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Klausentreiben im Allgäu - gehörnter Klaus vor dem Pflegerschloss in Obergünzburg

Brauchtum im Allgäu: Bilder vom Klausentreiben Obergünzburg

Im Allgäu und überhaupt im Alpenraum haben sich viele uralte Bräuche erhalten, darunter das Klausentreiben. Der heidnische Ursprung dieses Brauchs ist sofort erkennbar, wenn nach Einbruch der Dunkelheit zottelig-vermummte Gestalten den Marktplatz stürmen. Sie tragen oft Hörner, in manchen Orten auch Masken, und große Schellen, deren Klang ihre Sprünge begleitet. Mit ihren Ruten teilen sie Hiebe gegen jene Vorwitzigen aus, die ihnen nicht schnell genug aus dem Weg gehen.

Was sich hinter dem Klausentreiben verbirgt

Ursprünglich sollten die wilden Gestalten wohl die Wintergeister oder andere böse Kräfte verscheuchen. In manchen Orten sind zum selben Zweck die Bärbele unterwegs, maskierte Gestalten, die als alte Frauen verkleidet sind. In wieder anderen Orten treten Klausen und Bärbele gemeinsam oder nacheinander auf. Es ist ja klar, dass sie gruslig aussehen müssen, damit die bösen Geister Reißaus nehmen.

Klausen mit blauem Licht

Durch das Wirken des Heiligen Magnus und anderer Missionare wurde das Allgäu gegen Ende des 8. Jahrhunderts zwar christianisiert, aber die alten Bräuche ließen sich die Einheimischen nicht austreiben. Deswegen wurden sie einfach umgedeutet: Die Bärbele heißen so, weil sie am Barbaratag (4. Dezember) unterwegs sind. Die Klausen gehören nun zur Entourage des Heiligen Nikolaus und treten daher in der Regel am 5. und/oder 6. Dezember auf.

Früher wurden junge Mädchen und Burschen von den Klausen teilweise recht wild angegangen. Heute ist das Treiben wesentlich zivilisierter. Kinder, die ein Nikolauslied singen oder ein Gedicht aufsagen, bekommen dafür Nüsse und Süßigkeiten geschenkt.

Kinder singen für Schokolade beim Klausentreiben

Bilder vom Klausentreiben Obergünzburg 2018

In Obergünzburg im Ostallgäu veranstaltet traditionell die Freiwillige Feuerwehr das Klausentreiben, und zwar am 5. Dezember. Bis 18 Uhr haben sich die erwartungsvollen Besucher auf dem Marktplatz eingefunden, die Kinder sind oft schon recht aufgeregt. Die Klausen haben sich vor dem Heimatmuseum gesammelt und stürmen dann herbei … das ist schon eindrucksvoll!

KLausentreiben Obergünzburg - die Klausen stürmen zum Marktplatz

Die modernen Geistervertreiber posieren auch mal für ein Foto, wenn man lieb fragt.

drei weilde Gesellen beim Klausentreiben Obergünzburg 2018

Gehörnter Gesell beim Klausentreiben

Klausen vor dem Obergünzburger Rathaus

Sie mischen sich unters Volk, tätscheln den ein oder anderen mit der Rute und fordern mutige Kinder zum Singen auf. Notfalls akzeptieren sie auch Feliz Navidad als Sangesgabe, wie ich dieses Jahr festgestellt habe. Aber ein bisschen unheimlich bleiben sie doch, die vermummten Gestalten …

Klausentreiben in Obergünzburg

Allgäuer Klaus mit Geweih

Glücklicherweise verkauft die Freiwillige Feuerwehr auch Glühwein und Bratwürste als Nervennahrung. Und so verbringen die Einheimischen inmitten der Fellträger einen fröhlichen Abend, bis die Geistervertreiber sich zurückziehen und die Kinder ins Bett müssen.

Klausentreiben Obergünzburg 2018

Der Nikolaus kommt in Obergünzburg meist etwas später, nämlich zum Weihnachtsmarkt. Ein paar Klausen sind dann auch wieder dabei.

Klausentreiben im Allgäu - Obergünzburg

Deutlich gruseliger geht es übrigens bei Börwang brennt zu, einer Klausenveranstaltung, die alle vier Jahre stattfindet. Dorthin würde ich Kindergartenkinder jedenfalls nicht mitnehmen. Falls ihr mehr von Obergünzburg sehen möchtet, gefällt euch vielleicht mein fotografischer Streifzug durch diese liebenswerte Günztalgemeinde.

Börwang brennt 2018 - feuriges Klausentreiben im Allgäu

Börwang brennt – schaurig-schönes Treiben der Klausen und Perchten

Börwang brennt ist eine junge Veranstaltung, die an altes Allgäuer Brauchtum anknüpft und seit 2010 im Vier-Jahres-Rhythmus stattfindet. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal dort und bin höchst beeindruckt von dem gewaltiges Spektakel, das der Börwanger Klausenverein auf die Beine stellt. 450 Mitwirkende aus 26 Brauchtumsvereinen aus dem Alpenraum verwandeln die 1700-Einwohner-Gemeinde bei Kempten in einen feurigen Hexenkessel, der tausende Besucher anzieht.

Börwang brennt 2018

Börwang brennt versammelt Klausen-, Krambus-, Bärbele- und Perchtengruppen aus dem Alpenraum, um gemeinsam altes Brauchtum in modernisierter Form zu pflegen. Nach dem Umzug gibt es eine große Party im Festzelt, das gehört schließlich zur Brauchtumspflege dazu.

gruseliger Krampus bei Börwang brennt

Eindrücke von Börwang brennt 2018

Nach Einbruch der Dunkelheit ziehen wilde Gestalten in schaurigen Masken durch den Ort. Börwangs Klausen sind traditionell in Pelze gehüllt und wirken mit ihren Hörnern wie haarige Wikinger.

Klausentreiben bei Börwang brennt

Auch diese Gruppe aus dem Kleinwalsertal (D’Bommera) ist sehr traditionell unterwegs. Die Bommera sind die großen Schellen, die sie umgebunden haben. Sie machen einen erstaunlichen Lärm!

Krampus aus dem Kleinwalsertal mit Bommera

Die Penzberger Beaschdn hatten eine eigene Musikgruppe dabei.

Penzberger Beaschdn - Musikgruppe bei Börwang brennt 2018Die diversen Krampusgruppen waren dagegen ziemlich gruselig unterwegs. Neben denen sehen die Orks aus dem Herrn der Ringe ja beinahe harmlos aus!

gruseliger Krampus mit Hörnern

Teuflische Assoziationen sind hier zutreffend: Die Schluchtetuifl Biberwier aus Reutte in Tirol haben sich beim Höllenfürsten den Dreizack abgeguckt.

Krampus mit Dreizack bei Börwang brennt

Dieser Krampus kommt aus Kärnten und trägt eine besonders hübsche Maske.

Krampus aus Kärnten bei Börwang brennt 2018

Aus Türkheim war eine ganz feurige Krampustruppe angereist.

Krampusgruppe mit Fackeln bei Börwang brennt 2018

Leider sind diese Dämonenvertreiber höllisch schwer zu fotografieren. Ich hoffe, ich konnte euch trotzdem einen Eindruck von Börwang brennt vermitteln. Für Zartbesaitete und kleinere Kinder würde ich es nicht empfehlen, allen anderen aber schon. Falls der Umzug 2022 wieder stattfindet, gehe ich garantiert wieder hin!

Hintergrundinfo: Klausen, Bärbele und Perchten

Das Klausen- und Bärbeletreiben ist ein Brauch, der im Alpenraum und damit auch im Allgäu seit Jahrhunderten gepflegt wird. Er hat vorchristliche Wurzeln und diente ursprünglich wohl dazu, böse Geister zu vertreiben. Die Idee dahinter: Furchterregende Verkleidungen und wildes Auftreten sollte die Klausen so schrecklich wirken lassen, dass selbst die Geister vor ihnen fliehen. Bei so einem Anblick klappt das sicher ganz gut:

Strasswalchner Krampus bei Börwang brennt

Später wurden die Klausen (in Oberbayern und Österreich heißen sie Krampus) christianisiert: Sie treten rund um den Nikloaustag und oft im Gefolge des Heiligen auf. Früher teilten sie dabei auch ordentlich Rutenhiebe an vorwitzige Kinder und Jugendliche aus, aber das ist heute ziemlich gemäßigt.

Die Bärbele sind einen Tag früher unterwegs, nämlich am 4. Dezember, dem Barbaratag. Sie haben Besen dabei, mit denen sie symbolisch den Ort vom Bösen reinigen.

Dann gibt es noch die Perchten. Das sind Geisterwesen, die in den Rauhnächten vom 25. Dezember bis zum 6. Januar unterwegs sind. Ihre Aufgabe ist es ebenfalls, die Dämonen des Winters zu vertreiben. Manchmal heißt es auch, sie würden die Seelen der Verdammten holen. Es gibt sie in zwei Ausführungen, nämlich als „Schee-“ und „Schiachperchten“. Erstere sehen vergleichsweise schön aus, Letztere hässlich.

Börwang brennt - Brauchtum im Allgäu

Das Jägerdenkmal auf dem Gipfel des Grünten im Allgäu

Grünten-Wanderung übers Grüntenhaus mit Gipfelrunde

Startpunkt unserer Grünten-Wanderung an einem nebligen Oktobermorgen war der Parkplatz auf dem Ried. Dorthin könnt ihr von Burgberg aus auch zu Fuß gehen oder, im Sommer, mit dem Erzgruben-Erlebnisbähnle fahren. Falls ihr mit dem Auto kommt: Das Tagesticket kostet 3 Euro.

Parkplatz auf dem Ried als Startpunkt zur Grünten-Wanderung

Von dort aus folgt ihr zunächst der Straße in Richtung Erzgruben-Erlebniswelt. Die ist übrigens auch einen Besuch wert, darüber habe ich schon einmal in einem eigenen Post geschrieben.

Auf dem Weg zum Grüntenhaus

Das Panorama war an diesem Morgen etwas eingeschränkt, aber die Stimmung war schön veträumt.

Nebel am Grünten

An diesem Wegweiser wendet ihr euch nach links in Richtung Alpe Schwande.

Wegweiser am Grünten

Zunächst aber passiert man die Kehralpe, die direkt an der Straße liegt.

Teil 1 unserer Grünten-Wanderung: Von der Kehralpe bis zum Grüntenhaus

die Kehralpe am Grünten

Nun beginnt der Weg, anzusteigen. Zunächst in Kehren durch den Wald, dann diesen Hang hinauf:

Wanderweg zur Oberen Schwandalpe am Grünten

Bald kommt zum ersten Mal der rotweiße Sendemast des Bayerischen Rundfunks in Sicht, der so charakteristisch für den Grünten ist:

Sendemast auf dem Grünten im Nebel

Unsere Wanderung hatte ja im Nebel begonnen, aber so nach und nach erreichten wir sonnigere Gefilde. Ist das nicht ein schöner An- und Ausblick?

Berglandschaft mit Sonne und Nebel

Die Alpe Obere Schwande lag dann bereits ganz in der Sonne.

die Alpe Obere Schwande am Grünten

So spät im Jahr war sie nicht mehr bewirtschaftet, aber das kleine Garten-Wäsche-Idyll fand ich sehr hübsch; ich habe es sogar in meinen Post mit meinen schönsten Fotos aus diesem Herbst aufgenommen.

Herbstliches Idyll an der Alpe Obere Schwande am Grünten

Von dort geht es weiter bergauf. Bald nach der Oberen Schwandalpe führt der Weg in den Wald, und von dort teilweise über hölzerne Stufen nach oben.

Wanderweg mit Holzstufen zum Grüntenhaus

Das ist eine Art Treppensteigen für Ausdauersportler … und nebliger wurde es auch wieder.

Stufenweg zum Grüntenhaus

Ab diesem Wegweiser geht es auf dieser Grünten-Wanderung ein Stück bergab.

Wegweiser zum Grüntenhaus

Nach ein paar Minuten kommt das Grüntenhaus in Sicht.

Blick aufs Grüntenhaus von Süden her

Es liegt sehr schön in einer Bergmulde. Hier oben wohnen auch ein paar sehr nette Grüntenschafe.

Grüntenschafe

Nachdem wir bis zum Grüntenhaus eineinhalb Stunden bergan gegangen waren, war das ein guter Zeitpunkt für eine gemütliche Mittagspause mit Holderschorle und Flädlesuppe.

Flädlesuppe und Holderschorle

Da sich der Nebel noch nicht recht entschieden hatte, ob er nun aufsteigen oder abziehen wollte, war die Aussicht von der Terrasse allerdings ziemlich begrenzt. An klaren Tagen kann man von hier auf Immenstadt und den Mittagberg und überhaupt auf ein tolles Bergpanorama schauen. Das mussten wir uns halt dazudenken.

Aussicht vom Grüntenhaus

Dafür konnte ich vor dem Aufbruch noch ein schönes Sonne-und-Nebel-Foto aufnehmen:

Grüntenhaus und Grüntensender im Nebel

Teil 2 unserer Grünten-Wanderung: Vom Grüntenhaus zum Gipfel

Wer noch zum Grüntengipfel aufsteigen will, folgt dem Weg nach oben zum Waldrand.

Wanderweg vom Grüntenhaus zum Gipfel

Er ist gut befestigt und führt zunächst zum Sendemasten hinauf.

Wanderweg vom Grüntenhaus zum Sendemast

Dort oben liegt die Gipfelstation der BR-Seilbahn; der Weg führt unter der Station durch.

Material-Seilbahn des BR auf dem Grünten

Von hier hat man einen ganz besonderen Blick auf den Sendemasten.

der Sendemast auf dem Grünten

Und bald darauf nochmals ein schöner Blick zurück:

Blick vom Übelhorn auf den Sendemasten auf dem Grünten

Am Grüntenhaus war es noch sehr ruhig gewesen, aber ab dem Sender war es mit der Bergeinsamkeit bei unserer Grünten-Wanderung vorbei. Klar, an einem schönen Oktobersonntag sind jede Menge Leute auf dem „Wächter des Allgäus“ unterwegs.

Weg zum Grünten-Gipfel

Der Grünten hat mehrere kleine Gipfel, der Hauptgipfel heißt Übelhorn. Auf diesem steht das markante Jägerdenkmal, das wir nach etwa einer halben Stunde Gehzeit erreichten.

das Jägerdenkmal auf dem GrüntenEs heißt so, weil es zu Ehren der gefallenen Gebirgsjäger errichtet wurde. Heute gibt es sogar einen eigenen Grüntendenkmalerhaltungsverein, der sich darum kümmert und Gedenkveranstaltungen organisiert.

das Gebirgsjägerdenkmal auf dem Grünten im Gegenlicht

Vom Grüntengipfel über die Zweifelgehrenalpe zurück zum Parkplatz

Da wir nicht denselben Weg zurückgehen wollten, haben wir den Grüntengipfel im Schatten des Jägerdenkmals in Richtung Grüntenhütte (Nordosten) verlassen.

Wanderweg vom Grüntengipfel im Schatten des Jägerdenkmals

Hier könnt ihr die Grüntenhütte (etwa in der Bildmitte) sehen:

Weg vom Grüntengipfel zur Grüntenhütte

Über diese Hütte steigt man auf, wenn man von Kranzegg her auf den Grünten geht. Wie man auf diesem Bild gut sehen kann, ist das eine sehr beliebte und entsprechend viel begangene Route. Im unteren Drittel des Bildes seht ihr einen Pfad, der nach rechts abzweigt. Den haben wir genommen.

Abstieg vom Grünten in Richtung Grüntenhütte

Wo der Wanderer auf dem Bild zu sehen ist, geht es rechts hinunter.

Wanderweg am Grünten

Der Weg führt an der Südseite des Grünten in Richtung Westen und ist wenig begangen.

Wanderweg an der Südflanke des Grünten

Wenn man dieses Gatter passiert hat,

Viehgatter am Grünten

kommt auch schon die (unbewirtschaftete) Alpe Zweifelgehren in Sicht.

die Alpe Zweifelgehren am Grünten

Von hier sind es nur ein paar Minuten, bis man wieder auf dem „Treppenweg“ landet, über den wir am Vormittag aufgestiegen waren.

Wanderweg von der Alpe Zweifelgehren am Grünten

Ab da geht es nur noch bergab, zurück zur Alpe Schwande und dann wieder über die Kehralpe zur Straße.

Abstieg vom Grünten

Die am Morgen noch so neblig-verträumte Hügellandschaft war nun in Sonnenlicht gebadet.

grasende Schumpen am Grünten

Da Wandern bekanntlich hungrig macht, kehrten wir noch einmal ein, und zwar auf eine Käsbrotzeit auf der Alpe Topfen. Da gehe ich immer gerne hin, weil man dort sehr nett sitzt und der Käse gut ist. Dort kommt man übrigens auch heraus, wenn man von Burgberg-Winkel aus durch die Starzlachklamm aufsteigt, wir ihr in diesem Post über die Wanderung durch die Starzlachklamm nachlesen könnt.

Käsebrot auf der Alpe Topfen am Grünten

Praktische Infos zu unserer Grünten-Wanderung übers Grüntenhaus

Ausgangspunkt ist der Parkplatz am beim Berggasthof Alpenblick (GPS-Koordinaten: 47°32’10.1″N 10°18’29.4″E). Das Tagesticket kostet 3 Euro. Das Grüntenhaus ist von Mai bis Mitte November bewirtschaftet, im Winter aber auch manchmal am Wochenende, wenn das Wetter gut ist. Es gibt auch einen eigens ausgeschilderten Winterwanderweg zum Grüntenhaus, aber den bin ich noch nicht gegangen.

Die gesamte Gehzeit für die Rundtour beträgt etwa 4 Stunden.

  • Vom Parkplatz bis zum Grüntenhaus: 1,5 Std.
  • Vom Grüntenhaus bis zum Jägerdenkmal: 0,5 Std.
  • Ab dem Jägerdenkmal über die Alpe Zweifelgehren zurück zum Parkplatz: 2 Std.

Diese Grünten-Wanderung ist nicht sehr fordernd, ihr braucht aber ordentliche Bergschuhe und eine gewisse Kondition.

Grünten-Wanderung übers Grüntenhaus

Falls ihr euch für weitere Bergtouren im Allgäu interessiert, empfehle ich euch folgende Posts:

Wandern im Gunzesrieder Tal: Panorama-Rundtour über den Hochgrat

Geniale Wanderung im Kleinwalsertal: rund um den Großen Widderstein

Rundwanderung an der Alpspitz – Wallfahrt, Wasserfall und Burgruine

Von der Gipfelstation am Nebelhorn übers Pfannenhölzle zur Bergstation

Herbst im Allgäu - Abendstimmung am Forggensee

Goldener Herbst im Allgäu – meine 5 schönsten Herbstfotos

Es ist Herbst im Allgäu, seit jeher meine Lieblingsjahreszeit. Das warme Licht, die leuchtenden Farben, die klare Luft, der erdige Duft, der sanfte Nebel, die Restwärme des Sommers und die Vorahnung kalter, dunkler Tage – das alles macht mich glücklich und lässt mich den Herbst intensiv erleben und genießen. Da ich meistens mit der Kamera unterwegs bin, versuche ich oft, diese ganz besondere Herbstschönheit einzufangen. Da passt es hervorragend, das Cornelia auf ihrem Blog Silvertravellers zu einer Fotoparade Goldener Herbst – meine 5 schönsten Herbstfotos aufgerufen hat. Ich bin gerne dabei!

Herbst im Allgäu – meine 5 schönsten Fotos

Allerdings war es gar nicht so einfach für mich, aus meinen Fotoschätzen die fünf allerschönsten herauszupicken. Deswegen habe ich ein bisschen gemogelt: Ich zeige euch fünf Bilder zusätzlich zu meinem Beitragsbild bzw. Titelfoto oben, also ingsesamt sechs. Das Beitragsbild ist übrigens an einem Oktobersonntag in der Abenddämmerung entstanden. Ich wollte sehen, wie der Wasserstand im Forggensee ist und war mal wieder hingerissen von der Aussicht (von der Yachtschule bei Rieden aus).

Herbstfoto #1: Leuchtende Farben

Bei Nesselwang gibt es einen sehr hübschen Meditations-Spazierweg namens GE(h)ZEITEN. Den bin ich an einem Nachmittag Anfang Oktober entlangspaziert und habe bei der Rückkehr zum Parkplatz diesen spektakulären Blick genießen dürfen. Das Bild ist nicht bearbeitet, das Licht war so gleißend, dass die Wiesen tatsächlich dieses unglaubliche Grün hatten.

Herbst im Allgäu - Nachmittagslicht bei Nesselwang

Herbstfoto #2: Warmes Abendlicht

Die Gegend um Pfronten mag ich ohnehin sehr gern. An diesem Abend waren wir eigentlich unterwegs zum Abendessen am Falkenstein. Aber als ich diese fantastische Aussicht auf Pfronten-Dorf gesehen habe, musste mein Mann mal wieder anhalten, damit ich ein Foto machen kann. Das zarte Licht und die rosa Wölkchen waren einfach unwiderstehlich …

Abenddämmerung in Pfronten

Herbstfoto #3: Blüten, Berge und Nebel

Der Herbst im Allgäu lädt natürlich zum Wandern ein. Bei einer Tour auf den Grünten sind wir an der Alpe Obere Schwande vorbeigekommen. Sie war zwar so spät im Jahr nicht mehr bewirtschaftet, aber ich fand dieses kleine Idyll aus Wäscheleine und Blütenträumen ganz bezaubernd. Außerdem hatten wir gerade erst die Wolkengrenze passiert und blinzelten glücklich in die Sonne.

Herbstliches Idyll an der Alpe Obere Schwande am Grünten

Herbstfoto #4: Moor und mehr

Den Lehrpfad Auf den Spuren der Torfstecher im Wurzacher Ried hatte ich bisher nur im Frühling besucht. Als ich kürzlich wieder dort war, fand ich die stille, pastellige Herbststimmung am Riedsee auch sehr beeindruckend.

Herbststimmung am Riedsee im Wurzacher Ried

Herbstfoto #5: Gute Aussichten

Natürlich darf in dieser Sammlung ein Foto von meinem Lieblingsaussichtspunkt nicht fehlen: Auf dem Weg zur Liebenthannmühle bleibe ich hier immer stehen, um den Blick über mein geliebtes Günztal, auf Obergünzburg und die Berge zu genießen. Im Herbst, wenn die Luft so klar ist, zeichnen sich die Berge oft ganz deutlich am Horizont ab. Das ist ein Anblick, von dem ich nie genug bekomme.

Herbst im Günztal - Blick auf Obergünzburg

Wie gefallen euch meine Lieblings-Herbstfotos aus dem Allgäu? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Fotoparade - meine 5 schönsten Fotos vom Herbst im Allgäu

ADAC-Reiseführer Allgäu - meine Autorenexemplare

Jetzt neu erschienen: Mein ADAC-Reiseführer Allgäu

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse war er erschienen, mein neuer ADAC-Reiseführer Allgäu. Jetzt sind endlich meine Autorenexemplare eingetroffen – wie schön! Genau genommen bin ich zunächst nur Co-Autorin, denn es gab ja zuvor schon einen Allgäu-Band aus der blauen ADAC-Reihe. Diesen hatte Elisabeth Schnurrer geschrieben. Für 2018 hatte der Verlag aber eine tiefgreifende Überarbeitung und Umgestaltung angesetzt: An die Stelle der etwas altmodischen Bücher mit Spiralbindung und umfangreichen kunsthistorischen Exkursen sollte eine moderne, zeitgemäße Reihe treten.

Hier stelle ich meinen neuen ADAC-Reiseführer Allgäu kurz vor

Ich finde bereits das Cover sehr gut gelungen:

Buchcover ADAC-Reiseführer Allgäu (blaue Reihe)

Nicht nur äußerlich sieht der Band jetzt kompakter und frischer aus. Auch zwischen den Buchdeckeln hat sich sehr viel getan:

Das neue Konzept legt großen Wert auf praktische Informationen. So stehen bei jeder Stadt Informationen zu Erreichbarkeit, Verkehrmitteln und Parkmöglichkeiten. Den Hotel- und Restauranttipps sind Preiskategorien zugeordnet, damit es vor Ort keine bösen Überraschungen gibt. Neben den reinen Sehenswürdigkeiten habe ich beispielsweise Empfehlungen für Unternehmungen mit Kindern, zum Einkaufen, Ausgehen und Entspannen aufgenommen. Dazu kommen neue Tipp-Kategorien, etwa Spartipps, und Kastenelemente für Hintergrund- und Zusatzinformationen. Mir gefallen diese neuen Elemente sehr gut, die Gesamtstruktur ist sehr übersichtlich.

ADAC-Reiseführer Allgäu - Blick ins Buch

Mit 144 Seiten zum kleinen Preis von 9,99 Euro ist der ADAC-Reiseführer Allgäu aus der blauen Reihe ein handlicher Begleiter für alle Allgäu-Reisenden, die einen kompakten Überlick über die Region haben wollen. Darin sind alle wichtigen Informationen enthalten und leicht zu finden.

Wer noch mehr Einstimmung und Hintergrundwissen für seinen Allgäu-Urlaub haben möchte, darf sich heute schon auf den ADAC-Reiseführer plus aus der gelben Reihe freuen. Er enthält zusätzlich zum Informationsteil aus der blauen Reihe einen interessanten Magazinteil sowie eine Faltkarte. Am Magazinteil schreibe ich schon, der gelbe Band wird im Frühjahr 2019 erscheinen.

Noch mehr Infos und Bestellmöglichkeiten

Wer noch mehr ins Allgäu eintauchen und an meinen Unternehmungen teilhaben bzw. sich von ihnen inspirieren lassen möchte, kann das natürlich weiterhin jederzeit hier auf meinem Blog tun.

Hier könnt ihr meinen ADAC-Reiseführer Allgäu aus der blauen Reihe direkt bei Amazon bestellen (Partnerlink*):

ADAC Reiseführer Allgäu: Der Kompakte mit den ADAC Top Tipps und cleveren Klappkarten

Für Familien mit Kindern, die gerne ökologisch reisen, empfehle ich meinen Reiseführer Allgäu mit Kindern aus dem Peter Meyer Verlag (Partnerlink*). Darin finden garantiert auch Einheimische Familienausflugsziele, die sie noch nicht kennen:

Allgäu mit Kindern: Die 300 schönsten Ausflüge und Adressen für eine erlebnisreiche Familienzeit (Freizeitführer mit Kindern)

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und natürlich beim Reisen ins schöne Allgäu!

Die Burgruine Alttrauchburg im Allgäu

Auch bei Regen schön: ein Spaziergang zur Ruine Alttrauchburg

Die Ruine Alttrauchburg wollte ich schon lange einmal besuchen, nun haben wir es endlich geschafft. Zwar an einem Regentag, aber es kann ja nicht jeden Tag die Sonne scheinen. Außerdem führt der Weg überwiegend durch den Wald, da macht der Regen nichts. Und eine sehr nette Einkehrmöglichkeit gibt es auch.

Spazierrunde über die Ruine Alttrauchburg

Ausgangspunkt unseres Regenspaziergangs war der Wanderparkplatz in Kleinweiler am Bauhof bzw. Friedhof (Parkplatz-Koordinaten: 47°39’40.9″N 10°06’09.7″E).

Startpunkt zum Spaziergang zur Ruine Alttrauchburg

Vo dort schlängelt sich die Straße hinauf bis zum Waldrand.

Wanderweg zur Burg Alttrauchburg im Regen

Der weitere (Rund-)Weg ist gut beschildert, wir haben uns zum Aufstieg für den Burgwanderweg nach rechts entschieden.

Wegweiser zur Ruine Alttrauchburg

Nach einer Gehzeit von insgesamt etwa 25 Minuten kommt die Burgruine in Sicht.

Ansicht der Ruine Alttrauchburg von der Georgskapelle aus

Sie ist deutlich größer, als ich gedacht hatte, und gilt als eine der am besten erhaltenen Burgruinen im Allgäu. Außerdem ist sie ganz schön alt: Erbaut wurde sie ab dem 11. Jahrhundert. Nach einer wechselvollen Geschichte – mal wurde sie von aufständischen Bauern belagert, mal von den Schweden besetzt – endete sie schließlich als Steinbruch: Das Baumaterial, das von der Alt-Trauchburg abgetragen wurde, fand Verwendung beim Bau des Wurzacher Schlosses und der Neu-Trauchburg. Trotzdem ist heute noch einiges zu sehen:

in der Ruine Alttrauchburg

Treppe in der Ruine Alttrauchburg

Für Archäologen ist es ja wahrscheinlich ein Graus, aber ich finde es immer schön, wie die Natur sich Bauten zurückerobert:

Blüten aus Ruinen in der Alttrauchburg

Wo in früheren Zeiten die Vorburg mit ihren Werkstätten und Ställen lag, findet sich heute ein Gasthaus. Man erreicht es von der Burg aus stilvoll über eine Holzbrücke.

Einkehr in der Burggaststätte Alttrauchburg

die Burggaststätte Alttrauchburg - Außenansicht

Von hier aus sieht die Ruine noch mächtiger aus:

Holzbrücke zur Ruine Alttrauchburg

Die Burggaststätte Alttrauchburg ist ein beliebtes Ausflugslokal mit einem netten Biergarten. Angesichts des Wetters haben wir uns aber lieber nach drinnen in die warme, gemütliche Stube gesetzt.

Gaststube in der Burggaststätte Alttrauchburg

Ich habe zum Kaffee eine Südtiroler Buchweizentorte bestellt und fand sie köstlich.

Südtiroler Buchweizentorte

Ein kleiner Waldspaziergang zurück

Wenn ihr dem Weg an der Gaststätte vorbei folgt, gelangt ihr an einen kleinen Parkplatz. Man kann nämlich zur Burggaststätte auch mit dem Auto fahren. Ihr könnt entweder am Parkplatz nach links zurück durch den Wald gehen oder der Straße folgen. Sie führt euch ebenfalls nach Kleinweiler, die Gehzeit beträgt etwa eine Dreiviertelstunde. Wir sind noch ein wenig durch den Wald spaziert, bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben. Davon habe ich euch auch ein paar Bilder mitgebracht, weil so ein Herbstwald einfach etwas Schönes ist:

Fliegenpilz an einem Baum

gelbes Ahornblatt im Regen

Herbstwald bei Kleinweiler im Oberallgäu

Mein Fazit:

Dieser  Spaziergang ist besonders für Familien geeignet, denn der Weg ist abwechslungsreich und die Burgruine für Kinder ein spannendes Ziel. Wer gar nicht gut zu Fuß ist, kann mit dem Auto bis zum Parkplatz unterhalb der Burggaststätte fahren. Wer lieber richtig wandern möchte, kann den Besuch auf der Ruine Alttrauchburg mit einer längeren Strecke verbinden – zum Beispiel von Missen aus über den Carl-Hirnbein-Weg nach Weitnau und von dort aus weiter über den Sonneckgrat.

Spaziergang zur Ruine Alttrauchburg im Allgäu

Auf diesem Blog findet ihr übrigens etliche weitere Ideen für ein Schlechtwetterprogramm für Kinder im Allgäu und eine Zusammenstellung unserer Lieblingswanderungen mit Kindern im Allgäu. Schaut doch mal rein!

Auf der Panorama-Rundtour übers Hochgrat

Wandern im Gunzesrieder Tal: Panorama-Rundtour über den Hochgrat

Das Gunzesrieder Tal ist der Ausgangspunkt für eine wunderschöne Panorama-Rundtour über den Hochgrat. Sie erfordert zwar eine gewisse Kondition und Trittsicherheit, ist aber bergtechnisch nicht besonders anspruchsvoll. Startpunkt der Wanderung ist die Scheidwangalpe auf 1.307 m ü. N. N. Die Anfahrt zur Alpe ist nur über eine Mautstraße möglich, die am Ortsende von Gunzesrieder Säge beginnt. Dort steht ein Automat, in den ihr 4 Euro einwerft und dafür ein Ticket und die Schrankenöffnung bekommt. Dann fahrt ihr weiter durch das Tal,

im Gunzesrieder Tal

bis nach einem kurvigen Anstieg der Parkplatz an der Alpe erreicht ist. Sie liegt übrigens bereits auf 1.317 m Höhe.

die Scheidwangalpe im Gunzesrieder Tal

Im Oktober öffnet die Alpe erst um 10:30 Uhr, aber wir wollten ohnehin erst zum Kaffeetrinken dort einkehren. Wir sind also gleich losgezogen:

Beginn des Aufstiegs zum Hochgrat

Teil 1 der Panorama-Rundtour über den Hochgrat: der Aufstieg bis zum Staufner Haus

Der Wegweiser führt zwar in die richtige Richtung, gibt aber nicht den richtigen Zeitbedarf an: Der Aufstieg bis zum Staufner Haus dauert keineswegs 2 1/4 Stunden, sondern rund 1,5 Stunden. Und das, obwohl ich, wie mein Mann zu sagen pflegt, „dauernd“ stehenbleibe, um zu fotografieren.

Wegweiser Hochgrat und Staufner Haus

Gleich hinter der Kehre gabelt sich der Weg. Wir haben hier die Abzweigung nach links gewählt.

Weggabelung beim Aufstieg zum Hochgrat

Es ist zwar eine asphaltierte Straße, die über den Leiterberg führt, aber sie bietet immer wieder herrliche Ausblicke.

Weg auf den Leiterberg im Gunzesrieder Tal

Es lohnt sich auch, einmal mehr stehenzubleiben und zurück über das Gunzesrieder Tal in Richtung Grünten zu blicken:

Grüntenblick aus dem Gunzesrieder Tal
Entlang des Weges sieht man gut, warum dieser Gebirgszug „Nagelfluhkette“ heißt: Als Nagelfluh bezeichnet man eine spezielle Gesteinsart, die aus zusammengebackenen Flusskieseln besteht. Auf diesem Bild sieht man einen Nagelfluhbrocken (und dann war er noch so hübsch von Silberdisteln umwachsen, da musste ich natürlich schon wieder stehenbleiben, um zu fotografieren).

Nagelfluhbrocken mit Silberdisteln

Der Weg führt um den Rücken des Leiterbergs herum, dann kommt auch schon die Obere Gelchenwangalpe in Sicht, die auf 1.630 m liegt. Zu ihr führt der Weg ein Stück hinunter, …

Blick vom Leiterberg auf die Obere Gelchenwangalpe

dann geht es den Rücken des Hochgrats hinauf.

Weg von der Gelchenwangalpe aufs Hochgrat

Ich fand es sehr angenehm, dass der größte Teil des Anstiegs nicht besonders steil ist, sondern über viele Kehren sanft bergan führt.

Weg vom Gunzesrieder Tal aufs Hochgrat

Weg aufs Hochgrat im Allgäu

Und schon kommt die Bergstation der Hochgratbahn in Sicht.

Blick auf die Bergstation der Hochgratbahn

Bisher waren wir fast allein unterwegs, das ändert sich in der Nähe der Bergstation allmählich. Wir gingen an ihr vorbei, dann ein kleines Stück an der Nordseite des Hochgrats hinunter bis zum  Staufner Haus. Es war nämlich Zeit fürs Mittagessen.

Blick von der Bergstation der Hochgratbahn aufs Staufner Haus

Ist das nicht eine tolle Lage? Dazu gibt es auch noch eine vergleichsweise üppige Speisekarte (die Preise sind dafür moderat). Mein Mann hat sich für die Kässpatzen entschieden und war sehr zufrieden.

Kässpatzen mit Röstzwiebeln und Speck

Ich konnte beim Kaiserschmarren mit Rotweinzwetschgen nicht widerstehen: so köstlich!

Kaiserschmarren mit Rotweinzwetschgen

Teil 2 der Panorama-Rundtour: vom Staufner Haus über den Hochgratgipfel zurück ins Gunzesrieder Tal

Nach dieser sehr angenehmen Pause ging es wieder hinauf zur Bergstation der Hochgratbahn, …

Aufstieg zur Bergstation der Hochgratbahn

dann gleich links hinauf zum Gratweg in Richtung Gipfel. An einem schönen Oktobersonntag darf man hier natürlich nicht erwarten, dass man allein unterwegs ist.

Panoramaweg zum Hochgratgipfel

Hier seht ihr im Hintergrund schon das Gipfelkreuz:

Auf dem Panoramaweg zum Hochgratgipfel

Und das ist der Gipfel!

Gipfelkreuz auf dem Hochgrat im Allgäu

Die haben hier übrigens nicht nur einen Vogel, …

Bergdohle auf dem Gipfel des Hochgrats

sondern im Gipfelbereich tummeln sich gleich mehrere sehr unternehmungslustige Berg- oder Alpendohlen. Spätestens jetzt ist auch klar, warum es sich wirklich um eine Panoramatour über den Hochgrat handelt: Der Panoramablick (hier Richtung Oberstaufen) ist sagenhaft!

Panoramablick vom Hochgrat Richtung Oberstaufen

Man kann diese Gratwanderung übrigens bis zum Mittagberg bei Immenstadt fortsetzen, das dauert wohl etwa sechs Stunden. Ganz so weit wollten wir (noch) nicht gehen, aber die Aussicht hat mich schon gereizt:

Gratwanderweg übers Hochgrat im Allgäu

Blick ins Gunzesrieder Tal vom Hochgrat-Panoramaweg aus

Auf unserer Runde folgten wir dem Gratweg aber nur bis zur Brunnenauscharte (etwa in der Bildmitte); dort bogen wir nach rechts in Richtung Gunzesrieder Tal ab.

die Brunnenauscharte auf dem Hochgrat in der Nagelfluhkette

Auch auf diesem Wegstück fasziniert die Nagelfluhlandschaft.

Nagelfluhlandschaft

An der nicht bewirtschafteten Dietle-Alpe (ein Teil davon ist rechts im Bild zu sehen) sind wir dem Wegweiser nach links hinunter Richtung Scheidwangalpe gefolgt.

Je tiefer man kommt, desto weniger Panorama gibt es naturgemäß zu sehen. Schön ist der Weg trotzdem:

Weg von der Dietle-Alpe zur Scheidwangalpe im Gunzesrieder Tal

Wanderweg im Gunzesrieder Tal

Etwa zweieinhalb Stunden, nachdem wir das Gipfelkreuz passiert hatten, kamen wir wieder an der Alpe Scheidwang an. Inzwischen hatte sie geöffnet. Drinnen ist es ausgesprochen urig.

in der Alpe Scheidwang im Gunzesrieder Tal

Angesichts des warmen Wetters haben wir Kaffee und Apfelkuchen (sehr gut) aber doch lieber draußen genossen.

Apfelkuchen und Kaffee

Das war ein sehr gelungener Abschluss dieser wunderbaren Bergtour!

Praktische Infos zu dieser Panorama-Rundtour über den Hochgrat

Mautstraße ab Gunzesrieder Säge (4 €), Ticket sichtbar ins Auto legen. An der Alpe Scheidwang ist ein Parkplatz für rund 20 Autos, eine Wegkehre davor ist ein deutlich größerer Parkplatz. Ganz Sportliche können auch vom Parkplatz in Gunzesrieder Säge mit dem Fahrrad bis zur Alpe fahren (am Schluss geht es aber ordentlich bergan!). Die Scheidwangalpe ist von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet.

Die gesamte Gehzeit für die Wanderung beträgt rund 4,5 Stunden:

  • Von der Scheidwangalpe über den Leiterberg bis zur Bergstation der Hochgratbahn: 1,5 Std.
  • Von dort zum Staufner Haus: gut 10 Minuten
  • Vom Staufner Haus über die Bergstation zum Hochgrat-Gipfel: 0,5 Std.
  • Vom Gipfel bis zur Brunnenauscharte und von dort über die Dietle-Alpe zurück zur Scheidwangalpe: 2,5 Std.

Für die Gratwanderung von der Bergstation der Hochgratbahn bis zur Brunnenauscharte solltet ihr trittsicher und schwindelfrei sein. Ordentliche Bergschuhe braucht ihr natürlich sowieso.

Das Staufner Haus gehört dem DAV, man kann dort auch übernachten. Vom 1. Mai bis zum vorletzten Oktoberwochenende ist es durchgehend geöffnet, dann erst wieder ab dem 26. Dezember und in manchen Zeiten nur von Donnerstag bis Sonntag. Ihr solltet also vor eurer Tour vorsichtshalber auf der Website nachsehen, ob und wann geöffnet ist, wenn ihr auf dem Hochgrat auch so gut essen wollt wie wir.

Bergtouren im Allgäu - Wandern im Gunzesrieder Tal - Panorama-Rundtour über den Hochgrat

Weitere Ideen für Bergtouren im Allgäu bzw. nah am Allgäu (im Kleinwalsertal) findet ihr hier:

Geniale Wanderung im Kleinwalsertal: rund um den Großen Widderstein

Winterwandern am Hohen Ifen im Kleinwalsertal – traumhaft schön!

Fantastische Felsformationen in der Starzlachklamm

Wanderung durch die Starzlachklamm – Naturgenuss pur

Lohnt sich eine Wanderung durch die Starzlachklamm am Grünten? Ja, auf jeden Fall, auch wenn sie kleiner und weniger bekannt ist als die Breitachklamm. Der Weg durch die enge Klamm selbst dauert etwa eine halbe Stunde und bietet einen spektakulären Ausblick nach dem anderen. Wir sind ihn im Rahmen einer Rundwanderung mit Einkehr auf der Alpe Topfen gegangen.

Ausgangspunkt einer Wanderung durch die Starzlachklamm ist der Parkplatz im Weiler Winkel (GPS-Koordinaten: 47°31’50.5″N 10°17’56.3″E). Ein 3-Stunden-Ticket kostet dort 3 Euro, ein Tagesticket 4 Euro. Am Parkplatz befindet sich auch eine Toilette (50 Cent). Von dort führt ein beschilderter Weg zum Eingang der Klamm.

Wanderweg zur Starzlachklamm

Die Starzlach hat hier eine wunderhübsche Auenlandschaft geformt. Für Kinder ist sie ein ideales Spiel-und-pritschel-Paradies.

in den Starzlachauen

Nach etwa einer Viertelstunde Gehzeit kommen das Kassenhäuschen am Eingang der Klamm sowie die große Gumpe samt Wasserfall in Sicht.

Eingang zur Starzlachklamm

Im Sommer kann man in der Gumpe auch baden, aber an einem trüben Septembertag ist das keine so naheliegende Idee.

Gumpe am Eingang zur Starzlachklamm

Am Eingang der Klamm bezahlt man einen kleinen Eintritt (3,50 Euro/Erw., Kinder 2 Euro, bis 6 Jahre frei). Er kommt dem Verein zugute, der den Weg instandhält. Ab hier beginnt die eigentliche Klammwanderung.

Die Wanderung durch die Starzlachklamm

Eines vorweg: Der Weg führt teils über Fels, teils über Stege und ist mitunter auch rutschig. Ihr braucht hier auf jeden Fall ordentliche Wanderschuhe! Mit einem Kinderwagen kann die Klamm nicht begangen werden und Hunde mögen meistens die Gitterroste nicht.

Beginn des Wegs durch die Starzlachklamm

felsiger Weg durch die Starzlachklamm

Übrigens ist die Starzlachklamm ein beliebtes Canyoning-Ziel. An dem Samstag, an dem ich dort war, waren gleich zwei Canyoning-Gruppen unterwegs. Es sah aus, als ob sie eine Menge Spaß hätten.

Canyoning-Gruppe in der Starzlachklamm

Immer näher rücken die Felswände zusammen. Man kann kaum glauben, dass die an diesem Herbsttag so kleine Starzlach diesen riesigen Einschnitt in den Fels gefräst hat.

Engstelle und Gumpe in der Starzlachklamm

Die Passage durch die Engstelle ist einer der Höhepunkte auf der Wanderung durch die Starzlachklamm.

Engstelle in der Starzlachklamm

Felsformationen in der Starzlachklamm

Von der Brücke aus hat man einen tollen Blick.

Stege durch die Starzlachklamm

Beeindruckend ist auch das Tosen und Brausen des wilden Flüsschens, das einem während der Wanderung in den Ohren tönt. Damit ihr davon einen Eindruck gewinnt, habe ich euch ein kleines Video mitgebracht:

Der Ausstieg aus der Klamm führt durch ein enges Felsentor – folgt einfach den roten Pfeilen!

Ausstieg aus der Starzlachklamm

Der Abschied aus der Klamm ist herz-lich. Ist das nicht schön?

Felsentor am Ende der Starzlachklamm

Aufstieg zur Alpe Topfen und Rückweg zum Parkplatz

Noch ein letzter Blick zurück auf die fröhlich gurgelnde Starzlach,

Die Starzlach am Ende der Klamm

dan geht es kräftig hinauf.

Aufstieg nach der Starzlachklamm

Den Weg an der Felswand entlang finde ich besonders schön; er erinnert mich immer ein bisschen an die Dordogne in Südfrankreich.

Weg von der Starzlachklamm zur Alpe Topfen

Wenn der Hang überwunden ist, kommt normalerweise der Gipfel des Grünten in Sicht. Jedenfalls dann, wenn sich nicht gerade eine Wolke über ihn gestülpt hat …

Weg zur Alpe Topfen am Grünten

Nach etwa einer halben Stunde Gehzeit ab dem Felsentor ist dann die Alpe Topfen erreicht.

die Alpe Topfen am Grünten

Hier erwartete uns eine sehr schmackhafte Brotzeit – hier sehr ihr mein „Älplerbrot“, das ich mit einer frischen Buttermilch sehr genussvoll verzehrt habe. Dazu kam dann auch noch die Sonne heraus, einfach perfekt!

Älplerbrot in der Alpe Topfen

Für den Rückweg habt ihr drei Möglichkeiten: Entweder ihr geht durch die Klamm zurück oder ihr fahrt mit dem Erzgrubenbähnle hinunter nach Burgberg. Es hält ebenfalls in der Nähe des Parkplatzes in Winkel.

Oder ihr macht aus der Wanderung durch die Starzachklamm eine Rundwanderung und geht den Nothaldeweg hinunter. Dazu geht ihr von der Alpe Topfen aus ein Stück über die Straße. Hinter dem Bus seht ihr den Waldweg, über den wir zum Parkplatz zurückgekehrt sind. Allerdings ist ein Teil dieses Wegs zurzeit gesperrt, so dass ich euch diese Variante derzeit nicht empfehlen kann; bis zum Frühjahr 2019 wird der Weg aber hoffentlich instandgesetzt und wieder freigegeben werden.

Parkplatz auf dem Ried am Grünten

Der Rückweg über den Nothaldeweg dauert etwa eine Dreivierteltsunde und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf Sonthofen und die umgebenden Berge.

Blick auf Sonthofen

Abstieg vom Grünten zum Wanderparklpatz Winkel

Die Gehzeit für die kleine, aber sehr schöne Rundwanderung beträgt rund 2 Stunden. Sie gehört auch zu unseren Lieblingstouren zum Wandern mit Kindern im Allgäu. Wer mag, kann die Wanderung durch die Starzlachklamm noch mit einem Besuch der sehr sehenswerten Erzgruben-Erlebniswelt am Grünten verbinden. Deren Eingang ist nur wenige Gehminuten von der Alpe Topfen entfernt.

Beschreibung einer Wanderung durch die Starzlachklamm

Kranzrind von der Alpe Zunkleiten beim Viehscheid Bolsterlang 2018

Schön war’s auf dem Viehscheid Bolsterlang!

Der Viehscheid (= Almabtrieb) wird in vielen Allgäuer Orten zünftig gefeiert, so auch in Bolsterlang. Den Viehscheid Bolsterlang habe ich heuer zum ersten Mal besucht und fand ihn angenehm entspannt. Es waren zwar viele Besucher da, aber da die drei Herden mit einem größeren zeitlichen Abstand eintreffen und einen relativ langen Weg durchs Dorf machen, verteilt sich das Ganze etwas.

Als wir morgens um halb neun im Dorf eintrafen, war es noch ganz ruhig:

Blick auf Bolsterlang und die Allgäuer Hochalpen

Meine Eindrücke vom Viehscheid Bolsterlang 2018

Eine große Wiese war als Parkplatz ausgwiesen; dort standen Einweiser, die kleine Programmzettel verteilten. So wussten wir genau, welche Herden mit wie viel Stück Vieh über welche Route zu welcher Uhrzeit am Scheidplatz eintreffen würden. Im Dorf sammelten sich nach und nach Einheimische, Kindergartengruppen, Schulklassen und Touristen entlang der Straßen. Wir gingen hoch zur Talstation der Hörnerbahn, denn von dort sollte die erste Herde kommen, die den Sommer auf der Alpe Hinteregg verbracht hatte.

Einzug der Herde von der Alpe Hinteregg

Und tatsächlich, um kurz nach neun kamen sie …

Hirten von der Alpe Hinteregg beim Viehscheid Bolsterlang

Immerhin 108 Tiere waren es, die von den Hirten ins Tal begleitet wurden. Sie wirkten ebenfalls recht entspannt.

Herde von der Alpe Hinteregg beim Viehscheid Bolsterlang 2018

Der Zug führt von der Hörnerbahn ins Dorf hinunter,

Hirten und Herde in Bolsterlang beim Viehscheid 2018

Hirt und Herde von hinten beim Viehscheid Bolsterlang

dann aus dem Ort hinaus,

Herde von der Alpe Hinteregg beim Viehscheid Bolsterlang

und über einen großen Bogen zum Scheidplatz am Dorflift. Dort werden die Tiere nach Besitzern getrennt (= geschieden) und von diesen in den heimischen Stall bzw. auf die heimische Wiese gebracht.

Schumpen auf dem Scheidplatz beim Viehscheid Bolsterlang 2018

Am Scheidplatz treffen sich Einheimische und Besucher bei Musik und Bier zum Ratschen; der Viehscheid ist gleichzeitig ein Dorffest.

Feststimmung am Scheidplatz Bolsterlang

An der Straße warten derweil schon die Viehtransporter …

Viehtransporter bei Bolsterlang

Einzug der Herde von der Alpe Zunkleiten auf dem Viehscheid Bolsterlang

Die zweite Herde kam von der Alpe Zunkleiten und zog daher aus Richtung Sonderdorf durch Bolsterlang. Sie hatte ein Kranzrind dabei (das habt ihr oben im Titelfoto gesehen) und umfasste rund 180 Tiere, darunter auch ein paar Esel.

Hirte mit Eseln beim Viehscheid Bolsterlang

Ich liebe ja die Viehscheid-Atmosphäre und besonders den archaischen Klang der Glocken, der schon lange ins Tal tönt, bevor man die ersten Tiere sieht. Um euch einen kleinen Eindruck davon zu verschaffen, habe ich ein kurzes Video für euch erstellt:

Die dritte Herde war mit 250 Schumpen die größte, sie kam von der Alpe Bolgen. Da sie erst um 12:15 Uhr am Scheidplatz eintreffen sollte und ich bei diesem herrlichen Wetter gerne noch eine Wanderung machen wollte, habe ich ihren Einzug nicht gesehen.

Mein Fazit zum Viehscheid Bolsterlang:

Die zeitliche Verteilung und die vergleichsweise langen Wege durchs und ums Dorf machen den Viehscheid Bolsterlang für Besucher und Tiere zu einem weniger hektischen Erlebnis als es in manch anderen Orten der Fall ist. Der authentische Charakter des Dorffestes bleibt erstaunlich gut gewahrt; als wir nachmittags gegen 15 Uhr von unserer Wanderung zum Parkplatz zurückkamen, war er fast leer. Einheimische und Hirten saßen noch beim Bier, einige Schumpen grasten friedlich bimmelnd auf der Wiese. Ein richtiges Idyll …

grasende Schumpen

Impressionen vom Viehscheid Bolsterlang

Ich gehe immer gerne zum Viehscheid und habe festgestellt, dass er wirklich in jedem Ort seine eigene Ausprägung hat. Ein richtiges Volksfest gibt es beim Viehscheid in Buching. Beim Viehscheid in Kranzegg trifft auch eine Schafherde ein, außerdem gibt es einen Krämermarkt. Der Viehscheid in Apfeltrang ist klein und besonders familiär. Habt ihr auch schon einmal einen Viehscheid im Allgäu besucht? Welcher hat euch besonders gut gefallen?

Freibad Altusried

Sehr familiengerecht: das Freibad Altusried

Der Markt Altusried ist ja dank Freilichtbühne und Kommissar Kluftinger weit über die Grenzen des Allgäus hinaus bekannt, aber das Freibad Altusried ist eher ein „Insider-Ziel“. Es liegt am Südrand der Marktgemeinde. Neben einem großen Allzweckbecken und einem Kleinkinderbecken plus Spielplatz verfügt es über eine schöne große Liegewiese mit Bäumen. Auch ein Beachvolleyballfeld und genügend Platz zum Fußballspielen sind vorhanden.

Ein Besuch im Freibad Altusried

Vom Eingangsbereich aus seht ihr das Becken und im Hintergrund einen Teil der Liegewiese. Es gibt einen zweiten Liege- und Spielbereich hinter der Hecke links. Das Babybecken habe ich nicht fotografiert, da Fotos mit fremden Kindern ja immer etwas problematisch sind. Es befindet sich unter dem blauen Sonnensegel im Bildhintergrund; dahinter liegt noch der Spielplatz.

Blick vom Eingang über das Freibad Altusried

Wie ihr auf dem Titelfoto schon gesehen habt, ist das große Becken in einzelne Bereiche unterteilt, in denen die Wassertiefe recht unterschiedlich ist. Für Schwimmer ist ein eigener Bereich mit 50-m-Bahnen abgeteilt, dann kommen ein Nichtschwimmer- und Spielbereich sowie das bei Kindern sehr beliebte Becken mit den 1- und 3-m-Sprungtürmen.

Kinder an den Sprungtürmen im Freibad Altusried

Die Bademeister achten darauf, dass diese Einteilung eingehalten wird und dass sich keine spielenden Kinder in den Schwimmerbereich verirren. Das fand ich als Schwimmerin sehr angenehm und als Mutter beruhigend.

Gut organisiert und erstaunlich reichhaltig im Angebot ist der Kiosk, den wir natürlich auch ausprobiert haben. Die Pommes sind sehr gut 🙂

Kiosk und Gastronomiebereich im Freibad Altusried

Was mir am Freibad Altusried noch gut gefällt: Zum einen sind die Preise sehr familienfreundlich. Kinder unter 6 Jahre kosten keinen Entritt, die Familientageskarte liegt bei 7,50 Euro. Zum anderen ist das Bad auch gut auf die normalerweise etwas kühleren Allgäuer Sommer eingerichtet: Die Wassertemperatur liegt zwischen 22 und 24 Grad. Zusätzlich gibt es einen beheizten Umkleideraum, in dem man sich nach dem Schwimmen umziehen kann. Für Bahnenschwimmer wie mich ist das sehr angenehm.

Sehr familiengerecht: das Freibad Altusried im Allgäu

Übrigens kann man rund um Altusried auch schön wandern und radeln. Hier findet ihr die Beschreibung einer Wanderung rund um den Illerdurchbruch bei Altusried.

Allgäu bei Regen mit Kindern - Tretboote auf dem Hopfensee im Regen

Ausflüge im Allgäu bei Regen mit Kindern – die besten Tipps

Bei gutem Wetter ist man natürlich sowieso draußen, aber man muss im Allgäu bei Regen mit Kindern auch nicht in der Stube bleiben und sich langweilen. Ich habe eine Liste mit Ausflugszielen für euch zusammengestellt, die euch auch bei schlechtem Wetter schöne Stunden und zufriedene Kinder bescheren. Ich werde sie regelmäßig aktualisieren und ergänzen, wenn ich neue passende Ziele ausprobiert habe.

Meine Vorschläge für Ausflüge im Allgäu bei Regen mit Kindern

Ich habe mich hier für eine Sortierung nach Themen (alphabetisch) und erst darunter nach Regionen (von Nord nach Süd) entschieden.

Erlebniszoos im Allgäu

Wer sagt, dass man Natur nur draußen erleben kann? Exotische Tiere könnt ihr in unseren Breiten sowieso nur drinnen erleben, natürlich auch im Allgäu bei Regen mit Kindern. Auch wenn der Begriff „Zoo“ für diese kleinen Tierparadiese vielleicht ein wenig hoch gegriffen ist, ermöglichen sie Kindern direkten Kontakt zu Tieren, die sie sonst nur aus Büchern und Filmen kennen.

Reptilienzoo Scheidegg

Giftschlangen, Würgeschlangen, Spinnen, Skorpione und diverse Reptilien haben im kleinen, privat geführten Reptilienzoo Scheidegg eine neue Heimat gefunden. Das ist nichts für schwache Nerven, aber durchaus faszinierend.

Schlange im Reptilienzoo Scheidegg

Allgäuer Schmetterling-Erlebniswelt, Pfronten

Bezaubernde Exoten flattern durch das kleine Tropenhaus: Bananenfalter, Atlasfalter, Morphofalter, einer hübscher als der andere. Sie setzen sich auch mal einem Kind auf die Schulter oder die Hand – wenn dieses sich ruhig und behutsam verhält.

exotische Schmetterlinge

Aber auch, wer einmal einen Waran streicheln oder eine griechische Landschildkröte füttern möchte, ist in der Allgäuer Schmetterling-Erlebniswelt genau richtig.

aran in der Allgäuer Schmetterling-Erlebniswelt

Indoor-Spielplätze im Allgäu

Da unsere Kinder über das Spielplatzalter hinaus gewachsen sind und Fotos mit fremden Kindern immer etwas problematisch sind, habe ich zu den beiden Indoor-Spielplätzen keine Bilder. Ich habe mir aber beide selbst angesehen und finde sie empfehlenswert. Im Allgäulino waren meiner Kinder früher öfter bei Kindergeburtstagen eingeladen und kamen jedes Mal begeistert (und müde) zurück.

Lina Laune Land, Waltenhofen

Es liegt südlich von Kempten im Sportpark Waltenhofen.  Auf 4.000 qm können sich die Kinder hier richtig austoben (wobei es auch Väter geben soll, die richtig Spaß in den Hüpfburgen haben). Mit etwas Glück kommt dann noch die plüschige Gute-Laune-Kuh Lina vorbei und posiert mit den Kindern für ein Foto. Das übliche gastronomische Angebot gibt es natürlich auch. Hier geht es zur Website des Lina Laune Lands.

Allgäulino, Wertach

Wertach ist ohnehin ein sehr familienfreundliches Dorf, das Allgäulino macht es auch bei schlechtem Wetter zu einem Lieblingsziel für Familien mit Kindern bis ins Grundschulalter. Auf 3.000 qm gibt es hier jede Menge Gelegenheit zum Hüpfen, Klettern, Rutschen und Spielen. Die Eltern können derweil Kaffeetrinken und noch eine Partie Billard spielen. Es gibt reichlich Tische und Sitzplätze.

Museen im Allgäu, die Kinder spannend finden

Die typischen Heimatmuseen, die es in vielen Allgäuer Orten gibt, sind für Kinder meistens nicht sehr interessant. Die Freilichtmuseen sind dagegen sehr kindgerecht, bieten sich aber bei Regen nicht unbedingt als Ziel an.  Zum Glück gibt es auch noch andere kindergeeignete Museen:

Südseesammlung, Obergünzburg

Das kleine Museum zeigt Alltags- und Kultgegenstände aus der Südsee in einer modernen, interaktiven Ausstellung. Kleine und große Besucher können per Knopfdruck Filme abspielen und an einem künstlichen Sternenhimmel diverse Sternbilder aufleuchten lassen. Kinder dürfen die originale Südseehütte sogar betreten und dort einmal auf der Schlafmatte probeliegen. Was Sie dort sonst noch finden, lesen Sie in meinem Post über die Südseesammlung.

Originale Südsee-Hütte samt Innenausstattung

Allgäuer Burgenmuseum, Kempten

Es ist ein sehr kleines Museum, und da es von Ehrenamtlichen betrieben wird, hat es nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet. Interessierten Rittern und Burgfräulein bringt das Allgäuer Burgenmuseum aber das Leben auf einer Burg sehr anschaulich nahe. Es gibt sogar einen ziemlich echten Rittersaal samt Rüstung. Wenn das Wetter wieder etwas aufklart, können die Kinder sich anschließend auf dem nahe gelegenen Ritterspielplatz austoben.

Allgäuer Burgenmuseum Kempten

Archäologischer Park Cambodunum, Kempten

Beim APC, wie es die Einheimischen liebevoll nennen, handelt es sich eigentlich um ein Freilichtmuseum. Im gallorömischen Tempelbezirk gibt es aber auch Gebäude zu besichtigen und die Reste der Thermenanlage sind mit einem Glasbau überdacht. Wir haben den Archäologischen Park das letzte Mal an einem sehr verregneten Tag besucht und die Führung mit kleinem Römerschauspiel im APC sehr genossen.

Römer besuchen den Tempelbezirk im APC Kempten

Familien-Schwimmbäder im Allgäu

Zu den klassischen Unternehmungen im Allgäu bei Regen mit Kindern gehört natürlich ein Besuch im Schwimmbad. Da wird man zwar auch nass, aber doch mit viel mehr Spaß als draußen. Die Auswahl an Bädern im Allgäu ist durchaus groß, ich habe für euch die drei Favoriten meiner Kinder ausgesucht:

ABC-Bad, Nesselwang

Eigentlich heißt es ja „Alpspitz-Bade-Center“, aber im Volksmund ist es eben kurz das ABC-Bad. Es bietet eine sehr familienfreundliche Mischung aus einem Kleinkinderbecken, einem Spiel- und Planscbecken mit Strömungskanal und einer Reifenrutsche. Es ist daher perfekt geeignet für Familien mit kleineren Kindern bis einschließlich Grundschulalter. Zudem aber ist es schön warm, sodass die Kinder nicht so schnell frieren. Ich habe das Bad hier schon einmal in einem eigenen Post vorgestellt.

ABC-Bad Nesselwang - Babybecken

Aquaria, Oberstaufen

Das tollste am Aquaria ist aus Sicht meiner Kinder das „Springbecken“ mit dem Fünfmetersprungturm. Das Kleinkinderbecken ist tatsächlich klein, dafür gibt es noch eine „dunkle“ Rutsche. Im warmen Außenbecken lässt es sich prima chillen. Das Aquaria empfehle ich daher für Kinder ab etwa 7 Jahren. Ein genaueres Bild könnt ihr euch in meinem Post über dieses Bad machen.

Aquaria Oberstaufen Schwimmbecken

Wonnemar, Sonthofen

Das Wonnemar ist seit Jahren der Favorit meiner Kinder. Schon als Kleinkinder liebten sie das schöne warme Plaschbecken und die kleinen Rutschen. Im Grundschulalter wagten sie sich ins Wellenbad und auf die gelbe Rutsche im mitteleren Becken. Seit sie das Teenageralter erreich haben, schätzen sie auch das Abhängen im warmen Whirlpool. Der wahre Favorit aber sind die drei langen und wilden Rutschen.

Wonnemar Sonthofen Mittelbecken

Weitere Ausflugsziele im Allgäu bei Regen mit Kindern

Wenn das Wetter schlecht ist, kann man auch Indoor-Sport betreiben. Oder ins Kino oder Theater gehen. Oder eine Höhle erforschen oder sogar einen Spaziergang im Regen machen. Auch dazu habe ich ein paar Ideen für euch zusammengestellt:

Kletter- und Boulderhalle swoboda alpin, Kempten

Neben den richtigen Klettersteigen in den Bergen gibt es im Allgäu auch Hochseilgärten sowie etliche DAV- und private Anlagen zum Klettern und Bouldern draußen und drinnen. Die größte Kletterhalle des Allgäus befindet sich in Kempten. Es handelt sich um eine DAV-Anlage, die nach ihrem Hauptsponsor benannt ist. Ich habe mir das swoboda alpin kurz nach seiner Eröffnung genauer angesehen und hier ausführlich vorgestellt. Für die kleineren Kinder gibt es Klettertunnel mit Bällebad, die größeren Klettermaxe kommen garantiert auch auf ihre Kosten.

Boulderbereich im swoboda alpin in Kempten

Puppentheater, Wangen

Wenn MAX, der Puppenspieler im Wangener Puppentheater seine Handpuppen auftreten lässt, dauert es nicht lange, bis das Zwerchfell bebt. Und zwar in jeder Altersgruppe. Nur dass die Eltern manchmal an anderen Stellen lachen als die Kinder. Sehr schräg, sehr lustig, perfekt für einen verregneten Nachmittag – und das für nur 3 Euro pro Nase. Geeignet für Kinder ab 3 Jahren, eine telefonische Reservierung ist erforderlich.

Oma und Wurschtl im Wangener Puppentheater

Führung durch die Sturmannshöhle, Obermaiselstein

Sie ist die einzige begehbare Spalthöhle des Allgäus und damit ein echtes Unikat. Außerdem ist es richtig spannend, sich durch die schmalen Spalten zu zwängen und die 180 Stufen zum unterirdischen Bach hinunterzusteigen. Dabei gilt es, das Drachentor unter dem wachsamen Blick des Untiers zu durchqueren. Die Sturmannshöhle ist nur mit Führung zu besichtigen, und zwar mit Kindern ab 4 Jahren. Für Kraxen u. Ä. ist es in der Höhle zu eng und für kleine Kinder sind die Stufen zu steil und rutschig. Ansonsten ist die Höhle ein tolles Ziel für Abenteurer!

In der Sturmannshöhle bei Obermaiselstein

Spaziergang zu Burgruine Alttrauchburg

Kleine Ritter und Burgfräulein können auch bei Regen Abenteuer erleben. Zum Beispiel bei einem Spaziergang zur Burgruine Alttrauchburg im Weitnauer Tal. Die Ruine ist recht gut erhalten und lädt zum ausgiebigen Erforschen ein. Auch eine Einkehrmöglichkeit ist in der Nähe. Eine ausführlichere Beschreibung findet ihr in meinem Post zur Burgruine Alttrauchburg.

in der Ruine Alttrauchburg

War für euch ein passendes Ziel dabei? Wie hat es euch gefallen? Ich freue mich auf euer Feedback, eure Kommentare und auch auf Anregungen, was ich auf meine Liste für Ausflugsziele im Allgäu bei Regen mit Kindern noch aufnehmen sollte.

Noch mehr Tipps für Unternehmungen mit Kindern zwischen drei und 13 Jahren findet ihr in meinem Reiseführer Allgäu mit Kindern: Die 300 schönsten Ausflüge und Adressen für eine erlebnisreiche Familienzeit (Freizeiführer mit Kindern), der 2018 in zweiter Auflage im Peter Meyer Verlag erschienen ist. (*Partnerlink)

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Ausflüge im Allgäu bei Regen mit Kindern

Wanderer auf dem Weg rund um den Großen Widderstein im Kleinwalsertal

Geniale Wanderung im Kleinwalsertal: rund um den Großen Widderstein

Wer hätte gedacht, dass ich einmal rund um den Großen Widderstein wandern würde? Der Widderstein ist nämlich tatsächlich ein ziemlich großer Berg und die Rundwanderung etwa 15 km lang. Und es geht 800 Höhenmeter hinauf und logischerweise auch wieder hinunter. Das ist für Spaßwanderer wie mich schon eine ganz schön große Tour – 6 Stunden reine Gehzeit. Aber ich habe jede Minute davon genossen!

Kommt mit auf die Wanderung rund um den Großen Widderstein im Kleinwalsertal

Ausgangspunkt unserer Tour war der Wanderparkplatz im Ort Baad. Der liegt ganz am Ende des Kleinwalsertals. Dort gibt es einen Wendekreis, eine Bushaltestelle und einen Wanderparkplatz auf 1250 Metern ü. N. N. Die Parkgebühr beträgt 3 Euro pro Tag.

Wendekreis in Baad im Kleinwalsertal

Wir sind vom Parkplatz aus losgegangen und haben den Großen Widderstein gegen den Uhrzeigersinn umrundet. Dazu überquert man zunächst den Bärguntbach und folgt dann dem Wanderweg in Richtung Süden.

Weg zur Bärgunthütte im Kleinwalsertal

Der Weg ist gut beschildert; wir haben uns an diesem Wegweiser für den Talweg entschieden, weil wir ja noch mehr vorhatten.

Wegweiser zur Bärgunthütte

Das Bärgunttal ist hübsch und der Talweg schön flach.

Wanderweg am Bärguntbach

Und tatsächlich kamen nach etwa einer halben Stunde Gehzeit zuerst einige Ziegen …

Ziege an der Bärgunt-Hütte

und dann die Bärgunt-Hütte in Sicht.

Die Bärgunt-Hütte im Kleinwalsertal

Es war noch etwas früh für eine Pause, und das in jeder Beziehung, denn die Hütte hatte noch gar nicht geöffnet. Deswegen gingen wir weiter ins Bärgunttal hinein.

Von der Bärgunthütte zur Widdersteinhütte

Nach der Hütte steigt der Weg deutlich an.

Wanderweg im Bärgunttal

Der Große Widderstein überragt das Tal.

Der Große Widderstein im Kleinwalsertal

Wie mächtig der Gipfel ist, sieht man hier gut im Vergleich zu der kleinen Hütte.

Hütte vor dem Gipfel des großen Widderstein

Wir wollten den Gipfel ja nicht besteigen, aber auch für die Tour rund um den Großen Widderstein hieß es nun erst einmal: kräftig aufsteigen!

Aufstieg im Bärgunttal

Verlaufen kann man sich auf dem Rundweg übrigens nicht; an Wegkreuzungen stehen immer Hinweisschilder.

Wegweiser zur Widdersteinhütte

Nun geht es noch einmal ein Stück bergauf. Wir sind nun rund 2.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Aufstieg zum großen Widderstein im Kleinwalsertal

Die Widdersteinhütte ist bereits in Sichtweite (mittig am rechten Bildrand). Es gilt zuvor nur noch eine Alpe (= Bergweide) zu überqueren.

Bergweide am Großen Widderstein mit Blick auf die Widdersteinhütte

Das allerdings ging bei uns nicht so schnell, weil ich selten widerstehen kann, wenn ich Schumpen von Nahem fotografieren kann. Die hier waren besonders zufrieden und zutraulich. Kein Wunder, in dieser herrlichen Umgebung sind Mensch und Tier einfach tiefenentspannt:

Schumpen an der Widdersteinhütte

entspannte Jungkühe am Großen Widderstein im Kleinwalsertal

Weg zur Widdersteinhütte im Kleinwalsertal

Nach insgesamt rund drei Stunden Gehzeit erreichten wir schließlich die Widdersteinhütte auf 2.015 Metern Höhe.

die Widdersteinhütte im Kleinwalsertal

Da ich inzwischen richtig Hunger bekommen hatte, gönnte ich mir eine Buttermilch und einen wirklich riesigen Riesen-Germknödel:

Riesen-Germknödel

Nach etwa 800 Metern Aufstieg war die Pause jedenfalls redlich verdient! Die erste Hälfte unserer Wanderung rund um den Großen Widderstein war damit geschafft. Auf der Widdersteinhütte kann man übrigens auch übernachten. Das bietet sich vor allem für die Bergfans an, die sich als Gipfelstürmer betätigen wollen: Bis zum Gipfelkreuz sind nämlich weitere 500 Höhenmeter zurückzulegen, auf denen richtig geklettert werden muss.

Von der Widdersteinhütte hinunter ins Gemsteltal

Für uns dagegen ging es nach der Mittagspause buchstäblich nur noch bergab …

Weg von der Widdersteinhütte zur Alpwirtschaft Obergemstel

Und zwar steil und teilweise über Geröll.

Abstieg zur Oberen Gemstelalpe

Daher habe ich die Kamera in den Rucksack gepackt und mich auf den Weg konzentriert. Nach 50 Minuten haben wir dann die Alpwirtschaft Obergemstel (auch Obere Gemstelalpe genannt) erreicht. Sie liegt auf 1.692 Metern Höhe; wir hatten also in nicht einmal einer Stunde bereits über 300 Höhenmeter hinter uns gebracht.

Blick auf die Obere Gemstelalpe im Kleinwalsertal

Die Alpwirtschaft fand ich sehr einladend und gemütlich.

Auf der Oberen Gemstelalpe im Kleinwalsertal

Zeit für eine Kaffeepause!

Kaffeepause auf der Alpwirtschaft Obergemstel

Naja, ein (sehr gutes) Stück Nusskuchen habe ich mir auch noch genehmigt. Bestimmt habe ich die meisten Kalorien beim weiteren Abstieg gleich wieder verbraucht.

Abstieg von der Oberen Gemstelalpe ins Gemsteltal

Lustig fand ich dieses Schild am Weg; wer schon so weit gekommen ist, hat bestimmt schon gemerkt, dass das kein reiner Spazierweg ist …

Trittsicherheit erforderlich

Aber ein sehr schöner Weg!

Weg von der Oberen zur Hinteren Gemstelalpe

Zwischendrin hat man einen weiten Blick ins Gemsteltal und kann schon die nächste Hütte sehen. Es handelt sich um die Hintere Gemstelalpe, die auf 1.320 Metern Höhe liegt.

Blick von oben auf das Gemsteltal und die Hintere Gemstelalpe

Da der weitere Abstieg über viel loses Geröll und größere Felsen ging, musste ich die Kamera wieder wegpacken. Schließlich galt es noch, ein ausgetrocknetes Bachbett zu durchqueren.

ausgetrocknetes Bachbett im Gemsteltal

Einige Gehminuten später kam dann die Hintere Gemstelape in Sicht.

die Hintere Gemstelalpe im Kleinwalsertal

Die sah auch richtig nett aus, aber nachdem unsere Kaffee- und Kuchenpause nur 50 Minuten zurücklag, haben wir sie ohne Einkehr passiert. Ab hier wird der Weg durch das Gemsteltal zu einem sehr hübschen Spaziergang.

Wandweg durchs Gemsteltal

Wanderweg durchs Gemsteltal im Kleinwalsertal

Er führt an weiteren Alphütten und blühenden Wiesen vorbei …

Bergwiese im Kleinwalsertal

und schließlich am Gemstelbach entlang,

der Gemstelbach im Kleinwalsertal

bis nach Mittelberg bzw. Bödman:

Blick auf Mittelberg im Kleinwalsertal

Von hier wären es noch etwa 2 Kilometer Fußweg nach Baad gewesen, aber die haben wir uns gespart und lieber den Walserbus genommen.

fahrender Walserbus

Zusammenfassung der Tour rund um den Großen Widderstein im Kleinwalsertal

Es war eine wunderschöne Tour: Sie führt durch eine herrliche Landschaft, erfordert zwar eine gewisse Kondition, aber keine ausgesprochenen Bergsteigerqualitäten und bietet etliche Einkehrmöglichkeiten. Die Gesamtstrecke rund um den Großen Widderstein ist ca. 15 km lang, wobei wir die letzten 2 Kilometer mit dem Bus zurückgelegt haben. Die reine Gehzeit beträgt für unsere Tour 6 Stunden; wenn ihr auf den Bus verzichtet, müsst ihr eine knappe halbe Stunde dazurechnen. Wenn ihr wie wir den Berg gegen den Uhrzeigersinn umrunden wollt, startet ihr am Wanderparkplatz in Baad und kalkuliert in etwa mit folgenden Wegzeiten:

  • Wanderparkplatz – Bärgunthütte: 40 Min.
  • Bärgunthütte – Widdersteinhütte: 2,5 Std.
  • Widdersteinhütte – Obere Gemstelalpe: 50 Minuten
  • Obere Gemstelalpe – Bödman: 2 Std.

Dass ihr gute Bergschuhe und eine gewisse Trittsicherheit für diese Tour braucht, habt ihr auf den Bildern ja schon gesehen.

Da der Abstieg recht steil und über längere Strecken auch sehr geröllig war, würden wir die Runde beim nächsten Mal vielleicht eher im Uhrzeigersinn machen. Allerdings ist dann die Auswahl an Hütten auf der zweiten Weghälfte deutlich geringer – im Bärgunttal liegen nur zwei Hütten statt der vier im Gemsteltal.

Falls ihr in Oberstdorf oder weiter unten im Kleinwalsertal nächtigt, empfehle ich euch die Anfahrt nach Baad bzw. Bödman mit dem Walserbus. Der fährt zu Saisonzeiten alle zehn Minuten und ist für euch kostenlos, wenn ihr eine Gästekarte habt.

Wandern im Kleinwalsertal - rund um den Großen Widderstein

Übrigens habe ich auf dieser Wanderung noch ein paar zauberhafte Alpenblumen fotografiert. Die findet ihr (neben etlichen anderen Schönheiten) in meinem Post Bergsommer im Allgäu – die schönsten Alpenblumen. Einen Tipp für eine sehr empfehlenswerte Winterwanderung im Kleinwalsertal habe ich für euch auch noch: Winterwandern am Hohen Ifen im Kleinwalsertal – traumhaft schön!

Wart ihr schon im Kleinwalsertal unterwegs? Was hat euch besonders gut gefallen? Worüber würdet ihr gerne noch mehr lesen? Ich freue mich auf eure Kommentare!