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Impressionen vom (fast) leeren Forggensee 2018

Impressionen vom leeren Forggensee 2018

Die Meldungen vom trockenen Forggensee 2018 haben es ins Fernsehen und bis in die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschafft. Dabei ist der Forggensee eigentlich jedes Jahr ziemlich leer. Nur halt im Spätwinter und nicht gerade dann, wenn die touristische Hauptsaison ist. Denn der See, der so malerisch zwischen Roßhaupten und Füssen liegt, ist eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts, entstanden durch das Anstauen des Lechs zum Zweck der Stromgewinnung und des Hochwasserschutzes der flussabwärts gelegenen Gemeinden. Jedes Jahr wird er über den Winter nach und nach abgelassen und bis zum Saisonbeginn am 1. Juni wieder angestaut. Dieses Jahr ist aber alles anders, wie dieses Foto vom 10. Juni 2018 zeigt:

Steinmännchen im leeren Forggensee 2018

Der Grund ist technischer Natur: Die Betreibergesellschaft Uniper hat im Frühjahr gravierende Schäden am Damm bei Roßhaupten festgestellt. Nun muss der Damm repariert werden. Deswegen wurde der Wasserspiegel noch tiefer gesenkt als sonst im Frühling und bis jetzt, Mitte Juni, noch nicht wieder mit dem Anstauen begonnen. Was für die Bootsvermieter und etliche Hoteliers einen drastischen Geschäftseinbruch bedeutet. Segeln ist halt schwierig, wenn dafür praktisch nur eine Pfütze zur Verfügung steht. Wenn auch eine sehr malerische Pfütze …

Segelboote im (fast) leeren Forggensee 2018

So sieht dann übrigens der Weg vom Boot zurück zum Anlegesteg aus:

Bootssteg am fast leeren Forggensee 2018

Ein bisschen trostlos wirkt das ja schon am Forggensee 2018, fast ohne Wasser …

Für Entdecker, Fotografen, Hobby-Archäologen und Mountainbiker ist die bizarre Seegrundlandschaft dagegen ein magischer Ort. Auch für mich, obwohl ich schon zweimal bei Expeditionen auf dem Seegrund dabei war und auch schon darüber geschrieben habe. Und natürlich muss ich euch unbedingt meine Fotos zeigen. Zunächst habe ich mir den Spaß gemacht und einige Fotomotive aus meiner Sammlung gegenübergestellt.

Meine Forggensee-Vergleichsfotos

Im April 2014 habe ich zum ersten Mal eine Führung mit dem Heimatforscher Magnus Peresson über den Seegrund gemacht. Darüber habe ich einen eigenen Post geschrieben: Mondlandschaft mit Tiefgang: Auf dem Grund des Forggensees gibt es viel zu entdecken

Auch damals war der Wasserstand wegen Wartungsarbeiten tiefer abgesenkt worden als sonst. Deswegen kam die Tiefentalbrücke der alten B16 höher aus dem Wasser als normalerweise. Der Pegelstand im Juni 2018 ist ähnlich, wie die Vergleichsfotos zeigen:

die alte Tiefentalbrücke im Forggensee 2018 und 2014 im Vergleich

Wie gesagt, 2014 waren wir im April da, als der See den niedrigsten Pegel seit langem hatte. Im Juni war er natürlich voll.

Oben habt ihr ja das Bild von den Segelbooten gesehen, die vor der Yachtschule bei Dietringen liegen. Dieselbe Bucht habe ich im November 2015 fotografiert, als wir eine Radtour rund um den Forggensee gemacht haben.

Forggenseebucht 2018 im Vergleich zu 2015

Und hier noch Vergleichsfotos von meinem Lieblingsbaum am See:

Baum am Forggenseestrand 2018 und 2015 im Vergleich

Auch an der Staumauer selbst wird deutlich, wie groß die Pegelunterschiede sind:

Forggensee-Staumauer bei Roßhaupten 2018 im Vergleich zu 2015

Schon beeindruckend, oder?

Meine Impressionen aus dem (fast) leeren Forggensee 2018

Schöner ist mehr Wasser natürlich schon. Aber auch die freigelegten Strukturen aus Sand, Holz und Felsen haben ihren Reiz. In der Nähe der Yachtschule habe ich zum Beispiel diese nicht mehr sehr yachtmäßigen Bootsreste entdeckt.

Bootswrack im Forggensee 2018

Bei diesen knochenartigen Felsformationen musste ich gleich an die Legende vom Drachen bei Tiefental denken …

Felsformation im leeren Forggensee 2018

Das hier könnte doch eine Drachenwirbelsäule sein, oder?

Drachenwirbelsäule im leeren Forggensee 2018

Und dann diese Baumstümpfe – als würden sie aus dem See krabbeln wollen. Oder zumindest gelegentlich umherwandern und sich voller Sehnsucht nach einem anderen Wesen ausstrecken.

Baumstumpf im Forggensee 2018

Baumstumpf im fast leeren Forggensee 2018

Baumstümpfe im Forggensee 2018

Die wüstenartige Landschaft wirkt vor dem Grün der Umgebung fast unwirklich.

Der fast leere Forggensee bei Tiefental 2018

Übrigens konnte ich in dem wunderbaren Abendlicht nicht widerstehen und musste eines meiner selten Selfies machen. Also eigentlich ist es ein Wefie, schließlich hat mich der geduldigste Ehemann von allen bei meiner Fototour begleitet.

Doppel-Selfie im Abendlicht

Wir waren auch deshalb im nördlichen Seegebiet unterwegs, weil man hier die Pegelunterschiede besonders stark bemerkt. Der südliche Teil des Sees ist flacher und fällt jeden Winter weitgehend trocken. Hier gibt es archäologisch etliches zu entdecken. Was, das habe ich letztes Jahr in meinem Post Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees beschrieben. Und wenn ihr wissen wollt, wie der See normalerweise im Sommer bzw. Herbst aussieht, könnt ihr das in meinem Beitrag Forggensee im Herbst: Märchenschloss und blaue Fluten nachschauen. Puh, ich glaube, ich muss langsam aufhören, diesen See zu fotografieren …

Impressionen vom Forggensee 2018

die Burgruine Sulzberg im Allgäu

Interessantes Familienziel: die Burgruine Sulzberg

Die Burgruine Sulzberg (47°39’15.4″N 10°20’39.5″E) ist eine von vielen Ruinen im Allgäu – aber eine, die heute zumindest im Sommer regelmäßig belebt ist. Dafür sorgen die Burgfreunde Sulzberg, ein Verein, in dem Bürger der Marktgemeinde sich organisiert haben, um die Ruine zu erhalten. Immer vom 1. Mai bis zum 30. Oktober öffnen sie an Sonn- und Feiertagen von 13:30 bis 16:30 Uhr das Burginnere für Besucher und bewirten diese mit Kaffee und Kuchen. Zusätzlich gibt es Veranstaltungen wie die „Burgbelebung“ und Konzerte sowie eigene Besuchsprogramme für Schulklassen.

Ein Sonntagsbesuch auf der Burgruine Sulzberg

Wir haben neben dem Rathaus in Sulzberg geparkt.

Rathaus in Sulzberg

Von hier aus folgt man dem Burgweg hügelaufwärts und dann der Beschilderung zur Burgruine. Der Weg führt zunächst durch ein Wohngebiet, schließlich aber über freies Feld.

Fußweg zur Burgruine Sulzberg

Nach etwa 20 Minuten Gehzeit ist der Eingang zur Burgruine Sulzberg erreicht. Rechts liegt die ehemalige Vorburg, die von großen Bäumen erobert wurde, links beeindruckt der immer noch mächtige Bergfried.

Eingang zur Burgruine Sulzberg

Um in die eigentliche Burg zu gelangen, gilt es noch, diese Holztreppe emporzusteigen, …

Holztreppe zur Burgruine Sulzberg

dann liegt das Tor zur eigentlichen Burg schon vor dem neugierigen Besucher.

Steintreppe zum Burgtor in der Burgruine Sulzberg

Im Burghof lädt ein kleines Café, das die Burgfreunde betreiben, zur Rast ein.

Blick in den Burghof der Ruine Sulzberg

Aber zuerst muss natürlich die Ruine näher erkundet werden. Vom einst prächtigen Palas ist nur der Giebel an der Westseite erhalten, dahinter liegen noch einige Mauerreste.

im Hof der Burgruine Sulzberg

Im Bergfried haben die Burgfreunde ein kleines Burgenmuseum und einen Rittersaal eingerichtet. Der Eintritt kostet bescheidene 2 Euro für Erwachsene bzw. 1 Euro für Teenager ab 14 Jahren.

Eingang zum Bergfried in der Ruine Sulzberg

Drinnen bekommt man einen guten Einblick in die Geschichte der Burg und eine Vorstellung vom Leben darin.

Ein ganz kleiner Blick in die Geschichte der Burgruine Sulzberg

Die Burg Sulzberg stammt aus dem 12. Jahrhundert und ging im 14. Jahrhundert von den Herren von Sulzberg an das Geschlecht der Schellenberger über, die im Dienst des Erzherzogs von Österreich standen. Marquard von Schellenberg baute die Burg luxuriös aus, wovon auch die Reste dieses kunstvollen (und teuren) Kachelofens zeugen. Marquards Witwe musste die Anlage wegen der angehäuften Schulden verkaufen.

Die prächtige Burg ging in den Besitz des Kemptener Fürststifts über, das aber ab Mitte des 17. Jahrhunderts keine Verwendung mehr für sie hatte und sie verfallen ließ. Im Zuge der Säkularisation wurde die Burgruine Sulzberg an einen Bauern verkauft. Sie ist heute noch in Privatbesitz.

Vitrine im Burgenmuseum der Ruine Sulzberg

Die Burgfreunde sind offenbar ein geselliges Völkchen; außerdem kann man den Rittersaal auch für Feste und Veranstaltungen mieten.

Rittersaal im Bergfried der Ruine Sulzberg

Sehenswert: der Blick von der Aussichtsplattform auf der Burgruine Sulzberg

Wer die Treppen im Bergfried über alle vier Etagen bis nach oben steigt, wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Nach Norden geht der Blick über die Marktgemeinde Sulzberg bis nach Kempten.

Blick auf Sulzberg im Allgäu

Im Süden erstreckt sich das Alpenpanorama; links im Bild ist der Grünten zu sehen.

Grüntenblick von der Burgruine Sulzberg aus

Nach der kleinen Burgerkundung haben wir uns mit Kaffee und Rhabarberkuchen gestärkt und uns auf den Weg zurück zum Rathaus gemacht. Wer mag, kann anschließend weiter zum Baden an den Sulzberger See fahren (bei den Einheimischen heißt er übrigens Öschlesee).

Die Burgruine Sulzberg im Allgäuer Seenland - Pin

Falls ihr noch mehr Burgruinen besuchen bzw. besichtigen möchtet, empfehle ich euch auch folgende Posts:

Rundwanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg

Der Falkenstein: das letzte Projekt von König Ludwig II

im Werdensteiner Moos

Naturgenuss pur: der Rundweg Werdensteiner Moos

Moorlandschaften gibt es im Allgäu viele, das Werdensteiner Moos zwischen Kempten und Immenstadt ist eine der kleineren. Aber eine, die mit einem Rundweg besonders schön erschlossen und dank verschiedener Erlebnisstationen perfekt als Ausflugsziel für Familien geeignet ist.

Der Rundweg Werdensteiner Moos

Man kann die etwa 3,5 km lange Runde entweder von Eckarts oder von Thanners aus starten. Unser Startpunkt war der Wanderparkplatz bei Thanners, kurz vor dem Haxnwirt, den ihr unter diesen Koordinaten findet: 47°36’31.3″N 10°16’05.3″E

Die Parkgebühr beträgt 2 € für 4 Std. und 4 € für den ganzen Tag. Vom Parkplatz führt der Weg direkt in den Wald bzw. das Moos hinein.

Rundweg Werdensteiner Moos - Eingang am Wanderparkplatz Thanners

Nach einem kurzen Stück beginnt die eigentliche Runde, man kann also links abbiegen oder schräg rechts weitergehen. Da wir die kleine Moosrunde mit einem Abstecher nach Werdenstein kombinieren wollten, sind wir sie gegen den Uhrzeigersinn gegangen. Kurz nach der Abzweigung sind wir auf diesen hübschen kleinen Tümpel gestoßen, aus dem uns ein munteres Gequake entgegenschallte.

Tümpel im Werdensteiner Moos

Und tatsächlich: Der ganze Tümpel war voller niedlicher kleiner Grünfrösche. Nach einem ersten Oh-Schreck-Weghüpfen zeigten sie sich recht entspannt.

Grünfrosch im Werdensteiner Moos

Grünfrösche im Werdensteiner Moos

Diverse Libellen flogen auch herum, aber die sind zu schnell für mich bzw. meine Kamera. Das macht nichts, entlang des Wegs gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Erlebnisweg durchs Werdensteiner Moos

Spielstationen für Kinder zum Beispiel, wie hier das Schmetterlings-Bandolino.

Schmetterlings-Bandolino im Werdensteiner Moos

Oder eine bizarre Tümpel-Landschaft mit abgestorbenen Bäumen und jungen Birken.

Birken im Werdensteiner Moos

Noch besser sind die Einblicke ins Moor von dieser Aussichtsplattform aus.

Aussichtsplattform im Werdensteiner Moos

Sumpflandschaft im Werdensteiner Moos

Kurz nach der Aussichtsplattform führt ein Holzsteg tiefer ins Moos hinein, der an einer weiteren Plattform endet und neue Ausblicke erschließt.

Holzsteg im Werdensteiner Moos

Wollgras-Supmpflandschaft im Werdensteiner Moos

Danach lädt ein abwechslungsreicher Barfußpfad zum Schuheausziehen und Ausprobieren ein.

Barfußpfad im Werdensteiner Moos

Und hier, nach etwa zwei Drittel des Rundwegs Werdensteiner Moos, weist ein Schild nach Werdenstein.

Hinweisschild nach Werdenstein

Diesem Weg sind wir gefolgt.

Abstecher zum Burgcafé Werdenstein

Wir verlassen also das Moor und gehen ca. 1 km nach Westen.

Weg vom Werdensteiner Moos nach Werdenstein

In Werdenstein selbst folgen wir den Wegweisern zur Burgruine bzw. zum Burgcafé.

Wegweiser zur Burgruine Werdenstein

Da wir inzwischen recht hungrig waren, gingen wir zuerst ins Burgcafé Werdenstein, das sehr einladend auf einem Felssporn und unterhalb der Burgruine liegt.

Burgcafe Werdenstein

Und tatsächlich, das einladende Äußere trügt nicht: Die Terrasse ist sehr hübsch, der Service flink und freundlich, das Essen gut und preiswert. 7,90 Euro für eine Portion (guter) Kässpatzen mit Salat, das ist selbst im Allgäu selten.

Kässpatzen im Burgcafe Werdenstein

Offenbar wohnt in der Burgruine ein freundliches kleines Gespenst. Jedenfalls geisterte eines auf meinem Milchschaum herum.

Cappuccino mit Kakao-Gespenst

Unterhalb der Terrasse liegt ein Mini-Spielplatz mit Rutsche und Wippetieren. Aber für die anwesenden Kinder waren die beiden Esel die Hauptattraktion. Sie ließen sich geduldig streicheln und füttern. Und fotografieren.

Esel am Burgcafe Werdenstein

neugieriger Esel vor Bergpanorama

An den Eseln vorbei führt ein Trampelpfad zur Burgruine Werdenstein. So richtig viel gibt es da nicht mehr zu sehen, nur ein paar Mauerreste und einen (rekonstruierten) Teil des Torturms.

Burgruine Werdenstein

Und natürlich das größte Hufeisen der Welt. Damit man das nicht übersieht, hängt extra ein Hinweisschild am Turm.

Hinweisschild zum größten Hufeisen der Welt

Nach der Ankündigung hatte ich es mir irgendwie noch größer vorgestellt …

Hufeisen an der Burgruine Werdenstein

Nach der ausgiebigen Pause gingen wir denselben Weg zurück ins Moor.

Zurück auf dem Rundweg Werdensteiner Moos

Ab der Abzweigung nach Werdenstein bleibt nur noch etwa 1 km zu gehen. Und schon fängt einen die reizvolle Mooslandschaft wieder ein.

Tümpel mit Birken im Werdensteiner Moos

Hier liegt noch ein größerer Aussichtsturm, der wirklich eine schöne Aussicht bietet.

Aussichtsturm im Werdensteiner Moos

Blick auf den Rundweg Werdensteiner Moos

Wer mag, kann hier eine kleine Pause einlegen. Weiter geht es an weitere Froschtümpeln und einem Riesenfrosch.

Frosch-Skulptur im Werdensteiner Moos

Nach einer Viertelstunde ist dann der Wanderparkplatz wieder erreicht.

Seltene Blumen im Werdensteiner Moos

Wer genau hinsieht, entdeckt seltene Pflanzen und exquisite Blüten im Sumpf. Lustig fand ich diesen Pilz, der den mit Hackschnitzeln bestreuten Weg wohl mit einem abgestorbenen Baum verwechselt hatte und dann auch noch mitten in ein Grasbüschel wuchs – ein Pilz auf dem Holzweg gewissermaßen.

Pilz auf Holzweg

Im Allgäu öfter zu finden und immer schön anzusehen sind die leuchtend gelben Trollblumen.

Trollblumen am Rundweg Werdensteiner Moos

Trollblume

Ebenfalls gelb blüht die heimische Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus).

Heimische Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus)

Sogar eine verschiedenfarbige Sumpf-Schwertlilie (Iris versicolor) habe ich entdeckt.

Verschiedenfarbige Sumpf-Schwertlilie (Iris versicolor)

Wo wir gerade bei Blau- und Lilatönen sind: Auch geflecktes Knabenkraut habe ich an mehreren Stellen gesichtet.

Geflecktes Knabenkraut

Und Akelei.

Akelei

Und Glockenblumen, wobei ich keine Ahnung habe, welche der zig Glockenblumenarten das gerade ist.

Glockenblumen

Sind die nicht schön?

Natürlich darf ich das Wollgras nicht vergessen, das blüht immer so schön fluffig.

blühendes Wollgras an einem sumpfigen Tümpel

Mein Fazit:

Der Rundweg Werdensteiner Moos ist abwechslungsreich und bietet faszinierende Einblicke in das Ökosystem Moor. Da der Weg steigungsfrei und gut gepflegt ist, ist er auch für ältere Menschen und/oder Familien mit einem einigermaßen geländegängigen Kinderwagen geeignet. Die reine Gehzeit für den Rundweg beträgt etwa eine Dreiviertelstunde, aber mit Schauen und Spielen und Fotografieren kann man leicht auch die doppelte Zeit hier verbringen. Der Abstecher zum Burgcafé Werdenstein verlängert den Weg um ca. 2 km und damit um rund 20 Minuten Gehzeit.

Rundweg Werdensteiner Moos - Pin

Falls ihr noch mehr klein(st)kindgerechte Ausflugsziele sucht: Hier findet ihr weitere Vorschläge für Kinderwagenwanderungen im Allgäu.

Nachtrag:

Meine Freundin und Bloggerkollegin Sabine findet, dass Blogger auch ab und zu selbst in ihren Posts zu sehen sein müssen. Da sie mich bei der kleinen Wanderung durchs Werdensteiner Moos begleitet hat, hat sie ein Foto von mir gemacht, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Passenderweise war ich gerade dabei, sie zu fotografieren …

Reisebloggerin Barbara auf Recherche

Die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried im Oberallgäu

Spaziergang zur Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

Das Allgäu war einmal eine echte Burgenregion, heute ist es eher eine Burgruinenregion. Die Bauernaufstände, der Dreißigjährige Krieg und die Enteignungen im Zuge der Säkularisation haben den ehemals stolzen Bauten sehr zugesetzt. Dafür finden sich heute noch an vielen Stellen malerische Ruinen. Eine haben wir kürzlich im Rahmen eines Frühlingsspaziergangs besucht, nämlich die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried im Oberallgäu.

Rundweg durch den Wald zur Burgruine Wolkenberg

Startpunkt der etwa 4 Kilometer langen Runde ist ein kleiner Wanderparkplatz zwischen Möstenberg und Leiterberg am Waldrand (47°44’33.9″N 10°25’00.9″E).

Wanderkarte mit dem Rundweg zur Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

Die Ruine ist leicht zu finden, da die Wege gut beschildert sind.

Wegweiser zur Burgruine Wolkenberg

Vom Parkplatz aus geht es nach Norden, in den Wald hinein.

Beginn des Spazierwegs zur Burgruine Wolkenberg

Waldweg zur Burgruine Wolkenberg

Nach etwa 20 Minuten Gehzeit weist ein Schild an einer Wegkreuzung nach links, kurz darauf geht es nochmals nach links. Und dann kommt auch schon die Infotafel am Fuß des Burghügels in Sicht.

Infotafel am Fuß der Burgruine Wolkenberg

Die Geschichte der Burg Wolkenberg

Einst stand auf diesem Hügel ein stattliches Gebäude mit einer umlaufenden Wehrmauer und einem mächtigen Bergfried.

Rekonstruktionen der Burg Wolkenberg bei Wildpoldsried

Errichtet wurde die Burg im 13. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert hauste dort ein Raubritter, den die Kemptener gerne loswerden wollten, weswegen sie die Burg eroberten. Später kam sie in den Besitz des Stifts Kempten, das in Wolkenberg eine Vogtei errichtete. Mit ihren Fischteichen, der Mühle und dem Bauhof war dies eine wirtschaftlich lukrative Investition. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg zerstört, die Bauern räumten dabei auch gleich die Fischteiche leer. Die nächste Zerstörung erfolgte im Dreißigjährigen Krieg, auch danach wurde die Burg wieder instandgesetzt. Im 18. Jahrhundert begann sie dann zu verfallen.

Ein Besuch auf der Burgruine Wolkenberg

Schon vom Fuße des Hügels aus lassen sich Gebäudereste erkennen. Sehr hoch sind sie nicht mehr.

Weg zur Burgruine Wolkenberg

Tatsächlich sind noch Teile der Ringmauer vorhanden, ein Backhaus, Reste des Rittersaals und eines Treppenhauses, das einst in die Kemenaten führte.

Die Burgruine Wolkenberg bei Wildpoldsried

In der Burgruine Wolkenberg

Auf dem Rumpf des Bergfrieds hatten es sich bei unserem Besuch zwei Mountainbiker für eine Rast bequem gemacht.

Überreste des Bergfrieds der Burgruine Wolkenberg

Übrigens soll sich auf der Ruine ein Geist eingenistet haben, nämlich der „Socker“. Er spukte mit Vorliebe auf dem Bauhof der Burg herum, der bis vor einigen Jahrzehnten noch im Wald stand (heute erinnert an ihn nur ein Gedenkstein). Er polterte hinter dem Ofen herum und warf nachts die Knechte aus den Betten. Dabei schlich er sich ganz leise an, denn er trug keine Schuhe, nur Socken. Seit der Bauhof nicht mehr steht, hat sich der Socker aber nicht mehr blicken lassen, vielleicht ist es ihm einfach zu langweilig geworden, so ganz allein im Wald …

Nach unserem Erkundungsgang folgten wir dem Pfad wieder hinunter, bogen dort aber rechts ab, da wir ja einen Rundweg gehen wollten. Dieser führte durch den lichten Frühlingswald und schließlich wieder zurück zum Wanderparkplatz.

Frühlingswald bei Wildpoldsried

Die Runde ist gut beschildert, flach und daher wenig anstrengend sowie kinderwagengeeignet. Etwa eine Stunde Zeit solltet ihr dafür einplanen.

Burgruine Wolkenberg im Allgäu - Pin

Habt ihr auch eine Schwäche für Burgruinen, so wie ich? Dann empfehle ich euch folgendes Posts:

Liebenthann – das verwunschene Schloss im Wald

Rundwanderung an der Alpspitz – Wallfahrtskirche, Wasserfall und die Ruine der Nesselburg

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Feuerwehrfahrzeug im Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

Mit Feuer und Flamme ins Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

2017 wurde das neue Feuerwehrmuseum Kaufbeuren eröffnet, das wollte ich mir endlich einmal ansehen. Dazu passt perfekt die Führung Feuer und Flamme, bei der man einmal im Monat die Kaufbeurer Altstadt auf den Spuren der Feuerwehrgeschichte erkunden kann. Mit einem echten Feuerwehrmann als Führer! Die habe ich auch mitgemacht und hier ist mein Bericht.

Einmal im Monat: die Themenführung „Feuer und Flamme“

Treffpunkt ist immer am ersten Samstag im Monat um 10:30 Uhr an der Tourist Information vor dem Rathaus. Dort erwartete uns Christoph Heider in einer alten Feuerwehruniform. Bei echten Einsätzen trägt er natürlich eine moderne Uniform; er ist nämlich Zugführer bei der freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren.

Feuerwehrmann Christoph Heider bei der Führung Feuer und Flamme

Er erzählte zunächst einiges über die Entstehungsgeschichte der Feuerwehr. Im Mittelalter waren nämlich die Mitglieder der Handwerkszünfte zu Löschdiensten verpflichtet, und zwar je nach Gewerk mit unterschiedlichen Aufgaben. Im Zuge der Industrialisierung, als das Handwerk an Bedeutung verlor, musste eine andere Lösung gefunden werden. So kam es 1858 zur Gründung der Feuerwehr Kaufneuren im Gasthaus zum Ochsen. Getragen wurde sie von Mitgliedern des Turnvereins; das zünftige Beisammensein im Wirtshaus spielte offenbar auch immer schon eine große Rolle.

Afraberg und Fünfknopfturm

Dieses Bild zeigt den Afraberg, den wir im Rahmen der Führung erklommen haben. Die Heilige Afra ist nämlich sowohl die Schutzpatronin der Freudenmädchen, die hier einst ihrem Gewerbe nachgingen, als auch der Feuerwehrleute.

Das zeigt, wie praktisch katholische Frömmigkeit schon immer orientiert war: Afra soll nämlich zunächst als Venuspriesterin tätig und damit auch sexuell recht aktiv gewesen sein, bevor sie Christin wurde und als Märtyrerin verbrannt wurde. Damit war klar, für welche Bevölkerungsgruppen sie fortan zuständig sein würde.

der Afraberg in Kaufbeuren

Wenn man den Afraberg hinaufsteigt, gelangt man zum Fünfknopfturm, dem Wahrzeichen Kaufbeurens. Über Jahrhunderte saß ganz oben im Turm ein Türmer, dessen Hauptaufgabe es war, nach Bränden Ausschau zu halten und bei Bedarf schnell Alarm zu schlagen. Da einer allein das nicht rund um die Uhr übernehmen kann, hauste dort meist eine ganze Familie, die sich im Dienst abwechselte. Das Klo war übrigens ganz unten …

der Fünfknopfturm in Kaufbeuren

Kein Wunder, dass die erste Telefonleitung in Kaufbeuren vom Fünfknopfturm zum Rathaus verlegt wurde. Das war im Jahr 1882. Weiter ging es ein Stück auf der alten Wehrmauer entlang; das ist toll und nur im Rahmen einer Führung möglich.

auf der alten Wehrmauer in Kaufbeuren

Der Wehrgang endet an der Blasiuskirche, dann geht es über den Blasiusberg wieder hinunter. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Altstadt.

Blick auf die Altstadt von Kaufbeuren

Die Heilige Crescentia und die Feuerwehr

Auch zum Crescentiakloster machten wir einen kleinen Abstecher. Es geht nämlich die Legende, die Heilige habe auf ihrem Sterbebett darum gebetet, dass in Kaufbeuren nie mehr als ein Haus gleichzeitig brennen möge. Angeblich ist das auch seit ihrem Tod im Jahr 1744 auch wirklich nicht mehr vorgekommen. Das ist sicher eine Erleichterung für die Feuerwehr.

Eingang zum Crescentiakloster in Kaufbeuren

Die Stadtführung endet nach etwa zwei Stunden dann auf dem Gelände der ehemaligen Textilspinnerei und -weberei Momm, wo heute das Feuerwehrmuseum Kaufbeuren untergebracht ist.

Besuch im Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

Einst war die 1839 gegründete Mechanische Baumwollspinnerei und Weberei Momm ein bedeutendes Unternehmen, das hunderte von Arbeitern beschäftigte und wegen der hohen Brandgefahr auch eine eigene Werksfeuerwehr unterhielt. 2005 musste Momm Insolvenz anmelden und die letzten 180 Mitarbeiter entlassen. Heute entstehen auf dem ehemaligen Werksgelände teilweise Wohnungen, teilweise sind Unternehmen in die Gebäude eingezogen. (Es sind auch noch Hallen zu vermieten, falls jemand Interesse hat.)

Bereits fest belegt ist dieses Gebäude, das die Feuerwehrler mit rund 10.000 Stunden Eigenleistung zum Museum ausgebaut haben.

Feuerwehrmuseum Kaufbeuren - Außenansicht

Im Erdgeschoss sind Feuerwehrfahrzeuge aus zwei Jahrhunderten ausgestellt, von denen einige noch vor relativ kurzer Zeit im Einsatz waren.

Fahrzeuge im Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

alte Gerätschaften im Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

Sehr hübsch fand ich die ebenso kreativen wie thematisch passenden Deckenleuchten:

Deckenleuchte aus alten Feuerwehrschläuchen

Wenn man sieht, mit welchem Löschgerät die Feuerwehrler früher auskommen mussten, kann man sich nur wundern, wie sie es überhaupt geschafft haben, Brände zu löschen.

Löschgerät aus dem Jahr 1905

Da war dies auf jeden Fall ein guter Rat:

Helft Brände verhüten - Schild

Im Obergeschoss befindet sich ein nachgebauter Straßenzug aus der mittelalterlichen Stadt. Hier geht es mehr um die Menschen im Löscheinsatz, als um die Technik.

Kaufbeurer Altstadtszene im Feuerwehrmuseum

Feuerwehrmuseum Kaufbeuren - Ausstellung im Obergeschoss

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs, als Deutschlands Städte bombardiert wurden, war die Feuerwehr laufend im Einsatz. Wie das ausgesehen hat, zeigt diese nachgestellte Szene in der zerstörten Augsburger Altstadt (in der Annastraße). Die fand ich schon ziemlich beeindruckend.

Löscheinsatz im zweiten Weltkrieg - Szene aus dem Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

Wirklich unter die Haut ging dann der Film über den Bombenkrieg und die Feuerstürme danach, den man im nachgebauten Luftschutzbunker ansehen kann.

nachgebauter Luftschutzkeller im Feuerwehrmuseum Kaufbeuren

Hoffentlich sehen sich das viele Menschen und hören den Zeitzeugenberichten gut zu. Damit es so etwas bei uns nie wieder gibt. Und woanders bitte auch nicht.

Mein Fazit

Insgesamt fand ich die Führung Feuer und Flamme sehr informativ und unterhaltsam und das Feuerwehrmuseum Kaufbeuren sowohl vom Gebäude als auch von der Ausstellung her toll gemacht. Allerdings müsste die Führung vielleicht etwas gekürzt werden, denn nach insgesamt 3 Stunden waren wir doch ganz schön platt. Wenn ihr nicht ganz so intensiv in die feurige Stadtgeschichte eintauchen wollt, besucht ihr das Museum eben ohne vorherige Stadtführung.

Feuerwehrmuseum Kaufbeuren - Pin

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Schwimmvergnügen im 70er-Jahre-Stil: das Freibad im Jordan-Badepark Kaufbeuren

Das Puppentheatermuseum in Kaufbeuren: Nostalgie pur

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im Bauernhaus-Museum Wolfegg - ein Wohnspeicher und ein alter Hof

Auf Zeitreise im Bauernhaus-Museum Wolfegg

Nein, romantisch oder gar idyllisch war das Bauernleben im Allgäu früher sicher nicht, sondern hart und arbeitsreich. Auf einem modernen Bauernhof lebt es sich bestimmt besser und komfortabler als in den bis zu 300 Jahre alten Gebäuden, die man im Bauernhaus-Museum Wolfegg besichtigen kann. Aber schön sind sie doch. Und vor allem erlauben sie es uns heutigen Besuchern, in die Vergangenheit einzutauchen und ein anschauliches Bild vom Leben in früheren Zeiten zu gewinnen.

Ein Rundgang durch das Bauernhaus-Museum Wolfegg

Das Freilichtmuseum liegt am Ortsrand von Wolfegg auf einem 12 ha großen Gelände. Dort stehen 16 historische Bauernhäuser und mehrere Nebengebäude vom Bienenhaus bis zur Viehwaage. Die Häuser sind größtenteils möbliert, in einigen werden Sonderausstellungen gezeigt.

Der Eingang führt durch eine Zehntscheuer aus dem 15. Jahrhundert

Rechts sehr ihr den Blaserhof aus Waldburg, dessen Ursprünge im Jahr 1712 liegen. Das Windrad geht aufs Jahr 1907 zurück, das kleine Gebäude links ist eine Viehwaage. Richtig toll fand ich aber die Zehntscheuer, auf deren rotes Dach ihr gerade schaut. Sie stammt aus dem Jahr 1430 und diente als Sammelort für die Naturalabgaben (= den Zehnt) der Bauern an das Kloster Weingarten.

Eingang zum Bauernhaus-Museum Wolfegg

Heute befindet sich in dem ehrwürdigen Gebäude der Eingang zum Bauernhaus-Museum Wolfegg. Der Eintritt kostet übrigens 6 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder ab 6 Jahren, die Familienkarte liegt bei 13 Euro.

In der Zehntscheuer im Bauernhausmuseum Wolfegg

Im Obergeschoss der großen Scheune wird eine Dauerausstellung zu den „Schwabenkindern“ gezeigt. So wurden die Kinder aus armen Vorarlberger und Tiroler Familien genannt, die früher den Sommer über zum Arbeiten ins Allgäu geschickt wurden – und das noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein! Die Ausstellung vermittelt ein eindrückliches Bild von den Lebensumständen dieser Kinderarbeiter.

Ein Bummel über das Freigelände vermittelt echtes Bauernhof-Ambiente

Wie gut die Häuser des Museums zur Umgebung passen, seht ihr auf diesem Bild: Der Hof im Vordergrund stammt aus Urlau (1740 erbaut) und wurde bis in die 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts bewohnt. Ohne Strom und Wasseranschluss, die letzte Bewohnerin kochte noch am offenen Kamin!

Im Hintergrund seht ihr das Schloss Wolfegg und den Turm der Barockkirche St. Katharina. Wolfegg ist übrigens ein hübscher kleiner Ort mit Restaurants, einem sehr netten Café und einem Automobilmuseum. Darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Blick auf Schloss Wolfegg vom Freigelände des Bauernhausmuseums aus

Das Haus Häusing aus Amtzell mit seinem hohen Satteldach hat mir gut gefallen.

Haus Häusing im Bauernhausmuseum Wolfegg

Die Inneneinrichtung hat mich an meine Großeltern erinnert. Obwohl diese einen Bauernhof in Hessen bewirtschaftet haben, nicht im Allgäu.

Schlafzimmer im Haus Häusing

Danach unterquert man die Straße und gelangt zu einem dorfähnlichen Ensemble.

Im „Dorf“ im Bauernhaus Museum Wolfegg

Die zwei dominierenden Gebäude habt ihr oben im Titelfoto schon gesehen: links einen Wohnspeicher aus dem 17. Jahrhundert, rechts den Hof eines reichen Bauern aus Danketsweiler (erbaut 1780). Darin werden Sonderausstellungen gezeigt.

Zu einem Bauernhof gehören natürlich auch Tiere

Den Hühnern und Enten gefiel es hier sichtlich:

Hühnerstall im Bauernhausmuseum Wolfegg

Hausenten im Bauernhaus-Museum Wolfegg

Die Ziegen und Schweine wirkten ebenfalls sehr entspannt. Und die Schweine haben wirklich kein bisschen gemüffelt!

Ziege im Bauernhaus-Museum Wolfegg

entspanntes Schwein im Bauernhaus-Museum Wolfegg

Vom Backhaus bis zur Stallscheuer

Zu den interessantesten Gebäuden gehört dieses Backhaus, das von 1730 bis 1953 in Betrieb war.

Das Backhaus im Bauernhof Museum Wolfegg

Unten wurde gebacken, oben wohnten erst Knechte, im zweiten Weltkrieg dann Kriegsgefangene und später evakuierte Familien. Die Einrichtung war ziemlich spartanisch.

im Backhaus im Bauernhaus Museum Wolfegg

Am besten gefallen hat mir das Haus Füssinger aus Siebratsreute, das 1705 errichtet wurde. So ein schönes Haus!

Das Haus Füssinger im Bauernhaus Museum Wolfegg

Es gehörte im 19. Jahrhundert einer wohlhabenden Bauernfamilie. Das sieht man auch an der Einrichtung, die aus dieser Zeit stammt.

Schlafkammer eines reichen Bauern aus dem 19. Jahrhundert

Die Küche wirkt nach heutigen Maßstäben dennoch recht einfach.

gemauerter Herd in einem alten Bauernhaus

Apropos Küche: So eine ausgiebige Besichtigungstour durch ein großes Freiluftmuseum macht hungrig. Zum Glück gibt es auch eine Museumswirtschaft im Fischerhaus.

Museumswirtschaft Fischerhaus in Wolfegg

Das Haus heißt so, weil hier früher die Hoffischer der Fürsten Waldburg-Wolfegg lebten und arbeiteten. Gleich nebenan liegen die Fischteiche und die Fischhälterei.

Fischteich und Fischhälterei im Freilichtmuseum Wolfegg

Ich habe mir im netten Biergarten des Fischerhauses erst einmal eine „dicke Amanda“ mit Salat gegönnt; so heißt diese köstliche Ofenkartoffel:

Ofenkartoffel mit Salat

Mein Fazit: Das Bauernhaus-Museum Wolfegg ist ein sehr schönes und sehenswertes Freilichtmuseum, dessen Besuch der ganzen Familie Spaß macht. Den kleineren Kindern allein schon wegen der Tiere, den größeren, weil man hier in fremden Häusern in jede Kammer gucken darf, und den Großeltern, weil beim Anschauen Kindheitserinnerungen wach werden.

Bauernhaus-Museum Wolfegg - Pin

Noch mehr tolle Ausflugstipps für Familien findet ihr in meinem Buch Allgäu mit Kindern: Die 300 schönsten Ausflüge und Adressen für eine erlebnisreiche Familienzeit (Freizeiführer mit Kindern) (Partnerlink*).

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Wanderweg an der Alpspitz bei Nesselwang

Rundwanderung an der Alpspitz – Wallfahrt, Wasserfall und Burgruine

Wir haben das wunderbare Frühlingswetter für eine gemütliche Rundwanderung an der Alpspitz bei Nesselwang genutzt: Sie führt hinauf zur Wallfahrtskirche Maria Trost, dann über die Mittelstation der Alpspitzbahn über die Kronenhütte und einen Teil des Wasserfallwegs zurück. Die Wegstrecke beträgt etwa 7 Kilometer, die Gehzeit etwa eindreiviertel Stunden. Besonders schön ist diese Runde im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Alpspitzbahn wegen Revisionsarbeiten geschlossen ist – dann ist nämlich kaum jemand auf den Wanderwegen unterwegs.

Kommt mit auf unsere Rundwanderung an der Alpspitz bei Nesselwang

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Alpspitzbahn bzw. vor dem Explorer Hotel. Dort findet ihr eine Menge Wegweiser.

Wegweiser zu Maria Trost und zur Kronenhütte

Ihr folgt zunächst immer den Wander-Wegweisern zu Maria Trost.

Ausgangspunkt der Rundwanderung an der Alpspitz

Noch vor dem Waldrand steht rechts die erste Kreuzwegstation; noch etliche weitere werden folgen.

Kreuzweg zu Maria Trost 1. Station

Nach der Brücke geht es nach links weiter, den Berg hinauf.

Wegkreuzung an der Alpspitz

Auf dem Kreuzweg bis Maria Trost

Ein gut befestigter Weg führt durch den Wald nach oben.

Wanderweg zu Maria Trost an der Alpspitz

Mal wird der Wald etwas lichter …

Wanderweg zu Maria Trost an der Alpspitz bei Nesselwang

dann wieder dichter. Mal führt er über Steintreppen,

Steintreppenweg mit Kreuzwegstation an der Alpspitz

mal durch einen Hohlweg,

Waldweg zu Maria Trost an der Alpspitz

dann über Wurzeln.

Waldwurzelweg mit Kreuzwegstation

Zwischendrin stehen ein paar Steinmännchen im Wald. Das hier fand ich besonders hübsch:

Ein (Stein-)Männlein steht im Walde ...

Nach etwa 40 Minuten Gehzeit kommt die Wallfahrtskirche Maria Trost in Sicht. Sie liegt auf 1.122 Metern über dem Meeresspiegel und rund 150 Meter höher als unser Ausgangspunkt am Parkplatz. Die Wallfahrt hat eine lange Tradition, sie geht bis auf das Jahr 1658 zurück. Auch heute noch finden hier Gottesdienste für Wallfahrer statt.

Wallfahrtskirche Maria Trost an der Alpspitz bei Nesselwang

Zurzeit wird das Gotteshaus allerdings restauriert, daher konnte ich nur einen Blick durch die Baugerüste auf den Altar mit dem Marienbild werfen.

Blick ins Innere der Wallfahrtskirche Maria Trost bei Nesselwang

Hier oben blühten die ersten Krokusse, dass es eine wahre Freude war.

Weißer Krokus

Von Maria Trost bis zur Kronenhütte

Unsere Rundwanderung an der Alpspitz führt von der Wallfahrtskirche erst einmal noch ein Stückchen bergauf und dann nach Osten, Richtung Mittelstation der Alpspitzbahn, schließlich bergab zur Kronenhütte (beides ist ausgeschildert). Die Gehzeit für dieses Wegstück beträgt ebenfalls 40 Minuten.

Hier geht man zunächst über breite Forstwege.

Wanderweg von Maria Trost zur Mittelstation an der Alpspitz

Die Bergbahnstation kommt schon bald in Sicht; vor allem aber gibt es von hier oben einen schönen Blick auf Oy-Mittelberg.

Blick von der Alpspitz auf die Mittelstation und auf Oy-Mittelberg

Es hatten sich sogar noch ein paar Schneereste gehalten.

Schneereste auf der Alpspitz

Schließlich erreicht man die Trasse der Alpspitzbahn. Hier zweigt der Weg nach rechts ab und es geht steil bergab.

Rundwanderung an der Alpspitz - Abzweigung an der Alpspitzbahn

Ich schätze es nicht sehr, auf Asphalt bergab zu gehen, aber es ist zum Glück nicht so weit.

Blick über die Mittelstation

Bald nach der Mittelstation zweigt ein Weg nach rechts zur Kronenhütte ab.

die Kronenhütte an der Alpspitz bei Nesselwang

Leider hatte die Hütte geschlossen, obwohl sie laut Website nur bis 10. April Betriebsurlaub hatte. Ich hätte vorher anrufen sollen, was sich eigentlich bei den meisten Hütten im Allgäu außerhalb der Hauptsaison empfiehlt. Trotzdem musste ich mich an der Kronenhütte etwas länger aufhalten, weil hier die Krokusse und Buschwindröschen gar so schön blühten.

Lila Krokusse

blühendes Buschwindröschen

Schließlich bin ich doch dem Pfad in den Wald hinein gefolgt.

Pfad von der Kronenhütte zum Wasserfallweg

Über den Wasserfallweg und die Ruine der Nesselburg zurück

Das letzte Stück unserer Rundwanderung an der Alpspitz ist wildromantisch: Zunächst geht es durch den Wald …

Wurzeltor im Wald

… dann hinunter zum Schlossbächeltobel.

Wandersteg im Wald

Bergbäche sind einfach schön, das Schlossbächle ist es auch.

das Schlossbächel an der Alpspitz

Brücke über das Schlossbächel an der Alpspitz

Nach der Bachüberquerung folgten wir dem kleinen Waldpfad, denn wir wollten ja noch die Nesselburg sehen.

Wanderweg zur Ruine Nesselburg

Tatsächlich wären wir an der Ruine beinahe vorbeigelaufen, ohne sie zu bemerken. Zum Glück hat mein Mann diesen „Wegweiser“ als solchen erkannt.

Wegweiser zur Ruine Nesselburg an der Alpspitz

Es ist ja auch nur eine sehr kleine Ruine einer nicht sehr bedeutenden Burg.

Burgruine Nesselburg mit Tor

Aber ich habe eine Schwäche für Ruinen und musste natürlich auch diese einsturzgefährenden Reste umrunden.

Mauerrest an der Ruine der Nesselburg

Mauerrest der Nesselburg an der Alpspitz

Immerhin stammt sie aus dem späten 13. Jahrhundert. 1525 wurde sie von aufständischen Bauern angezündet hatten, 1595 dann aufgegeben. Sehr praktisch war die Lage hier oben wohl nie.

die Ruine der Nesselburg an der Alpspitz bei Nesselwang

Von hier aus ist es dann nur noch ein Viertelstündchen bis zurück zum Parkplatz.

Wanderweg von der Ruine Nesselburg zum Parkplatz an der Alpspitz

Mein Fazit: Das ist eine nette Wanderrunde, die gutes Schuhwerk und ein bisschen Kondition, aber keine Alpinerfahrung erfordert. Sie ist auch für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet. Wenn die Alpspitzbahn in Betrieb ist, kann man die Runde auch abkürzen, indem man ab der Mittelstation entweder mit der Sesselbahn oder mit der Sommerrodelbahn (der Einstieg liegt unterhalb der Mittelstation der Bergbahn) hinunterfährt.

Über den Wasserfallweg kann man auch bis auf den Gipfel der Alpspitz aufsteigen. Über diese Wanderung habe ich schon einmal in einem eigenen Post berichtet. Derzeit (April 2018) ist der untere Teil des Wasserfallwegs allerdings wegen Steinschlaggefahr gesperrt.

Rundwanderung an der Alpspitz bei Nesselwang im Allgäu - Pin

der Illerdurchbruch bei Altusried

Ideal im Frühling: Wanderung um den Illerdurchbruch bei Altusried

Über die Hängebrücke bei Altusried sind wir vor einigen Jahren schon einmal spaziert (hier findet ihr meinen Post dazu), aber die Wanderung um den Illerdurchbruch stand noch aus. Sie bietet sich besonders für das Frühjahr an, weil man dann den Illerdurchbruch und überhaupt den Fluss wirklich gut sehen kann – im Sommer ist das Laub oft zu dicht.

Die Wanderung um den Illerdurchbruch bei Altusried hat mehrere Höhepunkte

Das ist zum einen wörtlich zu verstehen, weil man bei der Ruine Alt-Kalden etwa 100 Meter über der Iller steht und auf dem Rückweg noch ein Stück höher steigt. Zum anderen passiert man auf dem Weg eine Burgruine und den Hängsteg bei Fischers, die diese Wanderung bereichern. Aber alles der Reihe nach: Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz bei der Ruine Alt Kalden (47°49’20.4″N 10°11’59.8″E).

Burgruine und Aussichtspunkt an der Iller

Von dort sind es nur ein paar Schritte bis zum Rundturm, der von der früheren Burg übrig geblieben ist. Die Burg gehörte übrigens einmal den Marschällen von Pappenheim und im 16. Jahrhundert war einer der Besitzer ein berüchtigter Raubritter.

Burgruine Alt-Kalden am Illerdurchbruch

Vermutlich würde er die heutigen Reste seines Räubernests kaum wiedererkennen …

Burgruine Alt-Kalden bei Altusried

Noch einige Schritte weiter hat man von der Hangkante aus diesen wunderbaren Blick auf den Illerdurchbruch bei Altusried. Kaum zu glauben, dass sich die hier so sanfte Iller einmal so gewaltig durch den Fels gefressen hat.

Der Illerdurchbruch bei Altusried im Frühling

Der Wanderweg von Alt-Kalden bis zur Illerbrücke bei Unterau

Wir folgen der Beschilderung in den Wald.

Wegweiser zur Wanderung um den Illerdurchbruch bei Altusried

Der Weg ist gut befestigt, aber wegen der Stufen nicht kinderwagengeeignet.

Wanderweg von Alt-Kalden hinunter zur Iller

Überall auf dem Waldboden blühen die Leberblümchen als fröhliche Frühlingsboten.

Leberblümchen

Wanderweg am Illerdurchbruch

Nach dem Abstieg über etwa 90 Höhenmeter quert man den Kaldener Tobelbach.

der Kaldener Tobelbach im Frühling

Hier unten am Fluss stand ab dem 14. Jahrhundert eine Knochenstampfmühle. Die Mühle wurde 1994 abgebrochen und weiter oben im Ort wieder aufgebaut. Vom Wohngebäude bei der Mühle sind heute nur noch ein paar Mauerreste übrig.

Ruine der Kaldener Knochenstampfmühle

Nun geht es ein Stück direkt an der Iller entlang, bevor der Weg wieder leicht ansteigt und ein Stück vom Fluss wegführt.

Illerwanderweg

Am Waldrand blühten diese hübschen „blauen Schlüsselblumen“ in Scharen.

blühendes Lungenkraut

Ich habe danach gegoogelt und erfahren, dass es sich dabei gar nicht um Schlüsselblumen handelt, sondern um das gefleckte Lungenkraut. Es soll eine Heilpflanze sein; die Bienen mochten es auch. Ich fand es einfach sehr hübsch.

Nach dem Wald wandert man ein Stück die Straße entlang, dann führt der Wegweiser bei einem Gehöft nach rechts in Richtung Fluhmühle und Unterau.

Wegweiser zur Fluhmühle

Interessant: das Illerkaftwerk Fluhmühle

Nach einigen Minuten kommt das Kraftwerk in Sicht, das bereits 1944 gebaut wurde.

das Illerkraftwerk FluhmühleOberhalb der Staustufe ist der Fluss ganz idyllisch; als wir dort waren, brütete dort sogar eine Schwanenmama.

die Iller am Kraftwerk Fluhmühle

brütende Schwanenmama

Weiter geht es nach Norden. Nach einer knappen halben Stunde kommt die Illerbrücke in Sicht.

Von der Illerbrücke bei Unterau über den Hängesteg zurück nach Kalden

Die Gehzeit vom Parkplatz bei Kalden bis zur Brücke beträgt etwa eineinhalb Stunden. Von hier bis nach Kalden sind es weitere eindreiviertel Stunden. An der Brücke befindet sich ebenfalls ein Wanderparkplatz, man kann diese Runde also auch von hier aus beginnen und andersherum gehen.

die Illerbrücke bei Unterau

Mit der Brücke überschreitet man gleichzeitig auch die Grenze zum Unterallgäu, aber danach geht es gleich wieder nach rechts zurück ins Oberallgäu.

Grenzstein zum Landkreis Unterallgäu

Nun steigt der Weg wieder kräftig an, denn es gilt, 130 Höhenmetter bis zum höchsten Punkt dieser Wanderung zu überwinden.

Wanderweg an der Illerbrücke Unterau

Beim Anstieg in der warmen Frühlingssonne sind wir ganz schön ins Schwitzen gekommen; zum Glück hatten wir etwas zum Trinken dabei. Der einzige Nachteil dieser schönen Rundwanderung um den Illerdurchbruch bei Altusried ist nämlich, dass es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit gibt.

Wanderweg an der Iller im Frühling

Wenn man aus dem Wald herauskommt, kommt der Weiler Meierhof in den Blick – und mit ihm (zuminmdest an einem so klaren Tag) das Alpenpanorama.

Iller-Wanderweg mit Blick auf Maierhof mit Alpenpanorama

Von hier geht es wieder bergab. Erst in den Wald …

Waldweg zum Illersteg bei Altusried

dann über ein Stück Wiese an Bienenstöcken vorbei …

Wanderweg zum Illersteg bei Altusried

bis zum Hängesteg.

Die Hängebrücke über die Iller

Diese Hängebrücke, die über die Iller zum Weiler Fischers hinüberführt, ist nicht nur besonders hübsch, sondern auch sonst etwas Besonderes: Sie wurde nämlich im Rahmen eines LeaderPlus-Projektes finanziert und im Jahr 2007 allein durch ehrenamtliche Arbeit ansässiger Bürger gebaut.

Hängebrücke über die Iller bei Fischers

Früher hatte es hier eine Fähre über den Fluss gegeben, aber nachdem der Fährbetrieb eingestellt worden war, kamen Wanderer und Einheimische nicht mehr über die Iller. Erst die „Bürgerbrücke“ schloss diese Lücke im Oberallgäuer Rundwanderweg wieder.

Das ist noch einen Blick zurück wert, oder?

die Iller-Hängebrücke bei Altusried

Gleich nach der Flussüberquerung führt ein Wanderweg wieder nach oben, in Richtung Hangkante bei Kalden. Die Frühlingssonne leuchtete freundlich durch den Wald.

Waldweg im Licht der Frühlingssonne

Nach etwa 20 Minuten ist der Ausgangspunkt dann wieder erreicht. Auf dieser Karte ist der Ausgangspunkt dieser Wanderung um den Illerdurchbruch bei Altusried mit dem roten Pfeil markiert. Die Tour führt am linken Illerufer nach Norden und am rechten Illerufer über den Hängesteg zurück.

Wanderkarte der Region um Altusried

Bei Outdooractive wird die Länge der Wanderung um den Illerdurchbruch mit 12,7 Kilometern angegeben (dort beginnt die Tour aber an der Illerbrücke bei Unterau). Wir haben dafür rund 3 Stunden gebraucht, aber mein Mann sagt, das läge nur daran, dass ich dauernd stehengeblieben sei, um Fotos zu machen …

Rundwanderung um den Illderdurchbruch bei Altusried - Pin

Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu - Erlebnisweg Uff d'r Alp am Nebelhorn

Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu – unsere schönsten Touren

Das Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu stellt man sich schwierig und anstrengend vor. Das ist es auch, wenn man darauf besteht, den Wagen samt Kind auf einen Berg bzw. zu einer Alpe hinaufzuschieben. Solche Touren gibt es (zu etlichen Alpen führen geteerte Straßen), aber mir war das immer zu schweißtreibend. Deswegen habe ich euch hier Strecken ohne große Steigungen zusammengestellt. Zum einen diejenigen, die wir selbst mit Kinderwagen und Laufrad gemacht haben, als unsere Kinder klein waren. Und dazu welche, die wir erst später entdeckt haben, die wir aber als kinderwagentauglich im Sinne von „wenig anstrengend, aber schön“ (und ggf. mit Spielmöglichkeiten) einschätzen.

Hier macht Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu der ganzen Familie Spaß

Ich habe die Touren geografisch sortiert, und zwar von Süd nach Nord. Wir fangen also in bzw. an den Bergen an und arbeiten uns dann Richtung Unterland vor …

Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu - unsere schönsten Touren - Pin

Abwechslungsreich: der Rundwanderweg Uff d’r Alp am Nebelhorn bei Oberstdorf

Diese Runde ist perfekt für alle, die zum Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu ein echtes Alpinerlebnis haben möchten, ohne den Wagen ächzend bergaufschieben zu müssen. Sie führt nämlich steigungsarm rund um ein alpines Hochtal, das ihr mit der Bergbahn erreichen könnt. Ihr steigt an der Station Seealpe aus und folgt den Hinweisschildern zum Rundwanderweg Seealpe. Am hinteren Ende des Tals liegt die Hintere Seealpe, die zu einer gemütlichen Pause einlädt. Entlang des Weges befinden sich mehrere Spielstationen für Kinder ab dem Vorschulalter.

Rundwanderweg Seealpe - Waldstück mit Hängerbrücke

Ihr solltet aber einen geländegängigen Kinderwagen haben, denn es gilt auch eine Holzbohlen-Hängebrücke zu überwinden. Beschreibung des Erlebniswegs Uff d’r Alp.

Entdeckertour: das Abenteuer Galetschbach bei Rettenberg am Grünten

Eigentlich kann ich kaum entscheiden, ob das nun eine Kinderwagenwanderung, ein Naturlehrpfad oder ein großer Abenteuerspielplatz ist. Jedenfalls führt das Abenteuer Galetschbach über einen kinderwagengeeigneten Weg durch eine traumhafte schöne Bachlandschaft am Grünten. Für Kinder ab dem Kindergartenalter sind die Spielstationen wunderbar, für die etwas Größeren ist es super spannend, den Bach als Forscher zu erkunden. Alles weitere über das Abenteuer Galetschbach erfahrt ihr hier.

Wasserrad am Abenteuer Galetschbach bei Rettenberg im Allgäu

Panoramarunde um den Hopfensee bei Füssen

Der Hopfensee liegt höchst malerisch vor den Bergen und ist bequem in eineinhalb Stunden zu umrunden. Der Rundweg ist flach und gut befestigt (nach ergiebigen Regenfällen kann es aber am Südostufer zu größeren Pfützen kommen). Einkehrmöglichkeiten gibt es auch, und der Panoramablick ist herrlich. Diesen Weg haben wir bei jeder Jahreszeit mit Kinderwagen und Laufrad gemacht – und es war immer schön.

Hopfensee - Badesteg am Campingplatz

Hier findet ihr eine genauere Beschreibung der Hopfenseerunde.

Für kleine Ritter: Rundwanderung um die Ruinen Eisenberg und Hohenfreyberg bei Pfronten

Zugegeben, nach meiner eigenen Definition zum Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu ist diese Tour ein bisschen grenzwertig, denn es gilt schon, etwas Steigung zu bewältigen. Dafür locken aber gleich zwei Burgruinen und eine Alpe, in der ihr euch mit deftigen Speckpfannkuchen stärken könnt. Und danach geht es ja wieder bergab …

Hier geht es zu meiner Beschreibung der Rundwanderung zu den beiden Burgruinen.

Weg von der Burgruine Hohenfreyberg zur Ruine Eisenberg bei Pfronten

Für Froschfans: der Rundweg Werdensteiner Moos

Das Werdensteiner Moos ist ein kleines, eiförmiges Moorgebiet zwischen Immenstadt und Kempten. Es ist durch einen 3,5 km langen Rundweg mit mehreren Erlebnisstationen und Aussichtsplattformen erschlossen, die Kindern und Eltern faszinierende Einblicke ins Ökosystem Moor geben. Bei meinem Besuch dort habe ich den Rundweg mit einem Abstecher ins Burgcafé Werdenstein ergänzt. Dort gibt es einen kleinen Spielplatz, kinderfreundliche Esel und sogar eine Burgruine. Damit dürften alle Voraussetzungen für einen tollen Familienausflug erfüllt sein. Hier erfahrt ihr Genaueres über den Rundweg Werdensteiner Moos. Frösche gibt es dort übrigens reichlich, mir haben es vor allem die Grünfrösche angetan, aber der Holzfrosch ist auch gut getroffen.

Frosch-Skulptur im Werdensteiner Moos

Rundum familientauglich: der Wasser-Erlebnisweg am Durachtobel im Kempter Wald

Auch diesen Weg haben wir mit unseren Kindern zigmal zurückgelegt, weil er einfach Spaß macht: Entlang der moorig-braunen Durach führt er durch den Wald und von einer Spielstation zur nächsten. Ziel ist die Waldschenke, an der es ebenfalls einen Spielplatz gibt. Eine perfekte Kombination für Eltern und Großeltern mit Baby und Kindern bis im Grundschulalter. Hier findet ihr meine Beschreibung des Wasserwegs am Durachtobel.

die Floriansbrücke am Wasserweg am Durachtobel

Moor und mehr: mit dem Kinderwagen rund um den Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu

Wege am Wasser haben immer einen besonderen Reiz. Hier am Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu lockt neben dem See und dem Bergblick auch noch die teilweise renaturierte Moorlandschaft mit ihrer vielfältigen Vegetation. Das schönste Stück führt über Holzbohlen durch Binsen. Man sieht Libellen und Biberspuren und hört das Moorwasser sachte glucksen. Der etwa 7 km lange Weg ist steigungsfrei, gut befestigt, kinderwagengeeignet und bietet zwei Einkehrmöglichkeiten.

Steg durchs Moor auf der Wanderung rund um den Elbsee

Hier habe ich den Weg um den Elbsee genauer beschrieben.

Unter den Linden: Die Kurfürstenrunde bei Marktoberdorf

Dem Kurfürtsen Clemens Wenzeslaus hat die Kreisstadt Marktoberdorf viel zu verdanken. Unter anderem eine 2 Kilometer lange Lindenallee, auf der es sich fürstlich wandern lässt. Mit einem geländegängigen Kinderwagen könnt ihr eine Schleife durch den Wald ziehen, bevor es über ein wenig befahrenes Sträßchen zurück auf die (autofreie) Lindenallee geht. Ich habe über diese kleine Wanderung im Winter berichtet, aber sie ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert.

Winterliche Kurfürstenallee

Hat euch meine Sammlung von Vorschlägen zum Wandern mit dem Kinderwagen im Allgäu gefallen? Habt ihr weitere Ideen für Kinderwagenwanderungen, die ich mir einmal ansehen sollte? Ich freue mich auf eure Kommentare und euer Feedback.

Wenn ihr weitere Ideen für Unternehmungen mit kleineren Kindern im Allgäu sucht, empfehle ich euch meinen Best-of-Post Die schönsten Spielplätze im Allgäu und natürlich meinen Reiseführer Allgäu mit Kindern, der 2017 im Peter Meyer Verlag erschienen ist: Allgäu mit Kindern: Die 300 schönsten Ausflüge und Adressen für eine erlebnisreiche Familienzeit (Freizeitführer mit Kindern) (Amazon-Partnerlink*).

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Wintertraum Elbsee - herziger Blick in eine Pastelllandschaft

Winter am Elbsee – ein Traum aus Moor und Schnee

Ein kleiner Moorsee in idyllischer Moränenlandschaft, bei klaren Himmel Blick auf die Alpen – am Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu ist es immer schön. Im Sommer gehen wir gerne in das kleine Strandbad, um im weichen, moorig-braunen Wasser zu schwimmen. Bei nicht so warmem Wetter lädt der etwa 7 Kilometer lange Elbsee-Rundweg zu einer Wanderung ein. Mindestens genauso reizvoll ist der See im Winter, wenn die Moorlandschaft unter einer Schneedecke ruht. Heute haben wir nach dem erneuten Wintereinbruch dort einen Besuch gemacht, von dem ich euch Fotos mitgebracht habe.

Ein kleiner Besuch im Winter am Elbsee

Gleich neben dem Elbseerestaurant liegt diese kleine Bucht. Ist sie nicht idyllisch?

Winter am Elbsee

Von See, Schnee und Binsen kann ich ohnehin nicht genug bekommen …

Winter am Elbsee - schneebedeckte Binseninsel

Lärchen und Binsen am Elbsee im Winter

Im Sommer zahlt man für das Strandbad eine kleine Gebühr, das Tor ist außerhalb der Öffnungszeiten geschlossen. Heute war es geöffnet und wir konnten das Elbseebad mal ganz anders erleben.

Das Elbseebad im Winterschlaf

Hier baden heute nur die Enten …

Badesteg am Elbsee mit Schneeschicht

Dieser Anblick brachte mich zum Lachen:

Winter am Elbsee - Klappstuhl auf schneebedecktem Badesteg

Wie schön, dass es unverwüstliche Optimisten gibt, die ihren Platz an der Sonne auch vor einem angekündigten Wintereinbruch nicht räumen! Und recht hat der unbekannte Klappstuhlbesitzer ja: Es genügt, den Sitzplatz vorübergehend zu verlassen, ihn aber für die sofortige Wiederbenutzung vor Ort zu lassen. Auch wenn der Winter sich nochmals zurückgemeldet hat, wird er schließlich schon bald seinen Platz für den Frühling räumen müssen.

Kleiner Streifzug durchs schneebestäubte Elbseemoor

Zur anderen Seite des Elbseerestaurants hin führt ein schmaler Fußweg durch das Moor.

Spazierweg durchs Elbsee-Moor im Winter

An der kleinen Brücke muss ich jedes Mal stehenbleiben, weil der Kanal mit Wasserfall so hübsch ist. Heute hatte sich dort ein Ast verfangen, der wie eine moderne Skulptur wirkte.

Moorbach-Wasserfall mit Ast

Wasser, Schnee und Binsen … aber das sagte ich ja schon.

Kanal im Elbsee-Moor im Winter

Was für ein herrlicher Morgen in dieser pastelligen Landschaft im Winter am Elbsee!

Winter am Elbsee - Birke in schneebeckter Moorlandschaft