Jahr: 2017

Romantischer Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017 - Blick in den weihnachtlich geschmückten Schlosshof

Romantisch: der Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg 2017

Auf den Weihnachtsmarkt Schloss Kronburg war ich schon lange neugierig. Er findet seit 16 Jahren jeweils an zwei Wochenenden im Hof und in einigen Räumen eines sehr malerischen Renaissanceschlosses im Illerwinkel statt (fürs Navi: 47°54’15.5″N 10°09’37.1″E) und wird als besonders romantisch beschrieben. Ob er das auch an einem neblig-trüben Novemberwochenende ist? Das wollte ich mir ansehen. Tatsächlich war bei unserer Ankunft das Schloss vor dem grauen Himmel kaum auszumachen … Auf dem Weg zu Schloss und Markt Jedenfalls ist der Markt sehr gut organisiert, denn im kleinen Kronburg wird man direkt zum Parkplatz auf einer Wiese geleitet und folgt dann zu Fuß (etwa 10 Minuten) den Hinweisschildern zum Schloss und zum Markt. Auf dem hübsch geschmückten Weg erwartet uns schon der fröhliche Leierkastenmann mit einer hübschen Melodie: Nach der nächsten Biegung kommt das Renaissanceschloss wieder in Sicht. Die ersten Stände erwarten uns schon vor dem Eingang. Das Schlossportal ist recht malerisch; im Durchgang ist ein Eintritt von 3,50 Euro pro Person zu entrichten, Kinder bis 14 Jahre können gratis eintreten. Auch der Blick nach oben …

Nebelhornbahn und Gipfelstation

Von der Gipfelstation am Nebelhorn übers Pfannenhölzle zur Bergstation

Das Nebelhorn ist sicher einer der bekanntesten Berge in den Allgäuer Alpen, nicht zuletzt deswegen, weil er schon lange durch eine Bergbahn erschlossen ist. Eine Fahrt mit der Nebelhornbahn über die Mittelstation Seealpe und die Bergstation Höfatsblick bis hinauf zur 2016 neu erbauten Gipfelstation samt Panoramarestaurant und Panoramasteig ist schon für sich ein Erlebnis. Wer gut zu Fuß ist und über entsprechendes Schuhwerk verfügt, sollte sich die Gelegenheit zu einer Wanderung im hochalpinen Bereich nicht entgehen lassen. Der Abstieg von der Gipfel- zur Bergstation dauert etwa eine Dreiviertelstunde und ist übers Pfannenhölzle besonders schön. Startpunkt Oberstorf: Mit der Nebelhornbahn auf den Gipfel Die gelben Gondeln der Nebelhornbahn bringen euch in einer knappen halben Stunde von der Talstation bis auf rund 2.200 Meter Höhe. Jedenfalls dann, wenn nicht viel los ist und ihr reibungslos umsteigen könnt. Zu Saisonzeiten und an schönen Wochenenden müsst ihr allerdings mit Wartezeiten bis zu eineinhalb Stunden an der Talstation rechnen. Da wir an einem Oktobermontag gegen 10 Uhr morgens losgefahren sind, hielt sich der Andrang in Grenzen und es ging für …

Elbsee-Rundweg - Holzsteg durchs Moor

Wasser und Moor – eine kleine Wanderung rund um den Elbsee

Der Elbsee bei Aitrang im Ostallgäu ist ein typischer Allgäuer Moorsee, in dem man im Sommer wunderbar baden kann. Wenn kein Badewetter ist, bietet er sich zum Spazierengehen an; eine etwa 7 km lange Rundwanderung führt um den See und durch das teilweise renaturierte Moor. Der Weg ist steigungsfrei, gut befestigt und kinderwagengeeignet. Startpunkt ist der Wanderer-Parkplatz rechts am Waldrand, den ihr über die Elbsee-Stichstraße erreicht (47.808126 N 10.541198 E ). So verläuft die Wanderung rund um den Elbsee Vom Parkplatz aus beginnt der Elbse-Rundweg eher unspektakulär. Er führt durch ein Waldstückchen … und an diesen Wiesen vorbei, die im Sommer als Schumpen-Weide genutzt werden. Bald nach dieser Wurzel kommt eine Wegkreuzung, ihr folgt dort dem Wegweiser nach links in Richtung Seealpe. Die Seealpe ist eine kleine, aber recht beliebte Ausflugswirtschaft, in der ihr gemütlich einkehren könnt. Allerdings beträgt die Gehzeit vom Wanderparkplatz bis zur Seealpe nur eine halbe Stunde, es ist also eigentlich etwas früh für eine Pause … Es gibt hier einen kleinen Spielplatz und ein Gärtchen, in dem sich an diesem trüben …

Am Iller-Radweg zwischen Oberstdorf und Fischen

Für Genussradler: der Iller-Radweg von Oberstdorf bis Kempten

Der Iller-Radweg stand schon lange auf meiner Liste. Im Oktober haben wir die erste Etappe in Angriff genommen, die etwa 50 km lang ist und vom Illerursprung bei Oberstdorf bis nach Kempten führt. Wir sind mit dem Zug bis Oberstdorf gefahren und vom Bahnhof losgeradelt. So viel kann ich schon verraten: Es war ein echter Genuss! Die Bahnfahrt war recht gemütlich, was auch daran lag, dass wir an einem Donnerstagmorgen gefahren sind. In der Hochsaison gibt es oft Engpässe in den Zugabteilen, da kann es sogar passieren, dass man nicht mitgenommen wird. Noch zwei Tipps zum Zugfahren: 1. Die Fahrradkarten kann man nicht im Internet kaufen, sondern muss sie am Automaten im Bahnhof erwerben. Die Strecke Kempten-Oberstdorf gilt als Kurzstrecke, das macht die Sache ein wenig billiger als mit einer normalen Fahrrad-Tageskarte. 2. Der Zug wird in Immenstadt geteilt: Normalerweise fährt der vordere Zugteil weiter nach Oberstdorf, der hintere nach Lindau. Achtet auf die Anzeige am Bahnhof, damit ihr im richtigen Zugteil sitzt. Wenn ihr die Strecke in der umgekehrten Richtung fahrt, also in Oberstdof …

Holzkuh am Erlebnisweg Uff d'r Alp am Nebelhorn

Familienwanderung: Der Erlebnisweg Uff d’r Alp am Nebelhorn

Für die Oberstdorfer Grundschulkinder ist er ein typisches Ausflugsziel zum Wandertag, der Erlebnisweg Uff d’r Alp macht aber auch allen anderen Kindern Spaß. Nebenher lernen sie spielerisch etwas über die Natur und die Alpwirtschaft. Ausgangspunkt ist die Bergbahnstation Seealpe Dorthin könnt ihr entweder zu Fuß hinaufwandern (über die Fahrstraße dauert das gut eine Stunde) oder von der Talstation aus mit der Nebelhornbahn fahren. Bei den meisten Vermietern in Oberstdorf ist im Sommer eine Bergbahndauerkarte inklusive; wer als Tagesausflüger kommt, muss aber eine Karte lösen. Immerhin fahren Kinder bis einschließlich 6 Jahre gratis mit, ansonsten muss in der Familie nur ein Kind zahlen, die Geschwister (bis 18 Jahre) kosten nichts. Hier geht es zu den Sommersaison-Preisen für die Nebelhornbahn. Der Berggasthof Seealpe liegt neben der gleichnamigen Bergbahnstation auf 1.285 Metern am Eingang eines typischen Hochtalkessels. Hier beginnt der etwa 3 Kilometer lange Rundwanderweg Seealpe, der zum Erlebnisweg Uff d’r Alp ausgebaut wurde. Man kann ihn „rechts herum“ (von der Seealpe aus geradeaus) oder „links herum“ gehen. Letzteres haben wir gewählt und sind dabei diesem Wegweiser gefolgt. …

Herbstwald am Burgstall Liebenthann

Liebenthann – das verwunschene Schloss im Wald

Im Günztal stand zwischen Obergünzburg und Ronsberg jahrhundertelang die Burg Liebenthann. Kaiser Maximilian I. besuchte sie auf einem seiner Jagdausflüge, später bauten die Fürstäbte von Kempten sie zu einem richtigen Schloss aus. Heute führt der „Schlosspfad Liebenthann“ hinauf zum Burgstall. Spaziergang zur Burgruine Liebenthann Ausgangspunkt dieses Entdeckerspaziergangs ist der Parkplatz an der Teufelsküche, der an der Staatsstraße 2012 im Norden Obergünzburgs liegt. Man erkennt ihn leicht am großen Mühlrad. Von dort spaziert ihr gemütlich zur Schlossmühle Liebenthann – nein, eingekehrt wird dort noch nicht! Erst einmal folgt ihr dem Weg hinauf zum Wald und lasst die Mühle hinter euch (sie diente früher übrigens tatsächlich als Sägemühle zur Versorgung des Schlosses). Dieser Hof war früher eine Ziegelei, die ebenfalls zum Schloss Liebenthann gehörte. Folgt dem Weg nach oben zum Wald Wald. Die Wege sind beschildert; ihr folgt dem Schlosspfad. An der Hangkante angekommen, wendet ihr euch nach rechts. Hier seht ihr die erste Infotafel mit einer Zeichnung der kompletten früheren Schlossanlage. War das nicht ein prächtiges Schloss? Die Burg Liebenthann hat eine bewegte Geschichte hinter sich …

Obergünzburg - Verkündhaus und Brunnen mit Kirchturm von St. Martin

Liebenswertes Obergünzburg – ein fotografischer Streifzug

Seit 22 Jahren wohne ich nun schon bei Obergünzburg, seit 5 Jahren blogge ich, aber noch nie habe ich einen eigenen Blogpost über meinen Heimat-Marktflecken geschrieben. Da musste erst Carolin von Berg- und Flachlandabenteuer eine Blogparade zum Thema Die kleinen Dinge am Wegesrand veranstalten, um mich auf die Idee zu bringen. Komisch eigentlich. Jedenfalls bin ich nun endlich einmal mit der Kamera losgezogen, um „mein“ Obergünzburg zu portraitieren und seine liebenswerten Details festzuhalten. Detailansichten aus Obergünzburg Wie sich das für einen Allgäuer Marktflecken gehört, ist die Kirche das prägende Element im Zentrum. Es ist ein besonders schönes Exemplar einer ehemals gotischen Wehrkirche, die im Innenraum sehr gelungen barockisiert wurde. Aber wir sehen sie uns nur von außen an. Ein Detail, das man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt, findet sich nämlich an der Außenwand des Chorraumes. Hier steht nämlich die Replik eines römischen Altarsteins, der dem Gott Merkur geweiht war und an dieser Stelle gefunden wurde. Das ist nicht so überraschend: Merkur war der Gott der Reisenden (sowie der Kaufleute und der Diebe), der auch …

Hirten und Herde ziehen beim Viehscheid Apfeltrang von der Alpe ins Dorf

Viehscheid Apfeltrang – mit ihm endet der Alpsommer im Allgäu

Der Viehscheid Apfeltrang ist noch recht jung, hat aber alte Wurzeln: Schon seit über hundert Jahren geben die Apfeltranger Bauern ihre Schumpen den Sommer über auf die Alpe Schrofenstein, die etwas außerhalb des Ostallgäuer Dorfes liegt. 2009 feierten sie das Ende des Alpsommers zum ersten Mal mit einem Viehscheid. Der letzte Viehscheid im Allgäu – er findet meist am ersten Sonntag im Oktober statt – hat sich seitdem zu einem kleinen Volksfest entwickelt, das vor allem Besucher aus dem Dorf und der näheren Umgebung anzieht. So lief der Viehscheid Apfeltrang 2017 ab Als die ersten Besucher sich erwartungsvoll rund um das Festzelt und den Scheidplatz versammeln, haben der Alphirte Markus Stich und seine Helfer auf der Alpe Schrofenstein längst alles vorbereitet: Die rund 50 Schumpen (= Jungrinder) tragen ihre Schellen, das Kranzrind ist geschmückt, die Helfer tragen ihre Tracht. Jetzt einen Moment durchatmen, bevor es losgeht. Das Kranzrind trägt einen prächtigen Kopfputz. Damit zeigt es an, dass der Alpsommer unfallfrei verlaufen ist und alle Tiere heil und gesund zu ihren Eigentümern zurückkehren werden. Die Schumpen …

Kranzrind auf dem Viehscheid Buching 2017

Viehscheid Buching – klein und fein

Im September ist im Allgäu die Zeit des Viehscheids; die glücklichen Schumpen und Kühe, die den Sommer auf einer Bergweide (= Alpe) verbringen durften, werden ins Tal getrieben, voneinander getrennt (= geschieden) und zurück in den heimischen Stall gebracht. Das ist seit jeher ein wichtiges Fest und in Zeiten des modernen Tourismus zum großen Event geworden. Ich habe mir dieses Jahr den Viehscheid in Buching in der Gemeinde Halblech angesehen und war angenehm überrascht davon, wie entspannt und überschaubar es hier zugeht. Und das, obwohl die Buchinger am ersten Wochenende nach den bayerischen Sommerferien bereits ihr Herbstfest feiern und den Viehscheid als krönenden Abschluss am Montag dranhängen. Noch dazu strahlte die Sonne vom weiß-blauen Himmel, wie sich das gehört. Impressionen vom Viehscheid Buching 2017 Die Buchinger Musikkapelle – sie heißt übrigens Alpengruß – marschiert vorneweg. Nach der Musik folgt das zweite wichtige Accessoire für ein zünftiges Allgäuer Fest: das Bier. Es wird stilbewusst mit einem Pferdegespann zum Festplatz transportiert. Dann kommen die Tiere, von denen jedes von einem Hirten begleitet wird. Das ist bestimmt auch …

Anno 1525 in Bad Grönenbach - die Landsknechte ziehen 2017 vor das Hohe Schloss

Anno 1525 in Bad Grönenbach – ein Mittelalterfest vom Feinsten

Heute bin ich tief in die Allgäuer Geschichte eingetaucht, und zwar in die Zeit der Bauernkriege im 16. Jahrhundert. Genauer gesagt habe ich den Mittelaltermarkt samt Bauernkriegslager Anno 1525 in Bad Grönenbach besucht. Es gibt ja viele Mittelalterfeste in unserer Region, von denen die meisten an ein bestimmtes historisches Ereignis anknüpfen. Zum Beispiel feiert das Tänzelfest in Kaufbeuren unter anderen die kaiserlichen Besuche in der Stadt. In Bad Grönenbach wird alle zwei Jahre (immer in ungeraden Jahren) am ersten Wochenende nach Schulanfang an die Bauernkriege und vor allem an die Proklamation der zwölf Bauernartikel in Memmingen erinnert. Dazu erzähle ich gleich mehr. Einzug der Mitwirkenden bei Anno 1525 in Bad Grönenbach im Jahr 2017 Beim Einzug defilierten sie alle an den Zuschauern vorbei, zum Beispiel der Schillingsfürster Bauernhaufen, die Schwarze Schaar aus Memmingen, die sich übrigens als durchaus gesangsstark erwies, und der Fanfarenzug aus Kisslegg: Severinus der Henker forderte die Zuschauer lautstark zum Jubeln auf: Die Landsknechte hatten ihre Trommler mitgebracht. Auch so illustre Personen wie der Raubritter Adelar mit seinem Weib, der Hexe von …