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Aufstieg durch die Pöllatschlucht

Wunderschön: Wanderung durch die Pöllatschlucht zur Marienbrücke

Zwei weltberühmte Königsschlösser, zwei anmutige Seen und die romantische Pöllatschlucht – keine Frage, Hohenschwangau ist einfach beneidenswert schön. Nachdem das sehr, sehr viele Menschen ähnlich sehen und deswegen jährlich Hunderttausende in das 300-Seelen-Dorf strömen, ist diese Wanderung nicht gerade ein Geheimtipp. Dass die Marienbrücke zudem der perfekte Fotospot für tolle Neuschwanstein-Bilder ist, hat sich auch schon länger herumgesprochen.

Schloss Neuschwanstein von der Marienbrücke aus gesehen

Trotzdem ist diese kleine Rundwanderung absolut lohnend. Vor allem dann, wenn ihr außerhalb der Hauptandrangszeiten kommt: Im Sommer entweder früh am Morgen oder spät am Nachmittag. Wir sind um kurz vor 18 Uhr am Parkplatz in Hohenschwangau aufgebrochen und hatten Schlucht und Brücke fast für uns allein.

Vom Parkplatz aus folgt ihr den Wegweisern zur Schlucht, am Fuß des Berges entlang nach links. Nach etwa einer Viertelstunde kommt die Ruine der ehemaligen Gipsmühle in Sicht.

Ruine der Gipsmühle in Hohenschwangau

Früher wurde hier tatsächlich Gestein zu Gips zermahlen, den man beispielsweise für die im Barock und Rokoko so beliebten Stuckverzierungen in Kirchen und anderen Prachtbauten dringend brauchte. Das Mühlrad wurde vom Wasser der Pöllat angetrieben, das über einen Hochkanal geleitet wurde. 1988 ist das denkmalgeschützte Gebäude abgebrannt, nur die Rückwand und der Hochkanal sind noch übrig. Schade.

Wanderung durch die Pöllatschlucht

Zur Rechten der Ruine liegt, nach einem kurzen Waldwegstück, der Eingang zur Pöllatschlucht.

Eingang zur Pöllatschlucht in Hohenschwangau

Die Schlucht war schon zu Zeiten des Königs Maximilian II. (er war der Vater von Ludwig II.) ein beliebtes Ziel für die damals noch wenigen Touristen. Sie wurde früh durch Stege erschlossen. Diese wurden bei Hochwasser aber immer mal wieder weggespült.

Nach einem größeren Felssturz 2014 war die Schlucht fünf Jahre lang wegen Sicherungs- und Neuerschließungsarbeiten für Besucher geschlossen. Erst im Mai 2019 wurde sie wieder eröffnet. Ich finde die neuen Stege und das Sicherungskonzept – bei zu schlechten Witterungsbedingungen schließen die Tore automatisch – sehr gelungen.

im unteren Teil der Pöllatschlucht

Der stählerne Steg schmiegt sich dezent an die Felswand und ermöglicht den sicheren Aufstieg bei bestem Blick auf Felsen und Wasser.

Wasser und Felsen
Steg durch die Engstelle der Pöllatschlucht

Über etliche kleinere und größere Wasserfälle ergießt sich der Bergbach abwärts; das ist ein Schauspiel, an dem ich mich nie sattsehen kann.

Wasserfall in der Pöllatschlucht

Damit ihr einen möglichst lebendigen Eindruck von den „Wasserspielen“ in der Pöllatschlucht bekommt, habe ich euch ein kleines Video mitgebracht:


Hinweis: Erst mit dem Klick auf den Pfeil wird die Verbindung zu YouTube hergestellt. Vorher werden keine Daten zu YouTube übertragen.

Nachdem man die eigentliche Klamm passiert hat, führen steinerne Stufen und ein bequemer Weg an ihrem Ufer entlang.

Steinstufenweg an der Pöllat

Schließlich weitet sich die Schlucht zu einem Talkessel. Hier wirkt die Pöllat eher unscheinbar, wie ein ganz normaler Gebirgsbach.

die Pöllat

Spektakulär ist hier nicht mehr das Wasser, sondern die Brücke, die sich 90 Meter über der Pöllatschlucht aufspannt:

Blick von der Pöllatschlucht auf die Marienbrücke

Über neu angelegte Steintreppen führt der Weg aufwärts.

Aufstieg aus der Pöllatschlucht zur Marienbrücke

Vom nächsten Aussichtspunkt aus kann man den Pöllatfall in seiner ganzen Pracht bewundern.

der Pöllatfall unter der Marienbrücke in Hohenschwangau

Und natürlich die Konstruktion der Brücke, die nach Ludwigs Mutter, der Königin Marie, benannt ist. Ludwig ließ sie 1866 nach einem damals völlig neuen Verfahren bauen. Seitdem musste die Brücke zwar zwei Mal restauriert werden (vor allem die Träger und Verankerungen), aber das Geländer ist noch original erhalten.

die Marienbrücke bei Schloss Neuschwanstein

Königliche Aussichten

Weitere Steintreppen führen endgültig aus der Pöllatschlucht hinaus, …

Steintreppen auf dem Weg aus der Pöllatschlucht zur Marienbrücke

dann gelangt man auf den normalen Gehweg vom Schloss zur Brücke. Die Aussicht auf Hohenschwangau ist fantastisch!

traumhafte Aussicht auf Hohenschwangau

Wenn ihr ganz genau hinseht, entdeckt ihr auf diesem Bild den schlafenden Drachen: Auf seinem Hals thront Hohenschwangau, dahinter erstreckt sich sein bewaldeter Rücken. Wie Flügel liegen links der Alpsee und rechts der Schwansee ausgebreitet …

Auf dem Weg zur Marienbrücke und auf der Brücke selbst werden euch auch morgens und abends ein paar Menschen begegnen, aber bestimmt nicht so viele, dass ihr den königlichen Ausblick auf Schloss Neuschwanstein, den Forggensee und das Ostallgäu nicht genießen könntet. Auch die Pöllatschlucht und den Pöllatfall könnt ihr von oben bewundern.

Blick auf die Pöllatschlucht und den Pöllatfall von der Marienbrücke

Wer noch weiterwandern möchte, kann die Marienbrücke überqueren und zum Tegelberg aufsteigen – eine durchaus anspruchsvolle Tour. Unsere kleine Runde führt nun aber hinunter nach Hohenschwangau, und zwar über die so genannte Rodelbahn. Im Sommer spaziert es sich hier ganz gemütlich, man erreicht den Ort hinter dem neuen Ameron Hotel. Von der Anhöhe lohnt sich nochmals der Blick auf das Königsschloss, das im Abendlicht geradezu leuchtet.

Schloss Neuschwanstein im Abendlicht

Vorbei am Jägerhaus geht es nach links zum Alpsee.

Gams und Eber am Jägerhaus

Wie leer gefegt sind die Wege kurz vor Sonnenuntergang. Im Alpsee spiegeln sich Berge und Wolken, ein paar Enten ziehen ihre Kreise. Was für ein wunderbarer Ort, was für eine friedliche Stimmung …

Abendstimmung am Alpsee in Hohenschwangau

Von hier sind es nur wenige Minuten zurück zum Parkplatz. Diese abwechlungsreiche Runde ist auch sehr gut für Kinder ab etwa vier Jahren geeignet, weswegen ich sie auf die Liste unserer Lieblingswanderungen mit Kindern aufgenommen habe.

Sucht ihr weitere Ausflugsideen rund um Füssen und die Königsschlösser?

Dann empfehle ich euch meine Posts über die wunderbare Radtour von Kaufbeuren nach Füssen, die Radrunde um den Forggensee sowie die Rundwanderung um den Hopfensee, die zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter schön ist. Falls ihr Im Frühjahr kommt und feststellt, dass der Forggensee nur sehr wneig Wasser hat, ist das kein Grund, enttäuscht zu sein. Im Gegenteil, denn dann lohnt sich eine Entdeckungstour auf dem Seegrund.

Wanderung durch die Pöllatschlicht bei Hohenschwangau
Alpenbad Pfronten - eines der schönsten Freibäder im Allgäu

Sommer, Sonne, Freibad: die schönsten Freibäder im Allgäu

Bei Badewetter habt ihr die Qual der Wahl aus etlichen Badeseen und Bädern, da ist euch meine Liste der schönsten Freibäder im Allgäu bestimmt eine gute Entscheidungshilfe. Nachdem ich sehr gern schwimme und als Allgäu-Bloggerin und Reiseführerautorin viel in der Region herumkomme, habe ich schon viele Bäder besucht und diejenigen für euch zusammengestellt, die mir am besten gefallen haben.

Meine persönliche Liste der schönsten Freibäder im Allgäu

Natürlich ist so eine Auswahl subjektiv, aber ich habe sie nach bestimmten Kriterien getroffen, die euch zur Orientierung dienen können: Lage/Aussicht, Familienfreundlichkeit, Schwimmertauglichkeit usw. Sortiert habe ich die schönsten Freibäder im Allgäu nicht geographisch, sondern nach Rangordnung: das schönste zuerst!

Falls ihr euch wundert, warum auf den Fotos vergleichsweise wenige Menschen zu sehen sind: Ich gehe gerne „antizyklisch“ zum Baden. Vorwiegend am Samstagvormittag (Bettenwechsel in den Unterkünften) und spätnachmittags, wenn die meisten anderen Badegäste sich auf den Heimweg machen. Wenn ihr zur Sommerferienzeit am frühen Nachmittag ins Freibad geht, müsst ihr mit deutlich mehr Mit-Badegästen rechnen.

1. Die beste Aussicht: das Alpenbad Pfronten

Wie auf einem Balkon liegt es vor den Bergen, mit sagenhaftem Rundblick. Beim Schwimmen fühlt man sich wie im Infinity-Pool. Ihr habt es oben im Titelbild schon gesehen: Das ist definitiv die schönste Aussicht, die ihr in einem Allgäuer Freibad genießen könnt!

das Alpenbad Pfronten im Sommer

Was dort sonst alles geboten ist, lest ihr in meinem Blogbeitrag zum Alpenbad Pfronten.

2. Außergewöhnliche Gestaltung in herrlicher Lage: Das Alpenfreibad Scheidegg

Das ist eigentlich nicht der zweite, sondern ein zweiter erster Platz: Das Bad im lieblichen Westallgäu betört ebenfalls mit seiner Ortsrandlage mit Panoramablick. Es ist sehr gepflegt, kreativ dekoriert und verfügt noch dazu über eine ungewöhnlich gute Gastronomie. Ich habe dort meinen allergenussvollsten Badenachmittag dieses Sommers verbracht.

Blick auf den Hohen Ifen von der Kioskterrasse im Scheidegger Freibad

Eine ausführliche Beschreibung mit vielen Bildern findet ihr in meinem Blogpost zum Alpenfreibad Scheidegg.

3. Kinderliebling in toller Lage: das Naturbad in Burgberg

In diesem Oberallgäuer Bad schwimmt man mit Blick auf den Grünten, das allein ist schon ein Vergnügen.

Schwimmbecken mit Grüntenblick im Naturbad Burgberg

Die Anlage ist großzügig, geschmackvoll gestaltet und bestens gepflegt. Kinder lieben den Sprungturm und das Erlebnisbecken mit der Seilrutsche – man kann am Seil übers Wasser sausen und sich dann fallen lassen. Zusätzlich gibt es einen schönen Spielplatz.

Sprungturm im Freibad Familien-Vitalpark in Burgberg
Erlebnisbecken im Naturbad Burgberg

Vor allem gefällt mir an diesem Bad im Familien-Vitalpark in Burgberg, dass das Wasser nicht gechlort, sondern natürlich über eine „Pflanzenkläranlage“ gereinigt wird. Das ist vorbildlich ökologisch und außerdem viel angenehmer für die Haut.

4. Die schönste See-Bad-Kombination: das Freibad Stadtweiher in Leutkirch

Wer hätte gedacht, dass eines der schönsten Freibäder im Allgäu im touristisch eher unscheinbaren Leutkirch liegt?

Stadtweiher Leutkirch - Naturfreibad

Die Liegewiesen mit altem Baumbestand sind so groß, dass Ruhesuchende und Ballspieler sich nicht in die Quere kommen. Für Kinder gibt es verschieden tiefe Becken und Rutschen, einen Sandkasten und eine Matschecke. Teenager bevorzugen den Sprungturm und stürzen sich in den Stadtweiher. Der ist für Schwimmer ein wahres Vergnügen: So viel Platz für ausgiebige Runden hat man in keinem anderen Freibad!

Auch das Leutkircher Freibad am Stadtweiher habe ich hier schon genauer beschrieben.

5. Riesige Anlage im Wald: das Freibad am Sonnenbüchl in Bad Wörishofen

Dieses Freibad liegt ungewöhnlich, nämlich etwas abseits und mitten im Wald. Sonne gibt es trotzdem genug. Neben einem 50-Meter-Becken gibt es ein Nichtschwimmerbecken mit kleiner Rutsche. Das Wasser ist angenehm temperiert (24°C).

Schwimmbecken im Freibad am Sonnenbüchl in Bad Wörishofen

Was den Aufenthalt im Freibad am Sonnenbüchl so besonders macht, sind die riesigen Liegewiesen mit altem Baumbestand – ingesamt um die 40.000 Quadratmeter! Die Becken werden an heißen Tagen schon voll, aber zum Liegen gibt es hier garantiert für jeden ein ruhiges und auf Wunsch auch schattiges Plätzchen.

Liegewiese im Freibad am Sonnebüchl Bad Wörishofen

6. Perfekt für Bahnenschwimmer: das Jordan-Freibad in Kaufbeuren

Das Jordanbad ist eine unspektakuläre 70er-Jahre-Anlage. Es liegt mitten in der Stadt, bietet aber trotzdem viel Platz und Becken für jede Altersgruppe und jeden Bedarf: Vom beschatteten Kleinkinderplanschbereich über ein Sprungbecken samt 5-Meter-Sprungturm bis hin zu meinem persönlichen Lieblings-50-Meter-Becken.

JOrdan-Freibad in Kaufbeuren

Im Jordan-Freibad habe ich mit meinen Kindern schon ungezählte höchst entspannende Badetage verbracht und ihm ebenfalls bereits einen eigenen Beitrag gewidmet.

7. Besonders familienfreundlich: das Freibad in Altusried

Es ist das kleinste Bad auf dieser Liste, bietet aber alles, was eine Familie für einen angenehmen Badetag braucht. Reine Bahnenschwimmer sollten allerdings morgens oder spätnachmittags kommen, denn ihnen steht nur ein schmaler Bereich zur Verfügung.

das Freibad Altusried im Allgäu

Dafür wird im Altusrieder Freibad nicht nur das Wasser beheizt, sondern an kühleren Tagen können Schwimmer einen Wärmeraum zum Umziehen nutzen. An heißen Tagen haben die Kinder einfach jede Menge Spaß beim Springen, Planschen und Rutschen.

Welche dieser Bäder habt ihr schon besucht? Wie waren eure Eindrücke? Oder gibt es ein Bad, von dem ihr findet, es sollte auf die Liste der schönsten Freibäder im Allgäu aufgenommen werden? Dann schreibt hier einen Kommentar!

Die schönsten Freibäder im Allgäu
Dorothy und der Blechmann in der Freilichtaufführung des Zauberer von Oz im Märchensommer Allgäu

Familien-Freilichttheater: Der Zauberer von Oz im Märchensommer Allgäu

Der Zauberer von Oz ist schon die zweite Runde im Märchensommer Allgäu. Dieser wurde 2018 als Freilichttheater auf der Burghalde in Kempten ins Leben gerufen; das erste Stück war Alice im Wunderland. Das habe ich mir auf Einladung des Theaters in Kempten letztes Jahr angesehen und fand es ganz bezaubernd.

Deswegen habe ich dieses Jahr gerne Ja gesagt, als ich wieder eine Presseeinladung zum Open Air Theater bekommen habe. Das war eine gute Entscheidung: Der Zauberer von Oz ist noch lustiger und macht noch mehr Spaß. Klare Empfehlung für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter!

Der Zauberer von Oz auf der Burghalde in Kempten

Die meisten Mamas, Papas und Großeltern kennen die Geschichte des Mädchens Dorothy, das von einem Wirbelsturm ins Land Oz geblasen wird. Die Verfilmung mit Judy Garland ist ein Klassiker, aber mir persönlich hat die zeitgemäß umgesetzte Märchensommer-Variante mit fröhlicher Musik und witzigen Texten mindestens genauso gut gefallen. Die Geschichte funktioniert auch beim jungen Publikum von heute: Die anwesenden Kinder waren jedenfalls engagiert und konzentriert dabei.

Der Zauberer von Oz im Open Air für Familien auf der Burghalde in Kempten

Der Sturm hat nicht nur Dorothy herumgewirbelt, sondern auch ihren Rucksack. Der wiederum hat bei seiner Landung die böse Hexe des Ostens erschlagen. Dorothy ist darüber bestürzt, die gute Hexe Glinda und die Hexen-Helferlein, die kleinen, grünen Munchkins, sind dagegen sehr erfreut. Die Munchkins werden übrigens von Allgäuer Kindern gespielt, die hier zusammen mit dem erwachsenen Profi-Ensemble der Stadttheaters Freilichttheaterluft schnuppern.

Dorothy, die gute Hexe Glinda und die Munchkins auf der Burghalde in Kempten

Dorothy möchte nach Hause. Dazu muss sie aber erst den mächtigen Zauberer von Oz finden und drei Aufgaben lösen, erklärt ihr Glinda. Unterwegs trifft das Mädchen nach und nach drei Gefährten, die sich ihr anschließen, denn sie alle wünschen sich ganz dringend etwas, das ihnen nur der mächtige Zauberer verschaffen kann.

Vogelscheuche, Blechmann und Löwe

„I kenn nix, i woas nix, i bin halt a bissl deppert“, erklärt die Vogelscheuche in breitem Bairisch. Das sei aber auch kein Wunder, denn sie habe eben nur Stroh im Kopf. Aber vielleicht könne der Zauberer von Oz ihr etwas Verstand geben?

Märchensommer Allgäu 2019: Dorothy und die Vogelscheuche im Land Oz

Den Blechmann müssen die beiden erst ein bisschen ölen, bis er reden und sich bewegen kann. Er berlinert ganz wunderbar und wünscht sich nichts mehr als ein Herz.

Dorothy, der Blechmann und die Vogelscheuche im Märchensommer Allgäu 2019

Der vierte Geselle ist ein sehr, sehr zaghafter Löwe mit einem bezaubernden französischen Akzent. Nichts wünscht er sich mehr als etwas Mut.

Dorothy und der ängstliche Löwe in der Open Air Version des Zauberer von OZ

Eine fantastische Reise mit unerwartetem Ausgang

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um den Zauberer von Oz zu finden und sich den drei Aufgaben zu stellen: Erstens ein Liebesgedicht schreiben, zweitens einen Geheimcode knacken und drittens die böse Hexe des Westens besiegen und ihr den Regenschirm abnehmen.

Vier Freunde auf dem Weg zum Zauberer von Oz

Mit viel Witz, Fantasie und Musik gelingt ihnen das: Der Blechmann und Dorothy schreiben ein Liebesgedicht, in dem es vorwiegend um Essbares geht („Ick liebe dir wie Leberwurst auf Stulle!“). Die Vogelscheuche beantwortet unter lautstarker Mithilfe des Publikums fünf Quizfragen eines Puppenspielers und findet damit das Geheimcode-Lösungswort.

Der Zauberer von Oz im Freilichttheater - die Vogelscheuche und der Puppenspieler

Der ängstliche Löwe trifft ausgerechnet auf die böse Hexe, die ihn und die Munchkins zwingt, an ihrer schönen, neuen Mauer mitzubauen („Make Oz great again!“).

Die böse Hexe des Westens

Der Löwe findet aber dank der Unterstützung aus dem Publikum und durch die Munchkins genug Mut, um sich gegen die Hexe zu wehren. Als sie im Wasserstrahl schmilzt, bleibt ihr Regenschirm übrig, die dritte Aufgabe ist gelöst.

Das Zusammentreffen mit dem Zauberer von Oz fällt dann aber ganz anders aus, als die vier Freunde es erwartet hatten …

Showdown beim Zauberer von Oz auf der Freilichtbühne in Kempten

Nein, das ganze Ende verrate ich hier nicht. Nur dass es ein Happy End ist, natürlich.

Happy End

Sehr begeistert waren die Kinder auch darüber, dass sie im Anschluss von den Schauspielern Autogramme bekommen und mit ihnen Selfies machen konnten. Aus der Nähe konnte man auch die tollen Kostüme und Masken so richtig bewundern.

Bei schlechtem Wetter fallen die Aufführungen übrigens nicht aus, sondern werden ins Stadttheater verlegt. Termine, Preise und sonstige Infos bekommt ihr auf der Website zum Märchensommer Allgäu.

Märchensommer Allgäu - der Zauberer von Oz
Auf dem Hochschelpen bei Balderschwang

Hüttentour bei Balderschwang: Über den Hochschelpen zur Burgl-Hütte

Die Burgl-Hütte liegt unweit von Balderschwang auf 1.428 m Höhe, und zwar auf österreichischem Boden. Seit ihrer Erbauung im Jahr 1856 hat sich an der Hütte nicht viel geändert, sie ist weitgehend unverändert erhalten. Heute gibt es vor der Tür ein Solarpaneel und damit bei sonnigem Wetter etwas Strom und warmes Wasser. Wenig Komfort, aber eine großartige Aussicht und ein sehr authentisches Hüttengefühl …

die Burgl-Hütte bei Balderschwang

Rundwanderung von Balderschwang über den Hochschelpen zur Übernachtung auf der Burgl-Hütte

Startpunkt der Wanderung ist der Parkplatz der Schelpenalp in Balderschwang, die im Winter als Talstation der Schelpenbahn dient. Wir haben gefragt, ob wir das Auto über Nacht dort lassen dürfen, was uns genehmigt wurde.

die Schelpen-Alp bei Balderschwang

Von Balderschwang auf den Hochschelpen

Von dort folgt man den Wegweisern zum Hochschelpen. Zunächst geht es ein Stück an der Bolgenach, einem kleinen Gebirgsbach, entlang.

an der Bolgenach bei Balderschwang

An diesem Wegweiser zweigt man rechts ab,

Wegweiser zum Hochschelpen

dann geht es in etlichen Kehren bergauf. Zum Glück überwiegend durch den Wald (als wir die Wanderung gemacht haben, war es sehr, sehr heiß).

Auftsieg durch den Wald zum Hochschelpen

Höher und höher schraubt sich der Weg. Nach dem Waldstück geht es zwischen Bergwiesen weiter, auf denen Trollblumen, Teufelskralle und Knabenkraut blühen.

Bergwiese mit Trollblumen bei Balderschwang im Allgäu
blühende Teufelskralle
Knabenkraut

An einer kleinen Alpe liegt diese malerische Marienkapelle, die aber abgesperrt war.

Marienkapelle bei Balderschwang

Einige Biegungen und einen Anstieg später erreicht man die Bergstation der Schelpenbahn samt Sendemast und Bergwachthütte. Im Sommer ist alles still und verlassen.

an der Bergstation der Schelpenbahn bei Balderschwang im Sommer

Wer dem Weg weiter nach Süden folgt, trifft auf die nächste Skipiste, nämlich die am Schwarzenberglift. Die nächste Abfahrt dürfte aber noch ein paar Monate auf sich warten lassen …

Skiliftstation im Sommer

Zum Hochschelpen geht es nun immer geradeaus, weiter nach Süden:

Wanderweg zum Hochschelpen

Meist am Waldrand entlang oder durch den Wald …

auf dem Weg zum Hochschelpen
durch den Wald zum Hochschelpen bei Balderschwang

Dann lichtet sich der Wald und es gilt, ein Hochmoor zu queren. Hinter dem Moor erheben sich in der Ferne die Gottesackerwände.

Hochmoor auf dem Hochschelpen mit Blick auf die Gottesackerwände

Nach links hat man einen hübschen Blick auf den Riedbergpass und den Besler.

Blick auf den Riedbergpass und den Besler vom Hochschelpen aus

Und dann kommt das Gipfelkreuz des Hochschelpen in Sicht.

Gipfelkreuz auf dem Hochschelpen

Der Grasgipfel ist mit 1.552 m Höhe nicht sehr spektakulär. Der Panoramablick aber, der sich von hier oben bietet, ist den Aufstieg auf jeden Fall wert. (Ihr habt ihn im Titelfoto gesehen.) Weiter östlich sieht man auf die scharfen Abbruchkanten der Gottesackerwände.

Blick vom Hochschelpen auf die Gottesackerwände

Etwas unterhalb des Gipfels grasten ein paar Schumpen, die neugierig näher kamen, um die rastenden Wanderer in Augenschein zu nehmen.

Schumpen auf dem Hochschelpen

Da sie sich höchst zutraulich zeigten und unbedingt an schwitzenden Wandererarmen schlecken wollten (so schön salzig!), machten wir uns schnell auf den Weg zur Burgl-Hütte.

zutraulicher, Schweiß schleckender Schumpen

Wanderung vom Hochschelpen-Gipfel zur Burgl-Hütte

Der Weg ist leicht zu finden, die Zeitangabe erwies sich außerdem als einigermaßen zutreffend:

Wegweiser zur Burgl-Hütte

Auch auf diesem Abschnitt geht es zum und durch den Wald.

Wanderweg vom Hochschelpen Richtung Österreich
Waldwanderweg vom Hochschelpen zur Burgl-Hütte

Dass wir irgendwann die Grenze nach Österreich überschritten hatten, merkten wir an den Wegweisern, die sich plötzlich in den Nationalfarben unserer Nachbarn präsentierten.

Viehgatter mit Wegmarkierunng

Sobald wir aus dem Waldstück heraus waren, bot sich ein prächtiger Ausblick: Nach links auf die Gipfel des Bregenzerwaldes, …

Blick auf die Gipfel des Bregenzerwaldes

nach rechts hinunter auf die Güntlealpe und nach Schlipfhalden.

Blick auf die Güntlealpe und Schlipfhalden bei Balderschwang

Man könnte jetzt dem Weg hinunter zur Güntlealpe folgen und von dort aus links in Richtung Burgl-Hütte abzweigen. Wir sind aber der Wegmarkierung gefolgt, die direkt über den Hang zur Linken führt:

österreichische Wegmarkierung

Das ist ein schmaler Pfad, der an einigen Stellen von winterlichen Lawinenabgängen beschädigt, insgesamt aber gut zu gehen war.

Pfad zur Burgl-Hütte
weiß-roter Markierungspfosten in Berglandschaft

Der Pfad mündet auf einen breiteren Weg, dann kommt die Burgl-Hütte endlich in Sicht:

Blick auf die Burgl-Hütte bei Hittisau

Den müden Wanderer erwarten hier ein warmer Empfang, eine kühle Erfrischung und eine deftige Brotzeit. Einfach wunderbar!

an der Burgl-Hütte
Hopfenkaltschale

Übernachtung auf der Burgl-Hütte

Drinnen herrscht typisches Hüttenflair, wobei es immerhin einen Waschraum und zwei Toiletten mit Wasserspülung gibt.

in der Burgl-Hütte bei Hittisau

Für die Übernachtung stehen zwei einfache, hübsche Dreibettzimmer und ein Schlaflager zur Verfügung. Bettwäsche ist vor Ort, nur beziehen muss man die Betten selbst.

Zimmer auf der Burgl-Hütte

Vor dem Hüttenfenster blühen die Geranien.

Blick aus dem Fenster der Burgl-Hütte

Wir waren an unserem Abend auf der Burgl-Hütte die einzigen zahlenden Gäste. Der scheidende Hüttenwirt Gerhard hatte Besuch von drei Freunden, außerdem war noch die neue Hüttenwirtin Christine anwesend. Wir kamen schnell ins Gespräch. Nach dem Essen saßen wir lange auf der Terrasse und beobachteten, wie die Sonne die Gipfel von Trettachspitze und Mädelegabel rosa beleuchtete. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden wir zum Lagerfeuer hinter dem Haus eingeladen. Es war ein sehr schöner Abend!

Lagerfeuer an der Burgl-Hütte

Müde und zufrieden krochen wir gegen Mitternacht in unsere Betten, um morgens recht früh von der Sonne geweckt zu werden.

Morgen in der Burgl-Hütte

Frühstück gibt es auf der Burgl-Hütte ab 8 Uhr, deswegen blieb noch Zeit für einen kleinen Spaziergang mit dem Fotoapparat. Das Hochtal war bereits warm und sonnendurchflutet, die Bienen summten, die Vögel schmetterten ihre Lieder – und ich hatte all diese Pracht ganz für mich allein!

morgendlicher Ausblick von der Burgl-Hütte

Wunderschön fand ich die wilden Lupinen, die um die Hütte blühten. Dieses Jahr hat der Bergsommer spät begonnen, aber bald werden die Lupinen den ganzen Hang hinauf blühen, hatte mir Gerhard gesagt.

wilde Lupinen an der Burgl-Hütte

Das ist bestimmt ein herrlicher Anblick – und ein Festmahl für all die kleinen Nektarsammler.

Berghang mit wilden Lupinen
Hummel und Lupine

Nach einem guten Frühstück mit Kaffee, Müsli und Honigbroten nahmen wir mit Bedauern Abschied von der Burgl-Hütte und machten uns auf den Weg in Richtung Balderschwang.

Wanderung von der Burgl-Hütte nach Balderschwang

Gleich hinter der Hütte steht ein Wegweiser, der durch dieses „Tor“ führt.

Tor im Weidezaun

Über feuchte Wiesen geht es abwärts, immer den Markierungen nach.

weiß-rote Wegmarke auf dem Weg von der Burgl-Hütte nach Balderschwang
auf dem Weg von der Burgl-Hütte nach Balderschwang

Schließlich kam der Sendemast in Sicht, den wir am Vortag auf dem Weg zum Hochschelpen-Gipfel passiert hatten.

Berglandschaft bei Balderschwang im Allgäu

Weiter unten grasten schon die Schumpen und freuten sich über Besuch.

Jungrind auf einer Bergwiese bei Balderschwang im Allgäu

Noch ein Stück weiter unten mündet der Wanderweg auf eine asphaltierte kleine Straße, die bis zur Bolgenach hinunter führt.

Wanderweg bei Balderschwang

Die Wiesen hier unten waren hell betupft, und zwar mit den weißwuscheligen Fruchtständen des Wollgrases. Die finde ich besonders hübsch.

Bergwiese mit Wollgras
Wollgras

Bald ist die Brücke über die Bolgenach erreicht. Indem man sie überquert, gelangt man wieder auf deutschen Boden.

Brücke über die Bolgenach bei Balderschwang

Anschließend wendet man sich nach rechts und folgt der Bolgenach, bis man die Schelpenalp wieder erreicht ist.

Hüttentour von Balderschwang über den Hochschelpen zur Burgl-Hütte

Infos und Tipps zu unserer Hüttenwanderung bei Balderschwang

  • Gehzeit von Balderschwang bis auf den Hochschelpen-Gipfel: ca. 2,5 Std.
  • Gehzeit vom Gipfel bis zur Burgl-Hütte ca. 1 1/4 Std.
  • Gehzeit von der Burgl-Hütte hinunter nach Balderschwang ca. 1,5 Std.
  • Euren Schlafplatz in der Burgl-Hütte solltet ihr vorab telefonisch reservieren.
  • Nehmt ausreichend Getränke für unterwegs mit. Als wir Ende Juni unterwegs waren, war die Burgl-Hütte die einzige bewirtschaftete Hütte weit und breit.
  • Packt auch eine Taschenlampe ein, damit ihr abends nicht im Dunklen sitzt. Es gibt aber eine Notbeleuchtung auf dem Weg zur Toilette.

Die Tour erfordert etwas Kondition (und gute Bergschuhe), aber keine besondere alpine Erfahrung.

Infinity-Pool-Feeling im Alpenfreibad Scheidegg

Erfrischend anders: das Alpenfreibad Scheidegg

Das Alpenfreibad Scheidegg wurde bereits 1935 eröffnet und ist damit eine altehrwürdige Institution unter den Bädern im Allgäu. Vor allem aber ist es eine außergewöhnlich schön gelegene und gestaltete Anlage mit Entspannungsgarantie. Und gutes Essen gibt es auch noch. Aber alles der Reihe nach:

im Alpenfreibad Scheidegg

Kleiner Rundgang durch das Bad

Das Alpenfreibad Scheidegg liegt am südlichen Ortsrand (am Kurhaus vorbeifahren, dann auf der linken Seite) wie auf einer Sonnenterrasse vor den Bergen. Daher bekommt man beim Schwimmen dieses typische Infinity-Pool-Gefühl. Allerdings ist es eben kein gechlorter Pool, sondern ein Naturbad, das mit Quellwasser gefüllt wird. Entsprechend erfrischend sind die Temperaturen im Frühjahr, wenn die Badesaison eröffnet wird.

Wir haben das Bad an einem heißen Junitag nach einer langen Wanderung besucht. Selten habe ich eine Abkühlung so ersehnt und so genossen wie in diesem Becken!

Darin wohnen übrigens auch kleine Molche, die von den Kindern begeistert gefangen und wieder freigesetzt werden. Das Wasser in den Kinderbecken wird allerdings beheizt, und zwar ökologisch vorbildlich mit Sonnenenergie. Die Sonnensegel schützen die Kleinen vor zu viel Sonnenstrahlung.

Kinderbecken im Alpenfreibad Scheidegg

Einen Spielplatz und eine Tischtennisplatte gibt es auch. Überhaupt ist das Alpenfreibad sehr liebevoll angelegt, gut gepflegt und auch noch ungewöhnlich dekoriert. Zum Beispiel mit Fischen …

dekorative Fische im Alpenfreibad

oder Hüten (klar, die Hutstadt Lindenberg liegt ganz in der Nähe):

Hut im Bad

Auch die Umkleiden und Sanitäranlagen sind tipptopp, das Gebäude wurde vor einigen Jahren neu erbaut. Das Duschwasser wird ebenfalls mit Solarenergie beheizt. Wickelraum und behindertengerechte Toiletten und Duschen sind vorhanden.

Die Preise liegen auf ganz normalem Freibadniveau: 3,50 Euro für Erwachsene, 7,50 Euro kostet die Familienkarte (Saison 2019).

Der Grieche im Alpenfreibad Scheidegg

Das Bad selbst ist ja schon super. Wirklich erstaunt hat mich aber die Gastronomie. Der Kiosk ist nämlich in Wirklichkeit eine Dependance des Lokals Der Grieche in Scheidegg. Man kann am Kioskfenster durchaus Eis oder Pommes kaufen wie in anderen Freibädern auch. Aber auf der Terrasse wird sehr gutes griechisches Essen serviert.

Der Grieche im Alpenfreibad Scheidegg

Salat und Souvlaki haben (ebenso wie der freundliche Service) absolute Lokalqualität.

griechischer Salat im Scheidegger Freibad
Souvlaki beim Griechen im Freibad Scheidegg

Nach dem Wandern und Baden haben wir hier also auch noch ein unerwartet gutes Essen genossen. Dazu der fantastische Blick auf das Bad und die Nagelfluhkette – wer hier nicht entspannt, dem ist nicht zu helfen!

Blick auf den Hohen Ifen von der Kioskterrasse im Scheidegger Freibad

Ich jedenfalls war nach dem Besuch im Alpenfreibad mindestens so tief entspannt wie dieser Frosch, den ich von meinem Sitzplatz aus im Blick hatte.

meditierender Frosch

Ich werde garantiert wieder hierher zum Baden und Genießen kommen!

Sucht ihr weitere Ideen für heiße Tage? Dann schaut doch mal auf meine Auswahl der schönsten Freibäder im Allgäu.

Alpenfreibad Scheidegg

Neu und frisch: Mein Allgäu-Reiseführer ADAC plus

Diese Woche ist der Allgäu-Reiseführer ADAC plus erschienen, auf den ich mich schon gefreut hatte: Er enthält denselben Regionenteil wie der blaue, kompakte ADAC-Allgäu-Reiseführer, zusätzlich aber einen umfassenden Magazinteil und eine herausnehmbare Faltkarte.

Inhaltlich habe ich die vorhandenen Texte komplett überarbeitet, gestrafft, ergänzt und aktualisiert. Den Magazinteil habe ich komplett neu geschrieben. Das neue Design ist frisch und zeitgemäß.

Das ist toll am Allgäu-Reiseführer ADAC plus

  1. Die Karte ist aktuell und handlich. In ihr sind die Highlights aus dem Reiseführer ebenso eingetragen wie die ADAC Traumstraße, die ich für den Band entworfen, abgefahren und beschrieben habe. Ihr könnte sie also ganz einfach nachfahren und genießen.
  2. Der Magazinteil ist eine Fundgrube für Informationen über Land und Leute, Geschichte und Gebräuche. Ihr findet dort beispielsweise ein Portrait des Barock-Baumeisters Johann Jakob Herkomer und natürlich eines über König Ludwig II., den Träumer auf dem Thron. Dazu Tipps für den gelungenen Familienurlaub und das perfekte Souvenir, die Geschichte des ersten Hotels im Allgäu und der ältesten Bergbahn und vieles mehr.
  3. Der Regionenteil ist gut strukturiert und übersichtlich gestaltet, sodass man sich leicht zurechtfindet.
  4. Ihr findet dort auch reisepraktische Tipps, etwa zu Parkplätzen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Sparmöglichkeiten, Einkaufsadressen und Übernachtungsmöglichkeiten.
  5. Für die größeren Städte (Kempten, Kaufbeuren, Füssen, Memmingen) sind zusätzlich Innenstadtkarten enthalten.
  6. Die Spiralbindung ist sehr robust und erlaubt es, den Reiseführer an der gewünschten Stelle auf- und umzuschlagen. Das ist besonders bei den Innenstadtkarten praktisch.
  7. Der Preis von 14,99 Euro ist dafür recht moderat.
Cover Allgäu-Reiseführer aus der Reihe ADAC plus

Ob es etwas gibt, was mir nicht so gut gefällt? Ja: Das Cover. Andererseits ist das ja nicht unbedingt das Wichtigste an einem Reiseführer, oder?

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*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.

Eine lustige Rezension zu diesem Reiseführer findet ihr übrigens auf Opas Blog, das von einem gebürtigen Kemptener geführt wird, der heute in Berlin lebt und mit seinen Enkeln gerne im Allgäu urlaubt.

Rafting im Allgäu auf der Iller

Spritziges Vergnügen: Rafting auf der Iller

Rafting ist ein Trendsport, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich ihn einmal ausüben werde. Andererseits ist das Allgäu eine Region, in der es sich prima raften lässt, zum Beispiel auf der Iller zwischen Oberstdorf und Sonthofen. Also habe ich es doch einmal ausprobiert. Um es vorwegzunehmen: Es ist deutlich anstrengender als ich dachte, macht aber viel Spaß. Außerdem ist es eine perfekte Unternehmung bei regnerischem Wetter – denn nass wird man dabei auf jeden Fall.

spritziges Vergnügen: Rafting auf der Iller im Allgäu

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Dieses Blog ist werbe- und kooperationsfrei. Die Rafting-Tour habe ich als Pressetour auf Einladung des Anbieters MAP-Erlebnis in Fischen gemacht. Ich habe für mich und meine beiden Kinder, die als „Fotomodelle“ dabei waren, also nichts bezahlt. Einige Fotos, darunter die, auf denen ich selbst zu sehen bin, hat unser Guide Fabian gemacht und mir zur Verfügung gestellt. Ansonsten besteht aber keine Verbindung zwischen mir und dem Anbieter; ich erhalte von ihm außer der kostenlosen Probetour weder Geld noch Sachleistungen.

So geht’s zu beim Iller-Rafting

An der Station des Anbieters in Bihlerdorf wurden die Boote auf einen Anhänger geladen und gemeinsam mit uns (im Kleinbus) zum Einstieg bei Fischen gefahren. Wie ihr auf dem Bild seht, gibt es drei Typen von Booten: Canadier für zwei bis drei Personen (unten), ein größeres Rafting-Boot für Gruppen und Familien (Mitte) und Kajaks (oben). Das gelbe Kajak fuhr unser Guide Fabian, für mich war ein rotes Rafting-Kajak dabei.

ein Stapel Rafting-Boote

Zunächst galt es aber, die mitgebrachten Badesachen, Neoprensocken und einen Neoprenanzug anzuziehen. Neoprenkleidung braucht es unbedingt, denn das Wasser der Iller ist ganz schön kalt; bei unserem Ausflug hatte es gerade einmal 6°C.

So ein Anzug ist unglaublich eng, man sitzt darin wie die Wurst in der Pelle. Drüber kommen noch mitgebrachte Sportschuhe, eine Schwimmweste und ein Helm. Mit dieser Ausrüstung kam ich schon vor der Fahrt tüchtig ins Schwitzen.

Am Parkplatz an der Iller angekommen, bekamen wir eine kurze Einweisung: Im Canadier paddelt man mit Kurzpaddeln, einer rechts, einer links. Wer hinten sitzt, steuert, wer vorne sitzt, paddelt auf Kommando. Auf dem großen Boot steuert der Guide, der darauf mitfährt. Im Kajak paddle ich allein mit meinem Doppelpaddel. Wer ins Wasser fällt, soll das Paddel festhalten, denn sonst ist es weg. Ansonsten sollen alle den Anweisungen des Guides folgen.

Klingt einfach. Na, dann los!

Der Start beim Rafting war buchstäblich ein Reinfall

Schritt 1 war tatsächlich einfach: Boote ins Wasser tragen und sich reinsetzen.

Einstieg zum Iller Rafting bei Fischen

Schritt 2: Losfahren. Allerdings hatte ich unterschätzt, wie kippelig so ein On-top-Kajak bei einer gewissen Strömung ist. Ich war prompt die erste, die bei der Rafting-Tour unfreiwillig baden ging. Die einzige bin ich zwar nicht geblieben, aber als Einstieg war das trotzdem uncool.

gekentertes Rafting-Kajak in der Iller

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt (danke, Fabian!), hielt ich brav das Paddel und mich am Kajak fest. Blöd ist nur, dass einem dann die dritte Hand fehlt, um das Boot wieder umzudrehen. Das übernahm dann Fabian für mich, sodass ich zwar unelegant, aber dafür sicher wieder an Bord klettern konnte. Immerhin saß nach dem Bad in der Iller der Neoprenanzug deutlich besser und ganz so heiß war mir auch nicht mehr. Kurzes Verschnaufen.

Raftinggruppe auf der Iller

Das erste Wehr meisterte ich ohne weitere Peinlichkeiten und konnte dann von einer Kiesbank aus die Nachfahrenden fotogafieren.

Raftingboot auf der Iller im Allgäu
Kajak auf Kiesbank

Am ersten Wehr gehen alle baden

Diese Stelle ist perfekt, um zu Fuß illeraufwärts übers Wehr zu gehen und es dann schwimmend nochmals zu überqueren. Wir legten daher eine Badepause der besonderen Art ein.

Raftinggruppe beim Badengehen

Man watet bis etwa zur Mitte des Flusses, was wegen der starken Strömung gar nicht so einfach ist. Wo sie einem sowieso die Füße wegzieht, legt man sich auf den Rücken, streckt die Beine aus, zieht die Füße an und lässt sich hinunterspülen. Das sieht lustig aus, ist aber der sicherste Weg über diese „Wasserrutsche“.

Wasserrutsche am Illerwehr

Das macht Spaß! Nach dem Auftauchen hatte ich allerdings Mühe, die Kiesbank wieder zu erreichen. Die Strömung ist wirklich heftig und mit Schuhen schwimmt es sich schlecht.

Langweilig wird es beim Raften nicht

Auf einem ruhigeren Illerabschnitt paddelt es sich entspannt dahin.

Kajak und Canadier beim Rafting auf der Iller

Das währt aber nur kurz. Mal gilt es, Felsen zu umschiffen, mal einem Baum auszuweichen, der weit übers Wasser hängt. Mal sind Stromschnellen zu passieren, dann wieder ein Wehr oder eine Brücke. Da sind Konzentration, Nerven und Muskeln gefragt.

Vor einem größeren Wehr landeten wir an; inzwischen waren alle so geübt, dass das einwandfrei klappte. Dann wurden die Boote über Land um das Wehr herumgetragen, nur unser Guide machte sich den Spaß, es mit seinem Kajak zu durchfahren. Bei ihm sieht das sehr elegant und ganz einfach aus.

Eine letzte Brücke und ein paar Stromschnellen liegen nun noch zwischen uns und dem Ausstieg. Das gibt noch ein paar ordentliche Spritzer … und sieht doch cool aus, oder?

raftende Reiseführerautorin

Regen ist beim Rafting übrigens tatsächlich kein Problem; in der Raftingmontur und bei den ganzen Spritzern merkt man die zusätzlichen Tropfen kaum. Deswegen habe ich es auf meine Liste der besten Regenwetter-Unternehmungen im Allgäu aufgenommen.

Allgäu Rafting im Regen

So, das war’s. Am Ausstieg bei Bihlerdorf wartete der Anhänger auf uns, damit wir die Boote aufladen konnten. Wie ein Rudel blau-gelber Pinguine watschelten wir die fünf Minuten bis zur Station zurück, wo wir uns wie überreife Bananen aus dem Neopren schälten. Geschafft!

Mein Fazit zu meiner ersten Raftingtour

Es war ein echtes Abenteuer und hat Spaß gemacht, ich bin froh, das ich das einmal ausprobiert habe. Mein neues Hobby wird das Raften aber nicht, dafür ist es mir dann doch zu sportlich. Auf dem großen Schlauchboot mit Guide an Bord fährt es sich natürlich deutlich gemütlicher, aber das wäre mir vermutlich zu langweilig 🙂

Zum Organisatorischen: Für eine Tour, wie ich sie beschrieben habe, müsst ihr etwa 3,5 Std. einkalkulieren. Im bzw. auf dem Wasser verbringt ihr davon knapp zwei Stunden.

Ich fand das junge Team von MAP-Erlebnis sehr sympathisch und habe mich gut betreut gefühlt. Es gibt aber auch noch andere Anbieter von Raftingtouren im Allgäu.

Rafting auf der Iller - Abenteuer Allgäu
Blick auf Forggensee und Berge auf der Radtour Kaufbeuren-Füssen

Radtour Kaufbeuren – Füssen: Genussradeln mit toller Aussicht

Etwa 45 km lang ist die Radtour Kaufbeuren – Füssen. Die Strecke ist gut ausgeschildert, erfreulich flach und besonders in der zweiten Hälfte landschaftlich ungemein reizvoll.

Beschildert ist die Strecke mit dem Symbol der Radrunde Allgäu, einem dynamischen weißen Rad auf blauem Grund (auf dem Foto unten in der Mitte). Die letzte Etappe dieses insgesamt 450 km langen Radfernwegs führt von Füssen über Kaufbeuren nach Bad Wörishofen. Wir sind einen Teil dieser letzten Etappe gefahren, aber in der anderen Richtung: von Kaufbeuren in Richtung Berge. So herum bietet die Strecke auf jeden Fall die bessere Aussicht.

Wegweiser Dampflokrunde und Radrunde Allgäu

Ein Teil dieser Strecke ist deckungsgleich mit der Dampflokrunde, die auf den ehemaligen Bahnstrecken von Marktoberdorf nach Lechbruck und von Kaufbeuren nach Schongau verläuft.

So schön ist die Radtour Kaufbeuren – Füssen

Wir sind vom Kaufbeurer Bahnhof aus gestartet und folgen der Bahntrasse bis Biessenhofen.

Radweg entlang der Bahn von Kaufbeuren nach Biessenhofen

Von dort geht es weiter über Ebenhofen in Richtung Marktoberdorf, dessen Schloss samt Kirche auf diesem Bild (rechts) schon zu erkennen sind.

Radweg von Ebenhofen mit Blick auf Marktoberdorf

Eigentlich führt der Weg ziemlich schnurgerade durch Marktoberdorf, aber wir haben einen kleinen Schlenker zum Künstlerhaus gemacht. Die Fahrradskulptur im Hof passte so gut zum Tag.

Künstlerhaus Marktoberdorf mit Fahrradskulptur

Im Künstlerhaus Marktoberdorf gibt es übrigens immer wieder interessante Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, auch Vorträge, Führungen und Workshops. Ein Besuch lohnt sich; allerdings vielleicht nicht unbedingt anlässlich einer Radtour.

Von Marktoberdorf bis Roßhaupten

Nach der Durchquerung Marktoberdorfs führt der Radweg nach Osten, der B16 entlang bzw. auf die ehemalige Bahnstrasse Richtung Lechbruck.

Radweg der Dampflokrunde bei Marktoberdorf

Ab hier geht es durch Wald und über Wiesen, mal näher an, mal weiter weg von der Bundesstraße.

Radweg Kaufbeuren - Füssen bei Rieder

Dieses Stück Dampflokrunde habe ich bereits anlässlich meiner Familien-Radtour von Marktoberdorf nach Sameister beschrieben. Es ist auch im Frühling sehr schön!

Weiter geht es in Richtung Südosten, zum Stöttener Moos.

Radweg An der B16 bei Stötten am Auerberg
im Stöttener Moos am Auerberg

Ab Steinbach entfernt sich der Radweg von der Straße, hier beginnt der landschaftlich schönste Teil der Radtour Kaufbeuren – Füssen. Das Bergpanorama rückt immer näher!

Auf der Dampflokrunde bei Steinbach

Das sind die Frühlingsfarben im Allgäu: Grün, Gelb, Blau!

Auf der Radtour Kaufbeuren - Füssen zwischen Steinbach und Roßhaupten

Die Dampflokrunde führt ja weiter nach Lechbruck, wir aber wollen weiter in Richtung Roßhaupten. Daher folgen wir dem Radweg erst ein Stück entlang der St2059, unterqueren diese dann aber und machen eine Spitzkehre kurz nach dem Weiler Lusse mit dem Lokal Claudia Via. Nun geht es wieder zur B16, die wir bei Roßhaupten unterqueren, um in den Ort zu gelangen. Es ist Zeit fürs Mittagessen!

Wir haben uns für eine Einkehr Beim Lipp in Roßhaupten entschieden, weil so schönes Draußensitz-Wetter und der Biergarten so einladend war.

Biergarten Beim Lipp in Roßhaupten

Ein angenehmer Ort für eine Pause …

Im Biergarten Beim Lipp in Roßhaupten

Das Essen war gut und der Service freundlich.

Krautkrapfen

Die Adresse werde ich mir merken!

Gasthaus Beim Lipp in Roßhaupten

Von Roßhaupten bis Füssen

Nach der genussvollen Pause geht es mit dem Radlgenuss weiter. Den sagenhaften Blick vom südlichen Ortsende von Roßhaupten auf den Forggensee habt ihr ja im Titelbild schon gesehen. Ich zeige ihn trotzdem nochmal, weil ich ihn gar so schön finde. Das steinerne Kreuz steht übrigens schon seit 1630 an dieser Stelle.

Radtour Kaufbeuren - Füssen - Wegstück bei Roßhaupten

Wir überqueren wieder einmal die B16 und fahren über die Tiefentalbrücke, wo der niedliche Drache sitzt, der sich immer gerne fotografieren lässt.

Drache an der Tiefentalbrücke

Er erinnert an die Legende des Heiligen Magnus, der am Tiefental einen Drachen bekämpft und (natürlich) besiegt haben soll.

Nach der Brücke geht es abwärts, in Richtung See.

Am Forggensee bei Dietringen

Das ist übrigens eine meiner Lieblings-Fotostellen, an der komme ich nicht vorbei, ohne ein Bild zu machen. Hier war ich auch im Sommer 2018, als der Forggensee so leer war wie nie zuvor; von dieser Forggensee-Wüsten-Tour habe ich faszinierende Bilder mitgebracht.

Jetzt ist aber erst einmal Zeit für den Kaffee nach dem Essen. Da bietet sich das Café Zur SeeLust in Dietringen an. Es ist sehr nett und hat auch einen kleinen Badestrand. Bei großem Andrang müsst ihr euch an der Selbstbedienungstheke aber auf gewisse Wartezeiten einstellen.

Kaffeepause auf der Radtour Kaufbeuren - Zur SeeLust

Nach Dietringen führt uns der Weg erst ein Stückchen weg vom See,

Auf der Radtour Kaufbeuren - Füssen bei Rieden am Forggensee

und dann hinunter auf der Forggensee-Radweg. Dieser ist deutlich befahrener als unsere bisherige Strecke und führt auch am Festspielhaus vorbei. Noch ein Fotopunkt, an dem ich nicht vorbeikomme: Die Buchsbäume des Barockgartens bilden eine perfekte Sichtachse auf Schloss Neuschwanstein.

Blick durch den Barockgarten am Festspielhaus auf Neuschwanstein

Das sieht doch auch ohne Wasser im See gut aus, oder?

Kurz darauf erreichen wir Füssen-Nord und folgen den Radwegschildern durch Wohngebiete bis ins Zentrum. Ziel erreicht!

Endpunkt der Radtour Kaufbeuren - Füssen - die Füssener Altstadt

Zeit für einen Altstadtspaziergang haben wir uns auch genommen. Der Quaglio-Blick auf die Altstadt mit der St. Mang-Kirche dem Hohen Schloss ist ebenfalls ein super Foto-Punkt. Allerdings muss hier mal mit der Gartenschere nachgearbeitet werden!

der Quaglio-Blick auf die Altstadt von Füssen

Der Quaglio-Blick heißt so, weil der italienische Maler Domenico Quaglio genau aus dieser Perspektive die Füssener Altstadt gezeichnet hat. Den besten Blick auf das St. Mang-Kloster hat man dagegen vom jenseitigen Lechufer.

Das Kloster St. Mang in Füssen

In den Räumen des Klosters ist heute das Museum der Stadt Füssen untergebracht. Der Besuch lohnt sich schon allein wegen der herrlichen barocken Ausstattung von Lesezimmer, Bibliothek, Speisesaal und Kaisersaal. Aber auch die Ausstellungen zur Stadtgeschichte sind interessant. Etwas gruselig ist der gemalte Totentanz in der St. Anna-Kapelle, aber so war das halt im Barock: Schönheit und Tod lagen nah beinander.

Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit schöner Radtour, gutem Essen und nettem Stadtbummel, die ich euch gerne weiterempfehle. Zurück haben wir die Bahn genommen; von Füssen geht stündlich ein Zug Richtung München, der auch in Kaufbeuren hält.

Falls ihr im Raum Füssen weitere Radtouren unternehmen möchtet: Die Radrunde um den Forggensee ist ebenfalls leicht zu fahren und landschaftlich reizvoll; am wenigsten los ist dort im frühen Frühjahr und im Spätherbst.

Radtour Kaufbeuren - Füssen


Schön für Familien und Naturfreunde: der Panoramaweg Oy-Mittelberg

Über den Panoramaweg Oy-Mittelberg zu spazieren ist zu jeder Jahreszeit schön, im Frühling, zur Zeit der Löwenzahnblüte, aber ganz besonders. Ausgangspunkt unserer Runde ist der Wanderparkplatz in Mittelberg (47°38’35.0″N 10°26’14.0″E). Von hier habt ihr bereits Blick auf die Kirche St. Michael, an der sich ebenfalls ein kleiner Parkplatz befindet.

St. Michael in Mittelberg im Allgäu

Wir gehen die blau eingezeichnete Route, die etwa 5 km lang ist, die Gehzeit beträgt etwa 1,5 Stunden.

Karte zum Panorama-Rundwanderweg in Oy-Mittelberg

Mit Kindern dauert es wahrscheinlich länger, denn im ersten Drittel der Strecke liegen gleich zwei Spielplätze. Der erste ist dieser hübsche Duft- und Spielgarten für kleinere Kinder.

Eingang zum Spiel- und Duftgarten Oy-Mittelberg

Die wenig befahrene Straße führt daran vorbei in Richtung Kurklinik.

Weg zur Kurklinik Oy-Mittelberg

An der Kurklinik liegt ein großzügiger Abenteuerspielplatz, den auch Kinder bespielen dürfen, die nicht in der Klinik untergebracht sind.

Spielplatz an der Reha-Klinik Oy-Mittelberg

Beide Spielplätze haben es übrigens verdientermaßen auf meine Liste der schönsten Spielplätze im Allgäu geschafft. Falls ihr keine Kinder dabei habt (oder sie aufs Hexenwäldchen vertrösten könnt), folgt ihr der kleinen Straße einfach weiter.

Wanderweg bei der Kurklinik in Oy-Mittelberg

Die Straße geht bald in einen Feldweg über, und dann beginnt der landschaftlich reizvollste Teil der kleinen Wanderrunde. Hier könnt ihr erstmals erahnen, warum der Weg Panoramaweg Oy-Mittelberg heißt: Von hier aus könnt ihr schon den Grünten sehen.

Grüntenblick vom Panorama-Rundwanderweg Oy-Mittelberg

Ist das nicht idyllisch?

Wanderweg durch das frühlingshafte Allgäu bei Oy-Mittelberg

Der Feldweg endet an einem Wiesengatter, das ihr durchquert, und führt ein Stück weiter über eine Wiese, an deren Rand ihr nach oben steigt und das Gatter quert, das ihr auf dem folgenden Foto seht. Das ist das einzige Stück, das mit dem Kinderwagen etwas schwieriger zu begehen ist; davor und danach ist der Rundwanderweg absolut kinderwagengeeignet.

Aufstieg über die Wiese zum Panoramaweg Oy-Mittelberg

Auf dem Panoramaweg Oy-Mittelberg

An der Hütte wendet ihr euch nach rechts; nun seid ihr auf dem eigentlichen Panoramaweg angekommen.

auf dem Panoramaweg Oy-Mittelberg

Er steigt noch ein wenig an, und dann gibt es tatsächlich jede Menge Panorama zu sehen.

Panoramablick vom Panoramaweg Oy-Mittelberg

Auf dem Panoramaweg Oy-Mittelberg unterwegs

Nach Norden schweift der Blick über den Rottachsee bis nach Kempten.

Blick vom Panoramaweg Oy-Mittelberg über den Rottachsee nach Norden

Im Süden lassen sich hinter den grünen Hügeln im Dunst Pfronten und der Breitenberg erkennen.

Blick vom Panoramaweg Oy-Mittelberg nach Süden

Die gelben Löwenzahnblüten drängen sich richtig in den Vordergrund, findet ihr nicht?

Löwenzahnblüte

An dieser Stelle zweigt der Panorama-Rundweg nach links ab.

Abzweigung am Panoramaweg Oy-Mittelberg

Bald danach kommt der Durchblick-Rahmen in Sicht, an dem man natürlich unbedingt ein Foto machen muss:

Durchblick am Panoramaweg Oy-Mittelberg

Anschließend mäandert der Weg gemütlich vor sich hin, …

auf dem Panoramaweg Oy-Mittelberg im Frühling

… bis zum Hexenwäldchen, auf das sich die Kinder schon gefreut haben.

Eingang zum Hexenwäldchen am Panoramaweg Oy-Mittelberg

Hier wohnt tatsächlich eine kleine Hexe, ihr Häuschen könnt ihr besuchen und darin spielen. Auch sonst gibt es für Kinder einiges zu entdecken, aber mehr verrate ich dazu nicht, sonst ist es ja nicht mehr spannend.

Hexe mit Hexenhäuschen im Hexenwäldchen

Wenn ihr vom Hexenwäldchen wieder zurück auf dem Weg seid, könnt ihr schon die buchstäblich größte touristische Attraktion (neben dem Panorama) des Panoramawegs sehen: die Wanderbank, die einige Hotels als Marketinggag gesponsert haben.

Allgäu-Wanderbank bei Mittelberg

Sie ist wirklich ziemlich groß und auf jeden Fall ein dankbares Fotomotiv. Von hier habt ihr nur noch ein kurzes Stück zu gehen.

Kirche St. Michael in Mittelberg vor Bergpanorama

Noch ein letzter Panoramablick, dann geht es zurück zum Parkplatz.

Frühling in Oy-Mittelberg

Falls ihr nach dem Spaziergang über den Panoramaweg Oy-Mittelberg eine Kaffepause einlegen möchtet, empfehle ich das Café Gebath in Oy. Der Kuchen aus der hauseigenen Konditorei ist ausgezeichnet.

Panoramaweg Oy-Mittelberg

Falls ihr gerne Wege mit Aussicht geht, gefällt euch bestimmt auch die Wanderung über den Römerweg zum Auerberg. Oder wollt ihr gleich das ganz große Panorama? Dann wird euch diese Tour über den Hochgrat begeistern.

Original Allgäuer Kässpatzen - nah dem familieneigenen Käsespätzle-Rezept

So schmeckt das Allgäu: Unser Lieblings-Käsespätzle-Rezept

Kässpatzen oder Käsespätzle, wie man im Westallgäu sagt, sind DAS Allgäuer Leibgericht. Auch mein Mann bereitet sie gerne zu, und zwar nach dem Käsespätzle-Rezept, das in seiner Familie über Generationen weitergegeben wurde. Ich persönlich finde, dass mein Mann die besten Kässpatzen überhaupt macht. Ob das stimmt, könnt ihr selbst ausprobieren, denn ich verrate euch, wie es geht:

Unser Original-Allgäuer-Käsepätzle-Rezept für 4 Personen

Das braucht ihr an Gerätschaften:

  • einen großen Topf (5 l) für die Spätzle
  • einen kleinen Topf, um die Zwiebeln anzurösten
  • einen Spätzlehobel
  • eine Käsereibe
  • einen Kochlöffel
  • einen Schaumlöffel
  • ein Küchenmesser
  • eine Rührschüssel und eine weitere Schüssel
  • eine Keramikschüssel

Das braucht ihr an Zutaten:

  • 6 – 8 Eier
  • ca. 1/4 l Milch
  • 600 g Spätzlemehl
  • Käse: 250 g Bergkäse, 200 g Romadur, 100 g Weißlacker
  • 2 Zwiebeln
  • etwas Butter und Salz

Zeitbedarf: etwa 30 – 40 Minuten

So werden die Kässpatzen zubereitet: eine Anleitung in 10 Schritten

Schritt 1: Zunächst richtet ihr die Gerätschaften her. Dann bringt ihr 3 – 4 l Wasser im großen Topf mit etwas Salz zum Kochen.

Töpfe und Spatzenhobel - Gerätschaften zur Zubereitung von Allgäuer Käsespätzle
Spatzenhobel auf Topf mit kochendem Wasser

Schritt 2: Während das Wasser erhitzt wird, schält und schneidet ihr die Zwiebeln klein, um sie bei niedriger Hitze mit etwas Butter anzurösten.

Zwiebeln schneiden
Zwiebeln andünsten

Schritt 3: Ihr reibt den Bergkäse und würfelt den Romadur und den Weißlacker.

Bergkäse hobeln
Romadur würfeln

Schritt 4: Nun schlagt ihr die Eier in die Rührschüssel auf und gebt die Milch dazu. Man kann die Milch auch zur Hälfte durch Wasser ersetzen.

Eier aufschlagen
Milch zu aufgeschlagenen Eiern geben

Schritt 5: Ihr fügt etwas Salz und das Mehl hinzu und verquirlt alles zu einem Teig.

Salz zugeben
Spätzlemehl zu Eiern und Milch geben
Spätzleteig rühren

Der Teig sollte zähflüssig, aber nicht zu dick sein. Bei Bedarf gebt ihr noch etwas Milch hinzu. Das ist der Nachteil an unserem Käsespätzle-Rezept: Da es innerhalb der Familie weitergegeben wurde, geht viel nach Gefühl und nicht nach Gramm.

Teigbeschaffenheit prüfen - Spätzleteig nach dem Käsespätzle-Rezept unserer Familie

Schritt 6: Mittlerweile sollte das Wasser im großen Topf kochen. Ihr füllt nun eine Portion Teig in den Spätzelhobel und hobelt ihn zügig durch.

Spätzleteig in Spätzlehobel einfüllen
Spätzle hobeln

Schritt 7: Ihr schließt den Topf mit dem Deckel und lasst die Spätzle kurz aufkochen, bis sie richtig schäumen. Dann nehmt ihr den Deckel wieder ab und seiht die Spätzle in die Kässpatzenschüssel ab.

Spätzle abseihen

Schritt 8: Anschließend gebt ihr den gehobelten bzw. gewürfelten Käse auf die Spätzle und stellt die Kässpatzen bei. ca. 70°C in den Ofen. Der Käse soll dort schmelzen.

Käse auf Spätzleschicht füllen

Schritt 9: Ihr wiederholt die Schritte 7 und 8.

Spätzlehobel auf Topf mit Spätzle

Schritt 10: Ihr gebt die zweite Schicht Spätzle in die Kässpatzenschüssel und hebt sie unter den inzwischen geschmolzenen Käse.

Spätzle unter den geschmolzenen Käse heben

Damit sind die Käsespätzle fertig und können portioniert und mit etwas gerösteten Zwiebeln darauf serviert werden. Ich persönlich gebe gern noch geschrotenen Pfeffer darauf. Ganz frisch schmecken sie am besten! Als Beilage wird übrigens traditionell Rettichsalat oder Feldsalat dazu gegessen.

Guten Appetit!

Noch ein Tipp zum Spülen: Die klebrigen Teigreste entfernt ihr am besten sofort mit kaltem Wasser aus der Schüssel und dem Hobel.

Echte Allgäuer Kässpatzen - unser Käsespätzle-Rezept

Wie findet ihr unser Käsespätzle-Rezept? Ich bin gespannt auf euer Feedback!

Aber eines stelle ich gleich klar: Das ist und bleibt das einzige Rezept auf diesem Blog. Schließlich bin ich Reisebloggerin und Reiseführerautorin, keine Foodbloggerin 🙂 Essen beschäftigt mich in dieser Funktion eher als Gast im Lokal. Falls ihr euch für gute Lokale im Allgäu interessiert, empfehle ich euch meine Posts Gut essen in Kempten und Gut essen in Marktoberdorf.

Blick auf die Altstadt von Isny aus dem Wassertor-Turm

Isny erleben: auf Zeitreise im Wassertor-Museum

Isny ist mit seinem mittelalterlichen Stadtkern ein besonders hübsches Städtchen und hat für Kultur- und Geschichtsfans einiges zu bieten. Sehr gut gefallen hat mir die Führung durch das Museum im Wassertor, bei der man sich vom Verlies im untersten Geschoss bis zur ehemaligen Türmerwohnung nach oben und damit durch die Stadtgeschichte bewegt. Die Führung fand anlässlich des Frühlingsmarktes zum ersten Mal in diesem Jahr statt, ansonsten wird sie von Mai bis Oktober jeden dritten Samstag im Monat um 14 Uhr angeboten (Kosten: 3 Euro).

Eine Führung durch das Wassertor-Museum in Isny

Durch das Wassertor gelangt man von Nordosten, aus der früheren Wasservorstadt, in die Altstadt. Erbaut wurde es im 13. Jahrhundert, als Isny seine Stadtmauer erhielt.

das Wassertor in Isny - Eingang zur Altstadt

Der Eingang zum Wassertor-Museum liegt hinter dem Tor auf der linken Seite, auf der Rückseite der Nikolaikirche und oberhalb des Torbogens.

Eingang zum Wassertor-Museum in Isny

Gehe zuerst ins Gefängnis …

Die Führung beginnt im Verlies. Das hatte früher gar keine Tür, sondern nur ein Loch in der Decke, durch das die Gefangenen abgeseilt wurden. Von dieser Praxis stammt übrigens der Ausdruck „jemanden ins Loch stecken“.

Das Gefängnis im Wassertor in Isny

Den Gefangenen, die in diesem ungemütlichen und kalten Raum teilweise mehrere Wochen lang ausharren mussten, war verständlicherweise recht langweilig. Außer der Kreuzigungsszene an der Wand gab es nichts zu sehen und zu tun gab es auch nichts. Deswegen verzierten sie die Wände mit diversen Graffiti. Von manchen kennt man die Geschichte.

Mathias Gebhart zum Beispiel wurde 1623 auf die Klage eines Isnyer Bürgers ins Loch gesteckt. Er hatte nämlich die Tochter des Klägers geschwängert, wollte sie aber nicht heiraten. Nach vier Wochen im Loch überlegte er sich anders und willigte doch ein, das Mädchen zu ehelichen.

Graffito Mathias Gebhart im Wassertor-Gefängnis in Isny

Der Herr, der sich einige Jahrzehnte früher recht fidel mit seinem Trinkpokal an der gegenüberliegenden Wand verewigt hatte, saß möglicherweise wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit ein. Zeit zum Ausnüchtern hatte er offensichtlich genug, jedenfalls hinterließ er eine eine ziemlich detaillierte Zeichnung.

Graffito im Isnyer Stadtgefängnis

Früher führte der Eingang in den Turm über eine Holzstiege auf der Außenseite in den ersten Stock. Heute gelangt man dorthin über die nachträglich eingebaute Treppe aus dem Verlies.

Drei Etagen Stadtgeschichte

Die Ausstellung im ersten Stock widmet sich der Feuerwehr(geschichte). Im Mittelalter mussten die Bürger selbst zum Löschen ran, denn eine eigentliche Feuerwehr gab es nicht. Jeder Haushalt verfügte über einen Löscheimer, so dass bei Bedarf eine Löschkette gebildet werden konnte. Solche Löscheimer (in der Wandnische) waren damals übrigens beliebte Hochzeitsgeschenke.

Feuerwehrausstellung im Wassertor in Isny

Dass die Feuerwehr oft nicht viel ausrichten konnte, bekam die Stadt Isny beim großen Brand von 1631 schmerzhaft zu spüren, der 80 Prozent der Gebäude zerstörte.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich eigene Feuerwehrvereine, oft aus bestehenden Turnvereinen heraus. Um mit dem damaligen Gerät hantieren zu können, musste man wohl auch ganz schön sportlich sein. Falls ihr euch für Feuerwehrgeschichte und -geräte interessiert, empfehle ich euch übrigens einen Besuch im Feuerwehrmuseum in Kaufbeuren.

In den beiden nächsten Stockwerken geht es um den Wirtschaftszweig, der Isny im Mittealter reich gemacht hatte: den Flachsanbau und die Leinenweberei. Von der Ernte der Flachspflanzen bis zur Erzeugung eines Flachszopfes, der am Spinnrad weiterverarbeitet werden kann, sind erstaunlich viele und aufwendige Arbeitsschritte erforderlich.

Flachsanbau in Isny - Ausstellung im Wassertor-Museum
Webstuhl im Wassertor-Museum in Isny

Bei dieser Führung hatten wir das Glück, den Webstuhl in Aktion vorgeführt zu bekommen, nämlich von der Weberin Stefanie Jacobi. Von ihren Erklärungen habe ich nicht sehr viel verstanden, denn die Sache mit dem Webstuhl, den Kettfäden, den Pedalen und dem Muster ist wesentlich komplizierter als ich es von meinem Schulwebrahmen kannte. Aber die Vorführung war sehr beeindruckend und das Ergebnis (ein weißes Handtuch mit Borte) sehr hübsch.

Zimmer mit Aussicht

In den beiden obersten Etagen des Wassertor-Turms lebte bis 1959 noch eine Familie, und zwar ohne fließendes Wasser. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen. Obwohl die kleine Wohnung im obersten Stock schon gemütlich aussieht.

Türmerwohnung im Wassertor-Turm in Isny
In der Türmerwohnung im Wassertorturm Isny

Toll ist natürlich der Blick auf Isny aus dem Turmzimmer – aber den habt ihr oben im Titelbild ja schon gessehen. Im Hintergrund seht ihr übrigens den kleinen Skihang von Isny; letzten Winter war er gut frequentiert.

Blick aus der Türmerwohnung im Wassertor auf Isny

Kleiner Rundgang durch Isny

Auch sonst gibt es im Städtchen manch hübschen Winkel zu entdecken. Etwa die Reste der Stadtmauer (hier am Espantor),

Espantor und Stadtmauer in Isny

den kleinen Kurpark,

Blick durch die Stadtmauer in den Kurpark Isny

oder die Altstadtgassen mit Blick auf den Blaserturm.

Blick auf den Blaserturm in Isny

Falls ihr euch für sakrale Kunst interessiert, solltet ihr auch einen Blick in die Kirche St. Georg und Jakobus werfen, die mit einer üppigen Rokoko-Ausstattung aufwartet.

Innenraum der Isnyer Kirche St Georg und Jakobus

Mir persönlich hat die wesentlich schlichtere evangelische Nikolaikirche mindestens genauso gut gefallen.

Innenraum der Nikolaikirche in Isny

Hier liegt auch der Zugang zur berühmten Predigerbibliothek. Sie kann ebenfalls nur im Rahmen einer Führung besucht werden, die aber jeweils an anderen Tagen stattfindet als die Führung durchs Wassertor-Museum.

Sehr sehenswert sind auch die Museen im Schloss Isny: In der Kunsthalle haben die Werke Friedrich Hechelmanns einen passenden Rahmen gefunden. In der Städtischen Galerie werden wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Isny im Allgäu - auf Zeitreise bei einer Führung durchs Wassertor-Museum


Kleine Radtour bei Bad Wörishofen - auf dem Rückweg

Kleine Radtour bei Bad Wörishofen für Entdecker und Genießer

Für Sportradler mag das vergleichsweise flache „Unterland“ langweilig sein, aber für Genussradler, Familien und Ältere ist es ideal. Ich habe hier eine kleine Radtour bei Bad Wörishofen für euch zusammengestellt, die zusätzlich einige Entdeckungen bereithält: vom Pestfriedhof über kleine Kapellen und ein Kräutercafé bis zu keltischen Hügelgräbern.

Radtour bei Bad Wörishofen - Radrunde mit Kapellen, Keltengräbern und Café

Der Startpunkt liegt im Süden der Kneippstadt am kleinen Wanderparkplatz an der Schlingener Straße unterhalb des Pestgottesackers. Falls dort alle Plätze besetzt sind, gibt es in der Parallelstraße (Am Hang) einen weiteren Parkplatz.

Teil 1 der Radtour bei Bad Wörishofen: Vom Pestacker bis Ingenried

Ein Stückchen südlich des Parkplatzs liegt eine kleine Gedenkstätte. Sie erinnert daran, dass auf diesem Gelände die zahlreichen Pesttoten der Jahre 1628 und 1629 begraben wurden. Früher stand dort eine Kapelle, die aber im Zuge der Säkularisation abgerissen wurde. Heute ist es ein schönes Plätzchen, dem man seine grausige Vergangenheit nicht ansieht.

die Pestacker-Gedenkstätte bei Bad Wörishofen

Vom Pestgottesacker geht es nun nach Süden, dann nehmt ihr die auf dem Bild zu erkennende Abzweigung nach rechts und folgt der Beschilderung nach Untergammenried.

Gammenried und seine Kapellen

Der kleine Abstecher nach Untergammenried lohnt sich wegen der Kapelle St. Rasso, einem beliebten Hochzeitskirchlein. Von außen wirkt sie unscheinbar:

Kapelle St Rasso in Untergammenried - Außenansicht

Im Inneraum überrascht sie durch eine üppige Rokokoausstattung, die noch dazu praktisch unverändert erhalten ist. Endstanden ist dieses Kleinod übrigens ab 1714 auf Initiative und Kosten von zwei unverheirateten und kinderlosen Brüdern aus dem Ort. Ein schönes Vermächtnis, oder?

Kapelle St Rasso in Untergammenried - Innenansicht

Von Untergammenried geht es nun wieder zurück auf den Radweg, der nach Obergammenried führt. Dort steht eine weitere Kapelle, deren Besichtigung ich euch ans Herz legen möchte:

Kapelle zur Hl Kümmernis in Obergammenried

Sie geht auf eine Votivkapelle aus dem Jahr 1645 zurück, wurde aber 1769 durch einen Neubau ersetzt und 1886 umgebaut. Pfarrer Kneipp persönlich weihte sie nach dem Umbau.

Ich fand sie aber vor allem wegen ihrer Entstehungsgeschichte interessant: Ein Bauer hatte sie errichten lassen, um seine Dankbarkeit für seine Rettung vor einem schrecklichen Tod auszudrücken. Im Jahr 1645, also noch mitten im Dreißigjährigen Krieg (und nicht sehr lange nach der schlimmen Pestepidemie) hatten Söldner den Ort geplündert, die Häuser angezündet und den armen Bauern an den Schwanz eines Pferdes gebunden, das sie zu ihrer Belustigung davonjagten. Davon erzählt dieses detailfreudige und anrührende Deckengemälde in der kleinen Kapelle:

Deckengemälde in der Kapelle zur Hl Kümmernis Obergammenried

Der rettende Lichtkegel geht übrigens von der Heiligen Kümmernis aus, zu welcher der Bauer in seiner Not gebetet hatte. Diese höchst interessante Heilige wollte gegen den Willen ihres Vaters jungfräulich bleiben und widersetzte sich der Heirat mit einem Heiden, indem sie darum bat, hässlich zu werden. Daraufhin wuchs ihr ein Bart. Ihr Vater war wegen dieser Insubordination so wütend, dass er sie kreuzigen ließ.

Von Obergammenried folgt ihr den gut beschilderten kleinen Sträßchen über Irpisdorf bis Ingenried.

Kaffeepause im Kräutercafé Ingenried

Hinter euch liegen 11 km und damit die Hälfte der Strecke unserer kleinen Radtour bei Bad Wörishofen – Zeit für eine kleine Stärkung. Dafür bietet sich das Café von Bertlies Adler im ehemaligen Pfarrhof von Ingenried an. Sie hat aus dem Pfarrhof einen Kräuterhof mit Kräutergarten gemacht. Aus den Kräutern bereitet sie unter anderem Tees mit vielversprechenden Namen zu. Ihr könnt euch zum Beispiel mit „Kräuterpower bleibt auf Dauer“ oder „Kraft aus dem Wald“ verwöhnen. Dazu gibt es beispielsweise gesunde Gundermanntorte (mit Gundermann aus dem eigenen Kräutergarten natürlich) oder leckeren Kirschkuchen.

das Kräutercafé Ingenried vom Kräutergarten aus gesehen

Ich habe mich allerdings etwas fantasielos mit einem Capuccino begnügt.

Kaffeepause im Café im Kräuterhof in Ingenried

Von Ingenried über Schlingen und Stockheim zurück nach Bad Wörishofen

Ingenried ist der südlichste Punkt unserer kleinen Radrunde. Von hier führt sie nach Nordosten, Richtung Schlingen.

Radweg von Ingenried nach Schlingen

Nach dem Waldstückchen überquert man die St 2015 und landet an einem sehr hübschen Tümpelbiotop, in dem es dieses Frühjahr sogar eine Biberburg zu bestaunen gibt.

Tümpelbiotop bei Schlingen im Unterallgäu
Biberburg bei Schlingen im Unterallgäu

Kurz danach biegen wir links ab und sehen Schlingen vor uns liegen.

Blick auf Schlingen im Unterallgäu von Süden

Am Ortseingang liegt links ein Infopunkt mit Schautafeln und Sitzbank. Von dort blickt ihr nämlich auf ein ehemaliges keltisches Gräberfeld, das teilweise als Bodendenkmal erhalten ist. Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr die kleinen runden Grabhügel.

Infopoint keltische Hügelgräber bei Schlingen

Von Schlingen fahrt ihr in Richtung Osten, zur Wertach. Hier folgt eine Staustufe auf die andere. Diese Bank steht am durch das Aufstauen entstandenen Frankenhofener See.

Am Frankenhofener See bei Bad Wörishofen

Von hier geht es weiter an der Wertach entlang nach Norden,

Radweg an der Wertach

bis ein Wegweiser nach Stockheim (nach links) zeigt. Am Ortsende biegt ihr wieder links auf diesen Radweg Richtung Bad Wörishofen ab.

Radweg von Stockheim nach Bad Wörishofen

Ihr fahrt an der Gartenstadt vorbei, unterquert diesmal die St 2015 und gelangt nach ein paar Minuten wieder an den Ausgangspunkt der kleinen Radtour bei Bad Wörishofen.

Falls ihr Ideen für weitere Radtouren im Allgäu sucht, empfehle ich euch meine Posts zur familiengerechten Radtour von Marktoberdorf bis Sameister und zur Radtour vom Illerursprung bis Kempten.