Neueste Artikel

Badesteg mit Sprungturm im Freibad Stadtweiher in Leutkirch

Tolle Kombi aus Bad und See: das Freibad Stadtweiher in Leutkirch

Ich kenne inzwischen viele Badeplätze und Freibäder im Allgäu, aber das Freibad Stadtweiher in Leutkirch finde ich besonders toll. Das liegt daran, dass es eine sehr gelungene Kombination aus einem Familienbad mit Schwimmbecken, Erlebnisbecken und Kleinkinderbereich und einem wunderschönen Badesee mit großem Steg, Sprungtürmen, schwimmender Insel und Sandstrand für die Kleinen ist. Nicht zu vergessen die sehr gepflegte Liegewiese mit großen, alten Bäumen, den großen Spielbereich mit Beachvolleyball- und Fußballfeld sowie den gut organisierten Kiosk.

Ein Rundgang durch das Freibad Stadtweiher

Gleich hinter dem Eingang liegen links die Umkleiden mit Duschen und WC,

Umkleidebereich mit Kicker im Freibad Stadtweiher Leutkirch

davor die „Freibadkreuzung“ mit einer hübschen Blumeninsel:

Blumenkreisel im Freibad Stadtweiher in Leutkirch

Im Hintergrund seht ihr bereits das 25-m-Schwimmbecken und das Erlebnisbecken mit der breiten Rutsche.

Schwimm- und Erlebnisbecken im Freibad Leutkirch

Wenn ihr an diesen beiden Becken vorbeigeht, gelangt ihr zum Kleinkinderbereich.

Kleinkinderbecken im Freibad Leutkirch

Neben dem Kleinkinderbecken liegt noch ein netter Spielplatz, auf dem nach Herzenslust „gematscht“ werden darf.

Spielplatz im Freibad Stadtweiher Leutkirch

Zurück zum Blumenkreisel. Wenn ihr euch hier Richtung See wendet, liegt links der Kiosk auf einer Hochterrasse. Dort gibt es neben den üblicken Kioskgerichten wie Pommes mit und ohne Currywurst und Pizzaschnitten auch heiße Seelen. Wir fanden das Essen und das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung.

Sitzplätze am Kiosk im Freibad Leutkirch

Aber das Schönste war für mich im Freibad Leutkirch das ausgiebige Schwimmen im Stadtweiher und das gemütliche Chillen unter der großen alten Weide, von der ihr auf dem Foto nur einen kleinen Teil am linken Bildrand seht:

Stadtweiher Leutkirch - Naturfreibad

Der See war übrigens bei unserem Besuch fast genauso warm wie das Wasser im Schwimmbecken (27°C). Die Preise im Freibad Stadtweiher sind familienfreundlich: 3,50 Euro kostet der Eintritt für einen Erwachsenen, 7,50 Euro die Familienkarte (Stand: Juli 2018).

Weitere Lieblings-Freibäder im Allgäu sind für mich das Alpenbad Pfronten wegen seiner unglaublich schönen Panoramalage und das Jordan-Freibad in Kaufbeuren wegen seines großzügigen 50-m-Schwimmerbeckens. Meine Kinder schätzen dort dagegen vor allem die Sprungtürme und die Rutsche.

Freibad Stadtweiher in Leutkirch im Allgäu

Einzug des Kaisers Maximilian nach Kaufbeuren - Tänzelfest 2018

Kinder spielen die Geschichte ihrer Stadt auf dem Tänzelfest 2018

Auf dem Tänzelfest 2018 habe ich mir zum ersten Mal den Einzug von Maximilian I nach Kaufbeuren angesehen, der vor dem großen Festzug stattfindet. Das war eine gute Gelegenheit, den Kaiser einmal von Nahem zu fotografieren, der in der Stadtgeschichte eine so große Rolle spielte. Das etwa halbstündige Schauspiel war auch recht nett inszeniert, samt Tänzen, Fahnenschwingen und einem kleinen Dialog zwischen Kaiser und Bürgermeister. Dieser drehte sich hauptsächlich darum, dass die Stadt Kaufbeuren arm sei und sich deswegen keine teuren Gaben für den Gast leisten könne. Der anschließende Festzug ist aber auf jeden Fall der attraktivere Teil der Veranstaltung.

Der Einzug von Kaiser Maximilian I

Passenderweise findet dieser in der Kaiser-Maximilian-Straße vor dem Rathaus statt. Dort sind Tribünen aufgebaut, von denen aus man das Spektakel verfolgen kann. Jedenfalls wenn man früh genug da ist, um dort noch einen Platz zu ergattern (war ich nicht).

Den Kaiser habt ihr oben ja schon gesehen. Er weilt bereits beim Bürgermeister, während sein Gefolge nach und nach einzieht. Zum Beispiel die Damen in der Kutsche:

Kutsche mit Damen beim Einzug des Kaisers Maximilian nach Kaufbeuren - Tänzelfest 2018

Dann folgen weitere Gefolgsleute,

Gefolge von Kaiser Maximilian auf dem Tänzelfest 2018

anschließend verschiedene Gruppen, darunter Armbrustschützen und Fahnenschwinger.

Armbrustschützen im Gefolge von Kaiser Maximilian I auf dem Tänzelfest 2018 in Kaufbeuren

Fahnenschwinger beim Einzug von Kaiser Maximilian I nach Kaufbeuren - Tänzelfest 2018

Nach dem Einzug muss Kaiser Maximilian gleich wieder los zum Festzug. Das Gefolge natürlich auch.

Eindrücke vom großen Festzug auf dem Tänzelfest 2018

Vom großen Festzug habe ich euch ein kleines Video mitgebracht, damit ihr einen lebendigeren Eindruck von den Fahnenschwingern, Trommlern, Musikern und mitspielenden Kindern bekommt:

Das Tänzelfest steht ja unter dem Motto „Kinder spielen die Geschichte ihrer Stadt“. Deswegen treten sie als Vertreter bestimmter Epochen und gesellschaftlicher Gruppen auf. Das macht den Umzug auch so schön zum Anschauen.

Kinder in Tracht auf dem Tänzelfestumzug 2018

Kindergruppe beim Festzug auf dem Tänzelfest 2018

Besonders niedlich sind die Kinder des Biedermeier in ihren Rüschenkleidern und kleinen Uniformen.

Kutsche mit Biedermeier-Kindern auf dem Tänzelfest 2018 in Kaufbeuren

Wagen mit Kindern des Biedermeier auf dem Tänzelfest 2018

Aber mir haben auch die kleinen Feuerwehrleute gefallen.

kleine Feuerwehrleute auf dem Tänzelfest 2018

Und die verschiedenen Zunftgruppen, wie die Gerber, Bäcker und Metzger.

Die Zunft der Gerber auf dem Tänzelfestumzug 2018

Die Bäckerzunft auf dem Tänzelfestumzug 2018 in Kaufbeuren

Die Metzgerzunft auf dem Tänzelfest 2018 beim großen Festzug

Den Abschluss macht immer ein Wagen, auf dem die Buronia (Buron ist der alte Name für Kaufbeuren) als eine Art Personifizierung der Stadt mitfährt. Natürlich ist auf diesem Wagen auch das Wahrzeichen der Stadt, der Fünfknopfturm, zu sehen.

Buronia-Wagen auf dem großen Festzug beim Tänzelfest 2018

Für mich ist der Höhepunkt des Tänzelfests ja das Lagerleben. 2013 hatte ich mir den großen Festumzug am Tänzelfestmontag angesehen und davon ebenfalls viele Bilder mitgebracht.

Wart ihr schon einmal auf dem Tänzelfest? Was hat euch am besten gefallen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Tänzelfest Kaufbeuren - großer Festzug 2018

Märchensommer Allgäu 2018 - der weiße Hase aus Alice im Wunderland

Märchensommer Allgäu – Theater für Kinder auf der Burghalde in Kempten

2018 findet erstmals der Märchensommer Allgäu in Kempten statt, für 2019 und 2020 ist er bereits fest geplant. Das sind gleich zwei gute Nachrichten auf einmal: Zum einen ist das ein tolles Kulturangebot für Familien mit Kindern zwischen vier und zwölf Jahren. Zum anderen wird damit die Burghalde endlich wieder belebt. Früher gab es dort öfter Freilichtkonzerte, zuletzt fand aber nur jeweils in der ersten Augustwoche das Open-Air-Kino statt, über das ich schon einmal berichtet habe. Dabei ist die Burghalde ein besonders schöner Platz über der Stadt, samt Burgenmuseum, Freilichttheater, Biergarten und Ritterspielplatz.

Der Märchensommer Allgäu bietet interaktives Theater für Kinder mit Musik

Vorab ein Hinweis: Wie ihr wisst, ist dies ein absolut unabhängiges Blog, ich mache keine Advertorials, Sponsored Posts oder sonstige Kooperationen mit irgendwelchen Werbepartnern, sondern bewerbe hier nur meine eigenen Allgäu-Reiseführer. Dieser Post ist insofern eine Ausnahme, als ich für die Premiere von  Alice im Wunderland – neu erträumt Freikarten vom Theater in Kempten bekommen habe.

Meine inzwischen 17-Jährige Tochter Nummer 2 hat mich übrigens begleitet und war ganz begeistert. Ich auch.

Im Märchensommer Allgäu werden moderne Märchen erzählt. Die Stücke werden neu geschrieben und enthalten Mitmachelemente zum Mitsingen und Mittanzen. Auf der Bühne stehen Profischauspieler (2018 sind es nur Schauspielerinnen) mit Kindern aus der Region. 2018 sind insgesamt 63 Kinder aus dem Allgäu als Spielkartensoldaten, Grinsekatzen und Schlafmützcnmäuse beteiligt. Bei gutem Wetter finden die Aufführungen im Juli und August auf der Burghalde statt, bei Regen zieht der Märchensommer ins Stadttheater um. Zum Glück hatten wir zur Premiere strahlendes Wetter, und der Wetterbericht fürs kommende Wochenende ist auch gut …

Tolles Familienthater: Alice im Wunderland – neu erträumt

Das Stück beginnt in der Schule, wo Alice mit ihrer lebhaften Fantasie und ihren beiden Kätzchen das Missfallen der gestrengen Lehrerin Frau Schrecknödel erregt.

Märchensommer Allgäu 2018 - Alice in der Schule

Die beiden Kätzchen sind dafür verantwortlich, dass Alice ins Wunderland gelangt. Denn sie sehen das weiße Kaninchen vorbeihüpfen und laufen ihm nach.

Märchensommer Allgäu 2018 - das weiße Kaninchen

Als Alice sie sucht, stößt sie auf die sprechende Tür zum Wunderland. Um eintreten zu können, soll sie sich zwischen drei Getränken entscheiden. Sie wählt Kaffee (natürlich nur, weil sie den sonst nie trinken darf). Das hat die unerwartete Folge, dass Alice sich verdreifacht: Plötzlich stehen drei Alices auf der Bühne.

Märchensommer Allgäu 2018 - Alice 1, 2, 3 und die sprechende Tür

Märchensommer Allgäu 2018 - 3 Alices, das weiße Kaninchen und die sprechende Tür

Nacheinander treffen die drei auf unterschiedliche Bewohner des seltsamen Landes hinter der Tür. Alice 1 begegnet Humpty Dumpty, einem sprechenden Ei mit eigenartigen Gewohnheiten. Sie freunden sich dank Alices offener Art schnell an.

Märchensommer Allgäu 2018 - Alice 1 und Humpty Dumpty

Alice 2 landet beim Hutmacher, der täglich Geburtstag feiert und unsichtbaren Tee serviert. Auch das weiße Kaninchen erscheint zum Tee, obwohl es doch immer so in Eile ist: „Oje, oje, ich bin zu spät. Oje, oje, ich habe keine Zeit. Oje, oje, ich muss zur Herzkönigin.“

Märchensommer Allgäu 2018 - Alice 2 trinkt Tee mit dem Hutmacher

Alice 3 (die eigentlich die erste Alice war) trifft dagegen auf die höchst elegante Psychologin Dr. Dr. Raupe, die ihr Tipps für mehr Selbstvertrauen gibt.

Märchensommer Allgäu 2018 - Alice 3 bei Psychologin Dr. Raupe

Alle drei Alices erfahren, dass ihre Kätzchen vermutlich bei der Herzkönigin gelandet sind, die sie in Grinsekatzen verwandelt hat. Dummerweise wird der Königin das Gegrinse erfahrungsgemäß bald zu langweilig. Und dann heißt es: „Kopf ab! Die Herzkönigin hat Katzen zum Fressen gern!“ Das können Alice 1, 2 und 3 natürlich nicht zulassen.

Märchensommer Allgäu 2018 - 3 Alices auf dem roten Sofa

Bald kommt es zum Zusammentreffen mit der Herzkönigin und ihrem Gemahl, der nicht viel zu melden hat.

Märchensommer Allgäu 2018 - die Herzkönigin und ihr König

Zusammentreffen von Alice mit der Herzkönigin auf der Freilichtbühne Burghalde in Kempten

Über das Schicksal der Kätzchen soll schließlich ein Krocketspiel entscheiden, bei dem die Herzkönigin allerdings immer gewinnt. Als Kugel dient übrigens ein stark schwäbelnder Igel auf einem Skateboard.

Krocket mit der Herzkönigin auf der Burghalde beim Märchensommer Allgäu 2018

Da die Wunderlandbewohner den drei Alices helfen, gewinnen sie das Spiel trotzdem und dürfen ihre Kätzchen wieder mit nachhause nehmen.

Märchensommer Allgäu 2018 - die 3 Alices mit ihren Kätzchen und dem weißen Kaninchen

Das heißt, es kommt natürlich nur eine Alice zurück in die Schule. Aber sie kann sich zukünftig ja jederzeit wieder zurück ins Wunderland träumen …

Großes Finale beim Märchensommer Allgäu 2018 auf der Burghalde in Kempten

Mein Fazit zum Märchensommer Allgäu 2018

Das Stück ist erfrischend zeitgemäß umgesetzt und wirkt auf der Burghalde einfach toll. Die fantasievollen Kostüme und lustigen Details wie der schwäbelnde Krocketkugel-Igel machen es auch für Erwachsene unterhaltsam. Die Kinder beteiligten sich mit viel Spaß bei den Mitmachtänzen, wobei die zuschauenden Eltern ruhig noch mehr Engagement zeigen dürften (bei uns war es natürlich umgekehrt: Ich habe mitgetanzt, meiner 17-Jährigen war das zu peinlich :-)). Stark fand ich auch die Musikstücke, besonders das Lied vom Wa-we-wi-wo-Wunderland erwies sich als wahrer Ohrwurm.

Alice im Wunderland – neu erträumt wird bis 19. August 2018 jeweils von Donnerstag bis Sonntag um 16 Uhr gespielt.  Es gibt noch Karten im Vorverkauf; Kurzentschlossene können  aber auch an der Tageskasse auf der Burghalde Karten kaufen.

2019 wird auf der Burghalde übrigens der Zauberer von Oz gespielt. Man darf auf die Umsetzung gespannt sein …

Märchensommer Allgäu - Freilichttheater für Kinder in Kempten

Landsknechtshaufen auf dem Frundsbergfest Mindelheim 2018

Großartiges Mittelalterfest: das Frundsbergfest Mindelheim 2018

Das Frundsbergfest Mindelheim findet nur alle drei Jahre statt und irgendwie habe ich es bisher nie dorthin geschafft. 2018 stand es aber ganz oben auf meiner Liste, und tatsächlich war ich zum großen Finale am 8. Juli dort. Ich bin höchst beeindruckt, was die kleine Stadt Mindelheim mit ihren knapp 15.000 Einwohnern da auf die Beine stellt!

Frundsbergfest Mindelheim 2018

Frundsbergfest Mindelheim 2018: meine Eindrücke vom letzten Festsonntag

Die ganze Stadt hatte sich festlich herausgeputzt.

Mindelheim - festlich herausgeputzt

Sogar die kleine Wasserschlange war passend behütet:

Mindelheim - Wasserschlange mit Landsknechtshelm

Aus allen Ecken strömten Teilnehmer zum Historischen Festumzug. Hier das Frundsberg Fähnlein.

Mindelheim - Frundsberg Fähnlein im Anmarsch

An dieser Stelle sollten wir noch kurz klären, woher das Frundsbergfest seinen Namen hat: Mindelheim wurde im zwölften Jahrhundert vom Geschlecht der Mindelberger regiert und in dieser Zeit zur Stadt erhoben. Ende des 14. Jahrhunderts gehörte Mindelheim den Herzögen von Teck, die sich mit Bauten und gesitlichen Stiftungen engagierten. Danach waren für eine kurze Zeit die Ritter vom Rechberg am Ruder, die Größe vor allem im Schuldenmachen zeigten und die Stadt wegen ihrer Finanzprobleme im Jahr 1467 an die Frundsberger verkauften.

Die Frundsberger stammten aus Tirol und dienten den Habsburger Kaisern. Sie regierten bis 1586 die Stadt und bescherten ihr eine Blütezeit. Der berühmteste Sohn des Hauses ist Georg von Frundsberg, der von Kaiser Maximilian I. zum Ritter geschlagen und später zum kaiserlichen Feldhauptmann ernannt wurde. Für dessen Enkel Karl den V. errang Georg von Frundsberg mit seinen für die damalige Zeit sehr modernen Truppen zwei wichtige Siege in Oberitalien. Er muss auch bei seinen Soldaten sehr beliebt gewesen sein, denn sie gaben ihm den Beinamen „Vater der Landsknechte“. Trotz seiner kriegerischen Karriere war ihm ein einigermaßen friedliches Ende beschieden: Er starb 1528 daheim auf der Mindelburg, wo er 55 Jahre zuvor geboren worden war.

Alle drei Jahre reitet er nun wieder in seine Stadt ein. Wie auch die Kaiser Maximilian I. und Karl V., die Herzöge von Teck und andere wichtige Gestalten aus der Stadtgeschichte.

Aber nun zurück zum Frundsbergfest 2018. Noch warten die Stadbüttel ganz entspannt.

Stadtbüttel ganz entspannt in Mindelheim

Aber gleich geht es los …

Frundsbergfest Mindelheim - kurz vor dem großen Festumzug

Großer Historischer Festumzug auf dem Frundsbergfest Mindelheim 2018

Damit ihr einen lebendigen Eindruck von diesem wirklich großen Festumzug  – er dauerte eineinhalb Stunden – bekommt, habe ich euch ein Video davon mitgebracht. Da ich Trommler, Fahnenschwinger und Landsknechte besonders gerne mag, sind sie darin auch gut vertreten.

Die Gruppe zu den Herzögen von Teck erkennt man gut an den schwarz-gelben Rauten, wie hier bei den Fahnenschwingern und Fanfarenbläsern.

Fahnenschwinger der Herzöge von Teck auf dem Frundsbergfest 2018

Fanfarenbläser zu Pferd auf dem Frundbergbest Mindelheim

Herzog Ulrich von Teck und seine Gattin Anna von Polen waren dagegen rot-weiß gewandet. Der Hermelinmantel war an diesem sommerlichen Tag gewiss etwas warm.

Ulrich von Teck mit seiner Gemahlin Anna von Polen

Die Ritter von Rechberg kamen auch ziemlich prunkvoll daher:

Die Ritter von Rechberg auf dem Frundsbergfest Mindelheim 2018

Sie hatten ein großes Gefolge dabei, darunter mehrere Falkner mit echten Falken.

Falkner mit echtem Falken auf dem Frundsbergfest Mindelheim 2018

Und einen Festwagen mit den Türmen der Stadt Mindelheim, die noch heute ihre Wahrzeichen sind.

Festwagen mit den Türmen der Stadt Mindelheim

Die Handwerkszünfte präsentierten stolz ihre Zunftzeichen.

Die Zünfte auf dem Festumzug beim Frundsbergfest Mindelheim 2018

Wie fast alle Allgäuer Städte wurde auch Mindelheim während der Reformation protestantisch, wie diese Gruppe zeigte.

Gruppe Reformatio auf dem Festumzug beim Frundsbergfest Mindelheim 2018

Kaiser Maximilian I. gab sich zu Pferd die Ehre,

Kaiser Maximilian I auf dem Frundsbergfest Mindelheim 2018

wohingegen sich seine Gemahlin Maria Bianca Sforza standesgemäß in einer goldenen Kutsche chauffieren ließ.

Kaiserin Maria Bianca Sforza in ihrer Kutsche

Kaiser Karl V. war mit seiner Gemahlin Isabella von Portugal angereist.

Kaiser Karl V und Isabella von Portugal beim Festumzug auf dem Frundsbergfest

Jede Menge Landsknechte auf dem Frundsbergfest Mindelheim 2018

Natürlich darf Georg von Frundsberg auf dem nach ihm benannten Fest nicht fehlen.

Musikgruppe und Georg von Frundsberg auf dem Historischen Festumzug 2018

Georg von Frundsberg auf dem Festumzug in Mindelheim 2018

Der Vater der Landsknechte hat heute noch eine Menge Ururenkel, die sich alle auf dem Frundsbergfest treffen. Das ist ein ganz schön martialischer Haufen …

Landsknechtshaufen auf dem Frundsbergefest Mindelheim 2018

Auch die Rechberger lassen sich nicht hängen, sondern singen zünftig im Takt.

Fähnlein rechberg auf dem Frundsbergfest 2018

Was sonst noch geboten war auf dem Frundsbergfest

Wo so viele Landsknechte unterwegs sind, gibt es natürlich Lager und Schankbetriebe.

Stadtwachenzuber auf dem Frundsbergfest 2018

Schwein am Grill auf dem Frundsbergfest 2018

Dazu Handwerker und Händler. Ein buntes Treiben also.

Spinn-Stube auf dem Frundsbergfest Mindelheim

Schmid auf dem Frundsbergfest 2018

Markttreiben auf dem Frundsbergfest 2018

Ich hoffe, ich konnte euch davon überzegen, dass es sich lohnt, das Frundsbergfest 2021 dick in euren Terminkalender einzutragen. Falls ihr die Stadt davor schon mal besuchen wollt, empfehle ich euch folgende Beiträge:

Lang, bunt und fröhlich: der Faschingsumzug Mindelheim 2018

Nicht nur für Kinder schön: der Naturlehrgarten Mindelheim

Fürstäbtliches Wohnzimmer in der Residenz Kempten

Fürstliche Prachtentfaltung: die Prunkräume der Residenz Kempten

Die Fürstäbtliche Residenz Kempten ist noch heute ein prächtiges, monumentales Gebäude. Wie muss sie da erst den Zeitgenossen erschienen sein?

Residenz Kempten - Außenansicht

Nach den Wirren und Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde das riesige Kloster samt der Stiftskirche St. Lorenz in den Jahren 1651 bis 1670 als erster großer kirchlicher Bau in Deutschland errichtet. Sicher war es als Zeichen der Hoffnung gedacht, vermutlich aber auch als Ausdruck des kirchlichen Selbst- und Sendungsbewusstseins. Der Fürstabt, der auch weltlicher Herrscher war, wohnte jedenfalls nicht etwa in einer bescheidenen Klosterzelle, sondern in höchst repräsentativen Gemächern, die im frühen Rokokostil ausgestattet sind. Nach einer Restaurierung sind diese seit dem Frühjahr 2018 wieder zu besichtigen, und zwar nur im Rahmen einer Führung.

Eine Führung durch die Residenz Kempten

Der Eingang liegt gleich neben der Basilika St. Lorenz.

Eingang zur Führung durch die Prunkräume der Residenz Kempten

Von April von Oktober finden Dienstag bis Sonntag alle 45 Minuten Führungen statt; im Winter sind die Zeiten eingeschränkt. Der Eintrittspreis liegt bei 3,50 Euro für Erwachsene. Eine Übersicht über Öffnungszeiten und Preise findet ihr hier auf der Website der Stadt Kempten oder hier bei der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, die mir freundlicherweise auch das Fotografieren und Veröffentlichen erlaubt hat.

Ein Blick in den Innenhof des früheren Klosters zeigt, wie groß die Anlage ist. Gegenüber residiert übrigens das Amtsgericht Kempten.

Blick in den Innenhof der Residenz Kempten

Zur Führung geht es dann hinauf in den ersten Stock in einen vergleichsweise schlichten Gang.

Gang in der Residenz Kempten

Vor dem Betreten der fürstäbtlichen Prachtgemächer gilt es zunächst, in Filzschlappen zu schlüpfen. Das edle Parkett soll schließlich nicht durch hereingeschleppte Steinchen zerkratzt werden.

Füße in Filzschlappen

Ein Rundgang durch die fürstäbtlichen Prunkräume in der Residenz Kempten

Der Fürstabt war gleichzeitig Herscher und Richter über die Stiftsstadt Kempten. Also brauchte er auch eine Verwaltung und ein Gericht. Wir beginnen unseren Rundgang daher in der Hofkanzlei, in der auch Recht gesprochen wurde.

die Hofkanzlei in der Residenz Kempten

Das Deckengemälde zeigen Szenen aus dem alten Testament: hier beispielweise Esther vor dem König Ahasverus.

Esther und Ahasverus - Deckengemälde in der Residenz Kempten

Es schließt sich eine ganze Zimmerflucht an: Schlafzimmer, Wohnzimmer, Audienzzimmer, Vorzimmer.

Blick durch die Türen der fürstäbtlichen Residenz Kempten

Auf die Decke des fürstäbtlichen Schlafzimmers ist passenderweise Jakob mit dem Traum von der Himmelsleiter gemalt.

Deckengemälde Jakob und die Himmelsleiter in der Residenz Kempten

Im Wohn- und Arbeitszimmer stehen in den Ecken Kabinettschränke.

Wohn- und Arbeitszimmer des Fürstabts in der Residenz Kempten

An den Wänden sind die Tugenden und Laster abgebildet, an der Decke der Weg der christlichen Seele in den Himmel.

Weg der christlichen Seele in den Himmel

Sehr hübsch, die zarte Seele, oder? Überhaupt beeindrucken die Details des ausgeklügelten Bild- und Dekorationsprogramms: Dieser Höllensturz erfolgt buchstäblich sehr plastisch – es ragt sogar ein Arm Richtung Unterwelt hervor:

Höllensturz

Das Parkett ist wirklich der Schonung wert.

Parkett mit Intarsien - Detail aus der Residenz Kempten

Der Audienzsaal ist natürlich auch sehr repräsentativ:

Audienzsaal in der Residenz Kempten

Wohl nicht ganz zufällig zeigt das Deckengemälde eine berühmte Audienz, nämlich die der Königin von Saba bei König Salomo.

die Königin von Saba vor Salomon

Und seht ihr, wie schön der Frieden ist? Wie zierlich die junge Dame das Füßchen auf das nicht mehr benötigte Kriegsgerät setzt?

Allegorische Darstellung des Friedens in der Residenz Kempten

Der ehemalige Vorsaal, der heute die fürstäbtliche Bibliothek enthält, war zum Zeitpunkt meines Besuchs noch nicht wieder zugänglich.

Höhepunkt von Prunk und Pracht in der Residenz Kempten: der Festsaal

Der Fest- bzw. Thronsaal war dazu bestimmt, den Machtanspruch des Fürstabts zu verdeutlichen und die Geschichte des Fürststifts bestmöglich zu präsentieren.

Festsaal der Residenz Kempten

Dafür war die teuerste und beste Ausstattung gerade gut genug: Kristalllüster, Spiegel, Stuck und Malerei, und alles reichlich:

im fürstäbtlichen Festsaal der Residenz Kempten

Kristalllüster im Festsaal der fürstäbtlichen Residenz Kempten

Deckengemälde im Thronsaal der Residenz Kempten

Auf dem Deckengemälde dürfen auch Karl der Große und seine Gemahlin Hildegard nicht fehlen, denn auf sie führten die Benediktiner die Gründung des Kemptener Kloster zurück.

Karl der Große und seine Gemahlin Hildegard

Vergleichsweise schlicht: der Fürstensaal der Residenz Kempten

Der Fürstensaal mit seiner barocken, weißen Stuckdecke dient heute manchmal als Konzertsaal. Er ist auf schlichte Art sehr schön. An den Wänden hängen Portraits der Kemptener Fürstäbte.

der Fürstensaal der Residenz Kempten

Karl und Hildegard sind ebenfalls da – und im Himmel jubilieren die Engelein über die kaiserliche Stiftung in Kempten.

Karl der Große und Hildegard im Fürstensaal der Residenz Kempten

Falls ihr auch mal fürstlich feiern wollt: Man kann den Fürstensaal für Veranstaltungen mieten, etwa für Hochzeiten. Allerdings solltet ihr dabei bedenken, dass die Toiletten sich im Erdgeschoss befinden.

die Prunkräume der Residenz Kempten - Pin

Falls ihr in Kempten noch mehr unternehmen wollt, empfehle ich euch folgende Beiträge:

Die Erasmuskapelle Kempten: geheimnisvolle Unterwelt

Archäologischer Park Cambodunum – Reste der Römer in Kempten

Heinrich der Kempter: nackte Tatsachen am Rathaus Kempten

Ich habe die Residenz auch auf meine Liste der schönsten Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu aufgenommen; dort findet ihr weitere Ideen für Regentage.

Mein schönstens Allgäu-Foto 2018-1

Fotoparade: Meine schönsten Allgäu-Fotos 2018 – 1. Halbjahr

Schon zum vierten Mal beteilige ich mich an der Fotoparade #FopaNet, die Michael von erkunde-die-welt.de halbjährlich veranstaltet, und zeige meine schönsten Allgäu-Fotos 2018. Es macht immer eine Menge Spaß, die eigenen Fotos durchzukruschteln und welche herauszufischen, die zu den Kategorien passen. Und es ist auch jedes Mal wieder ein Vergnügen, die Bilder der anderen Teilnehmer anzusehen; da sind immer richtige Meisterwerke der Fotografie dabei.

Mein schönstes Bild aus dem 1. Halbjahr 2018 habt ihr schon gesehen, es ist nämlich das Titelfoto. Entstanden ist es bei einem Spaziergang über den Panoramaweg Oy-Mittelberg an einem wunderbaren Aprilsonntag. Für mich fängt es das ein, was den Frühling im Allgäu ausmacht: Die grüne Hügellandschaft vor dem Alpenpamorama, ein blühender Baum, unzählige Löwenzahntupfer auf den Wiesen, Dörfer, die sich in die Landschaft schmiegen. Die Luft war an diesem Tag übrigens nicht sehr klar, sondern dunstig, weil neben dem Löwenzahn auch die Fichten blühten und aus den Wäldern buchstäblich gelbe Wolken aufstiegen.

Meine schönsten Allgäu-Fotos 2018

Michael hat sich wieder sechs Kategorien ausgedacht, zu denen es passende Fotos zu finden galt. Ich habe manche der Kategorien doppelt bestückt, weil ich mich nicht entscheiden konnte. Ich bin gespannt auf euer Feedback, welche Bilder euch jeweils am besten gefallen!

Nahaufnahme

Nahaufnahmen mache ich gar nicht so viele. Auch deswegen, weil ich kein Makro-Objektiv besitze. Manchmal probiere ich trotzdem, was mit meiner Kamera auf kleiner Ebene so geht; am liebsten fotografiere ich dann Blumen und Insekten. Oder beides. Diese Biene beispielsweise hat sich im Frühjahr an meinen Blausternchen versucht.

Nahaufnahme - Biene an Blausternchenblüte #FopaNet

Und diese hier an einer der Weiden, die bei uns im Hof blühten.

Nahaufnahme - Biene auf Weidenblüte #FopaNet

Dieses Frühjahr gab es zumindest bei uns in Hof und Garten wieder mehr Bienen als im letzten Jahr. Das hat mich sehr gefreut und deswegen habe ich sie auch gleich mit der Kamera eingefangen.

Nachts

Nachts fotografiere ich auch eher selten. Dabei habe ich mir kurz vor Weihnachten endlich ein Stativ gekauft. Seinen besten Einsatz hatte es bisher beim Ballonglühen in Jungholz. Das war ein zauberhafter Abend, die Fotos davon sehe ich mir immer gerne an. Ich habe sogar ein kleines Video davon gemacht, das ihr in meinem Bericht zum Ballonglühen 2018 in Jungholz findet.

nachts - Ballonglühen in Jungholz #FopaNet

Beim zweiten „Nachtshooting“ 2018 hatte ich das Stativ nicht dabei. Zum Glück gab es einen Pfosten, auf dem ich die Kamera auflegen konnte, um dieses Foto von der Feste Ehrenberg und der highline179 bei Reutte aufzunehmen. Ist dieser Anblick nicht geradezu magisch?

nachts - Burgenwelt Ehrenberg mit highline179 #FopaNet

Jungholz und Reutte liegen genau genommen nicht im Allgäu, sondern in Österreich. Aber Jungholz ist eine Enklave im Allgäu und Reutte liegt gleich neben Füssen – als Allgäuer Nachbarschaft vereinnahme ich sie beim Bloggen großzügig mit.

Nass

Erst dachte ich, diese Kategorie ist super einfach, denn nass ist es tief im Allgäu ja oft genug. Aber dann musste ich doch ein bisschen suchen, bis ich geeignete Motive gefunden habe. Dieses Bild ist bei einem Spazierganng an einem Märzsonntag im Moor am Elbsee bei Aitrang entstanden. Der verdrehte Ast im kleinen Moorbach wirkte wie eine eigenwillige Skulptur.

nass - ein Ast wie eine Skulptur #FopaNet

Das zweite Bild zur Kategorie „nass“ könnte auch den Titel „trocken“ tragen. Entstanden ist es nämlich bei einem Spaziergang im Forggensee, der dieses Jahr besonders tief abgelassen und bis Ende Juni nicht wieder aufgestaut wurde. Viel Nass gibt es dort also nicht. Aber das bisschen, das übrig ist, ist doch auch sehr malerisch, oder?

nass - Boote im Forggensee #FopaNet

Kontrast

Dieses Motto kann man unterschiedlich interpretieren. Ich habe mich für einen Farbkontrast entschieden, den ich bei meiner Winterwanderung am Hohen Ifen im Kleinwalsertal höchst beeindruckend fand.

Kontrast - Schnee und Himmel am Hohen Ifen #FopaNet

So strahlend weiß und blau war die Welt dort oben wirklich!

Farbtupfer

Krokusse sind als typische Frühlingsboten immer willkommen. Als lila Farbtupfer im weißen Schneerest fand ich sie besonders bezaubernd.

Farbtupfer - Krokus im Schnee #FopaNet

Dieser Farbtupfer ist dagegen höchst sommerlich: Bei uns sind diesmal die Walderdbeeren schon im Juni reif. Und so verlockend!

Farbtupfer - rote Walderdbeeren vor grünen Blättern #FopaNet

Wie gefallen euch meine schönsten Allgäu-Fotos 2018 aus den ersten sechs Monaten? Ich freue mich, wenn ihr mir schreibt, welches euer Favorit ist.

Fotoparade #FopaNet - meine schönsten Allgäu-Fotos 2018-1

Hier findet ihr meine bisherigen Beiträge zur Fotoparade #FopaNet:

Allgäu-Fotos 2017 – meine schönsten und liebsten Bilder aus dem 2. Halbjahr

Meine schönsten Allgäu-Fotos aus dem 1. Halbjahr 2017

Die schönsten Allgäu-Fotos aus dem 2. Halbjahr 2016

Diese Beiträge zur aktuellen Fotoparade möchte ich euch gerne ans Herz legen – sie sind außergewöhnlich gelungen:

Horst von Austria Insider Info hat tolle Fotos und eine wilde Geschichte zu bieten.

Besonders schöne Bilder von der Ostsee findet ihr auf pixelwo.de

Technisch unglaublich perfekte Bilder aus Sachsen zeigt Steffi auf ihrem Fotoblog.

Wunderbare Fotos aus den bayerischen Alpen zeigt Kaia von magneticvoyage.com.

Fantastische Fotos aus Island zeigt Andreas von reisewut.de.

Lust auf eine Reise nach Schweden habe ich beim Anschauen von Miuhs Beitrag bekommen.

Sehr authentische Bilder aus China hat Ting Ting mitgebracht.

Da ich von Japan fasziniert bin, haben mir die Japan-Bilder im Fotoparaden-Beitrag von kulturtaenzer.com besonders gut gefallen.

Impressionen vom (fast) leeren Forggensee 2018

Impressionen vom leeren Forggensee 2018

Die Meldungen vom trockenen Forggensee 2018 haben es ins Fernsehen und bis in die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschafft. Dabei ist der Forggensee eigentlich jedes Jahr ziemlich leer. Nur halt im Spätwinter und nicht gerade dann, wenn die touristische Hauptsaison ist. Denn der See, der so malerisch zwischen Roßhaupten und Füssen liegt, ist eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts, entstanden durch das Anstauen des Lechs zum Zweck der Stromgewinnung und des Hochwasserschutzes der flussabwärts gelegenen Gemeinden. Jedes Jahr wird er über den Winter nach und nach abgelassen und bis zum Saisonbeginn am 1. Juni wieder angestaut. Dieses Jahr ist aber alles anders, wie dieses Foto vom 10. Juni 2018 zeigt:

Steinmännchen im leeren Forggensee 2018

Der Grund ist technischer Natur: Die Betreibergesellschaft Uniper hat im Frühjahr gravierende Schäden am Damm bei Roßhaupten festgestellt. Nun muss der Damm repariert werden. Deswegen wurde der Wasserspiegel noch tiefer gesenkt als sonst im Frühling und bis jetzt, Mitte Juni, noch nicht wieder mit dem Anstauen begonnen. Was für die Bootsvermieter und etliche Hoteliers einen drastischen Geschäftseinbruch bedeutet. Segeln ist halt schwierig, wenn dafür praktisch nur eine Pfütze zur Verfügung steht. Wenn auch eine sehr malerische Pfütze …

Segelboote im (fast) leeren Forggensee 2018

So sieht dann übrigens der Weg vom Boot zurück zum Anlegesteg aus:

Bootssteg am fast leeren Forggensee 2018

Ein bisschen trostlos wirkt das ja schon am Forggensee 2018, fast ohne Wasser …

Für Entdecker, Fotografen, Hobby-Archäologen und Mountainbiker ist die bizarre Seegrundlandschaft dagegen ein magischer Ort. Auch für mich, obwohl ich schon zweimal bei Expeditionen auf dem Seegrund dabei war und auch schon darüber geschrieben habe. Und natürlich muss ich euch unbedingt meine Fotos zeigen. Zunächst habe ich mir den Spaß gemacht und einige Fotomotive aus meiner Sammlung gegenübergestellt.

Meine Forggensee-Vergleichsfotos

Im April 2014 habe ich zum ersten Mal eine Führung mit dem Heimatforscher Magnus Peresson über den Seegrund gemacht. Darüber habe ich einen eigenen Post geschrieben: Mondlandschaft mit Tiefgang: Auf dem Grund des Forggensees gibt es viel zu entdecken

Auch damals war der Wasserstand wegen Wartungsarbeiten tiefer abgesenkt worden als sonst. Deswegen kam die Tiefentalbrücke der alten B16 höher aus dem Wasser als normalerweise. Der Pegelstand im Juni 2018 ist ähnlich, wie die Vergleichsfotos zeigen:

die alte Tiefentalbrücke im Forggensee 2018 und 2014 im Vergleich

Wie gesagt, 2014 waren wir im April da, als der See den niedrigsten Pegel seit langem hatte. Im Juni war er natürlich voll.

Oben habt ihr ja das Bild von den Segelbooten gesehen, die vor der Yachtschule bei Dietringen liegen. Dieselbe Bucht habe ich im November 2015 fotografiert, als wir eine Radtour rund um den Forggensee gemacht haben.

Forggenseebucht 2018 im Vergleich zu 2015

Und hier noch Vergleichsfotos von meinem Lieblingsbaum am See:

Baum am Forggenseestrand 2018 und 2015 im Vergleich

Auch an der Staumauer selbst wird deutlich, wie groß die Pegelunterschiede sind:

Forggensee-Staumauer bei Roßhaupten 2018 im Vergleich zu 2015

Schon beeindruckend, oder?

Meine Impressionen aus dem (fast) leeren Forggensee 2018

Schöner ist mehr Wasser natürlich schon. Aber auch die freigelegten Strukturen aus Sand, Holz und Felsen haben ihren Reiz. In der Nähe der Yachtschule habe ich zum Beispiel diese nicht mehr sehr yachtmäßigen Bootsreste entdeckt.

Bootswrack im Forggensee 2018

Bei diesen knochenartigen Felsformationen musste ich gleich an die Legende vom Drachen bei Tiefental denken …

Felsformation im leeren Forggensee 2018

Das hier könnte doch eine Drachenwirbelsäule sein, oder?

Drachenwirbelsäule im leeren Forggensee 2018

Und dann diese Baumstümpfe – als würden sie aus dem See krabbeln wollen. Oder zumindest gelegentlich umherwandern und sich voller Sehnsucht nach einem anderen Wesen ausstrecken.

Baumstumpf im Forggensee 2018

Baumstumpf im fast leeren Forggensee 2018

Baumstümpfe im Forggensee 2018

Die wüstenartige Landschaft wirkt vor dem Grün der Umgebung fast unwirklich.

Der fast leere Forggensee bei Tiefental 2018

Übrigens konnte ich in dem wunderbaren Abendlicht nicht widerstehen und musste eines meiner selten Selfies machen. Also eigentlich ist es ein Wefie, schließlich hat mich der geduldigste Ehemann von allen bei meiner Fototour begleitet.

Doppel-Selfie im Abendlicht

Wir waren auch deshalb im nördlichen Seegebiet unterwegs, weil man hier die Pegelunterschiede besonders stark bemerkt. Der südliche Teil des Sees ist flacher und fällt jeden Winter weitgehend trocken. Hier gibt es archäologisch etliches zu entdecken. Was, das habe ich letztes Jahr in meinem Post Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees beschrieben. Und wenn ihr wissen wollt, wie der See normalerweise im Sommer bzw. Herbst aussieht, könnt ihr das in meinem Beitrag Forggensee im Herbst: Märchenschloss und blaue Fluten nachschauen. Puh, ich glaube, ich muss langsam aufhören, diesen See zu fotografieren …

Impressionen vom Forggensee 2018

die Burgruine Sulzberg im Allgäu

Interessantes Familienziel: die Burgruine Sulzberg

Die Burgruine Sulzberg (47°39’15.4″N 10°20’39.5″E) ist eine von vielen Ruinen im Allgäu – aber eine, die heute zumindest im Sommer regelmäßig belebt ist. Dafür sorgen die Burgfreunde Sulzberg, ein Verein, in dem Bürger der Marktgemeinde sich organisiert haben, um die Ruine zu erhalten. Immer vom 1. Mai bis zum 30. Oktober öffnen sie an Sonn- und Feiertagen von 13:30 bis 16:30 Uhr das Burginnere für Besucher und bewirten diese mit Kaffee und Kuchen. Zusätzlich gibt es Veranstaltungen wie die „Burgbelebung“ und Konzerte sowie eigene Besuchsprogramme für Schulklassen.

Ein Sonntagsbesuch auf der Burgruine Sulzberg

Wir haben neben dem Rathaus in Sulzberg geparkt.

Rathaus in Sulzberg

Von hier aus folgt man dem Burgweg hügelaufwärts und dann der Beschilderung zur Burgruine. Der Weg führt zunächst durch ein Wohngebiet, schließlich aber über freies Feld.

Fußweg zur Burgruine Sulzberg

Nach etwa 20 Minuten Gehzeit ist der Eingang zur Burgruine Sulzberg erreicht. Rechts liegt die ehemalige Vorburg, die von großen Bäumen erobert wurde, links beeindruckt der immer noch mächtige Bergfried.

Eingang zur Burgruine Sulzberg

Um in die eigentliche Burg zu gelangen, gilt es noch, diese Holztreppe emporzusteigen, …

Holztreppe zur Burgruine Sulzberg

dann liegt das Tor zur eigentlichen Burg schon vor dem neugierigen Besucher.

Steintreppe zum Burgtor in der Burgruine Sulzberg

Im Burghof lädt ein kleines Café, das die Burgfreunde betreiben, zur Rast ein.

Blick in den Burghof der Ruine Sulzberg

Aber zuerst muss natürlich die Ruine näher erkundet werden. Vom einst prächtigen Palas ist nur der Giebel an der Westseite erhalten, dahinter liegen noch einige Mauerreste.

im Hof der Burgruine Sulzberg

Im Bergfried haben die Burgfreunde ein kleines Burgenmuseum und einen Rittersaal eingerichtet. Der Eintritt kostet bescheidene 2 Euro für Erwachsene bzw. 1 Euro für Teenager ab 14 Jahren.

Eingang zum Bergfried in der Ruine Sulzberg

Drinnen bekommt man einen guten Einblick in die Geschichte der Burg und eine Vorstellung vom Leben darin.

Ein ganz kleiner Blick in die Geschichte der Burgruine Sulzberg

Die Burg Sulzberg stammt aus dem 12. Jahrhundert und ging im 14. Jahrhundert von den Herren von Sulzberg an das Geschlecht der Schellenberger über, die im Dienst des Erzherzogs von Österreich standen. Marquard von Schellenberg baute die Burg luxuriös aus, wovon auch die Reste dieses kunstvollen (und teuren) Kachelofens zeugen. Marquards Witwe musste die Anlage wegen der angehäuften Schulden verkaufen.

Die prächtige Burg ging in den Besitz des Kemptener Fürststifts über, das aber ab Mitte des 17. Jahrhunderts keine Verwendung mehr für sie hatte und sie verfallen ließ. Im Zuge der Säkularisation wurde die Burgruine Sulzberg an einen Bauern verkauft. Sie ist heute noch in Privatbesitz.

Vitrine im Burgenmuseum der Ruine Sulzberg

Die Burgfreunde sind offenbar ein geselliges Völkchen; außerdem kann man den Rittersaal auch für Feste und Veranstaltungen mieten.

Rittersaal im Bergfried der Ruine Sulzberg

Sehenswert: der Blick von der Aussichtsplattform auf der Burgruine Sulzberg

Wer die Treppen im Bergfried über alle vier Etagen bis nach oben steigt, wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Nach Norden geht der Blick über die Marktgemeinde Sulzberg bis nach Kempten.

Blick auf Sulzberg im Allgäu

Im Süden erstreckt sich das Alpenpanorama; links im Bild ist der Grünten zu sehen.

Grüntenblick von der Burgruine Sulzberg aus

Nach der kleinen Burgerkundung haben wir uns mit Kaffee und Rhabarberkuchen gestärkt und uns auf den Weg zurück zum Rathaus gemacht. Wer mag, kann anschließend weiter zum Baden an den Sulzberger See fahren (bei den Einheimischen heißt er übrigens Öschlesee).

Die Burgruine Sulzberg im Allgäuer Seenland - Pin

Falls ihr noch mehr Burgruinen besuchen bzw. besichtigen möchtet, empfehle ich euch auch folgende Posts:

Rundwanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg

Der Falkenstein: das letzte Projekt von König Ludwig II

im Werdensteiner Moos

Naturgenuss pur: der Rundweg Werdensteiner Moos

Moorlandschaften gibt es im Allgäu viele, das Werdensteiner Moos zwischen Kempten und Immenstadt ist eine der kleineren. Aber eine, die mit einem Rundweg besonders schön erschlossen und dank verschiedener Erlebnisstationen perfekt als Ausflugsziel für Familien geeignet ist.

Der Rundweg Werdensteiner Moos

Man kann die etwa 3,5 km lange Runde entweder von Eckarts oder von Thanners aus starten. Unser Startpunkt war der Wanderparkplatz bei Thanners, kurz vor dem Haxnwirt, den ihr unter diesen Koordinaten findet: 47°36’31.3″N 10°16’05.3″E

Die Parkgebühr beträgt 2 € für 4 Std. und 4 € für den ganzen Tag. Vom Parkplatz führt der Weg direkt in den Wald bzw. das Moos hinein.

Rundweg Werdensteiner Moos - Eingang am Wanderparkplatz Thanners

Nach einem kurzen Stück beginnt die eigentliche Runde, man kann also links abbiegen oder schräg rechts weitergehen. Da wir die kleine Moosrunde mit einem Abstecher nach Werdenstein kombinieren wollten, sind wir sie gegen den Uhrzeigersinn gegangen. Kurz nach der Abzweigung sind wir auf diesen hübschen kleinen Tümpel gestoßen, aus dem uns ein munteres Gequake entgegenschallte.

Tümpel im Werdensteiner Moos

Und tatsächlich: Der ganze Tümpel war voller niedlicher kleiner Grünfrösche. Nach einem ersten Oh-Schreck-Weghüpfen zeigten sie sich recht entspannt.

Grünfrosch im Werdensteiner Moos

Grünfrösche im Werdensteiner Moos

Diverse Libellen flogen auch herum, aber die sind zu schnell für mich bzw. meine Kamera. Das macht nichts, entlang des Wegs gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Erlebnisweg durchs Werdensteiner Moos

Spielstationen für Kinder zum Beispiel, wie hier das Schmetterlings-Bandolino.

Schmetterlings-Bandolino im Werdensteiner Moos

Oder eine bizarre Tümpel-Landschaft mit abgestorbenen Bäumen und jungen Birken.

Birken im Werdensteiner Moos

Noch besser sind die Einblicke ins Moor von dieser Aussichtsplattform aus.

Aussichtsplattform im Werdensteiner Moos

Sumpflandschaft im Werdensteiner Moos

Kurz nach der Aussichtsplattform führt ein Holzsteg tiefer ins Moos hinein, der an einer weiteren Plattform endet und neue Ausblicke erschließt.

Holzsteg im Werdensteiner Moos

Wollgras-Supmpflandschaft im Werdensteiner Moos

Danach lädt ein abwechslungsreicher Barfußpfad zum Schuheausziehen und Ausprobieren ein.

Barfußpfad im Werdensteiner Moos

Und hier, nach etwa zwei Drittel des Rundwegs Werdensteiner Moos, weist ein Schild nach Werdenstein.

Hinweisschild nach Werdenstein

Diesem Weg sind wir gefolgt.

Abstecher zum Burgcafé Werdenstein

Wir verlassen also das Moor und gehen ca. 1 km nach Westen.

Weg vom Werdensteiner Moos nach Werdenstein

In Werdenstein selbst folgen wir den Wegweisern zur Burgruine bzw. zum Burgcafé.

Wegweiser zur Burgruine Werdenstein

Da wir inzwischen recht hungrig waren, gingen wir zuerst ins Burgcafé Werdenstein, das sehr einladend auf einem Felssporn und unterhalb der Burgruine liegt.

Burgcafe Werdenstein

Und tatsächlich, das einladende Äußere trügt nicht: Die Terrasse ist sehr hübsch, der Service flink und freundlich, das Essen gut und preiswert. 7,90 Euro für eine Portion (guter) Kässpatzen mit Salat, das ist selbst im Allgäu selten.

Kässpatzen im Burgcafe Werdenstein

Offenbar wohnt in der Burgruine ein freundliches kleines Gespenst. Jedenfalls geisterte eines auf meinem Milchschaum herum.

Cappuccino mit Kakao-Gespenst

Unterhalb der Terrasse liegt ein Mini-Spielplatz mit Rutsche und Wippetieren. Aber für die anwesenden Kinder waren die beiden Esel die Hauptattraktion. Sie ließen sich geduldig streicheln und füttern. Und fotografieren.

Esel am Burgcafe Werdenstein

neugieriger Esel vor Bergpanorama

An den Eseln vorbei führt ein Trampelpfad zur Burgruine Werdenstein. So richtig viel gibt es da nicht mehr zu sehen, nur ein paar Mauerreste und einen (rekonstruierten) Teil des Torturms.

Burgruine Werdenstein

Und natürlich das größte Hufeisen der Welt. Damit man das nicht übersieht, hängt extra ein Hinweisschild am Turm.

Hinweisschild zum größten Hufeisen der Welt

Nach der Ankündigung hatte ich es mir irgendwie noch größer vorgestellt …

Hufeisen an der Burgruine Werdenstein

Nach der ausgiebigen Pause gingen wir denselben Weg zurück ins Moor.

Zurück auf dem Rundweg Werdensteiner Moos

Ab der Abzweigung nach Werdenstein bleibt nur noch etwa 1 km zu gehen. Und schon fängt einen die reizvolle Mooslandschaft wieder ein.

Tümpel mit Birken im Werdensteiner Moos

Hier liegt noch ein größerer Aussichtsturm, der wirklich eine schöne Aussicht bietet.

Aussichtsturm im Werdensteiner Moos

Blick auf den Rundweg Werdensteiner Moos

Wer mag, kann hier eine kleine Pause einlegen. Weiter geht es an weitere Froschtümpeln und einem Riesenfrosch.

Frosch-Skulptur im Werdensteiner Moos

Nach einer Viertelstunde ist dann der Wanderparkplatz wieder erreicht.

Seltene Blumen im Werdensteiner Moos

Wer genau hinsieht, entdeckt seltene Pflanzen und exquisite Blüten im Sumpf. Lustig fand ich diesen Pilz, der den mit Hackschnitzeln bestreuten Weg wohl mit einem abgestorbenen Baum verwechselt hatte und dann auch noch mitten in ein Grasbüschel wuchs – ein Pilz auf dem Holzweg gewissermaßen.

Pilz auf Holzweg

Im Allgäu öfter zu finden und immer schön anzusehen sind die leuchtend gelben Trollblumen.

Trollblumen am Rundweg Werdensteiner Moos

Trollblume

Ebenfalls gelb blüht die heimische Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus).

Heimische Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus)

Sogar eine verschiedenfarbige Sumpf-Schwertlilie (Iris versicolor) habe ich entdeckt.

Verschiedenfarbige Sumpf-Schwertlilie (Iris versicolor)

Wo wir gerade bei Blau- und Lilatönen sind: Auch geflecktes Knabenkraut habe ich an mehreren Stellen gesichtet.

Geflecktes Knabenkraut

Und Akelei.

Akelei

Und Glockenblumen, wobei ich keine Ahnung habe, welche der zig Glockenblumenarten das gerade ist.

Glockenblumen

Sind die nicht schön?

Natürlich darf ich das Wollgras nicht vergessen, das blüht immer so schön fluffig.

blühendes Wollgras an einem sumpfigen Tümpel

Mein Fazit:

Der Rundweg Werdensteiner Moos ist abwechslungsreich und bietet faszinierende Einblicke in das Ökosystem Moor. Da der Weg steigungsfrei und gut gepflegt ist, ist er auch für ältere Menschen und/oder Familien mit einem einigermaßen geländegängigen Kinderwagen geeignet. Die reine Gehzeit für den Rundweg beträgt etwa eine Dreiviertelstunde, aber mit Schauen und Spielen und Fotografieren kann man leicht auch die doppelte Zeit hier verbringen. Der Abstecher zum Burgcafé Werdenstein verlängert den Weg um ca. 2 km und damit um rund 20 Minuten Gehzeit.

Rundweg Werdensteiner Moos - Pin

Falls ihr noch mehr klein(st)kindgerechte Ausflugsziele sucht: Hier findet ihr weitere Vorschläge für Kinderwagenwanderungen im Allgäu.

Nachtrag:

Meine Freundin und Bloggerkollegin Sabine findet, dass Blogger auch ab und zu selbst in ihren Posts zu sehen sein müssen. Da sie mich bei der kleinen Wanderung durchs Werdensteiner Moos begleitet hat, hat sie ein Foto von mir gemacht, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Passenderweise war ich gerade dabei, sie zu fotografieren …

Reisebloggerin Barbara auf Recherche

Die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried im Oberallgäu

Spaziergang zur Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

Das Allgäu war einmal eine echte Burgenregion, heute ist es eher eine Burgruinenregion. Die Bauernaufstände, der Dreißigjährige Krieg und die Enteignungen im Zuge der Säkularisation haben den ehemals stolzen Bauten sehr zugesetzt. Dafür finden sich heute noch an vielen Stellen malerische Ruinen. Eine haben wir kürzlich im Rahmen eines Frühlingsspaziergangs besucht, nämlich die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried im Oberallgäu.

Rundweg durch den Wald zur Burgruine Wolkenberg

Startpunkt der etwa 4 Kilometer langen Runde ist ein kleiner Wanderparkplatz zwischen Möstenberg und Leiterberg am Waldrand (47°44’33.9″N 10°25’00.9″E).

Wanderkarte mit dem Rundweg zur Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

Die Ruine ist leicht zu finden, da die Wege gut beschildert sind.

Wegweiser zur Burgruine Wolkenberg

Vom Parkplatz aus geht es nach Norden, in den Wald hinein.

Beginn des Spazierwegs zur Burgruine Wolkenberg

Waldweg zur Burgruine Wolkenberg

Nach etwa 20 Minuten Gehzeit weist ein Schild an einer Wegkreuzung nach links, kurz darauf geht es nochmals nach links. Und dann kommt auch schon die Infotafel am Fuß des Burghügels in Sicht.

Infotafel am Fuß der Burgruine Wolkenberg

Die Geschichte der Burg Wolkenberg

Einst stand auf diesem Hügel ein stattliches Gebäude mit einer umlaufenden Wehrmauer und einem mächtigen Bergfried.

Rekonstruktionen der Burg Wolkenberg bei Wildpoldsried

Errichtet wurde die Burg im 13. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert hauste dort ein Raubritter, den die Kemptener gerne loswerden wollten, weswegen sie die Burg eroberten. Später kam sie in den Besitz des Stifts Kempten, das in Wolkenberg eine Vogtei errichtete. Mit ihren Fischteichen, der Mühle und dem Bauhof war dies eine wirtschaftlich lukrative Investition. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg zerstört, die Bauern räumten dabei auch gleich die Fischteiche leer. Die nächste Zerstörung erfolgte im Dreißigjährigen Krieg, auch danach wurde die Burg wieder instandgesetzt. Im 18. Jahrhundert begann sie dann zu verfallen.

Ein Besuch auf der Burgruine Wolkenberg

Schon vom Fuße des Hügels aus lassen sich Gebäudereste erkennen. Sehr hoch sind sie nicht mehr.

Weg zur Burgruine Wolkenberg

Tatsächlich sind noch Teile der Ringmauer vorhanden, ein Backhaus, Reste des Rittersaals und eines Treppenhauses, das einst in die Kemenaten führte.

Die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

In der Burgruine Wolkenberg

Auf dem Rumpf des Bergfrieds hatten es sich bei unserem Besuch zwei Mountainbiker für eine Rast bequem gemacht.

Überreste des Bergfrieds der Burgruine Wolkenberg

Übrigens soll sich auf der Ruine ein Geist eingenistet haben, nämlich der „Socker“. Er spukte mit Vorliebe auf dem Bauhof der Burg herum, der bis vor einigen Jahrzehnten noch im Wald stand (heute erinnert an ihn nur ein Gedenkstein). Er polterte hinter dem Ofen herum und warf nachts die Knechte aus den Betten. Dabei schlich er sich ganz leise an, denn er trug keine Schuhe, nur Socken. Seit der Bauhof nicht mehr steht, hat sich der Socker aber nicht mehr blicken lassen, vielleicht ist es ihm einfach zu langweilig geworden, so ganz allein im Wald …

Nach unserem Erkundungsgang folgten wir dem Pfad wieder hinunter, bogen dort aber rechts ab, da wir ja einen Rundweg gehen wollten. Dieser führte durch den lichten Frühlingswald und schließlich wieder zurück zum Wanderparkplatz.

Frühlingswald bei Wildpoldsried

Die Runde ist gut beschildert, flach und daher wenig anstrengend sowie kinderwagengeeignet. Etwa eine Stunde Zeit solltet ihr dafür einplanen.

Burgruine Wolkenberg im Allgäu - Pin

Habt ihr auch eine Schwäche für Burgruinen, so wie ich? Dann empfehle ich euch folgendes Posts:

Liebenthann – das verwunschene Schloss im Wald

Rundwanderung an der Alpspitz – Wallfahrtskirche, Wasserfall und die Ruine der Nesselburg

Der Falkenstein: das letzte Projekt von König Ludwig II

Rundwanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg