Neueste Artikel

Der Auerberggipfel mit der Kriche St. Georg

Über die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Erst ein Abenteuerweg mit Spielstationen für die Kinder, dann ein grandioses Panorama für die Erwachsenen und für alle eine schöne Einkehr – die Wanderung von Bernbeuren durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg ist eine ideale Familientour. Mit kleineren Kindern kann es einem allerdings passieren, dass man über die Schlucht nicht hinauskommt, sondern am Bach mit seinen Spiel-, Stau-, Wat- und Pritschelmöglichkeiten hängenbleibt …

unterwegs durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz Feuersteinschlucht am westlichen Ortsrand von Bernbeuren (GPS: 47.737017, 10.769356). Den Tourverlauf seht ihr, wenn ihr auf den folgenden Link klickt. Dann könnt ihr auch die GPX-Datei herunterladen.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Der Aufstieg über die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Am Wanderparkplatz steht eine Infotafel, die ebenfalls den Wegverlauf zeigt. Außerdem stellt sich hier bereits der römische Kaufmann Crispus vor, der die Kinder auf der Via Damasia auf den Auerberg begleiten wird. Damasia war der Name der keltisch-römischen Siedlung, die einst auf dem Berg lag.

Infotafel mit dem Römer Crispus zum Erlebnisweg Via Damasia durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Vom Parkplatz aus überquert man die Auerbergstraße und biegt unter dem wachsamen Blick eines hölzernen römischen Soldaten auf den Wiesenweg ein, der zum Eingang der Feuersteinschlucht führt.

römischer Soldat am Beginn des Wegs durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Nach ein paar Gehminuten erreichen wir den Waldrand und steigen hinunter zum Bachlauf.

Am Eingang der Feuersteinschlucht

Vom Plätschern des Baches begleitet geht es durch den Wald und immer wieder über Stege.

Holzbrücke in der Feuersteinschlucht

An einer Stelle, an der das Bachbett breit und flach ist, befindet sich eine Erlebnisstation.

Aqua-Erlebnisstation in der Feuersteinschlucht

In einer Holzbox unter der Tafel stehen sogar Kescher und weitere Materialien bereit, um neugierigen Naturforschern zu Diensten zu sein:

Aqua-Station am ERlebnisweg Via Damasia durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Parallel zu einem kleinen Wasserfall führen Metallstege nach oben; das ist der romantischste Teil der Wanderung durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg.

Metallsteg zum Aufstieg durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Aber auch sonst ist der Weg reizvoll.

In der Feuersteinschlucht

Der nächste Aufstieg wird durch Stufen erleichtert.

Treppe in der Feuersteinschlucht

Schließlich führt uns ein schattig-wurzeliger Weg aus dem Wald heraus und wieder zur Auerbergstraße.

Ausgang aus dem Weg durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Wir überqueren erneut die Straße und gehen am allein liegenden Honeleshof vorbei aufwärts.

Der Honeleshof am Auerberg

Nach dem Hof erwartet uns am Waldrand ein weiterer römischer Soldat, unter dessen kritischem Blick wir uns nach links wenden.

römischer Legionär an der Via Damasia am Auerberg

An der nächsten Wegbiegung informiert uns Crispus über die Entstehung der Alpen – tatsächlich sieht man ab hier schon einen Panoramaausschnitt.

Crispus auf dem Auerberg

Das wird aber noch besser im Lauf der weiteren Tour! Ein paar Meter weiter zweigt unser Weg nach rechts ab – ab hier trägt er den Namen Jägersteig.

Über den Jägersteig zum Gipfel des Auerbergs

Der Steig führt ziemlich wurzelig am Waldrand entlang.

der Jägersteig am Auerberg

Je höher wir kommen, desto mehr sehen wir zur Linken von den Bergen. Anhand dieser Panoramakarte können wir die einzelnen Gipfel identifizieren.

Panoramakarte am Jägersteig auf dem Auerberg

Ein Stück weiter oben geht es wieder in den Wald, wo Crispus ein kniffeliges Tierspurenquiz für Naturforscher jeden Alters bereithält.

Tierspurenquiz am Erlebnisweg durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Danach sind es nur noch ein paar Gehminuten, bis der Gipfel des Auerbergs in Sicht kommt; wir biegen dazu am Waldrand rechts ab.

Blick vom Ende des Jägersteigs auf den Gipfel des Auerbergs

Auf dem höchsten Punkt des Auerbergs liegt das Wallfahrtskirchlein St. Georg.

St.Georg auf dem Auerberg - Außenansicht

Sein Besuch lohnt sich zum einen wegen der hübschen Barockausstattung. Ich persönlich mag besonders den Heiligen Georg, der wie ein typischer Allgäuer aussieht (sehr sympathisch!) und einen recht kleinen Lindwurm mit einem sehr langen Spieß erledigt.

Figur des Hl. Georg in der Auerbergkirche

Zum anderen kann das Kirchlein mit einer sensationellen Aussichtsplattform aufwarten. Ihr erreicht sie, indem ihr im Altarraum die kleine Tür in den Turm durchschreitet:

Eingang zum Turm von St. Georg

Dann geht es über ein paar steile Holzstiegen nach oben,

Aufstieg durch den Kirchturm zur Aussichtsplattform auf dem Auerberg

und schließlich durch das Schallloch nach draußen auf die Plattform. Hier seht ihr das Panorama Richtung Südosten, ins Oberbayrische hinein:

Blick nach Oberbayern von der Aussichtsplattform auf der Auerbergkirche

Was man auf dem Bild nicht sieht, ist wie stark der Wind an diesem Tag war – ich hatte Mühe, die Kamera ruhig zu halten … Nach dem Aufstieg über die Feuersteinschlucht auf den Auerberg und der ausgiebigen Nutzung der Aussichtsplattform ist es Zeit für eine Stärkung: Auf der Terrasse des Gasthofs auf dem Auerberg wird erfreulicherweise guter Kuchen serviert.

Vom Auerberggipfel über den Prälatenweg zurück

Beim Abstieg gehen wir nicht zurück zum Jägersteig, sondern auf der Anhöhe hinter dem Maibaum geradeaus weiter.

Maibaum auf dem Auerberg

Dann geht es schräg rechts, denn wir wollen noch zum Aussichtspunkt Buffernandl.

auf dem Weg zum Aussichtspunkt Buffernandl

An der südlichen Hangkante des Auerbergs steht ein Kreuz, das den Aussichtspunkt markiert. Und ja, die Aussicht ist einfach fantastisch!

Am Aussichtspunkt Buffernandl auf dem Auerberg
Aussicht vom Buffernandl am Auerberg

Damit ihr einen noch lebendigeren Eindruck von der Schlucht und von den Aussichtspunkten bekommt, habe ich dazu ein kleines Video erstellt:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der Prälatenweg führt anschließend in südöstlicher Richtung abwärts.

auf dem Prälatenweg am Auerberg
Panoramablick vom Prälatenweg am Auerberg

Dann geht es zwischen ein paar Höfen hindurch. Von hier aus hat man sogar Zugspitzblick:

Zugspitzblick vom Prälatenweg am Auerberg

Nach dem nächsten Hof zweigen wir schräg links ab und gelangen über einen breiten Wanderweg zurück zu der Stelle, an welcher Crispus die Alpenentstehung erklärt. Von dort geht es den bekannten Weg abwärts: Über den Honeleshof und die Auerbergstraße in die Feuersteinschlucht, dann über den Wiesenweg zum Wanderparkplatz.

Mein Fazit zur Wanderung über die Feuersteinschlucht auf den Auerberg

Das ist eine wenig anstrengende Tour mit vielen Höhepunkten, die sich ideal als Familienwanderung oder auch für älterer Wanderer eignet. Für den Aufstieg braucht man etwa eineinviertel Stunden, zurück geht es in einer Dreiviertelstunde. Plus die Zeit zum Spielen und/oder Panoramabestaunen und Einkehren natürlich.

Durch die Feuersteinschlucht auf den Auerberg
Pin it!

Falls ihr noch weitere kindgerechte Wanderungen sucht, empfehle ich euch die Zusammenstellung unserer Lieblingswanderungen mit Kindern im Allgäu. Oder sucht ihr noch eine andere Route zum Gipfel? Dann empfehle ich euch meinen Post zur Wanderung über den Römerweg auf den Auerberg. Die ist auch im Winter sehr schön.

In der Hausbachklamm bei Weiler

Reizvolle Wanderung durch die Hausbachklamm

Die Hausbachklamm war nach dem schneereichen Winter 2018/19 wegen vieler umgestürzter Bäume lange gesperrt. Erst seit August 2020 ist sie wieder komplett zugänglich – und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Steinmannderl mit Wuschelschopf im Hausbach

Ich beschreibe hier eine Rundwanderung, die im Ortszentrum von Weiler im Westallgäu beginnt, durch die untere und obere Hausbachklamm führt, anschließend in einem großen Bogen durch den Wald zum Geotop Enschenstein und von dort überwiegend auf Wald- und Wiesenpfaden zurück nach Weiler. Mit einem Klick auf die Karte kommt ihr auf die Komoot-Seite und könnt dort die GPS-Daten herunterladen:

Durch die Untere Hausbachklamm

Wir starten an der Tourist Information. Der Hausbach fließt auf der gegenüberliegenden Straßenseite durch Weiler hindurch und mündet am westlichen Ortsrand in die Rothach. Wir gehen auf unserer Runde bachaufwärts, also in östliche Richtung, zunächst vor der Friedhofsmauer entlang, dann den Wegweisern zur Hausbachklamm nach.

Der Hausbach in Weiler im Allgäu
Wegweiser in Weiler zur Hausbachklamm und zur Lourdesgrotte

Die Lourdesgrotte wurde nicht, wie sonst im Allgäu häufig üblich, in einen Felsen gehauen. Sondern sie befindet sich in einem Gebäude, das einer Kapelle ähnelt. Sie gehört auf jeden Fall zu den üppigsten Andachtsorten dieser Art, die ich kenne.

Lourdesgrotte am Eingang der Hausbachklamm

Gleich nach der Grotte beginnt der eigentliche Weg durch die Untere Hausbachklamm.

Am Eingang zur Hausbachklamm

Der kleine Wasserfall ist zwar ziemlich domestiziert, aber trotzdem hübsch anzusehen.

Der Hausbachfall

Kurz nach dem Stufenfall schickt uns ein Wegweiser hinaus zur Pestkapelle. Die musste ich mir natürlich auch ansehen.

Die Pestkapelle St. Sebastian in Weiler

Sie stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als erst die Schweden und dann die Pest in Weiler gehaust hatten. Die überlebenden Bürger bauten die kleine Kapelle im Jahr 1628. Wenig später wurde sie dem Heiligen Sebastian geweiht, der als Schutzpatron unter anderem für die Pest, diverse Geschwüre und andere Infektionskrankheiten zuständig ist.

Innenansicht der Kapelle St. Sebastian in Weiler

Nach dem kleinen Abstecher geht es zurück an den Bach.

Spazierweg am Hausbach bei Weiler

Nach und nach wird der Charakter der Klamm natürlicher und wilder.

Wilde untere Hausbachklamm

Ein Stück weiter queren wir den Bach über diese Brücke:

Holzbrücke über den Hausbach

Danach kommt ein besonders hübscher Abschnitt, in dem wir über Steige und Stege an den hier recht steilen Wänden der Klamm entlanggehen und das Wasser ein gutes Stück unter uns dahinplätschert.

Steig in der unteren Hausbachklamm
befestigter Weg in der Unteren Hausbachklamm

An der nächsten Brücke sind wir dann wieder auf Bachhöhe. Das hier flache Ufer lädt zu einer kleinen Pritschelpause ein: Schuhe ausziehen und ab ins kalte Wasser!

Badestelle in der Unteren Hausbachklamm

Anschließend geht es aufwärts …

Wanderweg

und schließlich auf der Höhe des Dorfes Oberreute bzw. des Weilers Untertrogen aus der Klamm heraus. Wir überqueren sie auf der Straße (dort ist auch ein kleiner Wanderparkplatz) und gehen am gegenüberliegendn Ufer wieder hinunter.

Brücke am Ende der Unteren Hausbachklamm

Durch die Obere Hausbachklamm

Nach der Brücke beginnt die Obere Hausbachklamm. Ab hier ist die Bezeichnung Klamm eigentlich irreführend, denn in diesem Abschnitt gibt es keine steilen Felswände mehr. Gleich zu Beginn sind Bachbett und Ufer breit und flach. Das ist eine prima Stelle zum Waten und Steinmännchenbauen, zum Picknicken oder gar Grillen. Tatsächlich ist hier ein offizieller Grillplatz, den man nach Anmeldung und schriftlicher Genehmigung durch die Tourist Information in Weiler nutzen darf.

Grillplatz in der Hausbachklamm bei Weiler

Wir spazieren weiter bachaufwärts, wie durch einen grünen Tunnel.

In der Oberen Hausbachklamm

Manchmal entfernt sich der Weg etwas vom Bachbett und führt durch den Wald,

Steg über einen kleinen Wasserlauf in der Hausbachklamm

dann führt er wieder hinunter ans Wasser:

das Bachbett in der Oberen Hausbachklamm bei Weiler
Ruhebank in der Oberen Hausbachklamm

Das ist auf jeden Fall eine der hübschesten Bachwanderungen, die ich je gemacht habe!

Ein echtes Highlight für Familien ist der Abenteuerspielplatz am Ende der Oberen Hausbachklamm. Neben einer Rutsche und einem Klettergerüst für die kleineren Kinder gibt es dort eine richtig tolle Seilrutsche, mit der man über die ganze Bachbettbreite sausen kann.

Seilrutsche am Abenteuerspielplatz in der Oberen Hausbachklamm

Danach sind es nur noch gut zehn Gehminuten bis zum Ausstieg aus der Hausbachklamm beim Weiler Schnellers.

Über den Enschenstein zurück nach Weiler

In Schnellers gehen wir ein ganz kurzes Stück nach rechts (Norden) auf der Straße und dann, nach einem sehr schön blau geschindelten Haus, im spitzen Winkel nach links.

Von Schnellers zum Enschenstein

Wir folgen zuerst der Beschilderung nach Untertrogen, dann der zum Enschenstein durch den Wald. Schließlich geht es hinaus aus dem Wald und ein Stückchen über eine Straße. Nach den zwei Schuppen, die ihr hier seht, zweigt erneut im spitzen Winkel ein Pfad nach links ab, hinunter zum Geotop Enschenstein.

Zwischen den Trogener Mooren und dem Enschenstein

Es liegt in einer bewaldeten Senke.

Auf dem Weg zum Enschenstein

Der Enschenstein ist ein großer Nagelfluhrücken, der teils dicht bewachsen ist, teils mit nackten, steilen Wänden aus dem Waldboden ragt.

Der Enschenstein bei Weiler
Steilwand im Geotop Enschenstein

Man kann ihn auf einem schmalen Pfad erklimmen und erkunden (aber Vorsicht: an manchen Stellen geht es steil abwärts!).

Auf dem Enschenstein bei Weiler

Rundherum liegen wie Riesenpilze große Nagelfluhbrocken im Wald, die vom Hauptrücken abgebrochen sind. Auch sie sind dicht bewachsen.

im Geotop Enschenstein

Es ist eine faszinierend wilde Landschaft, die mich stark an das Geotop Teufelsküche bei Obergünzburg erinnert hat. Übrigens soll der Enschenstein schon in prähistorischer Zeit besiedelt gewesen sein und zur Zeit der Alamanneneinfälle als Fliehburg gedient haben.

Vom Enschenstein nach Weiler

Am Fuß des Enschensteins stehen eine ganze Reiher Wegweiser; Weiler ist in zwei Richtungen angeschrieben. Wir wählen die Variante, die mit den drei Steinen der Wandertrilogie Allgäu beschildert ist. Sie führt uns auf vielen steilen Stufen abwärts in den Mühlenbachtobel, den wir über eine schmale Brücke überqueren.

Brücke über den Mühlenbachtobel bei Weiler

Wie zu befürchten war, geht es auf der anderen Seite noch steiler aufwärts. Das war das schweißtreibendste Stück auf dieser Runde! Heraus kommen wir auf einer Viehweide.

Viehweide

Auch auf dem restlichen Abschnitt ist der Weg nach Weiler bestens ausgeschildert. An der Vieheide halten wir uns links und gelangen zum Waldrand, wo ich eine kurze Verschnaufpause auf einer Panoramaliege eingelegt habe. Von dort schaue ich nach Osten über die typische Westallgäuer Hügellandschaft.

BWestallgäuer Hügellandschaft bei Weiler

Nach Südosten hatte ich sogar Bergblick, und zwar Richtung Sulzberg, das jenseits der österreichischen Grenze liegt.

Bergblick

Nach dem Panoramapäuschen geht es weiter durch den Wald, dann in das Dörfchen Riegen und von dort über Wiesen- und Waldwege zurück nach Weiler.

Wanderweg von Riegen nach Weiler
Blick vom Waldrand auf Weiler im Allgäu

Wir orientieren uns am Kirchturm und gelangen so wieder ins Ortszentrum. Die Pfarrkirche ist im klassizistischen Stil erbaut und dem Heiligen Blasius geweiht. Falls ihr einen Blick hineinwerfen wollt: Besonders die Kreuzigungsgruppe im Altarraum ist ungewöhnlich und sehenswert.

Pfarrkirche St. Blasius in Weiler im Allgäu

Neben der Kirche treffen wir am ehemaligen Kornhaus, das heute als Museum dient, wieder auf den Hausbach.

Der Hausbach in Weiler

Auf der anderen Straßenseite liegt die Tourist Information, von der aus wir gestartet waren.

Einkehr in Weiler

Für mich gehört ja zu einer ordentlichen Wanderung immer auch eine ordentliche Einkehr. Die hatten wir im Brauereigasthof zur Post, der nur drei Minuten zu Fuß entfernt ist.

Brauereigasthof zur Post in Weiler im Allgäu

Der Biergarten liegt hinter dem Haus. Ich fand ihn nicht besonders schön, außerdem war er schon voll. Deswegen haben wir uns in die Gaststube gesetzt, die auf altmodische Weise gemütlich ist. Wir haben eine Weile aufs Essen gewartet, aber mein Brauerschnitzel war gut. Besonders gut hat mir das dazu milde, hauseigene Bier Würze 10 geschmeckt.

Schnitzel, Kartoffelsalat und Bier

Mein Fazit zur Rundwanderung durch die Hausbachklamm

  • Die Runde ist 12 km lang, davon führen etwa 4 km durch die Hausbachklamm.
  • Für den Weg von Weiler durch die Klamm haben wir etwa 1,5 Stunden gebraucht.
  • Von Schnellers über den Enschenstein zurück nach Weilers beträgt die Gehzeit ebenfalls 1,5 Stunden.
  • Der Weg ist nicht kinderwagengeeignet; empfehlenswert sind Wanderschuhe mit Profil.
  • Da insgesamt nur 340 Höhenmeter zu überwinden sind, ist die Runde konditionell nicht besonders fordernd.
Wanderung durch die Hausbachklamm bei Weiler
Pin it!

Falls ihr (wie ich) eine Schwäche für Klammwanderungen habt, empfehle ich euch auch folgende Posts:

Idyllischer Ruheplatz beim Kanufahren auf der Iller

Kanufahren auf der Iller – eine Traumtour von Altusried bis Kardorf

So intensiv und gleichzeitig entspannt wie beim Kanufahren auf der Iller kann man den Fluss auf keine andere Art erleben: Beim langsamen Dahingleiten nimmt man jede Nuance des Wassers wahr, spürt die kleinen Veränderungen durch Strömung, Wind und Steilufer. Man kann Wasservögel, Libellen und sogar Biber beobachten und sich an warmen Tagen einen ganz privaten Badeplatz suchen. Einfach wunderbar!

Karibikfeeling beim Kanufahren auf der Iller

Übrigens ist das Kanufahren auf der Iller zwischen Altusried und Kardorf keineswegs vergleichbar mit dem deutlich wilderen Rafting auf der Iller bei Fischen. Im südlichen Oberallgäu ist die Iller ein weitgehend ungebändigter Bergfluss mit starker Strömung, Wirbeln und Stromschnellen. Im „Unterland“ fließt sie dagegen im Sommer recht behäbig dahin, da sie durch etliche Staustufen gezähmt ist. Ihr braucht euch also keine Sorgen zu machen, dass die Strömung für euch zu stark ist. Andererseits heißt das: Ihr müsst fast durchgehend paddeln, wenn ihr vorankommen wollt.

Ein herrlicher Tag auf dem Wasser beim Kanufahren auf der Iller

Wir haben diese Tour mit einem Kanu gemacht, das wir beim Kardorfer Anbieter Illerkanu gemietet hatten. Dadurch brauchten wir nur ein Auto, weil wir morgens in Kardorf geparkt hatten und von dort zum Startplatz bei Altusried gebracht wurden. Ihr könnt aber natürlich genauso gut mit eurem eigenen Boot fahren, wenn ihr den Transfer anderweitig organisiert. Für die Strecke, die ich euch hier vorstelle, solltet ihr (mit Badepause) einen ganzen Tag veranschlagen.

Etappe 1: Von Altusried bis zur Staustufe Fluhmühle

Unser Einstieg lag direkt unter dem Hängesteg bei Altusried.

Startpunkt der Kanutour auf der Iller am Hängesteg bei Altusried

Da es meine erste Kanutour war, brauchte ich ein bisschen, bis ich darin sicher saß und paddelte. Ehe ich es recht merkte, erreichten wir währenddessen den Illerdurchbruch. Den kenne ich natürlich, weil wir dort schon öfter wandern waren (hier geht es zur Wanderung um den Illerdurchbruch bei Altusried). Aber vom Fluss aus gesehen wirkt er noch viel majestätischer als von oben.

Der Illerdurchbruch bei Altusried vom Fluss aus gesehen

Wir glitten an den weißen Steilwänden vorbei …

auf der Iller kurz nach dem Illerdurchbruch bei Altusried

und gelangten auf den unteren Teil der Illerschleife bei Altusried, wo sich der Fluss deutlich weitet. Eine halbmondförmige Insel liegt in seiner Mitte.

auf der Illerschleife bei Altusried

Anschließend paddelt man ein ganzes Stück ziemlich gerade dahin, bis die Staustufe Fluhmühle in Sicht kommt.

auf der Iller kurz vor der Staustufe Fluhmühle

Vor dem Stauwehr liegt (links) ein kleiner Bootslandeplatz, den wir ansteuerten.

Bootsanlegestelle am Kraftwerk Fluhmühle auf der Iller

Dort setzten wir das Kanu auf Räder und zogen und schoben es um das Wehr herum.

Kanu auf Rädern

Verlaufen kann man sich dabei nicht, denn die Landroute für Bootsfahrer ist an jedem Illerwehr vorbildlich ausgeschildert.

Wegweiser an Land für Bootsfahrer auf der Iller

Nördlich des Wehrs mündet ein kleiner Bach in den Fluss, so dass sich ein sehr schönes Kiesbank-Pritschel-Gelände ergibt, das Einheimische gern zum Baden nutzen.

Kiesbänke und Badestelle an der Staustufe Fluhmühle auf der Iller

Da wir noch nicht sehr lange unterwegs waren, fuhren wir aber erst einmal weiter.

Etappe 2: Von Fluhmühle bis zur Illerstaustufe Legau

Nach dem Kraftwerk fließt die Iller kurz mit etwas mehr Strömung, bevor sie es wieder ruhiger angehen lässt. Schon bald kommt die Brücke in Sicht, die Richtung Bad Grönenbach führt.

Kanufahren auf der Iller - vor der Illerbrücke nach Bad Grönenbach

Über diese Brücke war ich schon gewandert, diesmal habe ich sie nicht über-, sondern unterquert. Sehr schön, diese neue Perspektive!

unter der Illerbrücke bei Bad Grönenbach

Kurz nach der Brücke macht die Iller eine große Schleife westwärts. Rechts erhebt sich wieder eine Steilwand, in der im Frühling Eisvögel brüten.

an der Illerschleife bei Bad Grönenbach

Links entdeckten wir unseren perfekten Picknickplatz. Ihr habt ihn oben schon im Titelfoto gesehen. Um uns herum tanzten die Libellen auf dem Wasser und dann schoss sogar ein Eisvogel an uns vorbei – ein herrliches Plätzchen.

Kanu an einem kleinen Strand an einer Illerschleife
Kanu am Illerstrand

Nach einem entspannten Picknick zogen wir das Kanu zurück ins Wasser und paddelten weiter. Bald weitet sich der Fluss wieder und lässt Platz für Schilfsäume und kleine Treibholz-Inseln.

auf der Iller bei Legau

Vielleicht ist der Haufen links auch eine Biberburg? Jedenfalls ist an dieser Stelle ein Biber pfeilschnell an uns vorübergeschwommen. So schnell konnte ich die Kamera gar nicht aus dem wasserdichten Beutel ziehen … dafür konnte ich kurz darauf die Schwäne beim Durchstarten einfangen.

Schwäne beim Durchstarten auf der Iller

Überhaupt ist es beim Kanufahren auf der Iller toll, die vielen Wasservögel zu beobachten. Natürlich haben wir uns vom Schilf immer ferngehalten, weil dort die Brutgebiete und Vogelkinderstuben sind. Trotzdem gab es genug zu sehen. Auf diesem Stück Schwemmholz sitzt zum Beispiel eine Bachstelze.

Bachstezle auf Schwemmholz

Eine Illerschleife weiter kommt auch schon die nächste Staustufe in Sicht, nämlich die bei Legau.

Illerstaustufe 6 bei Legau

Auch hier gibt es einen Landeplatz, von dem aus man das Kanu auf Räder setzen kann.

Kanu an Steg

Dann folgt wieder ein kleiner Fußmarsch, bis man auf der anderen Seite der Staustufe zurück ans Wasser kommt.

Illerstaustufe 6 Legau

Etappe 3: Von der Illerstaustufe Legau bis Maria Steinbach

In den letzten Jahren wurden um die Illerstaustufen Fischtreppen gebaut, was ökologisch sehr zu begrüßen ist. Hier bei Legau wurden zusätzlich ein Aussichtsturm und ein Hängesteg errichtet. Wer beim Kanufahren auf der Iller ein bisschen pausieren möchte, kann also den Fluß zwischendrin aus der Vogelperspektive betrachten. Oder ein bisschen baden.

Aussichtsturm und Hängebrücke an der Illerstaustufe bei Legau

Aufs Baden hatten wir inzwischen richtig Lust bekommen – es war ein heißer Tag –, deswegen beschlossen wir, uns einen kleinen Strand ganz für uns allein zu suchen. Vor der nächsten Illerschleife fanden wir ihn.

Kanufahren auf der Iller bei Legau

Weicher, fast weißer Sand, illergrünes Wasser, ausgebleichtes Schwemmholz – unser Badeplatz hatte fast karibisches Flair. Das Wasser war erfrischend, aber nicht kalt und das Baden darin ganz wunderbar.

Karbikfeeling auf der Iller

Nach der Badepause zeigte die Iller sich weiterhin von ihrer ganz besonders schönen Seite.

mit dem Kanu auf der Iller bei Legau

Nach einer längeren, fast geraden Paddelstrecke kam Schloss Kronburg in Sicht. Aus dieser Perspektive kannte ich es noch nicht; ich war bisher nur zum Weihnachtsmarkt auf Schloss Kronburg. Den kann ich übrigens wärmstens empfehlen!

Blick auf Schloss Kroburg

Je weiter wir nordwärts kamen, desto mehr Schwäne und andere Wasservögel tummelten sich um uns.

Schwäne und Enten

Die letzte Staustufe, die wir auf dieser Tour zu passieren hatten, war die Illerstaustufe 7 bei Maria Steinbach.

Illerstaustufe 7 - Maria Steinbach

Um dieses Wehr schiebt man das Kanu in einem recht großen Bogen herum. Aber es ist ja auch das letzte Mal auf dieser Tour …

Wer sein Kanu liebt, der schiebt ...

Etappe 4: Von Maria Steinbach bis zum Kardorfer Stausee

Nach dem Wehr gibt es ein kurzes Stück mit richtiger Strömung. Darüber freut man sich beim Kanufahren auf der Iller, denn langsam wurden mir die Arme vom Paddeln etwas müde.

die Iller nach der Staustufe Maria Steinbach

Nach der nächsten Flussbiegung wartet aber schon das nächste Highlight: die Historische Illerbrücke bei Illerbeuren.

Historische Illerbrücke Illerbeuren

Auf ihr fahren heute keine Autos mehr, sondern nur Fahrräder. Sie ist auf jeden Fall viel schöner als die meisten modernen Brücken.

Kanufahren auf der Iller - unter der Historischen Brücke Illerbeuren

Wir glitten unter der Brücke hindurch, dann an Illerbeuren und seinem kleinen Flussbad vorbei. Dann kam Kardorf in Sicht, wo sich die Iller zum gleichnamigen Stausee weitet.

Kanufahren auf der Iller am Kardorfer Stausee

Der Kardorfer Stausee ist ein Vogelschutzgebiet, weswegen man mit dem Kanu nur ganz am äußeren Rand (zur Kardorfer Seite hin) entlangfahren darf. Am gegenüberliegenden Ufer wurde eigens ein Vogelbeobachtungsturm erreichtet, von dem aus Hobby-Ornithologen das Treiben auf dem See beobachten können.

Vogelbeobachtungsturm am Kardorfer Stausee

Der See ist ganz schön groß, wir hatten also noch einen ordentlichen Bogen zu paddeln.

auf dem Kardorfer Stausee

Vögel gibt es hier wirklich viele; ich habe sie mit der Kamera herangezoomt.

Insel mit Vögeln auf dem Kardorfer Stausee

Am Ende des Sees liegt die Illerstaustufe Lautrach. Kurz vor der Staustufe landeten wir am rechten Ufer an, wo wir bereits erwartet wurden.

Kanu vor der Illerstaustufe Lautrach

Das war mein erster Ausflug mit dem Kanu, aber bestimmt nicht mein letzter! Dieser Tag auf der Iller war einfach traumhaft schön und absolut entspannend.

Kanufahren auf der Iller - von Altusried zum Kardorfer Stausee
Pin it!

Buchtipp: Diese wunderbare Illertour und 51 weitere naturnahe Ausflüge aller Art im Allgäu findet ihr auch in meinem neuen DuMont-Reiseführer (Partnerlink*):

52 kleine & große Eskapaden im Allgäu: Ab nach draußen! (DuMont Eskapaden)

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme. Aber natürlich freue ich mich auch, wenn ihr das Buch in der Vor-Ort-Buchhandlung eures Vertrauens erwerbt.

Mit grandiosem Panoarama oberhalb von Balderschwang wandern

Panoramatour bei Balderschwang – wandern und genießen

Es muss nicht immer ein Gipfel sein – wer bei Balderschwang wandern und genießen möchte, kann es auch auf dieser entspannten Panoramarunde tun. Die Aussicht ist grandios, die Käsbrotzeit auf der Alpe Spicherhalde schmeckt vortrefflich. Außerdem ist diese Strecke nicht so bekannt und daher nicht so überlaufen wie andere.

Entspannte Kuh vor grandiosen Pamorama bei Balderschwang

Parken könnt ihr in Balderschwang entlang der Hauptstraße (gebührenpflichtig). Startpunkt der Wanderung ist entweder bei Anni’s Hofladen oder gegenüber der Kirche; von beiden Orten aus führt ein kurzer Stich hinauf zum unteren Panoramaweg. Damit die Einkehr zeitlich passt und der Abstieg nicht so kniebelastend steil ist, empfehle ich, im Uhrzeigersinn zu gehen, wenn ihr die Panoramarunde über Balderschwang wandern wollt. Karte und Höhenprofil zu dieser Wanderung findet ihr am Ende dieses Blogsposts.

So könnt ihr mit grandiosem Panorama über Balderschwang wandern

Eine sehr hübsche Idee der Balderschwanger ist der Themenweg „sich Zit long“ (hochdeutsch: „sich Zeit lassen“). Er zieht sich etwa 5 km lang als Höhenweg oberhalb des Ortes entlang und bietet auf 16 Stationen allerlei Informationen zur Umgebung und Ruheplätze zum Schauen und Genießen.

Wegweiser zum Themenweg sich Zit long in Balderschwang

Das erste Stück unserer Runde folgt nach kurzem Anstieg diesem „Zeitweg“ westwärts.

Auf dem Balderschwanger Höhenweg

Nach einem Viertelstündchen Gehzeit kommt man oberhalb des Dorfes Balderschwang in ein kleines Waldstück, durch das sich der Sägebach ergießt. Ein Wasserfall plätschert hier munter vor sich hin und sorgt für angenehme Kühle.

Wasserfall im Sägebachtobel oberhalb von Balderschwang

Daneben befindet sich eine Station des Themenwegs mit einer Sitzbank. Danach geht es wieder hinaus in die Sonne. Man kann weit über den Ortsteil Gschwend hinaus über das Balderschwanger Hochtal sehen. In der Ferne ragt darüber in verblichenem Weiß der Säntis auf … einfach schön.

Säntisblick auf dem Balderschwanger Höhenweg

Vor Gschwend wachsen dann große Nagelfluhbrocken wie dekorative Riesenpilze aus der Alpwiese; diese Art der Landschaft nennt man übrigens „Wiesenbarock“.

Wiesenbarock bei Balderschwang

Oberhalb von Geschwend steht ein hübscher Holzpavillon, der mit bequemen Panoramaliegen zu einem Päuschen einlädt. Die Umgebung ist auf jeden Fall eine ausgiebige Betrachtung wert, dafür mag man wirklich „sich Zit long“:

Ruhepavillon am Balderschwanger Themenweg sich Zit long

Zurück auf dem Themenweg begegnen uns entspannte Kühe, …

Kühe auf einer Alpweide

und mindestens genauso entspannte Wanderer:

Wanderer beim Pausemachen

Aufstieg zur Vorderen Stillbergalpe

Kurz vor dem Ortsteil Schlipfhalden, oberhalb des Hotels Bergblick, verlassen wir schließlich den Themenweg. Nun geht es aufwärts, der Beschilderung zum Gierenkopf nach. Zunächst windet sich der teilasphaltierte Weg in sanften Kehren aufwärts, nach und nach wird er aber steiler.

Aufstieg von Schlipfhalden Richtung Gierenkopf

Dieser Weg führt zu einer unbewirtschafteten Alpe. An seiner letzten Kehre verlassen wir ihn und gehen weiter geradeaus bergauf.

Wanderweg zum Gierenkopf

Einige Gehminuten später zeigt ein Wegweiser zum Gierenkopf rechts hinauf und führt uns auf einen noch schmaleren Pfad.

Wanderpfad bei Balderschwang

Schließlich kommt die Alpe Vordere Stillberg in Sicht.

Alpweide um die Vordere Stillbergalpe

Auch diese Alpe ist nicht bewirtschaftet. Um sie herum weiden aber fröhlich bimmelnde Schumpen, die Wanderen mit freundlichem Interesse entgegenblicken.

Schumpen auf einer Alpweide

Wer verlockend nach Schweiß und Salz riecht (das ist nach dem Aufstieg nicht ganz ungewöhnlich), wird auch mal abgeschleckt …

Schumpen schleckt Wanderer ab

Wenn das Ruhebänkchen vor der Alpe Vordere Stillberg nicht belegt ist, kann man sich dort hinsetzen.

Alpe Vordere Stillberg bei Balderschwang

Auf jeden Fall kann man den Panoramablick von hier oben genießen.

Panoramablick von der Alpe Vordere Stillberg

Kleiner Tipp zwischendrin: Falls ihr mehr vom Panorama sehen wollt, solltet ihr euch das Video ansehen, das ich von dieser Tour gemacht habe. Ihr findet es am Ende des Beitrags, vor der Karte und dem Höhenprofil.

Von der Vorderen Stillbergalpe zur Alpe Spicherhalde

Ab der Alpe können wir mit sattem Panoramablick wieder ostwärts in Richtung Balderschwang wandern.

Oberhalb von Balderschwang wandern

Auf den Alpwiesen blüht neben Hahnenfuß, Trollblumen und Knabenkraut auch der Frühlingsenzian. Ist der nicht hübsch?

Enzian

Auch der obere Höhenweg ist gut zu gehen; größere Steigungen gibt es nun nicht mehr.

Mit Panorama oberhalb von Balderschwang wandern

Nach etwa einer Dreiviertelstunde Gehzeit erreichen wir die Alpe Spicherhalde.

Alpe Spicherhalde

Auf dieser Sennalpe kann man auch einkehren. Wir saßen sehr gemütlich an dem Tisch, den ihr rechts unten im Bild sehen könnte.

an der Alpe Spicherhalde

Das Panorama hinter der Wäscheleine ist toll, die Brotzeit war einfach, aber köstlich. Das ist jedenfalls der perfekte Platz, um die vorangegangene Tour nochmals vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen: So prächtig lässt es sich hoch über Balderschwang wandern!

Brozteit auf der Alpe Spicherhalde bei Balderschwang - wandern und genießen

Ich mag Bergkäse eigentlich immer, aber der von der Alpe Spicherhalde schmeckt mir ganz besonders gut. Wir haben daher noch ein ordentliches Stück zum Mitnehmen gekauft. (Leider hat mein Sohn es dann aber weitgehend allein aufgefuttert.)

Von der Alpe Spicherhalde zurück nach Balderschwang wandern

Nach der Alpe geht es zumindest aus geografischer Sicht nur noch abwärts, und zwar auf einem ausphaltierten Weg.

Alpweide oberhalb von Balderschwang

Unterwegs begegnet man vielen sehr gechillten Kühen, die das Panorama offensichtlich auch zu schätzen wissen.

chillende Kühe mit Allgäu-Panorama

Die nächste Sennalpe auf dem Weg trägt den Namen Oberbalderschwang. Hier gibt es keine Einkehrmöglichkeit im eigentlichen Sinn, aber einen Automaten, an dem man gekühlte Getränke, Milch, Butter und Käse kaufen kann.

Sennalpe Oberbalderschwang

Auch hier wirken die Kühe sehr zufrieden.

Kuh an der Sennalpe Oberbalderschwang

Schließlich kommt der Talgrund in Sicht, wir gelangen bald wieder auf den den Themenweg „sich Zit long“.

ins Tal nach Balderschwang wandern

Er beginnt noch ein Stück weiter östlich im Tal. Die zweite Station auf dem Themenweg, für uns aber auf dieser Runde die letzte, ist die Alte Eibe von Balderschwang.

Alte Eibe bei Balderschwang

Ein bisschen zerrupft sieht sie ja schon aus. Aber bei ihrem hohen Alter ist das auch kein Wunder. Wie alt sie wirklich ist, weiß niemand genau. Um die 800 Jahre könnten es schon sein, möglicherweise sogar bis 2.000 Jahre. Schon beeindruckend, oder?

Nach der Alten Eibe sind es nur noch wenige Gehminuten zurück ins Tal.

talwärts nach Balderschwang wandern

Anni’s Hofladen liegt übrigens an der Sennalpe Unterbalderschwang. Ihr könnt dort noch mehr Käse kaufen, dazu auch Kräutersalben, Schinken, Wurst und Hochprozentiges. Wenn ihr noch Lust auf einen Cappuccino habt, könnt ihr anschließend noch hinein nach Balderschwang wandern und zum Beispiel auf der Terrasse des Hotels Hubertus einkehren.

Infos zu dieser Tour

Von unserer Balderschwanger Panoramarunde habe ich euch ein kleines Video zusammengestellt, das euch einen Eindruck davon vermitteln soll, wie schön die Tour ist.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hier findet ihr die Karte und die GPS-Daten zum Herunterladen:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Gehzeit:

  • Von Anni’s Hofladen bis zum Hotel Bergblick auf dem Themenweg „sich Zit long“: ca. 3/4 Std.
  • Aufstieg zur Vorderen Stillbergalpe: ca. 1 Std.
  • Von der Alpe Vordere Stillberg zur Alpe Spicherhalde: ca. 3/4 Std.
  • Von der Alpe Spicherhalde zurück nach Balderschwang: ca. 1 Std.
Balderschwang wandern und genießen mit tollem Panorama

Eine weitere sehr schöne Tour bei Balderschwang ist übrigens die Rundwanderung über den Hochschelpen zur Burglhütte. Falls ihr weitere mittelschwere Bergtouren im Allgäu mit großartigem Panorama sucht, emfehle ich euch die die Tour von Wertach auf die Reuterwanne, die Grüntenwanderung übers Grüntenhaus und unsere Panoramatour vom Gunzesrieder Tal auf den Hochgrat.

52 kleine und große Eskapaden im Allgäu

Buchvorstellung: 52 kleine und große Eskapaden im Allgäu

Letztes Jahr war ich selbst für meine Verhältnisse ungewöhnlich viel in meiner Heimatregion unterwegs, denn ich durfte für die gleichnamige DuMont-Reihe 52 kleine und große Eskapaden im Allgäu absolvieren. 52 mal mehr, mal weniger abenteuerliche Unternehmungen in der schönen Allgäuer Natur – was für ein tolles Projekt und welch ein Genuss!

Nun ist der Band erschienen (wegen Corona ein bisschen später als ursprünglich geplant), und ich bin begeistert: Auch wenn das bereits mein fünfter Allgäu-Reiseführer ist, ist es immer wieder ein wunderbares Gefühl, ein frisch gedrucktes Buch zum ersten Mal in der Hand zu halten. Vor allem aber ist die Eskapaden-Reihe einfach toll gestaltet; sie lädt zum Schauen und Schmökern ein und macht richtig Lust auf Draußen-Abenteuer. Das ging mir übrigens selbst so, als ich in den Schwarzwald-Eskapaden geblättert habe, die ich als Anschauungsmaterial vom Verlag bekommen habe …

Was für „Eskapaden“ erwarten euch?

Ich habe natürlich einige Touren aufgenommen, die ich immer schon gern gemacht habe, wie den Panoramaweg in Oy-Mittelberg, die Runde um den Elbsee, den Römerweg zum Auerberg oder die Wanderrunde über den Wildberg. Aber ich habe auch jede Menge Sachen ausprobiert, die ich schon lange mal machen wollte. Und ich gebe zu, dass einiges dabei war, auf das ich ohne dieses Projekt nie gekommen wäre.

Daher findet ihr unter den Eskapaden im Allgäu neben richtig schönen Wander- und Rad-, Schlitten- und Schneeschuhtouren auch Aktivitäten wie Rafting, Kanufahren, Spaziergänge mit Eseln und Lamas, Touren mit dem (E-)Mountainbike, einen Barfuß- und einen Besinnungspfad sowie zwei Moorerlebnispfade.

52 kleine und große Eskapaden im Allgäu

Habt ihr Lust bekommen, euch Inspiration für eure eigenen Allgäu-Ausflüge zu holen? Dann könnt ihr das Buch gleich bei Amazon bestellen (Partnerlink*):

52 kleine und große Eskapaden im Allgäu: Ab nach draußen! (DuMont Eskapaden)

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Ich freue mich, wenn ihr mir hier oder als Amazon-Bewertung schreibt, wie euch die Allgäu-Eskapaden gefallen!

Falls ihr eher einen klassischen Allgäu-Reiseführer sucht, könnt ihr hier nachsehen, welche Reiseführer ich sonst noch geschrieben habe.

Panoramablick nach Süden von der Reuterwanne

Aussichtsreiche Bergtour von Wertach auf die Reuterwanne

Die Reuterwanne ist mit ihren 1.541 Metern Höhe alpinistisch nicht besonders herausfordernd, sondern eher ein „Einsteigerberg“. Beeindruckend ist sie vor allem durch die fantastische Aussicht, die man von der Gipfelregion aus hat. Wir sind von Wertach losgegangen, haben den Berg dann halb umrundet und sind von der Südseite zum Gipfel aufgestiegen; hinunter ging es in direkter Linie über die Alpe Blösse.

Blick von der Reuterwanne auf den Grüntensee
Blick von der Reuterwanne auf den Grüntensee

Startpunkt dieser Tour ist der Wanderparkplatz am Buron-Stadl (gebührenpflichtig). Von dort geht ihr ein Stückchen westwärts der Straße entlang und überquert sie dort, wo der Wegweiser zur Alpe Blösse steht.

Über die Buronhütte auf die Reuterwanne

Schon das erste Wegstück ist reizvoll. Man steigt nämlich an der Buron-Skipiste (im Sommer ist es natürlich keine Piste, sondern eine Weide) und am Schanzbach entlang aufwärts. Das gibt einen hübschen Wechsel von Wiese, Wald und Tobel.

Beginn des Wanderwegs zur Buronhütte

Von der Wiese geht es in den Wald,

Brücke über den Schanzbach

und vom Wald wieder in die Sonne.

Aufstieg zur Buronhütte

Zwischendrin ergeben sich hübsche Ausblicke auf den Grüntensee.

Blick vom Buron auf den Grüntensee

Wo im Winter die Skifahrer hinauffahren, chillen im Sommer die Kühe.

Chiller-Schumpen unterm Buronlift

Schließlich stößt man auf eine asphaltierte Straße und wendet sich nach links. Dann sind es nur noch wenige Gehminuten bis zur Buronhütte. Sie hatte noch nicht geöffnet, als wir dort waren, aber nach gerade mal einer Dreiviertelstunde Gehzeit wäre es sowieso noch zu früh für eine Einkehr gewesen.

die Buronhütte bei Wertach

Von der Buronhütte zum Gipfel

Ab der Buronhütte folgt ihr der Beschilderung Rundweg Reuterwanne und Haslacher Alpe.

auf dem Rundweg Reuterwanne
Wegweiser Rundweg Reuterwanne

Ist das nicht eine bezaubernde Bergwiesenlandschaft?

Bergwiese

Die Haslacher Alpe kommt bald in Sicht, kurz danach zweigt der Rundweg rechts ab.

Haslacher Alpe

Es geht nun südwärts, Richtung Jungholz.

auf dem Rundweg um die Reuterwanne

Der Weg führt in den Bergwald hinein und beginnt, relativ gleichmäßig anzusteigen. Auf diesem Wegstück ist uns außer diesen beiden Radlern niemand begegnet.

Radler im Bergwald

Auf breiten Forstwegen geht es aufwärts. Dann kommt man an diesem Felssturz vorbei.

Felssturz an der Reuterwanne

Es geht wieder hinaus aus dem Wald:

Rundweg Reuterwanne

An der nächsten Kurve spitzen die Berge des Tannheimer Tals um die Ecke, darunter der markante Zackengipfel des Einstein.

Blick auf die Gipfel des Tannheimer Tals

Wenige Meter weiter zweigt der Weg nach Jungholz ab. Zur Alpe Stubental wäre es von hier nur eine Viertelstunde zu gehen. Wir bleiben aber auf dem Rundweg und gelangen bald darauf zur Alpe Obere Reuterwanne. Sie ist ebenfalls bewirtschaftet.

Alpe Obere Reuterwanne

Wir folgen dem Weg, der über den Hang aufwärts führt: zum Gipfel der Reuterwanne.

Wanderpfad auf die Reuterwanne

Auf der nächsten Kuppe lohnt es sich, innezuhalten und einen Blick zurückzuwerfen: Das Panorama nach Süden hin ist grandios – ihr habt es oben im Titelbild schon gesehen: Ihr blickt auf den Sorgschrofen (links) und über Unterjoch weit in die Berge.

Blick von der Reuterwanne Richtung Unterjoch

Weiter rechts (westwärts) schaut ihr auf den Grünten, der an seiner Alleinlage und dem Sendemasten erkennbar ist.

Blick von der Reuterwanne auf den Grünten

Ist das nicht herrlich? Ich musste da eine ausgiebige Schau- und Fotografierpause einlegen. Danach sind es nur noch ein paar Minuten Aufstieg bis zum Gipfel der Reuterwanne.

Aufstieg zum Gipfel der Reuterwanne

Auf dem Gipfel waren dann doch deutlich mehr Leute, als wir bis dorthin begegnet waren.

der Gipfel der Reuterwanne

Ich musste ein Weilchen warten, bis ich ein Gipfelkreuzfoto ohne Leute drauf machen konnte.

Das Gipfelkreuz auf der Reuterwanne
Barbara Kettl-Römer ausnahmsweise hoch im Allgäu unterwegs

Vom Gipfel der Reuterwanne zur Alpe Blösse

Die meisten Bergwanderer wählen wohl die direkte, steilere Route von Wertach nach oben. Die haben wir nur für den Abstieg genutzt.

Abstieg vom Gipfel der Reuterwanne
Bergpfad
steiniger Bergwanderweg

Schließlich gelangt man aus dem Wald heraus und an den Mobilfunksendemasten neben der Bergstation des Buronlifts.

an der Buronlift-Bergstation im Sommer
Sendemast auf dem Buron

Man geht am Sendematsen vorbei und anschließend weiter abwärts, den Wegweisern zu Alpe Blösse nach, …

Wanderweg zur Alpe Blösse

bis sie nach dem Waldstückchen in Sicht kommt.

Alpe Blösse am Rundweg Reuterwanne

Die Alpe Blösse ist bewirtschaftet und gehört dem Allgäuer-Alpgenuss-Verbund an. Das merkt man an der Qualität des Angebots: Die Brotzeit war absolut köstlich, das Brot sogar am Sonntag frisch und knusprig. Da wir noch in der „To-go-Phase“ dort waren, bekamen wir die Brotzeit in einer Papiertüte und suchten uns in der Nähe ein Plätzchen zum Niederlassen.

an der Alpe Blösse

Von der Alpe geht man in ein paar Minuten abwärts, wo man wieder auf das Sträßchen zur Buronhütte stößt.

Weg von der Alpe Blösse zum Rundweg Reuterwanne

Dann geht es wieder durch das Weidetor und am Buronhang und dem Schanzbach hinunter bis zum Parkplatz.

Weidetor am Buronhang

Was für eine schöne Bergtour! Ihr braucht dafür schon ein bisschen Kondition, kräftige Oberschenkel und natürlich ordentliche Bergschuhe, aber kein fortgeschrittenes alpinistisches Können. Hier könnt ihr euch die Route und das Höhenprofil ansehen:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Für eure Zeitplanung:

  • Aufstieg vom Buron-Parkplatz bis zur Buronhütte: ca. 45 Minuten
  • Von der Buronhütte über den Rundweg Reuterwanne bis auf den Gipfel:
    ca. 1,5 Std.
  • Abstieg vom Gipfel der Reuterwanne bis zur Alpe Blösse: ca. 45 Minuten
  • Von der Alpe Blösse zurück zum Buron-Parkplatz: ebenfalls ca. 45 Minuten
Bergtour von Wertach auf die Reuterwanne
Pin it!

Falls ihr Lust auf weitere „mittelschwere“ Bergtouren im Allgäu habt, empfehle ich euch meine Posts über die Wanderung vom Gunzesrieder Tal auf den Hochgrat, über die Tour übers Grüntenhaus auf den „Wächter des Allgäus“ und über die Bergwanderung rund um den Großen Widderstein im Kleinwalsertal.

Felsentor am Weißensee

Hinreißende Wanderung rund um den Weißensee

Direkt an den Bergen gelegen ist der Weißensee bei Füssen (manchmal wird er auch Weissensee geschrieben) ein besonders malerisches Gewässer. In etwa eindreiviertel Stunden kann man ihn gemütlich umrunden und dabei immer wieder neue, hinreißend schöne Ausblicke bewundern. Ein echtes Highlight ist das Felsentor, das vermutlich eines der beliebtesten Fotomotive im ganzen Allgäu ist. Im Sommer könnt ihr auch Badesachen mitnehmen und am Badeplatz am Westufer eine Schwimmrunde einlegen.

Zwei Wermutstropfen will ich euch nicht vorenthalten: Zum einen läuft über das Ostufer die riesige Stromleitung nach Vils. Zum anderen verläuft parallel zum Nordufer die B310. Der Verkehr liefert ein gewisses Grundrauschen, das die ganze Wanderung begleitet. Wer die Stille liebt, wird bei dieser Runde also nicht ganz glücklich werden. Die Augen werden dafür aber wirklich verwöhnt …

Blick über den Weißensee bei Füssen auf die Kirche St. Walburga

Ausgangspunkt dieser Runde ist der Wanderparkplatz am Ostufer („Parkplatz Alatsee unten“). Von dort sind es nur wenige Meter zum Uferweg, auf dem wir den See im Uhrzeigersinn umrunden.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Schattig und schön: der Wanderweg am Weißensee-Südufer

Im Schatten des Höhenzugs und des Waldes spaziert es sich angenehm dahin.

Wanderweg am Weißensee-Südufer

Immer wieder laden Ruhebänke dazu ein, die Aussicht zu genießen.

Bank am See

Nach und nach wird der Weg schmaler und wurzeliger …

wurzeliger Weg am Seeufer

und führt schließlich durch das berühmte Felsentor hindurch. Das romantische Tor, grünschimmerndes Wasser, ein steiler Höhenzug im Hintergrund – ist das nicht eine umwerfende Kombination?

Felsentor am Südufer des Weißensees

Auf der gegenüberliegenden Seeseite blickt man aus immer neuen Winkeln auf das Dorf Weißensee und die Pfarrkirche St. Walburga.

Blick über den Weißensee auf den Ort Weißensee

Ein Stückchen weiter gelangt man an diese Schutzhütte. Sie ist für Wanderer gedacht, die in ein Gewitter geraten.

Schutzhütte am Weißensee

Seitlich an der Hütte hängt eine Tafel mit der Legende von der Entstehung des Weißensees: Demnach lebten in diesem Tal einst drei Schwestern, denen das Land gehörte. Sie zerstritten sich aber, worauf eine Schwester die anderen beiden verfluchte. Daraufhin stürzten Felsen ins Tal und von unten schoss Wasser herauf, bis der neu entstandene See alles verschluckt hatte. Die Legende ist ja nicht sehr schön, aber der See ist es schon. Allein die Farbe des Wassers ist faszinierend …

am Weißensee
Karbikfeeling am Weißensee

Auch der Weg hat viel Abwechslung zu bieten. Es geht zwischen weiteren Felsen hindurch, …

Wandweg zwischen Felsen und Wasser

dann kommt man zum Hugo-Ludwig-Steg.

Den Hugo-Ludwig-Steg verdanken wir zwei Touristen

Er trägt die Vornamen seiner beiden Stifter, die als Urlauber gerne nach Weißensee kamen. Früher musste man bei der Seenumrundung vor dieser Felswand mühselig nach oben und anschließend wieder zum See hinunter kraxeln. Die beiden „Auswärtigen“ spendeten einen größeren Geldbetrag, damit an dieser Stelle ein Eisensteg gebaut werden konnte. Das geschah übrigens im Winter 1952/53, als der See komplett zugefroren war.

der Hugo-Ludwig-Steg am Weißensee-Südufer

Heutige Wanderer können den Spendern Hugo Städtgen und Ludwig Prem für ihre Großzügigkeit durchaus dankbar sein …

Die letzte Sehenswürdigekeit am Weißensee-Südufer ist der ehemalige Steinbruch. Hier wurde im 17. Jahrhundert mühsam von Hand ein rötlicher Stein abgebaut. Die Marmorsockel der vier Säulen in der Füssener St.-Mang-Kirche stammen von hier.

ehemaliger Steinbruch am Weißensee-Südufer

Schließlich ist das Westufer des Weißensees erreicht und man muss einfach stehen bleiben, um diese Aussicht zu genießen. Dieser Platz gehört zu meinen Lieblingsaussichtspunkten auf dieser Runde.

Blick über See und Berge

Vom Weißensee-Westufer zurück zum Wanderparkplatz

Das Röhricht am Westufer ist übrigens ein wertvoller Rückzugsraum für Fische und Enten.

Röhricht am Weißensee-Westufer

Nun kommt schon die Badeanstalt am Weißensee in Sicht (das langgestreckte Gebäude hinter dem Röhricht).

Wanderweg und Badeanstalt

Nach Osten hat man jetzt einen prächtigen Blick auf den Säuling, dessen markanter Zacken über Hohenschwangau aufragt.

Blick über den Weißensee auf den Säuling

Zur Freibadanlage Weißensee gehört neben der Liegewiese und der Umkleide-/Toilettenanlage mit Kiosk (im Hintergrund) auch ein Spielplatz. Falls ihr hier eine Stärkungspause einlegen wollt, geht das nicht nur am Freibadkiosk, sondern auch links (nicht im Bild) im Ortsteil Oberkirch. Dort gibt es ein Café und eine Pizzeria.

die freibadanlage am Weißensee bei Füssen

Für kleinere Kinder ist diese flache Badestelle im Sommer ein wahres Pritschelparadies:

Badeplatz am Weißensee

Der Rundwanderweg führt hinter dem Badekiosk über eine kleine Brücke und dann am Nordufer des Sees ostwärts.

am Weißensee-Nordufer

Dieser Wegabschnitt ist zwar nicht so wildromantisch wie der auf der gegenüberliegenden Uferseite, dafür aber schön sonnig.

Radfahrer am Weißensee bei Füssen

UNterhalb des Dorfs Weißensee befindet sich ein idyllischer Ruhebereich, der zum Verweilen einlädt.

Ruhebereich am Weißensee

Von dort ist es nur ein kleiner Abstecher zur Kirche, die man auf einem großen Teil der Runde im Blick hat.

Kirche St. Walburga in Weißensee

Kurzbesuch in der Pfarrkiche St. Walburga in Weißensee

Die Heilige Walburga empfängt den Besucher beim Aufstieg vom See persönlich und auf einem Sockel.

Statue der Heiligen Walburga in Weißensee bei Füssen

Die kleine Kirche geht bis ins 12. Jahrhundert zurück, wobei vom romanischen Bau nicht mehr viel übrig ist. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert und im Stl der Gotik ausgestattet, um 1670 wurde sie dann nochmals erweitert und zudem barockisiert.

die Kirche St. Walburga am Weißensee

Sie ist hat übrigens insgesamt drei Schutzpatrone: Neben Walburga sind auch noch die Apostel Philippus und Jakobus der Jüngere Patrone. Das liegt vermutlich daran, dass früher alle drei am 1. Mai gefeiert wurden (heute am 25.02. und 03.05.). Auf dem Altarbild sind die Drei jedenfalls einträchtig vereint.

Altarbild der Pfarrkirche Weißensee mit den Heiligen Walburga,Philippus und Jakobus

Auch sonst ist die kleine Kirche hübsch ausgestattet:

Innenraum der Pfarrkirche Weißensee

Zurück zum Wanderparkplatz

Im letzten Abschnitt der Rundwanderung nähert sich der Wanderweg um den Weißensee der Bundesstraße an.

Wanderweg an der B310

Schöne Ausblicke gibt es trotzdem noch. Etwa auf den Vilser Kegel und die Große Schlicke …

Blick über den Weißensee auf den Vilser Kegel und die Große Schlicke

oder zurück auf das Dorf und seine malerische Kirche:

Blick über den See auf Dorf und Pfarrkirche Weißensee

Dann geht es noch ein Stückchen ostwärts, bis der Weg wieder auf die Saloberstraße stößt.

Wanderweg bei Füssen

Von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zurück am Parkplatz. Was für eine wunderbare Runde!

Wenn ihr vor der Heimkehr noch einmal eine Kaffeepause machen wollt, könnt ihr auf der anderen Seite der B310 den Gasthof Jägerhaus besuchen. Dort gibt es auch sehr gutes, hausgemachtes Eis.

Wanderung um den Weißensee bei Füssen

Falls ihr gerne an und um Seen wandert, empfehle ich euch auch meine Posts zu den Rundwanderungen um den Hopfensee, um den Grüntensee und um den Elbsee im nördlichen Ostallgäu. Oder seht euch doch mal die Wanderung durch die Pöllatschlucht an, die liegt ganz in der Nähe des Weißensees und kombiniert die Schluchtentour mit einem Besuch am Alpsee.

Vogellehrpfad Friesenried - Schautafel 5

Naturentdeckerrunde: der Vogellehrpfad Friesenried

Der Vogellehrpfad Friesenried hat früher schon unseren Kindern Spaß gemacht. Er ist immer noch gut gepflegt und wurde sogar um ein Klassenzimmer im Grünen erweitert. Eingerichtet wurde er vom Landesbund für Vogelschutz in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten, der Gemeinde Friesenried und vielen Sponsoren und Ehrenamtlichen. Startpunkt ist am Wanderparkplatz Aschthal; der Weg dorthin ist ab Friesenried ausgeschildert.

Entlang des Lehrpfades, der als Rundweg angelegt ist, finden sich 25 Stationen mit Informationen zu rund 50 heimischen Vogelarten. Dazu kommen noch ein paar Spiel- und Erlebnisstationen. Die Vögel werden in ihrer typischen Umgebung als Modelle präsentiert und auf Infotafeln näher beschrieben. Das Besondere an diesen Schaukästen ist: Die Modelle hat ein LBV-Ehrenamtlicher aus Friesenried alle selbst getöpfert und bemalt. Sie werden in ihrem typischen Lebensraum gezeigt und sehen wirklich erstaunlich echt aus. Zum Beispiel diese Blaumeise:

Blaumeise im Schaukasten auf dem Vogellehrpfad Friesenried

Das erwartet euch auf der Runde über den Vogellehrpfad Friesenried

Als Mitmachangebot gibt es am ersten Schaukasten ein Vogelquiz, das große und kleine Naturentdecker auf der Runde ausfüllen können.

Schaukasten 1 am Vogellehrpfad Friesenried
Vogelquiz - Briefkasten auf dem Vogelehrpfad Friesenried

Und los geht’s!

Waldweg

Es gibt noch eine Menge Schaukästen zu entdecken …

Schaukasten 2 am Vogellehrpfad Friesenried

… und diverse Nisthäuser für Vögel und Fledermäuse.

Vogelhäuschen Katzen sind doof

Weitere Erlebnisstationen auf dem Vogellehrpfad Friesenried

Eine sehr hübsche Idee ist das „Vogelnest“, das an einer Wegkreuzung im Wald liegt.

begehbares Vogelnest am Vogellehrpfad Friesenried

Drinnen finden sich neben Sitzgelegenheiten zum Verweilen weitere Schaukästen, die man per Schalter elektrisch beleuchten kann. Besonders interessant sind die drei Gucklöcher zu Brutkästen am anderen Ende des Pavillons. Mit etwas Glück kann man hier im Frühjahr die Vögel beim Brüten bzw. die Küken im Nest beobachten.

begehbares Vogelnest bei Friesenried - Innenansicht

Auch sonst haben sich die Macher des Lehrpfads nette Stationen entlang des Weges einfallen lassen: Unsere Kinder hatten schon vor Jahren viel Spaß am Vogel-Bandolino, das auch heute noch tipptopp in Schuss ist.

Riesen-Bandolino am Vogellehrpfad Friesenried

Weiter geht es durch den Königsberger Forst …

Waldweg im Königsberger Forst

Eine weitere Station ist das „Hörrohr“. Als wir mit den Kindern zum ersten Mal dort waren, hat mein Sohn es allerdings zur Trompete umfunktioniert; es war dann nicht mehr besonders still im Wald.

großes Hörrohr im Wald

Interessant ist auch die Spechthöhle, die man genauer unter die Lupe nehmen kann.

Schaukasten mit Spechthöhle am Vogellehrpfad Friesenried
Blick in eine Spechthöhle

Der Lehrpfad führt zum Waldrand und dann wieder ein Stück zurück, bis zu einer (gut beschilderten) Abzweigung.

im Königsberger Forst bei Friesenried

Seit unserem ersten Besuch auf dem Vogellehrpfad Friesenried neu dazu gekommen ist das Klassenzimmer im Grünen, das für Besuchergruppen und für die Schüler aus der Umgebung genutzt wird.

Wegweiser zum Freiluftklassenzimmer am Vogelehrpfad Friesenried
Freiluftklassenzimmer im Königsberger Forst

Das letzte Highlight ist das große Insektenhotel:

großes Insektenhotel im Königsberger Forst

Über Bienen kann man sich anhand der Schaukästen noch genauer infornieren:

Bienenschaukasten

An der letzten Station des Rundwegs grüßen Kiebitz und Wiesenpiper:

Kiebitz und Wiesenpieper im Schaukasten am Vogellehrpfad Friesenried

Noch ein paar Infos

Der Vogellehrpfad Friesenried ist knapp 5 km lang, gut beschildert und kinderwagengeeignet. Die reine Gehzeit beträgt etwa eine Stunde, je nach Verweildauer an den einzelnen Stationen könnt ihr aber auch zwei Stunden unterwegs sein. Insgesamt kann ich ihn für Naturinteressierte sehr empfehlen. Hier könnt ihr euch die genaue Route ansehen und die GPX-Datei dazu herunterladen:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Diese Runde gehört zu unseren Lieblingstouren zum Wandern mit Kindern im Allgäu.

Falls ihr weitere Naturentdecker-Ausflugsideen im Allgäu sucht, empfehle ich euch folgende Posts:

Vogellehrpfad Friesenried
Farbenfroh - der Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Farbenfroh: der Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Exotische Außerirdische, badende Bauern, ausgestopfte Tiere und tanzende Rauchmelder – auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020 war mal wieder eine sehr farbige Mischung geboten. Den Auftakt machte diesmal die Guggenmusik-Gruppe Gugg‘ amol aus Reicholzried: Super!

Guggenmusik-Gruppe auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Gugg' amol aus Reicholzried

Highlights vom Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Es folgten bunt gemischte Fußgruppen und Wagen, die ich thematisch sortiert habe:

Tierische Truppen

Gleich nach der Guggenmusik zog eine muntere Waschbärengruppe durch den Ort.

Waschbären im Fasching

Ganz reizend fand ich die Günztaler Frühlingsanfänger (oder Frühlings-Fänger?) mit den fröhlichen Schmetterlingen:

Günztaler Frühlings-An-Fänger auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Günztaler Schmetterlinge im Fasching

Sehr gelungen war auch die Salamander-Gruppe:

Salamander auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ebenfalls unterwegs war eine spezielle Krötenart: Es handelte sich um hochprozentige Wodka-Kröten, so stand es jedenfalls auf dem mitgeführten Schild. Sie boten sich als Alternative zu den nullverzinsten Kröten auf der Bank an …

Wodka-Kröten im Fasching

Ein echter Hingucker waren die Raupen, obwohl sie selbst vermutlich ein recht eingeengtes Gesichtsfeld hatten:

Raupen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ausgefallen war die Gruppe mit den Jagdtrophäen: Mögen anderswo präparierte Tierköpfe stumm an der Wand hängen, in Obergünzburg spazierten sie quicklebendig mit ihrem Rahmen um den Hals herum:

laufende Jagdtrophäen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Zebra-Trophäen im Fasching

Hexen und Wichtel

Hexen sind im Allgäuer Fasching ein Muss. Auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020 gab es natürlich auch welche. Sehr schön kostümiert waren die Betzigauer Waldhexen:

Betzigauer Waldkexen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Dann gab es eine höllisch rote Hexentruppe, die ihre eigenen Fledermäuse mitgebracht hatte:

Hexen und Fledermäuse im Fasching

Auch die grünen Medusen konnten sich sehen lassen:

Medusa - Gruppe im Fasching

Ob das Kräuterhexen sind oder Elfen? Sie haben jedenfalls schöne Kostüme:

Waldelfen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Zu den niedlicheren Vertretern der Zauberwesen gehörten die Wichtel mit den großen Nasen:

blaue Wichtel auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Süßkram und bunt Gemischtes

Aus Hopferbach waren ein paar Süßigkeiten gekommen, die ich einfach unwiderstehlich finde:

MMs aus Hopferbach im Fasching
süße Ms aus Hopferbach auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Niedliche Harlekine gab es zu sehen:

Harlekine im Fasching

Dazu bunte Farbtupfer in Dosen:

laufende Farbkleckse im Fasching
Pretty in Pink auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ebenso farbenfroh hatte sich die Gruppe aus Romatsried gewandet, die zurück in die 80er-Jahre wollte:

Back to the 80s im Fasching

Ansonsten waren noch Eskimos beteiligt, …

Eskimos im Fasching

rudelweise rüstige Rentner, …

rüstige Rentner auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

und ein paar richtige Kraftprotze:

Kraftprotz im Fasching

Allerlei Landvolk auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Die ländliche Umgebung der Faschingsaktiven spiegelt sich in manchen Kostümierungen wider. Aus Untrasried waren beispielsweise Kräutermänner gekommen. Sie interessierten sich nach eigenen Angaben allerdings besonders für Kräuter in destillierter Form:

Untrasrieder Kräutermänner auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
wilder Kräutermann im Fasching

Zum Allgäu gehören bekanntlich Kühe und damit auch Kuhglocken. Zweibeinige Kuhglocken waren mir zuvor aber noch nicht begegenet.

laufende Kuhglocke aus Untrasried
Kuhglocken aus Untrasried auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Lustig war die Gruppe mit den badenden Bauern. Ich hoffe nur, dass die Jungs im Badezuber sich im frischen Wind nicht erkältet haben. Ich habe schon beim Hinschauen gefröstelt …

rollendes Badefaß auf dem auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
kaltes Bad im Fasching

Raumfahrer und Außerirdische

Sowohl die Söderschen Bavaria-One-Bestrebungen wie auch der jüngste Teil der Star-Wars-Reihe haben die Fantasie der Maschkerer angeregt. Da waren tolle Kostüme dabei!

die NASA im Fasching
Astronaut im Fasching
Chewbacca auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Star Wars auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Weitere Helden aus Film und Fernsehen

In Willofs hat man offenbar ein Faible für Sherlock-Holmes-Filme und für Bier:

Willofser Bierdetektive auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Untrasried ist wohl da, wo die Schoschonen wohnen:

Schoschonen aus Untrasried im Fasching

In Litzen schaut man gerne das Dschungelbuch an:

das Dschungelbuch im Fasching

Die Jugend hat sich von Casino Royale inspirieren lassen:

Faschingswagen Casino Royale

Auf Wickies Spuren wandelten die Günztal-Wikinger:

Günztal-Wikinger auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Die Wikinger bewiesen sehr viel Liebe zum Detail:

Wikinger-Drachenschiff im Fasching
kleine Wikinger auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Meine persönlichen Highlights auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ich habe eine Schwäche für ausgefallene Kostüme und lustige Choreografien. Sehr witzig fand ich das Kostüm dieser Busenfreundinnen:

Busenfreundinnen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Ich frage mich aber, wie die beiden den restlichen Faschingssonntag verbracht haben. Ob sich das Busenpaar irgendwann getrennt hat?

Besonders kreativ fand ich die Rauchmelder aus Immenthal. Obwohl sie nicht so recht funktionstüchtig zu sein scheinen, denn sie standen schon lichterloh in Flammen.

als Rauchmelder im Fasching
laufende Rauchmelder auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Zu meinen Top Drei gehört noch die goldglänzende Olympiatruppe. Die Kostüme sind toll und die Olympioniken waren wunderbar aktiv beim Posieren:

Olympiasieger 2020 im Fasching
Olympische Posen auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020
Olympischer Boxer in Pose

So sehen Sieger aus! Ja, ich hatte viel Spaß auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020 und hoffe, ich konnte euch davon einen guten Eindruck vermitteln …

auf dem Faschingsumzug Obergünzburg 2020

Falls ihr euch für die Obergünzburger Faschingsumzüge der letzten Jahre und/oder für andere Umzüge und sonstiges Faschingsbrauchtum interessiert, empfehle ich euch meinen Überblickspost zum Fasching im Allgäu.

das Zumsteinhaus mit dem Kempten-Museum

Toll gemacht: das neue Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Die „Metropole des Allgäus“ hat sich im Dezember 2019 mit einem neuen Kempten-Museum beschenkt. In einem der schönsten Häuser der Stadt werden 2000 Jahre Stadtgeschichte erzählt und gezeigt. Außerdem soll das Museum als Treffpunkt und gewissermaßen als „Wohnzimmer“ für die Kemptener Bürger dienen. Das musste ich mir natürlich genauer ansehen.

der Eingang zum Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Ein Rundgang durch das Kempten-Museum

Was ich persönlich sehr sympathisch finde: Gleich hinter dem Eingang links liegt ein Salon. An dessen Wänden werden Kemptener Persönlichkeiten mit Fotos und Gemälden gezeigt, wie man eben im Wohnzimmer Familienbilder aufhängt. Vor allem aber ist der Salon ein kleines Café. Zwar mit Selbstbedienung, aber eben auch mit Stil.

Café im Salon des Kempten-Museums

Ebenfalls im Erdgeschoss liegen Ausstellungsräume über die Firma Gebrüder Zumstein und Kempten in Raum und Zeit.

Das repräsentative Gebäude am Residenzplatz wurde 1802 als Stadtpalais der Kaufmannsfamilie Zumstein erbaut, die im Textilhandel zu Reichtum gekommen war. Zumstein ist die wörtliche Übersetzung eines ursprünglich französischen Namens: Die Familie stammt aus dem Aostatal, das damals zu Savoyen gehörte, und hieß ursprünglich de la Pierre.

Ausstellungsraum über die Kaufmannsfamilie Zumstein im Kempten-Museum

Daneben liegt der einzige chronologisch orientierte Raum des Museums: Die wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte sind an den Wänden mit Schautafeln und fahrbaren Displays nachvollziehbar. Sie umrahmen einen begehbaren Stadtplan mit Modellen der bedeutendsten Kemptener Gebäude. Eine sehr witzige Idee!

begehbarer Stadtplan im Kempten-Museum

Herzstück des Museums ist ein 3D-Stadtmodell

Kempten als älteste schriftlich erwähnte Stadt Deutschlands hat eine bewegte Stadtgeschichte. Die in rund drei Minuten zu veranschaulichen, ist schon eine Leistung. Möglich wird sie durch ein 3D-Modell im ersten Stock des Zumsteinhauses und eine Audiovisionsshow, in der die großen Entwicklungsschritte von der Römerstadt Cambodunum bis heute gezeigt werden.

3D-Stadtmodell vom Kempten im neuen Kempten-Museum

Zur Zeit der Römer hatte die Iller noch ein anderes Bett; die römische Stadt wurde auf einem Hügel errichtet. Was davon heute noch übrig ist, zeigt übrigens ein Freilichtmuseum: Einen Besuch im Archäologischen Park Cambodunum kann ich (im Sommerhalbjahr) wärmstens empfehlen.

die Römersiedlung Cambodunum im 3D-Stadtmodell

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges existierten zwei Städte: die katholische Stiftsstadt und die protestantische Reichsstadt. Nach dem Krieg wurde als erster großer Sakralbau die Basilika St. Lorenz und die fürstäbtliche Residenz errichtet. Sie liegen in Sichtweite des Zumsteinhauses und sind ebenfalls einen Besuch wert.

3D-Stadtmodell der Stadt Kempten nach dem Dreißigjährigen Krieg

Die übrigen Räume im Kempten-Museum sind thematisch gruppiert

Chronologisch angeordnete Sammlungen werden schnell langweilig. Deswegen gefallen mir die Themenräume im Kempten-Museum sehr gut: Darin geht es im ersten Stock beispielsweise um die Textilindustrie, die für die Stadt früher sehr wichtig war.

Themenraum Kempten als Textilstadt im Zumsteinhaus

In Wer hat das Sagen in der Stadt? werden die Konflikte zwischen der Reichs- und Stiftsstadt thematisiert, die Kemptens Geschichte über Jahrhunderte prägten. Daneben geht es um Glauben und Herrschen.

Themenraum Glauben und Herrschen im Kempten-Museum

In diesem Raum hatte ich besonders viel Spaß beim Bimmeln: Man kann hier Modelle der Glocken in der evangelischen Kirche St. Mang und der Basilika St. Lorenz antippen und hört dann Aufnahmen vom Geläute.

Glocken zum Selberläuten im Zumsteinhaus

Im Gang habe ich mir noch den Bericht des römischen Kaisers Septimius Severus über sein Leben und den Bau der römischen Straßen bis in die Provinz Rätien angehört. Auch spannend!

Kaiser Septimius Severus im Kempten-Museum

Im zweiten Stock geht es ums Leben der Kemptener Bürger

Ein Raum widmet sich dem Wohnen in Kempten. Dort kann man einen Blick in die Wohnzimmer etlicher heutiger Kemptener werfen.

Themenraum Wohnen in Kempten im Zumsteinhaus

Kempten hat frei gibt Einblicke in die Freizeitgestaltung in der Allgäu-Metropole.

Themenraum Kempten hat frei im Zumsteinhaus

Auch der Handel bzw. das Markttreiben hat einen eigenen Raum. Die „Wurstlampe“ darin hat mir dabei besonders gut gefallen.

Themenraum Markttreiben im Zumsteinhaus

Der Themenraum Gesundheit erhalten wartet mit einer schön nachgebauten Apotheke auf. Etwas gruselig ist dagegen das Werkzeug des letzten Kemptener Baders, der noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts aktiv war.

alte Apotheke im Zumsteinhaus
Baderwerkzeug im Kempten-Museum

Zentral ist im zweiten Stock der Mitmachraum Kempten für alle Sinne. Man kann dort sogar an eigens kreierten Kempten-Düften schnuppern und Stadtgeräusche anhören.

Kempten für alle Sinne im Zumsteinhaus

Fazit: ein familienfreundliches Mitmach-Museum

Wer mit einem Museumsbesuch das Abschreiten staubiger Vitrinen verbindet, wird vom Kempten-Museum angenehm überrascht: In jedem Raum gibt es Dinge zum Ausprobieren, kann man per Knopfdruck Fotos oder Filme abrufen oder kleine Podcasts anhören. Das macht den Besuch sehr kurzweilig.

Kinder können auch in mittelalterliche Gewänder schlüpfen. Für sie gibt es zudem ein nett gemachtes Aktivheft (für 1 Euro Schutzgebühr am Eingang erhältlich) mit Quizfragen, einem kleinen Kempten-Memory und Malanregungen. Das Museum ist damit auch ein perfektes Regenwetter-Ausflugsziel für Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter.

In den Kellergewölben befindet sich sogar ein kleines Kino, in dem jeweils zur halben und vollen Stunde ein Kurzfilm gezeigt wird. Das „Kempten-Dingsda“ fand ich sehr lustig.

Kellerkino im Zumsteinhaus

Da das Museum keinen Eintritt kostet, kann man es wirklich fast wie ein Wohnzimmer benutzen und dort immer mal wieder vorbeischauen. Mal zum Kaffeetrinken, mal einen Themenraum genauer erkunden, mal ins Kellerkino gehen. Jeden Sonntagnachmittag wird um 14 Uhr eine Führung angeboten. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Website zum Kempten-Museum im Zumsteinhaus.

ein virtueller Rundgang durchs Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Einen Ausflug in die Kemptener Unterwelt möchte ich euch auch noch ans Herz legen: Der Schauraum Erasmuskapelle ist mit seiner Multivisionsshow absolut sehenswert. Und wenn ihr bei all den Kempten-Aktivitäten hungrig oder durstig werdet, findet ihr vielleicht meinen Post Gut essen in Kempten hilfreich.

Neuschwanstein vom Schwansee aus

Drei-Seen-Wanderung bei Schwangau: Schwansee, Alpsee, Forggensee

König Ludwig II. wusste wirklich, wo es schön ist – die herrliche Natur, die er so liebte, könnt ihr anlässlich dieser Wanderung bei Schwangau genießen. Und ja, die beiden Schlösser könnt ihr auch bewundern. Jedenfalls von außen. Wir haben die Rundtour am Parkplatz am Schwansee begonnen, ihr könnt aber auch am Parkplatz der Tegelbergbahn einsteigen. In jedem Fall kommt ihr in den Genuss des königlich-schönen Bergpanoramas, vor dem sich der Forggensee erstreckt.

Winterabenstimmung am Forggensee

Bezaubernd schön: Unsere Wanderung bei Schwangau

In den Wintermonaten ist es an der Nordseite der Berge schattig und kalt. Der Schwanseepark hatte sich in frostige Kristalle gehüllt, als wir aufbrachen. Erst um 10:30 Uhr blinzelte die Sonne über den Säuling.

Sonnenaufnang über dem Schwanseepark im Winter

Den Schwanseepark hatte König Maximilian II. (der Vater von Ludwig II.) als englischen Landschaftsgarten anlegen lassen, damit sich der Hofstaat darin ergehen könne. Etliche der Wege, die man damals anlegte, sind heute verschwunden, aber noch immer ist der Schwanseepark sehr reizvoll. Da die Flächen dort schon seit den 80er-Jahren nicht mehr gedüngt werden dürfen und selten gemäht werden, ist das Gebiet (wieder) Heimat etlicher selten gewordener Pflanzen. Mehr über den Schwanseepark findet ihr hier.

Nach wenigen Gehminuten lag der Schwansee vor uns, dessen Südufer die Sonne schon fröhlich beschien.

Badesteg am Schwansee im Winter

Wir umrundeten den Schwansee in westlicher Richtung und folgten dem Wanderweg am Südufer, der zwar im Schatten lag, aber sehr schöne Aussichten bot.

Wanderung bei Hohenschwangau am Schwansee

Schlossblick hat man von hier aus auch:

Blick auf Neuschwanstein vom Schwansee-Südufer im Winter

Am östlichsten Punkt des Schwansee-Rundwegs zweigt ein Weg ab, der hangaufwärts zum Alpsee führt.

Aufstieg vom Schwansee zum Alpsee - Wanderung bei Hohenschwangau im Ostallgäu

Oben angekommen, gelangt man auf die Fürstenstraße, die nach Süden (rechts) in Richtung Österreich führt. Unser Weg führt aber nach links, Richtung Hohenschwangau. Bald schimmert der Alpsee durch die Bäume.

Alpsee von der Fürstenstraße aus im Winter

Der Alpsee ist ganz von Bergen umschlossen; bis hierhin war die Sonne bei unserer Wanderung noch nicht vorgedrungen. Es waren auch kaum Menschen unterwegs, nur eine Kutsche kam uns auf der Fürstenstraße entgegen. Darin saß aber kein Fürst, sondern ein paar Touristen, die hinauf zum Schloss Hohenschwangau wollten.

Pferdekutsche auf der Fürstenstraße bei Hohenschwangau

Es lohnt sich auf jeden Fall, noch ein bisschen am Alpsee zu verweilen. Er ist zu jeder Jahres- und Tageszeit einen genaueren Blick wert.

Der Alpsee bei Hohenschwangau im Winter

Im Ort selbst ist es freilich wenig idyllisch. Zu Ferien- und Feiertagszeiten ist dort unglaublich viel los. Wir haben deswegen zugesehen, dass wir möglichst schnell von dort wegkommen …

Hohenshwangau im Dezember

Von Hohenschwangau zum Forggensee

Im Ort folgen wir den Wegweisern zur Pöllatschlucht. Wer sie durchwandern möchte, muss sich an der ehemaligen Gipsmühle nach rechts wenden. Im Winter ist die Schlucht aber ohnehin geschlossen, ihr verpasst also nichts, wenn ihr weitergeht.

Wanderung bei Hohenschwangau - an der ehemaligen Gipsmühle

Der Weg folgt der Pöllat flussabwärts, in Richtung Tegelbergbahn.

Wanderweg zur Tegelbergbahn-Talstation

Nachdem man die Tegelbergbahn-Talstation passiert hat (dort befindet sich übrigens auch eine Toilette), geht man weiter an der Pöllat entlang, die sich bald darauf in Richtung Westen wendet, zum Forggensee hin. Auf diesem letzten Abschnitt heißt sie übrigens nicht mehr Pöllat, sondern Mühlberger Ach. Diese fließt beim Weiler Brunnen in den See.

Wanderweg an der Mühlberger Ach

In Brunnen zweigt ein Weg nach links in Richtung Waltenhofen ab, dem wir nun folgen.

Wanderung bei Schwangau - zwischen Brunnen und Waltenhofen

Am Ortsrand von Waltenhofen muss man einfach einen kleinen Abstecher zum See machen – der Blick auf Füssen und das Hohe Schloss sowie auf das Festspielhaus ist einfach umwerfend. Auch wenn der See im Winter wenig Wasser führt; vielleicht sogar gerade deswegen.

Blick über den Forggensee auf Füssen und das Hohe Schloss
Blick über den Forggensee aufs Festspielhaus Füssen im Winter

Da wir bis Waltenhofen bereits fast knapp drei Stunden gegangen waren, meldete sich nun der Hunger: Zeit für eine Einkehr! Wir entschieden uns für die Traditionsgaststätte Gasthof am See. Dort sitzt man gemütlich, isst gut-bürgerlich und genießt einen freundlichen Service, der ziemlich auf Zack ist.

Gasthof am See in Waltenhofen am Forggensee
Essen im Gasthof am See in Schwangau

Letzter Teil unserer Drei-Seen-Wanderung bei Schwangau: zurück zum Schwansee

Nach dem guten Essen samt Kaffee (okay, ein riesiges Stück Schokotorte war auch noch dabei) machten wir uns auf zum Forggensee-Uferweg. Die Sonne stand inzwischen schon ein Stück tiefer.

am Forggensee-Uferweg bei Waltenhofen

An seinem südlichen Ende ist der Forggensee um diese Jahreszeit kein See mehr, sondern eher eine Art Marschlandschaft. Sie hat ihren ganz eigenen Reiz.

am Südufer des Forggensees im Winter

Weiter geht es um eine letzte Biegung, …

Wanderung bei Schwangau am Forggensee im Winter

mit einem letzten Blick über den See,

winterliche Marschlandschaft am Forggensee

dann führt der Weg nach Schwangau hinauf, anschließend durch den Ort …

Spazierweg nach Schwangau

und dann über die Parkstraße. An der Straße entlang führt ein Gehweg bis zum Schwanseepark. Damit ihr unsere Route gut nachvollziehen und die GPX-Daten herunterladen könnt, habe ich sie für euch aufgezeichnet:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Falls ihr nach weiteren Ausflugsideen in der Gegend um Schwangau sucht, habe ich noch ein paar Empfehlungen für euch:

Im Winter macht – sofern genügend Schnee liegt – ein Rodelausflug auf den Buchenberg richtig Spaß. Im Frühjahr, wenn der Wasserstand am niedrigsten ist, lohnt sich eine Entdeckungsreise auf dem Grund des Forggensees. Beinahe ganzjährig ist eine Radtour rund um den Forggensee möglich; da die Runde im Sommer sehr stark frequentiert ist, empfehle ich aber eher das Frühjahr oder den Spätherbst dafür. Für Familien und Naturfreunde ist das Walderlebniszentrum Ziegelwies bei Füssen ein besonders schönes Ziel.

Drei-Seen-Wanderung bei Schwangau - vom Schwansee über den Alpsee zum Forggensee und zurück
die Bergmangalpe - Außenansicht

Gemütlich: eine kleine Wanderung zur Bergmangalpe

Diese leichte Wanderung zur Bergmangalpe startet am Wanderparkplatz neben der Bahnlinie in Aitrang und führt nach der Einkehr über einige Stationen des Ostallgäuer Sagenwegs als Rundweg zurück. Da die Alpe auf nur 850 Metern Höhe liegt, sind kaum Steigungen zu bewältigen. Die Runde ist also sowohl für Familien als auch für Senioren geeignet.

Bergmang Alpe 850 m

Die Bergmangalpe schreibt sich auch Bergmang Alpe und wird in der Gegend oft noch „Bergmanghof“ genannt. Das liegt daran, dass auf der Anhöhe bei Ruderatshofen früher ein Bauernhof dieses Namens lag. Als 1901 die Weidegenossenschaft gegründet wurde, kaufte man den Hof und baute ein Stück oberhalb das Alpgebäude. Das heutige Gebäude ist allerdings deutlich jünger, denn die Alpe brannte 1995 nach einem Blitzschlag komplett nieder und wurde anschließend neu errichtet.

Mehrere Wanderwege führen zu diesem beliebten Ausflugsziel. Man kann zum Beispiel in einer Dreiviertelstunde von Ruderatshofen zur Bergmangalpe gehen. Wir sind diesmal aber von Aitrang aus losgegangen und haben eine Rundtour gemacht, die über einige Stationen des Sagenhaften Wegs führt. Über diesen Track könnt ihr die Runde nachvollziehen und die GPS-Daten herunterladen:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.komoot.de zu laden.

Inhalt laden

Unsere Wanderung zur Bergmangalpe von Aitrang aus

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Bahnlinie in Aitrang. Dort findet ihr auch eine Wanderkarte der Region und entsprechende Wegweiser.

Wanderparkplatz in Aitrang - Ausgangspunkt einer Wanderung zur Bergmangalpe

Man folgt zunächst der kleinen Straße zum Waldrand und biegt dann, einem weiteren Wegweiser folgend, auf einen kleinen Wanderpfad ein.

Wanderpfad zur Bergmang Alpe

Er führt durch den Wald aufwärts, bis man auf einen breiteren Forstweg stößt, dem man dann folgt. Ein Schild weist auf den kleinen Abstecher zu einer ehemaligen Fliehburg hin. Von ihr ist aber heute aber nicht mehr viel zu sehen.

Wegweiser zur Bauernfliehburg bei Aitrang
Fliehburg am Bergmang bei Aitrang

Von dort sind es nur noch wenige Gehminuten bis zur Kuppe des Mangbergs, die von einem Sendemasten gekrönt ist.

Sendemasten auf dem Magberg bei Ruderatshofen - höchster Punkt bei der Wanderung zur Bergmangalpe

Rechts unterhalb liegt die Alpe.

Blick auf die Bergmang Alpe

Das Ziel unserer Wanderung zur Bergmangalpe ist nach etwa einer Dreiviertelstunde Gehzeit erreicht. Vom Hof aus hat man eine tolle Aussicht. (Die Stromleitung muss man halt ausblenden.)

Blick von der Bergmang Alpe auf Marktoberdorf und die Alpen

Im Sommer kann man auch auf der Sonnenterrasse sitzen. Die frische Dezemberbrise ließ aber anlässlich unseres Besuchs einen Sitzplatz in der warmen Stube weitaus verlockender erscheinen.

Einkehr in der Bergmangalpe

Drinnen sitzt man recht gemütlich, Einrichtung und Dekoration sind zeitgemäß und liebevoll gestaltet.

Gaststube in der Bergmangalpe

Es gibt eine kleine Auswahl an deftigen und süßen Gerichten in guter Qualität. Zur Weihnachtszeit kann ich das Früchtebrot empfehlen – es ist ausgesprochen köstlich!

Gemüsesuppe mit Wienerle in der Bergmangalpe
Früchtebrot in der Bergmangalpe

Nach der Einkehr geht man zuerst den kleinen Stich zurück zum Weg.

Wanderung zur Bergmangalpe - auf dem Rückweg

Schumpen weiden hier im Winter natürlich nicht, aber zwei neugierige Ziegen waren noch draußen.

Ziegen an der Bergmangalpe

Auf dem Hauptweg musste ich noch schnell die Aussicht auf Marktoberdorf und die Berge einfangen, denn die ist vom Mangberg aus wirklich sehenswert:

Aussicht vom Mangberg auf Marktoberdorf und die Berge

Von der Bergmangalpe über den Sagenhaften Weg zurück nach Aitrang

Anschließend sind wir dem Wegweiser zum Sagenhaften Weg in Richtung Norden gefolgt. Dieser ist eigentlich für Radler gedacht und in mehrere Runden aufgeteilt, aber man kann ihm natürlich auch zu Fuß folgen. Entlang des Wegs stehen immer wieder Sagenfiguren und Tafeln, die deren Geschichte erläutern. Unsere erste Figur war der starke Mang mit dem wilden Molla, einem Stier, der erst nach dreitägigem Kampf besiegt werden konnte.

Mang und Molla - Station auf dem Sagenhaften Weg bei Aitrang

Anschließend führt der Weg in den Wald hinein …

Waldweg auf dem Mangberg in Richtung Wenglingen

und schließlich hinunter zur Straße nach Wenglingen (im Hintergrund sieht man Huttenwang).

Blick auf Wenglingen und Huttenwang

Wo der Wanderweg auf die Straße trifft, befindet sich eine weitere sagenhafte Figur. Diesmal ist es der Schnoarflar, eine unheimliche Gestalt, die hier einst ihr Unwesen getrieben haben soll.

Der Schnoarflar auf dem Sagenhaften Weg bei Wenglingen

Bis Wenglingen geht man an der glücklicherweise wenig befahrenen Straße entlang. Vor der Rosina-Kapelle wendet man sich nach links.

Rosina-Kapelle in Wenglingen

Nun geht es wieder nach Süden, Richtung Berge.

Wanderweg von Wenglingen in die Höll

Der Weg führt direkt in die Hölle. Das Gebiet mit den kleinen Weihern heißt jedenfalls im Volksmund „in der Höll“, obwohl es dort in Wirklichkeit ganz reizend ist.

Weiher bei Aitrang in der Höll
in der Höll bei Aitrang

Nachdem man die Weiher passiert hat, stößt man wieder auf den Weg, den man von Aitrang her gekommen war. Wir haben uns bei unserer Wanderung recht beeilt, denn die Regenwolken kamen höllisch schnell näher. Wir haben es aber trockenen Fußes und Hauptes zum Parkplatz geschafft.

Wanderund zur Bergmangalpe - Rückweg nach Aitrang

Die kleine Runde ist „nichts Besonderes“, aber einfach schön.

Wanderung zur Bergmangalpe von Aitrang aus

Falls ihr euch für weitere Wanderungen im nördlichen Ostallgäu interessiert, empfehle ich euch die Runde um den Elbsee und den Rundwanderweg zum Römerturm bei Kemnat (dort geht man übrigens auch durch eine Hölle, die diesen Namen nicht verdient). Ein weiterer sehr schöner Ausflug mit höllischen Bezügen führt in die Teufelsküche bei Obergünzburg.