Jahr: 2012

Weihnachtsfeier in der Walder Käskuche

Weihnachtsfeier in der Walder Käskuche: Bier & Käs vom Feinsten

Wofür steht das Allgäu? Klar, für grüne Wiesen, Kühe und Berge. Die vielen Kühe geben viel Milch, und daraus wird im Allgäu überwiegend Käse gemacht. Neben großen und bekannten Unternehmen wie Champignon oder Edelweiß gibt es hier auch unzählige kleinere Käsereien, die ihre Produkte per Direktverkauf an den Mann bzw. in den Mund bringen. Einen Besuch wert ist die Walder Käskuche, in der ich letztes Wochenende bei einer Weihnachtsfeier war. Im 1.000-Seelen-Dorf Wald, südlich von Marktoberdorf gelegen, hat die Familie Babel ein Vorzeigeunternehmen aufgebaut, zu dem ein Landgasthof mit 60 Zimmern (Berghof Babel), ein Restaurant, eine Brauerei und eben eine Käserei gehören. Das Berghof Waldbräu ist ein sehr gutes Lagerbier, das vor Ort (natürlich nach dem Reinheitsgebot von 1516) gebraut wird und in sehr eigenwilligen Flaschen oder im 5-Liter-Partyfass vor Ort in der Gaststube bzw. im Hofladen gekauft werden kann. Ein Sohn der Familie ist Käsereimeister und stellt Bergkäse, Sennkäse, Raclette, Camembert sowie Butter, Sahne und Joghurt in der „gläsernen Sennerei her“. Man kann im Keller tatsächlich durch Glasscheiben in die Käsküche und das Lager …

Feinschmeckerparadies in Apfeltrang: der Landgasthof Hubertus

Zuerst ein Tässchen Gelbe-Rüben-Mango-Cremesuppe mit Brokkoliklößchen, dann Schweinefilets mit Käse-Malzkruste in Bier-Koriandersauce auf Kohlrabigemüse, dazu Braumalzschupfnudeln und zum Ausklang noch hausgemachtes Holunderblütensorbet auf Erdbeersauce … hmm, war fein im Landgasthof Hubertus. Wir waren zuletzt im Sommer dort, als meine Schwiegermama Geburtstag hatte, aber in den nächsten kalten Wochen muss ich dort dringend einmal wieder hin. Apfeltrang ist ein nettes Dorf bei Kaufbeuren, in dem bereits 1955 der Landgasthof Hubertus eröffnet wurde. Von der Straße aus gesehen, macht er nicht viel her … … aber der unscheinbare Eindruck täuscht! Familie Petrich, die den Landgasthof Hubertus in dritter Generation führt, hat sich in den letzten Jahren durch eine hervorragende Küche, schöne Räumlichkeiten und sehr guten Service einen Ruf erarbeitet, der Gäste aus weitem Umkreis in das Dörfchen im Süden Kaufbeurens lockt. Am Wochenende solltet ihr nicht ohne Vorbestellung kommen – und das, obwohl dieses Jahr zusätzlich zur Gaststube mit 45 Plätzen in der ehemaligen Scheune das Stadl-Restaurant eröffnet wurde, das Platz für weitere 65 Gäste bietet. Die Einrichtung ist sehr gemütlich und mit viel Liebe zum Detail …

TexMex-Lokal Eldorado in Kempten - Eingang

Kempten: Eldorado für TexMex-Fans

Das Eldorado Kempten ist gleichzeitig Steakhaus und mexikanisches Restaurant und ein lohnenswertes Ziel für TexMex-Fans. Von außen macht es nicht zwar so viel her … … obwohl es auf der Rückseite einen sehr netten Biergarten gäbe. Irgendwie bin ich aber nie da, wenn das Wetter fürs Draußensitzen spricht. Dafür ist das Lokal in der Immenstädter Straße 26 gemütlich und mit Liebe zum Detail gestaltet. Und, was noch viel wichtiger ist: Das Essen dort ist sehr, sehr gut. Die Steaks vom Lavagrill sind zart und saftig, die Enchiladas und Fajitas rundum empfehlenswert und nicht zuletzt: Der Aperol-Spritz im Eldorado ist wirklich Spitzenklasse! Das einzige, was manchmal störend ist: Ohne Reservierung bekommt man am Wochenende im Eldorado Kempten kaum einen Tisch, und gerade im Winter muss man überlegen, ob man in der früheren oder späteren „Schicht“ zu Abend essen will, denn dann werden die Tische bis 20 Uhr und ab 20 Uhr vergeben. Es gibt wohl noch mehr TexMex-Fans in der Region … Wenn ihr reservieren wollt, findet ihr die Kontaktdaten und Öffnungszeiten unter www.eldorado-kempten.de. Weitere Empfehlungen …

Windkraft im Allgäu - Windrad im Abendrot

Wer Wind erntet, wird Strom bekommen … und Streit

So mancher hat sich über die Windkraft im Allgäu schon geärgert. Eine idyllische Landschaftsaufnahme ist tief im Allgäu kaum noch ohne hohe Masten denkbar, denn viele Höhenrücken werden inzwischen von Windkraftanlagen geziert bzw., je nach Standpunkt des Betrachters, verunstaltet. Nur die touristisch besonders interessanten Regionen sind davon ausgenommen, um den Gästen nicht den Ausblick bzw. die Fotos zu verderben. Windkraft im Allgäu ist nicht unumstritten Wie der Rest der Republik auch, sind die Allgäuer grundsätzlich sehr für erneuerbare und umweltfreundliche Energien. Im Einzelfall möchten aber viele lieber keine „Spargel“ in der Landschaft haben, besonders nicht da, wo man den Touristen ländliche Idylle bieten will und und erst recht nicht in der Nähe des eigenen Heimes bzw. Hofes. Da nehme ich mich übrigens selbst nicht aus: Im wimmernden Rotorschatten eines riesigen Windrades möchte ich auch nicht leben. Als die ersten weißen Rotorriesen aufgestellt wurden, fand ich sie störend in der sonst so grünen Gegend. Weithin zu sehen sind beispielsweise die Anlagen in Upratsberg. Aber wie das so ist: Ich habe mich an ihren Ablick gewöhnt. Aus …

Minigolf am Bachtelweiher in Kempten - Blick auf die Bahnen und den Spielplatz

Maximales Minigolfvergnügen am Bachtelweiher

Nach dem Schnee- und Kälteeinbruch am letzten Oktoberwochenende war das erste Novemberwochenende wieder föhnig-mild und sonnig. Das war der perfekte Tag für eine Partie Minigolf. Minigolf am Bachtelweiher in Kempten Der Bachtelweiher selbst ist ein kleines Gewässer mit idyllischem Spazierweg drumherum. Die Anlage „Am Bachtelweiher“ bietet einen 18-Loch-Minigolfplatz … … einen netten Spielplatz für kleinere Kinder … … und eine niedliche Streichelzoo-Menagerie. Der Bachteilweiher-Garten ist ein perfektes Ausflugsziel für Familien: Man kann nach der Partie Minigolf oder während der Spielplatz-Runde der Kinder gemütlich drinnen oder draußen Kaffee trinken und ein Stück (sehr guten!) Kuchen genießen. Auch kleinere Mahlzeiten (Currywurst & Co.) gibt es zu familienfreundlichen Preisen. Weitere Informationen über Einkehr und Minigolf am Bachtelweiher gibt es hier.

grün leuchtendes Wasser und steile Felswände in der Breitachklamm

Breitachklamm: Diese Tour begeistert selbst Wandermuffel!

Vor zwei Wochen war ja unser französischer Austauschschüler zu Besuch – ein sehr liebenswerter Junge, aber Bewegung an der frischen Luft zählt nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Als er hörte, dass wir am Wochenende eine Wanderung machen wollten, war er alles andere als begeistert, aber zu höflich, um zu protestieren. Welches Ziel ist unter solchen Umständen das richtige? Wir entschieden uns für: Die Breitachklamm Unser Gast hatte von Oberstdorf übrigens noch nie etwas gehört, was den dortigen Tourismusverantwortlichen zu denken geben sollte. Über den kostenpflichtigen Parkplatz direkt vor dem Gasthaus Breitachklamm (2 €) wunderte er sich ebenso wie über die Souvenirshops und das Kassenhaus (3,50 € für Erwachsene, 1,50 € für Kinder). Update 2017: Die Eintrittspreise für die Breitachklamm liegen nun bei 4 € für Erwachsene und 1,50 € für Kinder. Zu sehen gibt es da bei Tiefenbach, am Beginn der Klamm, eher wenig. Auch der Beginn der Wanderung ist unspektakulär, man sieht halt einen netten kleinen Bach. Schon nach ein paar Minuten ändert sich der Eindruck: Der Bach schlängelt sich durch immer steiler aufragende Felswände. …

Kletterwald Grüntensee - Kettermax am Parkplatz

Waldseilgarten Grüntensee – mal so richtig in den Seilen hängen –

Es gibt viele schöne Möglichkeiten, den Tag der Deutschen Einheit zu begehen. Wir haben uns dafür entschieden, bei strahlendem Wetter mit unserem „Austauschfranzosen“, der diese Woche bei uns verbringt, in den Kletterwald Grüntensee zu fahren. Der liegt bilderbuchmäßig am See und vor der Bergen und bietet auch eine Reihe sehr familiengerechter Parcours. Im Kletterwald Grüntensee Bevor man loslegen kann, muss man ein kompliziertes Gurtsystem anlegen, einen etwas albernen Helm aufsetzen und bekommt eine Einweisung ins Klettern bzw. in das Sicherungssystem. Erst nach der Einweisung geht es in den Wald. Es gibt dort acht verschiedene Kletterparcours, von denen vier ab sechs Jahren freigegeben sind, zwei ab zehn Jahren, zwei ab zwölf Jahren und einer ab 15 Jahren. Der heißt Himalaya und ist ziemlich hoch – mehr kann ich darüber nicht sagen, denn ich habe nur die Parcours für Über-Sechsjährige gemacht. Mir reichen die. Am Anfang sieht es immer leicht aus … … wie hier beim Piratengang, aber zwischendrin sind Koordination, Balance und Kraft schon ganz schön gefragt … … und Höhenangst sollte man nicht haben: Nach …

Die Liebenthannmühle im Günztal

Die Liebenthannmühle: Von der Ruine zum Ruheplatz am Wasser

So ist das manchmal bei uns im Allgäu: Da mussten erst Auswärtige, noch dazu richtige Württemberger Schwaben, kommen, um mit viel Liebe, Geduld und Geld aus einer unansehnlichen Ruine ein Schmuckstück zu machen, das zu einem meiner Lieblingsausflugsziele geworden ist. Bezauberndes Günztal zwischen Obergünzburg und Ronsberg Das Günztal zwischen Obergünzburg und Ronsberg ist schon seit Jahren ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radler, weil es ein sehr hübsches Naturschutzgebiet ist, in dem die Günz noch ganz unordentlich und eigenwillig vor sich hin mäandert und die angrenzenden Feuchtwiesen nur sehr schonend landwirtschaftlich genutzt werden. Im Wald auf der Westseite kann man noch ein paar Mauern des früheren fürstäbtlichen Schlosses Liebenthann aus dem 13. Jahrhundert finden. Der Günztal-Wanderweg führt am Wald entlang. Ganze zwei Gebäudeensembles finden sich entlang dieses Wegs. Eines ist ein noch aktiver Bauernhof, das andere kannte ich lange Jahre nur als unansehnliche Häufung verlassener und verfallender Häuser und Schuppen, von der es hieß, es sei einmal eine Mühle gewesen. 2004 lasen wir in der Zeitung, ein Ehepaar hätte diese Ruinen gekauft und plane, dort …

Schachtelfest: Viele Schachteln und ein Grund zum Feiern

Kennt ihr das Schachtelfest? Am Dienstag war ich mit dem Fahrrad unterwegs und kam an einem Hof mit dieser wunderbaren Dekoration vorbei – zum Glück hatte ich die Kamera dabei, sonst wäre euch die Dokumentation dieses liebenswerten Allgäuer Brauchtums entgangen: Nein, das sind weder die Reste eines Umzugs, noch handelt es sich um einen Garagenflohmarkt oder eine wilde Müllkippe. Es ist nur das sichtbare Zeichen dafür, dass hier eine noch unverheiratete junge Frau ihren 25. Geburtstag gefeiert hat. Und damit nicht irgendeinen beliebigen Geburtstag, sondern das Schachtelfest, das mit einer rauschenden Party begangen wird. Was ist das Schachtelfest? In der Nacht zu ihrem 25. Geburtstag ist besagte junge Dame nämlich leider zur „alten Schachtel“ geworden. Als äußeres Zeichen dieser „Würde“ wird ihr Haus oder ihre Wohnung von ihren mitfühlenden Freunden mit leeren Schachteln dekoriert. Wenn sie Pech und sehr fleißige Freunde hat, findet sie an ihrem Geburtstag ihre ganze Wohnung voller Schachteln vor. Meist werden auch Geschenke in Schachteln überreicht. Manchmal gibt es 25 Schachteln, in denen mehr oder weniger sinnige Geschenke (etwa Gebissreiniger, Inkontinenzeinlagen …

Kaufbeuren: Crescentias Sieb und der Garten des Heiligen Franziskus

In der Nacht zum Ostersonntag 1744 ist die Weberstochter Anna Höß im Franziskanerinnen-Kloster in Kaufbeuren gestorben. 268 Jahre später ist die Erinnerung an sie noch höchst lebendig: Anna, sechstes von acht Kindern einer armen Familie, wurde nämlich als Schwester Maria Crescentia schon zu Lebzeiten berühmt, im Jahr 1900 selig- und 2001 durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Die Geschichte der Heiligen Crescentia Am Montagabend hatte ich das Vergnügen, an einer Führung durch das Crescentiakloster teilnehmen zu dürfen. Schwester Maria Ursula erzählte uns mit viel Begeisterung und Überzeugung aus dem Leben der Heiligen: wie sie in ihrer Kindheit Armut und Leid erfuhr (fünf ihrer Geschwister starben), sich dann zum Eintritt ins Kloster berufen fühlte, aber wiederum an ihrer Armut scheiterte – damals war das Einbringen einer „Mitgift“ Voraussetzung für die Aufnahme in den Orden, aber die konnte die Familie nicht aufbringen. Der evangelische Bürgermeister Kaufbeurens setzte sich daraufhin für die 18-Jährige ein, so dass die Mutter Oberin sich gezwungen sah, sie doch aufzunehmen. Herzlich war das Willkommen nicht, das sie erfuhr, sondern in der ersten Zeit …