Monate: Juli 2016

Schönheit und Stille: der Klostergarten Wangen

Mitten in Wangen liegt das 1930 gegründete Franziskanerkloster, in dem heute noch sieben Mönche leben. Ihr Garten ist öffentlich zugänglich. Wir waren an einem verregneten Sonntagnachmittag dort – selbst unter grauem Himmel ist das ein paradiesisches Fleckchen Erde. Ein regnerischer Nachmittag im Klostergarten Wangen Von außen wirken Kloster und Garten eher unscheinbar: Aber wenn man durch das schmiedeeiserne Törchen geschritten ist, bleibt man erst einmal staunend stehen. Im Teich leben goldene und rote Fische, die Rosen blühen leuchtend, ein Bächlein plätschert durch Farne und Blüten, und der ein oder andere Vers lädt zum Nachdenken und Verweilen ein. Endlich mal ein Ort der Madonnenverehrung, der nicht kitschig ist: Und ganz am Ende des Gartens erwartet uns „Schwester Tod“ in Form einer Wurzel. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es da einen Durchgang gibt, durch das Dunkle zum Licht … Der Klostergarten Wangen ist ein schönes Geschenk der Franziskanermönche an alle, die einen Ort zum Innehalten und nachdenklichen Verweilen suchen. Und natürlich an alle, die Gärten lieben. Danke dafür!

Die Erzgruben Burgberg: auf den Spuren der Knappen am Grünten

Das Allgäu ist natürlich keine klassische Bergbauregion. Trotzdem wurde auch hier über Jahrhunderte Tage- und Untertagebau betrieben, nämlich in den Erzgruben bei Burgberg am Grünten. Mehr als alte Gruben Die Eisenerz-Abbaustellen gerieten in Vergessenheit, nachdem der Bergbau im 19. Jahrhundert eingestellt wurde. Die 2012 eröffnete Erzgruben Erlebniswelt am Grünten macht sie für heutige Besucher teilweise wieder zugänglich und zeigt anschaulich, wie das Leben für die Bergleute damals war. Es war jedenfalls nicht so lustig, wie der kleine Maulwurf, das Maskottchen der Erlebniswelt, suggeriert. Neben dem Eingang und der Gaststätte „Knappenhock“ befindet sich heute ein Museumsdorf. Da das am Grünten abgebaute Erz von nicht sehr guter Qualität war, wurde es vor allem für Hufeisen, Nägel, Werkzeuge und Töpfe verwendet. Entsprechend ist hier eine Huf- und Nagelschmiede zu sehen: Sehr empfehlenswert: ein Besuch der Erzgruben Burgberg mit Führung Man kann das Museumsdorf allein besichtigen, aber wir haben es im Rahmen einer Dorf- und Grubenführung besucht, was ich nur empfehlen kann. Die Führung dauert rund 2 Stunden und wird in der Nebensaion zweimal täglich, im Juli und August …

Rezension: „Der Notwender“ von Peter Dörfler

Heute stelle ich einen Roman vor, seit dessen Erscheinen schon ziemlich viel Wasser die Iller hinunter geflossen ist. Ich fand ihn trotzdem unterhaltsam und spannend: Karl Hirnbein, der „Käsepionier“, war ein für die wirtschaftliche Entwicklung des Allgäus wichtiger Unternehmer und Politiker des 19. Jahrhunderts. Sein Leben verarbeitete der Priester und Autor Peter Dörfler romanhaft in seiner „Allgäu-Trilogie“, die in den Jahren 1934 bis 1936 entstanden ist. Band 1 trägt den Titel „Der Notwender“ und ist im Franz Brack Verlag in einer Auflage von 1996 erhältlich. Zum Inhalt Die Geschichte beginnt bereits 1788, als der älteste Sohn eines Bauern aus Betzigau auf sein Erbe verzichtet, weil er seine große Liebe heiraten will – ein schönes Mädchen, das aber leider keine Mitgift mitbringt. Dieser Franz Michael Flachsmayr zieht mit seiner Braut nach Missen, wo er Flachs anbaut. Die junge Frau stirbt allerdings bald im Kindbett, und der Witwer heiratet ein zweites Mal, diesmal eine sehr fleißige und geschickte Weberin. Sie bekommen nach und nach zwölf Kinder, von denen aber nur fünf überleben. Franz Michael bleibt schwermütig und …