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Mit grandiosem Panoarama oberhalb von Balderschwang wandern

Panoramatour bei Balderschwang – wandern und genießen

Es muss nicht immer ein Gipfel sein – wer bei Balderschwang wandern und genießen möchte, kann es auch auf dieser entspannten Panoramarunde tun. Die Aussicht ist grandios, die Käsbrotzeit auf der Alpe Spicherhalde schmeckt vortrefflich. Außerdem ist diese Strecke nicht so bekannt und daher nicht so überlaufen wie andere.

Entspannte Kuh vor grandiosen Pamorama bei Balderschwang

Parken könnt ihr in Balderschwang entlang der Hauptstraße (gebührenpflichtig). Startpunkt der Wanderung ist entweder bei Anni’s Hofladen oder gegenüber der Kirche; von beiden Orten aus führt ein kurzer Stich hinauf zum unteren Panoramaweg. Damit die Einkehr zeitlich passt und der Abstieg nicht so kniebelastend steil ist, empfehle ich, im Uhrzeigersinn zu gehen, wenn ihr die Panoramarunde über Balderschwang wandern wollt. Karte und Höhenprofil zu dieser Wanderung findet ihr am Ende dieses Blogsposts.

So könnt ihr mit grandiosem Panorama über Balderschwang wandern

Eine sehr hübsche Idee der Balderschwanger ist der Themenweg „sich Zit long“ (hochdeutsch: „sich Zeit lassen“). Er zieht sich etwa 5 km lang als Höhenweg oberhalb des Ortes entlang und bietet auf 16 Stationen allerlei Informationen zur Umgebung und Ruheplätze zum Schauen und Genießen.

Wegweiser zum Themenweg sich Zit long in Balderschwang

Das erste Stück unserer Runde folgt nach kurzem Anstieg diesem „Zeitweg“ westwärts.

Auf dem Balderschwanger Höhenweg

Nach einem Viertelstündchen Gehzeit kommt man oberhalb des Dorfes Balderschwang in ein kleines Waldstück, durch das sich der Sägebach ergießt. Ein Wasserfall plätschert hier munter vor sich hin und sorgt für angenehme Kühle.

Wasserfall im Sägebachtobel oberhalb von Balderschwang

Daneben befindet sich eine Station des Themenwegs mit einer Sitzbank. Danach geht es wieder hinaus in die Sonne. Man kann weit über den Ortsteil Gschwend hinaus über das Balderschwanger Hochtal sehen. In der Ferne ragt darüber in verblichenem Weiß der Säntis auf … einfach schön.

Säntisblick auf dem Balderschwanger Höhenweg

Vor Gschwend wachsen dann große Nagelfluhbrocken wie dekorative Riesenpilze aus der Alpwiese; diese Art der Landschaft nennt man übrigens „Wiesenbarock“.

Wiesenbarock bei Balderschwang

Oberhalb von Geschwend steht ein hübscher Holzpavillon, der mit bequemen Panoramaliegen zu einem Päuschen einlädt. Die Umgebung ist auf jeden Fall eine ausgiebige Betrachtung wert, dafür mag man wirklich „sich Zit long“:

Ruhepavillon am Balderschwanger Themenweg sich Zit long

Zurück auf dem Themenweg begegnen uns entspannte Kühe, …

Kühe auf einer Alpweide

und mindestens genauso entspannte Wanderer:

Wanderer beim Pausemachen

Aufstieg zur Vorderen Stillbergalpe

Kurz vor dem Ortsteil Schlipfhalden, oberhalb des Hotels Bergblick, verlassen wir schließlich den Themenweg. Nun geht es aufwärts, der Beschilderung zum Gierenkopf nach. Zunächst windet sich der teilasphaltierte Weg in sanften Kehren aufwärts, nach und nach wird er aber steiler.

Aufstieg von Schlipfhalden Richtung Gierenkopf

Dieser Weg führt zu einer unbewirtschafteten Alpe. An seiner letzten Kehre verlassen wir ihn und gehen weiter geradeaus bergauf.

Wanderweg zum Gierenkopf

Einige Gehminuten später zeigt ein Wegweiser zum Gierenkopf rechts hinauf und führt uns auf einen noch schmaleren Pfad.

Wanderpfad bei Balderschwang

Schließlich kommt die Alpe Vordere Stillberg in Sicht.

Alpweide um die Vordere Stillbergalpe

Auch diese Alpe ist nicht bewirtschaftet. Um sie herum weiden aber fröhlich bimmelnde Schumpen, die Wanderen mit freundlichem Interesse entgegenblicken.

Schumpen auf einer Alpweide

Wer verlockend nach Schweiß und Salz riecht (das ist nach dem Aufstieg nicht ganz ungewöhnlich), wird auch mal abgeschleckt …

Schumpen schleckt Wanderer ab

Wenn das Ruhebänkchen vor der Alpe Vordere Stillberg nicht belegt ist, kann man sich dort hinsetzen.

Alpe Vordere Stillberg bei Balderschwang

Auf jeden Fall kann man den Panoramablick von hier oben genießen.

Panoramablick von der Alpe Vordere Stillberg

Kleiner Tipp zwischendrin: Falls ihr mehr vom Panorama sehen wollt, solltet ihr euch das Video ansehen, das ich von dieser Tour gemacht habe. Ihr findet es am Ende des Beitrags, vor der Karte und dem Höhenprofil.

Von der Vorderen Stillbergalpe zur Alpe Spicherhalde

Ab der Alpe können wir mit sattem Panoramablick wieder ostwärts in Richtung Balderschwang wandern.

Oberhalb von Balderschwang wandern

Auf den Alpwiesen blüht neben Hahnenfuß, Trollblumen und Knabenkraut auch der Frühlingsenzian. Ist der nicht hübsch?

Enzian

Auch der obere Höhenweg ist gut zu gehen; größere Steigungen gibt es nun nicht mehr.

Mit Panorama oberhalb von Balderschwang wandern

Nach etwa einer Dreiviertelstunde Gehzeit erreichen wir die Alpe Spicherhalde.

Alpe Spicherhalde

Auf dieser Sennalpe kann man auch einkehren. Wir saßen sehr gemütlich an dem Tisch, den ihr rechts unten im Bild sehen könnte.

an der Alpe Spicherhalde

Das Panorama hinter der Wäscheleine ist toll, die Brotzeit war einfach, aber köstlich. Das ist jedenfalls der perfekte Platz, um die vorangegangene Tour nochmals vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen: So prächtig lässt es sich hoch über Balderschwang wandern!

Brozteit auf der Alpe Spicherhalde bei Balderschwang - wandern und genießen

Ich mag Bergkäse eigentlich immer, aber der von der Alpe Spicherhalde schmeckt mir ganz besonders gut. Wir haben daher noch ein ordentliches Stück zum Mitnehmen gekauft. (Leider hat mein Sohn es dann aber weitgehend allein aufgefuttert.)

Von der Alpe Spicherhalde zurück nach Balderschwang wandern

Nach der Alpe geht es zumindest aus geografischer Sicht nur noch abwärts, und zwar auf einem ausphaltierten Weg.

Alpweide oberhalb von Balderschwang

Unterwegs begegnet man vielen sehr gechillten Kühen, die das Panorama offensichtlich auch zu schätzen wissen.

chillende Kühe mit Allgäu-Panorama

Die nächste Sennalpe auf dem Weg trägt den Namen Oberbalderschwang. Hier gibt es keine Einkehrmöglichkeit im eigentlichen Sinn, aber einen Automaten, an dem man gekühlte Getränke, Milch, Butter und Käse kaufen kann.

Sennalpe Oberbalderschwang

Auch hier wirken die Kühe sehr zufrieden.

Kuh an der Sennalpe Oberbalderschwang

Schließlich kommt der Talgrund in Sicht, wir gelangen bald wieder auf den den Themenweg „sich Zit long“.

ins Tal nach Balderschwang wandern

Er beginnt noch ein Stück weiter östlich im Tal. Die zweite Station auf dem Themenweg, für uns aber auf dieser Runde die letzte, ist die Alte Eibe von Balderschwang.

Alte Eibe bei Balderschwang

Ein bisschen zerrupft sieht sie ja schon aus. Aber bei ihrem hohen Alter ist das auch kein Wunder. Wie alt sie wirklich ist, weiß niemand genau. Um die 800 Jahre könnten es schon sein, möglicherweise sogar bis 2.000 Jahre. Schon beeindruckend, oder?

Nach der Alten Eibe sind es nur noch wenige Gehminuten zurück ins Tal.

talwärts nach Balderschwang wandern

Anni’s Hofladen liegt übrigens an der Sennalpe Unterbalderschwang. Ihr könnt dort noch mehr Käse kaufen, dazu auch Kräutersalben, Schinken, Wurst und Hochprozentiges. Wenn ihr noch Lust auf einen Cappuccino habt, könnt ihr anschließend noch hinein nach Balderschwang wandern und zum Beispiel auf der Terrasse des Hotels Hubertus einkehren.

Infos zu dieser Tour

Von unserer Balderschwanger Panoramarunde habe ich euch ein kleines Video zusammengestellt, das euch einen Eindruck davon vermitteln soll, wie schön die Tour ist.

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Hier findet ihr die Karte und die GPS-Daten zum Herunterladen:

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Gehzeit:

  • Von Anni’s Hofladen bis zum Hotel Bergblick auf dem Themenweg „sich Zit long“: ca. 3/4 Std.
  • Aufstieg zur Vorderen Stillbergalpe: ca. 1 Std.
  • Von der Alpe Vordere Stillberg zur Alpe Spicherhalde: ca. 3/4 Std.
  • Von der Alpe Spicherhalde zurück nach Balderschwang: ca. 1 Std.
Balderschwang wandern und genießen mit tollem Panorama

Eine weitere sehr schöne Tour bei Balderschwang ist übrigens die Rundwanderung über den Hochschelpen zur Burglhütte. Falls ihr weitere mittelschwere Bergtouren im Allgäu mit großartigem Panorama sucht, emfehle ich euch die die Tour von Wertach auf die Reuterwanne, die Grüntenwanderung übers Grüntenhaus und unsere Panoramatour vom Gunzesrieder Tal auf den Hochgrat.

52 kleine und große Eskapaden im Allgäu

Buchvorstellung: 52 kleine und große Eskapaden im Allgäu

Letztes Jahr war ich selbst für meine Verhältnisse ungewöhnlich viel in meiner Heimatregion unterwegs, denn ich durfte für die gleichnamige DuMont-Reihe 52 kleine und große Eskapaden im Allgäu absolvieren. 52 mal mehr, mal weniger abenteuerliche Unternehmungen in der schönen Allgäuer Natur – was für ein tolles Projekt und welch ein Genuss!

Nun ist der Band erschienen (wegen Corona ein bisschen später als ursprünglich geplant), und ich bin begeistert: Auch wenn das bereits mein fünfter Allgäu-Reiseführer ist, ist es immer wieder ein wunderbares Gefühl, ein frisch gedrucktes Buch zum ersten Mal in der Hand zu halten. Vor allem aber ist die Eskapaden-Reihe einfach toll gestaltet; sie lädt zum Schauen und Schmökern ein und macht richtig Lust auf Draußen-Abenteuer. Das ging mir übrigens selbst so, als ich in den Schwarzwald-Eskapaden geblättert habe, die ich als Anschauungsmaterial vom Verlag bekommen habe …

Was für „Eskapaden“ erwarten euch?

Ich habe natürlich einige Touren aufgenommen, die ich immer schon gern gemacht habe, wie den Panoramaweg in Oy-Mittelberg, die Runde um den Elbsee, den Römerweg zum Auerberg oder die Wanderrunde über den Wildberg. Aber ich habe auch jede Menge Sachen ausprobiert, die ich schon lange mal machen wollte. Und ich gebe zu, dass einiges dabei war, auf das ich ohne dieses Projekt nie gekommen wäre.

Daher findet ihr unter den Eskapaden im Allgäu neben richtig schönen Wander- und Rad-, Schlitten- und Schneeschuhtouren auch Aktivitäten wie Rafting, Kanufahren, Spaziergänge mit Eseln und Lamas, Touren mit dem (E-)Mountainbike, einen Barfuß- und einen Besinnungspfad sowie zwei Moorerlebnispfade.

52 kleine und große Eskapaden im Allgäu

Habt ihr Lust bekommen, euch Inspiration für eure eigenen Allgäu-Ausflüge zu holen? Dann könnt ihr das Buch gleich bei Amazon bestellen (Partnerlink*):

52 kleine und große Eskapaden im Allgäu: Ab nach draußen! (DuMont Eskapaden)

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Ich freue mich, wenn ihr mir hier oder als Amazon-Bewertung schreibt, wie euch die Allgäu-Eskapaden gefallen!

Falls ihr eher einen klassischen Allgäu-Reiseführer sucht, könnt ihr hier nachsehen, welche Reiseführer ich sonst noch geschrieben habe.

Panoramablick nach Süden von der Reuterwanne

Aussichtsreiche Bergtour von Wertach auf die Reuterwanne

Die Reuterwanne ist mit ihren 1.541 Metern Höhe alpinistisch nicht besonders herausfordernd, sondern eher ein „Einsteigerberg“. Beeindruckend ist sie vor allem durch die fantastische Aussicht, die man von der Gipfelregion aus hat. Wir sind von Wertach losgegangen, haben den Berg dann halb umrundet und sind von der Südseite zum Gipfel aufgestiegen; hinunter ging es in direkter Linie über die Alpe Blösse.

Blick von der Reuterwanne auf den Grüntensee
Blick von der Reuterwanne auf den Grüntensee

Startpunkt dieser Tour ist der Wanderparkplatz am Buron-Stadl (gebührenpflichtig). Von dort geht ihr ein Stückchen westwärts der Straße entlang und überquert sie dort, wo der Wegweiser zur Alpe Blösse steht.

Über die Buronhütte auf die Reuterwanne

Schon das erste Wegstück ist reizvoll. Man steigt nämlich an der Buron-Skipiste (im Sommer ist es natürlich keine Piste, sondern eine Weide) und am Schanzbach entlang aufwärts. Das gibt einen hübschen Wechsel von Wiese, Wald und Tobel.

Beginn des Wanderwegs zur Buronhütte

Von der Wiese geht es in den Wald,

Brücke über den Schanzbach

und vom Wald wieder in die Sonne.

Aufstieg zur Buronhütte

Zwischendrin ergeben sich hübsche Ausblicke auf den Grüntensee.

Blick vom Buron auf den Grüntensee

Wo im Winter die Skifahrer hinauffahren, chillen im Sommer die Kühe.

Chiller-Schumpen unterm Buronlift

Schließlich stößt man auf eine asphaltierte Straße und wendet sich nach links. Dann sind es nur noch wenige Gehminuten bis zur Buronhütte. Sie hatte noch nicht geöffnet, als wir dort waren, aber nach gerade mal einer Dreiviertelstunde Gehzeit wäre es sowieso noch zu früh für eine Einkehr gewesen.

die Buronhütte bei Wertach

Von der Buronhütte zum Gipfel

Ab der Buronhütte folgt ihr der Beschilderung Rundweg Reuterwanne und Haslacher Alpe.

auf dem Rundweg Reuterwanne
Wegweiser Rundweg Reuterwanne

Ist das nicht eine bezaubernde Bergwiesenlandschaft?

Bergwiese

Die Haslacher Alpe kommt bald in Sicht, kurz danach zweigt der Rundweg rechts ab.

Haslacher Alpe

Es geht nun südwärts, Richtung Jungholz.

auf dem Rundweg um die Reuterwanne

Der Weg führt in den Bergwald hinein und beginnt, relativ gleichmäßig anzusteigen. Auf diesem Wegstück ist uns außer diesen beiden Radlern niemand begegnet.

Radler im Bergwald

Auf breiten Forstwegen geht es aufwärts. Dann kommt man an diesem Felssturz vorbei.

Felssturz an der Reuterwanne

Es geht wieder hinaus aus dem Wald:

Rundweg Reuterwanne

An der nächsten Kurve spitzen die Berge des Tannheimer Tals um die Ecke, darunter der markante Zackengipfel des Einstein.

Blick auf die Gipfel des Tannheimer Tals

Wenige Meter weiter zweigt der Weg nach Jungholz ab. Zur Alpe Stubental wäre es von hier nur eine Viertelstunde zu gehen. Wir bleiben aber auf dem Rundweg und gelangen bald darauf zur Alpe Obere Reuterwanne. Sie ist ebenfalls bewirtschaftet.

Alpe Obere Reuterwanne

Wir folgen dem Weg, der über den Hang aufwärts führt: zum Gipfel der Reuterwanne.

Wanderpfad auf die Reuterwanne

Auf der nächsten Kuppe lohnt es sich, innezuhalten und einen Blick zurückzuwerfen: Das Panorama nach Süden hin ist grandios – ihr habt es oben im Titelbild schon gesehen: Ihr blickt auf den Sorgschrofen (links) und über Unterjoch weit in die Berge.

Blick von der Reuterwanne Richtung Unterjoch

Weiter rechts (westwärts) schaut ihr auf den Grünten, der an seiner Alleinlage und dem Sendemasten erkennbar ist.

Blick von der Reuterwanne auf den Grünten

Ist das nicht herrlich? Ich musste da eine ausgiebige Schau- und Fotografierpause einlegen. Danach sind es nur noch ein paar Minuten Aufstieg bis zum Gipfel der Reuterwanne.

Aufstieg zum Gipfel der Reuterwanne

Auf dem Gipfel waren dann doch deutlich mehr Leute, als wir bis dorthin begegnet waren.

der Gipfel der Reuterwanne

Ich musste ein Weilchen warten, bis ich ein Gipfelkreuzfoto ohne Leute drauf machen konnte.

Das Gipfelkreuz auf der Reuterwanne
Barbara Kettl-Römer ausnahmsweise hoch im Allgäu unterwegs

Vom Gipfel der Reuterwanne zur Alpe Blösse

Die meisten Bergwanderer wählen wohl die direkte, steilere Route von Wertach nach oben. Die haben wir nur für den Abstieg genutzt.

Abstieg vom Gipfel der Reuterwanne
Bergpfad
steiniger Bergwanderweg

Schließlich gelangt man aus dem Wald heraus und an den Mobilfunksendemasten neben der Bergstation des Buronlifts.

an der Buronlift-Bergstation im Sommer
Sendemast auf dem Buron

Man geht am Sendematsen vorbei und anschließend weiter abwärts, den Wegweisern zu Alpe Blösse nach, …

Wanderweg zur Alpe Blösse

bis sie nach dem Waldstückchen in Sicht kommt.

Alpe Blösse am Rundweg Reuterwanne

Die Alpe Blösse ist bewirtschaftet und gehört dem Allgäuer-Alpgenuss-Verbund an. Das merkt man an der Qualität des Angebots: Die Brotzeit war absolut köstlich, das Brot sogar am Sonntag frisch und knusprig. Da wir noch in der „To-go-Phase“ dort waren, bekamen wir die Brotzeit in einer Papiertüte und suchten uns in der Nähe ein Plätzchen zum Niederlassen.

an der Alpe Blösse

Von der Alpe geht man in ein paar Minuten abwärts, wo man wieder auf das Sträßchen zur Buronhütte stößt.

Weg von der Alpe Blösse zum Rundweg Reuterwanne

Dann geht es wieder durch das Weidetor und am Buronhang und dem Schanzbach hinunter bis zum Parkplatz.

Weidetor am Buronhang

Was für eine schöne Bergtour! Ihr braucht dafür schon ein bisschen Kondition, kräftige Oberschenkel und natürlich ordentliche Bergschuhe, aber kein fortgeschrittenes alpinistisches Können. Hier könnt ihr euch die Route und das Höhenprofil ansehen:

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Für eure Zeitplanung:

  • Aufstieg vom Buron-Parkplatz bis zur Buronhütte: ca. 45 Minuten
  • Von der Buronhütte über den Rundweg Reuterwanne bis auf den Gipfel:
    ca. 1,5 Std.
  • Abstieg vom Gipfel der Reuterwanne bis zur Alpe Blösse: ca. 45 Minuten
  • Von der Alpe Blösse zurück zum Buron-Parkplatz: ebenfalls ca. 45 Minuten
Bergtour von Wertach auf die Reuterwanne
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Falls ihr Lust auf weitere „mittelschwere“ Bergtouren im Allgäu habt, empfehle ich euch meine Posts über die Wanderung vom Gunzesrieder Tal auf den Hochgrat, über die Tour übers Grüntenhaus auf den „Wächter des Allgäus“ und über die Bergwanderung rund um den Großen Widderstein im Kleinwalsertal.

Felsentor am Weißensee

Hinreißende Wanderung rund um den Weißensee

Direkt an den Bergen gelegen ist der Weißensee bei Füssen (manchmal wird er auch Weissensee geschrieben) ein besonders malerisches Gewässer. In etwa eindreiviertel Stunden kann man ihn gemütlich umrunden und dabei immer wieder neue, hinreißend schöne Ausblicke bewundern. Ein echtes Highlight ist das Felsentor, das vermutlich eines der beliebtesten Fotomotive im ganzen Allgäu ist. Im Sommer könnt ihr auch Badesachen mitnehmen und am Badeplatz am Westufer eine Schwimmrunde einlegen.

Zwei Wermutstropfen will ich euch nicht vorenthalten: Zum einen läuft über das Ostufer die riesige Stromleitung nach Vils. Zum anderen verläuft parallel zum Nordufer die B310. Der Verkehr liefert ein gewisses Grundrauschen, das die ganze Wanderung begleitet. Wer die Stille liebt, wird bei dieser Runde also nicht ganz glücklich werden. Die Augen werden dafür aber wirklich verwöhnt …

Blick über den Weißensee bei Füssen auf die Kirche St. Walburga

Ausgangspunkt dieser Runde ist der Wanderparkplatz am Ostufer („Parkplatz Alatsee unten“). Von dort sind es nur wenige Meter zum Uferweg, auf dem wir den See im Uhrzeigersinn umrunden.

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Schattig und schön: der Wanderweg am Weißensee-Südufer

Im Schatten des Höhenzugs und des Waldes spaziert es sich angenehm dahin.

Wanderweg am Weißensee-Südufer

Immer wieder laden Ruhebänke dazu ein, die Aussicht zu genießen.

Bank am See

Nach und nach wird der Weg schmaler und wurzeliger …

wurzeliger Weg am Seeufer

und führt schließlich durch das berühmte Felsentor hindurch. Das romantische Tor, grünschimmerndes Wasser, ein steiler Höhenzug im Hintergrund – ist das nicht eine umwerfende Kombination?

Felsentor am Südufer des Weißensees

Auf der gegenüberliegenden Seeseite blickt man aus immer neuen Winkeln auf das Dorf Weißensee und die Pfarrkirche St. Walburga.

Blick über den Weißensee auf den Ort Weißensee

Ein Stückchen weiter gelangt man an diese Schutzhütte. Sie ist für Wanderer gedacht, die in ein Gewitter geraten.

Schutzhütte am Weißensee

Seitlich an der Hütte hängt eine Tafel mit der Legende von der Entstehung des Weißensees: Demnach lebten in diesem Tal einst drei Schwestern, denen das Land gehörte. Sie zerstritten sich aber, worauf eine Schwester die anderen beiden verfluchte. Daraufhin stürzten Felsen ins Tal und von unten schoss Wasser herauf, bis der neu entstandene See alles verschluckt hatte. Die Legende ist ja nicht sehr schön, aber der See ist es schon. Allein die Farbe des Wassers ist faszinierend …

am Weißensee
Karbikfeeling am Weißensee

Auch der Weg hat viel Abwechslung zu bieten. Es geht zwischen weiteren Felsen hindurch, …

Wandweg zwischen Felsen und Wasser

dann kommt man zum Hugo-Ludwig-Steg.

Den Hugo-Ludwig-Steg verdanken wir zwei Touristen

Er trägt die Vornamen seiner beiden Stifter, die als Urlauber gerne nach Weißensee kamen. Früher musste man bei der Seenumrundung vor dieser Felswand mühselig nach oben und anschließend wieder zum See hinunter kraxeln. Die beiden „Auswärtigen“ spendeten einen größeren Geldbetrag, damit an dieser Stelle ein Eisensteg gebaut werden konnte. Das geschah übrigens im Winter 1952/53, als der See komplett zugefroren war.

der Hugo-Ludwig-Steg am Weißensee-Südufer

Heutige Wanderer können den Spendern Hugo Städtgen und Ludwig Prem für ihre Großzügigkeit durchaus dankbar sein …

Die letzte Sehenswürdigekeit am Weißensee-Südufer ist der ehemalige Steinbruch. Hier wurde im 17. Jahrhundert mühsam von Hand ein rötlicher Stein abgebaut. Die Marmorsockel der vier Säulen in der Füssener St.-Mang-Kirche stammen von hier.

ehemaliger Steinbruch am Weißensee-Südufer

Schließlich ist das Westufer des Weißensees erreicht und man muss einfach stehen bleiben, um diese Aussicht zu genießen. Dieser Platz gehört zu meinen Lieblingsaussichtspunkten auf dieser Runde.

Blick über See und Berge

Vom Weißensee-Westufer zurück zum Wanderparkplatz

Das Röhricht am Westufer ist übrigens ein wertvoller Rückzugsraum für Fische und Enten.

Röhricht am Weißensee-Westufer

Nun kommt schon die Badeanstalt am Weißensee in Sicht (das langgestreckte Gebäude hinter dem Röhricht).

Wanderweg und Badeanstalt

Nach Osten hat man jetzt einen prächtigen Blick auf den Säuling, dessen markanter Zacken über Hohenschwangau aufragt.

Blick über den Weißensee auf den Säuling

Zur Freibadanlage Weißensee gehört neben der Liegewiese und der Umkleide-/Toilettenanlage mit Kiosk (im Hintergrund) auch ein Spielplatz. Falls ihr hier eine Stärkungspause einlegen wollt, geht das nicht nur am Freibadkiosk, sondern auch links (nicht im Bild) im Ortsteil Oberkirch. Dort gibt es ein Café und eine Pizzeria.

die freibadanlage am Weißensee bei Füssen

Für kleinere Kinder ist diese flache Badestelle im Sommer ein wahres Pritschelparadies:

Badeplatz am Weißensee

Der Rundwanderweg führt hinter dem Badekiosk über eine kleine Brücke und dann am Nordufer des Sees ostwärts.

am Weißensee-Nordufer

Dieser Wegabschnitt ist zwar nicht so wildromantisch wie der auf der gegenüberliegenden Uferseite, dafür aber schön sonnig.

Radfahrer am Weißensee bei Füssen

UNterhalb des Dorfs Weißensee befindet sich ein idyllischer Ruhebereich, der zum Verweilen einlädt.

Ruhebereich am Weißensee

Von dort ist es nur ein kleiner Abstecher zur Kirche, die man auf einem großen Teil der Runde im Blick hat.

Kirche St. Walburga in Weißensee

Kurzbesuch in der Pfarrkiche St. Walburga in Weißensee

Die Heilige Walburga empfängt den Besucher beim Aufstieg vom See persönlich und auf einem Sockel.

Statue der Heiligen Walburga in Weißensee bei Füssen

Die kleine Kirche geht bis ins 12. Jahrhundert zurück, wobei vom romanischen Bau nicht mehr viel übrig ist. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert und im Stl der Gotik ausgestattet, um 1670 wurde sie dann nochmals erweitert und zudem barockisiert.

die Kirche St. Walburga am Weißensee

Sie ist hat übrigens insgesamt drei Schutzpatrone: Neben Walburga sind auch noch die Apostel Philippus und Jakobus der Jüngere Patrone. Das liegt vermutlich daran, dass früher alle drei am 1. Mai gefeiert wurden (heute am 25.02. und 03.05.). Auf dem Altarbild sind die Drei jedenfalls einträchtig vereint.

Altarbild der Pfarrkirche Weißensee mit den Heiligen Walburga,Philippus und Jakobus

Auch sonst ist die kleine Kirche hübsch ausgestattet:

Innenraum der Pfarrkirche Weißensee

Zurück zum Wanderparkplatz

Im letzten Abschnitt der Rundwanderung nähert sich der Wanderweg um den Weißensee der Bundesstraße an.

Wanderweg an der B310

Schöne Ausblicke gibt es trotzdem noch. Etwa auf den Vilser Kegel und die Große Schlicke …

Blick über den Weißensee auf den Vilser Kegel und die Große Schlicke

oder zurück auf das Dorf und seine malerische Kirche:

Blick über den See auf Dorf und Pfarrkirche Weißensee

Dann geht es noch ein Stückchen ostwärts, bis der Weg wieder auf die Saloberstraße stößt.

Wanderweg bei Füssen

Von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zurück am Parkplatz. Was für eine wunderbare Runde!

Wenn ihr vor der Heimkehr noch einmal eine Kaffeepause machen wollt, könnt ihr auf der anderen Seite der B310 den Gasthof Jägerhaus besuchen. Dort gibt es auch sehr gutes, hausgemachtes Eis.

Wanderung um den Weißensee bei Füssen

Falls ihr gerne an und um Seen wandert, empfehle ich euch auch meine Posts zu den Rundwanderungen um den Hopfensee, um den Grüntensee und um den Elbsee im nördlichen Ostallgäu. Oder seht euch doch mal die Wanderung durch die Pöllatschlucht an, die liegt ganz in der Nähe des Weißensees und kombiniert die Schluchtentour mit einem Besuch am Alpsee.

Vogellehrpfad Friesenried - Schautafel 5

Naturentdeckerrunde: der Vogellehrpfad Friesenried

Der Vogellehrpfad Friesenried hat früher schon unseren Kindern Spaß gemacht. Er ist immer noch gut gepflegt und wurde sogar um ein Klassenzimmer im Grünen erweitert. Eingerichtet wurde er vom Landesbund für Vogelschutz in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten, der Gemeinde Friesenried und vielen Sponsoren und Ehrenamtlichen. Startpunkt ist am Wanderparkplatz Aschthal; der Weg dorthin ist ab Friesenried ausgeschildert.

Entlang des Lehrpfades, der als Rundweg angelegt ist, finden sich 25 Stationen mit Informationen zu rund 50 heimischen Vogelarten. Dazu kommen noch ein paar Spiel- und Erlebnisstationen. Die Vögel werden in ihrer typischen Umgebung als Modelle präsentiert und auf Infotafeln näher beschrieben. Das Besondere an diesen Schaukästen ist: Die Modelle hat ein LBV-Ehrenamtlicher aus Friesenried alle selbst getöpfert und bemalt. Sie werden in ihrem typischen Lebensraum gezeigt und sehen wirklich erstaunlich echt aus. Zum Beispiel diese Blaumeise:

Blaumeise im Schaukasten auf dem Vogellehrpfad Friesenried

Das erwartet euch auf der Runde über den Vogellehrpfad Friesenried

Als Mitmachangebot gibt es am ersten Schaukasten ein Vogelquiz, das große und kleine Naturentdecker auf der Runde ausfüllen können.

Schaukasten 1 am Vogellehrpfad Friesenried
Vogelquiz - Briefkasten auf dem Vogelehrpfad Friesenried

Und los geht’s!

Waldweg

Es gibt noch eine Menge Schaukästen zu entdecken …

Schaukasten 2 am Vogellehrpfad Friesenried

… und diverse Nisthäuser für Vögel und Fledermäuse.

Vogelhäuschen Katzen sind doof

Weitere Erlebnisstationen auf dem Vogellehrpfad Friesenried

Eine sehr hübsche Idee ist das „Vogelnest“, das an einer Wegkreuzung im Wald liegt.

begehbares Vogelnest am Vogellehrpfad Friesenried

Drinnen finden sich neben Sitzgelegenheiten zum Verweilen weitere Schaukästen, die man per Schalter elektrisch beleuchten kann. Besonders interessant sind die drei Gucklöcher zu Brutkästen am anderen Ende des Pavillons. Mit etwas Glück kann man hier im Frühjahr die Vögel beim Brüten bzw. die Küken im Nest beobachten.

begehbares Vogelnest bei Friesenried - Innenansicht

Auch sonst haben sich die Macher des Lehrpfads nette Stationen entlang des Weges einfallen lassen: Unsere Kinder hatten schon vor Jahren viel Spaß am Vogel-Bandolino, das auch heute noch tipptopp in Schuss ist.

Riesen-Bandolino am Vogellehrpfad Friesenried

Weiter geht es durch den Königsberger Forst …

Waldweg im Königsberger Forst

Eine weitere Station ist das „Hörrohr“. Als wir mit den Kindern zum ersten Mal dort waren, hat mein Sohn es allerdings zur Trompete umfunktioniert; es war dann nicht mehr besonders still im Wald.

großes Hörrohr im Wald

Interessant ist auch die Spechthöhle, die man genauer unter die Lupe nehmen kann.

Schaukasten mit Spechthöhle am Vogellehrpfad Friesenried
Blick in eine Spechthöhle

Der Lehrpfad führt zum Waldrand und dann wieder ein Stück zurück, bis zu einer (gut beschilderten) Abzweigung.

im Königsberger Forst bei Friesenried

Seit unserem ersten Besuch auf dem Vogellehrpfad Friesenried neu dazu gekommen ist das Klassenzimmer im Grünen, das für Besuchergruppen und für die Schüler aus der Umgebung genutzt wird.

Wegweiser zum Freiluftklassenzimmer am Vogelehrpfad Friesenried
Freiluftklassenzimmer im Königsberger Forst

Das letzte Highlight ist das große Insektenhotel:

großes Insektenhotel im Königsberger Forst

Über Bienen kann man sich anhand der Schaukästen noch genauer infornieren:

Bienenschaukasten

An der letzten Station des Rundwegs grüßen Kiebitz und Wiesenpiper:

Kiebitz und Wiesenpieper im Schaukasten am Vogellehrpfad Friesenried

Noch ein paar Infos

Der Vogellehrpfad Friesenried ist knapp 5 km lang, gut beschildert und kinderwagengeeignet. Die reine Gehzeit beträgt etwa eine Stunde, je nach Verweildauer an den einzelnen Stationen könnt ihr aber auch zwei Stunden unterwegs sein. Insgesamt kann ich ihn für Naturinteressierte sehr empfehlen. Hier könnt ihr euch die genaue Route ansehen und die GPX-Datei dazu herunterladen:

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Diese Runde gehört zu unseren Lieblingstouren zum Wandern mit Kindern im Allgäu.

Falls ihr weitere Naturentdecker-Ausflugsideen im Allgäu sucht, empfehle ich euch folgende Posts:

Vogellehrpfad Friesenried
Farbenfroh - der Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Farbenfroh: der Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Exotische Außerirdische, badende Bauern, ausgestopfte Tiere und tanzende Rauchmelder – auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020 war mal wieder eine sehr farbige Mischung geboten. Den Auftakt machte diesmal die Guggenmusik-Gruppe Gugg‘ amol aus Reicholzried: Super!

Guggenmusik-Gruppe auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Gugg' amol aus Reicholzried

Highlights vom Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Es folgten bunt gemischte Fußgruppen und Wagen, die ich thematisch sortiert habe:

Tierische Truppen

Gleich nach der Guggenmusik zog eine muntere Waschbärengruppe durch den Ort.

Waschbären im Fasching

Ganz reizend fand ich die Günztaler Frühlingsanfänger (oder Frühlings-Fänger?) mit den fröhlichen Schmetterlingen:

Günztaler Frühlings-An-Fänger auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Günztaler Schmetterlinge im Fasching

Sehr gelungen war auch die Salamander-Gruppe:

Salamander auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ebenfalls unterwegs war eine spezielle Krötenart: Es handelte sich um hochprozentige Wodka-Kröten, so stand es jedenfalls auf dem mitgeführten Schild. Sie boten sich als Alternative zu den nullverzinsten Kröten auf der Bank an …

Wodka-Kröten im Fasching

Ein echter Hingucker waren die Raupen, obwohl sie selbst vermutlich ein recht eingeengtes Gesichtsfeld hatten:

Raupen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ausgefallen war die Gruppe mit den Jagdtrophäen: Mögen anderswo präparierte Tierköpfe stumm an der Wand hängen, in Obergünzburg spazierten sie quicklebendig mit ihrem Rahmen um den Hals herum:

laufende Jagdtrophäen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Zebra-Trophäen im Fasching

Hexen und Wichtel

Hexen sind im Allgäuer Fasching ein Muss. Auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020 gab es natürlich auch welche. Sehr schön kostümiert waren die Betzigauer Waldhexen:

Betzigauer Waldkexen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Dann gab es eine höllisch rote Hexentruppe, die ihre eigenen Fledermäuse mitgebracht hatte:

Hexen und Fledermäuse im Fasching

Auch die grünen Medusen konnten sich sehen lassen:

Medusa - Gruppe im Fasching

Ob das Kräuterhexen sind oder Elfen? Sie haben jedenfalls schöne Kostüme:

Waldelfen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Zu den niedlicheren Vertretern der Zauberwesen gehörten die Wichtel mit den großen Nasen:

blaue Wichtel auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Süßkram und bunt Gemischtes

Aus Hopferbach waren ein paar Süßigkeiten gekommen, die ich einfach unwiderstehlich finde:

MMs aus Hopferbach im Fasching
süße Ms aus Hopferbach auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Niedliche Harlekine gab es zu sehen:

Harlekine im Fasching

Dazu bunte Farbtupfer in Dosen:

laufende Farbkleckse im Fasching
Pretty in Pink auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ebenso farbenfroh hatte sich die Gruppe aus Romatsried gewandet, die zurück in die 80er-Jahre wollte:

Back to the 80s im Fasching

Ansonsten waren noch Eskimos beteiligt, …

Eskimos im Fasching

rudelweise rüstige Rentner, …

rüstige Rentner auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

und ein paar richtige Kraftprotze:

Kraftprotz im Fasching

Allerlei Landvolk auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Die ländliche Umgebung der Faschingsaktiven spiegelt sich in manchen Kostümierungen wider. Aus Untrasried waren beispielsweise Kräutermänner gekommen. Sie interessierten sich nach eigenen Angaben allerdings besonders für Kräuter in destillierter Form:

Untrasrieder Kräutermänner auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
wilder Kräutermann im Fasching

Zum Allgäu gehören bekanntlich Kühe und damit auch Kuhglocken. Zweibeinige Kuhglocken waren mir zuvor aber noch nicht begegenet.

laufende Kuhglocke aus Untrasried
Kuhglocken aus Untrasried auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Lustig war die Gruppe mit den badenden Bauern. Ich hoffe nur, dass die Jungs im Badezuber sich im frischen Wind nicht erkältet haben. Ich habe schon beim Hinschauen gefröstelt …

rollendes Badefaß auf dem auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
kaltes Bad im Fasching

Raumfahrer und Außerirdische

Sowohl die Söderschen Bavaria-One-Bestrebungen wie auch der jüngste Teil der Star-Wars-Reihe haben die Fantasie der Maschkerer angeregt. Da waren tolle Kostüme dabei!

die NASA im Fasching
Astronaut im Fasching
Chewbacca auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Star Wars auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Weitere Helden aus Film und Fernsehen

In Willofs hat man offenbar ein Faible für Sherlock-Holmes-Filme und für Bier:

Willofser Bierdetektive auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Untrasried ist wohl da, wo die Schoschonen wohnen:

Schoschonen aus Untrasried im Fasching

In Litzen schaut man gerne das Dschungelbuch an:

das Dschungelbuch im Fasching

Die Jugend hat sich von Casino Royale inspirieren lassen:

Faschingswagen Casino Royale

Auf Wickies Spuren wandelten die Günztal-Wikinger:

Günztal-Wikinger auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Die Wikinger bewiesen sehr viel Liebe zum Detail:

Wikinger-Drachenschiff im Fasching
kleine Wikinger auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Meine persönlichen Highlights auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ich habe eine Schwäche für ausgefallene Kostüme und lustige Choreografien. Sehr witzig fand ich das Kostüm dieser Busenfreundinnen:

Busenfreundinnen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ich frage mich aber, wie die beiden den restlichen Faschingssonntag verbracht haben. Ob sich das Busenpaar irgendwann getrennt hat?

Besonders kreativ fand ich die Rauchmelder aus Immenthal. Obwohl sie nicht so recht funktionstüchtig zu sein scheinen, denn sie standen schon lichterloh in Flammen.

als Rauchmelder im Fasching
laufende Rauchmelder auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Zu meinen Top Drei gehört noch die goldglänzende Olympiatruppe. Die Kostüme sind toll und die Olympioniken waren wunderbar aktiv beim Posieren:

Olympiasieger 2020 im Fasching
Olympische Posen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Olympischer Boxer in Pose

So sehen Sieger aus! Ja, ich hatte viel Spaß auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020 und hoffe, ich konnte euch davon einen guten Eindruck vermitteln …

auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Falls ihr euch für die Obergünzburger Faschingsumzüge der letzten Jahre und/oder für andere Umzüge und sonstiges Faschingsbrauchtum interessiert, empfehle ich euch meinen Überblickspost zum Fasching im Allgäu.

das Zumsteinhaus mit dem Kempten-Museum

Toll gemacht: das neue Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Die „Metropole des Allgäus“ hat sich im Dezember 2019 mit einem neuen Kempten-Museum beschenkt. In einem der schönsten Häuser der Stadt werden 2000 Jahre Stadtgeschichte erzählt und gezeigt. Außerdem soll das Museum als Treffpunkt und gewissermaßen als „Wohnzimmer“ für die Kemptener Bürger dienen. Das musste ich mir natürlich genauer ansehen.

der Eingang zum Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Ein Rundgang durch das Kempten-Museum

Was ich persönlich sehr sympathisch finde: Gleich hinter dem Eingang links liegt ein Salon. An dessen Wänden werden Kemptener Persönlichkeiten mit Fotos und Gemälden gezeigt, wie man eben im Wohnzimmer Familienbilder aufhängt. Vor allem aber ist der Salon ein kleines Café. Zwar mit Selbstbedienung, aber eben auch mit Stil.

Café im Salon des Kempten-Museums

Ebenfalls im Erdgeschoss liegen Ausstellungsräume über die Firma Gebrüder Zumstein und Kempten in Raum und Zeit.

Das repräsentative Gebäude am Residenzplatz wurde 1802 als Stadtpalais der Kaufmannsfamilie Zumstein erbaut, die im Textilhandel zu Reichtum gekommen war. Zumstein ist die wörtliche Übersetzung eines ursprünglich französischen Namens: Die Familie stammt aus dem Aostatal, das damals zu Savoyen gehörte, und hieß ursprünglich de la Pierre.

Ausstellungsraum über die Kaufmannsfamilie Zumstein im Kempten-Museum

Daneben liegt der einzige chronologisch orientierte Raum des Museums: Die wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte sind an den Wänden mit Schautafeln und fahrbaren Displays nachvollziehbar. Sie umrahmen einen begehbaren Stadtplan mit Modellen der bedeutendsten Kemptener Gebäude. Eine sehr witzige Idee!

begehbarer Stadtplan im Kempten-Museum

Herzstück des Museums ist ein 3D-Stadtmodell

Kempten als älteste schriftlich erwähnte Stadt Deutschlands hat eine bewegte Stadtgeschichte. Die in rund drei Minuten zu veranschaulichen, ist schon eine Leistung. Möglich wird sie durch ein 3D-Modell im ersten Stock des Zumsteinhauses und eine Audiovisionsshow, in der die großen Entwicklungsschritte von der Römerstadt Cambodunum bis heute gezeigt werden.

3D-Stadtmodell vom Kempten im neuen Kempten-Museum

Zur Zeit der Römer hatte die Iller noch ein anderes Bett; die römische Stadt wurde auf einem Hügel errichtet. Was davon heute noch übrig ist, zeigt übrigens ein Freilichtmuseum: Einen Besuch im Archäologischen Park Cambodunum kann ich (im Sommerhalbjahr) wärmstens empfehlen.

die Römersiedlung Cambodunum im 3D-Stadtmodell

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges existierten zwei Städte: die katholische Stiftsstadt und die protestantische Reichsstadt. Nach dem Krieg wurde als erster großer Sakralbau die Basilika St. Lorenz und die fürstäbtliche Residenz errichtet. Sie liegen in Sichtweite des Zumsteinhauses und sind ebenfalls einen Besuch wert.

3D-Stadtmodell der Stadt Kempten nach dem Dreißigjährigen Krieg

Die übrigen Räume im Kempten-Museum sind thematisch gruppiert

Chronologisch angeordnete Sammlungen werden schnell langweilig. Deswegen gefallen mir die Themenräume im Kempten-Museum sehr gut: Darin geht es im ersten Stock beispielsweise um die Textilindustrie, die für die Stadt früher sehr wichtig war.

Themenraum Kempten als Textilstadt im Zumsteinhaus

In Wer hat das Sagen in der Stadt? werden die Konflikte zwischen der Reichs- und Stiftsstadt thematisiert, die Kemptens Geschichte über Jahrhunderte prägten. Daneben geht es um Glauben und Herrschen.

Themenraum Glauben und Herrschen im Kempten-Museum

In diesem Raum hatte ich besonders viel Spaß beim Bimmeln: Man kann hier Modelle der Glocken in der evangelischen Kirche St. Mang und der Basilika St. Lorenz antippen und hört dann Aufnahmen vom Geläute.

Glocken zum Selberläuten im Zumsteinhaus

Im Gang habe ich mir noch den Bericht des römischen Kaisers Septimius Severus über sein Leben und den Bau der römischen Straßen bis in die Provinz Rätien angehört. Auch spannend!

Kaiser Septimius Severus im Kempten-Museum

Im zweiten Stock geht es ums Leben der Kemptener Bürger

Ein Raum widmet sich dem Wohnen in Kempten. Dort kann man einen Blick in die Wohnzimmer etlicher heutiger Kemptener werfen.

Themenraum Wohnen in Kempten im Zumsteinhaus

Kempten hat frei gibt Einblicke in die Freizeitgestaltung in der Allgäu-Metropole.

Themenraum Kempten hat frei im Zumsteinhaus

Auch der Handel bzw. das Markttreiben hat einen eigenen Raum. Die „Wurstlampe“ darin hat mir dabei besonders gut gefallen.

Themenraum Markttreiben im Zumsteinhaus

Der Themenraum Gesundheit erhalten wartet mit einer schön nachgebauten Apotheke auf. Etwas gruselig ist dagegen das Werkzeug des letzten Kemptener Baders, der noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts aktiv war.

alte Apotheke im Zumsteinhaus
Baderwerkzeug im Kempten-Museum

Zentral ist im zweiten Stock der Mitmachraum Kempten für alle Sinne. Man kann dort sogar an eigens kreierten Kempten-Düften schnuppern und Stadtgeräusche anhören.

Kempten für alle Sinne im Zumsteinhaus

Fazit: ein familienfreundliches Mitmach-Museum

Wer mit einem Museumsbesuch das Abschreiten staubiger Vitrinen verbindet, wird vom Kempten-Museum angenehm überrascht: In jedem Raum gibt es Dinge zum Ausprobieren, kann man per Knopfdruck Fotos oder Filme abrufen oder kleine Podcasts anhören. Das macht den Besuch sehr kurzweilig.

Kinder können auch in mittelalterliche Gewänder schlüpfen. Für sie gibt es zudem ein nett gemachtes Aktivheft (für 1 Euro Schutzgebühr am Eingang erhältlich) mit Quizfragen, einem kleinen Kempten-Memory und Malanregungen. Das Museum ist damit auch ein perfektes Regenwetter-Ausflugsziel für Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter.

In den Kellergewölben befindet sich sogar ein kleines Kino, in dem jeweils zur halben und vollen Stunde ein Kurzfilm gezeigt wird. Das „Kempten-Dingsda“ fand ich sehr lustig.

Kellerkino im Zumsteinhaus

Da das Museum keinen Eintritt kostet, kann man es wirklich fast wie ein Wohnzimmer benutzen und dort immer mal wieder vorbeischauen. Mal zum Kaffeetrinken, mal einen Themenraum genauer erkunden, mal ins Kellerkino gehen. Jeden Sonntagnachmittag wird um 14 Uhr eine Führung angeboten. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Website zum Kempten-Museum im Zumsteinhaus.

ein virtueller Rundgang durchs Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Einen Ausflug in die Kemptener Unterwelt möchte ich euch auch noch ans Herz legen: Der Schauraum Erasmuskapelle ist mit seiner Multivisionsshow absolut sehenswert. Und wenn ihr bei all den Kempten-Aktivitäten hungrig oder durstig werdet, findet ihr vielleicht meinen Post Gut essen in Kempten hilfreich.

Neuschwanstein vom Schwansee aus

Drei-Seen-Wanderung bei Schwangau: Schwansee, Alpsee, Forggensee

König Ludwig II. wusste wirklich, wo es schön ist – die herrliche Natur, die er so liebte, könnt ihr anlässlich dieser Wanderung bei Schwangau genießen. Und ja, die beiden Schlösser könnt ihr auch bewundern. Jedenfalls von außen. Wir haben die Rundtour am Parkplatz am Schwansee begonnen, ihr könnt aber auch am Parkplatz der Tegelbergbahn einsteigen. In jedem Fall kommt ihr in den Genuss des königlich-schönen Bergpanoramas, vor dem sich der Forggensee erstreckt.

Winterabenstimmung am Forggensee

Bezaubernd schön: Unsere Wanderung bei Schwangau

In den Wintermonaten ist es an der Nordseite der Berge schattig und kalt. Der Schwanseepark hatte sich in frostige Kristalle gehüllt, als wir aufbrachen. Erst um 10:30 Uhr blinzelte die Sonne über den Säuling.

Sonnenaufnang über dem Schwanseepark im Winter

Den Schwanseepark hatte König Maximilian II. (der Vater von Ludwig II.) als englischen Landschaftsgarten anlegen lassen, damit sich der Hofstaat darin ergehen könne. Etliche der Wege, die man damals anlegte, sind heute verschwunden, aber noch immer ist der Schwanseepark sehr reizvoll. Da die Flächen dort schon seit den 80er-Jahren nicht mehr gedüngt werden dürfen und selten gemäht werden, ist das Gebiet (wieder) Heimat etlicher selten gewordener Pflanzen. Mehr über den Schwanseepark findet ihr hier.

Nach wenigen Gehminuten lag der Schwansee vor uns, dessen Südufer die Sonne schon fröhlich beschien.

Badesteg am Schwansee im Winter

Wir umrundeten den Schwansee in westlicher Richtung und folgten dem Wanderweg am Südufer, der zwar im Schatten lag, aber sehr schöne Aussichten bot.

Wanderung bei Hohenschwangau am Schwansee

Schlossblick hat man von hier aus auch:

Blick auf Neuschwanstein vom Schwansee-Südufer im Winter

Am östlichsten Punkt des Schwansee-Rundwegs zweigt ein Weg ab, der hangaufwärts zum Alpsee führt.

Aufstieg vom Schwansee zum Alpsee - Wanderung bei Hohenschwangau im Ostallgäu

Oben angekommen, gelangt man auf die Fürstenstraße, die nach Süden (rechts) in Richtung Österreich führt. Unser Weg führt aber nach links, Richtung Hohenschwangau. Bald schimmert der Alpsee durch die Bäume.

Alpsee von der Fürstenstraße aus im Winter

Der Alpsee ist ganz von Bergen umschlossen; bis hierhin war die Sonne bei unserer Wanderung noch nicht vorgedrungen. Es waren auch kaum Menschen unterwegs, nur eine Kutsche kam uns auf der Fürstenstraße entgegen. Darin saß aber kein Fürst, sondern ein paar Touristen, die hinauf zum Schloss Hohenschwangau wollten.

Pferdekutsche auf der Fürstenstraße bei Hohenschwangau

Es lohnt sich auf jeden Fall, noch ein bisschen am Alpsee zu verweilen. Er ist zu jeder Jahres- und Tageszeit einen genaueren Blick wert.

Der Alpsee bei Hohenschwangau im Winter

Im Ort selbst ist es freilich wenig idyllisch. Zu Ferien- und Feiertagszeiten ist dort unglaublich viel los. Wir haben deswegen zugesehen, dass wir möglichst schnell von dort wegkommen …

Hohenshwangau im Dezember

Von Hohenschwangau zum Forggensee

Im Ort folgen wir den Wegweisern zur Pöllatschlucht. Wer sie durchwandern möchte, muss sich an der ehemaligen Gipsmühle nach rechts wenden. Im Winter ist die Schlucht aber ohnehin geschlossen, ihr verpasst also nichts, wenn ihr weitergeht.

Wanderung bei Hohenschwangau - an der ehemaligen Gipsmühle

Der Weg folgt der Pöllat flussabwärts, in Richtung Tegelbergbahn.

Wanderweg zur Tegelbergbahn-Talstation

Nachdem man die Tegelbergbahn-Talstation passiert hat (dort befindet sich übrigens auch eine Toilette), geht man weiter an der Pöllat entlang, die sich bald darauf in Richtung Westen wendet, zum Forggensee hin. Auf diesem letzten Abschnitt heißt sie übrigens nicht mehr Pöllat, sondern Mühlberger Ach. Diese fließt beim Weiler Brunnen in den See.

Wanderweg an der Mühlberger Ach

In Brunnen zweigt ein Weg nach links in Richtung Waltenhofen ab, dem wir nun folgen.

Wanderung bei Schwangau - zwischen Brunnen und Waltenhofen

Am Ortsrand von Waltenhofen muss man einfach einen kleinen Abstecher zum See machen – der Blick auf Füssen und das Hohe Schloss sowie auf das Festspielhaus ist einfach umwerfend. Auch wenn der See im Winter wenig Wasser führt; vielleicht sogar gerade deswegen.

Blick über den Forggensee auf Füssen und das Hohe Schloss
Blick über den Forggensee aufs Festspielhaus Füssen im Winter

Da wir bis Waltenhofen bereits fast knapp drei Stunden gegangen waren, meldete sich nun der Hunger: Zeit für eine Einkehr! Wir entschieden uns für die Traditionsgaststätte Gasthof am See. Dort sitzt man gemütlich, isst gut-bürgerlich und genießt einen freundlichen Service, der ziemlich auf Zack ist.

Gasthof am See in Waltenhofen am Forggensee
Essen im Gasthof am See in Schwangau

Letzter Teil unserer Drei-Seen-Wanderung bei Schwangau: zurück zum Schwansee

Nach dem guten Essen samt Kaffee (okay, ein riesiges Stück Schokotorte war auch noch dabei) machten wir uns auf zum Forggensee-Uferweg. Die Sonne stand inzwischen schon ein Stück tiefer.

am Forggensee-Uferweg bei Waltenhofen

An seinem südlichen Ende ist der Forggensee um diese Jahreszeit kein See mehr, sondern eher eine Art Marschlandschaft. Sie hat ihren ganz eigenen Reiz.

am Südufer des Forggensees im Winter

Weiter geht es um eine letzte Biegung, …

Wanderung bei Schwangau am Forggensee im Winter

mit einem letzten Blick über den See,

winterliche Marschlandschaft am Forggensee

dann führt der Weg nach Schwangau hinauf, anschließend durch den Ort …

Spazierweg nach Schwangau

und dann über die Parkstraße. An der Straße entlang führt ein Gehweg bis zum Schwanseepark. Damit ihr unsere Route gut nachvollziehen und die GPX-Daten herunterladen könnt, habe ich sie für euch aufgezeichnet:

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Falls ihr nach weiteren Ausflugsideen in der Gegend um Schwangau sucht, habe ich noch ein paar Empfehlungen für euch:

Im Winter macht – sofern genügend Schnee liegt – ein Rodelausflug auf den Buchenberg richtig Spaß. Im Frühjahr, wenn der Wasserstand am niedrigsten ist, lohnt sich eine Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees. Beinahe ganzjährig ist eine Radtour rund um den Forggensee möglich; da die Runde im Sommer sehr stark frequentiert ist, empfehle ich aber eher das Frühjahr oder den Spätherbst dafür. Für Familien und Naturfreunde ist das Walderlebniszentrum Ziegelwies bei Füssen ein besonders schönes Ziel.

Drei-Seen-Wanderung bei Schwangau - vom Schwansee über den Alpsee zum Forggensee und zurück
die Bergmangalpe - Außenansicht

Gemütlich: eine kleine Wanderung zur Bergmangalpe

Diese leichte Wanderung zur Bergmangalpe startet am Wanderparkplatz neben der Bahnlinie in Aitrang und führt nach der Einkehr über einige Stationen des Ostallgäuer Sagenwegs als Rundweg zurück. Da die Alpe auf nur 850 Metern Höhe liegt, sind kaum Steigungen zu bewältigen. Die Runde ist also sowohl für Familien als auch für Senioren geeignet.

Bergmang Alpe 850 m

Die Bergmangalpe schreibt sich auch Bergmang Alpe und wird in der Gegend oft noch „Bergmanghof“ genannt. Das liegt daran, dass auf der Anhöhe bei Ruderatshofen früher ein Bauernhof dieses Namens lag. Als 1901 die Weidegenossenschaft gegründet wurde, kaufte man den Hof und baute ein Stück oberhalb das Alpgebäude. Das heutige Gebäude ist allerdings deutlich jünger, denn die Alpe brannte 1995 nach einem Blitzschlag komplett nieder und wurde anschließend neu errichtet.

Mehrere Wanderwege führen zu diesem beliebten Ausflugsziel. Man kann zum Beispiel in einer Dreiviertelstunde von Ruderatshofen zur Bergmangalpe gehen. Wir sind diesmal aber von Aitrang aus losgegangen und haben eine Rundtour gemacht, die über einige Stationen des Sagenhaften Wegs führt. Über diesen Track könnt ihr die Runde nachvollziehen und die GPS-Daten herunterladen:

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Unsere Wanderung zur Bergmangalpe von Aitrang aus

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Bahnlinie in Aitrang. Dort findet ihr auch eine Wanderkarte der Region und entsprechende Wegweiser.

Wanderparkplatz in Aitrang - Ausgangspunkt einer Wanderung zur Bergmangalpe

Man folgt zunächst der kleinen Straße zum Waldrand und biegt dann, einem weiteren Wegweiser folgend, auf einen kleinen Wanderpfad ein.

Wanderpfad zur Bergmang Alpe

Er führt durch den Wald aufwärts, bis man auf einen breiteren Forstweg stößt, dem man dann folgt. Ein Schild weist auf den kleinen Abstecher zu einer ehemaligen Fliehburg hin. Von ihr ist aber heute aber nicht mehr viel zu sehen.

Wegweiser zur Bauernfliehburg bei Aitrang
Fliehburg am Bergmang bei Aitrang

Von dort sind es nur noch wenige Gehminuten bis zur Kuppe des Mangbergs, die von einem Sendemasten gekrönt ist.

Sendemasten auf dem Magberg bei Ruderatshofen - höchster Punkt bei der Wanderung zur Bergmangalpe

Rechts unterhalb liegt die Alpe.

Blick auf die Bergmang Alpe

Das Ziel unserer Wanderung zur Bergmangalpe ist nach etwa einer Dreiviertelstunde Gehzeit erreicht. Vom Hof aus hat man eine tolle Aussicht. (Die Stromleitung muss man halt ausblenden.)

Blick von der Bergmang Alpe auf Marktoberdorf und die Alpen

Im Sommer kann man auch auf der Sonnenterrasse sitzen. Die frische Dezemberbrise ließ aber anlässlich unseres Besuchs einen Sitzplatz in der warmen Stube weitaus verlockender erscheinen.

Einkehr in der Bergmangalpe

Drinnen sitzt man recht gemütlich, Einrichtung und Dekoration sind zeitgemäß und liebevoll gestaltet.

Gaststube in der Bergmangalpe

Es gibt eine kleine Auswahl an deftigen und süßen Gerichten in guter Qualität. Zur Weihnachtszeit kann ich das Früchtebrot empfehlen – es ist ausgesprochen köstlich!

Gemüsesuppe mit Wienerle in der Bergmangalpe
Früchtebrot in der Bergmangalpe

Nach der Einkehr geht man zuerst den kleinen Stich zurück zum Weg.

Wanderung zur Bergmangalpe - auf dem Rückweg

Schumpen weiden hier im Winter natürlich nicht, aber zwei neugierige Ziegen waren noch draußen.

Ziegen an der Bergmangalpe

Auf dem Hauptweg musste ich noch schnell die Aussicht auf Marktoberdorf und die Berge einfangen, denn die ist vom Mangberg aus wirklich sehenswert:

Aussicht vom Mangberg auf Marktoberdorf und die Berge

Von der Bergmangalpe über den Sagenhaften Weg zurück nach Aitrang

Anschließend sind wir dem Wegweiser zum Sagenhaften Weg in Richtung Norden gefolgt. Dieser ist eigentlich für Radler gedacht und in mehrere Runden aufgeteilt, aber man kann ihm natürlich auch zu Fuß folgen. Entlang des Wegs stehen immer wieder Sagenfiguren und Tafeln, die deren Geschichte erläutern. Unsere erste Figur war der starke Mang mit dem wilden Molla, einem Stier, der erst nach dreitägigem Kampf besiegt werden konnte.

Mang und Molla - Station auf dem Sagenhaften Weg bei Aitrang

Anschließend führt der Weg in den Wald hinein …

Waldweg auf dem Mangberg in Richtung Wenglingen

und schließlich hinunter zur Straße nach Wenglingen (im Hintergrund sieht man Huttenwang).

Blick auf Wenglingen und Huttenwang

Wo der Wanderweg auf die Straße trifft, befindet sich eine weitere sagenhafte Figur. Diesmal ist es der Schnoarflar, eine unheimliche Gestalt, die hier einst ihr Unwesen getrieben haben soll.

Der Schnoarflar auf dem Sagenhaften Weg bei Wenglingen

Bis Wenglingen geht man an der glücklicherweise wenig befahrenen Straße entlang. Vor der Rosina-Kapelle wendet man sich nach links.

Rosina-Kapelle in Wenglingen

Nun geht es wieder nach Süden, Richtung Berge.

Wanderweg von Wenglingen in die Höll

Der Weg führt direkt in die Hölle. Das Gebiet mit den kleinen Weihern heißt jedenfalls im Volksmund „in der Höll“, obwohl es dort in Wirklichkeit ganz reizend ist.

Weiher bei Aitrang in der Höll
in der Höll bei Aitrang

Nachdem man die Weiher passiert hat, stößt man wieder auf den Weg, den man von Aitrang her gekommen war. Wir haben uns bei unserer Wanderung recht beeilt, denn die Regenwolken kamen höllisch schnell näher. Wir haben es aber trockenen Fußes und Hauptes zum Parkplatz geschafft.

Wanderund zur Bergmangalpe - Rückweg nach Aitrang

Die kleine Runde ist „nichts Besonderes“, aber einfach schön.

Wanderung zur Bergmangalpe von Aitrang aus

Falls ihr euch für weitere Wanderungen im nördlichen Ostallgäu interessiert, empfehle ich euch die Runde um den Elbsee und den Rundwanderweg zum Römerturm bei Kemnat (dort geht man übrigens auch durch eine Hölle, die diesen Namen nicht verdient). Ein weiterer sehr schöner Ausflug mit höllischen Bezügen führt in die Teufelsküche bei Obergünzburg.

Rundwanderweg Grüntensee mit Blick auf den Grünten im Winter

Erholung pur auf dem Rundwanderweg Grüntensee

Eine Seenumrundung mit Bergblick ist ganz besonders schön, das zeigt sich auch auf dem Rundwanderweg Grüntensee: Zwar hört man auf der Nordseite den Verkehr von der B310, aber die wunderbare Landschaft und die Ruhe auf der Südseite gleichen das wieder aus. Ich mag die Runde um den Grüntensee besonders an pastelligen Wintertagen, wenn der See wie ein blassblauer Spiegel von Schnee und Bergen eingerahmt wird. Der rund 8 km lange Weg ist flach und gut befestigt und damit auch für Kinderwagen und Senioren geeignet.

Der Rundwanderweg Grüntensee im Winter

Startpunkt ist der Wanderparkplatz an der B310 bei Wertach. Von dort gehen wir am Nordufer des Sees in Richtung Westen los. Verlaufen kann man sich nicht, denn der Rundwanderweg Grüntensee ist durchgehend beschildert.

Bei der ersten Abzweigung geht es seewärts, nach links.

Nach wenigen Minuten gelangt man erstmals ans Ufer und wird sofort mit einem zauberhaften Ausblick belohnt.

Weiter geht es durch den Wald, bis sich der Buron in den Blick schiebt. Bei genügend Schnee liegt hier ein hübsches kleines Skigebiet. Von der Buronhütte kann man auch mit dem Schlitten abfahren, wie ihr im Beitrag zu meinen liebsten Rodeltouren nachlesen könnt.

Nund geht es nochmals ein Stück in Richtung Westen, …

bis der Weg erneut nach links abbiegt, um das Westufer des Sees zu umrunden.

Der Grüntensee ist – wie der Forggensee und der Rottachsee – nicht natürlich entstanden. Es gibt ihn erst seit 1962, als die Wertach in der Talsenke zum Zweck der Energieerzeugung und zum Hochwasserschutz augestaut wurde. Den Freizeitwert hatte man damals vermutlich noch nicht so im Blick, den gibt es quasi als Bonus dazu.

Das schönste Stück führt am Südufer entlang

Der Rundwanderweg quert an seinem westlichsten Punkt die Wertach.

Nach der Brücke wendet man sich ostwärts, also wieder nach links.

Nach und nach schiebt sich der See wieder ins Blickfeld.

Wanderweg am Südufer des Grüntensees im Winter

Am Campingplatz Grüntensee liegt im Sommer eine beliebte Badestelle. Im Winter gibt der Steg ein prima Fotomotiv ab. Von ihm aus hat man freien Blick auf den Grünten im Westen und auf den östlichen Teil des Sees.

Blick vom Badesteg im Grüntensee auf den Grünten
Blick vom Badesteg am Campingplatz Grüntensee nach Osten

Am Campingplatz gibt es übrigens auch ein italienisches Restaurant, das im Winter die einzige Einkehrmöglichkeit direkt am Rundwanderweg Grüntensee ist. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert.

Gleich neben dem Campingplatz liegt ein kleiner Bootshafen. Im Winter ruhen die Boote aber still am Ufer.

Boote in der Winterruhe am Grüntensee

Weiter geht es nach Osten, immer am Ufer entlang.

Wanderweg am Südufer des Grüntensees

An diesem Uferabschnitt wohnen ein paar sehr fleißige Biber, die zum Bau von mindestens drei Biberburgen eine Menge Holz bearbeitet haben.

Biberburg am Grüntensee

Von so manchem Baum bleibt am Ende nur ein seltsamer Stumpf …

Baumstumpf mit Biberbissspuren

Ob die Biber auch mal übers Wasser auf den Grünten schauen? Ich finde die Aussicht jedenfalls spektakulär!

Blick über den Grüntensee auf den Grünten

Nun ist es nicht mehr weit bis zur Staumauer am Wertachabfluss.

die Staumauer am Grüntensee

Der Rundwanderweg Grüntensee führt über die Staumauer hinweg; der Höhenunterschied zum Wertachabfluss ist erstaunlich groß.

auf dem Wertachstaudamm am Grüntensee

Gleich nach dem Staudamm liegt der Kletterwald Grüntensee, der im Winter natürlich nicht im Betrieb ist. Anschließend umrundet man das Ostufer des Sees …

Rundwanderweg Grüntensee - am Ostufer

Von dort geht man noch eine knappe halbe Stunde am Nordufer entlang bis zum Parkplatz.

Wanderweg mit Grüntenblick

Rund zwei Stunden haben wir für die Umrundung des Grüntensees gebraucht. Eine sehr entspannende Runde! Hier könnt ihr sie nachvollziehen und euch die GPS-Daten herunterladen:

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Falls ihr euch für weitere See-Runden interessiert, empfehle ich euch meine Posts über die Rundwanderung um den Hopfensee im südlichen Ostallgäu und über den Elbsee-Rundwanderweg im nördlichen Ostallgäu. Der Elbsee im Winter ist übrigens auch ganz bezaubernd. Oder sucht ihr weitere Wege, die ihr mit dem Kinderwagen gut bewältgen könnt? Dann seht euch doch mal meinen Sammelpost zu den schönsten Kinderwagen-Wanderungen im Allgäu an.

Rundwanderweg Grüntensee - Winterwanderung
Kempten - einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu

Für den Tourismus spielt die Vorweihnachtszeit keine so große Rolle, so dass die zahlreichen Weihnachtsmärkte im Allgäu mehrheitlich den Einheimischen vorbehalten bleiben.

Sie sind so unterschiedlich wie die Orte, in denen sie stattfinden: Manche dauern nur einen Tag oder ein Wochenende, manche den ganzen Advent. Manche sind ganz klein, mit ein paar Buden, die von den örtlichen Vereinen betrieben werden. Andere ziemlich groß mit einem umfassenden Programm. Schön sind sie auf ihre Art alle.

Diejenigen, die mir persönlich am besten gefallen (haben), habe ich ich hier für euch zusammengestellt.

Groß und stimmungsvoll: Der Weihnachtsmarkt in Kempten

Kempten als größte und älteste Stadt der Region kann auch mit einem der größten, längsten und schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu aufwarten: Er findet vor der stolzen Barockkulisse des Rathausplatzes statt und dauert vom Freitag vor dem ersten Advent bis zum vierten Advent.

der Kemptener Weihnachtsmarkt

Für die kleinen Besucher gibt es ein nostalgisches Karussell und eine Kinderhütte, in der sie unter Betreuung basteln und backen können. Im Rathausfoyer und im Weihnachtsbrunnen sind Weihnachtskrippen ausgestellt, die von den Teilnehmern der Krippenbauschule Kempten gebaut wurden.

Eine reichhaltige Auswahl an den üblichen und weniger üblichen Weihnachtsmarktartikeln und -verköstigungsangeboten gibt es natürlich auch. Hier geht es zu einer ausführlicheren Beschreibung des Kemptener Weihnachtsmarktes.

Spektakulär für die ganze Familie: Der Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang

Er ist inzwischen überregional bekannt und zieht viele Besucher von Nah und Fern an. Was die Hindelanger jeweils vom ersten bis zum zweiten Adventswochenende auf die Beine stellen, ist wirklich beeindruckend: Das ganze Dorf schmückt sich und verwandelt sich in ein großes Vorweihnachtswunderland mit vielen Buden, lebenden Werkstätten, lebenden Krippen, einer Christbaumausstellung und einer Engelswerkstatt für die Kinder.

einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu - der Erlebnis-Weihnachtsmarkt Bad Hindelang

Dazu kommt ein ausgesprochen reichhaltiges Rahmenprogramm mit Live-Musik und einer alpenländischen Weihnachtsoper. Höhepunkte jeweils am Freitag- und Sonntagabend sind große Umzüge mit rund 150 Figuren aus der Sagen- und Märchenwelt. Wegen des riesigen Aufwands wird für den Erlebnis-Weihnachtsmarkt sogar Eintritt verlangt. Das ist unter den Einheimischen nicht unumstritten, aber ich finde es durch das Gebotene gerechtfertigt.

auf dem Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang

Zu einem der großen Umzüge war ich noch nicht dort, weil ich kein Fan von großen Menschenmengen und Gedränge bin. Aber hier findet ihr meinen Bericht vom Besuch des Hindelanger Erlebnis-Weihnachtsmarkts an einem Adventssamstag.

Besonders romantisch: Der Weihnachtsmarkt im Schloss Kronburg

Ein Renaissanceschloss, das auf einer Anhöhe oberhalb der Iller thront und bis heute in Privatbesitz ist. Ein quadratischer Innenhof mit Buden, eine Krippenausstellung in der Schlosskapelle und unzählige Stände in den Gewölben drumherum – stilvoller kann der Rahmen für einen Weihnachtsmarkt kaum sein.

Romantischer Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Blick in den weihnachtlich geschmückten Schlosshof

Dazu kommt ein ausgesucht schönes Angebot: Viel Handgemachtes und Kunsthandwerkliches, von der mundgeblasenen Christbaumkugel (der Glasbläser war live bei der Arbeit zu beobachten) bis zum traditionellen Model für die Weihnachtsbäckerei.

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand mit Modeln für Springerle

Auch wenn ich an einem neblig-trüben Tag dort war: Der Weihnachtsmarkt im Schloss Kronburg im Unterallgäu hat mich sehr begeistert. Er findet an zwei Wochenenden im November (jeweils Freitag bis Sonntag) statt.

Besonders stilvoll: Die Isnyer Schlossweihnacht

Isny hat nicht nur eine sehr hübsche barocke Altstadt, sondern auch noch ein prächtiges Schloss, in dem heute der Maler Friedrich Hechelmann wohnt und einen Teil seiner Werke ausstellt. Für fünf Tage im Dezember (jeweils ab dem Mittwoch vor dem zweiten Advent) findet im Schlosshof der Weihnachtsmarkt Isny statt.

Eingang zum Weihnachtsmarkt Isny

Bereits dieser höchst stilvolle Rahmen macht den Besuch der Isnyer Schlossweihnacht lohnend. Das Angebot ist vergleichbar mit dem auf anderen Weihnachtsmärkten; wie in Kempten und Kaufbeuren gibt es auch hier ein gern genutztes, nostalgisches Kinderkarussell.

Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt Isny

Es gibt auch ein eigenes Kinderbastelzelt. Gut gefallen hat mir, dass die Isnyer Partnerstädte jeweils mit einem eigenen Stand mit kulinarischen Köstlichkeiten aus dem jeweiligen Land vertreten waren. Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen bzw. hören lassen: Es gibt Vorlesestunden, viel Musik, Vorführungen von Kunsthandwerkern und Künstlern in der Remise und täglich um 18:30 Uhr das traditionelle Engelefliegen, bei dem ein Engel vom Balkon des Abthauses startet.

Isnyer Schlossweihnacht
Weihnachtsmarkt Isny im Schlosshof

Einfach schön: der Weihnachtsmarkt in Kaufbeurens Altstadt

Vom ersten Adventssamstag bis zum vierten Adventssonntag findet der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz Kaufbeuren statt.

Weihnachtsmarkt Kaufbeuren - Leuchtstern

Er ist weder besonders groß noch von seinem Angebot her außergewöhnlich – aber ich mag ihn trotzdem recht gerne, weil mir der barocke Kirchplatz und die liebevolle Dekoration des Marktes gut gefallen.

festliche Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt Kaufbeuren

Der Markt ist ein beliebter Treffpunkt, wo Jung und Alt zusammenkommen, die Kleinen auf dem Karussell fahren und die Großen sich beim Glühwein unterhalten.

Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt Kaufbeuren

Und wer mag, findet hier auch nette kleine Deko- und Geschenkartikel …

gestrickter Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt Kaufbeuren

Weitere besuchenswerte Weihnachtsmärkte im Allgäu

Auch einiger der kleineren und kürzeren Adventsmärkte haben mir so gut gefallen, dass ich sie gerne weiterempfehle:

Außergewöhnliches Ambiente: Der Adventsmarkt im Schloss zu Hopferau

Auch im Ostallgäu gibt es einen Weihnachtsmarkt an und in einem Schloss. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und wird heute als Hotel und Gaststätte genutzt. Am ersten Adventssamstag und -sonntag findet dort jedes Jahr der Adventsmarkt Schloss Hopferau statt.

Adventsmarkt am Schloss Hipferau

Vor dem Gebäude wird eine kleine Budengasse aufgebaut. Die übrigen Aussteller zeigen ihre Waren in den ehrwürdigen Räumlichkeiten des Schlosses. Das Angebot ist hochwertig und liebevoll zusammengestellt.

Adventsmarkt im Schloss Hopferau

Nach dem Marktbummel und der obligatorischen Bratwust kann man zum Kaffeetrinken in die Schlossgaststätte gehen. Oder man verbindet den Besuch mit einem Spaziergang rund um den Hopfensee. Der ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter schön …

Schön familiär: Der Weihnachtsmarkt in Pfronten

Er findet immer am dritten Adventssonntag statt, dauert also nur einen Tag. Organisiert wird er von acht örtlichen Vereinen, die sich auch die Einnahmen teilen. Durch dieses dörfliche Engagement ist es insgesamt ein wenig kommerzieller und sehr familiärer Markt. Das heißt aber nicht, dass dort nur Pfrontener hingehen. Zum Bahnhof Pfronten-Ried fährt nämlich am dritten Advent der Weihnachtsmärchenzug aus Kempten.

Nikolaus und Engel am Weihnachtsmärchenzug zum Pfrontener Weihnachtsmarkt

Den nutzen viele Kemptener Familien gern, auch deswegen, weil an Bord der Nikolaus und zwei Weihanachtsengel den Kindern die Zeit verkürzen. Ich finde das eine ganz reizende Idee und habe den Pfrontener Weihnachtsmarkt in bester Erinnerung.

auf dem Weihnachtsmarkt in Pfronten-Heitlern vor der Kirche St. Leonhard

Während der gesamten Weihnachtszeit einen Besuch wert: die Krippenstadt Mindelheim

Der Mindelheimer Weihnachtsmarkt ist sehr nett, aber für Nicht-Einheimische nicht unbedingt eine Attraktion. Trotzdem ist Mindelheim im Advent und sogar bis Mariä Lichtmesse (dem offiziellen Ende der Weihnachtszeit) einen Besuch wert. Nämlich wegen seiner zahlreichen, teilweise sehr alten und ungewöhnlichen Krippen.

barocke Großkrippe in der Jesuitenkirche Mindelheim

Ich habe dort eine Krippenführung mitgemacht und war absolut beeindruckt. Es gibt sogar ein eigenes Krippenmuseum – es ist ganzjährig geöffnet –, welches das älteste Jesuskindlein der Welt und eine unglaubliche Anzahl an Weihnachtskrippen jeglicher Art beherbergt. Wenn ihr mehr darüber wissen woll, empfehle ich euch meinen Beitrag zur Krippenstadt Mindelheim.

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu

Welche Weihnachtsmärkte im Allgäu habt ihr schon besucht? Und welche findet ihr besonders schön? Ich sehe mir eure Empfehlungen gerne an, um diese Liste nach und nach zu erweitern.

Willersalpe

Sagenhaft: Wanderung von Hinterstein zur Willersalpe

Die Willersalpe ist eine der bekanntesten und schönsten Berghütten im Allgäu, und das, obwohl (oder weil?) sie wenig Komfort bietet. Es gibt kein warmes Wasser und nur wenig Strom, dafür aber einfache Brotzeiten, hausgemachten Käse und eine herrliche Aussicht auf die sagenhaft schöne Bergwelt.

Blick aus dem Fenster das Gaststube in der Willersalpe bei Hinterstein

Mehrere Wanderwege führen zur Willersalpe. Wer sie als Ausgangspunkt für Bergtouren (etwa auf den Iseler, das Gaishorn/Geißhorn oder zum Schrecksee) nutzen will, startet direkt vom Wanderparkplatz „Auf der Höh“. Von dort sind es nur eineinhalb Stunden Aufstieg.

Unsere Rundtour hat aber nur die Willersalpe als Ziel und ist etwas länger. Wir haben bis zur Alpe knapp zweieinhalb Stunden gebraucht. Dafür gibt es auf dem Weg noch zwei faszinierende Geotope zu bewundern.

Von Hinterstein über den Zipfelsfall zum Wildfräuleinstein

Ausgangspunkt dieser Rundwanderung ist der Parkplatz „Festhalle“ in Hinterstein, gleich neben der Kirche.

Die Kirche St. Antonius in Hinterstein im Allgäu

Dort führt ein Weg entlang des Zipfelsbachs ordentlich aufwärts. Nach rund 100 Höhenmetern ist dann der Zipfelsbach-Wasserfall erreicht, über dessen Gumpe ein Steg führt. Aber erst einmal müssen wir den Zipfelsfall ausgiebig bewundern, er ist einfach zu schön.

der Zifelsbbach-Wasserfall bei Hinterstein
an der Zipfelsfall-Gumpe bei Hinterstein

Ab hier führt der Weg auf halber Höhe in Richtung Osten durch den Bergwald. Ist der nicht herrlich?

Wanderweg durch den Bergwald bei Hinterstein

Schließlich steigt der Weg wieder etwas an,

Aufstieg zum Aussichtspunkt Köpfle bei Hinterstein

bis der Aussichtspunkt Köpfle auf knapp 1.100 m Höhe erreicht ist. Die Aussicht ist tatsächlich sehenswert und eine kleine Pause kann ja nicht schaden.

am Aussichtspunkt Köpfle im Hintersteiner Tal

Ohne weitere Steigungen geht es nun weiter,

auf dem Weg zum Wildfräuleinstein im Hintersteiner Tal

bis etwa eine Viertelstunde nach dem Aussichtspunkt der Wildfräuleinstein in Sicht ist:

der Wildfräuleinstein bei Hinterstein

Beim Näherkommen erkennt man, dass in dieser Felswand kleine Höhlen liegen, die wohl durch die Auswitterung von weicherem Gipsgestein entstanden sind.

die Höhlen am Wildfräuleinstein bei Hinterstein

Es ist sehr verlockend, diese Höhlen näher zu erkunden; die Leiter ist dabei recht hilfreich.

auf Erkundungstour am Wildfräuleinstein

Die Sage vom Wikdfräuleinstein

Der Wildfräuleinstein heißt so, weil dort in früheren Jahrhunderten angeblich wilde Fräulein gehaust haben (ähnliche Erzählungen gibt es übrigens zur Sturmannshöhle bei Obermaiselstein). Sie galten als freundlich und fleißig.

Einmal soll eine von ihnen sogar einen Hintersteiner Burschen geheiratet haben, aber nur unter der Bedingung, dass ihr Name nie genannt werden dürfe. Als nach Jahren versehentlich eine Nachbarin sie ansprach und „Gertrüdle“ nannte, musste sie ihren Mann und das Tal verlassen, denn so lautete ihr richtiger Name.

Übrigens gibt es auch heute noch wilde Fräulein am Wildfräuleinstein:

wildes Fräulein am Wildfräuleinstein im Hintersteiner Tal

Vom Wildfräuleinstein zur Willersalpe und zurück nach Hinterstein

Nach der Erkundung der kleinen Höhlen folgen wir dem Pfad weiter nach Osten.

Wanderweg zwischen dem Wildfräuleinstein und Willersalpe

Er führt zum Willersbach, den man auf einem Steg überquert. Hier hat der letzte Winter offenbar viele Schäden hinterlassen, denn entlang des Bachlaufs lagen viele entwurzelte Bäume.

am Willersbach im Hintersteiner Tal

Anschließend geht es knackig bergauf: Auf etwa 1,5 km müssen über 250 Höhenmeter bis zur Willersalpe bewältigt werden.

Aufstieg vom Willersbach zur Willersalpe

Schweiß und Mühe werden aber belohnt, sobald das kleine Hochtal erreicht ist, in dem die Alpe liegt.

auf dem Weg zur Willersalpe

Von dieser kleinen Anhöhe sind es nur noch ein paar Minuten zur inzwischen durchaus ersehnten Einkehr.

Willersalpe im Hintersteiner Tal

Die Gaststube mit der Essensausgabe liegt im ersten Stock. Man hat die Wahl zwischen einer Nudelsuppe und diversen Brotzeiten, es gibt zudem kalte Getränke und eine „Schissl“ Kaffee.

Eingang zur Willersalpe

Nachdem es sich um eine Sennalpe handelt, nehmen wir natürlich das Käsbrot  – und das ist wirklich köstlich!

Käsbrotzeit auf Willersalpe

Nach einer ausgiebigen, sonnendurchwärmten Pause ist es Zeit für den Rückweg. Es geht vorbei am krummen Kreuz,

Kreuz bei Willersalpe

dann am kleinen Tümpel entlang,

Tümpel bei Willersalpe

und wieder hinab durch den Bergwald.

Abstieg durch den Bergwald bei Willersalpe

Nach dem erneuten Überqueren des Willersbachs zweigt der Weg nach links ab, denn zurück geht es über den Parkplatz „Auf der Höh“ und dann über die Talstraße durch Hinterstein.

Abstieg von der Willersalpe zum Parkplatz auf der Höh
Blick ins Hintersteiner Tal

Da man auf dem Rückweg bergab geht, dauert es nur eineinhalb Stunden, bis der Parkplatz an der Kirche wieder erreicht ist.

Hier könnt ihr euch den Track zur Tour ansehen und downloaden:

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Früher war übrigens die Willersalpe auch in den Weihnachts- und den Osterferien geöffnet, weswegen wir dort 2017 Ende Dezember hinaufgewandert sind. Das war eine herrliche Wintertour, die ich euch gerne empfehlen würde! Inzwischen ist die Alpe aber nur noch von Mai bis Ende Oktober geöffnet und im Winter durchgehend geschlossen. Die jeweils aktuellen Öffnungszeiten und Kontaktdaten findet ihr auf der der Website von Hinterstein.

Sucht ihr noch mehr Ideen für schöne Hüttentouren im Allgäu?

Dann empfehle ich euch auch folgende Wanderungen:

Wanderung von Hinterstein zur Willersalpe über den Zipfelsfall und den Wildfräuleeinstein