Monate: Oktober 2012

grün leuchtendes Wasser und steile Felswände in der Breitachklamm

Breitachklamm: Diese Tour begeistert selbst Wandermuffel!

Vor zwei Wochen war ja unser französischer Austauschschüler zu Besuch – ein sehr liebenswerter Junge, aber Bewegung an der frischen Luft zählt nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Als er hörte, dass wir am Wochenende eine Wanderung machen wollten, war er alles andere als begeistert, aber zu höflich, um zu protestieren. Welches Ziel ist unter solchen Umständen das richtige? Wir entschieden uns für: Die Breitachklamm Unser Gast hatte von Oberstdorf übrigens noch nie etwas gehört, was den dortigen Tourismusverantwortlichen zu denken geben sollte. Über den kostenpflichtigen Parkplatz direkt vor dem Gasthaus Breitachklamm (2 €) wunderte er sich ebenso wie über die Souvenirshops und das Kassenhaus (3,50 € für Erwachsene, 1,50 € für Kinder). Update 2017: Die Eintrittspreise für die Breitachklamm liegen nun bei 4 € für Erwachsene und 1,50 € für Kinder. Zu sehen gibt es da bei Tiefenbach, am Beginn der Klamm, eher wenig. Auch der Beginn der Wanderung ist unspektakulär, man sieht halt einen netten kleinen Bach. Schon nach ein paar Minuten ändert sich der Eindruck: Der Bach schlängelt sich durch immer steiler aufragende Felswände. …

Da guckst du, Kuh!

Wer ans Allgäu denkt, hat sofort Bilder im Kopf, von grünen Hügeln und Kühen darauf. Wer dann ins Allgäu kommt, stellt fest: Grüne Hügel gibt es tatsächlich reichlich – aber wo sind die Kühe? Grüne Hügel, blaue Berge, unsichtbare Kühe … Ein paar findet man im Sommer auf den Alpwiesen, aber die meisten (vierbeinigen) Rindviecher auf den Wiesen sind keine Milchkühe, sondern Schumpen. So heißen im Allgäu Jungrinder, wenn sie kein Kalb mehr sind, aber auch noch nicht selbst gekalbt haben. Allgäuer Kühe sehen die grünen Hügel normalerweise gar nicht, weil sie ihr Leben im Stall verbringen. Warum? Wie mir eine Bäuerin einmal erklärte, würden sie die Kühe ja prinzipiell gerne auf die Wiese gleich hinter dem Stall lassen, „aber dann dappen die´s ganze Grünfutter zemat!“ Deswegen bleiben sie drinnen und bekommen das ordentlich geschnittene Grünfutter – Laien würden es Gras nennen – mit dem Traktor gebracht. Es sind halt ziemlich viele Kühe für vergleichsweise wenig Wiese. Und die sind nicht zum Vergnügen da, sondern um eine maximale Milchmenge zu erzeugen. Das geht mit Kraftfutter …

Der Grüntensee: So schön kann ein Hochwasserspeicher sein

Letzte Woche waren wir ja im Waldseilgarten am Grüntensee. Heute möchte ich euch auf den See selbst aufmerksam machen. Der ist nämlich kalenderblattschön, hat einen hübschen Badestrand und man kann wunderbar um ihn herum spazierengehen und den spektakulären Blick auf den Grünten (das ist der Berg mit der markanten Spitze im Hintergrund) genießen. Es gibt dort auch einen Kajak- und Ruderbootverleih. Die Kajakfahrer auf dem Bild waren übrigens Engländer, die offensichtlich eine Menge Spaß auf dem (und einer nach einer missglückten Rolle auch im) Wasser hatten. Ehrlich gesagt wusste ich bis vor Kurzem gar nicht, dass der Grüntensee gar kein Natursee ist, sondern 1962 als Hochwasserspeicher und Stromlieferant unter dem Namen „Haslach-Speicher“ gebaut wurde (mein Mann wusste es übrigens auch nicht, und der ist schließlich gebürtiger Allgäuer). Ich habe das erst in der Zeitung gelesen, denn der See feiert am 14. Oktober, also am kommenden Sonntag, seinen 50. Geburtstag mit einem Erlebnistag. Das genaue Programm findet ihr hier. In der Planungsphase war das Projekt wohl sehr umstritten, auch weil die Bauern ihre kostbaren Weidegründe nicht …

Kletterspaß am Grüntensee – mal so richtig in den Seilen hängen –

Es gibt viele schöne Möglichkeiten, den Tag der Deutschen Einheit zu begehen. Wir haben uns dafür entschieden, bei strahlendem Wetter mit unserem „Austauschfranzosen“, der diese Woche bei uns verbringt, in den Waldseilgarten Grüntensee zu fahren. Der liegt nicht nur in herrlicher Umgebung gleich beim „Kemptener Hausberg“, dem Grünten, sondern bietet auch eine Reihe sehr familiengerechter Parcours. Schon am Parkplatz wird deutlich, was einen hier erwartet … Bevor man loslegen kann, muss man ein kompliziertes Gurtsystem anlegen, einen etwas albernen Helm aufsetzen und bekommt eine Einweisung ins Klettern bzw. in das Sicherungssystem. Erst nach der Einweisung geht es in den Wald. Es gibt dort acht verschiedene Kletterparcours, von denen vier ab sechs Jahren freigegeben sind, zwei ab zehn Jahren, zwei ab zwölf Jahren und einer ab 15 Jahren. Der heißt Himalaya und ist ziemlich hoch – mehr kann ich darüber nicht sagen, denn ich habe nur die Parcours für Über-Sechsjährige gemacht. Mir reichen die. Am Anfang sieht es immer leicht aus … … wie hier beim Piratengang, aber zwischendrin sind Koordination, Balance und Kraft schon ganz …