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Rundwanderweg Grüntensee mit Blick auf den Grünten im Winter

Erholung pur auf dem Rundwanderweg Grüntensee

Eine Seenumrundung mit Bergblick ist ganz besonders schön, das zeigt sich auch auf dem Rundwanderweg Grüntensee: Zwar hört man auf der Nordseite den Verkehr von der B310, aber die wunderbare Landschaft und die Ruhe auf der Südseite gleichen das wieder aus. Ich mag die Runde um den Grüntensee besonders an pastelligen Wintertagen, wenn der See wie ein blassblauer Spiegel von Schnee und Bergen eingerahmt wird. Der rund 8 km lange Weg ist flach und gut befestigt und damit auch für Kinderwagen und Senioren geeignet.

Der Rundwanderweg Grüntensee im Winter

Startpunkt ist der Wanderparkplatz an der B310 bei Wertach. Von dort gehen wir am Nordufer des Sees in Richtung Westen los. Verlaufen kann man sich nicht, denn der Rundwanderweg Grüntensee ist durchgehend beschildert.

Bei der ersten Abzweigung geht es seewärts, nach links.

Nach wenigen Minuten gelangt man erstmals ans Ufer und wird sofort mit einem zauberhaften Ausblick belohnt.

Weiter geht es durch den Wald, bis sich der Buron in den Blick schiebt. Bei genügend Schnee liegt hier ein hübsches kleines Skigebiet. Von der Buronhütte kann man auch mit dem Schlitten abfahren, wie ihr im Beitrag zu meinen liebsten Rodeltouren nachlesen könnt.

Nund geht es nochmals ein Stück in Richtung Westen, …

bis der Weg erneut nach links abbiegt, um das Westufer des Sees zu umrunden.

Der Grüntensee ist – wie der Forggensee und der Rottachsee – nicht natürlich entstanden. Es gibt ihn erst seit 1962, als die Wertach in der Talsenke zum Zweck der Energieerzeugung und zum Hochwasserschutz augestaut wurde. Den Freizeitwert hatte man damals vermutlich noch nicht so im Blick, den gibt es quasi als Bonus dazu.

Das schönste Stück führt am Südufer entlang

Der Rundwanderweg quert an seinem westlichsten Punkt die Wertach.

Nach der Brücke wendet man sich ostwärts, also wieder nach links.

Nach und nach schiebt sich der See wieder ins Blickfeld.

Wanderweg am Südufer des Grüntensees im Winter

Am Campingplatz Grüntensee liegt im Sommer eine beliebte Badestelle. Im Winter gibt der Steg ein prima Fotomotiv ab. Von ihm aus hat man freien Blick auf den Grünten im Westen und auf den östlichen Teil des Sees.

Blick vom Badesteg im Grüntensee auf den Grünten
Blick vom Badesteg am Campingplatz Grüntensee nach Osten

Am Campingplatz gibt es übrigens auch ein italienisches Restaurant, das im Winter die einzige Einkehrmöglichkeit direkt am Rundwanderweg Grüntensee ist. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert.

Gleich neben dem Campingplatz liegt ein kleiner Bootshafen. Im Winter ruhen die Boote aber still am Ufer.

Boote in der Winterruhe am Grüntensee

Weiter geht es nach Osten, immer am Ufer entlang.

Wanderweg am Südufer des Grüntensees

An diesem Uferabschnitt wohnen ein paar sehr fleißige Biber, die zum Bau von mindestens drei Biberburgen eine Menge Holz bearbeitet haben.

Biberburg am Grüntensee

Von so manchem Baum bleibt am Ende nur ein seltsamer Stumpf …

Baumstumpf mit Biberbissspuren

Ob die Biber auch mal übers Wasser auf den Grünten schauen? Ich finde die Aussicht jedenfalls spektakulär!

Blick über den Grüntensee auf den Grünten

Nun ist es nicht mehr weit bis zur Staumauer am Wertachabfluss.

die Staumauer am Grüntensee

Der Rundwanderweg Grüntensee führt über die Staumauer hinweg; der Höhenunterschied zum Wertachabfluss ist erstaunlich groß.

auf dem Wertachstaudamm am Grüntensee

Gleich nach dem Staudamm liegt der Kletterwald Grüntensee, der im Winter natürlich nicht im Betrieb ist. Anschließend umrundet man das Ostufer des Sees …

Rundwanderweg Grüntensee - am Ostufer

Von dort geht man noch eine knappe halbe Stunde am Nordufer entlang bis zum Parkplatz.

Wanderweg mit Grüntenblick

Rund zwei Stunden haben wir für die Umrundung des Grüntensees gebraucht. Eine sehr entspannende Runde!

Falls ihr euch für weitere See-Runden interessiert, empfehle ich euch meine Posts über die Rundwanderung um den Hopfensee im südlichen Ostallgäu und über den Elbsee-Rundwanderweg im nördlichen Ostallgäu. Der Elbsee im Winter ist übrigens auch ganz bezaubernd.

Rundwanderweg Grüntensee - Winterwanderung
Kempten - einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu

Für den Tourismus spielt die Vorweihnachtszeit keine so große Rolle, so dass die zahlreichen Weihnachtsmärkte im Allgäu mehrheitlich den Einheimischen vorbehalten bleiben.

Sie sind so unterschiedlich wie die Orte, in denen sie stattfinden: Manche dauern nur einen Tag oder ein Wochenende, manche den ganzen Advent. Manche sind ganz klein, mit ein paar Buden, die von den örtlichen Vereinen betrieben werden. Andere ziemlich groß mit einem umfassenden Programm. Schön sind sie auf ihre Art alle.

Diejenigen, die mir persönlich am besten gefallen (haben), habe ich ich hier für euch zusammengestellt.

Groß und stimmungsvoll: Der Weihnachtsmarkt in Kempten

Kempten als größte und älteste Stadt der Region kann auch mit einem der größten, längsten und schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu aufwarten: Er findet vor der stolzen Barockkulisse des Rathausplatzes statt und dauert vom Freitag vor dem ersten Advent bis zum vierten Advent.

der Kemptener Weihnachtsmarkt

Für die kleinen Besucher gibt es ein nostalgisches Karussell und eine Kinderhütte, in der sie unter Betreuung basteln und backen können. Im Rathausfoyer und im Weihnachtsbrunnen sind Weihnachtskrippen ausgestellt, die von den Teilnehmern der Krippenbauschule Kempten gebaut wurden.

Eine reichhaltige Auswahl an den üblichen und weniger üblichen Weihnachtsmarktartikeln und -verköstigungsangeboten gibt es natürlich auch. Hier geht es zu einer ausführlicheren Beschreibung des Kemptener Weihnachtsmarktes.

Spektakulär für die ganze Familie: Der Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang

Was die Hindelanger jeweils vom ersten bis zum zweiten Adventswochenende auf die Beine stellen, ist wirklich beeindruckend: Das ganze Dorf schmückt sich und verwandelt sich in ein großes Vorweihnachtswunderland mit vielen Buden, lebenden Werkstätten, lebenden Krippen, einer Christbaumausstellung und einer Engelswerkstatt für die Kinder.

einer der schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu - der Erlebnis-Weihnachtsmarkt Bad Hindelang

Dazu kommt ein ausgesprochen reichhaltiges Rahmenprogramm mit Live-Musik und einer alpenländischen Weihnachtsoper. Höhepunkte jeweils am Freitag- und Sonntagabend sind große Umzüge mit rund 150 Figuren aus der Sagen- und Märchenwelt. Wegen des riesigen Aufwands wird für den Erlebnis-Weihnachtsmarkt sogar Eintritt verlangt. Das ist unter den Einheimischen nicht unumstritten, aber ich finde es durch das Gebotene gerechtfertigt.

auf dem Erlebnis-Weihnachtsmarkt in Bad Hindelang

Zu einem der großen Umzüge war ich noch nicht dort, weil ich kein Fan von großen Menschenmengen und Gedränge bin. Aber hier findet ihr meinen Bericht vom Besuch des Hindelanger Erlebnis-Weihnachtsmarkts an einem Adventssamstag.

Besonders romantisch: Der Weihnachtsmarkt im Schloss Kronburg

Ein Renaissanceschloss, das auf einer Anhöhe oberhalb der Iller thront und bis heute in Privatbesitz ist. Ein quadratischer Innenhof mit Buden, eine Krippenausstellung in der Schlosskapelle und unzählige Stände in den Gewölben drumherum – stilvoller kann der Rahmen für einen Weihnachtsmarkt kaum sein.

Romantischer Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Blick in den weihnachtlich geschmückten Schlosshof

Dazu kommt ein ausgesucht schönes Angebot: Viel Handgemachtes und Kunsthandwerkliches, von der mundgeblasenen Christbaumkugel (der Glasbläser war live bei der Arbeit zu beobachten) bis zum traditionellen Model für die Weihnachtsbäckerei.

Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Stand mit Modeln für Springerle

Auch wenn ich an einem neblig-trüben Tag dort war: Der Weihnachtsmarkt im Schloss Kronburg im Unterallgäu hat mich sehr begeistert. Er findet an zwei Wochenenden im November (jeweils Freitag bis Sonntag) statt.

Weitere besuchenswerte Weihnachtsmärkte im Allgäu

Auch einiger der kleineren und kürzeren Adventsmärkte haben mir so gut gefallen, dass ich sie gerne weiterempfehle:

Außergewöhnliches Ambiente: Der Adventsmarkt im Schloss zu Hopferau

Auch im Ostallgäu gibt es einen Weihnachtsmarkt an und in einem Schloss. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und wird heute als Hotel und Gaststätte genutzt. Am ersten Adventssamstag und -sonntag findet dort jedes Jahr der Adventsmarkt Schloss Hopferau statt.

Adventsmarkt am Schloss Hipferau

Vor dem Gebäude wird eine kleine Budengasse aufgebaut. Die übrigen Aussteller zeigen ihre Waren in den ehrwürdigen Räumlichkeiten des Schlosses. Das Angebot ist hochwertig und liebevoll zusammengestellt.

Adventsmarkt im Schloss Hopferau

Nach dem Marktbummel und der obligatorischen Bratwust kann man zum Kaffeetrinken in die Schlossgaststätte gehen. Oder man verbindet den Besuch mit einem Spaziergang rund um den Hopfensee. Der ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter schön …

Schön familiär: Der Weihnachtsmarkt in Pfronten

Er findet immer am dritten Adventssonntag statt, dauert also nur einen Tag. Organisiert wird er von acht örtlichen Vereinen, die sich auch die Einnahmen teilen. Durch dieses dörfliche Engagement ist es insgesamt ein wenig kommerzieller und sehr familiärer Markt. Das heißt aber nicht, dass dort nur Pfrontener hingehen. Zum Bahnhof Pfronten-Ried fährt nämlich am dritten Advent der Weihnachtsmärchenzug aus Kempten.

Nikolaus und Engel am Weihnachtsmärchenzug zum Pfrontener Weihnachtsmarkt

Den nutzen viele Kemptener Familien gern, auch deswegen, weil an Bord der Nikolaus und zwei Weihanachtsengel den Kindern die Zeit verkürzen. Ich finde das eine ganz reizende Idee und habe den Pfrontener Weihnachtsmarkt in bester Erinnerung.

auf dem Weihnachtsmarkt in Pfronten-Heitlern vor der Kirche St. Leonhard

Während der gesamten Weihnachtszeit einen Besuch wert: die Krippenstadt Mindelheim

Der Mindelheimer Weihnachtsmarkt ist sehr nett, aber für Nicht-Einheimische nicht unbedingt eine Attraktion. Trotzdem ist Mindelheim im Advent und sogar bis Mariä Lichtmesse (dem offiziellen Ende der Weihnachtszeit) einen Besuch wert. Nämlich wegen seiner zahlreichen, teilweise sehr alten und ungewöhnlichen Krippen.

barocke Großkrippe in der Jesuitenkirche Mindelheim

Ich habe dort eine Krippenführung mitgemacht und war absolut beeindruckt. Es gibt sogar ein eigenes Krippenmuseum – es ist ganzjährig geöffnet –, welches das älteste Jesuskindlein der Welt und eine unglaubliche Anzahl an Weihnachtskrippen jeglicher Art beherbergt. Wenn ihr mehr darüber wissen woll, empfehle ich euch meinen Beitrag zur Krippenstadt Mindelheim.

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Allgäu

Welche Weihnachtsmärkte im Allgäu habt ihr schon besucht? Und welche findet ihr besonders schön? Ich sehe mir eure Empfehlungen gerne an, um diese Liste nach und nach zu erweitern.

Willersalpe

Sagenhaft: Wanderung von Hinterstein zur Willersalpe

Die Willersalpe ist eine der bekanntesten und schönsten Berghütten im Allgäu, und das, obwohl (oder weil?) sie wenig Komfort bietet. Es gibt kein warmes Wasser und nur wenig Strom, dafür aber einfache Brotzeiten, hausgemachten Käse und eine herrliche Aussicht auf die sagenhaft schöne Bergwelt.

Blick aus dem Fenster das Gaststube in der Willersalpe bei Hinterstein

Mehrere Wanderwege führen zur Willersalpe. Wer sie als Ausgangspunkt für Bergtouren (etwa auf den Iseler, das Gaishorn/Geißhorn oder zum Schrecksee) nutzen will, startet direkt vom Wanderparkplatz „Auf der Höh“. Von dort sind es nur eineinhalb Stunden Aufstieg.

Unsere Rundtour hat aber nur die Willersalpe als Ziel und ist etwas länger. Wir haben bis zur Alpe knapp zweieinhalb Stunden gebraucht. Dafür gibt es auf dem Weg noch zwei faszinierende Geotope zu bewundern.

Von Hinterstein über den Zipfelsfall zum Wildfräuleinstein

Ausgangspunkt dieser Rundwanderung ist der Parkplatz „Festhalle“ in Hinterstein, gleich neben der Kirche.

Die Kirche St. Antonius in Hinterstein im Allgäu

Dort führt ein Weg entlang des Zipfelsbachs ordentlich aufwärts. Nach rund 100 Höhenmetern ist dann der Zipfelsbach-Wasserfall erreicht, über dessen Gumpe ein Steg führt. Aber erst einmal müssen wir den Zipfelsfall ausgiebig bewundern, er ist einfach zu schön.

der Zifelsbbach-Wasserfall bei Hinterstein
an der Zipfelsfall-Gumpe bei Hinterstein

Ab hier führt der Weg auf halber Höhe in Richtung Osten durch den Bergwald. Ist der nicht herrlich?

Wanderweg durch den Bergwald bei Hinterstein

Schließlich steigt der Weg wieder etwas an,

Aufstieg zum Aussichtspunkt Köpfle bei Hinterstein

bis der Aussichtspunkt Köpfle auf knapp 1.100 m Höhe erreicht ist. Die Aussicht ist tatsächlich sehenswert und eine kleine Pause kann ja nicht schaden.

am Aussichtspunkt Köpfle im Hintersteiner Tal

Ohne weitere Steigungen geht es nun weiter,

auf dem Weg zum Wildfräuleinstein im Hintersteiner Tal

bis etwa eine Viertelstunde nach dem Aussichtspunkt der Wildfräuleinstein in Sicht ist:

der Wildfräuleinstein bei Hinterstein

Beim Näherkommen erkennt man, dass in dieser Felswand kleine Höhlen liegen, die wohl durch die Auswitterung von weicherem Gipsgestein entstanden sind.

die Höhlen am Wildfräuleinstein bei Hinterstein

Es ist sehr verlockend, diese Höhlen näher zu erkunden; die Leiter ist dabei recht hilfreich.

auf Erkundungstour am Wildfräuleinstein

Die Sage vom Wikdfräuleinstein

Der Wildfräuleinstein heißt so, weil dort in früheren Jahrhunderten angeblich wilde Fräulein gehaust haben (ähnliche Erzählungen gibt es übrigens zur Sturmannshöhle bei Obermaiselstein). Sie galten als freundlich und fleißig.

Einmal soll eine von ihnen sogar einen Hintersteiner Burschen geheiratet haben, aber nur unter der Bedingung, dass ihr Name nie genannt werden dürfe. Als nach Jahren versehentlich eine Nachbarin sie ansprach und „Gertrüdle“ nannte, musste sie ihren Mann und das Tal verlassen, denn so lautete ihr richtiger Name.

Übrigens gibt es auch heute noch wilde Fräulein am Wildfräuleinstein:

wildes Fräulein am Wildfräuleinstein im Hintersteiner Tal

Vom Wildfräuleinstein zur Willersalpe und zurück nach Hinterstein

Nach der Erkundung der kleinen Höhlen folgen wir dem Pfad weiter nach Osten.

Wanderweg zwischen dem Wildfräuleinstein und Willersalpe

Er führt zum Willersbach, den man auf einem Steg überquert. Hier hat der letzte Winter offenbar viele Schäden hinterlassen, denn entlang des Bachlaufs lagen viele entwurzelte Bäume.

am Willersbach im Hintersteiner Tal

Anschließend geht es knackig bergauf: Auf etwa 1,5 km müssen über 250 Höhenmeter bis zur Willersalpe bewältigt werden.

Aufstieg vom Willersbach zur Willersalpe

Schweiß und Mühe werden aber belohnt, sobald das kleine Hochtal erreicht ist, in dem die Alpe liegt.

auf dem Weg zur Willersalpe

Von dieser kleinen Anhöhe sind es nur noch ein paar Minuten zur inzwischen durchaus ersehnten Einkehr.

Willersalpe im Hintersteiner Tal

Die Gaststube mit der Essensausgabe liegt im ersten Stock. Man hat die Wahl zwischen einer Nudelsuppe und diversen Brotzeiten, es gibt zudem kalte Getränke und eine „Schissl“ Kaffee.

Eingang zur Willersalpe

Nachdem es sich um eine Sennalpe handelt, nehmen wir natürlich das Käsbrot  – und das ist wirklich köstlich!

Käsbrotzeit auf Willersalpe

Nach einer ausgiebigen, sonnendurchwärmten Pause ist es Zeit für den Rückweg. Es geht vorbei am krummen Kreuz,

Kreuz bei Willersalpe

dann am kleinen Tümpel entlang,

Tümpel bei Willersalpe

und wieder hinab durch den Bergwald.

Abstieg durch den Bergwald bei Willersalpe

Nach dem erneuten Überqueren des Willersbachs zweigt der Weg nach links ab, denn zurück geht es über den Parkplatz „Auf der Höh“ und dann über die Talstraße durch Hinterstein.

Abstieg von der Willersalpe zum Parkplatz auf der Höh
Blick ins Hintersteiner Tal

Da man auf dem Rückweg bergab geht, dauert es nur eineinhalb Stunden, bis der Parkplatz an der Kirche wieder erreicht ist.

Früher war übrigens die Willersalpe auch in den Weihnachts- und den Osterferien geöffnet, weswegen wir dort 2017 Ende Dezember hinaufgewandert sind. Das war eine herrliche Wintertour, die ich euch gerne empfehlen würde!

Inzwischen ist die Alpe aber nur noch von Mai bis Ende Oktober geöffnet und im Winter durchgehend geschlossen. Die jeweils aktuellen Öffnungszeiten und Kontaktdaten findet ihr auf der der Website von Hinterstein.

Sucht ihr noch mehr Ideen für schöne Hüttentouren im Allgäu?

Dann empfehle ich euch auch folgende Wanderungen:

Wanderung von Hinterstein zur Willersalpe über den Zipfelsfall und den Wildfräuleeinstein

am Alpseeblick bei Immenstadt

Wanderung über die Thaler Höhe zur Pfarralpe und zum Alpseeblick

Die Salmaser Höhe und die Thaler Höhe sind zwei „Gipfelpunkte“ des Höhenzugs, der sich nördlich der Konstanzer Ach von Oberstaufen bis Immenstadt zieht. Wegen der unschwierigen Wege, der geringen Höhe (um die 1.100 Meter) und der grandiosen Aussicht auf die Nagelfluhkette ist hier ein beliebtes Wandergebiet.

Die Runde, die ich hier vorstelle, beginnt in Ratholz (gegenüber der Alpsee Bergwelt). Sie führt über die Alpe Schneidberg und die Thaler Höhe samt Einkehr in der Pfarralpe Missen zum Alpseeblick. Die Aussicht dort ist so atemberaubend, dass man schon ein Rindvieh sein muss, um ihr ungerührt das Hinterteil zuzukehren …

Alpseeblick mit Schumpen

Von Ratholz zur Thaler Höhe

Ausgangspunkt ist ein kleiner Wanderparkplatz in Ratholz, direkt hinter der Bahnschranke. Von dort aus geht man ein Stück bergauf und wendet sich dann nach Westen (den GPX-Track findet ihr unten).

beginn der Wanderung von Ratholz zur Thaler Höhe

Nach kurzer Zeit geht die asphaltierte Straße in einen Feldweg über.

auf dem Weg von Ratholz zur Alpe Schneidberg

Anschließend mändert der Weg gemächlich durch den Wald, über diverse Bäche …

Wanderweg bei Ratholz im Tal der Konstanzer Ach

und über Wiesen:

auf dem Weg zur Alpe Schneidberg

Im September blühen auf diesen ungedüngten Bergwiesen die Herbstzeitlosen und Silberdisteln. Sind die nicht bezaubernd?

Herbstzeitlose
Silberdistel

Keine Frage, die Nordseite des Tals der Konstanzer Ach gefällt mir noch viel besser als die gegenüberliegende Seite mit der Alpsee Bergwelt und dem ganzen (durchaus vergnüglichen) Remmidemmi.

Wegweiser zur Alpe Schneidberg

Nach einer knappen Stunde ist die Alpe Schneidberg erreicht.

die Schneidberg-Alpe bei Thalkirchdorf

Wir konnten diesem hübschen Garten nicht widerstehen und haben gleich eine Trinkpause eingelegt.

an der Alpe Schneidberg bei Thalkirchdorf im Oberallgäu

Von der Alpe Schneidberg zur Thaler Höhe

Mit der Alpe Schneidberg ist der westlichste Punkt unserer Rundwanderung erreicht: Nun geht es ein Stückchen nach Osten und dann aufwärts, schließlich liegen zwischen der Alpe und der Thaler Höhe rund 300 Höhenmeter.

Beginn des Aufstiegs von der Alpe Schneidberg zur Thaler Höhe

Der Weg zieht relativ gerade nach oben. An den weniger übersichtlichen Stellen sind etwas eigenwillige Wegweiser angebracht – immerhin sind sie zweisprachig:

Wegweiser auf dem Weg zur Thaler Höhe

Schließlich ist eine letzte Senke zu queren,

auf dem Weg zur Thaler Höhe

bevor der Grat des Höhenzugs erreicht ist. Wie ihr seht, kann man hier buchstäblich in alle Richtungen schöne Wanderungen unternehmen.

Wegweiser zur Thaler Höhe

Zur Thaler Höhe geht es hier entlang:

Gtawanderweg zur Thaler Höhe

Während des Alpsommers kann es einem passieren, dass ein paar Kühe auf dem Weg meditieren. Sie lassen freundliche Wanderer ganz gelassen passieren.

Kühe an der Thaler Höhe

Die Kühe sehen direkt auf die (unbewirtschaftete) Neuschwandalpe und das Gipfelkreuz.

Gipfelkreuz an der Thaler Höhe

Uns aber führt die Wanderung weiter über den Gratweg nach Osten.

Über die Thaler Höhe zum Alpseeblick und zur Pfarralpe

Von der Missener Seite kommt bald darauf der Schlepplift zur Thaler Höhe herauf, der im Winter ein kleines Skigebiet erschließt. Im Sommer steigen auch Wanderer von dieser Seite auf.

Weiter geht es ostwärts, der Grünten schiebt sich nach und nach ins Blickfeld.

Wadnderweg von der Thaler Höhe zum Alpseeblick

Neugierige Kühe beäugen die Wanderer interessiert.

tierische Begegnung zwischen der Thaler Höhe und dem Alpseeblick

Na gut, manche Schumpen sind auch schüchtern …

schüchterner Schumpen

Andere chillen am Alpseeblick. Der ist aber auch so schön, dass er zum ausgiebigen Verweilen und Schauen einlädt.

Chiller-Schumpen am Alpseeblick bei Immenstadt

Allerdings macht Wandern auch hungrig. Glücklicherweise liegen zwischem dem Alpseeblick und der nächsten Einkehrmöglichkeit nur wenige Gehminuten.

Einkehr auf der Pfarralpe und Rückweg nach Ratholz

Die Pfarralpe Missen liegt prominent auf einer Kuppe und ist wirklich so urig, wie sie aussieht. Wir haben sie nach etwa drei Stunden Gehzeit (mit vielen Fotostopps) erreicht.

die Pfarralpe Missen im Allgäu
an der Pfarralpe Missen

Mein Brotzeitteller war üppig und äußerst wohlschmeckend.

Brotzeitteller auf der Pfarralpe Missen

Auch die Aussicht war schön.

Aussicht von der Pfarralpe Missen

Da sind wir gleich noch zu Kaffee und Kuchen geblieben, die ebenfalls sehr gut waren. Lustig fand ich die Hühner, die den Gästen zwischen den Beinen herumpicken. Sie fressen sogar übrig gebliebene Butterstückchen und Zwiebelringe. Es sind bestimmt sehr glückliche Hühner!

Alphuhn

Nach der höchst gemütlichen Einkehr geht es wieder südwärts. Vor der Rückkehr haben wir aber nochmals einen Abstecher zum Alpseeblick gemacht, weil er gar so schön ist. Danach folgt man dem Wegweiser nach Ratholz; nun geht es abwärts.

Wanderweg vom Alpseeblick nach Ratholz

Schließlich mündet der Weg wieder auf eine kleine Straße, die zurück zum Parkplatz führt.

Blick aufs Tal der Konstanzer Ach bei Immenstadt

Mein Fazit: Diese Rundwanderung über die Thaler Höhe gehört zu den schönsten Touren in der Region. Hier passt einfach alles: Wege, Landschaft, Panorama und Einkehr. Sonntags bei gutem Wetter ist hier deswegen auch ganz schön viel los. Wir waren aber an einem Donnerstag unterwegs und sind nur wenigen anderen Wanderern begegnet.

Wanderung über die Thaler Höhe zur Pfarralpe und zum Alpseeblick

Falls ihr im Gebiet um Immenstadt, Oberstaufen und Missen noch mehr unternehmen wollt, empfehle ich euch auch folgende Posts:

Der Höhlensee in der Sturmannshöhle Obermaiselstein

Entdeckertour über den Sagenweg in die Sturmannshöhle Obermaiselstein

Die Sturmannshöhle in Obermaiselstein ist die einzige auch für Nicht-Speläologen begehbare Höhle des Allgäus und schon seit über hundert Jahren touristisch erschlossen. Besucher erleben einen faszinierenden Ausflug tief ins Innere des Schwarzenbergs, samt unterirdischem Bachlauf und See. Die Einheimischen wussten natürlich schon lange vor der Erforschung und Erschließung, dass dort eine Höhle ist. Im Lauf der Jahrhunderte entstanden mehrere Sagen um den geheimnisvollen Spalt im Berg. Diese veranschaulicht heute der Sagenweg, der den Aufstieg zum Höhleneingang nicht nur für Kinder unterhaltsam macht.

Schild am Eingang der Sturmannshöhle

Vom Hirschsprung über den Sagenweg zur Sturmannshöhle

Ausgangspunkt dieses Entdeckerspaziergangs ist der Parkplatz am „Hirschsprung“ bei Obermaiselstein. Dort ist auch eine Bushaltestelle, man kann mit dem Bus 44 von Oberstdorf oder einem der Hörnerdörfer dorthin fahren.

der Hirschsprung bei Obermaiselstein

Der Hirschsprung, ein schmaler Durchlass zwischen zwei Felswänden, verdankt seinen Namen übrigens auch einer Sage: Es soll einmal ein Hirsch auf der Flucht vor einem Luchs über diesen Spalt gesprungen sein. Das war wohl ein ganz besonders sportlicher Hirsch!

Der Sagenweg Obermaiselstein

Vom Hirschsprung aus ist der Sagenweg mit seinen verschiedenen Stationen ausgeschildert. An jeder Station stehen Tafeln, auf denen die jeweilige Sage erzählt und der historische Hintergrund erklärt wird.

Beschilderung am Sagenweg in Obermaiselstein

Gleich am Anfang kann man das Venedigermännlein an der Felswand erkennen, das hier einst einem Einheimischen begegnet sein soll. Es hatte die Taschen voller Gold- und Silberzapfen …

das Venedigermännle am Sagenweg in Obermaiselstein

Besonders hübsch fand ich den im Waldboden schlafenden Drachen. Es ist ja klar, dass zu einer Höhle ein Drache gehört, der einen Goldschatz bewacht. Von einem Goldschatz in der Sturmannshöhle berichten gleich mehrere Sagen, eine davon erzählt auch von einem Drachen. Es gibt in der Höhle übrigens wirklich einen, aber davon erzähle ich später mehr.

Schlafender Drache am Sagenweg Obermaislstein

Aus dem Hang des Schwarzenbergs bricht der Fallenbach hervor, der sich rauschend über das Gestein ergießt. Hier finden sich Figuren der drei Wilden Fräulein, die einst in der der Höhle gehaust haben sollen. Sie trugen die etwas eigenartigen Namen Maringaa, Tschudre Mudre und Stuzze Muzz, waren freundliche Wesen und zudem geschickte Spinnerinnen und Weberinnen. Am Bach wuschen sie immer ihre Leinenerzeugnisse, heißt es.

wildes Fräulein am Fallenbach
wildes Fräulein am Fallenbach bei Obermaiselstein

Der Sagenweg endet an Hansls Höhlenstüble, das gleichzeitig ein Café und der Kiosk für den Eintrittskartenverkauf ist. Die Sturmannshöhle kann nämlich nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Hansls Höhlenstüble in Obermaiselstein

Wir haben nach dem Ticketkauf noch eine Kaffeepause am Höhlenstüble eingelegt. Ich habe sowohl den köstlichen Heidelbeermuffin als auch den schönen Blick über die Hörnerdörfer und auf den Grünten sehr genossen.

Heidelbeermuffin
Grüntenblick von Obermaiselstein aus

Vom Höhlenstüble sind es dann nochmals 10 Minuten Aufstieg bis zum eigentlichen Höhleneingang.

Eingang zur Sturmannshöhle Obermaiselstein

Das letzte Stück führt über Holztreppen nach oben.

Treppe zum Eingang der Sturmannshöhle

Am Ende der Treppe wartet man, bis der Höhlenführer erscheint, die Karten kontrolliert und die Führung beginnt.

Führung durch die Sturmannshöhle

Ha, wusste ich doch, dass es einen Goldschatz gibt! Er liegt gleich am Höhleneingang und ist freundlicherweise gut beleuchtet. Große Menschen müssen sich anschließend gleich mal bücken.

Blick in die Sturmannshöhle

Danach wird es eng …

im ersten Teil der Sturmannshöhle

Man passiert das Drachentor und gelangt zum Adlerschacht, der steil nach oben ragt. 2018 wurde die Beleuchtung in der Sturmannshöhle auf LED umgestellt. Das spart sehr viel Energie, ist wegen der geringeren Wärmeentwicklung fledermausfreundlicher und ermöglicht zudem eine wesentlich bessere Ausleuchtung als zuvor. Die Höhlenwände treten jetzt viel plastischer hervor als früher.

der Adlerschacht in der Sturmannshöhle

Schließlich ist die erste Treppe erreicht: Es geht abwärts.

Abstieg in der Sturmannshöhle

Und weiter abwärts.

TTreppe in der Sturmannshöhle

Während des Abstiegs wird das Tosen des unterirdischen Bachs immer lauter. Ihm verdankt die Sturmannshöhle übrigens ihren Namen, denn sturmatz ist das mittelhochdeutsche Wort für Lärm oder Getöse. Der Bach braust unter dem Steg dahin.

Steg in der Sturmannshöhle Obermaiselstein

Schließlich ist der tiefste begehbare Punkt erreicht: 72 Meter unter dem Eingang liegt der Höhlensee, dessen Wasser so klar ist, dass man ihn kaum erkennt. Vielleicht liegt es auch an der farbigen Beleuchtung. Jedenfalls reicht der See noch 40 Meter weiter, als man ihn sehen kann. Und er ist über 25 Meter tief!

Kinder am Höhlensee in der Sturmannshöhle

Hier gilt es also, umzukehren, den Steg zurückzugehen und die Stufen wieder hochzusteigen.

Rückweg vom tiefsten Punkt der Sturmannshöhle

Beim Aufstieg bleibt Zeit, das „Höhlenfeeling“ zu genießen.

Aufstieg aus der Sturmannshöhle

Der Rückweg führt natürlich auch wieder durch das Drachentor. Wie ihr seht, trägt es seinen Namen zu Recht, denn hier wohnt tatsächlich ein Drache. Und zwar einer mit einem griesgrämigen Chef.

das Drachentor in der Sturmannshöhle

Es ist ein sehr hübscher Drache:

Drache in der Sturmannshöhle Obermaiselstein

Nach dem Drachentor geht es ohne weitere Stufen zurück zum Höhlenein- und -ausgang.

In der Sturmannshöhle im Allgäu

Nach rund 40 Minuten ist das Tageslicht wieder erreicht.

Ausstieg aus der Sturmannshöhle in Obermaiselstein

Infos und Tipps zur Besichtigung der Sturmannshöhle

  • Die Führungen finden stündlich statt und dauern etwa 45 Minuten.
  • Achtet darauf, rechtzeitig am Höhleneingang zu sein (Gehzeit vom Kiosk etwa 10 Minuten), damit ihr den Beginn der Führung nicht verpasst und eine Stunde auf die nächste warten müsst.
  • Der Eintritt kostet 5 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren (Stand: Sommer 2019). Die jeweils aktuellen Öffnungszeiten und Preise findet ihr auf der Website der Hörnerdörfer.
  • In der Höhle ist es auch im Sommer kühl (die Temperatur liegt bei höchstens 8°C), ihr solltet also auch an warmen Tagen eine Jacke mitnehmen.
  • Für Kinder ab etwa 4 Jahren ist die Höhlenbesichtigung ein tolles Abenteuer. Familien mit kleineren Kindern empfehle ich die Sturmannshöhle aber nicht. Es sind nämlich 180 Stufen zu bewältigen – erst hinunter und dann wieder hinauf. Um ein Kind zu tragen (auch in einer Kraxe) ist es zu eng. Bei unserer Besichtigung war ein etwa zweijähriges Kind dabei, das durchgehend gejammert hat, weil es eben überhaupt keinen Spaß macht, mit so kurzen Beinen über so viele steile Stufen durch feuchte Dunkelheit zu stapfen.
Wanderung über den Sagenweg zur Besichtigung der Sturmannshöhle in Obermaiselstein im Oberallgäu

Der Ausflug zur Sturmannshöhle ist wetterunabhängig und für Klein und Groß lohnend. Deswegen habe ich ihn sowohl auf die Liste meiner Top-Empfehlungen der Regenwetter-Ausflugsziele im Allgäu als auch auf die Liste meiner Allgäu-Schlechtwetterziele speziell für Familien mit Kindern aufgenommen.

Aufstieg durch die Pöllatschlucht

Wunderschön: Wanderung durch die Pöllatschlucht zur Marienbrücke

Zwei weltberühmte Königsschlösser, zwei anmutige Seen und die romantische Pöllatschlucht – keine Frage, Hohenschwangau ist einfach beneidenswert schön. Nachdem das sehr, sehr viele Menschen ähnlich sehen und deswegen jährlich Hunderttausende in das 300-Seelen-Dorf strömen, ist diese Wanderung nicht gerade ein Geheimtipp. Dass die Marienbrücke zudem der perfekte Fotospot für tolle Neuschwanstein-Bilder ist, hat sich auch schon länger herumgesprochen.

Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke aus gesehen

Trotzdem ist diese kleine Rundwanderung absolut lohnend. Vor allem dann, wenn ihr außerhalb der Hauptandrangszeiten kommt: Im Sommer entweder früh am Morgen oder spät am Nachmittag. Wir sind um kurz vor 18 Uhr am Parkplatz in Hohenschwangau aufgebrochen und hatten Schlucht und Brücke fast für uns allein.

Vom Parkplatz aus folgt ihr den Wegweisern zur Schlucht, am Fuß des Berges entlang nach links. Nach etwa einer Viertelstunde kommt die Ruine der ehemaligen Gipsmühle in Sicht.

Ruine der Gipsmühle in Hohenschwangau

Früher wurde hier tatsächlich Gestein zu Gips zermahlen, den man beispielsweise für die im Barock und Rokoko so beliebten Stuckverzierungen in Kirchen und anderen Prachtbauten dringend brauchte. Das Mühlrad wurde vom Wasser der Pöllat angetrieben, das über einen Hochkanal geleitet wurde. 1988 ist das denkmalgeschützte Gebäude abgebrannt, nur die Rückwand und der Hochkanal sind noch übrig. Schade.

Wanderung durch die Pöllatschlucht

Zur Rechten der Ruine liegt, nach einem kurzen Waldwegstück, der Eingang zur Pöllatschlucht.

Eingang zur Pöllatschlucht in Hohenschwangau

Die Schlucht war schon zu Zeiten des Königs Maximilian II. (er war der Vater von Ludwig II.) ein beliebtes Ziel für die damals noch wenigen Touristen. Sie wurde früh durch Stege erschlossen. Diese wurden bei Hochwasser aber immer mal wieder weggespült.

Nach einem größeren Felssturz 2014 war die Schlucht fünf Jahre lang wegen Sicherungs- und Neuerschließungsarbeiten für Besucher geschlossen. Erst im Mai 2019 wurde sie wieder eröffnet. Ich finde die neuen Stege und das Sicherungskonzept – bei zu schlechten Witterungsbedingungen schließen die Tore automatisch – sehr gelungen.

im unteren Teil der Pöllatschlucht

Der stählerne Steg schmiegt sich dezent an die Felswand und ermöglicht den sicheren Aufstieg bei bestem Blick auf Felsen und Wasser.

Wasser und Felsen
Steg durch die Engstelle der Pöllatschlucht

Über etliche kleinere und größere Wasserfälle ergießt sich der Bergbach abwärts; das ist ein Schauspiel, an dem ich mich nie sattsehen kann.

Wasserfall in der Pöllatschlucht

Damit ihr einen möglichst lebendigen Eindruck von den „Wasserspielen“ in der Pöllatschlucht bekommt, habe ich euch ein kleines Video mitgebracht:


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Nachdem man die eigentliche Klamm passiert hat, führen steinerne Stufen und ein bequemer Weg an ihrem Ufer entlang.

Steinstufenweg an der Pöllat

Schließlich weitet sich die Schlucht zu einem Talkessel. Hier wirkt die Pöllat eher unscheinbar, wie ein ganz normaler Gebirgsbach.

die Pöllat

Spektakulär ist hier nicht mehr das Wasser, sondern die Brücke, die sich 90 Meter über der Pöllatschlucht aufspannt:

Blick von der Pöllatschlucht auf die Marienbrücke

Über neu angelegte Steintreppen führt der Weg aufwärts.

Aufstieg aus der Pöllatschlucht zur Marienbrücke

Vom nächsten Aussichtspunkt aus kann man den Pöllatfall in seiner ganzen Pracht bewundern.

der Pöllatfall unter der Marienbrücke in Hohenschwangau

Und natürlich die Konstruktion der Brücke, die nach Ludwigs Mutter, der Königin Marie, benannt ist. Ludwig ließ sie 1866 nach einem damals völlig neuen Verfahren bauen. Seitdem musste die Brücke zwar zwei Mal restauriert werden (vor allem die Träger und Verankerungen), aber das Geländer ist noch original erhalten.

die Marienbrücke bei Schloss Neuschwanstein

Königliche Aussichten

Weitere Steintreppen führen endgültig aus der Pöllatschlucht hinaus, …

Steintreppen auf dem Weg aus der Pöllatschlucht zur Marienbrücke

dann gelangt man auf den normalen Gehweg vom Schloss zur Brücke. Die Aussicht auf Hohenschwangau ist fantastisch!

traumhafte Aussicht auf Hohenschwangau

Wenn ihr ganz genau hinseht, entdeckt ihr auf diesem Bild den schlafenden Drachen: Auf seinem Hals thront Hohenschwangau, dahinter erstreckt sich sein bewaldeter Rücken. Wie Flügel liegen links der Alpsee und rechts der Schwansee ausgebreitet …

Auf dem Weg zur Marienbrücke und auf der Brücke selbst werden euch auch morgens und abends ein paar Menschen begegnen, aber bestimmt nicht so viele, dass ihr den königlichen Ausblick auf Schloss Neuschwanstein, den Forggensee und das Ostallgäu nicht genießen könntet. Auch die Pöllatschlucht und den Pöllatfall könnt ihr von oben bewundern.

Blick auf die Pöllatschlucht und den Pöllatfall von der Marienbrücke

Wer noch weiterwandern möchte, kann die Marienbrücke überqueren und zum Tegelberg aufsteigen – eine durchaus anspruchsvolle Tour. Unsere kleine Runde führt nun aber hinunter nach Hohenschwangau, und zwar über die so genannte Rodelbahn. Im Sommer spaziert es sich hier ganz gemütlich, man erreicht den Ort hinter dem neuen Ameron Hotel. Von der Anhöhe lohnt sich nochmals der Blick auf das Königsschloss, das im Abendlicht geradezu leuchtet.

Schloss Neuschwanstein im Abendlicht

Vorbei am Jägerhaus geht es nach links zum Alpsee.

Gams und Eber am Jägerhaus

Wie leer gefegt sind die Wege kurz vor Sonnenuntergang. Im Alpsee spiegeln sich Berge und Wolken, ein paar Enten ziehen ihre Kreise. Was für ein wunderbarer Ort, was für eine friedliche Stimmung …

Abendstimmung am Alpsee in Hohenschwangau

Von hier sind es nur wenige Minuten zurück zum Parkplatz. Diese abwechlungsreiche Runde ist auch sehr gut für Kinder ab etwa vier Jahren geeignet, weswegen ich sie auf die Liste unserer Lieblingswanderungen mit Kindern aufgenommen habe.

Sucht ihr weitere Ausflugsideen rund um Füssen und die Königsschlösser?

Dann empfehle ich euch meine Posts über die wunderbare Radtour von Kaufbeuren nach Füssen, die Radrunde um den Forggensee sowie die Rundwanderung um den Hopfensee, die zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter schön ist. Falls ihr Im Frühjahr kommt und feststellt, dass der Forggensee nur sehr wneig Wasser hat, ist das kein Grund, enttäuscht zu sein. Im Gegenteil, denn dann lohnt sich eine Entdeckungstour auf dem Seegrund.

Wanderung durch die Pöllatschlicht bei Hohenschwangau
Alpenbad Pfronten - eines der schönsten Freibäder im Allgäu

Sommer, Sonne, Freibad: die schönsten Freibäder im Allgäu

Bei Badewetter habt ihr die Qual der Wahl aus etlichen Badeseen und Bädern, da ist euch meine Liste der schönsten Freibäder im Allgäu bestimmt eine gute Entscheidungshilfe. Nachdem ich sehr gern schwimme und als Allgäu-Bloggerin und Reiseführerautorin viel in der Region herumkomme, habe ich schon viele Bäder besucht und diejenigen für euch zusammengestellt, die mir am besten gefallen haben.

Meine persönliche Liste der schönsten Freibäder im Allgäu

Natürlich ist so eine Auswahl subjektiv, aber ich habe sie nach bestimmten Kriterien getroffen, die euch zur Orientierung dienen können: Lage/Aussicht, Familienfreundlichkeit, Schwimmertauglichkeit usw. Sortiert habe ich die schönsten Freibäder im Allgäu nicht geographisch, sondern nach Rangordnung: das schönste zuerst!

Falls ihr euch wundert, warum auf den Fotos vergleichsweise wenige Menschen zu sehen sind: Ich gehe gerne „antizyklisch“ zum Baden. Vorwiegend am Samstagvormittag (Bettenwechsel in den Unterkünften) und spätnachmittags, wenn die meisten anderen Badegäste sich auf den Heimweg machen. Wenn ihr zur Sommerferienzeit am frühen Nachmittag ins Freibad geht, müsst ihr mit deutlich mehr Mit-Badegästen rechnen.

1. Die beste Aussicht: das Alpenbad Pfronten

Wie auf einem Balkon liegt es vor den Bergen, mit sagenhaftem Rundblick. Beim Schwimmen fühlt man sich wie im Infinity-Pool. Ihr habt es oben im Titelbild schon gesehen: Das ist definitiv die schönste Aussicht, die ihr in einem Allgäuer Freibad genießen könnt!

das Alpenbad Pfronten im Sommer

Was dort sonst alles geboten ist, lest ihr in meinem Blogbeitrag zum Alpenbad Pfronten.

2. Außergewöhnliche Gestaltung in herrlicher Lage: Das Alpenfreibad Scheidegg

Das ist eigentlich nicht der zweite, sondern ein zweiter erster Platz: Das Bad im lieblichen Westallgäu betört ebenfalls mit seiner Ortsrandlage mit Panoramablick. Es ist sehr gepflegt, kreativ dekoriert und verfügt noch dazu über eine ungewöhnlich gute Gastronomie. Ich habe dort meinen allergenussvollsten Badenachmittag dieses Sommers verbracht.

Blick auf den Hohen Ifen von der Kioskterrasse im Scheidegger Freibad

Eine ausführliche Beschreibung mit vielen Bildern findet ihr in meinem Blogpost zum Alpenfreibad Scheidegg.

3. Kinderliebling in toller Lage: das Naturbad in Burgberg

In diesem Oberallgäuer Bad schwimmt man mit Blick auf den Grünten, das allein ist schon ein Vergnügen.

Schwimmbecken mit Grüntenblick im Naturbad Burgberg

Die Anlage ist großzügig, geschmackvoll gestaltet und bestens gepflegt. Kinder lieben den Sprungturm und das Erlebnisbecken mit der Seilrutsche – man kann am Seil übers Wasser sausen und sich dann fallen lassen. Zusätzlich gibt es einen schönen Spielplatz.

Sprungturm im Freibad Familien-Vitalpark in Burgberg
Erlebnisbecken im Naturbad Burgberg

Vor allem gefällt mir an diesem Bad im Familien-Vitalpark in Burgberg, dass das Wasser nicht gechlort, sondern natürlich über eine „Pflanzenkläranlage“ gereinigt wird. Das ist vorbildlich ökologisch und außerdem viel angenehmer für die Haut.

4. Die schönste See-Bad-Kombination: das Freibad Stadtweiher in Leutkirch

Wer hätte gedacht, dass eines der schönsten Freibäder im Allgäu im touristisch eher unscheinbaren Leutkirch liegt?

Stadtweiher Leutkirch - Naturfreibad

Die Liegewiesen mit altem Baumbestand sind so groß, dass Ruhesuchende und Ballspieler sich nicht in die Quere kommen. Für Kinder gibt es verschieden tiefe Becken und Rutschen, einen Sandkasten und eine Matschecke. Teenager bevorzugen den Sprungturm und stürzen sich in den Stadtweiher. Der ist für Schwimmer ein wahres Vergnügen: So viel Platz für ausgiebige Runden hat man in keinem anderen Freibad!

Auch das Leutkircher Freibad am Stadtweiher habe ich hier schon genauer beschrieben.

5. Riesige Anlage im Wald: das Freibad am Sonnenbüchl in Bad Wörishofen

Dieses Freibad liegt ungewöhnlich, nämlich etwas abseits und mitten im Wald. Sonne gibt es trotzdem genug. Neben einem 50-Meter-Becken gibt es ein Nichtschwimmerbecken mit kleiner Rutsche. Das Wasser ist angenehm temperiert (24°C).

Schwimmbecken im Freibad am Sonnenbüchl in Bad Wörishofen

Was den Aufenthalt im Freibad am Sonnenbüchl so besonders macht, sind die riesigen Liegewiesen mit altem Baumbestand – ingesamt um die 40.000 Quadratmeter! Die Becken werden an heißen Tagen schon voll, aber zum Liegen gibt es hier garantiert für jeden ein ruhiges und auf Wunsch auch schattiges Plätzchen.

Liegewiese im Freibad am Sonnebüchl Bad Wörishofen

6. Perfekt für Bahnenschwimmer: das Jordan-Freibad in Kaufbeuren

Das Jordanbad ist eine unspektakuläre 70er-Jahre-Anlage. Es liegt mitten in der Stadt, bietet aber trotzdem viel Platz und Becken für jede Altersgruppe und jeden Bedarf: Vom beschatteten Kleinkinderplanschbereich über ein Sprungbecken samt 5-Meter-Sprungturm bis hin zu meinem persönlichen Lieblings-50-Meter-Becken.

JOrdan-Freibad in Kaufbeuren

Im Jordan-Freibad habe ich mit meinen Kindern schon ungezählte höchst entspannende Badetage verbracht und ihm ebenfalls bereits einen eigenen Beitrag gewidmet.

7. Besonders familienfreundlich: das Freibad in Altusried

Es ist das kleinste Bad auf dieser Liste, bietet aber alles, was eine Familie für einen angenehmen Badetag braucht. Reine Bahnenschwimmer sollten allerdings morgens oder spätnachmittags kommen, denn ihnen steht nur ein schmaler Bereich zur Verfügung.

das Freibad Altusried im Allgäu

Dafür wird im Altusrieder Freibad nicht nur das Wasser beheizt, sondern an kühleren Tagen können Schwimmer einen Wärmeraum zum Umziehen nutzen. An heißen Tagen haben die Kinder einfach jede Menge Spaß beim Springen, Planschen und Rutschen.

Welche dieser Bäder habt ihr schon besucht? Wie waren eure Eindrücke? Oder gibt es ein Bad, von dem ihr findet, es sollte auf die Liste der schönsten Freibäder im Allgäu aufgenommen werden? Dann schreibt hier einen Kommentar!

Die schönsten Freibäder im Allgäu
Dorothy und der Blechmann in der Freilichtaufführung des Zauberer von Oz im Märchensommer Allgäu

Familien-Freilichttheater: Der Zauberer von Oz im Märchensommer Allgäu

Der Zauberer von Oz ist schon die zweite Runde im Märchensommer Allgäu. Dieser wurde 2018 als Freilichttheater auf der Burghalde in Kempten ins Leben gerufen; das erste Stück war Alice im Wunderland. Das habe ich mir auf Einladung des Theaters in Kempten letztes Jahr angesehen und fand es ganz bezaubernd.

Deswegen habe ich dieses Jahr gerne Ja gesagt, als ich wieder eine Presseeinladung zum Open Air Theater bekommen habe. Das war eine gute Entscheidung: Der Zauberer von Oz ist noch lustiger und macht noch mehr Spaß. Klare Empfehlung für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter!

Der Zauberer von Oz auf der Burghalde in Kempten

Die meisten Mamas, Papas und Großeltern kennen die Geschichte des Mädchens Dorothy, das von einem Wirbelsturm ins Land Oz geblasen wird. Die Verfilmung mit Judy Garland ist ein Klassiker, aber mir persönlich hat die zeitgemäß umgesetzte Märchensommer-Variante mit fröhlicher Musik und witzigen Texten mindestens genauso gut gefallen. Die Geschichte funktioniert auch beim jungen Publikum von heute: Die anwesenden Kinder waren jedenfalls engagiert und konzentriert dabei.

Der Zauberer von Oz im Open Air für Familien auf der Burghalde in Kempten

Der Sturm hat nicht nur Dorothy herumgewirbelt, sondern auch ihren Rucksack. Der wiederum hat bei seiner Landung die böse Hexe des Ostens erschlagen. Dorothy ist darüber bestürzt, die gute Hexe Glinda und die Hexen-Helferlein, die kleinen, grünen Munchkins, sind dagegen sehr erfreut. Die Munchkins werden übrigens von Allgäuer Kindern gespielt, die hier zusammen mit dem erwachsenen Profi-Ensemble der Stadttheaters Freilichttheaterluft schnuppern.

Dorothy, die gute Hexe Glinda und die Munchkins auf der Burghalde in Kempten

Dorothy möchte nach Hause. Dazu muss sie aber erst den mächtigen Zauberer von Oz finden und drei Aufgaben lösen, erklärt ihr Glinda. Unterwegs trifft das Mädchen nach und nach drei Gefährten, die sich ihr anschließen, denn sie alle wünschen sich ganz dringend etwas, das ihnen nur der mächtige Zauberer verschaffen kann.

Vogelscheuche, Blechmann und Löwe

„I kenn nix, i woas nix, i bin halt a bissl deppert“, erklärt die Vogelscheuche in breitem Bairisch. Das sei aber auch kein Wunder, denn sie habe eben nur Stroh im Kopf. Aber vielleicht könne der Zauberer von Oz ihr etwas Verstand geben?

Märchensommer Allgäu 2019: Dorothy und die Vogelscheuche im Land Oz

Den Blechmann müssen die beiden erst ein bisschen ölen, bis er reden und sich bewegen kann. Er berlinert ganz wunderbar und wünscht sich nichts mehr als ein Herz.

Dorothy, der Blechmann und die Vogelscheuche im Märchensommer Allgäu 2019

Der vierte Geselle ist ein sehr, sehr zaghafter Löwe mit einem bezaubernden französischen Akzent. Nichts wünscht er sich mehr als etwas Mut.

Dorothy und der ängstliche Löwe in der Open Air Version des Zauberer von OZ

Eine fantastische Reise mit unerwartetem Ausgang

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um den Zauberer von Oz zu finden und sich den drei Aufgaben zu stellen: Erstens ein Liebesgedicht schreiben, zweitens einen Geheimcode knacken und drittens die böse Hexe des Westens besiegen und ihr den Regenschirm abnehmen.

Vier Freunde auf dem Weg zum Zauberer von Oz

Mit viel Witz, Fantasie und Musik gelingt ihnen das: Der Blechmann und Dorothy schreiben ein Liebesgedicht, in dem es vorwiegend um Essbares geht („Ick liebe dir wie Leberwurst auf Stulle!“). Die Vogelscheuche beantwortet unter lautstarker Mithilfe des Publikums fünf Quizfragen eines Puppenspielers und findet damit das Geheimcode-Lösungswort.

Der Zauberer von Oz im Freilichttheater - die Vogelscheuche und der Puppenspieler

Der ängstliche Löwe trifft ausgerechnet auf die böse Hexe, die ihn und die Munchkins zwingt, an ihrer schönen, neuen Mauer mitzubauen („Make Oz great again!“).

Die böse Hexe des Westens

Der Löwe findet aber dank der Unterstützung aus dem Publikum und durch die Munchkins genug Mut, um sich gegen die Hexe zu wehren. Als sie im Wasserstrahl schmilzt, bleibt ihr Regenschirm übrig, die dritte Aufgabe ist gelöst.

Das Zusammentreffen mit dem Zauberer von Oz fällt dann aber ganz anders aus, als die vier Freunde es erwartet hatten …

Showdown beim Zauberer von Oz auf der Freilichtbühne in Kempten

Nein, das ganze Ende verrate ich hier nicht. Nur dass es ein Happy End ist, natürlich.

Happy End

Sehr begeistert waren die Kinder auch darüber, dass sie im Anschluss von den Schauspielern Autogramme bekommen und mit ihnen Selfies machen konnten. Aus der Nähe konnte man auch die tollen Kostüme und Masken so richtig bewundern.

Bei schlechtem Wetter fallen die Aufführungen übrigens nicht aus, sondern werden ins Stadttheater verlegt. Termine, Preise und sonstige Infos bekommt ihr auf der Website zum Märchensommer Allgäu.

Märchensommer Allgäu - der Zauberer von Oz
Auf dem Hochschelpen bei Balderschwang

Hüttentour bei Balderschwang: Über den Hochschelpen zur Burgl-Hütte

Die Burgl-Hütte liegt unweit von Balderschwang auf 1.428 m Höhe, und zwar auf österreichischem Boden. Seit ihrer Erbauung im Jahr 1856 hat sich an der Hütte nicht viel geändert, sie ist weitgehend unverändert erhalten. Heute gibt es vor der Tür ein Solarpaneel und damit bei sonnigem Wetter etwas Strom und warmes Wasser. Wenig Komfort, aber eine großartige Aussicht und ein sehr authentisches Hüttengefühl …

die Burgl-Hütte bei Balderschwang

Rundwanderung von Balderschwang über den Hochschelpen zur Übernachtung auf der Burgl-Hütte

Startpunkt der Wanderung ist der Parkplatz der Schelpenalp in Balderschwang, die im Winter als Talstation der Schelpenbahn dient. Wir haben gefragt, ob wir das Auto über Nacht dort lassen dürfen, was uns genehmigt wurde.

die Schelpen-Alp bei Balderschwang

Von Balderschwang auf den Hochschelpen

Von dort folgt man den Wegweisern zum Hochschelpen. Zunächst geht es ein Stück an der Bolgenach, einem kleinen Gebirgsbach, entlang.

an der Bolgenach bei Balderschwang

An diesem Wegweiser zweigt man rechts ab,

Wegweiser zum Hochschelpen

dann geht es in etlichen Kehren bergauf. Zum Glück überwiegend durch den Wald (als wir die Wanderung gemacht haben, war es sehr, sehr heiß).

Auftsieg durch den Wald zum Hochschelpen

Höher und höher schraubt sich der Weg. Nach dem Waldstück geht es zwischen Bergwiesen weiter, auf denen Trollblumen, Teufelskralle und Knabenkraut blühen.

Bergwiese mit Trollblumen bei Balderschwang im Allgäu
blühende Teufelskralle
Knabenkraut

An einer kleinen Alpe liegt diese malerische Marienkapelle, die aber abgesperrt war.

Marienkapelle bei Balderschwang

Einige Biegungen und einen Anstieg später erreicht man die Bergstation der Schelpenbahn samt Sendemast und Bergwachthütte. Im Sommer ist alles still und verlassen.

an der Bergstation der Schelpenbahn bei Balderschwang im Sommer

Wer dem Weg weiter nach Süden folgt, trifft auf die nächste Skipiste, nämlich die am Schwarzenberglift. Die nächste Abfahrt dürfte aber noch ein paar Monate auf sich warten lassen …

Skiliftstation im Sommer

Zum Hochschelpen geht es nun immer geradeaus, weiter nach Süden:

Wanderweg zum Hochschelpen

Meist am Waldrand entlang oder durch den Wald …

auf dem Weg zum Hochschelpen
durch den Wald zum Hochschelpen bei Balderschwang

Dann lichtet sich der Wald und es gilt, ein Hochmoor zu queren. Hinter dem Moor erheben sich in der Ferne die Gottesackerwände.

Hochmoor auf dem Hochschelpen mit Blick auf die Gottesackerwände

Nach links hat man einen hübschen Blick auf den Riedbergpass und den Besler.

Blick auf den Riedbergpass und den Besler vom Hochschelpen aus

Und dann kommt das Gipfelkreuz des Hochschelpen in Sicht.

Gipfelkreuz auf dem Hochschelpen

Der Grasgipfel ist mit 1.552 m Höhe nicht sehr spektakulär. Der Panoramablick aber, der sich von hier oben bietet, ist den Aufstieg auf jeden Fall wert. (Ihr habt ihn im Titelfoto gesehen.) Weiter östlich sieht man auf die scharfen Abbruchkanten der Gottesackerwände.

Blick vom Hochschelpen auf die Gottesackerwände

Etwas unterhalb des Gipfels grasten ein paar Schumpen, die neugierig näher kamen, um die rastenden Wanderer in Augenschein zu nehmen.

Schumpen auf dem Hochschelpen

Da sie sich höchst zutraulich zeigten und unbedingt an schwitzenden Wandererarmen schlecken wollten (so schön salzig!), machten wir uns schnell auf den Weg zur Burgl-Hütte.

zutraulicher, Schweiß schleckender Schumpen

Wanderung vom Hochschelpen-Gipfel zur Burgl-Hütte

Der Weg ist leicht zu finden, die Zeitangabe erwies sich außerdem als einigermaßen zutreffend:

Wegweiser zur Burgl-Hütte

Auch auf diesem Abschnitt geht es zum und durch den Wald.

Wanderweg vom Hochschelpen Richtung Österreich
Waldwanderweg vom Hochschelpen zur Burgl-Hütte

Dass wir irgendwann die Grenze nach Österreich überschritten hatten, merkten wir an den Wegweisern, die sich plötzlich in den Nationalfarben unserer Nachbarn präsentierten.

Viehgatter mit Wegmarkierunng

Sobald wir aus dem Waldstück heraus waren, bot sich ein prächtiger Ausblick: Nach links auf die Gipfel des Bregenzerwaldes, …

Blick auf die Gipfel des Bregenzerwaldes

nach rechts hinunter auf die Güntlealpe und nach Schlipfhalden.

Blick auf die Güntlealpe und Schlipfhalden bei Balderschwang

Man könnte jetzt dem Weg hinunter zur Güntlealpe folgen und von dort aus links in Richtung Burgl-Hütte abzweigen. Wir sind aber der Wegmarkierung gefolgt, die direkt über den Hang zur Linken führt:

österreichische Wegmarkierung

Das ist ein schmaler Pfad, der an einigen Stellen von winterlichen Lawinenabgängen beschädigt, insgesamt aber gut zu gehen war.

Pfad zur Burgl-Hütte
weiß-roter Markierungspfosten in Berglandschaft

Der Pfad mündet auf einen breiteren Weg, dann kommt die Burgl-Hütte endlich in Sicht:

Blick auf die Burgl-Hütte bei Hittisau

Den müden Wanderer erwarten hier ein warmer Empfang, eine kühle Erfrischung und eine deftige Brotzeit. Einfach wunderbar!

an der Burgl-Hütte
Hopfenkaltschale

Übernachtung auf der Burgl-Hütte

Drinnen herrscht typisches Hüttenflair, wobei es immerhin einen Waschraum und zwei Toiletten mit Wasserspülung gibt.

in der Burgl-Hütte bei Hittisau

Für die Übernachtung stehen zwei einfache, hübsche Dreibettzimmer und ein Schlaflager zur Verfügung. Bettwäsche ist vor Ort, nur beziehen muss man die Betten selbst.

Zimmer auf der Burgl-Hütte

Vor dem Hüttenfenster blühen die Geranien.

Blick aus dem Fenster der Burgl-Hütte

Wir waren an unserem Abend auf der Burgl-Hütte die einzigen zahlenden Gäste. Der scheidende Hüttenwirt Gerhard hatte Besuch von drei Freunden, außerdem war noch die neue Hüttenwirtin Christine anwesend. Wir kamen schnell ins Gespräch. Nach dem Essen saßen wir lange auf der Terrasse und beobachteten, wie die Sonne die Gipfel von Trettachspitze und Mädelegabel rosa beleuchtete. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden wir zum Lagerfeuer hinter dem Haus eingeladen. Es war ein sehr schöner Abend!

Lagerfeuer an der Burgl-Hütte

Müde und zufrieden krochen wir gegen Mitternacht in unsere Betten, um morgens recht früh von der Sonne geweckt zu werden.

Morgen in der Burgl-Hütte

Frühstück gibt es auf der Burgl-Hütte ab 8 Uhr, deswegen blieb noch Zeit für einen kleinen Spaziergang mit dem Fotoapparat. Das Hochtal war bereits warm und sonnendurchflutet, die Bienen summten, die Vögel schmetterten ihre Lieder – und ich hatte all diese Pracht ganz für mich allein!

morgendlicher Ausblick von der Burgl-Hütte

Wunderschön fand ich die wilden Lupinen, die um die Hütte blühten. Dieses Jahr hat der Bergsommer spät begonnen, aber bald werden die Lupinen den ganzen Hang hinauf blühen, hatte mir Gerhard gesagt.

wilde Lupinen an der Burgl-Hütte

Das ist bestimmt ein herrlicher Anblick – und ein Festmahl für all die kleinen Nektarsammler.

Berghang mit wilden Lupinen
Hummel und Lupine

Nach einem guten Frühstück mit Kaffee, Müsli und Honigbroten nahmen wir mit Bedauern Abschied von der Burgl-Hütte und machten uns auf den Weg in Richtung Balderschwang.

Wanderung von der Burgl-Hütte nach Balderschwang

Gleich hinter der Hütte steht ein Wegweiser, der durch dieses „Tor“ führt.

Tor im Weidezaun

Über feuchte Wiesen geht es abwärts, immer den Markierungen nach.

weiß-rote Wegmarke auf dem Weg von der Burgl-Hütte nach Balderschwang
auf dem Weg von der Burgl-Hütte nach Balderschwang

Schließlich kam der Sendemast in Sicht, den wir am Vortag auf dem Weg zum Hochschelpen-Gipfel passiert hatten.

Berglandschaft bei Balderschwang im Allgäu

Weiter unten grasten schon die Schumpen und freuten sich über Besuch.

Jungrind auf einer Bergwiese bei Balderschwang im Allgäu

Noch ein Stück weiter unten mündet der Wanderweg auf eine asphaltierte kleine Straße, die bis zur Bolgenach hinunter führt.

Wanderweg bei Balderschwang

Die Wiesen hier unten waren hell betupft, und zwar mit den weißwuscheligen Fruchtständen des Wollgrases. Die finde ich besonders hübsch.

Bergwiese mit Wollgras
Wollgras

Bald ist die Brücke über die Bolgenach erreicht. Indem man sie überquert, gelangt man wieder auf deutschen Boden.

Brücke über die Bolgenach bei Balderschwang

Anschließend wendet man sich nach rechts und folgt der Bolgenach, bis man die Schelpenalp wieder erreicht ist.

Hüttentour von Balderschwang über den Hochschelpen zur Burgl-Hütte

Infos und Tipps zu unserer Hüttenwanderung bei Balderschwang

  • Gehzeit von Balderschwang bis auf den Hochschelpen-Gipfel: ca. 2,5 Std.
  • Gehzeit vom Gipfel bis zur Burgl-Hütte ca. 1 1/4 Std.
  • Gehzeit von der Burgl-Hütte hinunter nach Balderschwang ca. 1,5 Std.
  • Euren Schlafplatz in der Burgl-Hütte solltet ihr vorab telefonisch reservieren.
  • Nehmt ausreichend Getränke für unterwegs mit. Als wir Ende Juni unterwegs waren, war die Burgl-Hütte die einzige bewirtschaftete Hütte weit und breit.
  • Packt auch eine Taschenlampe ein, damit ihr abends nicht im Dunklen sitzt. Es gibt aber eine Notbeleuchtung auf dem Weg zur Toilette.

Die Tour erfordert etwas Kondition (und gute Bergschuhe), aber keine besondere alpine Erfahrung.

Infinity-Pool-Feeling im Alpenfreibad Scheidegg

Erfrischend anders: das Alpenfreibad Scheidegg

Das Alpenfreibad Scheidegg wurde bereits 1935 eröffnet und ist damit eine altehrwürdige Institution unter den Bädern im Allgäu. Vor allem aber ist es eine außergewöhnlich schön gelegene und gestaltete Anlage mit Entspannungsgarantie. Und gutes Essen gibt es auch noch. Aber alles der Reihe nach:

im Alpenfreibad Scheidegg

Kleiner Rundgang durch das Bad

Das Alpenfreibad Scheidegg liegt am südlichen Ortsrand (am Kurhaus vorbeifahren, dann auf der linken Seite) wie auf einer Sonnenterrasse vor den Bergen. Daher bekommt man beim Schwimmen dieses typische Infinity-Pool-Gefühl. Allerdings ist es eben kein gechlorter Pool, sondern ein Naturbad, das mit Quellwasser gefüllt wird. Entsprechend erfrischend sind die Temperaturen im Frühjahr, wenn die Badesaison eröffnet wird.

Wir haben das Bad an einem heißen Junitag nach einer langen Wanderung besucht. Selten habe ich eine Abkühlung so ersehnt und so genossen wie in diesem Becken!

Darin wohnen übrigens auch kleine Molche, die von den Kindern begeistert gefangen und wieder freigesetzt werden. Das Wasser in den Kinderbecken wird allerdings beheizt, und zwar ökologisch vorbildlich mit Sonnenenergie. Die Sonnensegel schützen die Kleinen vor zu viel Sonnenstrahlung.

Kinderbecken im Alpenfreibad Scheidegg

Einen Spielplatz und eine Tischtennisplatte gibt es auch. Überhaupt ist das Alpenfreibad sehr liebevoll angelegt, gut gepflegt und auch noch ungewöhnlich dekoriert. Zum Beispiel mit Fischen …

dekorative Fische im Alpenfreibad

oder Hüten (klar, die Hutstadt Lindenberg liegt ganz in der Nähe):

Hut im Bad

Auch die Umkleiden und Sanitäranlagen sind tipptopp, das Gebäude wurde vor einigen Jahren neu erbaut. Das Duschwasser wird ebenfalls mit Solarenergie beheizt. Wickelraum und behindertengerechte Toiletten und Duschen sind vorhanden.

Die Preise liegen auf ganz normalem Freibadniveau: 3,50 Euro für Erwachsene, 7,50 Euro kostet die Familienkarte (Saison 2019).

Der Grieche im Alpenfreibad Scheidegg

Das Bad selbst ist ja schon super. Wirklich erstaunt hat mich aber die Gastronomie. Der Kiosk ist nämlich in Wirklichkeit eine Dependance des Lokals Der Grieche in Scheidegg. Man kann am Kioskfenster durchaus Eis oder Pommes kaufen wie in anderen Freibädern auch. Aber auf der Terrasse wird sehr gutes griechisches Essen serviert.

Der Grieche im Alpenfreibad Scheidegg

Salat und Souvlaki haben (ebenso wie der freundliche Service) absolute Lokalqualität.

griechischer Salat im Scheidegger Freibad
Souvlaki beim Griechen im Freibad Scheidegg

Nach dem Wandern und Baden haben wir hier also auch noch ein unerwartet gutes Essen genossen. Dazu der fantastische Blick auf das Bad und die Nagelfluhkette – wer hier nicht entspannt, dem ist nicht zu helfen!

Blick auf den Hohen Ifen von der Kioskterrasse im Scheidegger Freibad

Ich jedenfalls war nach dem Besuch im Alpenfreibad mindestens so tief entspannt wie dieser Frosch, den ich von meinem Sitzplatz aus im Blick hatte.

meditierender Frosch

Ich werde garantiert wieder hierher zum Baden und Genießen kommen!

Sucht ihr weitere Ideen für heiße Tage? Dann schaut doch mal auf meine Auswahl der schönsten Freibäder im Allgäu.

Alpenfreibad Scheidegg

Neu und frisch: Mein Allgäu-Reiseführer ADAC plus

Diese Woche ist der Allgäu-Reiseführer ADAC plus erschienen, auf den ich mich schon gefreut hatte: Er enthält denselben Regionenteil wie der blaue, kompakte ADAC-Allgäu-Reiseführer, zusätzlich aber einen umfassenden Magazinteil und eine herausnehmbare Faltkarte.

Inhaltlich habe ich die vorhandenen Texte komplett überarbeitet, gestrafft, ergänzt und aktualisiert. Den Magazinteil habe ich komplett neu geschrieben. Das neue Design ist frisch und zeitgemäß.

Das ist toll am Allgäu-Reiseführer ADAC plus

  1. Die Karte ist aktuell und handlich. In ihr sind die Highlights aus dem Reiseführer ebenso eingetragen wie die ADAC Traumstraße, die ich für den Band entworfen, abgefahren und beschrieben habe. Ihr könnte sie also ganz einfach nachfahren und genießen.
  2. Der Magazinteil ist eine Fundgrube für Informationen über Land und Leute, Geschichte und Gebräuche. Ihr findet dort beispielsweise ein Portrait des Barock-Baumeisters Johann Jakob Herkomer und natürlich eines über König Ludwig II., den Träumer auf dem Thron. Dazu Tipps für den gelungenen Familienurlaub und das perfekte Souvenir, die Geschichte des ersten Hotels im Allgäu und der ältesten Bergbahn und vieles mehr.
  3. Der Regionenteil ist gut strukturiert und übersichtlich gestaltet, sodass man sich leicht zurechtfindet.
  4. Ihr findet dort auch reisepraktische Tipps, etwa zu Parkplätzen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Sparmöglichkeiten, Einkaufsadressen und Übernachtungsmöglichkeiten.
  5. Für die größeren Städte (Kempten, Kaufbeuren, Füssen, Memmingen) sind zusätzlich Innenstadtkarten enthalten.
  6. Die Spiralbindung ist sehr robust und erlaubt es, den Reiseführer an der gewünschten Stelle auf- und umzuschlagen. Das ist besonders bei den Innenstadtkarten praktisch.
  7. Der Preis von 14,99 Euro ist dafür recht moderat.
Cover Allgäu-Reiseführer aus der Reihe ADAC plus

Ob es etwas gibt, was mir nicht so gut gefällt? Ja: Das Cover. Andererseits ist das ja nicht unbedingt das Wichtigste an einem Reiseführer, oder?

Hier könnt ihr den Allgäu-Reiseführer ADAC plus bestellen (Amazon-Partnerlink*): ADAC Reiseführer plus Allgäu: mit Maxi-Faltkarte zum Herausnehmen

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Eine lustige Rezension zu diesem Reiseführer findet ihr übrigens auf Opas Blog, das von einem gebürtigen Kemptener geführt wird, der heute in Berlin lebt und mit seinen Enkeln gerne im Allgäu urlaubt.

Rafting im Allgäu auf der Iller

Spritziges Vergnügen: Rafting auf der Iller

Rafting ist ein Trendsport, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich ihn einmal ausüben werde. Andererseits ist das Allgäu eine Region, in der es sich prima raften lässt, zum Beispiel auf der Iller zwischen Oberstdorf und Sonthofen. Also habe ich es doch einmal ausprobiert. Um es vorwegzunehmen: Es ist deutlich anstrengender als ich dachte, macht aber viel Spaß. Außerdem ist es eine perfekte Unternehmung bei regnerischem Wetter – denn nass wird man dabei auf jeden Fall.

spritziges Vergnügen: Rafting auf der Iller im Allgäu

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Dieses Blog ist werbe- und kooperationsfrei. Die Rafting-Tour habe ich als Pressetour auf Einladung des Anbieters MAP-Erlebnis in Fischen gemacht. Ich habe für mich und meine beiden Kinder, die als „Fotomodelle“ dabei waren, also nichts bezahlt. Einige Fotos, darunter die, auf denen ich selbst zu sehen bin, hat unser Guide Fabian gemacht und mir zur Verfügung gestellt. Ansonsten besteht aber keine Verbindung zwischen mir und dem Anbieter; ich erhalte von ihm außer der kostenlosen Probetour weder Geld noch Sachleistungen.

So geht’s zu beim Iller-Rafting

An der Station des Anbieters in Bihlerdorf wurden die Boote auf einen Anhänger geladen und gemeinsam mit uns (im Kleinbus) zum Einstieg bei Fischen gefahren. Wie ihr auf dem Bild seht, gibt es drei Typen von Booten: Canadier für zwei bis drei Personen (unten), ein größeres Rafting-Boot für Gruppen und Familien (Mitte) und Kajaks (oben). Das gelbe Kajak fuhr unser Guide Fabian, für mich war ein rotes Rafting-Kajak dabei.

ein Stapel Rafting-Boote

Zunächst galt es aber, die mitgebrachten Badesachen, Neoprensocken und einen Neoprenanzug anzuziehen. Neoprenkleidung braucht es unbedingt, denn das Wasser der Iller ist ganz schön kalt; bei unserem Ausflug hatte es gerade einmal 6°C.

So ein Anzug ist unglaublich eng, man sitzt darin wie die Wurst in der Pelle. Drüber kommen noch mitgebrachte Sportschuhe, eine Schwimmweste und ein Helm. Mit dieser Ausrüstung kam ich schon vor der Fahrt tüchtig ins Schwitzen.

Am Parkplatz an der Iller angekommen, bekamen wir eine kurze Einweisung: Im Canadier paddelt man mit Kurzpaddeln, einer rechts, einer links. Wer hinten sitzt, steuert, wer vorne sitzt, paddelt auf Kommando. Auf dem großen Boot steuert der Guide, der darauf mitfährt. Im Kajak paddle ich allein mit meinem Doppelpaddel. Wer ins Wasser fällt, soll das Paddel festhalten, denn sonst ist es weg. Ansonsten sollen alle den Anweisungen des Guides folgen.

Klingt einfach. Na, dann los!

Der Start beim Rafting war buchstäblich ein Reinfall

Schritt 1 war tatsächlich einfach: Boote ins Wasser tragen und sich reinsetzen.

Einstieg zum Iller Rafting bei Fischen

Schritt 2: Losfahren. Allerdings hatte ich unterschätzt, wie kippelig so ein On-top-Kajak bei einer gewissen Strömung ist. Ich war prompt die erste, die bei der Rafting-Tour unfreiwillig baden ging. Die einzige bin ich zwar nicht geblieben, aber als Einstieg war das trotzdem uncool.

gekentertes Rafting-Kajak in der Iller

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt (danke, Fabian!), hielt ich brav das Paddel und mich am Kajak fest. Blöd ist nur, dass einem dann die dritte Hand fehlt, um das Boot wieder umzudrehen. Das übernahm dann Fabian für mich, sodass ich zwar unelegant, aber dafür sicher wieder an Bord klettern konnte. Immerhin saß nach dem Bad in der Iller der Neoprenanzug deutlich besser und ganz so heiß war mir auch nicht mehr. Kurzes Verschnaufen.

Raftinggruppe auf der Iller

Das erste Wehr meisterte ich ohne weitere Peinlichkeiten und konnte dann von einer Kiesbank aus die Nachfahrenden fotogafieren.

Raftingboot auf der Iller im Allgäu
Kajak auf Kiesbank

Am ersten Wehr gehen alle baden

Diese Stelle ist perfekt, um zu Fuß illeraufwärts übers Wehr zu gehen und es dann schwimmend nochmals zu überqueren. Wir legten daher eine Badepause der besonderen Art ein.

Raftinggruppe beim Badengehen

Man watet bis etwa zur Mitte des Flusses, was wegen der starken Strömung gar nicht so einfach ist. Wo sie einem sowieso die Füße wegzieht, legt man sich auf den Rücken, streckt die Beine aus, zieht die Füße an und lässt sich hinunterspülen. Das sieht lustig aus, ist aber der sicherste Weg über diese „Wasserrutsche“.

Wasserrutsche am Illerwehr

Das macht Spaß! Nach dem Auftauchen hatte ich allerdings Mühe, die Kiesbank wieder zu erreichen. Die Strömung ist wirklich heftig und mit Schuhen schwimmt es sich schlecht.

Langweilig wird es beim Raften nicht

Auf einem ruhigeren Illerabschnitt paddelt es sich entspannt dahin.

Kajak und Canadier beim Rafting auf der Iller

Das währt aber nur kurz. Mal gilt es, Felsen zu umschiffen, mal einem Baum auszuweichen, der weit übers Wasser hängt. Mal sind Stromschnellen zu passieren, dann wieder ein Wehr oder eine Brücke. Da sind Konzentration, Nerven und Muskeln gefragt.

Vor einem größeren Wehr landeten wir an; inzwischen waren alle so geübt, dass das einwandfrei klappte. Dann wurden die Boote über Land um das Wehr herumgetragen, nur unser Guide machte sich den Spaß, es mit seinem Kajak zu durchfahren. Bei ihm sieht das sehr elegant und ganz einfach aus.

Eine letzte Brücke und ein paar Stromschnellen liegen nun noch zwischen uns und dem Ausstieg. Das gibt noch ein paar ordentliche Spritzer … und sieht doch cool aus, oder?

raftende Reiseführerautorin

Regen ist beim Rafting übrigens tatsächlich kein Problem; in der Raftingmontur und bei den ganzen Spritzern merkt man die zusätzlichen Tropfen kaum. Deswegen habe ich es auf meine Liste der besten Regenwetter-Unternehmungen im Allgäu aufgenommen.

Allgäu Rafting im Regen

So, das war’s. Am Ausstieg bei Bihlerdorf wartete der Anhänger auf uns, damit wir die Boote aufladen konnten. Wie ein Rudel blau-gelber Pinguine watschelten wir die fünf Minuten bis zur Station zurück, wo wir uns wie überreife Bananen aus dem Neopren schälten. Geschafft!

Mein Fazit zu meiner ersten Raftingtour

Es war ein echtes Abenteuer und hat Spaß gemacht, ich bin froh, das ich das einmal ausprobiert habe. Mein neues Hobby wird das Raften aber nicht, dafür ist es mir dann doch zu sportlich. Auf dem großen Schlauchboot mit Guide an Bord fährt es sich natürlich deutlich gemütlicher, aber das wäre mir vermutlich zu langweilig 🙂

Zum Organisatorischen: Für eine Tour, wie ich sie beschrieben habe, müsst ihr etwa 3,5 Std. einkalkulieren. Im bzw. auf dem Wasser verbringt ihr davon knapp zwei Stunden.

Ich fand das junge Team von MAP-Erlebnis sehr sympathisch und habe mich gut betreut gefühlt. Es gibt aber auch noch andere Anbieter von Raftingtouren im Allgäu.

Rafting auf der Iller - Abenteuer Allgäu