Jahr: 2012

Weihnachtsfeier in der Walder Käskuche: Bier & Käs vom Feinsten

Wofür steht das Allgäu? Klar, für grüne Wiesen, Kühe und Berge. Die vielen Kühe geben viel Milch, und daraus wird im Allgäu überwiegend Käse gemacht. Neben großen und bekannten Unternehmen wie Champignon oder Edelweiß gibt es hier auch unzählige kleinere Käsereien, die ihre Produkte per Direktverkauf an den Mann bzw. in den Mund bringen. Einen Besuch wert ist die Walder Käskuche, in der ich letztes Wochenende bei einer Weihnachtsfeier war. Im 1.000-Seelen-Dorf Wald, südlich von Marktoberdorf gelegen, hat die Familie Babel ein Vorzeigeunternehmen aufgebaut, zu dem ein Landgasthof mit 60 Zimmern (Berghof Babel), ein Restaurant, eine Brauerei und eben eine Käserei gehören. Das Berghof Waldbräu ist ein sehr gutes Lagerbier, das vor Ort (natürlich nach dem Reinheitsgebot von 1516) gebraut wird und in sehr eigenwilligen Flaschen oder im 5-Liter-Partyfass vor Ort in der Gaststube bzw. im Hofladen gekauft werden kann. Ein Sohn der Familie ist Käsereimeister und stellt Bergkäse, Sennkäse, Raclette, Camembert sowie Butter, Sahne und Joghurt in der „gläsernen Sennerei her“. Man kann im Keller tatsächlich durch Glasscheiben in die Käsküche und das Lager …

Seit 35 Jahren auf Wachstumskurs: An der Hochschule Kempten geht so manchem ein Licht auf

Als sie ihren Lehrbetrieb aufnahm, war ich gerade von der Grundschule aufs Gymnasium gewechselt. Nun bin ich schon seit 14 Jahren als Lehrbeauftragte für die Hochschule Kempten tätig und damit ein (winzig kleiner) Teil dieser Erfolgsgeschichte. Mit 82 Studenten startete die Fachhochschule 1978 in einem gemieteten Gebäude. Als ich 1998 von Professor Dr. Dietram Schneider meinen ersten Lehrauftrag für „Grundlagen der BWL“ bekam, war der Campus bereits auf vier Gebäudeteile angewachsen: Die Mensa/Bibliothek und die U-förmig angeordneten Gebäude „W“ für Wirtschaftswissenschaften und Tourismusmanagement, E für Elektrotechnik und M für Maschinenbau. Die Verwaltung befand sich damals noch in angemieteten Räumen in der Immenstädter Straße. Die Parkplatzsituation war chaotisch, oft genug kurvte ich wild herum, um ein Plätzchen für mein Auto zu finden, und im Winter musste ich mehrmals Studenten um Hilfe bitten, mich aus der schneeverwehten und eisverkrusteten Parkwiese zu schieben. Heute gibt es – zumindest für die Dozenten – komfortable Parkplätze und -häuser, die mit Hilfe von Parkschranken freigehalten werden. Überhaupt hat sich in diesen 14 Jahren viel getan: Ein eigenes Verwaltungsgebäude wurde errichtet, Bibliothek …

Feinschmeckerparadies in Apfeltrang: der Landgasthof Hubertus

Zuerst ein Tässchen Gelbe-Rüben-Mango-Cremesuppe mit Brokkoliklößchen, dann Schweinefilets mit Käse-Malzkruste in Bier-Koriandersauce auf Kohlrabigemüse, dazu Braumalzschupfnudeln und zum Ausklang noch hausgemachtes Holunderblütensorbet auf Erdbeersauce … hmm, war fein im Landgasthof Hubertus. Wir waren zuletzt im Sommer dort, als meine Schwiegermama Geburtstag hatte, aber in den nächsten kalten Wochen muss ich dort dringend einmal wieder hin. Apfeltrang ist ein nettes Dorf bei Kaufbeuren, in dem bereits 1955 der Landgasthof Hubertus eröffnet wurde. Von der Straße aus gesehen, macht er nicht viel her … … aber der unscheinbare Eindruck täuscht! Familie Petrich, die den Landgasthof Hubertus in dritter Generation führt, hat sich in den letzten Jahren durch eine hervorragende Küche, schöne Räumlichkeiten und sehr guten Service einen Ruf erarbeitet, der Gäste aus weitem Umkreis in das Dörfchen im Süden Kaufbeurens lockt. Am Wochenende solltet ihr nicht ohne Vorbestellung kommen – und das, obwohl dieses Jahr zusätzlich zur Gaststube mit 45 Plätzen in der ehemaligen Scheune das Stadl-Restaurant eröffnet wurde, das Platz für weitere 65 Gäste bietet. Die Einrichtung ist sehr gemütlich und mit viel Liebe zum Detail …

O schön ist´s, übers Moor zu gehen (und hinterher einzukehren): der Elbsee

Seit gestern ist der Winter im Allgäu eingekehrt: Wir haben fast 20 Zentimeter schweren, nassen Neuschnee. Letztes Wochenende war es dagegen noch föhnwarm und wir haben bei 15°C und Sonnenschein einen schönen Spaziergang rund um den Elbsee gemacht. Wasser und Berge sind für mich eine unschlagbare Kombination. Neben den bekannten Seen mit Bergpanorama wie dem Hopfensee oder dem Forggensee gibt es tief im Allgäu auch kleinere, weniger bekannte Gewässer, die ihre eigene Schönheit haben. Ein gutes Beispiel dafür ist der Elbsee bei Aitrang, dessen bräunliches, weiches Wasser seine moorige Herkunft verrät. Er liegt inmitten von Wiesen, Schilf und Wald. An der Nordseite des Sees, zur kleinen Stichstraße hin, gibt es ein Freibad, einen Campingplatz, ein kleines Hotel und ein Restaurant, die sich alle im Privatbesitz der Familie Martin befinden. Das Restaurant ist ein beliebtes Ausflugsziel (neuerdings auch für Bustouristen) und glänzt vor allem mit seinem wunderbaren Blick auf den See und die Berge und mit den schönen Terrassen. Ich trinke dort ganz gerne Kaffee, der Kuchen ist gut. Das Elbsee-Restaurant Blick von der Terrasse Lohnenswert …

TexMex-Lokal Eldorado in Kempten - Eingang

Kempten: Eldorado für TexMex-Fans

Das Eldorado Kempten ist gleichzeitig Steakhaus und mexikanisches Restaurant und ein lohnenswertes Ziel für TexMex-Fans. Von außen macht es nicht zwar so viel her … … obwohl es auf der Rückseite einen sehr netten Biergarten gäbe. Irgendwie bin ich aber nie da, wenn das Wetter fürs Draußensitzen spricht. Dafür ist das Lokal in der Immenstädter Straße 26 gemütlich und mit Liebe zum Detail gestaltet. Und, was noch viel wichtiger ist: Das Essen dort ist sehr, sehr gut. Die Steaks vom Lavagrill sind zart und saftig, die Enchiladas und Fajitas rundum empfehlenswert und nicht zuletzt: Der Aperol-Spritz im Eldorado ist wirklich Spitzenklasse! Das einzige, was manchmal störend ist: Ohne Reservierung bekommt man am Wochenende im Eldorado Kempten kaum einen Tisch, und gerade im Winter muss man überlegen, ob man in der früheren oder späteren „Schicht“ zu Abend essen will, denn dann werden die Tische bis 20 Uhr und ab 20 Uhr vergeben. Es gibt wohl noch mehr TexMex-Fans in der Region … Wenn ihr reservieren wollt, findet ihr die Kontaktdaten und Öffnungszeiten unter www.eldorado-kempten.de. Ihr sucht …

Windkraft im Allgäu - ein Windrad bei Günzach im Abendrot

Wer Wind erntet, wird Strom bekommen … und Streit

So mancher hat sich über die Windkraft im Allgäu schon geärgert. Eine idyllische Landschaftsaufnahme ist tief im Allgäu kaum noch ohne hohe Masten denkbar, denn viele Höhenrücken werden inzwischen von Windkraftanlagen geziert bzw., je nach Standpunkt des Betrachters, verunstaltet. Nur die touristisch besonders interessanten Regionen sind davon ausgenommen, um den Gästen nicht den Ausblick bzw. die Fotos zu verderben. Windkraft im Allgäu ist nicht unumstritten Wie der Rest der Republik auch, sind die Allgäuer grundsätzlich sehr für erneuerbare und umweltfreundliche Energien. Im Einzelfall möchten aber viele lieber keine „Spargel“ in der Landschaft haben, besonders nicht da, wo man den Touristen ländliche Idylle bieten will und und erst recht nicht in der Nähe des eigenen Heimes bzw. Hofes. Da nehme ich mich übrigens selbst nicht aus: Im wimmernden Rotorschatten eines riesigen Windrades möchte ich auch nicht leben. Als die ersten weißen Rotorriesen aufgestellt wurden, fand ich sie störend in der sonst so grünen Gegend. Weithin zu sehen sind beispielsweise die Anlagen in Upratsberg. Aber wie das so ist: Ich habe mich an ihren Ablick gewöhnt. Aus …

Maximales Minigolfvergnügen am Bachtelweiher

Nach dem Schnee- und Kälteeinbruch am letzten Oktoberwochenende war das erste Novemberwochenende wieder föhnig-mild und sonnig. Das war der perfekte Tag für eine Partie Minigolf am Bachtelweiher in Kempten. Der Bachtelweiher selbst ist ein kleines Gewässer mit idyllischem Spazierweg drumherum. Die Anlage „Am Bachtelweiher“ bietet einen 18-Loch-Minigolfplatz … … einen netten Spielplatz für kleinere Kinder … … und eine niedliche Menagerie mit Häschen und Hühnchen … … Ziegen und Eseln. Man kann nach der Partie Minigolf oder während der Spielplatz-Runde der Kinder gemütlich drinnen oder draußen Kaffee trinken und ein Stück (sehr guten!) Kuchen genießen. Auch kleinere Mahlzeiten (Currywurst & Co.) gibt es zu familienfreundlichen Preisen. Die Anlage hat inzwischen ganzjährig geöffnet, und zwar zu folgenden Zeiten: Ihr findet sie hier: Größere Kartenansicht Weitere Informationen über das Angebot gibt es hier.

grün leuchtendes Wasser und steile Felswände in der Breitachklamm

Breitachklamm: Diese Tour begeistert selbst Wandermuffel!

Vor zwei Wochen war ja unser französischer Austauschschüler zu Besuch – ein sehr liebenswerter Junge, aber Bewegung an der frischen Luft zählt nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Als er hörte, dass wir am Wochenende eine Wanderung machen wollten, war er alles andere als begeistert, aber zu höflich, um zu protestieren. Welches Ziel ist unter solchen Umständen das richtige? Wir entschieden uns für: Die Breitachklamm Unser Gast hatte von Oberstdorf übrigens noch nie etwas gehört, was den dortigen Tourismusverantwortlichen zu denken geben sollte. Über den kostenpflichtigen Parkplatz direkt vor dem Gasthaus Breitachklamm (2 €) wunderte er sich ebenso wie über die Souvenirshops und das Kassenhaus (3,50 € für Erwachsene, 1,50 € für Kinder). Update 2017: Die Eintrittspreise für die Breitachklamm liegen nun bei 4 € für Erwachsene und 1,50 € für Kinder. Zu sehen gibt es da bei Tiefenbach, am Beginn der Klamm, eher wenig. Auch der Beginn der Wanderung ist unspektakulär, man sieht halt einen netten kleinen Bach. Schon nach ein paar Minuten ändert sich der Eindruck: Der Bach schlängelt sich durch immer steiler aufragende Felswände. …

Da guckst du, Kuh!

Wer ans Allgäu denkt, hat sofort Bilder im Kopf, von grünen Hügeln und Kühen darauf. Wer dann ins Allgäu kommt, stellt fest: Grüne Hügel gibt es tatsächlich reichlich – aber wo sind die Kühe? Grüne Hügel, blaue Berge, unsichtbare Kühe … Ein paar findet man im Sommer auf den Alpwiesen, aber die meisten (vierbeinigen) Rindviecher auf den Wiesen sind keine Milchkühe, sondern Schumpen. So heißen im Allgäu Jungrinder, wenn sie kein Kalb mehr sind, aber auch noch nicht selbst gekalbt haben. Allgäuer Kühe sehen die grünen Hügel normalerweise gar nicht, weil sie ihr Leben im Stall verbringen. Warum? Wie mir eine Bäuerin einmal erklärte, würden sie die Kühe ja prinzipiell gerne auf die Wiese gleich hinter dem Stall lassen, „aber dann dappen die´s ganze Grünfutter zemat!“ Deswegen bleiben sie drinnen und bekommen das ordentlich geschnittene Grünfutter – Laien würden es Gras nennen – mit dem Traktor gebracht. Es sind halt ziemlich viele Kühe für vergleichsweise wenig Wiese. Und die sind nicht zum Vergnügen da, sondern um eine maximale Milchmenge zu erzeugen. Das geht mit Kraftfutter …

Der Grüntensee: So schön kann ein Hochwasserspeicher sein

Letzte Woche waren wir ja im Waldseilgarten am Grüntensee. Heute möchte ich euch auf den See selbst aufmerksam machen. Der ist nämlich kalenderblattschön, hat einen hübschen Badestrand und man kann wunderbar um ihn herum spazierengehen und den spektakulären Blick auf den Grünten (das ist der Berg mit der markanten Spitze im Hintergrund) genießen. Es gibt dort auch einen Kajak- und Ruderbootverleih. Die Kajakfahrer auf dem Bild waren übrigens Engländer, die offensichtlich eine Menge Spaß auf dem (und einer nach einer missglückten Rolle auch im) Wasser hatten. Ehrlich gesagt wusste ich bis vor Kurzem gar nicht, dass der Grüntensee gar kein Natursee ist, sondern 1962 als Hochwasserspeicher und Stromlieferant unter dem Namen „Haslach-Speicher“ gebaut wurde (mein Mann wusste es übrigens auch nicht, und der ist schließlich gebürtiger Allgäuer). Ich habe das erst in der Zeitung gelesen, denn der See feiert am 14. Oktober, also am kommenden Sonntag, seinen 50. Geburtstag mit einem Erlebnistag. Das genaue Programm findet ihr hier. In der Planungsphase war das Projekt wohl sehr umstritten, auch weil die Bauern ihre kostbaren Weidegründe nicht …