaterrasse trinken, dann zur Station Höfatsblick mit der Gondel hinunterfahren und dort den kurzen, barrierefreien Panoramaweg gehen. Wir sind währenddessen zu Fuß abgestiegen.

Vorher haben wir aber noch ein Spiegel-Selfie vor dem Panoramarestaurant gemacht:

Selfie mit Mann und Eltern

Abstieg vom Nebelhorngipfel durchs Pfannenhölzle

Die Wanderwege am Nebelhorn sind bestens ausgeschildert.

Wegweiser am Nebelhorngipfel

Zunächst geht es steil und etwas geröllig bergab (feste Bergschuhe sind hier Pflicht!), dann links Richtung Pfannenhölzle.

Abstieg vom Nebelhorngipfel zur Bergstation

Wegweiser zum Pfannenhölzle am Nebelhorn

Der Weg ist gut befestigt und ausgeprochen schön.

Wanderweg zum Pfannenhölzle am Nebelhorn

Schon bald kommen diese hübschen Steinmännchen in Sicht:

Steinmännchen am Nebelhorn

Steinmännchen am Nebelhorn im Pfannenhölzle

Dann geht es abwärts, und zwar durchgehend mit herrlichem Panorama. Trotzdem solltet ihr nicht dauernd nach oben schauen, sondern auf den Weg achten!

Abstieg durch das Pfannenhölzle am Nebelhorn

Hier steht übrigens der geduldigste Ehemann von allen, der wieder einmal auf seine unermüdlich fotografierende Frau warten muss …

Wanderer am Nebelhorn mit Blick auf die Gipfel der Allgäuer Hochalpen

Aber was soll frau machen, wenn direkt am Weg so schöne Silberdisteln blühen?

Silberdisteln am Nebelhorn

Nun ist es nicht mehr weit.

Wanderweg durchs Pfannenhölzle am Nebelhorn

Das letzte Stück des Wegs habe ich erst fotografiert, als wir bereits an der Station Höfatsblick angekommen waren.

Wanderweg vom Pfannenhölzle zur Station Höfatsblick am Nebelhorn

Auf der Sonnenterasse waren schon ziemlich viele Leute, aber wir haben noch ein Plätzchen gefunden und uns zünftig gestärkt.

Weißbier und Edelweiß an der Bergtstaion Höfatsblick am Nebelhorn

Dabei flatterten die Bergdohlen um uns herum, die gar nicht scheu, sondern ziemlich neugierig sind.

Bergdohle

Von der Station Höfatsblick gibt es ebenfalls mehrere Wanderwege, die auf der Website der Nebelhornbahn beschrieben sind; es liegen auch Flyer dazu aus. Vom Abstieg über die Teerstraße bis zur Station Seealpe rate ich aber ab, es sei denn, ihr seid sehr gut trainiert und habt keinerlei Knieprobleme.

Auf dem Nebelhorn bei Oberstdorf - kleine Wanderung vom Gipfel bis zur Station Höfatsblick - Pin

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Elbsee-Rundweg - Holzsteg durchs Moor

Wasser und Moor – eine kleine Wanderung rund um den Elbsee

Der Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu ist ein typischer Allgäuer Moorsee, in dem man im Sommer wunderbar baden kann. Wenn kein Badewetter ist, bietet er sich zum Spazierengehen an; eine etwa 7 km lange Rundwanderung führt um den See und durch das teilweise renaturierte Moor. Der Weg ist steigungsfrei, gut befestigt und kinderwagengeeignet.

Startpunkt ist der Wanderer-Parkplatz rechts am Waldrand, den ihr über die Elbsee-Stichstraße erreicht (47.808126 N 10.541198 E ).

So verläuft die Wanderung rund um den Elbsee

Vom Parkplatz aus beginnt der Elbse-Rundweg eher unspektakulär.

Elbsee-Rundweg - Start vom Wanderer-Parkplatz

Er führt durch ein Waldstückchen …

Herbstwald am Elbsee-Rundweg

und an diesen Wiesen vorbei, die im Sommer als Schumpen-Weide genutzt werden.

Viehweide am Elbsee-Rundweg

Bald nach dieser Wurzel kommt eine Wegkreuzung, ihr folgt dort dem Wegweiser nach links in Richtung Seealpe.

Wurzel am Elbsee-Rundweg

Die Seealpe ist eine kleine, aber recht beliebte Ausflugswirtschaft, in der ihr gemütlich einkehren könnt. Allerdings beträgt die Gehzeit vom Wanderparkplatz bis zur Seealpe nur eine halbe Stunde, es ist also eigentlich etwas früh für eine Pause …

Es gibt hier einen kleinen Spielplatz und ein Gärtchen, in dem sich an diesem trüben Novembertag schon die Meisen getummelt haben.

Garten an der Seealpe

Meise am Vogelhäuschen der Seealpe

Von der Seealpe durchs Moor

Nun kommt der schönste Teil der kleinen Wanderung rund um den Elbsee: Der Weg führt euch ins Moor hinein.

Weg von der Seealpe ins Elbsee-Moor

Zunächst geht es durch die Feuchtwiesen,

Weg durch die Feuchtwiesen am Elbsee

dann beginnt an diesem Brückchen der Holzbohlenweg durch das eigentliche Moor.

Weg zur Holzbrücke am Elbsee-Moor

Brücke am Beginn des Holzbohlenwegs am Elbsee-Moor

Wer hätte gedacht, dass es so schön ist, auf dem Holzweg zu sein?

Steg durchs Moor auf der Wanderung rund um den Elbsee

Wenn ihr stehenbleibt und lauscht, hört ihr das Wasser unter euch leise glucksen und das Schilf rauschen … das ist höchst idyllisch!

Gehölz und Schilf spiegeln sich im Elbsee-Moor

Der Steg führt dann zum Waldrand.

auf dem Holzsteg durchs Elbsee-Moor

Es ist unschwer zu erkennen, dass hier irgendwo ein fleißiger Biber haust:

Bäume mit Biberbiss am Elbsee

Ende des Holzwegs durchs Elbsee-Moor

Und nun kommt endlich der Elbsee selbst in Sicht.

Blick vom Moor auf den Elbsee

Bis hierher seid ihr etwa eine Stunde unterwegs. Kleine Trampelpfade führen hinunter ans Wasser; im Sommer ist hier auch eine kleine Badestelle.

Teil 3 der Elbsee-Runde: vom See bis zum Wanderparkplatz

Selbst an einem bedeckten Herbsttag ist die Aussicht hier herrlich.

Blick vom Südufer über den Elbsee

Der See ist nicht groß, bald habt ihr ihn passiert. Nun geht es ein Stückchen bergauf bis zum Waldrand.

Wanderung rund um den Elbsee - vom See hinauf zum Waldrand

Von hier oben habt ihr einen wunderbaren Blick über den See; passenderweise sind hier oben bequeme Ruhebänke platziert, von denen aus ihr den Seeblick entspannt genießen könnt.

Ruhebank mit Panoramablick oberhalb des Elbsees

An der nächsten Wegkreuzung biegt ihr links ab. Der See liegt nun zu euerer Linken, nach Süden habt ihr an klaren oder föhnigen Tagen einen sagenhaften Blick auf den Grünten, den Wächter des Allgäus.

Grüntenblick vom Elbsee-Rundweg aus

An der darauffolgenden Wegkreuzung wendet ihr euch wieder nach links (ihr seid nämlich gerade dabei, den abgezäunten Bereich des Elbsee-Naturfreibads großräumig zu umgehen). Schließlich gelangt ihr auf den Parkplatz vor dem Elbsee-Restaurant. Falls ihr auf eurer kleinen Wanderung rund um den Elbsee einkehren möchtet, ist hier die zweite und letzte Gelegenheit dazu. Besonders schön ist es, wenn ihr draußen auf der Terrasse sitzen und den See- und Bergblick genießen könnt. Es gibt auch einen netten Spielplatz für die Kleinen und einen Ruderbootverleih.

Vom Parkplatz aus führt das letzte Wegstückchen wieder durch Feuchtwiesen und zum Waldrand.

Birken am Elbsee-Rundweg

Kanal im Elbsee-Moor mit Schilf und Bergblick

Sobald ihr wieder auf den breiten Weg am Waldrand trefft, wendet ihr euch nach rechts und seid nach ein paar Minuten wieder am Ausgangspunkt. Die gesamte Gehzeit für den Elbsee-Rundweg beträgt knapp zwei Stunden.

kinderwagengeeignete Wanderung rund um den Elbsee im Allgäu - Pin

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Am Iller-Radweg zwischen Oberstdorf und Fischen

Für Genussradler: der Iller-Radweg von Oberstdorf bis Kempten

Der Iller-Radweg stand schon lange auf meiner Liste. Im Oktober haben wir die erste Etappe in Angriff genommen, die etwa 50 km lang ist und vom Illerursprung bei Oberstdorf bis nach Kempten führt. Wir sind mit dem Zug bis Oberstdorf gefahren und vom Bahnhof losgeradelt. So viel kann ich schon verraten: Es war ein echter Genuss!

Die Bahnfahrt war recht gemütlich, was auch daran lag, dass wir an einem Donnerstagmorgen gefahren sind. In der Hochsaison gibt es oft Engpässe in den Zugabteilen, da kann es sogar passieren, dass man nicht mitgenommen wird.

Noch zwei Tipps zum Zugfahren:

1. Die Fahrradkarten kann man nicht im Internet kaufen, sondern muss sie am Automaten im Bahnhof erwerben. Die Strecke Kempten-Oberstdorf gilt als Kurzstrecke, das macht die Sache ein wenig billiger als mit einer normalen Fahrrad-Tageskarte.

2. Der Zug wird in Immenstadt geteilt: Normalerweise fährt der vordere Zugteil weiter nach Oberstdorf, der hintere nach Lindau. Achtet auf die Anzeige am Bahnhof, damit ihr im richtigen Zugteil sitzt. Wenn ihr die Strecke in der umgekehrten Richtung fahrt, also in Oberstdof einsteigt, wird der Zug in Immenstadt zusammengekoppelt, ihr braucht also nichts weiter zu beachten.

Iller-Radweg, Etappe 1: von Oberstdorf nach Kempten

Startpunkt war also der Bahnhof in Oberstdorf.

Das Bahnhofsgebäude in Oberstdorf

Von hier aus geht es auf der Straße nach Norden, am Baugeschäft Geiger vorbei und dann nach rechts auf den Radweg an der Breitach entlang.

Radweg an der Breitach bei Oberstdorf

Rechts von diesem Damm fließt tatsächlich die Breitach, die Iller gibt es bis hierher nämlich noch gar nicht. Sie entsteht erst ein Stückchen weiter, nämlich genau an dem Punkt, an dem die Flüsschen Stillach und Trettach in die Breitach münden.

Vom Illerursprung bis Sonthofen

Diese Drei-Flüsschen-Kreuzung ist der Illerurspung. Ein kleiner Rastplatz mit Schautafeln lädt zum Verweilen ein.

Der Illerursprung bei Oberstdorf

Danach geht es auf einem breiten, gut gepflegten Damm weiter in Richtung Fischen. Die Iller hat hier noch das türkisschimmernde Wasser und den Charakter eines Gebirgsflusses.

Iller mit Radweg zwischen Oberstdorf und Fischen

Die Iller zwischen Obersdorf und Fischen mit herbstlichem Uferwald

Schon bald kommt die Illerbrücke bei Fischen in Sicht. Ihr müsst sie überqueren, denn ab Fischen führt der Weg am rechten Flussufer entlang. Zuerst solltet ihr einen Blick zurückwerfen, nämlich aufs Rubihorn (das ist der markante Berg links im Bild). Schön, oder?

Wenn ihr wieder nach Norden seht, schiebt sich schon der Grünten ins Bild. Er wird im Laufe der Tour immer näher heranrücken.

Erst einmal geht es gemütlich weiter Richtung Sonthofen.

Der Iller-Radweg nach der Brücke bei Fischen

Oft sieht man die Iller gar nicht, weil der Uferbewuchs so dicht ist. Dafür hat man einen schönen Blick ins Illertal.

Iller-Radweg Etappe 1 zwischen Fischen und Sonthofen

Hier hat man sich um eine Renaturierung bemüht, es gibt wieder Altwasser, Auwald und Überschwemmungsflächen. Das hat einen ganz eigenen Reiz.

im Auwald am Iller-Radweg Etappe 1 zwischen Fischen und Sonthofen

Altwasser an der Iller bei Sonthofen

Nach einer weiteren Biegung kommen die beiden Wahrzeichen von Sonthofen in Sicht – der Grünten und die Ordensburg.

Am Illerradweg bei Sonthofen - Blick auf den Grünten und die Ordensburg

Auf dem Fluss vor der Brücke sind fröhlich-bunte Boote beim Rafting unterwegs.

Illerbrücke bei Sonthofen mit Grillplatz und Radweg

Es lohnt sich, nach der Brücke einen Blick zurück nach Süden zu werfen – ist das nicht eine sagenhafte Aussicht?

Blick von der Illerbrücke in Sonthofen auf die Allgäuer Hochalpen

Der Iller-Radweg zwischen Sonthofen und Immenstadt

Etwas später gilt es wieder, die Iller zu überqueren; folgt einfach dem Radwegweiser Richtung Blaichach.

Wegweiser Iller-Radweg in Sonthofen

Zwischen Blaichach und Immenstadt kommt ihr direkt am Inselsee vorbei. Das ist eine Wakeboard- und Wasserskianlage mit einem beliebten Ausflugslokal nebst hübschem Spielplatz. Eine Mittagspause dort hätte uns gut gefallen, aber leider hatte das Café Inselsee an diesem Oktoberdonnerstag schon geschlossen. Die Sommersaison beginnt im April wieder.

Café Inselsee bei Blaichach

Wasserskianlage Inselsee bei Blaichach

Also sind wir dem Weg weiter in Richtung Immenstadt gefolgt. Kurz vor Immenstadt fließt die Iller schon viel gemächlicher dahin.

Die Iller bei Immenstadt im Allgäu

herbstlich-bunte Blätter auf den Flusskieseln der Iller bei Immenstadt

In Immenstadt führt der Radweg kurz in Richtung Ortsmitte, dann entlang der Bahnstrecke nach Norden.

Der Iller-Radweg bei Immenstadt neben der Bahnstrecke

Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Burgruine Laubenberg-Stein:

Burgruine Laubenberg-Stein bei Immenstadt im Allgäu

Und auf den Fluss natürlich.

Blick durch buntes Herbstlaub auf die Iller

Nach Immenstadt führt der Radweg durch eine renaturierte Zone. Ihr solltet unbedingt einen kleinen Stopp am Illersteg nach Untermaiselstein machen. Diese Fußgängerbrücke führt nicht nur über den Fluss, sondern auch über die B19 und ist ein höchst gelungenes Stück Architektur. Auch der Fluss kann sich hier wirklich sehen lassen!

Illersteg nach Untermaiselstein

Blick vom Illersteg bei Untermaiselstein auf den Fluss

Danach sind es nur noch ein paar Minuten zu fahren, bevor der Iller-Radweg sich der B19, und zwar der Abfahrt Immenstadt-Stein, nähert. Wir haben den Radweg kurz verlassen und sind die paar Meter bis zum Haxnwirt in Immenstadt-Thanners gefahren.

Wirtschaft beim Haxnwirt in Thanners bei Immenstadt

Nach der Radelei waren wir hungrig – aber diese riesige Schweinshaxe habe ich trotzdem nicht ganz geschafft …

Schweinshaxe mit Knödeln beim Haxnwirt in Thanners

Das letzte Stück der ersten Etappe auf dem Iller-Radweg: von Martinszell bis Kempten

Schnell geht es wieder weg von der vielbefahrenen Bundesstraße, hinunter nach Martinszell. Ab hier wird der Iller-Radweg wieder sehr idyllisch.

Iller-Radweg bei Martinszell

Der ehemalige Gebirgsfluss hat inzwischen einen deutlich behäbigeren Charakter angenommen.

Iller und Radweg bei Martinzsell

Besonders schön fand ich die Weide mit den Schumpen, die in die Iller hinuntersteigen, um zu trinken.

Iller-Tränke - Schumpen bei Martinszell

Weiter geht es am Kieswerk vorbei Richtung Stadt. Unter der Autobahnbrücke bei Hegge fahren wir gemütlich durch.

Autobahnbrücke über die Iller bei Kempten-Hegge

Dann kommt auch schon das erste von mehreren Wasserkraftwerken in Sicht.

Iller-Kraftwerk bei Kempten

Trotz Autobahnnähe und Kraftwerken ist es hier schön, das Radeln macht Spaß.

Die Iller bei Kempten-Hegge - Kiesbank und Herbstwald am Ufer

Dann erreichen wir Kempten-St. Mang. Leider hat das Restaurant Alte Bleiche nur mittags und abends geöffnet; wir hätten hier sehr gerne noch eine Kaffeepause gemacht.

Restaurant Alte Bleiche an der Iller in Kempten-St. Mang

Die alten Industriegebäude am Fluss sind toll, oder?

An der Alten Bleiche an der Iller in Kempten

Kurz danach mussten wir wegen hochwasserbedingter Schäden einer Umleitung folgen; bis zum Bahnhof waren es nur noch ein paar Minuten. Der eigentliche Iller-Radweg führt noch weiter bis Kempten-Heiligkreuz, aber wir hatten das Auto ja am Bahnhof und haben dort die Räder wieder eingeladen. Hier habe ich noch einen letzten Blick über die Iller-Staustufe auf die Kemptener Altstadt für euch; das Bild ist an der B19-Illerbrücke entstanden.

Blick über die Iller-Staustufe auf die Altstadt von Kempten im Allgäu

Falls euch nun nach einer Stärkung zumute ist, empfehle ich euch meinen Post Gut essen in Kempten: meine Restaurant- und Café-Empfehlungen.

Weitere Informationen und Details zum Iller-Radweg

Der Iller-Radweg hat noch zwei weitere Etappen, von denen eine von Kempten nach Heimertingen und die dritte von Heimertingen nach Ulm führt, wo die Iller in die Donau mündet. Eine Beschreibung des gesamten Radwegs mit Karten findet ihr hier.

Details zur ersten Etappe vom Illerursprung bis Kempten:

  • Wir haben vom Bahnhof in Oberstdorf bis Sonthofen – das sind rund 16 km – etwa eineinhalb Stunden gebraucht.
  • Eine Möglichkeit für die Mittagspause, die uns von Einheimischen sehr empfohlen wurde, ist der Dorfwirt in Blaichach. Ihr findet ihn, wenn vom am Iller-Radweg in Blaichach einen kleinen Abstecher macht und dem Schild in Richtung Ortsmitte Blaichach folgt.
  • Von Sonthofen nach Immenstadt sind wir eine halbe Stunde gefahren und danach nochmals eine halbe Stunde  bis zum Haxnwirt in Thanners.
  • Das letzte Stück von Thanners bis Kempten sind wir relativ zügig durchgefahren; mit einer hochwasserbedingten Umleitung bei Hegge haben wir bis zum Bahnhof etwa eine Stunde gebraucht.

Iller-Radweg- Etappe 1: von Oberstdorf bis Kempten

Wenn ihr nach weiteren Radtouren mit geringer Steigung und großem Genussfaktor sucht, schaut doch mal hier:

Schöne Radtour mit Kindern ab Marktoberdorf bis Sameister (man kann sie natürlich auch ohne Kinder radeln)

Radtour rund um den Forggensee – traumhaft schön im Spätherbst

Holzkuh am Erlebnisweg Uff d'r Alp am Nebelhorn

Familienwanderung: Der Erlebnisweg Uff d’r Alp am Nebelhorn

Für die Oberstdorfer Grundschulkinder ist er ein typisches Ausflugsziel zum Wandertag, der Erlebnisweg Uff d’r Alp macht aber auch allen anderen Kindern Spaß. Nebenher lernen sie spielerisch etwas über die Natur und die Alpwirtschaft.

Ausgangspunkt ist die Bergbahnstation Seealpe

Dorthin könnt ihr entweder zu Fuß hinaufwandern (über die Fahrstraße dauert das gut eine Stunde) oder von der Talstation aus mit der Nebelhornbahn fahren. Bei den meisten Vermietern in Oberstdorf ist im Sommer eine Bergbahndauerkarte inklusive; wer als Tagesausflüger kommt, muss aber eine Karte lösen. Immerhin fahren Kinder bis einschließlich 6 Jahre gratis mit, ansonsten muss in der Familie nur ein Kind zahlen, die Geschwister (bis 18 Jahre) kosten nichts. Hier geht es zu den Sommersaison-Preisen für die Nebelhornbahn.

Der Berggasthof Seealpe liegt neben der gleichnamigen Bergbahnstation auf 1.285 Metern am Eingang eines typischen Hochtalkessels.

Berggasthof Seealpe an der Nebelhornbahn bei Oberstdorf

Hier beginnt der etwa 3 Kilometer lange Rundwanderweg Seealpe, der zum Erlebnisweg Uff d’r Alp ausgebaut wurde. Man kann ihn „rechts herum“ (von der Seealpe aus geradeaus) oder „links herum“ gehen. Letzteres haben wir gewählt und sind dabei diesem Wegweiser gefolgt.

Wegweiser Rundwanderweg Seealpe

So verläuft der Erlebnisweg Uff d’r Alp

Zu Beginn geht es ein wenig bergauf.

Rundwanderweg Seealpe am Nebelhorn - am Anfang des WegesSchon ist die erste Infostation erreicht.

Und wie so oft am Nebelhorn finden sich hier auch hübsche kleine Steinmännchen.

Steinmännchen am Rundwanderweg Seealpe am Nebelhorn

Es geht weiter nach oben …

Rundwanderweg Seealpe am Nebelhorn - kleiner Anstieg

… bis an diesem Waldstück das erste richtige Kinder-Highlight erreicht wird: die Hängebrücke.

Rundwanderweg Seealpe - Waldstück mit Hängerbrücke

Die schaukelt übrigens ganz schön wild!

Diese Brücke ist der Grund, warum ich die kleine Rundwanderung nicht uneingeschränkt mit Kinderwagen empfehlen kann. Mit einem geländegängigen Wagen und schaukelresistenten Eltern ist sie aber zu bezwingen. Danach geht es immer höher und schöner weiter:

Rundwanderweg Seealpe am Nebelhorn - durch die Bäume zum Licht

Nach dem Waldstück habt ihr einen fabelhaften Blick zurück auf den Talkessel samt Speichersee. Falls die Kinder es erlauben, könnt ihr sogar eine kleine Ruhepause auf dieser Bank einlegen und euch sonnen.

Ruhebank mit Blick auf den Speichersee am Rundwandweg Seealpe am Nebelhorn

Idyllische Pausenstation: die Hintere Seealpe

Kurz danach kommt schon die Hofhütte Seealpe, auch Hintere Seealpe genannt, in Sicht.

Hintere Seealpe am Nebelhorn

Das ist ein sehr idyllisches Plätzchen, in dem wir nur zu gerne eine Schokomilch getrunken hätten. Allerdings war die Alpe an diesem Tag noch nicht geöffnet. Falls ihr hier außerhalb der Hochsaison einkehren möchtet, solltet ihr euch vorsichtshalber vorher beim Berggasthof Seealpe (= Vordere Seealpe) erkundigen, ob und wann sie geöffnet ist.

Jetzt geht es richtig los mit dem Erlebnisweg

Von hier ist es nur noch etwa ein Kilometer zu gehen, aber auf diesem Stück wird der Rundweg erst richtig zum Erlebnisweg, sodass ihr mehr als die reine Gehzeit brauchen werdet.

Rundwanderweg Seealpe - von der Hinteren Seealpe in den Talgrund

Welches Kind könnte schon an diesen Kuhschellen vorbeigehen, ohne kräftige Läutproben zu machen?

Kuhschellen zum Probeläuten am Erlebnisweg Uff d'r Alp

Und in diesem Bachbett müsst ihr gewiss auch ein Steinmännchen bauen oder wenigstens ein bestehendes Männchen noch etwas verfeiern:

Steinmännchen im Bachbett am Erlebnisweg Uff d'r Alp

Wenn ihr als Gruppe kommt oder einfach etwas mehr Zeit und entsprechende Vorräte mitbringt, könnt ihr hier sogar gemütlich grillen. Grillplatz und Holz sind am Erlebnisweg Uff d’r Alp vorhanden und zur Benutzung freigegeben.

Grillplatz am Erlebnisweg Uff d'r Alp

Holzvorrat beim Grillplatz am Erlebnisweg Uff d'r Alp

Ein Stückchen weiter lernen Kinder freiwillig etwas über Bäume:

Lernstation Bäume am Erlebnisweg Uff d'r Alp am Nebelhorn bei Oberstdorf

Nun ist schon die Mittelstation der Nebelhornbahn zu sehen.

 Erlebnisweg Uff d'r Alp - Blick auf die Station Seealpe der Nebelhornbahn

Aber zuerst lockt noch der Wasserspielplatz zu einer ausgiebigen Pritschelei. Der ist übrigens auch der Grund, warum ihr die Runde in der von mir gezeigten Reihenfolge machen solltet: Sonst pritscheln die Kinder ewig vor sich hin, und ihr kommt nicht zum Wandern …

Wasserspielplatz am Erlebnisweg Uff d'r Alp am Nebelhorn

Wasserspielplatz am Erlebnisweg Uff d'r Alp - Wasserläufe über Stein und Holz

So, nachdem wir die komplette Runde gegangen waren, haben wir unseren Eiskaffee eben an der Vorderen Seealpe getrunken. Da ist es auch nett, aber nicht ganz so schön wie an der Hinteren Seealpe.

Vordere Seealpe - Berggasthof an der Mittelsttaion der Nebelhornbahn

Zurück nach Oberstdorf geht ihr zu Fuß in etwa einer Stunde, in der Bergbahngondel sind es nur ein paar Minuten.

Noch ein Tipp: Da die Bergbahnen für Übernachtungsgäste in Oberstdorf inklusive sind, sind sie in der Hochsaison entsprechend überlaufen. Wartezeiten von über eine Stunde an der Nebenhornbahn sind keine Seltenheit. Wenn ihr nicht einer Schlange anstehen und in einer Kolonne wandern wollt, solltet ihr morgens vor 10 Uhr hinauffahren und/oder früh oder spät im Jahr kommen.  Da der Erlebnisweg Uff d’r Alp nicht sehr hoch liegt und gut befestigt ist, könnt ihr ihn auch bei nicht so schönem Wetter gehen, da ist ebenfalls weniger los.

der Erlebniswanderweg Uff d'r Alp am Nebelhorn bei Oberstdorf

Ihr möchtet noch mehr wandern? Hier findet ihr weitere erprobte Ideen für Wanderungen im Allgäu, die Kindern und Eltern Spaß machen.

Herbstwald am Burgstall Liebenthann

Liebenthann – das verwunschene Schloss im Wald

Im Günztal stand zwischen Obergünzburg und Ronsberg jahrhundertelang die Burg Liebenthann. Kaiser Maximilian I. besuchte sie auf einem seiner Jagdausflüge, später bauten die Fürstäbte von Kempten sie zu einem richtigen Schloss aus. Heute führt der „Schlosspfad Liebenthann“ hinauf zum Burgstall.

Spaziergang zur Burgruine Liebenthann

Ausgangspunkt dieses Entdeckerspaziergangs ist der Parkplatz an der Teufelsküche, der an der Staatsstraße 2012 im Norden Obergünzburgs liegt. Man erkennt ihn leicht am großen Mühlrad. Von dort spaziert ihr gemütlich zur Schlossmühle Liebenthann – nein, eingekehrt wird dort noch nicht! Erst einmal folgt ihr dem Weg hinauf zum Wald und lasst die Mühle hinter euch (sie diente früher übrigens tatsächlich als Sägemühle zur Versorgung des Schlosses).

Blick auf die Schlossmühle Liebenthann und übers Günztal auf die Alpen

Dieser Hof war früher eine Ziegelei, die ebenfalls zum Schloss Liebenthann gehörte.

ehemalige Ziegelei von Schloss Liebenthann

Folgt dem Weg nach oben zum Wald Wald.

Auf dem Weg zur Ruine Liebenthann

Die Wege sind beschildert; ihr folgt dem Schlosspfad.

Auf dem Schlosspfad im Herbstwald von Liebenthann

An der Hangkante angekommen, wendet ihr euch nach rechts. Hier seht ihr die erste Infotafel mit einer Zeichnung der kompletten früheren Schlossanlage.

Infotafel am Schlosspfad Liebenthann

War das nicht ein prächtiges Schloss?

Rekonstruktion der Burganlage Liebenthann

Die Burg Liebenthann hat eine bewegte Geschichte hinter sich

Die ersten bekannten Besitzer sind die Herren Wolfsattel im frühen 13. Jahrhundert; nach einigen Besitzerwechseln wurde die Burg 1447 schließlich an das Fürststift Kempten verkauft. Sie diente als Hauptwaffenplatz und sogar als Tresor, entsprechend gut befestigt und ausgebaut wurde sie.  Im großen Bauernaufstand 1525 floh der der Kemptener Fürstabt aus der Stadt nach Liebenthann und verschanzte sich dort.  Ein großer Kämpfer war dieser Sebastian von Breitenstein aber wohl nicht, denn nach ein paar Tagen gab er auf. Die Bauern plünderten die Burg und zündeten sie an.

Falls ihr mehr über den Bauernkrieg und das berühmte Jahr 1525 wissen möchtet, empfehle ich euch meinen Post zum Bauernkriegsspektakel Anno 1525 in Bad Grönenbach.

Auch im 30-jährigen Krieg diente Schloss Liebenthann als Rückzugsort für den Fürstabt; diesmal, weil die Schweden das Kempetener Kloster niedergebrannt hatten. Liebenthann blieb Regierungssitz, bis im Jahr 1670 die Kemptener Residenz fertig gebaut war. Danach zog der eingesetzte Verwalter (Pfleger) hinunter ins verkehrsgünstiger gelegene Obergünzburg. Das „Pflegerschloss“ im Herzen des Marktfleckens beherbergt heute das Rathaus.

Im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss vom bayerischen Staat beschlagnahmt und verkauft. Danach wurde es zum Abbruch freigegeben. Man kann davon ausgehen, dass ein Großteil der Häuser, die in dieser Zeit in Obergünzburg errichtet wurden, ehemals fürstliches Baumaterial verwendeten.

Heute existiert Liebenthann nur noch als Burgstall

Diese Schautafel zeigt an, wo einst die Vorburg stand.

In der ehemaligen Vorburg von Schloss Liebenthann

Und dieser Hügel (Burgstall) beherbergt die Überreste des fürstäbtlichen Schlosses.

Der Burgstall von Schloss Liebenthann im Günztal

Die Schautafel zeigt, was man sich heute nur noch mit viel Phantasie vorstellen kann.

Ruhebank und Schautafel auf dem Burgstall Liebenthann

Denn das hier ist alles, was heute von der ganzen Anlage übrig geblieben ist:

Nagelfluhfels mit Gedenkstein für Burg Liebenthann

Ein paar Ziegel liegen auch noch da.

Ziegelreste von Burg Liebenthann

Diesen Mauerrest kann man noch gut erkennen.

Mauerrest von Schloss Liebenthann im Günztal

Rest der Schlossmauer von Liebenthann

Die Burgruine Liebenthann wirkt heute wie ein verwunschener Ort

Wenn man diese Überreste betrachtet, kann man sich kaum vorstellen, dass an diesem friedlichen Fleckchen Erde früher eine so große Burg stand. Wie es wohl war, als hier gebaut, gearbeitet, gelebt und gekämpft wurde? Ob die Geister der Vergangenheit wirklich so spurlos verschwunden sind?

Da, winkt uns dort nicht eine knochige Hand zu?

ausgeblichene Wurzel oder dürre Geisterhand

Vielleicht haben die Waldelfen sich einfach ihre Ruhe gewünscht und mit ein wenig Zauber nachgeholfen …

Klee auf einem Baumstumpf im Wald im Sonnenlicht

liegender Baumstamm im Herbstwald

Pilzkolonie auf einem bemoosten Baumstumpf

Spiegelung von Herbstwald bei Schloss Liebenthann in einem Tümpel

Nach der Rückkehr aus diesem Zauberwald habt ihr euch eine gemütliche Einkehr in der Schlossmühle Liebenthann jedenfalls redlich verdient …

Spaziergang zum Burgstall Liebenthann bei Obergünzburg im Allgäu

Obergünzburg - Verkündhaus und Brunnen mit Kirchturm von St. Martin

Liebenswertes Obergünzburg – ein fotografischer Streifzug

Seit 22 Jahren wohne ich nun schon bei Obergünzburg, seit 5 Jahren blogge ich, aber noch nie habe ich einen eigenen Blogpost über meinen Heimat-Marktflecken geschrieben. Da musste erst Carolin von Berg- und Flachlandabenteuer eine Blogparade zum Thema Die kleinen Dinge am Wegesrand veranstalten, um mich auf die Idee zu bringen. Komisch eigentlich. Jedenfalls bin ich nun endlich einmal mit der Kamera losgezogen, um „mein“ Obergünzburg zu portraitieren und seine liebenswerten Details festzuhalten.

Detailansichten aus Obergünzburg

Wie sich das für einen Allgäuer Marktflecken gehört, ist die Kirche das prägende Element im Zentrum. Es ist ein besonders schönes Exemplar einer ehemals gotischen Wehrkirche, die im Innenraum sehr gelungen barockisiert wurde. Aber wir sehen sie uns nur von außen an.

Pfarrkirche St. Martin Obergünzburg - Ansicht vom Marktplatz aus

Ein Detail, das man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, findet sich nämlich an der Außenwand des Chorraumes.

Außenansicht Chorraum der Kirche St. Martin in Obergünzburg

Hier steht nämlich die Replik eines römischen Altarsteins, der dem Gott Merkur geweiht war und an dieser Stelle gefunden wurde. Das ist nicht so überraschend: Merkur war der Gott der Reisenden (sowie der Kaufleute und der Diebe), der auch entlang der römischen Straßen verehrt wurde. Die heutige Kirche St. Martin wurde quer über die frühere Römerstraße gebaut und zwar offensichtlich an einer Stelle, die schon vor vielen Jahrhunderten einen sakralen Charakter hatte.

Altarstein des Gottes Merkur an der Ostseite der Pfarrkirche St. Martin in Obergünzburg

So sieht die Kirche übrigens an der gegenüberliegenden Westseite aus:

Rückseite der Pfarrkirche St. Martin in Obergünzburg mit Figur des Heiligen Martin

Hier findet sich ganz einsam an der Wand eine Figur des Kirchenpatrons, der etwas ermattet gen Sonnenuntergang blickt.

Skulptur des Heiligen Martin an der Außenwand der Pfarrkirche St. Martin in Obergünzburg

Oben im Titelfoto habt ihr schon den Brunnen gesehen, der vor dem so genannten Verkündhaus an der Kirche steht. Die Brunnenfigur ist ein Mohr, der ein Wappenschild trägt. Das von den Einheimischen liebevoll „Mohrenbüble“ genannte Knäblein verdankt seine Existenz allerdings einer Fehlinterpretation des Obergünzburger Wappens. Es zeigte ursprünglich nämlich die Heilige Hildegard über den drei Wellen, die für die Günz stehen. Die ehrwürdige Dame war aber in den alten Urkunden so nachgedunkelt, dass man sie für einen kleinen Afrikaner hielt und diesem ein Denkmal setzte. Frühes Multikulti sozusagen.

Mohrenbüble-Figur auf dem Brunnen vor der Obergünzburger Kirche

Wie sich das gehört, steht gegenüber der Kirche eine zünftige Wirtschaft, nämlich der Gasthof Goldener Hirsch. Dort speist man übrigens ganz vorzüglich.

Gasthof Goldener Hirsch in Obergünzburg

Der Name ist sehr treffend in diesem Wirtshausschild visualisiert.

Goldener Hirsch am Gasthof Goldener Hirsch in Obergünzburg

An der Rückseite der Wirtschaft befindet sich der Hirschsaal, der als Gemeindesaal dient. Dort hängt über dem Eingang ein weiterer Hirsch:

Hirschkopf aus Bronze (?) am Hirschsaal in Obergünzburg

Er hat eine leichte 70er-Jahre-Anmutung. Genau wie dieses Ornament an der Hausmauer daneben.

70er-Jahre-Ornament an einer Hausmauer in Obergünzburg

Von hier aus blickt man auf die Poststraße, in der sich früher einmal tatsächlich die Post befand. Das Gebäude steht noch; es wird aber nur noch als Verteilstelle genutzt, die Schalter sind schon lange geschlossen. Schade, es ist ein so schönes Haus.

Die frühere Post in Obergünzburg - Außenansicht

Nicht nur die Lampe ist kunstvoll geschmiedet, auch die Fenstergitter zeigen Liebe zum Detail.

Stern am fenstergitter der früheren Post in Obergünzburg

Heute muss man schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass es hier einmal um Geldgeschäfte ging.

altes Werbeschild im Fenster der früheren Post in Obergünzburg

Gleich ums Eck liegt der Alte Markt. Hier befindet sich ein hübscher kleiner Brunnen.

Brunnen am alten Markt in Obergünzburg

Der Fuhrmann auf dem Brunnen blickt eigentlich ganz wohlgemut in die Gegend. Da sich am Alten Markt mehrere Gaststätten befinden, hatte aber wohl jemand Mitleid mit ihm und hat ihm zwei Schnäpschen spendiert.

Brunnenfigur mit leeren Schnapsfläschen am Alten Markt in Obergünzburg

Die Obergünzburger haben einen eigenwilligen Deko-Geschmack

Das zeigt sich zum Beispiel am örtlichen Steinmetzbetrieb. Die Stelenreihe am Parkplatz  ist sehr geschmackvoll arrangiert.

Stelenreihe am Steinmetzbetrieb Rudolph in Obergünzburg

Abgeschlossen wird sie überraschenderweise mit einem Nilpferdkopf. Wie es den wohl ins Günztal verschlagen hat?

Skulptur eines Nilpferdkopfs aus Stein

Gleich gegenüber befinden sich ein paar der wenigen Graffiti-Werke im Ort. Ich mag besonders den Kerl mit dem riesigen Kopf und den tiefen Augenringen. Bestimmt ist dieses Werk nach einer langen, durchzechten Nacht entstanden …

Graffitto aus Obergünzburg

Deutlich fröhlicher geht es in der Werkstatt des Schusters zu (ja, in Obergünzburg gibt es noch ein Schuhgeschäft mit einem echten Schuhmachermeister!). Jedenfalls auf dem Bild über dem Eingang.

Schuhhaus Dietrich - Lüftlmalerei

Viele Obergünzburger gestalten ihre Gärten sehr liebe- und fantasievoll. Hier hat zum Beispiel jemand einen neuen Verwendungszweck für alte Geräte gefunden:

alte Hebemaschine als Blumentopfhalter in einem Obergünzburger Garten

alter Kanonenofen als Pflanzschale

Andere haben eine Schwäche für lustige Vögel:

Metallblumentopf mit lustigem Vogel

komische Vögel an der Hausnummer 13

Ob das Dreier-Rad jemals benutzt wurde? Es ist jedenfalls sehr dekorativ:

Tandem für Drei

Holz vor der Hütte haben in Obergünzburg viele gestapelt, wie es im ganzen Allgäu üblich ist. Aber diesen Stapel finde ich außergewöhnlich – nicht zuletzt, weil er sich offensichtlich um den Stamm herum aufbaut, von dem er geschlagen wurde.

ungewöhnlicher Holzstapel vor einer Hütte

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig von dem vermitteln, was meinen Heimat-Marktflecken so besonders macht.

Und das ist noch nicht alles …

Falls ihr Obergünzburg einmal persönlich besuchen möchtet, empfehle ich euch auf jeden Fall, die Kirche St. Martin zu besichtigen. Auch die ungewöhnliche Südsee-Sammlung ist einen Besuch wert. Gut essen könnt ihr im Goldenen Hirschen und im Gasthaus zum Lamm. Ganz in der Nähe befinden sich der Wald-Wissen-Spielplatz in Eschers sowie die Teufelsküche, eines der 100 schönsten Geotope Bayerns. Nach einer Erkundung der Teufelsküche lockt die Liebenthann-Mühle zur Einkehr. Südlich von Obergünzburg liegt übrigens die Gemeinde Günzach, in der die Günz entspringt. An der Günzquelle könnt ihr an warmen Tagen eure Füße im eiskalten Wasser baden. Ihr seht: Eine Fahrt ins Günztal lohnt sich …

Falls Ihr Spaß an der Betrachtung der kleinen Dinge am Wegesrand habt, empfehle ich euch auch den Beitrag zur Blogparade, den das Landlebenblog aus dem Odenwald präsentiert. Bilder und Text sind einfach wunderbar!

Hirten und Herde ziehen beim Viehscheid Apfeltrang von der Alpe ins Dorf

Viehscheid Apfeltrang – mit ihm endet der Alpsommer im Allgäu

Der Viehscheid Apfeltrang ist noch recht jung, hat aber alte Wurzeln: Schon seit über hundert Jahren geben die Apfeltranger Bauern ihre Schumpen den Sommer über auf die Alpe Schrofenstein, die etwas außerhalb des Ostallgäuer Dorfes liegt. 2009 feierten sie das Ende des Alpsommers zum ersten Mal mit einem Viehscheid. Der letzte Viehscheid im Allgäu – er findet meist am ersten Sonntag im Oktober statt – hat sich seitdem zu einem kleinen Volksfest entwickelt, das vor allem Besucher aus dem Dorf und der näheren Umgebung anzieht.

So lief der Viehscheid Apfeltrang 2017 ab

Als die ersten Besucher sich erwartungsvoll rund um das Festzelt und den Scheidplatz versammeln, haben der Alphirte Markus Stich und seine Helfer auf der Alpe Schrofenstein längst alles vorbereitet: Die rund 50 Schumpen (= Jungrinder) tragen ihre Schellen, das Kranzrind ist geschmückt, die Helfer tragen ihre Tracht. Jetzt einen Moment durchatmen, bevor es losgeht.

Der Hirte und seine Helfer auf der Alpe Schrofenstein

Das Kranzrind trägt einen prächtigen Kopfputz. Damit zeigt es an, dass der Alpsommer unfallfrei verlaufen ist und alle Tiere heil und gesund zu ihren Eigentümern zurückkehren werden.

Kranzrind und Hirten auf der Alpe Schrofenstein

Die Schumpen grasen friedlich vor sich hin, ihre Schellen läuten bis hinunter ins Dorf.

Schumpen mit Schelle auf der Alpe Schrofenstein

Sie müssen erst einmal zusammengetrieben werden.

Zusammentreiben der Schumpen auf der Alpe

Dann setzt sich die Herde in Bewegung und zieht den Feldweg ins Dorf hinunter.

Abtrieb von der Alpe Schrofenstein - Kranzrind und Kinder

Apfeltranger Almabtrieb 2017 - Hirten und Schumpen

Herde beim Almabtrieb von hinten

Am Ortseingang schließt sich noch eine lustige Ziegentruppe an.

Ziegen beim Viehscheid Apfeltrang

Gemeinsam machen Hirten und Tiere noch eines Runde durch das Dorf, bis sie am Scheidplatz ankommen.

Kranzrind und Herde auf dem Weg durchs Dorf

Schumpen auf dem Weg durch Apfeltrang

Am Scheidplatz werden die Tiere getrennt

Nach der ganzen Aufregung brauchen die Schumpen erst einmal ein bisschen Zeit, um sich zu beruhigen.

Verschnaufpause am Scheidplatz

Nach und nach werden sie entspannter …

Schumpen am Viehscheidplatz

und neugieriger:

neugierige Schumpennase

Der eigentliche Grund, warum der Viehscheid Apfeltrang veranstaltet wird, ist das Trennen der Tiere, damit der jeweilige Bauer sie für den Winter in den heimischen Stall holen kann. Dazu werden sie in dieses enge Gatter getrieben, wo man ihnen die Schelle abnimmt.

Anstehen zum eigentlichen Viehscheid

Vereinzelung am Viehscheidplatz

Danach geht es ab in den Viehanhänger.

chumpen im Viehanhänger

Währenddessen werden die Spuren beseitigt, die sie auf der Straße hinterlassen haben.

Aufräumarbeiten nach dem Durchmarsch der Herde

Der Viehscheid Apfeltrang ist ein richtiges Dorffest mit Musik und Festzelt. Zum Auftakt spielten die Alphornbläser vor dem Landgasthof Hubertus.

Alphornbläser beim Viehscheid Apfeltrang 2017

Im Festzelt spielte dann die Musikkapelle Ruderatshofen auf.

Musikkapelle Ruderatshofen beim Viehscheid Apfeltrang 2017

Mit hat der Viehscheid Apfeltrang 2017 sehr gut gefallen. Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber die Stimmung war fröhlich und entspannt. Es ist ein echtes Dorffest, wo die Einheimischen die Mehrheit stellen und man in jeder Beziehung weit entfernt ist vom Riesen-Remmidemmi so mancher Oberallgäuer Festivitäten.

Wenn ihr euch für weitere kleinere Viehscheide im Allgäu interessiert, empfehle ich euch meine Posts über den Viehscheid in Kranzegg und den Viehscheid Buching.

Viehscheid Apfeltrang 2017

Kranzrind auf dem Viehscheid Buching 2017

Viehscheid Buching – klein und fein

Im September ist im Allgäu die Zeit des Viehscheids; die glücklichen Schumpen und Kühe, die den Sommer auf einer Bergweide (= Alpe) verbringen durften, werden ins Tal getrieben, voneinander getrennt (= geschieden) und zurück in den heimischen Stall gebracht. Das ist seit jeher ein wichtiges Fest und in Zeiten des modernen Tourismus zum großen Event geworden.

Ich habe mir dieses Jahr den Viehscheid in Buching in der Gemeinde Halblech angesehen und war angenehm überrascht davon, wie entspannt und überschaubar es hier zugeht. Und das, obwohl die Buchinger am ersten Wochenende nach den bayerischen Sommerferien bereits ihr Herbstfest feiern und den Viehscheid als krönenden Abschluss am Montag dranhängen. Noch dazu strahlte die Sonne vom weiß-blauen Himmel, wie sich das gehört.

Impressionen vom Viehscheid Buching 2017

Die Buchinger Musikkapelle – sie heißt übrigens Alpengruß – marschiert vorneweg.

Musikkapelle Buching

Nach der Musik folgt das zweite wichtige Accessoire für ein zünftiges Allgäuer Fest: das Bier. Es wird stilbewusst mit einem Pferdegespann zum Festplatz transportiert.

Pferdegespann zum Biertransport

Dann kommen die Tiere, von denen jedes von einem Hirten begleitet wird. Das ist bestimmt auch besser so, denn nach einem ruhigen Sommer auf der Alp sind die Rinder inmitten der vielen Leute doch etwas nervös. Die Hirten dagegen strahlen richtige Festtagslaune aus. Sie haben jedes Tier ihrer Herde geschmückt.

Hirten und geschmückte Rinder

Hier trägt allerdings ein Hirte den Kopfschmuck hinterher, wahrscheinlich hatte das Vieh genug von der ungewohnten Blumenmütze …

Fesche Hirtin mit Schumpen

Manche Schumpen sind gar nicht so einfach zu führen …

Hirten mit nervösen Rindern

… andere dagegen ganz brav.

Hirten und geschmückte Schumpen auf dem Weg zum Scheidplatz

drei Hirten mit geschmückten Rindern

Da es sich um eine kleine Herde von etwa 30 Tieren handelt, dauert das Defilee nicht lange. Sobald die Tiere vorbei gelaufen sind, schließen sich die Zuschauer dem Tross in Richtung Scheidplatz und Festzelt an. Für die Vierbeiner bedeutet das erst einmal etwas Ruhe.

Kranzrinder am Viehscheidplatz

Die Zweibeiner amüsieren sich dann auf dem Krämermarkt weiter.

Krämermarkt und Herbstfest in Buching

Auf dem Krämermarkt gibt es allerlei Hübsches und Nützliches zu erstehen. Zum Beispiel Artikel aus Wolle.

Krämermarkt Stand mit Wollartikeln

Oder Schuhe.

Schuhe auf dem Krämermarkt

Die Kinder zieht es zum Karussell und zur Schiffschaukel.

Karussell

Schiffschaukel

Viele Väter studieren länger das Angebot an Landmaschinen.

Landmaschinenausstellung

Gegen Mittag zieht es die Festgesellschaft dann ins Bierzelt.

Viehscheidplatz Buching mit Festzelt und Blick auf Neuschwanstein

Den Viehscheid Buching kann ich für alle empfehlen, die es nicht ganz so trubelig, dafür aber authentisch mögen. Auch für Familien mit kleineren Kindern.

Pin zum Viehscheid Buching 2017

Ähnlich sympathisch fand ich übrigens den Kranzegger Viehscheid, den ich 2016 besucht habe.

Anno 1525 in Bad Grönenbach - die Landsknechte ziehen 2017 vor das Hohe Schloss

Anno 1525 in Bad Grönenbach – ein Mittelalterfest vom Feinsten

Heute bin ich tief in die Allgäuer Geschichte eingetaucht, und zwar in die Zeit der Bauernkriege im 16. Jahrhundert. Genauer gesagt habe ich den Mittelaltermarkt samt Bauernkriegslager Anno 1525 in Bad Grönenbach besucht. Es gibt ja viele Mittelalterfeste in unserer Region, von denen die meisten an ein bestimmtes historisches Ereignis anknüpfen. Zum Beispiel feiert das Tänzelfest in Kaufbeuren unter anderen die kaiserlichen Besuche in der Stadt. In Bad Grönenbach wird alle zwei Jahre (immer in ungeraden Jahren) am ersten Wochenende nach Schulanfang an die Bauernkriege und vor allem an die Proklamation der zwölf Bauernartikel in Memmingen erinnert. Dazu erzähle ich gleich mehr.

Einzug der Mitwirkenden bei Anno 1525 in Bad Grönenbach im Jahr 2017

Beim Einzug defilierten sie alle an den Zuschauern vorbei, zum Beispiel der Schillingsfürster Bauernhaufen,

Einzug Schillingsfürster Bauernhaufen zu Anno 1525 in Bad Grönenbach

die Schwarze Schaar aus Memmingen,

die Schwarze Schaar aus Memmingen beim Einzug

die sich übrigens als durchaus gesangsstark erwies,

singende Schwarze Schaar

und der Fanfarenzug aus Kisslegg:

Fanfarenzug Kisslegg beim Einzug zu Anno 1525 in Bad Grönenbach

Severinus der Henker forderte die Zuschauer lautstark zum Jubeln auf:

Severinus der Henker in Rage

Die Landsknechte hatten ihre Trommler mitgebracht.

Landsknechte und Trommler beim Einzug zu Anno 1525 in Bad Grönenbach 2017

Auch so illustre Personen wie der Raubritter Adelar mit seinem Weib, der Hexe von Humbach, bereicherten den Tross.

Adelar der Raubritter mit seinem Weib die Hex von Humbach

Sie alle zogen vor die stimmungsvolle Kulisse des Grönenbacher Schlosses.

Einzug zum Hohen Schloss in Bad Grönenbach

Im Publikum wartete schon die grässliche Stelzenhexe.

die Stelzenhexe

Dann wurden die berühmten Bauernartikel dem staunenden Volk vorgelesen.

Beeindruckend: die zwölf Bauernartikel

Das Leben im 16. Jahrhundert war kein Zuckerschlecken, besonders nicht für die Bauern, die mit ihren Steuern und Naturalabgaben sowohl die Feudalherren als auch den Klerus finanzieren mussten. Viele Landadelige pressten die Bauern geradezu aus, nahmen ihnen ihre althergebrachten Rechte und zwangen ihnen immer mehr Frondienste auf bis hin zur kompletten Leibeigenschaften. Dagegen wehrten sich die Bauern in kriegerischen Auseinandersetzungen, die sie freilich wegen ihrer militärischen Unterlegenheit nicht gewinnen konnten.

In Memmingen gab es dagegen den Versuch einer friedlichen Lösung. Im März 1525 versammelten sich hier die Führer der aufständischen Bauern in einer Art „Bauernparlament“ und formulierten ihre Forderungen, eben jene zwölf Artikel. Sie sind deutlich vom Geist der Reformation geprägt, wie es damals auch die Memminger Bürgerschaft war. Der Memminger Rat stellte den ca. 50 Abgeordneten der Baltringer, Bodenseer und Allgäuer Bauernhaufen extra die Kramerzunftstube am Weinmarkt als Beratungsort zur Verfügung und half auch bei der schriftlichen Abfassung der Bauernforderungen. Die muten erstaunlich modern und aufgeklärt an, denn sie formulieren bereits die Einsicht, dass jeder Mensch, auch der von geringem Stand, eine unantastbare Würde besitzt, die ihm niemand nehmen darf.

Eine Kurzfassung der zwölf Artikel findet ihr hier auf der Website der Schwarzen Schaar.

Was Anno 1525 im Jahr 2017 sonst noch zu bieten hatte

Neben den üblichen mehr oder weniger mittelaltertypischen Essständen gab es ein buntes Angebot an Kunsthandwerklichem und Ausgefallenem.

So konnte die Hexe sich bei Bedarf vor Ort mit neuem Fluggerät versorgen.

Reisigbesensortiment

Kleine Ritter fanden allerlei Gewandung vor.

Gewandung für den kleinen Ritter

Das Weibsvolk hatte die Wahl aus allerlei Geschmeide und aus den passenden Lederriemen.

Auswahl an bunten Lederriemen

Natürlich gab es auch nützliche und dekorative Artikel für den mittelalterlichen Haushalt:

Töpferwaren und Körbe auf dem Mittelaltermarkt

Für Trinkfeste wurde Honigwein und anderes Gebräu angeboten.

Honigwein und andere Köstlichkeiten

Solte jemand davon zu viel getrunken haben, helfen vielleicht die Dienste der mobilen Apotheke.

mobile mittelalterliche Apotheke

Und selbst der beste Freund des Menschen durfte auf Köstliches hoffen.

Geweih-Snacks für Hunde

Der Harfner Arno von der Biegenburg begleitete das bunte Treiben mit schönen Klängen und bot sie auf neumodischen Silberscheiben zum Kauf an.

Harfner Arno von der Biegenburg

Der „Stoihas“ bot eigenwillige Holzskulpturen feil und nutzte die Zwischenzeit, um eine weitere anzufertigen.

Der Stoihas bei der Arbeit, nämlich beim Schnitzen

Vorführungen und Lagerleben

Besonders gut gefallen hat mir das feurige Stück von Lux Aeterna, in dem eine Vogelfrau um ihre Freiheit kämpft und sie auch (wieder)erringt.

Hinter der nächsten Hecke hatten die Landsknechte und Bauernhaufen ihr Lager aufgeschlagen, das wir natürlich auch besucht haben.

Das Fähnlein Schertlin rastete gerade von den Mühen des Marktes.

Sogar die Rüstung ruhte, und das ganz ordentlich.

Auch die Ausstattung im Nachbarzelt wirkte vorbildlich geordnet.

Übrigens haben wir während unseres Aufenthalts bei Anno 1525 schmackhaftes Falafel und noch köstlicheres Baklava samt Mokka genossen. Beim nächsten Fest im Jahr 2019 möchte ich am Freitag- oder Samstagabend kommen und die Vorführungen im Fackelschein genießen. Ich freu mich schon!

Anno 1525 Bad Grönenbach 2017