Neueste Artikel

Die Feuershow beim historischen Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 in Kaufbeuren

Historisches Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 in Kaufbeuren – wow!

Das Tänzelfest in Kaufbeuren gilt als das älteste historische Kinderfest Bayerns, da es sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Jedes Jahr im Juli verwandelt sich das sonst eher etwas behäbige Kaufbeuren für zwölf Tage in eine quicklebendige, feierfreudige, bunte Stadt, die sich für die Reise in ihre glorreiche Vergangenheit festlich herausputzt.

Zu den Höhepunkten des Tänzelfests gehören der Einzug des Kaisers Maximilian samt großem Festzug. Beide finden gleich zweimal statt, nämlich am ersten Festsonntag und Montag. Zum großen Festzug auf dem Tänzelfest 2013 habe ich schon einmal einen Post veröffentlicht. Diesmal aber nehme ich euch mit auf das wilde Lagerleben, das am ersten Festwochenende in den mittelalterlichen Gassen der Stadt Buron stattfindet.

Eröffnung mit Einmarsch der Musikgruppen

Da derzeit die Fußgängerzone Kaufbeurens erneuert wird, wirkten die teilweise nur gekiesten Gassen tatsächlich recht mittelalterlich. Jedenfalls gestaltete sich die Eröffnung zum Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 recht eindrucksvoll. Daran nahmen teil:

Der Fanfarenzug Daugendorf,

Fanfarenzug Daugendorf

der Fanfarenzug Bretten,

Fanfarenzug Bretten bei der Eröffnung zum historischen Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017

die wilden Tänzelfest-Landsknechtstrommler,

Tänzelfest-Landsknechtsrommler

allerlei Gaukler …

Gaukler

und die Ritterschaft zu Wasserstein.

Einzug der Ritterschaft zu Wasserstein 1

Einzug der Ritterschaft zu Wasserstein 2

Damit ihr einen noch lebendigeren Eindruck bekommt, habe ich vom Einzug der Gruppen ein kurzes Video gemacht:

Kleiner Rundgang über das Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017

Die ganze Stadt hat sich festlich mit Wimpeln geschmückt.

festlich geschmückter Hafenmarkt

Auch viele Bewohner haben sich passend gewandet wie diese Familie am Tänzelfestbrunnen.

Familie am Tänzelfestbrunnen

Wer noch keine Gewandung für den Anlass hat, kann sie noch schnell erwerben:

Stand mit Gewändern

Für die Kinder gibt es allerlei altertümliche Vergnügungen, etwa diese Allgäuer Version eines „Hau den Lukas“.

Hau den Ritterbjbjk

Überall trommelt und trötet und flötet es; auf der kleinen Tribüne am Hafenmarkt finden Vorführungen statt. Sehr eindrucksvoll fand ich die Schaukämpfe (oder waren es doch echte?) der Ringer:

Ringer am Hafenmarkt

Ringer am Hafenmarkt in voller Aktion

Natürlich ist auch für das leibliche Wohl der Gruppen und Besucher bestens gesorgt:

Lager die wilde Gilde

Spieß im Semmel

Beim Einsetzen der Dämmerung hat sich die Stadt gefüllt, wie hier am Fünfknopfturm:

Gedränge unterm Fünfknopfturm

In der Ludwigsstraße schlendern die Besucher zu den einzelnen Lagern, um sich bei Speis und Trank niederzulassen.

Lagerleben in der Ludwigsstraße

Mitreißend: Die Auftritte der Gruppen vor dem Rathaus

Zu den Höhepunkten auf dem Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 gehörten die Darbietungen vor dem Rathaus. Wie jedes Jahr waren die Fahnenschwinger der Contrada San Giorgio aus Ferrara (Ferrara ist die Partnerstadt von Kaufbeuren) dabei, die das Fahnenschwingen zu einer eigenen Kunstform kultiviert haben. Auch dazu habe ich für euch ein kleines Video erstellt:

Die allerbeeindruckendste Vorführung war für mich aber die Feuershow der Kulturwerkstatt Kaufbeuren.

Entzünden der Fackeln für die Feuershow

Leider hatte ich mir nicht die optimale Tribünenposition zum Filmen ausgesucht, totzdem kann dieses Video (es zeigt natürlich nur Ausschnitte) hoffentlich einen Eindruck davon vermitteln, wie spektakulär die Feuershow tatsächlich war:

Nächtes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei – und dann sitze ich am richtigen Ende der Tribünen, wenn die Feuershow beginnt!

Und hier noch zum Pinnen:

historisches Lagerleben auf dem Tänzelfest 2017 in Kaufbeuren - mit Fotos und Videos

Herz-Jesu-Feuer am Aggenstein 2017

Mystisch: die Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal

Genau genommen handelt es sich beim Herz-Jesu-Feuer gar nicht um einen Allgäuer Brauch (hier zündet man stattdessen zur Sommersonnwende die Johannifeuer an), sondern um einen aus Tirol. Aber das Tannheimer Tal gehört zur unmittelbaren Nachbarschaft und damit doch fast zum Allgäu. Dieses Jahr habe ich mir zum ersten Mal die Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal angesehen, die am 25. Juni entzündet wurden.

Was sind Herz-Jesu-Feuer?

An den Hängen und auf den Gipfeln der Berge werden nach Einbruch der Dunkelheit Feuer entzündet. Sie folgen entweder dem Gipfelverlauf oder stellen ein christliches Motiv dar. Oben im Titelfoto sehr ihr ein brennendes Herz mit einem Kreuz darauf, das in der Gipfelregion des Aggenstein entzündet wurde. Auf dem Berggrat erkennt ihr ebenfalls eine Flammenspur.

Die Bergfeuer zur Sommersonnwende sind ein uralter Brauch in der Alpenregion, der wahrscheinlich noch heidnische Wurzeln hat, später aber christlich umgewidmet wurde. In Tirol haben sich daraus aus einem kriegerischen Anlass heraus die Herz-Jesu-Feuer entwickelt.

Gipfel in Flammen im Tannheimer Tal 2017

Die Feuer erinnern an den Krieg gegen Napoleon

1796 eroberte nämlich Napoleon das lombardische Königreich und Teile Tirols. Er wollte dadurch die Habsburger unter Druck setzen und seine Truppen nach Bayern vorstoßen lassen, das zu diesem Zeitpunkt zu den Verbündeten Österreichs zählte. Dagegen wehrten sich die Einheimischen, und dem Tiroler Landsturm gelang es 1797 gemeinsam mit den österreichischen Truppen, die napoleonischen Truppen zu besiegen und zu vertreiben. Freilich war der Sieg nicht sehr nachhaltig, denn 1805 schlossen die Österreicher und Franzosen Frieden, woraufhin Tirol geteilt wurde. Ein Teil kam zu Italien, wo ein Bruder Napoleons regierte, ein Teil zu Bayern, das sich inzwischen mit Frankreich verbündet hatte und selbst zum Königreich geworden war.

Aber soweit sind wir noch nicht: Als die Tiroler sich 1796 zum Landsturm sammelten, schlug der Stamser Abt Sebastian Stöckl vor, das Land dem Schutz des „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen. Das tat man dann auch, und aus diesem Anlass wurden die Herz-Jesu-Feuer erstmals entzündet. Vermutlich auch deswegen, weil man sich in Kriegszeiten ohnehin über Leuchtfeuer in den Bergen verständigte.

Außerdem sollte zukünftig jedes Jahr das Herz-Jesu-Fest mit einem Gottesdienst gefeiert werden. Das Herz-Jesu-Fest wird am Freitag in der Woche nach Fronleichnam gefeiert. Heute brennen die Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal immer am Sonntag nach diesem Fest.

Der Brauch ist noch lebendig

Die Mitwirkenden machen sich unglaublich viel Arbeit, um die benötigten Materialien bis auf steilste Hänge und Gipfel zu transportieren. Sobald die Dämmerung hereinbricht, beginnt es dort zu qualmen und dann nach und nach immer mehr zu leuchten. Wir haben das bei Tannheim oberhalb der Talstation der Neunerköpfle-Bergbahn beobachtet:

Blick über Tannheim in der Dämmerung

Sehr schön fand ich die feurige „Gipfeldeko“ am Geißhorn:

Feuerspur auf dem Geißhorn anlässlich der Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal 2017

Am Neunerköpfle loderten ein Herz mit Kreuz …

Feuerherz auf dem Neunerköpfle

Flammenherz am Neunerköpfle im Tannheimer Tal

und eine flammende Kerze:

Herz-Jesu-Feuer am Neunerköpfle

Wenn ich mich umdrehte, grüßte der Aggenstein herüber:

Feuerherz am Aggenstein im Tannheimer Tal

Bei Schattwald lodern noch aufwendigere Symbole

Nachdem es völlig dunkel geworden war, fuhren wir von Tannheim zurück bis Schattwald (und von dort dann heim ins Ostallgäu). Dort leuchteten die Feuer wie aus einem schwarzen Nichts heraus. Dieser Engel muss aus tausenden von Einzelfeuern bestanden haben.

Feuriger Engel über Schattwald anlässlich der Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal 2017

Das geflügelte Kreuz schien über der Kirche am Himmel zu schweben …

geflügeltes Feuerkreuz über dem Kirchturm von Schattwald

und am Ende brannten Alpha und Omega unter dem Kreuz.

Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal - Alpha und Omega unter dem Kreuz

Ich fand die Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal wunderschön. Der Fleiß der Beteiligten ist beeindruckend und die Atmosphäre ganz zauberhaft. Falls ihr sie einmal selbst sehen wollt: Das nächste Mal brennen sie am 10. Juni 2018.

Herz-Jesu-Feuer im Tannheimer Tal - Pin

Falls ihr euch für weiteres flammendes Brauchtum im Allgäu interessiert, empfehle ich meinen Beitrag zum Funkenfeuer (mit Video).

mein schönstes Allgäu-Foto im Juni 2017

Meine schönsten Allgäu-Fotos aus dem 1. Halbjahr 2017

Es ist wieder soweit: Michael von Erkunde die Welt hat zur Fotoparade aufgerufen. Also habe ich mir Gedanken über die sechs gewünschten Kategorien gemacht und meine Allgäu-Fotos aus den ersten sechs Monaten 2017 (puh, wie die Zeit vergeht!) durchgesehen.

Mein schönstes Allgäu-Foto

Vor ein paar Tagen war ich mit meinem Mann auf dem Fellhorn bei Oberstdorf unterwegs. Der Berg selbst ist nicht besonders spektakulär, aber er hat zwei echte Vorzüge: Zum einen blühen hier im Bergsommer die herrlichsten Alpenblumen, zum anderen hat man von hier eine wunderbare Aussicht auf die Allgäuer Alpen. Die habe ich im Titelfoto für euch eingefangen. Es erinnert mich an einen sehr schönen Tag und ist auch deswegen eines meiner schönsten Allgäu-Fotos.

Die übrigen Kategorien von Michaels Fotoparade lauten „ungewöhnlich“, „entspannt“, „fern“, „beleuchtet“  und „alt“.

Ungewöhnlich

Das ist eine gute Beschreibung für das Wetter, das wir dieses Jahr im Allgäu hatten: Der Schnee kam erst im Januar und blieb dann ziemlich lange, um einer frühen Wärmewelle zu Ostern zu weichen. Im April begann die Löwenzahnblüte, die das grüne Allgäu immer so schön gelb färbt. Dann schneite es wieder, und zwar fast 10 cm hoch. Dieses Foto habe ich am 19. April 2017 aufgenommen – ich lebe jetzt seit 22 Jahren im Allgäu, aber ich habe noch nie erlebt, dass die Löwenzahnblüte eingeschneit wurde! (Mein Mann, der hier geboren ist, übrigens auch nicht.)

ungewöhnlich - Löwenzahnblüte im Schnee

Entspannt

Der entspannendste Moment auf einer Bergtour ist für mich die Einkehr auf einer Alpe. Dieses Foto habe ich auf der Oberen Bierenwang-Alpe am Fellhorn gemacht. Da war ich wirklich sehr entspannt!

entspannt - bei einer Radlerhalben auf der Oberen Bierenwang-Alpe

Für Nicht-Allgäuer: Eine Alpe (im sonstigen bayerischen Raum heißt sie Alm) ist ein Sommerweidegebiet in den Bergen, zu dem meist auch eine Hütte für den Älpler gehört. Viele Alphütten sind bewirtschaftet, dort bekommen Wanderer Getränke, Brotzeiten und oft sogar warme Gerichte. Auf manchen Alpen wird Milchvieh gehalten und gemolken und vor Ort Käse hergestellt. Die heißen dann Sennalpen – und wenn dort ein Käsbrot angeboten wird, solltet ihr es unbedingt probieren!

Fern

Im Januar waren wir zum Rodeln auf dem Breitenberg bei Pfronten. Die zweieinhalb Stunden Aufstieg haben sich beinahe schon für diesen Blick in die Ferne gelohnt. Naja, aber eigentlich vor allem für die Abfahrt, die fast eine halbe Stunde dauert und richtig viel Spaß macht. Über diesen Rodelausflug zum Breitenberg habe ich hier übrigens schon geschrieben und dabei auch das Foto veröffentlicht.

Blick auf die Skipiste am Breitenberg und in die Ferne

Beleuchtet

Bei diesem Begriff habe ich sofort an die Königsschlösser bei Schwangau gedacht, die beide nachts ganz zauberhaft beleuchtet werden. Besonders Schloss Neuschwanstein wirkt im kühlen Licht dann ganz entrückt.

beleuchtet - Schloss Neuschwanstein in blauer Nacht

Alt

Für diese Kategorie habe ich am längsten gebraucht, um aus meinen Allgäu-Fotos 2017 ein passendes herauszufischen. Aber dann habe ich mich für eine Schwarz-weiß-Aufnahme entschieden, die ich an einem Januartag bei fast -20°C von der Breitachklamm gemacht habe. Für eine Klamm ist sie zwar noch sehr jung, nach menschlichen Maßstäben aber mit knapp 20.000 Jahren doch ziemlich alt. Hier geht es übrigens zu meinem Post über die Winterwanderung durch die Breitachklamm.

alt - die Breitachklamm bei Oberstdorf

Natürlich habe ich bei meinen schönsten Allgäu-Fotos aus diesem Halbjahr auch noch eine Zugabe für euch, und zwar mit einer zusätzlichen Kategorie:

Blühend

Ich habe ja schon die Alpenblumen erwähnt, die ich so wunderschön finde. Im Frühling liebe ich die Krokusse, die zum Beispiel bei Balderschwang oder am Hündle bei Oberstaufen blühen. Über die Frühlingsblumen im Allgäu habe ich ebenfalls schon einen eigenen Beitrag geschrieben.

blühend - weiße Krokusse am Hündle

Im Juni leuchten dann auch die Trollblumen auf den Wiesen – sind die nicht toll?

blühend - Trollblumen am Fellhorn

Ich hoffe, die Bilder machen euch Freude und vielleicht auch Lust auf einen Besuch im Allgäu. Oder ihr stöbert erst noch in meinen schönsten Allgäu-Fotos aus dem 2. Halbjahr 2016 und plant dann eure Reise …

Fotoparade 1. Halbjahr 2017 - meine schönsten Allgäu-Fotos

PS: Natürlich sehe ich mir auch all die anderen Blogposts an, die im Rahmen dieser Fotoparade veröffentlicht wurden. Da sind sagenhaft tolle Bilder aus der ganzen Welt dabei. Besonders angetan haben es mir persönlich diese Beiträge:

Horst hat auf seinem Blog Austria-Insiderinfo ungewöhnlich schöne Bilder aus Österreich gepostet. Ich sage nur: Milchstraße und Watzmann!

Eddy von Bonvivant at Work hatte die Idee, die Kategorien der Fotoparade nur mit Fotos von Essen (Foodpics) zu bestücken. Das finde ich sehr witzig, und die Bilder machen richtig Appetit.

Herbert von Servus-servus.de hat lauter Bilder zusammengestellt, die – unabhängig von der sonstigen Kategorie – das Prädikat „ungewöhnlich“ verdienen.

Jürgen Wolf hat auf seinem Blog woafu.de mit die schönsten Fotos dieser Parade veröffentlicht; eines davon ist sogar aus dem Allgäu, nämlich vom Hopfensee. Wirklich umwerfend finde ich die Aufnahme der Prager Karlsbrücke.

Sehr beeindruckt haben mich die Aufnahmen, die Felix im felixtravelblog von seiner Heimatstadt Fürth veröffentlicht hat. Fotografisch gehören sie auf jeden Fall zu den besten Bildern der Fotoparade, außerdem gefällt mir der Ansatz, die Schönheit nicht nur in der Ferne, sondern auch daheim zu entdecken.

Sensationell schöne Bilder zeigt auch Andrea von naturfreundin.at. Ihr solltet euch unbedingt das Katta-Baby, den Felsenpinguin und den Elefanten ansehen …

Die schönsten Spielplätze im Allgäu - Abenteuerspielplatz Roßhaupten

Die schönsten Spielplätze im Allgäu

Es gibt inzwischen so tolle Spielplätze im Allgäu, dass ich es manchmal wirklich bedaure, dass meine Kinder schon zu groß dafür sind. Als sie im Spielplatzalter waren, gab es die meisten Plätze noch nicht, die ich euch hier vorstelle. Es ist natürlich eine subjektive Auswahl, aber als erfahrene Mama von drei Kindern weiß ich, wo es richtig viel Spielspaß für Kinder und damit entspannte Stunden für die Eltern gibt.

Die schönsten Spielplätze im Allgäu

Diese Liste habe ich im Mai 2017 angelegt; ich werde sie regelmäßig aktualisieren und ergänzen. Wenn ihr noch mehr tolle Spielplätze im Allgäu kennt, die auf dieser Liste fehlen: Schreibt mir einfach einen Kommentar oder eine E-Mail, ich sehe mir jeden schönen Platz gerne an und nehme ihn hier auf.

Das sind die schönsten Spielplätze im Oberallgäu

In Kempten gibt es gleich drei empfehlenswerte Plätze. Der Familienurlaubsort Wertach punktet mit einem herrlichen Waldspielplatz und Rettenberg krönt das Abenteuer Galetschbach mit einem Abenteuerspielplatz für Klettermaxe.

Der Spielplatz im Engelhaldepark

47°43’14.3″N 10°19’41.1″E

Den gibt es schon seit eingen Jahren, hier haben meine Kinder schon gerne gespielt, als sie noch klein waren. Am liebsten mochten sie die Rutsche, die Reifenschaukel und die Seilbahn (von der habe ich aber kein Foto).

Spielplatz im Engelhaldepark Kempten - Reifenschaukel und Rutsche

Der Spielplatz ist gut gepflegt und wurde noch durch ein schönes Klettergerüst ergänzt.

Spielplatz Engelhaldepark Kempten - Klettergerüst

Im Engelhaldepark gibt es außerdem einen kleinen See, auf dem Enten und Schwäne wohnen (meine Kinder liebten es, im Frühling deren Küken zu beobachten), und eine kleine Gastronomie für eine Eispause. Er ist damit insgesamt ein sehr lohnendes Ausflugsziel für Familien.

Der Ritterspielplatz auf der Burghalde in Kempten

47°43’22.1″N 10°19’15.7″E

Er wurde 2016 neu errichtet. Thematisch passt er hervorragend auf die Burghalde, einen Felssporn über der Kemptener Altstadt, denn dort war früher tatsächlich eine Burg.

Ritterspielplatz auf der Burghalde in Kempten

Der Spielplatz wartet deswegen auch mit einem Burgfried und einer kleinen Wehranlage auf. Nicht zu vergessen die Kanone und der Rammbock, auf dem es sich bestens schaukeln lässt.

Ritterspielplatz Burghalde - Rammbock-Schaukel

Wenn ihr noch mehr Lust auf Ritterliches habt: Nur ein paar Meter entfernt liegt das Allgäuer Burgenmuseum. Es ist ein kleines, aber feines Museum zur Burgenkunde, das von einem Verein mit viel Herzblut geführt wird. Geöffnet ist es samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr, die Familienkarte kostet bescheidene 4 Euro.

Das Allgäuer Burgenmuseum in Kempten

Der Römerspielplatz am APC Kempten

47°43’39.2″N 10°19’24.4″E

Kempten ist stolz auf seine Geschichte und auf seinen Status als älteste schriftlich bezeugte Stadt Deutschlands. Im Archäologischen Park Cambodunum wird diese Geschichte erlebbar. 2015 richtete die Stadt am Archälogischen Park auch einen (frei zugänglichen) Themenspielplatz ein. Seitdem können die kleinen Römer beispielsweise in einer Galeere im Sand spielen.

Römerspielplatz am APC - Sandkastenschiff

Die Größeren können sich als römische Soldaten auf Kletter- und Rutschabenteuer begeben.

Römerspielplatz am APC - Kletterturm

Daneben gibt es noch viel Platz zum Bolzen und Toben, eine Seilrutsche und Schaukeln.

Der Waldspielplatz Großer Wald bei Wertach

47°34’21.6″N 10°22’06.3″E

Wertach ist ohnehin eine sehr familienfreundliche Gemeinde, und der Waldspielplatz ist ein echtes Kinderparadies. Vom Parkplatz Großer Wald aus sind es etwa 20 Minuten Fußweg (beschildert) bis zum Spielplatz.

Waldspielplatz Großer Wald bei Wertach

Hier ist jede Menge Platz zum Spielen und Toben und weit und breit niemand, der über Kinderlärm klagen könnte. Der Spielplatz erstreckt sich gewissermaßen über zwei Etagen, denn über eine Rutsche geht es hinunter zum Bach, wo neben weiteren Spielgeräten auch Grillstellen auf Familien warten.

Waldspielplatz bei Wertach - Grillplätze, Wipptiere, Bach und Steg

Im Sommer solltet ihr also viel Zeit, Grillzubehör und Badesachen bzw. Ersatzklamotten und Handtücher mitbringen: Der Bach ist nämlich auch eine Spielstation …

Der Abenteuerspielplatz am Hasengarten bei Rettenberg

47°34’01.9″N 10°17’39.2″E

Das Abenteuer Galetschbach ist für mich der schönste Kinder-Erlebnisweg tief im Allgäu. Am Ende des Erlebniswegs wartet dann auch noch ein Spielplatz, auf dem die Kinder ausgiebig auf Klettertour gehen können.

Abenteuerspielplatz im Hasengarten bei Rettenberg

Die Eltern können derweil eine Pause machen und den Panoramablick auf den Grünten genießen.

Spielplatz im Hasengarten

Die schönsten Spielplätze im Ostallgäu

Diese habe ich wie die im Oberallgäu in der Reihenfolge von Nord nach Süd sortiert, deswegen fangen wir in Obergünzburg an und enden in Pfronten.

Der Wald-Wissen-Spielplatz in Eschers

47°51’20.6″N 10°22’39.7″E

Auch diesen Spielplatz – eigentlich ist es ein Spiel- und Lernweg durch den Wald – gibt es schon länger, dort haben unsere Kinder früher mit Begeisterung gespielt, weswegen ich über ihn hier schon einmal geschrieben habe. Er wird regelmäßig gepflegt und gewartet, sodass er auch heute noch zum Spielen einlädt. Ganz besonders an heißen Sommertagen. Badesachen bzw. Handtücher nicht vergessen, denn am Schluss pritscheln alle Kinder glücklich im Bach …

Waldwissensspielplatz Eschers - Seilbahn

Parken könnt ihr am Jugendhaus Eschers (die GPS-Daten habe ich oben angegeben). Dort steht ein Wegweiser zum Wald-Wissen-Spielplatz, dem ihr nur noch zu folgen braucht.

Der Drachenspielplatz im Kurpark Roßhaupten

47°38’51.0″N 10°42’56.9″E

Der Sage nach hat der Heilige Magnus, Schutzpatron des Allgäus, bei Roßhaupten einen bösen Drachen besiegt. Darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. Roßhaupten pflegt die Erinnerung daran, weswegen an der Tiefenthalbrücke auch ein niedlicher Steindrache steht und eben der Spielplatz am Kurpark ein Drachenspielplatz ist. Von ihm stammt übrigens auch das Titelfoto dieses Beitrags. Gleich neben dieser hübschen Rutsche liegt nämlich die große Seilbahn.

Abenteuerspielplatz am Kurpark Roßhaupten - Rutsche

Der Drache ist kein bisschen böse, sondern lädt zum Balancieren ein. Das war sogar für meine großen Kinder noch verlockend.

Spielplatz Roßhaupten - Balancierdrache

Toll ist auch die Spielgolfanlage, die man hier im Hintergrund sieht, aber über die schreibe ich ein anderes Mal.

Der Bienenspielplatz in Seeg

47°39’08.2″N 10°36’33.7″E

Die Gemeinde hat sich zum Honigdorf erklärt, und die Erlebnisimkerei Seeg ist für Groß und Klein ein lohnendes Ziel. Auch Seeg hat einen kleinen Kurpark samt Spielplatz, und der ist natürlich dem Thema Bienen gewidmet. Entsprechend wippt man hier auf gelb-schwarzen Rieseninsekten …

Bienenspielplatz Seeg - Bienenwipptier

und klettert und rutscht zwischen Stängeln und Blüten.

Bienenspielplatz Seeg - Klettergerüst

Der Bienenspielplatz ist besonders für Klein- und Kindergartenkinder geeignet. Die Erklärtafeln dazu können die Erwachsenen ja lesen und erzählen.

Der Ritterspielplatz in Pfronten-Ried

47°34’54.3″N 10°33’53.7″E

Pfronten mit seinen 13 Ortsteilen ist ebenfalls eine sehr familienfreundliche Gemeinde. Für ihr Spielplatzkonzept mit den 12 Themenspielplätzen gewann sie 2016 beim ADAC Tourismuspreis Bayern den dritten Platz. Ich habe mir bereits einige der Spielplätze angesehen, nämlich den Spielplatz Räubernest in Pfronten-Kappel, den Regenbogenspielplatz in Pfronten-Röfleuten und den Ritterspielplatz in Pfronten-Ried. Letzterer hat mir bisher am besten gefallen, denn er bietet richtig viel Spielwert mit Burgfried, Zugbrücke, Kletter-Wehrmauer und Brunnen:

Ritterspielplatz in Pfronten-Ried

Die schönsten Spielplätze im Allgäu: Unterallgäu und Westallgäu

Da ich im Unter- und Westallgäu bisher noch nicht so viele tolle Spielplätze entdeckt habe (was nicht heißt, dass es keine gäbe, sondern nur, dass ich dort nicht so intensiv unterwegs bin), fasse ich sie hier in einem Abschnitt zusammen.

Unterallgäu: Der Wasserspielplatz Neue Welt in Memmingen

47°59’48.6″N 10°10’59.6″E

Der Stadtpark Neue Welt ist aus der Landesgartenschau entstanden, die 2000 in Memmingen stattgefunden hat. Die Parkanlage ist großzügig und hat echten Erholungswert (obwohl man das Rauschen der Autobahn hört); es gibt auch einen Biergarten, eine Wakeboardanlage, einen Skaterpark sowie ein Beachvolleyballfeld für die Jugendlichen und eben den Wasserspielplatz für die Kinder.

Spielplatz Stadtpark Neue Welt in Memmingen

Hier solltet ihr auf jeden Fall Badesachen bzw. Wechselklamotten und Handtücher mitbringen, denn auf diesem Spielplatz bleibt kein Kind trocken!

Wasserspielplatz im Stadtpark Neue Welt in Memmingen

Der Wasserspielplatz an den Scheidegger Wasserfällen

47°35’29.0″N 9°50’20.4″E

Die Scheidegger Wasserfälle sind nicht ohne Grund ein beliebtes Ausflugsziel im Westallgäu. Es macht Spaß, über Steige und Stege zu den diversen Aussichtspunkten zu gelangen und die Wasserfälle zu bewundern.

Wasserfall Scheidegg

Die Wasserfälle kosten übrigens Eintritt (Familienkarte 4 Euro). Damit sind aber auch der Besuch des kleinen Streichelzoos und die Nutzung des Wasserspielplatzes abgegolten.

Wasserspielplatz an den Scheidegger Wasserfällen

Hier lässt es sich ausgiebig mit Wasserrad und hydraulischer Schraube spielen, das kleine Rinnsal aufstauen und kanalisieren und einfach gemütlich Pause machen. Ideal für heiße Tage!

Der wasserspielplatz an den Scheidegger Wasserfällen

Wenn ihr mit euren Kindern nicht nur Spielplätze im Allgäu besuchen, sondern noch mehr unternehmen wollt, empfehle ich euch meinen Best-Of-Beitrag Wandern mit Kindern im Allgäu.

Ruderboot am Alatsee im Allgäu

Kleinod bei Füssen: der Alatsee

Der Alatsee bei Füssen ist einer der kleinsten und für mich auch einer der schönsten Seen im Allgäu. Er liegt ein bisschen versteckt inmitten von Höhenzügen und Wald, sein Wasser hat eine ganz besondere Farbe: ein tiefes, leuchtendes Grün. Im Titelfoto sieht man es gut.

Abendstimmung

Schwimmer im Regen im Alatsee

An diesem etwas trüben Abend war noch ein einsamer Schwimmer unterwegs, obwohl es schon zu regnen begonnen hatte. Übrigens ist ein Bad in diesem zauberhaften See nichts für Warmduscher: Das Wasser ist ziemlich kalt.

Aber so schön …

Lärche am Alatsee

Geradezu magisch wirkt der See zur blauen Stunde:

Zauberhaft - der Alatsee zur blauen Stunde

Winter am See

Letzten Winter sind wir einmal von Bad Faulenbach zum Alatsee gewandert. Der See war komplett zugefroren, das Eis war ganz klar.

gefrorener Alatsee - Detail

Der Alatsee bei Füssen - komplett zugefroren im Winter 2016

Auf der gegenüberliegenden Seeseite könnt ihr das Hotel & Restaurant Alatsee erkennen. Dort kann man bei herrlichem Blick und aufmerksamem Service hervorragend essen. Über ein abendliches Menü am Alatsee habe ich schon einmal geschrieben, das empfehle ich gern weiter.

Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 - Ritterlager rund ums Thingauer Schloss

Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 – ein tolles Fest!

Das Unterhingauer Dorffest findet als Mittelaltermarkt alle drei Jahre statt und ist jedes Mal ein prächtiges Spektakel. Deswegen gehe ich immer gerne hin (hier geht es zu meinem Bericht vom Mittelaltermarkt Unterthingau 2014).

Kleiner Rundgang über den Mittelaltermarkt Unterthingau 2017

Die Unterthingauer lassen nicht nur „Mittelalter-Profis“ von Sonstwo anreisen, sondern machen viel selbst, unter Beteiligung der Handwerker und Bauern aus der Region. Hier raucht zum Beispiel die Esse des Schmieds und nebelt die Steinmetzarbeiten fast ein.

Steinmetzarbeiten und rauchende Esse auf dem Mittelaltermarkt Unterthingau 2017

Die Thingauer Apotheke bot neben allerlei Tinkturen und Kräutermischungen auch weitere Leistungen für Mutige an.

Werbeschild für den Gliedersetzer zu Thingau

Die Günzacher Papierschöpfer zeigten ebenso Proben ihrer Arbeit …

Günzacher Papierschöpfer auf dem Mittelaltermarkt Unterthingau 2017

wie die junge Holzbildhauerin, die trotz Hitze und Trubel konzentriert am Werk war.

Holzbildhauerin bei der Arbeit auf dem Mittelaltermarkt Unterthingau 2017

Weiteres mittelalterliches Volk führte ein gemütliches Lagerleben, …

Mittelaltermarkt Unterhingau 2017 - Lagerleben

und natürlich gab es jede Menge leckerer Speisen, mit denen sich die Besucher stärken konnten. Wir haben uns diesmal für deftige „Fleischlappen im Semmel“ entschieden:

leckerer Fleischlappen im Semmel

Für die Kinder war wieder das altertümliche Karussell aufgebaut und sie konnten sich in diversen Ritterspielen erproben. Musik und Tanz erfreuten die Besucher ebenso wie ein Hexen-Kinder-Mitmachspektakel oder das Stelzentheater.

Spektakulär: der Ritterkampf

Für die Kleinen war es spannend, für die Großen sehr unterhaltsam, den Füssener Foetibus-Rittern bei ihrem Schaukampf auf dem Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 zuzusehen. Angesichts der Hitze und der schweren Rüstungen fand ich ihre Leistung schon von der Kondition her beeindruckend. Auslöser des Kampfes war übrigens ein Zwist beim Bier. Erst saß man noch friedlich beinander, …

Die Foetibus-Ritter in Unterthingau beim Bier

dann flogen zuerst böse Worte und dann auch schon die Schwerter.

Das gibt Ärger - die Foetbius-Ritter auf dem Mittelaltermarkt Unterthingau 2017

Wie das so ist: Der Streit entwickelte sich weiter, bis irgendwie jeder gegen jeden kämpfte. Davon habe ich ein kleines Video gemacht:

Dabei waren die Herren nicht zimperlich bei der Wahl ihrer Waffen und Methoden. Einer griff sogar zum großen Holzhammer:

kämpfende Ritter mit einem Holzhammer

Der Kampf endete übrigens damit, dass die kleine Magd, der die Ritter zum zweiten Mal den Tisch umgestoßen hatten, in Wut geriet und alle mit ihrem Holzlöffel niederschlug. Zum Schluss zerbrach der Löffel und sie erntete den verdienten Applaus.

Interessant: die Schafschur

Weniger spektakulär, aber höchst interessant fand ich es, dem erfahrenen Scherer Gottfried Besler aus Amberg bei Buchloe bei der Schafschur zuzusehen. Die Unterthingauer Familie Schrägle hatte ihre drei einjährigen Krainer Steinschafe als Anschauungsobjekte zur Verfügung gestellt. Sie wurden auf dem Mittelaltermarkt Unterthingau 2017 zum ersten Mal geschoren, und das gleich vor Publikum. Beim dritten Schaf habe ich zugesehen.

Schäfer mit Steinschaf vor der Schur

Dabei war das Tier ob der ungewohnten Situation erstaunlicherweise kein bisschen gestresst, sondern ganz entspannt.

entspanntes Steinschaf im Griff des Scherers

Gottfried Besler, der heute einen Milchviehbetrieb führt, war früher Schäfer und betreibt die Schur noch als Hobby und Nebenerwerb. Man konnte sehen, wie gern und wie gut er bei der Sache ist. Er benötigte nur ein paar Minuten, um das Tier von seinem dicken Pelz zu befreien und hatte dabei noch genug Muße, um allerlei Wissenswertes über Schafe und die Schur zu erzählen.

Buchstäblich erleichtert hüpfte das Tier zu seinen Artgenossen – plötzlich ganz dünn und eher grau als braun, aber putzmunter.

3 frisch geschorene Krainer Steinschafe

Leider findet der Mittelaltermarkt in Unterhingau erst wieder im Jahr 2020 statt. Ich freue mich jetzt schon darauf!

Außenansicht von swoboda alpin - KLetterzentrum des DAV in Kempten

Top-Ziel für Kletterfans: das swoboda alpin in Kempten

Klettern und Bouldern sind Trendsportarten, die man wetterunabhängig ausüben kann – das ist angesichts des manchmal ziemlich launischen Wetters im Allgäu durchaus von Vorteil. Es gibt in der Region einige Kletterhallen und Outdoor-Klettertürme; neue Maßstäbe setzt die nigelnagelneue, im April 2017 eröffnete Anlage der Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins e. V. Sie trägt nach einem der Sponsoren den Namen swoboda alpin.

Ich klettere selbst nicht (höchstens mal über einen Zaun), habe mir die Anlage aber aus Neugier angesehen und dabei festgestellt: Das ist schon toll, was der DAV hier geschaffen hat. Die Kletterhalle Kempten liegt schräg gegenüber des Cambomare-Erlebnisbads neben den Tennisplätzen und fügt sich damit schon mal gut in die sportliche Umgebung ein. Allein der Outdoor-Seilkletterbereich umfasst 1.000 qm.

Erste Eindrücke aus dem swoboda alpin

Drinnen erwartet einen die Servicetheke …

freundicher Empfang im swoboda alpin

an der man sich anmelden, aber auch eine Stärkung bestellen kann. Der Gastrobereich ist einladend.

der Gastrobereich innen

Bei schönem Wetter kann man draußen sitzen und den Kletternden zusehen.

Es gibt übrigens auch zwei Seminarräume, die für Schulungen genutzt und an Externe vermietet werden:

Seminarraum im swoboda alpin

Bouldern in Kempten: 1.000 qm auf 2 Etagen

Die Indoor-Boulderflächen sind im swoboda alpin auf zwei Etagen verteilt, die für jede Alters- und Leistungsgruppe etwas bieten.

Boulder-Schwierigkeitsbereiche nach Farben

Eigentlich sieht am Bouldern für mich ja nichts leicht aus, aber Anfänger sollten jedenfalls mit den grünen Griffen beginnen.

Boulderbereich in der ersten Etage

In der zweiten Boulder-Etage geht es bis unter’s Dach.

hinterer Boulderbereich 1. Etage

Die hellgrauen Markierungen, die von links vorne auf das linke obere Bilddrittel zulaufen, stellen übrigens den Verlauf der Trettach dar. Ich habe das natürlich erst gesehen, nachdem meine Führerin Brigitte Natterer es mir erklärt hatte.

Boulder-Gänge unter dem Dach

Hier haben Boulderfans die Wahl …

Blick von oben auf den Boulderbereich im swoboda alpin

Auch Kinder können im swoboda alpin auf Erkundungstour gehen – für sie beginnt ein eigener Gang hier im mehrfarbig beleuchteten Bällebad.

Gang mit Bällebad für Kinder im swoboda alpin

Draußen gibt es übrigens nochmals 200 qm zum Bouldern, diesen Bereich habe ich aber nicht fotografiert.

Ein Blick in die Indoor-Kletterhalle

Für Seilkletterer sind drinnen 1.100 qm Fläche vorgesehen, auf denen es ganz schön zur Sache geht.

die Seilkletterhalle im swoboda alpin

Herausforderungen für Seilkletterer in Kempten

Kletter-Videos aus dem swoboda alpin

Mein erster Besuch im neuen Kemptener Kletterzentrum fand an einem Vormittag unter der Woche statt; da war natürlich nicht viel los. Deswegen bin ich samstags nochmals hingefahren, als dort ein Kletterkurs stattfand, und habe gefragt, ob ich fotografieren und filmen darf. Zum Glück durfte ich – ich fand es sehr spannend, zuzusehen, und hoffe, es geht euch auch so.

Kletterkurs im swoboda alpin Mai 2017

Hier klettern die Kursteilnehmer schon ganz schön hoch hinauf:

Und in diesem Film zeigt der Kursleiter, wie es der Profi macht:

Da sieht dann alles ganz leicht aus … beeindruckend, oder?

Einkaufswagen auf Dolmen

Ausstellung Shoppingmall in Görisried: höchst sehenswert!

Bruno und Michaela Wank haben wieder einmal eine sehenswerte Ausstellung nach Görisried geholt: Unter dem Titel Shoppingmall haben sich 42 Künstler und Künstlerinnen mit einem Alltagsgegenstand beschäftigt, nämlich mit dem Einkaufswagen. Wie die Kunstwissenschaftlerin Anna-Cathérine Koch anlässlich der Vernissage in der VerpackereiGö einführend sagte, haben sie diesen banalen Gegenstand seiner Funktionalität beraubt und in neue Zusammenhänge gestellt. Die Ergebnisse sind manchmal lustig, manchmal fremdartig, manche machen nachdenklich, andere wirken geradezu verstörend.

Wieso Shoppingmall und warum Einkaufswagen?

Die Shoppingmall steht für die moderne Konsumgesellschaft, in der die Menschen mit dem Auto in klimatisierte Kunstwelten fahren, um dort etwas zu tun, das nicht mehr nur der Versorgung dient, sondern als sinnstiftend erlebt wird: Shoppen als Selbstzweck. Der bis oben gefüllte Einkaufswagen sei zur Ikone der Moderne und zum Sinnbild der Überflussgesellschaft geworden, sagte die Kunstwissenschaftlerin. Klar, dass das Künstler anregt.

Leuchtreklame Shoppingmall

Und wie: Der Einkaufswagen, der in einer glänzenden Metallpfütze vergeht, hat mich gleich an den Film Terminator II erinnert – und damit an eine Ikone des Weltuntergangs.

in einer Metallpfütze schmelzender Einkaufswagen

Sind wir Shoppingverrückten eigentlich noch zu retten? Vielleicht nicht.

Shop till you drop - Skelett im Einkaufswagen

Wir könnten uns aber schon bedroht fühlen durch den Zwang zum Immer-mehr-Konsumieren:

Gieriger Einkaufswagen

Vielleicht sollten wir aber auch weniger an uns denken als an die, die wir retten könnten, wenn wir uns nicht so ängstlich auf unserer Insel des Wohlstands verbarrikadieren würden:

Rettet Europa! - Einkaufswagen

Ist Shoppen heute Ersatzreligion?

Einige der Künstler, die sich an der Ausstellung Shoppingmall beteiligt haben, scheinen dieser Meinung zu sein: Das Titelfoto zu diesem Beitrag zeigt den Einkaufswagen als beinahe sakralen Gegenstand. Wir man ihn uns einst ins Grab mitgeben? Oder werden wir ihn als Fetisch in unsere Häuser hängen?

Der Einkaufswagen als Fetisch an der Wand

Hängt unser Herz zu sehr am Konsum?

Gefangenes Herz im Einkaufswagen

Oder geht es nur um einen glitzernden Lifstyle, den wir nicht zu ernstnehmen sollten?

glitzernder Einkaufswagen mit Diskobeleuchtung

Auf in die VerpackereiGö zur Shoppingmall!

Auf der Vernissage am 13. Mai beschäftigten sich die Besucher intensiv mit den Kunstwerken und diskutierten über ihre Bedeutung.

Vernissage Shoppingmall

Einkaufswagen im Zentrum des Interesses

Vielleicht ist ja am Ende alles Schrott …

geschrotteter Einkaufswagen

Aber das solltet ihr selbst herausfinden. Also auf in die VerpackereiGö, wo die Ausstellung noch bis 28. Mai läuft. Geöffnet ist jeweils Freitag bis Sonntag sowie am 25. Mai von 14 bis 18 Uhr.

Hinweisschild zur Ausstellung Shoppingmall in Görisried

Wer es bis dahin nicht nach Görisried schafft, kann die Ausstellung ab 2. Juli in Oberstdorf in der Villa Jauss besichtigen.

Habt ihr die Ausstellung Shoppingmall besucht? Was sind eure Eindrücke? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Heimatgefühle - mein Günztal im Frühling

Heimatgefühle – im Allgäu bin ich daheim

Warum braucht es eigentlich erst eine Blogparade, damit ich mir Gedanken über meine Heimatgefühle mache? Aber es ist wahr: Obwohl ich im Allgäu weder geboren noch aufgewachsen bin, ist hier meine Heimat. Hier habe ich mich eingewurzelt, hier gehöre ich hin, hier möchte ich leben und hier möchte ich irgendwann einmal begraben werden.

Wieso ausgerechnet das Allgäu?

Das Allgäu ist auch deswegen meine Heimat, weil ich vorher nirgends lange genug gelebt habe, um dort echte Heimatgefühle zu entwickeln. Geboren wurde ich in Frankfurt am Main. Als ich knapp zwei Jahre alt war, zogen meine Eltern in den Münchner Westen. Als ich eingeschult wurde, stand schon der nächste Umzug in ein Dorf bei Landsberg an. Ende der zweiten Klasse ging es nach München ins Olympiadorf.  In der sechsten Klasse nach Puchheim, in der zehnten nach Eichenau. Dann habe ich in Augsburg studiert und dort drei Jahre gelebt. Sehr gerne übrigens, Augsburg ist eine schöne uns lebenswerte Stadt. Danach habe ich zwei Jahre in München gearbeitet und wieder in Eichenau gewohnt.

Von dort zog ich 1995 der Liebe wegen tief ins (Ost-)Allgäu, nämlich ins Günztal zwischen Günzach und Obergünzburg. Damals empfand ich das als Opfer, denn nach dem Großraum München war hier doch alles sehr klein und ländlich.

In Günzach entspringt übrigens die Günz. Sie ist hier oben im Günztal auch noch ganz klein.

die westliche Günz bei Obergünzburg

Heute habe ich echte Heimatgefühle im Allgäu

Heute finde ich: Zum Glück ist hier alles klein und ländlich. Ich kenne die Menschen, die in der Nachbarschaft wohnen, und sie kennen mich. Ich muss nicht ins Auto steigen, wenn ich ins Grüne will, denn ich wohne im Grünen. Das Grün, das Licht, die Farben, sie sind hier ganz besonders.

Winterlandschaft bei Günzach am Kagenwald

Ich musste meinen Kindern nicht im Bilderbuch zeigen, wie Kühe, Hühner, Gänse und Hasen, Schafe, Ziegen, Esel, Ponys oder Lamas aussehen, denn denen begegnen wir täglich im Umkreis von 250 Metern um unser Haus in voller Lebensgröße.

Schumpen im Günztal

Ich mag die Mentalität hier – die Allgäuer sind eher zurückhaltend, aber wenn sie jemanden akzeptiert haben, dann gilt das auch. Sie sind heimatverbunden und traditionsbewusst, bodenständig, hilfsbereit und feierfreudig. Dabei werden prinzipiell auch Neubürger jeglicher Herkunft, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit akzeptiert. Sie sollten halt fleißig und tüchtig sein und sich in einem Verein oder einem Gemeinschaftsprojekt beteiligen. Gerne bei der Feuerwehr, im Schützen- oder Musikverein oder im Kirchenchor.

Die Kirche St. Martin in Obergünzburg mag ich übrigens auch besonders gerne. Hier sind meine Kinder getauft worden.

Blick auf Obergünzburg im Winter

Rund um das Günztal habe ich eine so reiche Auswahl an herrlichen Ausflugszielen, dass ich angefangen habe, darüber zu bloggen und sogar Reiseführer schreibe. Wie mein Mann immer sagt: „Wir leben da wo andere extra hinfahren, um Urlaub zu machen.“ Das sind doch eine Menge Gründe für Heimatgefühle im Allgäu, oder?

So, das war jetzt mal ein ziemlich persönlicher Post, das wird aber eine Ausnahme bleiben. Danke an Janina, Katharina und Oddy von sos-fernweh.com, die mich dazu angeregt haben.

Auf dem Grund des Forggensees - Titelfoto

Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees

Wer heute im Sommer ins südliche Ostallgäu reist, kann sich kaum vorstellen, dass König Ludwig von seinem Märchenschloss aus nicht auf einen blauschimmernden See, sondern auf einen grünen Talgrund blickte. Darin lagen einige kleine Weiler, dazwischen Wiesen, Heuschober und eine Mühle am Lauf eines mäandernden kleinen Baches.

Der Forggensee ist Menschenwerk

1954 wurden bei Schwangau und Roßhaupten zwei Lech-Staustufen fertiggestellt und der Talgrund geflutet. Gedacht war der Stausee als Hochwasserrückhaltebecken für die stromabwärts gelegenen Gemeinden und als Garant für eine gleichmäßige Stromerzeugung durch Wasserkraft. Für diesen„Fortschritt“ geopfert wurden die Häuser und Höfe im Tal, und das, obwohl einige Anwohner sich heftig wehrten. Heute wissen viele Menschen nicht einmal mehr, dass der See seinen Namen dem versunkenen Weiler Forggen verdankt.

So idyllisch sieht der Forggensee heute im Sommer aus:

Schloss Neuschwanstein vom Forggenseeufer aus gesehen

Richtig voll mit Wasser ist er aber nur zwischen dem 1. Juni und dem 15. Oktober. Über den Winter wird er nach und nach abgelassen und gibt einen großen Teil des Talgrundes wieder frei. Und dann kann man sich auf die Suche nach den Überresten der versunkenen Welt machen.

Mit Magnus Peresson auf Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees

Der Füssener Architekt und Histriker Magnus Peresson bietet immer wieder Führungen über den Seegrund an, im Frühjahr 2017 ganz offiziell im Auftrag der Gemeinde Schwangau. An einer solchen Führung habe ich teilgenommen. Eines vorweg: Wenn ihr jemals die Gelegenheit habt, mit Magnus Peresson auf Entdeckungsreise zu gehen, solltet ihr sie auf jeden Fall nutzen! Dieser Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch, und seine Erzählungen sind so kurzweilig, dass die Zeit wie im Flug vergeht.

Magnus Peresson - Führung durch eine versunkene Welt

Gestartet sind wir beim Weiler Brunnen und von dort auf ein kleines Inselchen gestiegen, von dem aus man einen schönen Überblick hat. Hier erst mal nach Süden.

Blick auf Brunnen vom Forggensee-Inselchen

Das kleine Gewässer, das ihr hier seht, ist die Aach, die sich durch den Talgrund schlängelt, der die meiste Zeit des Jahres ein Seegrund ist. Ihr habt sie oben auf dem Titelfoto schon gesehen.

Wir aber sind zunächst mit Herrn Peresson einem kleinen Seerest entlang nach Norden gefolgt.

Forggensee - Wanderung in eine versunkene Welt

Unser nächster Haltepunkt war dieser Stein. Er war einmal ein Eckstein eines Heuschobers. An der Seite erkennt man noch gut das Bohrloch, das im Steinbruch gebohrt und dann mit Wasser gefüllt worden war, damit der Frost den Stein sprengen konnte.

Heuschober-Schwelle auf dem Grund des Forggensees

Weiter ging es Richtung Wasser. Die Aach mäandert hier gemütlich vor sich hin. Man kann gut sehen, wo sie etwas abträgt und wo sie es wieder anlagert.

Das Bett der Aach, Kies und Baumstümpfe

Besonders fasziniert hat mich, dass auch nach über 60 Jahren die Baumstümpfe noch aus dem Boden ragen. Sie klammern sich genauso hartnäckig am Boden fest, wie es die Überreste der menschlichen Behausungen tun.

Die Aach windet sich wie eine Schlange durch den Seegrund

Versunkene Heimstätten im Forggensee

Erstaunlicherweise noch gut erhalten ist der Gewölbekeller der früheren kurfürstlichen Mühle.

Gewölbe einer versunkenen Mühle

Ringsum verstreut liegen die Reste einiger Häuser.

Fundament eines Hauses auf dem Seegrund

Ruinen des Weilers Forggen

Hier war einmal die Küche eines Hauses – der Wasseranschluss zur Spüle hat dem Wasser des Sees standgehalten.

Anschlussrohr in den Trümmern der Küche

Auch einige Ziegelreste sind erhalten.

Ziegelreste in den Trümmern von Forggen

Es ist ein eigenartiges Gefühl, zwischen diesen Trümmern umherzugehen. Die Menschen, die dort einst gelebt haben, haben ihre Häuser schließlich nicht freiwillig verlassen. Ihre kleine Welt ist einfach untergegangen.

Seegrund und Mauerreste

Gleich nebenan hat das Wasser die Reste eines Badehauses freigespült, das einst zu einer römischen Villa Rustica gehört hatte. Sie hatte vermutlich die Bewohner von Forggen zur Sage vom versunkenen Dorf inspiriert, die Magnus Peresson so erzählte, wie seine Großmutter sie ihm erzählt hatte. Sie musste es wissen, denn sie stammte ebenfalls aus Forggen.

Reste eines römischen Badehauses im Forggensee

Peresson hat hier schon Hohlziegel aus dem Hypocaustum gefunden, Rohglas und Münzen. Das versunkene Dorf ist ein archäologisches Schatzkästlein, das sich durch Wind und Regen immer wieder einmal öffnet.

Der Seegrund hat seine eigene Ästhetik

Trotz der traurigen Geschichten ist der Ort voller Schönheit. Von hier aus scheint Neuschwanstein zum Greifen nah zu sein.

Neuschwanstein - zum Greifen nah!

Das Wasser zeichnet eigenwillige Strukturen in den hier lehmigen Boden, die eine geradezu meditative Stimmung erzeugen.

Seegrund - Lehmstruktur

Seegrund - Lehmhäufchen

Seegrund - Kiesmuster

Es ist Zeit, sich auf den Heimweg zu machen …

Fußspuren auf dem Grund des Forggensees

Dabei wäre weiter östlich noch ein früheres Moor mit gespenstisch weißen Baumstümpfen zu entdecken, dazu noch die Reste der alten Römerstraße. Die alte Tiefentalbrücke wartet im Norden; dort waren wir vor drei Jahren schon einmal abends mit Herrn Peresson unterwegs (hier findet ihr meinen Post dazu). Für nächstes Jahr plane ich jedenfalls wieder eine Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees – vielleicht finde ich ja auch mal eine römische Münze.

Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees