Monate: Mai 2013

Von der Löwenzahnblüte zur Bschüttewüste

Jedes Jahr zwischen Ende April und Mitte Mai macht das grüne Allgäu eine wundersame Verwandlung durch: Es wird erst gelb, dann hellgrün, dann braun. Diese Metamorphose habe ich für euch fotografisch dokumentiert. So sah es letzte Woche tief im Allgäu aus: Dieses Jahr kam die Gelbfärbung – die Löwenzahnblüte – wegen des lange kühlen Wetters ziemlich spät. Aber das gelbe Allgäu ist so schön! Am Dienstag waren die Bauern dann dank des endlich trockenen Wetters fleißig am Mähen und Einführen. Die Wiesen wurden hellgrün, wie hier bei Reinhardsried: Und gestern ging es dann richtig los mit den weniger schönen Folgen der Löwenzahnblüte: Die Bschüttfässer rollten an, färbten das Allgäu braun und verbreiteten diesen unverwechselbaren Wiederkäuerfäkalduft, der unsere Frühlingsluft so … äh … würzig … macht. Wäscheaufhängen im Freien ist dieser Tage keine gute Idee. Aber heute regnet es ohnehin schon wieder, und bald wächst das Gras wieder, und das Allgäu wird wieder grün und wohlduftend – bis zur nächsten Bschüttaktion. („Bschütte“ ist übrigens das Allgäuer Wort für Gülle oder Jauche und „bschütten“ die Tätigkeit des …

Kaufbeuren: Tolles Mittelalterfest „Parkteterete“ – leider im Regen untergegangen

Das war eine richtig tolle Sache, die sich die Jugendkulturinitiative Artistica Anam Cara e. V. ausgedacht und die sie zum zweiten Mal in Kaufbeuren organisiert hat: Vom 10. bis 12. Mai gab es im Jordanpark ein buntes Lagerleben, viele Musik-, Tanz- und Gauklervorführungen, Kunsthandwerkliches und Kulinarisches, Kinderspiele und überhaupt … ich war heute dort, aber das Wetter war so scheußlich, dass das restliche Fest buchstäblich ins Wasser gefallen ist: Dabei war das Essensangebot äußerst verlockend … … und die Musiker und Handwerker wetterbeständig … … aber alle werden sich genau das gedacht haben: Bei gerade einmal +7°C, heftigem Regen und matschigen Wegen haben wir es auch nicht lange ausgehalten. Aber wenn es übernächstes Jahr wieder ein Parkterete gibt und das Wetter nicht ganz so kalt und nass ist, kommen wir gerne wieder!

Unterthingau: Burgstall-Führung mit dem Markgrafen Gottfried von Ronsberg

Heute denkt man beim Stichwort „Allgäu“ gleich an die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Die sind ja auch wirklich toll. Aber schon im Mittelalter hat es im Allgäu vor Burgen nur so gewimmelt, auch wenn die damals viel kleiner und bescheidener waren als die königlich-massentouristischen Behausungen. Wenn von einer Burg oberirdisch nicht mehr zu sehen ist als nur der (aufgeschüttete) Platz, an dem sie gestanden hat, nennt man das einen „Burgstall“. Allein vier davon finden sich rund um das Dorf Unterthingau im Ostallgäu. Zu denen hat uns am 1. Mai der Markgraf Gottfried von Ronsberg persönlich geführt. Naja eigentlich war es Götz Finger, offizieller Führer der Burgenregion Allgäu, aber er sah dem Markgrafen, der im 12. Jahrhundert gelebt hat, doch recht ähnlich. Wir starteten am der Kirche in Unterhingau und gingen nach Südosten den Höllweg entlang. Von dort aus sieht man Richtung Norden einen auffällig geformten Hügel, den Burgstall Geisburg. Folgt man dem Höllweg weiter, kommt man an dieses idyllische Plätzchen, das früher einem wenig idyllischen Zweck diente: Geht man weiter nach Norden, in Richtung Funkenbauerhof, …