Monate: August 2012

Spielen, bis die Kinder Fix und Foxi sind: im Ravensburger Spieleland

Okay, zum Allgäu gehört Ravensburg auch bei großzügiger Auslegung nicht mehr – aber es liegt gewissermaßen vor seinen Toren und ist ein so schönes Ausflugsziel für Familien, dass ich es euch einfach nicht vorenthalten kann. Wir fahren jedes Jahr einmal hin, und zwar immer mit Gutscheinen für die Eintrittskarten, die wir bei unserer regionalen Supermarktkette Feneberg im Laufe des Jahres mit dem Kauf von Bio-Produkten erstempelt haben. „Das größte Spielzimmer der Welt“ lautet der Slogan des Freizeitparks, und das ist nicht übertrieben: In einem riesigen Parkgelände können sich hier Kinder zwischen einem und zwölf Jahren so richtig austoben und ausspielen, bis sie sich so fühlen, wie die beiden im Park oft präsenten Comicfiguren heißen. Meine Kinder lieben besonders das Fix-und-Foxi-Abenteuerland mit der witzigen Turbo-Wasserrutsche und der coolen Raketenblitz-Bahn: Für die einst heiß geliebte Baggergrube sind sie inzwischen zu groß: Dafür lockt heute das Alpin-Rafting mit seinem spektakulären Boots-Aufzug. Der 2012 eröffnete Wasserspielplatz (1.500 qm!) ist eher etwas für die Kleineren, aber auf dem Abenteuerspielplatz mit den riesigen Rutschen und Klettergeräten haben auch 11-Jährige noch eine …

Essen wie Gott im Allgäu: im Hotel Restaurant Alatsee

Ein kühler türkisgrüner Spiegel inmitten bewaldeter Höhenzüge, abseits von Verkehr und Lärm – der Alatsee ist wunderschön und eines meiner Lieblingsgewässer im Allgäu. An seinem östlichen Ufer liegt das Hotel Restaurant Alatsee, das den See zu einem noch unwiderstehlicheren Ort für mich macht. Hotel-Restaurant Alatsee, Blick von der Westseite des Sees Gestern waren wir mit Freunden dort und haben einen zauberhaften Abend mit einem Glas Erdbeerprosecco und den drei Gängen des Überraschungsmenüs verbracht. Noch dazu war es so warm, dass wir bis 22 Uhr auf der Terrasse sitzen konnten – ein seltener Genuss in unserer Gegend! Sitzplatz mit wunderbarer Aussicht: die Terrasse Gewiss ein schöner Ort zum Urlauben: das Hotel Früher war das Hotel Restaurant ein Ausflugslokal, das von seiner schönen Lage und den niedrigen Preisen zehrte, dessen kulinarischen Angebot aber von eher mäßiger Qualität war. 2011 wurde es verkauft und renoviert, seitdem regieren die jungen Eltern Miriam Huber und Janos Kemmler im Haus und vor allem in der Küche. Sie wagen einen seltenen Spagat: Tagsüber bieten sie eine solide Auswahl an Speisen für ein Ausflugslokal, und zwar in guter Qualität …

Wallenstein Festspiele Memmingen 2012 - beim großen Umzug

Walleinstein lebt! Letzte Sichtung: Memmingen

Fantasielose Menschen, Geschichtslehrer zum Beispiel, würden behaupten, dass Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, Herzog zu Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Graf von Schwerin, Herr von Rostock, Herr von Stargard und Generalissimus (Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee im Dreißigjährigen Krieg) sowie Admiral bereits 1634 ermordet wurde. Ich aber habe ihn letzten Sonntag mit eigenen Augen gesehen. Erst im Interview mit einer Pressedame und dann huldvoll winkend in seiner Kutsche beim prachtvollen Einzug in die Stadt. Gut sah er aus! Alle vier Jahre zieht Wallenstein nach Memmingen ein Mehr habe ich von Wallenstein leider nicht erwischt – aber sein Federbusch ist schön buschig: Naja, es war vielleicht doch nicht der vor 280 Jahren Verblichene höchstpersönlich, sondern sein höchst ansehnliches neuzeitliches Double Dr. Klaus Hörmann. Der echte Wallenstein war aber wirklich für einige Monate in Memmingen, nämlich im Jahr 1630. Dort machte er sich bei den Einheimischen sehr beliebt, weil während seiner Anwesenheit nicht nur Frieden und Ruhe herrschten (er ließ Hunde und Hähne einsperren, damit sie keinen Lärm machten und verbot das Läuten der Kirchenglocken), sondern er und sein …

Günzach: Wo die Günz entspringt und der Schiefergraue Alpenstrudelwurm haust

Formal wohnen wir in Günzach (hinter unserem Haus beginnt das Gemeindegebiet von Obergünzburg), deswegen ist es vermutlich angemessen, den ersten Eintrag in diesem Blog dieser kleinen Gemeinde tief im Allgäu zu widmen. Günz-ach heißt wörtlich Wasser-Wasser, denn „günz“ ist das keltische Wort für fließendes Wasser und „ach“ das germanische. Den doppelt-gemoppelten Namen trägt der Ort zu Recht, denn hier entspringt die östliche Günz, die sich erst als Rinnsal, dann als Bach nach Norden schlängelt, bis sie sich bei Lauben mit der westlichen Günz vereinigt und schließlich als richtiger Fluss bei Günzburg in die Donau mündet. Die bis dahin eher unspektakuläre Günzquelle wurde im Rahmen eines Dorfverschönerungsprojektes 2011/12 neu eingefasst und umgestaltet; bei der Gelegenheit hat man sie etwa 80 Meter nach Osten verlegt und eine kleine Anlage mit Info-Tafel, Ruhebänken, Kneippbecken und Spielplatz dazu gebaut. Das Ensemble wirkt etwas künstlich, aber doch ganz hübsch. Die Günzacher Fauna ist übrigens eine ganz besondere: Mitarbeiter des Kemptener Wasserwirtschaftsamtes entdeckten beim Quellenumzug die seltene Bayerische Quellschnecke und den berühmten Schiefergrauen Alpenstrudelwurm in trauter Eintracht. Diese wurden vor Beginn …